Entfernung?

Einem Aufruf der NachDenkSeiten habe ich mal zum Anlass genommen, die Entfernungen der nächstgelegenen Atommeiler von unserem Zuhause zu messen. Angaben sind jeweils in Luftlinie:

AKW Unterweser bei Esensham: 45 km

AKW Brunsbüttel bei Hamburg: 102 km

AKW Brokdorf bei Hamburg: 102 km

AKW Emsland bei Lingen: 109 km

AKW Grohnde bei Hameln: 123 km

AKW Krümmel bei Hamburg: 125 km

Bedenkt man, dass die Unglücksreaktoren in Japan 250 km von Tokyo entfernt stehen, sind diese Entfernungen ein Witz.

Zur Einschätzung der Lage der AKWs habe ich die Übersichtskarte von Robin Wood genommen, die gleich noch mit zusätzlichen Informationen über die einzelnen Kraftwerke aufwartet.

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Strahlender Wahlkampf

Verbietet es sich wirklich, jetzt Wahlkampf zu machen angesichts des unvorstellbaren Leids in Japan?

Natürlich nicht. Sonst wird doch auch Wahlkampf gemacht, obwohl weltweit Armut und Hunger herrscht.

Mache ich Wahlkampf?

Natürlich nicht, ich gehöre ja nicht mal zu einer Partei.

Worauf ich hinaus will. Einerseits soll man mit dem Thema Atompolitik keinen Wahlkampf betreiben, andererseits tut unsere aktuelle Regierung genau das. Oder wie sonst ist ihr Schlingerkurs im Moment zu erklären?

Erst hieß es, unsere Atomkraftwerke seien sicher. Kein Grund zur Aufregung, hier muss nichts abgestellt werden.

Dann wollte man eine dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung erwägen.

Jetzt heißt es plötzlich, dass sieben AKWs sofort abgestellt werden sollen. Was natürlich bedeutend werbewirksamer ist, als mal drei Monate darüber nachdenken, ob unsere AKWs wirklich sicher sind und dann Business as usual zu machen, wenn die Wahlen vorüber sind.

Was natürlich nicht erwähnt wird, dass wenn jetzt die AKWs abgestellt werden, die übrigen AKWs aufgrund der beschlossenen Laufzeitverlängerung die Zeit der abgeschalteten AKWs anrechnen dürfen. Und damit laufen die dann länger. Gar nicht mal so doof, oder?

Man erkennt schon, welche Maßnahme ich bevorzuge, oder? Abschalten! Alle. Sofort. Wir beziehen unseren Strom (erst) seit Jahresbeginn von Naturstrom. Es ist niemandem geholfen, wenn ich bei Facebook mir ein Button ins Profilbild stecke, aber aus meiner Steckdose weiterhin billiger Atomstrom fließt. Das der Wechsel nicht schwer ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und die Stromanbieter werben ja schon mit ihrem Namen damit, dass der Wechsel e wie einfach ist. Nur sollte man dabei nicht übersehen, dass gerade die günstigen Anbieter eben die sind, die einen besonders hohen Anteil an Atomstrom haben.

Mein Anbieter hat übrigens genau 0% Atomstromanteil und kostet mich nicht mehr wie der örtliche Betreiber. Das Märchen von der teuren erneuerbaren Energie wurde übrigens auch schon widerlegt. Jetzt muss den Menschen nur noch klar werden, dass Atomstrom nur deshalb noch günstig ist, weil es von unseren Steuern subventioniert wird bis zum geht nicht mehr. Ganz zu schweigen von der noch immer ungeklärten Endlagerfrage. Und das nach über 60 Jahren Einsatz der Atomenergie.

Bei diesem Spiel mache ich nicht mit. Weder lasse ich mich von der Regierung verarschen, die ihre eigene Atompolitik instrumentalisiert um in den Umfragen nicht ganz böse abzurutschen. Noch beim Atomstrom selber. Und das solltet ihr auch.

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