Gewitzt der Junge

Mann oh Mann war das ein heißes Wochenende. Hier in Delmenhorst sind wir dahingeschmolzen. Leider konnte ich das gute Wetter aufgrund von kleinen bis mittleren Wehwechen nicht so recht ausnutzen und verbrachte die meiste Zeit innerhalb unserer 4 Wände. Ich glaube, Nicolas war nicht bös drum, denn wo ihm bereits in seinem Spieledschungel der Schweiß von der Stirn lief, waren es in seinem Kinderwagen gefühlte 40°Grad – gestaute Luft – kein Wind. Trotzdem, irgendwie fehlte was… daher kam der abendliche Anruf meiner Mama genau richtig. Nach dem üblichen Wortwechsel “Wie gehts?” / “Was machen deine Jungs?”/ “Gibt’s was Neues?” eröffnete sie mir, dass sie morgen (also Montag nach dem Wochenende) mit meiner Schwester und ihren Kidis zum Strand fahren würden. “Och wie schön”, dacht ich noch so bei mir, “da weht bestimmt ein laues Lüftchen, da lässt es sich gut aushalten.” Meine Mama machte auch gleich den Vorschlag, ob ich denn nicht mitkommen wolle – naja, eigentlich hatte ich schon andere Pläne. Nachdem wir das Telefonat beendet hatte, dachte ich noch mal gründlich über die Alternative (in der Sonne brutzeln und Meerluft schnuppern :  Nicolas die letzte Schluckimpfung verabreichen) nach. Ich entschied mich meine Mama davon in Kenntnis zu setzen, dass sie auf mich zählen können, ich werd mich gleich morgen früh, nach Nicolas Morgenflasche, auf den Weg nach Hooksiel machen. Die 1 Stunde Autofahrt wird sich lohnen. 

Gleich “morgen früh” wurde dann zu 8.40 Uhr, weil Kind fertig machen, mich fertig machen, alle nötigen Klamotten zusammenpacken doch länger dauert, als man das so im Kopf annimmt. Trotzdem freute ich mich riesig, da ich morgens schon gleich nach dem Duschen wieder zerfloss und auch Nicolas beim Trinken seiner Flasche Schweißperlen auf der Stirn hatte. Mein Weg führte mich von der Autobahn direkt zum Strand – naja, fast – ich musste noch bei der Tanke halten, weil mir Stefans Wagen auf halber Strecke mit dem Leuchtsignal “Sprit wird knapp” drohte, was wiederrum zusätzliche Schweißperlen auf meiner Stirn verursachte. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin nach 1 Stunde 15 Minuten an meinem Ziel angekommen. Und mich empfing: Wind! Achja, und Wolken! Kurzum, es war kalt!   ….   

Hmm, so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber trotzdem habe ich Sack und Pack aus dem Auto geräumt und mich als Packesel auf den Weg zum Strand und somit zu meiner Schwester gemacht. Neo, mein Neffe, empfing mich schon kurz vor dem Lageplatz. Naja, ein herzlicher Empfang war das eigentlich nicht. Er rannte mir entgegen, sah mich, drehte sich um, um dann seiner Mama zuzurufen, dass “Sie” da sei. :-) Nachdem ich alles abgeladen hatte, bin ich auch sogleich mit dem Kleinen ins Watt. Nicht ganz sofort, weil Neo musste erst noch ein paar Kekse futtern. Meine Schwester hatte für ihn leckere Leibnitz Kekse in Tierform mitgenommen. Und mit jeden Griff in die Tüte wurde sogleich gefragt: “Was ist das denn?” oder festgestellt “Guck mal, ein Schaf, Löwe, Hase…” was er halt so in der Hand hielt. Leider fiel ihm bei der Aktion auch einmal ein Pinguin in den Sand. Den er aufhob, betrachtet und für sich beschloss, dass er zu dreckig ist, ihn zu essen und ihn wieder zurück in die Tüte beförderte. Neo ist mittlerweile 2 3/4 Jahre alt, aber echt auf zack. Somit war unsere kleine Wattwanderung, nach der Keksstärkung auch mit lauter Fragen und Belehrungen seinerseits geschmückt. Er zeigte mir Krebse, die man aber nicht anfassen dürfe, sonst machen die “Knips – Knips” und Wattwurmhäufchen, Steine und Muscheln. Algen, die er noch nicht kannte, wollte er allerdings dann doch noch nicht anfassen ;-)

Nun komm ich zum eigentlichen Teil meiner Story. Muss schon sagen, die Einleitung ist ausschweifender geworden, als beabsichtigt :oops: . Zurück am Strand war es mittlerweile angenehm warm und Nicolas machte sich so langsam auch mal bemerkbar. Ich machte also eine Flasche für unseren Sohnemann fertig, während meine Schwester dem heranrollenden Wasser entgegen lief. Neo war derweil wieder mit seiner Hauptaufgabe beschäftigt: Kekse betiteln und essen! Als ich Nicolas so auf dem Arm hatte und ihm die Flasche gab, gelüstete es mich auch mal nach einem Keks. Neo teilt nämlich immer sehr gerne. Also fragte ich ihn, ob er mir denn auch einen Keks geben würde. Neo wühlte in der Tüte und zog einen Keks heraus und hielt ihn hoch.

“Willst du eine Eule?”

“Ja, gerne”.

Doch während meiner Antwort war der halbe Keks schon in seinem Mund verschwunden, den er dann aber schnell wieder rauszog.

“Ja?, die Eule?”, fragte er mit schräggestelltem Kopf

“Ähmmm… nee, jetzt nicht mehr, die hattest du ja schon im Mund. Gib mir doch einfach einen Keks aus der Tüte. Musst ihn mir aber direkt in den Mund legen, ich hab ja keine Hand frei.” 

“Einen Löwen?”

“Neo, ist mir egal welches Tier. Bitte, einfach einen Keks in meinen Mund.”

“Einen Pinguin?”

“Ja, gerne auch einen Pinguin” *seufz*”

Neo griff nochmals gezielt in die Tüte, machte ein paar Schritte um die Decke herum, um mir mit ausgestrecktem Arm den Pinguinkeks direkt in den Mund zu legen.

“Mmmm, danke Neo”, nuschelte ich mit vollem Mund

“Der ist aber dreckig!”, erwiderte Neo völlig trocken

“WAS? Wieso das denn?”, fragte ich und merkte schon die Sandkörner zwischen den Kekskrümeln.

“Der ist mir vorhin da runtergefallen.”, und zeigte auf die Stelle wo vorhin der Pinguin lag.

“Aha, und dann gibst du ihn also mir.”, sagte ich kopfschüttelt und grinsend

“Mhmm”, antwortete Neo und nickte eifrig mit dem Kopf.

Ich finde ein Foto von dem Jungen untermalt seine Schlitzohrigkeit. Also, das ist der kleine Mann:

Wenn die Einleitung schon so lang war, dann darf die Erzählung ja hier jetzt nicht einfach so abbrechen. Es gibt zusätzlich den wohlverdienten Schlußteil. 

Leider mussten sich Dany (meine Schwester), Pia (meine Nichte, 5 Monate), Neo (zu genüge bekannt), Nicolas (mein Sohn 5,5 Monate) und ich mittags schon wieder auf dem Heimweg machen, damit der Junge noch was zu Essen bekommt und eine kleine Mittagspause machen konnte. Am Nachmittag wollte wir wieder herkommen. Die Sonne war mittlerweile auch öfter vor den Wolken als dahinter und so war es muckelig warm als wir den Strand verließen. Voller Vorfreude auf den Nachmittag. Nach der kleinen Pause haben wir also wieder unsere 7 Sachen zusammengepackt und auch noch unsere Mama eingesackt und wieder auf zum Strand. Der Parkplatz war voll, der Strand war voll, das Meer war nun auch da, nur eins das fehlte: Die Sonne. Die Wolkendecke war nun so dicht, dass wenig Hoffnung bestand, dass wir die Sonne heut nochmal zu Gesicht bekommen würden. Angesichts der Tatsache, dass wir uns an der Nordsee befanden, wehte dazu noch ein recht frisches Lüftchen, um es mal milde auszudrücken. Im Bikini in der Sonne brutzeln war nicht. Aber immerhin konnte man es in kurzen Klamotten und nem Kaffee ganz gut aushalten. Die Babys wurden halt in Handtücher gewickelt und Neo durfte das Oberteil seine Mami als Ganzkörperoutfit (siehe oben) anziehen, da Badehose und Shirt bereits nass geworden sind. Am Abend gabs bei unserer Mama noch ein lecker Matjesbrötchen und dann hab ich auch schon wieder die Heimreise angetreten. Fazit des Ausflugs war: Für einen Strandausflug, wie man sich ihn vorstellt war der Tag ein Flop. Aber für die Zeit, die ich mit meiner Familie verbracht habe, hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt! Jederzeit wieder.

In Delmenhorst von der Autobahn abgefahren musste ich dann auch gleich zu meiner Rechten einen gestürzten Motorradfahrer sehen, der aber schon wieder auf den Beinen das Gespräch mit einem Autofahrer suchte. Da der Wagen vor mir an der “Unfallstelle” oder um was es sich handelte, stehen blieb, bin ich weitergefahren. Einmal abgebogen und um eine etwas langgezogenere Kurve gefahren, traute ich dann wirklich meinen Augen nicht. Da lagen mitten auf der Straße 3 Gören, die, als sie mich heranfahren sahen, sich zur anderen Straßenseite rollten. Die ganz rechts stand noch auf und winkte mir. Zu sehen bekam sie nur einen mehr als verdutzten Gesichtausdruck und ein fragendes WTF-Kopfschütteln. Gerade dran vorbeigefahren, fragte ich mich, ob es nicht meine bürgerliche Pflicht sei, anzuhalten und eine spießige Moralpredigt abzulassen. da war ich aber auch schon zu weit vorbei. Als mir allerdings ein kleiner Corsa entgegen kam, gab ich ihm eine warnende Lichthupe. Somit hatte ich meinem Gewissen eine kleine Genugtuung verschafft…In der Wohnung angekommen, mit Stefans Hilfe wieder Sack und Pack (man, was hatte ich an diesem Tag viel geschleppt) nach oben getragen, mich vor den PC gesetzt und??? Genau, geölt wie am morgen. Denn hier war es den ganzen tag bullig warm gewesen und das spürte man immer noch am Abend.

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Ameisen teilen nicht…

Nachdem es heute Nacht, ich möchte mal sagen “wie aus Eimern gegossen hat”, war es heute Vormittag wieder um so schöner. Die Sonne strahlte vom Himmel, die Vögel zwitscherten und die Welt war gut gelaunt. Um das gute Wetter nicht zu verpassen, vertrödelte ich nur bummelige 4 Stunden nach dem aufstehen mit: Nicolas wecken, ausziehen – Windel wechseln –  anziehen, Fläschen geben, rumalbern, meine Mails checken, 9Gag schauen, selbst frühstücken, Nicolas ausziehen – Windel wechseln – anziehen, Fläschen geben, Karottenbrei geben, ausziehen – Windel wechseln – anziehen und mich duschen. Erschreckend wie die Zeit dahinfliegt. Egal, nun war ich auf jeden Fall bereit für den Einkauf, denn schließlich sollte heute noch gekocht werden. Nicolas in den MaxiCosi, Handtasche umgeschnallt und ab die Treppen runter zum Auto. Beim öffnen der Garage fiel mir jedoch ein kleiner Marienkäfer in den Blick. Erwähnte ich bereits, dass die Sonne ihren höchsten Stand hatte und es wieder einmal muckelig warm war? Nun denn bückte ich mich zum kleinen Marienkäfer, der da so einsam auf dem Unkraut saß. Sofort schlug meine soziale Ader an und ich drehte den Kopf nach links. Direkt neben der Haustür steht nämlich unsere prächtiger Löwenzahn, der sich seit Tagen mit Blattläusen rumärgert. Für die Ameisen, die es sich ebenfalls vor unserer Haustür, oder darunter, häuslich gemacht haben, ein Festmahl.  Also dacht ich so bei mir, es ist so warm, kein Grün in Sicht und Hunger hat unser kleiner Käfer sicher auch. Nicht lang gefackelt und den kleinen Kumpel auf den Finger krabbeln lassen und direkt zum gedeckten Tisch manövriert. Doch oh – ha, damit hab ich nicht gerechnet. Binnen Sekunden sind die Ameisen, die vorher fleißig den Stil hoch und runter krabbelten, auf den armen Marienkäfer los. Sie attackierten ihn förmlich und überrannten ihn. Mein Missgeschick sofort erkannt, nahm ich den Käfer schnell wieder auf meinen Finger in Sichherheit und setze ihn ein Stück weiter auf ein Löwenzahnblatt. Doch den Ameisen war das nicht Sieg genug. Sie trommelten zum Angriff und setzten dem Eindringlich nach. Wo vorher nur 5 Ameisen den Feind im Blick hatten, rannte nun eine ganze Scharr an mordlustigen 6-Beinern auf den hilflosen Marienkäfer zu. Zugegeben viele von ihnen irrten augenscheinlich orientierungslos um den Löwenzahn herum – oder bildeten sie gar eine Barriere? Doch die Vorhut attackierte so gleich wieder meinen kleinen Freund und stürmten über ihn hinweg. Keine Chance hat der kleine Kerl. Ich packte meinen ganzen Mut zusammen, denn schließlich hatte ich ihn erst in diese lebensbedrohliche Situation gebracht. Ich streckte meinen Finger aus um dem Kleinen einen Fluchtweg zu ermöglichen. Doch keine Chance, der war bereits zu Boden gedrückt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr in die Höhe begeben. Ich holte nochmal tief Luft und mit meinem letzten Fünkchen Mut durchbrach ich den Ameisenknäul und hob den Marienkäfer vorsichtig mit 2 Fingern in die Höhe. Dabei schüttelte ich noch eine letzte hartnäckige Kämpferin ab und dann – puh – war der kleine Freund erstmal in Sicherheit. Unter uns wimmelte und wuselte es nur von aufgeregten Ameisen. Oder war das vielleicht ein Freudentaumel, da sie den Angreifer, der von ihrem Tellerchen essen wollte, erfolgreich in die Flucht getrieben habe? Ich setzte den Marienkäfer in sicherer Entfernung auf einem anderen grünen Blatt ab und entschuldigte mich vielmals für seinen Beinahetod bei ihm.

“Vielleicht sollte ich noch ein Stückchen weiter vorfahren – sonst kommen Sie wohl schlecht aus der Garage raus.”

Ich drehte mich um und wurde sogleich aus meiner Faszination der Tierwelt gerissen und befand mich wieder in der bekannten Menschenwelt. Ich sah einen älteren Herrn, der gerade sein Auto direkt, aber wirklich direkt vor meiner geöffneten Garage geparkt hatte. Beim aussteigen hat er dann aber wohl messerscharf seinen Irrtum erkannt, wartete aber trotzdem noch auf meine Bestätigung seiner Erkenntnis. Nachdem ich ihm sie gegeben habe, fuhr er sein Auto ein Stück vor, ich nahm Nicolas und warf noch einen letzten Blick auf meinen kleinen, lebendigen Marienkäfer.

Während der Autofahrt dachte ich noch ein wenig über das Sozialverhalten der Ameisen nach, das wohl über ihren eigenen Bau hinaus keine Gültigkeit hat. Außerdem überkam mich die Neugier was passiert wäre, wenn ich nicht eingegriffen hätte (also nachdem ich eingegriffen habe, um den Marienkäfer Essen zu verschaffen). Hätte er sein gelbes Sekret abgesondert und die Ameisen dadurch aufgehalten? Wären die Ameisen hartnäckig geblieben und hätten ihn am Ende als Köstlichkeit in ihren Bau geschleppt? Nun, das werd ich wohl nie erfahren, aber eine neue Tiererfahrung hat mir der heutige Tag auf jeden Fall beschert :-)
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Smalltalk oder was?!

An einem Montag, der, nach einem wunderschönen, sonnigen Wochenende, eher trübe trist und etwas regnerisch daherkam, machte ich mich auf den Weg zum einkaufen. An der Fleischtheke lies ich mir mein Gulasch von dem freundlichen Fachverkäufer in kleine Stückchen schneiden – das braucht etwas Zeit. Da fängt der Gute an vor sich hinzureden.

“Wo sind denn jetzt die 18° C, die heute morgen im Radio versprochen wurden?”

Nicht sicher, ob er mich meinte oder seine Kollegin, die hinter ihm rumwuselte, grinste ich nur nett. Seine Kollegin reagierte mit:

“Ach ja, 30° C, das wär was feines!”

Ich grinste derweil immer noch nett und nickte beiläufig. Woraufhin sich der schnibbelnde Fachverkäufer wieder zu Wort meldete:

“Ach, so 26° C, eine leichte Brise, das wär doch echt was feines. Und nicht so wie es draußen jetzt ist!”

Noch immer grinsend erwiderte ich:

“Ja, im Juni dann vielleicht wieder.”

Freundlicher Fachverkäufer (nicht mehr schnibbelnd, sondern mir mein Gulasch überreichend):

“Ja, wenn wir Glück haben, nech.”

Stirnrunzelnd verließ ich die Theke und fragte mich, was das gerade war. Der klägliche Versuch eines Smalltalks oder tatsächliches Bedauern des ach so schlechten Wetters.

Meine Gedanken bei diesem kurzen Wortwechsel waren jedenfalls folgende:

“Wo sind denn jetzt die 18° C, die heute morgen im Radio versprochen wurden?”

“Hmm… so kalt ist’s draußen doch gar nicht.”

“Ach ja, 30° C, das wär was feines!”

WTF? Es ist FEBRUAR! ES IST WINTER!”

“Ach, so 26° C, eine leichte Brise, das wär doch echt was feines. Und nicht so wie es draußen jetzt ist!”

“Hallo??? Bin ich im falschen Film, oder was? Es ist noch nicht mal Frühling und außerdem musst du doch heute eh arbeiten und könntest das Wetter gar nicht genießen.”

“Ja, wenn wir Glück haben, nech.”

“Mhmm, immer schön pessimistisch bleiben.”

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Neulich Samstagmorgen im Bett

So ein Wochenende ist schon was feines – für die meisten zumindest – es bedeutet den Tag nach belieben zu gestalten, ausgiebig zu frühstücken und vor allem auszuschlafen. Diesen Samstagmorgen sollte das nicht der Fall sein. Ein letztes Mal sollte ich meinen Dienst als Servicekraft in meinem Nebenjob aussüben und die erste Schicht sollte um 9 Uhr starten. Mit fertig machen und Hemd bügeln etc, stand der Wecker also auf 7.30 Uhr bereit zum klingeln. Doch wach wurde ich irgendwie auf andere Art und Weise…

 

Um 6.25 Uhr drang leise Radiomusik an mein Ohr. Kurz geblinzelt und erkannt, dass es noch viiiel zu früh zum aufstehen war.  Warum merk ich das denn nur und Stefan rührt sich nicht, um seinen Radiowecker endlich auszumachen?! Naja, kann ich ja schnell auch noch auf Klo gehen. Bevor ich also Schlaftrunken aus dem Bett taumelte, stubste ich Stefan noch schnell an und brummelte ihm zu, seinen Wecker auszumachen. Ein Brummeln kam zurück, der Berg drehte sich auf die andere Seite und knipste das Nachttischlicht an, während ich mich zur Schlafzimmertür rausschlich. Als ich wiederkam, war mein Herzl bis über den Kopf eingehüllt in seiner Decke. Das Licht brannte und das Radio dudelte immer noch vor sich hin. Mit vielen Fragezeichen in meinem Kopf, sprach ich den schlummernden Haufen vor mir an, doch bitte das Radio UND das Licht auszumachen. Was dann auch Kommentarlos, abgesehen von erneutem Brummen, vollzogen wurde.

Die restliche Zeit verlief dann auch ohne Zwischenfälle, so dass ich “munter” nach einer Stunde aufstehen und meinen Dienst antreten konnte.

 

Als ich Abends wieder zu Hause war, fragte ich dann Stefan mal nach seinen Beweggründen, morgens das Licht anzumachen, anstatt den Radiowecker auszuschalten. Grinsend verreit er mir, dass er heute morgen, es überhaupt nicht verstanden hat, warum ICH, wenn ich auf Klo ginge denn das Licht anmachen musste und er sich sogar extra noch die Decke über den Kopf ziehen musste, damit es nicht so hell war.  Und das blöde Gedudel aus dem Off war ihm auch sehr suspekt. *grien* was musste ich da doch über meinen Schlafbären lachen!

 

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Brautalarm

Ich hab nu lang überlegt, ob ich wirklich diesen Artikel verfassen soll. Jetzt,  zwischen all den grausamen Nachrichten, die die letzten Tage auf uns niedergeprasselt sind. In einer Flut, dass ich das Gefühl habe, sie kaum verdauen zu können. Außerdem ist es schwierig, ihre Brisanz, Traurig- und Bitterkeit zu erkennen und zu würdigen, wenn gleich drauf die nächste Hiobsbotschaft lauert.

Trotzdem ist es genauso wichtig, dass man auch in dieser Zeit was zu lachen hat. Auch wenn das nun oberflächlich und egoistisch klingt. Da mir die Überleitung nun so gar nicht geglückt ist, schreib ich einfach brutal drauf los und kündige hiermit den Angriff auf eure Lachmuskeln an… ! Wenn ihr ins Kino geht. Natürlich geht dieser Aufruf in erster Linie an die Frauen, aber ich denke auch die Männer mit dem gewissen Sinn für Humor (naja, hauptsache Schadenfreude und schräge Komik) werden auf ihre Kosten kommen. Ernsthaft, Brautalarm ist seit langem mal wieder eine wunderbar gelungene Kinokomödie, bei der man herzhaft und aus vollem Leibe lachen kann. Ja, ich hatte sogar Tränen in den Augen. Mir ging das im Kino auch sicher nicht alleine so. Meine Freundin teilt den gleichen Humor wie ich, und dass dieser nicht so abgehoben ist, bewies, dass 95 % der anderen Kinobesucher sich auch kaum auf den Sitzen halten konnte.  Wenn ich jetzt noch weiter auf die Kacke haue, riskier ich, glaub ich, eure Erwartungen so hoch zu schrauben, dass ihr später noch enttäuscht seid :-)

Also, nur noch so viel. Brautalarm ist kein billiger Abklatsch zu Hangover, sondern baut seine ganz eigene Story auf. In erster Linie geht es um 2 Freundinnen, die in völlig verschiedene Richtungen gehen. Die eine steht kurz vor der Hochzeit, dem Glück, dem Traum aller Mädchen und die andere bekommt ihr Leben in allen Lebenslagen irgendwie überhaupt nicht in den Griff. Neben diesen Personen warten noch weitere skurile, liebenswürdige, schräge und übertriebene Charaktere auf euch. Und der besondere Charme liegt in der Tatsache, dass “erwachsene” Liebe dargestellt wird. Frauen über 30, die nicht makellos durchs Leben gehen, sondern optisch wie psychisch die gleichen Fehler haben wie du und ich. Wobei, so abgedreht wie Annie ??? … Ich kenn keine :-) . Auf dem Weg werdet ihr wahrscheinlich alte Bekannte wiedertreffen… “Sookie St. James”, falls ihr Gilmore Girls geguckt habt, oder auch “Roy” aus IT Crowd (original). Achja, und selbst der englische Humor von Little Britian ist in diesem Film vertreten.

Also, schnappt euch eure Freundin, Kollegin, Schwester oder auch den Freund und genießt 125 min abschalten und lachen!

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Verschlimmbessert

Ich habe ein “täglich grüßt das Murmeltier”-Erlebnis. Und zwar immer dann wenn, “Robin Hood -König der Diebe” im Fernsehen läuft. Sobald die Anfangsmelodie zu hören ist, die ich grundsätzlich zufällig erzappe, hört mein Göttergatte im Nebenzimmer einen lauten Jubelschrei mit anschließendem Seufzer. Leider wurde mir diese Freude jäh genommen. Vor 2 Jahren wurde ich zum ersten Mal bitter enttäuscht. Ich machte es mir auf dem Sofa gemütlich, voller Vorfreude den Film, den ich doch schon soooo lange nicht mehr gesehen hatte, mal wieder in Ruhe genießen zu dürfen. Auch freute ich mich darauf die ein oder andere Textpassage mitplappern zu können. Doch schon nach der ersten Viertelstunde kam mir das Ganze seltsam vor. Als es dann endlich zu “meiner” Flußszene kam, wo Will so schadenfroh singt und ich nicht synchron zu dem Singsang miträllern konnte, da war mir alles klar. Die Schweine haben tatsächlich den Originalfilm neu synchronisiert. Ich heulte mich bei Stefan aus und gemeinsam recherchierten wir erstmal, warum solch Frevel nötig ist. Der einzige und wirklich lächerliche Grund ist, dass dadurch geschnitte Szenen von Alan Rickman eingebaut wurden, die angeblich die Story weiter erläutern soll. Tuen sie vielleicht auch, ist aber für das Gesamtverständnis des Films vollkommen wuppe. Jedenfalls wenn man dafür aussagekräftige, charakterzugeschnitte Synchronstimmen durch eher emotions- und ausdrucksslose Stimmen ersetzt. Und gerade die Stimme vom Sheriff, also Alan Rickmans, wurde dermaßen verschlimmbessert, dass es mich schüttelt.

Und trotzdem saß ich heute wieder auf dem Sofa, zappte um 20.15 Uhr herum, und Stefan hörte im Nebenzimmer ein lautes Jubeln und einen Seufzer. Ich sprang ins Nebenzimmer und grinste ihn an: “Robin Hood, ist wieder drauf! :o ) Vielleicht hab ich ja Glück und es ist das Original.” (oder ich hab die letzten Male mit meiner Wahrnehmung übertrieben.) Ach Steffi, warum machst du dir nur immer solche Hoffnung? Natürlich ist es die Fassung von 2004. Natürlich wurden die Dialoge komplett anders betont. Natürlich fehlt der Pfiff, die Dynamik, der gewisse Charme! Deshalb sitze ich nun hier, denn ich konnt es nach 20 Min einfach nicht mehr aushalten und die Enttäuschung hat mich zur Tatstatur getrieben, wo ich es einfach hinausschreien schreiben wollte! Ein für mich sehr schönes Filmerlebnis wurde versaut, ich denke ich werde zukünftig nicht mehr in Jubelschreie ausbrechen, wenn mir der Film über den Weg läuft, sondern mit einem schweren Seufzer das Weite suchen. RIP Robin Hood! :-(

P.S: Noch schlimmer ist die Sache, wenn man dem Vorwurf von Wikipedia Glauben schenken darf, dass die Szenen damals rausgelassen wurden, weil Alan Rickman durch schauspielerisches Talent den Kevin Costern an die Wand spielte. Pfffff… ich sachs ja: Frevel!

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Kehrtwende

Vielleicht war ja heute  auch jemand von euch einkaufen und hat die gleichen Bilder wie ich wahrgenommen:

Tja, ich würd sagen: Gestern gabs Entwarnung ;-)

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Öfter mal an den Partner denken…

Heut komm ich vom Reiten heim und hab richtig Bock auf ein leckres Brötchen.

Schau in den Kühlschrank und seh eine Gurke. Denke mir, na, die hast doch alle entsorgt??!! Kommt auch schwupps mein Schatzi ums Eck, den ich gleich verwundert anschau und sage:

“Komisch, wo kommt auf einmal die Gurke her?  Der Kühlschrank war doch Grünzeugsfrei.”

“Na, Spatz”, grinst mein Göttergatte, “die hab ich dir doch mitgebracht.

War auch wirklich richtig günstig…. nur 29 Cent.”

Ja nee, is klar!!! Vielen Dank auch Stefan!

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Wer die Kirsche bemüht

Dieses Wochenende war es so weit, Stefan freute sich ja schon lange auf das Treffen mit DEM Maskierten, irgendwo im süßen Bad Drecksloch. Da sollte auf jeden Fall der Bär steppen, weil irgend so ein Bachblütenfest stattfinden sollte. Ich vergess grundsätzlich wo und warum solche Straßenplatzfeste stattfinden, hauptsache man kann essen, trinken und evtl. – mit viel Glück – das ein oder andere Fahrgeschäft mitnehmen.

Kurz nachdem wir auf die Autobahn fuhren, erfuhr ich auch noch, dass es sich um das jährliche Kirschblütenfest in Elmering – Sußen *zzzzzzzzzz* – da war ich auch schon eingenickt. Als mein Körper anfing unrhythmisch im Stop and Go Takt des Straßenverkehrs mitzuwippen, kehrte ich langsam in die Welt der Wachen zurück und erblickte Menschenmassen auf den Gehwegen und allerlei fröhliche Gesichter. Wir mussten an unserem Ziel angekommen sein, also fing ich an mich zu recken und strecken, ein wenig frischen Wind in unser Auto zu lassen und mich auf das Treffen mit dem Unbekannten einzustimmen. Zeit genug hatte ich dazu ja, denn die Parkplatzsuche sollte sich als echte Herausforderung herausstellen. Aber mein Schatz hat das wie immer voll im Griff und ergatterte noch auf irgendeiner abgelegen Wiese einen mehr oder weniger legalen Parkplatz. Nu mussten wir uns aber auch sputen und bei strahlendem Sonnenschein den Weg zum Marktplatz flotten Schrittes bewältigen. Nach ca. 20 Min. Fußmarsch erblickten wir in der Ferne schon den Brunnen unseres Treffpunktes. Ich blinzelte ein paar mal und täuschte mich nicht, im grellen Sonnenlicht hastete einen Gestalt auf uns zu – ich guckte genauer – hey, der Typ ist maskiert?!? Ich drehte mich hektisch nach links und nach rechts, um ein evtl. Ziel auszumachen. Doch als ich noch mit panischem Blick die Passanten um mich herum taxierte, blieb der maskierte Fremde schon direkt vor uns stehen und begrüßte Stefan mit einer herzlichen Umarmung. Puuuhhh! Da musste ich Lachen, natürlich “der Maskierte”, welch witzige Idee, seinem Namen solch Ehre zu machen, wenn nicht auch bei diesen Außentemperaturen eher wahnwitzig. Nach den üblichen Begrüßungsfloskeln wurde aber schnell klar, dass das ein netter Tag werden würde, da wir schnell in allerlei Gesprächen aufgingen.

Auf dem Festplatz angekommen suchten sich die Zwei auch gleich den typischsten Männerladen schlechthin aus. Hauptsache Schwenkgrill und Bier. Na gut, mir sollte es recht sein, hatte ich doch tierischen Brand auf ein leckres Alster und dazu ein kleines Stück mageres Rindersteak in selbstgebackenen Brotmantel mit einem Hauch von Knoblauchdip und feinem Salat vom Kraut… wir wissen alle dass die Realität dir auf solch einem Fest nur eine durchsiffte Serviette mit matschigem Brötchen, fettigen & sehnigem Steak mit nem Flatschen Tzatze und wässrigem Krautsalat gönnt.

Im Gegensatz zu den Männern hielt ich mich ein wenig länger an meinem Alster fest, wollte ich doch später noch meinen Geldbeutel im Cocktailzelt leeren. Doch diese Rechnung hab ich leider ohne die Kraft der Männerhundeblickfraktion gemacht. Prompt kam die Frage auf den Tisch, wer von uns Hübschen denn das kurze Streichholz gezogen hat und heute Abend den Chauffeur spielen darf. Diese Frage hatten wir bis dato offen gelassen. Meinen Gatten kenn ich zu gut, um zu wissen, dass sein Schweigen und seine Art mich nicht anzugucken, ein Flehen und Bitten im Inneren darstellt. Als mich dann auch noch der Maskierte mit seinem Blick, der sich hinter der Sonnenbrille nur erahnen ließ, charmant überreden wollte, konnte ich gar nicht anders, als mich in mein Schicksal zu ergeben. Adieu leckere Cocktails!

Einer wurde mir dann allerdings doch noch gegönnt, bevor der Startschuß zum Hopfen und Malzbudenmarathon fiel. Das war dann auch der Anfang vom Ende. Ehrlich, wer kennt es nicht? Jeder war bisher einmal der nüchterne Trottel unter einer Gemeinschaft feuchtfröhlicher Gesellen. Entweder man erkennt seinen ganz eigenen Humor bei der Sache und genießt den Abend mit Notizbuch (für spätere Nachfragen oder Schenkelklopfer), Fotoapparat (um “ach du spinnst ja, das hab ich nie gemacht” Äußerungen  gegen die Wand laufen zu lassen) und natürlich dem Fremdschämen oder …man macht es nie wieder! Ich entschied mich für erste Variante und beobachtet und belächelte den langsam eintretenden Verfall von: 1. Sinnhaftigkeit der gewählten Gesprächsthemen

Wo ich bei den ersten drei Buden, die wir wirklich im Marathontempo hinter uns ließen, noch sinnig dem Gesprächsverlauf folgen konnte und auch selbst noch dran teilnehmen durfte und wollte, machte sich nach dem vierten Hindernis langsam die Einwirkung  der 28° warmen Außentemparatur in Zusammenarbeit den knallenden Sonnenstrahlen und der Trinkgeschwindigkeit von 1Schluck/10sec bemerkbar. Mittlerweile hatten sich die beiden Jungs die Spitznamen Pinky and the Brain verpasst weil sie seit geraumer Zeit über die Auswirkungen verschiedenster Gesellschaftsformen lamentiert haben. Deshalb sollte nun ein unumstrittener Plan zur Übernahme der Weltherrschaft ausgetüftelt werden, doch leider kamen sie über die Festlegung wer von ihnen “the Brain” war nicht hinaus und kamen dort vom hundertstel ins tausendstel. Ich konnte irgendwann dem Gesprächsniveau nicht mehr folgen und zudem wurde es mir erschwert durch Verfall Nummer 2:

Steuerung der Artikulationswerkzeuge.

Dasssch zuhören wurde zuuuunneh-nehmend amüssssssanter. Die Sätze sprudelten nicht mehr aus den beiden heraus, sondern schlängelten sich vielmehr ihren Weg, wie ein Fluß durch den Wald, bei dem der ein oder andere Tropfen einfach versickert. Wir waren mittlerweile wieder beim Festzelt angekommen, wo ich meinen müden Beinen ihre wohlverdiente Sitzpause gönnte und mir sogleich einen klebrigen, superleckeren, vor Grenadine strotzenden Früchtecocktail bestellte. Die Jungs sind beim Long Island Ice Tea hängen geblieben, und erstaunlicherweise ist er ihnen sehr gut bekommen, ohne sie vollends aus den Schuhen zu holen. Sie witzelten auch gleich, frohen Mutes über meinen Zuckergesöff, was ich aber gepflegt zu ignorieren wusste, weil sich eine Diskussion hier sowieso nicht lohnen würde. Trotz meines offensichtlich überlegenden Geisteszustands, hätte ich jede weitere Unterhaltung über die Qualität meines Cocktails verloren. Plötzlich und unerwartet, kam es dann zu Verfall Nummer 3.

Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten und Ängsteverlust

Mein Stefan, dem sich sonst schon vom bloßen Zugucken jeglicher Spaßbuden der Magen dreht,  kam auf die glorreiche Idee, dem Autoscooter einen Besuch abzustatten. Memo an mich: Bevor oder während eines Kirmesbesuchs, Stefan abfüllen und dann die Fahrgeschäfte ansteuern. Der Maskierte nahm die Idee überschwänglich entgegen und beide liefen gutgelaunt zu besagtem Fahrgeschäft. Ich entschuldigte mich noch schnell bei meinen Füssen und schlurfte hinterher. Dort angekommen drückte mir der Maskierte auch gleich 20!! Chips in die Hand. Allerdings gab ich nach 10 Runden auf und verschenkte die restlichen Chips an eine Jugendgruppe, die nicht so protzig und überkandidelt daherkam und verbrachte die restliche Zeit dabei zwei Personen zu beobachten, die einen heiden Spaß dabei hatten ihre erwachsenen Körper in die doch eher enge Sitzfläche des Scooters zu quetschen und sich trotz Zielwassers öfter gegen die Bande setzten als sich gegenseitig aus der Bahn zu schießen.

Der Weg zurück zum Festzelt war ein Weg der Ruhe. Beide Körper mussten mit der dauerhaften Rotations- und Geschwindigkeitsaufnahme erstmal zurechtkommen und das Blut wieder zurück in den Kopf pumpen. Denn dort konnte gerade nicht viel sein, so bleich wie die beiden waren. Doch kaum am Zelt angekommen und das Glas in der Hand fanden die Zwei ihre ursprüngliche Verfassung wieder und quasselten, scherzten und diskutieren wieder um die Wette. Ich lehnte mich zurück und beobachtet das ganze Geschehen und lenkte durch die ein oder andere Bemerkung die Gespräche in andere Richtungen. Gerade dachte ich, dass der Abend doch sehr entspannt ist, da schlägt Stefans Hand vor mir nieder und betont dadurch die Aufforderung zum Tanzen. Er hats noch drauf mich zu überraschen…

Überraschungen müssen nicht immer positiv sein. Nach dem Lied hab ich unsere Einlage lieber abgebrochen, da seine Füsse wohl öfter die Meinen getroffen haben, als den Zeltboden. Aber süß fand ichs trotzdem… Da mir die Musik aber gerade sehr gut gefiel, blieb ich noch ein bißchen auf der Tanzfläche und überließ den Jungs ihrer eigenen Gedankenwelt. Müde war ich nicht, wie konnte ich auch nach der Masse an Coffein die ich durch Cola zu mir nahm, doch merkte ich, dass sich die Reihen im Zelt lichteten und die Gläserschubser Bediensteten anfingen die ungenutzten Stühle zu räumen. Es war nun auch schon 1:30Uhr und wir wissen, auch auf dem Dorf gibt es Ruhezeiten. Ich rechnete mir also aus, dass der ganze Spaß hier höchsten noch ne Stunde gehen würde und versuchte vorsichtig bei den Jungs meinen Wunsch zum Aufbruch durchschimmern zu lassen. Schließlich wollt ich nicht die Letzte sein, die 2 Schnapsleichen aus dem Zelt manövrieren muss. Merkwürdigerweise erntete ich von meinem Mann keinerlei Widerrede sondern, im Gegenteil, er leerte das Glas mit überhasteten letzten Zügen und trieb seinen neugewonnenen Trinkkamerad zur Eile.

Mir graute vor dem Rückweg, hatte ich doch meine Füsse auf der Tanzfläche nicht geschont und hatten wir noch gut 2km Fußmarsch vor uns. Der sollte auch nicht schnell zu bewältigen sein, hatte ich doch die zwei Marathonmänner im Schlepptau, die sich noch für ein “Feierabendbier” für unterwegs entschieden haben. Meine spöttische Bemerkung, dass sie es sich heute aber mal richtig gegeben haben, wurden lallend aber mir unverständlich kommentiert, so dass ich auch weiterhin mein Grinsen nicht aus dem Gesicht bekam. Es waren schon zwei nette Gestalten, die hinter mir einen Slalom vom feinsten abwickelten. Schön, dass sie sich so gut verstanden, dass sie sich gegenseitig unter die Arme griffen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kamen wir endlich beim Auto an, wo der Maskierte nochmal für einen herzhaften Lacher meinerseits sorgte, als er maßgenau mit seiner Stirn den Türrahmen anpeilte und ihn zu durchstoßen drohte. Seine Sturmmaske diente ihm als Dämpfer, so dass es zu keinem Dämpfer der guten Laune auf der Rückbank kam. Aus den Männern am Nachmittag sind Jungs geworden, der ich mit der Idee die Fenster runterzumachen, leider die Flause in den Kopf gesetzt hatte, sich mal schön weit aus diesem zu lehnen. Und sie sangen und sie gröhlten. Ja, die Jungs hatten ihren Spaß. So ausgelassen hab ich Stefan schon lange nicht mehr erlebt.

Zu meinem Glück saßen beide bereits wieder angeschnallt auf ihren Sitzen, als ich erschrocken auf der linken Seite das Hotel meines Mitfahrers entdeckte und aus Reflex das Lenkrad zu einer gewagten Drehung einschlug. Ich erntete Applaus als ich vor dem Hotel zum Stehen kam, während ich mir unaffällig den Schweiß von der Stirn wischte. Wir verabschiedeten uns voneinander und während die Zwei planten, den heutigen Abend auf jeden Fall zu wiederholen, dachte ich bei mir, dass ich dann auf jeden Fall auch auf der anderen Seite des Alkohlpegels mitmischen werde.  Als ich den Wagen wieder in Bewegung setzte, hörte ich nach Kürze Stefan applaudieren und lachen, als ich um die Ecke bog und ihn fragte was denn jetzt noch gewesen wäre, erntete ich nur noch ein liebliches Schnarchen.

Zu Hause angekommen, war ich dann auch fix und fertig. Stefan murmelte noch etwas von er läge sich schonmal hin, wäre aber für mich bereit, was ich achselzuckend zur Kenntnis nahm. Als ich dann aus dem Bad ins Schlafzimmer ging, ruhte mein Liebster schon seelig schlummernd, mit einem Grinsen im Gesicht in den Federn. Auch ich legte mich nieder und schlief mit der Frage ein, wieso wir nach der langen Zeit mit dem Maskierten immer noch nicht seinen Namen kannten.

Die Idee zu unseren beiden Einträgen über das Kirschblütenfest stammen vom unnachahmlichen Maskierten, dessen Beitrag über das Fest Ihr über diesen Link findet. Liest ihn! Ihr werdet es nicht bereuen.

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verflixter Freitag

Was hab ich mich auf den heutigen Tag gefreut, denn dank zahlreicher Überstunden hatte meine Chefin heute einen sehr sehr kurzen Arbeitstag für mich geplant. Gleich nach dem Tagesgeschäft, so ca. nach dem Frühstück um 10 Uhr sollte ich mich vom Acker machen. Die restlichen Aufgaben würde sie dann schon für mich übernehmen… Tja, so war es seit einigen Tagen geplant, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Am Donnerstagabend hab ich noch schön “Herr der Ringe – die 2 Türme” geschaut. “Macht ja nix, dass das länger geht, ich hab ja morgen nen kurzen Tag” So dacht ich noch bei mir und bin dann gut gelaunt so gegen 24Uhr in Schräglage gekommen. Weil ich ja nun so früh gehen sollte, hab ich mit meiner Kollegin die “Schicht” getauscht. Denn das Büro muss morgens um 7 Uhr besetzt sein, d.h. immer für einen früh aufstehen. Der Wecker sollte mich also um 5.30Uhr aus den Federn holen. Das tat er auch, aber ich hielt mich nicht dran. Um Stefan nicht zu nerven drückte ich nicht die Schlummertaste sondern schaltete das Gedudel aus. Anstatt mich aufzusetzen und die letzten Minuten noch im Sitzen zu dösen, blieb ich stumpf liegen und machte “noch mal schnell” die Äuglein zu. Meine Güte, was man in 10 Minuten für nen geilen Scheiß träumen kann – wirklich das war ein Sketch reif fürs Fernsehen. würde ich ihn hier niederschreiben, würde er wahrscheinlich nicht halb so begeistern wie live gesehen… Aber um es mal kurz anzureißen:  …

10 Min später

Nee, ersthaft, ich habs versucht. Ich kann das nicht in Worte fassen – es kommt nicht witzig rüber. Aber egal, darum gehts ja hier auch gar nicht. Der größte Witz an der Sache ist nämlich, dass man so was nicht mal eben in 10 Min träumen kann, sondern ne geschlagene Stunde dafür benötigt. Um Punkt 6.25 Uhr schlagen meine Augen auf und meine Stimmung um. Aufgesprungen, Klamotten geschnappt, Zähne geputzt, Pony gewaschen, Katzenwäsche, Kontaktlinsen rein (ging heut überraschend einfach :-) ), Klamotten an, dumme Sprüche von Stefan ignoriert und raus aus dem Haus. “Oh mann nur noch 10 Minuten…das schaffst du nie”. Natürlich die Otto Reklamation vergessen mitzunehmen und den Müllbeutel auch. Egal, machen wir halt später.

Um 7.06 Uhr bin ich dann sehr abgehetzt auf der Arbeit angekommen. Lisa war schon da…puhhh…Büro war besetzt. Alles gut! Als mein Puls langsam wieder Normalmodus angenommen hat, klingelt das Telefon. Meine Chefin. Ihr ginge es gar nicht gut, sie könne heut nicht kommen. Kein Problem, Gesundheit geht vor. Nun gut, somit wuchs für mich der Berg an Aufgaben und der frühe Feierabend rutschte vom “Nach dem Frühstück” zu “zum Mittag”. Der Arbeitstag verlief auch mehr oder weniger Problemlos und tatsächlich um 12 Uhr konnte ich das Gebäude verlassen und mich endlich in mein Shoppingnachmittag begeben. Seit Tagen versuche ich ja nun schon neue Klamotten aufzutreiben, aber weder bei Bestellungen noch im Rolandcenter habe ich annähernd was Passendes gefunden. Also hieß mein Plan: Waterfront!

Als ich dann ins Auto einstieg wurd ich durch das leuchtende Licht hinterm Lenkrad wieder daran erinnert, dass der Tankboden nur noch geringfügig bedeckt ist. Auch das sollte kein Problem darstellen, kann ich ja auf dem Rückweg noch schnell an der Tanke halten. In der Waterfront angekommen, ging mein erster Gang zum ersten Geschäft, dass vor mir auftauchte . Clockhouse / C&A. Naja, Hoffnungen hatte ich da keine, denn dort hab ich noch nie irgendwas Ansprechendes oder Passendes gefunden. Doch diesmal sollte das Glück wirklich auf meiner Seite sein. Ausgesucht, anprobiert, Nummer kleiner gesucht, erneut anprobiert, gekauft. Somit hatte ich schon mal eine Tüte mit 4 Kleidungsstücken – juchu – das verspricht ein erfolgreicher Tag für mich zu werden. Auf dem Weg zum nächsten Geschäft, kreuzt Bijou Brigitte meinen Weg. Na, da kann ich doch gleich mal schaun, ob die weißen Schmuck haben. Und Tatsache. Wo ich die letzten Male auch in dieser Kategorie kein Einkaufsglück hatte, hatte ich diesmal mit wenigen Griffen Gesuchtes gefunden. Ab an die Kasse. Die Karte ins Gerät und…. … … “der Vorgang wurde abgebrochen”.

“Ja, kann ja mal passieren, diese Elektronik ist halt sehr sensibel”, lächelte mich die Verkäuferin an.

Also wiederholten wir die ganze Prozedur. Mit dem Ergebnis: “Der Vorgang wurde abgebrochen”

“Komisch” sag ich, “vorhin hats noch funktioniert. Nagut, dann halt bar.”

Bei Esprit angekommen wurde ich doch glatt bei dem Saleständer fündig und mir passte eine Hose. Innerlich strahlte ich schon um die Wette mit der nicht vorhandenen Sonne. So erfolgreich und alles so easy, ohne Stress und mit viel Zeit. An der Kasse geb ich auch dieser netten Verkauferin meine Karte… … … “der Vorgang wurde abgebrochen”. 3x wollt sie es probieren, schließlich sind die Geräte ja alle sehr sensibel. Na toll, ich glaubte mittlerweile nicht mehr an das Versagen der Elektronik und fragte gleich (während ich das Bargeld auf den Tresen legte), wo ich den nächsten Automaten finden könnte. Auf dem Weg dorthin ging ich nochmal meinen Kontostand durch. “Die Abrechnung hast du erhalten, also müsste das Gehalt schon drauf sein. Prämiensparen (d.h. mein Konto wird bis auf 100,- Euro geräumt) findet am 04. jeden Monats statt. Welches Datum ist denn heut???? Oh nein, das heißt ja, dass mein gesamtes Gehalt auf mein Sparkonto gebucht wurde.” Und tatsächlich, auf meinem Konto war nur noch so viel Geld drauf, dass nur die Abbuchung von C&A noch glattging. Bargeld bekam ich auch keins.

Somit nahm meine Shoppingtour ein jähes Ende. Ich war enttäuscht und stiefelte zu meinem Auto zurück. Dort angekommen wurde ich auch schnell wieder aus meiner Lethargie gerissen. Ach du Schreck, du musst ja noch tanken!!!! Schnell das Portemonaie gezückt und in den Tiefen noch müde 5 Euro entdeckt. OK, das wird reichen um nach Hause zu kommen. Dort liegt auch noch Bargeld und dann kann ich noch den Wochenendeinkauf erledigen.

Zu Hause angekommen bin ich erstmal an den Rechner gegangen um mich über meine Kontosituation genauer zu informieren. Was ich da sah, wollte und konnte ich kaum glauben. Ist das denn zu fassen? Haufenweise Schotter auf meinem Girokonto. Frei Verfügbar! Von wegen alles aufs Sparbuch gebucht. Die Gehaltzahlung muss genau in dem Moment zwischen Automat und Fahrt nach Hause auf meinen Konto angekommen sein. Boah war ich brassig. Das darf ja wohl nicht war sein. Trotzdem nehm ich mal lieber zur Sicherheit etwas Bargeld mit zum einkaufen.

Das Otto Reklamtionspaket untern Arm, die Mülltüte in die Hand, die Handtasche umgeschwungen, ab nach draußen. Mülltüte ist in der Tonne verschwunden, nun noch die Tür abschließen. Ich wühlte in der Handtaschen und wühlte und wühlte… wurde unruhiger und wühlte und wühlte und wühlte … wurde gereizt und wühlte und wühlte. Gott sei Dank hatte ich die Tür noch nicht zugezogen. Also rein in den Flur, Otto Reklamationsscheiß auf den Boden geworfen und die Handtasche “ordentlich” durchsucht. Kein Haustürschlüssel. Also nach oben. Auf dem Küchentisch: Kein Schlüssel, beim PC: kein Schlüssel. Hmmm?? Das kann doch nicht sein. Wo is das verfluchte Ding. Steffi, Nerven bewahren und den Weg nochmal durchgehen. Im Wohnzimmer in der Schublade geguckt, bei Lucy am Fressnapf geguckt. An jedem verdammten Ort geguckt wo ich langgelaufen bin. Dann bin ich wieder runtergegangen und hab ich der Jackentasche geguckt, die Schuhe hab ich abgesucht, falls mir der Schlüssel aus der Hand gefallen sei. Die Mülltonne aufgemacht und dort geguckt. Weit und breit KEIN SCHLüSSEL!!!!

Dann kann ich ihn ja nur von außen in der Haustür stecken lassen haben. Doch nix. Oh nein, hat den jemand abgezogen? Das hieße ja neue Schlösser und noch viel schlimmer, da war der Arbeitsschlüssel dran. Der kostet richtig Asche, ist nämlich so ein Hightechgerät. Panik, Wut, Verzweiflung. Also bin ich nochmal hoch geflitzt und hab jeden Quadratmillimeter abgesucht, mit Tränen in den Augen.  Naja, nen Blick in die Shoppingtüten kannst ja auch mal riskieren – nichts ist unmöglich.  Und da waren sie, in voller Pracht!!    Puuuuhhh, Schwein gehabt.

Also, ab ins Auto und zu Edeka (nachdem ich noch 2 mal umdrehen musste, weil ich meine Handtasche und danach meine Hut vergessen hatte). Alles bekommen, alles bezahlt: Mit KARTE!!!! Dann noch zu Zurbrüggen, weil wir fürs Kuchenbacken noch ein Handrührgerät brauchen (das hab ich nämlich bei der letzten Backaktion geschrottet).

Nee, Elektrogeräte ham wa nicht… die gibts nur drüben bei Saturn

Hätt ich mir das Suchen auch sparen können. Also zu Saturn, Gerät gekauft: mit KARTE!!!! Noch schnell einen Marktforscher mit meiner Meinung zufriedengestellt und ab durch den Regen zum Auto. An der Tanke getankt (mir dabei einen Fingernagel abgebrochen, aber das ist ja fast nicht mehr erwähnenswert) und bezahlt: Ihr wisst schon…

Zur Aral und die Otto – Blabla abgegeben. und ab nach Haus! Ich bin völlig fix und fertig, da piept mein Handy:

Ihre Otto Bestellung 2. Teil liegt nun bei der Aral für Sie bereit

Ahhhhh – warum bekomm ich diese Info nicht 2 Min. früher. Das wars jetzt. Ich geb auf. Der Tag hat gewonnen. Heut mach ich nix mehr. D.h. oh doch, ich werd gleich noch mit meinen Schatzi die erste Tanzstunde wahrnehmen. Ich bin sehr gespannt, welche Überraschung mich dort bereits erwartet…

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