Gewitzt der Junge

Mann oh Mann war das ein heißes Wochenende. Hier in Delmenhorst sind wir dahingeschmolzen. Leider konnte ich das gute Wetter aufgrund von kleinen bis mittleren Wehwechen nicht so recht ausnutzen und verbrachte die meiste Zeit innerhalb unserer 4 Wände. Ich glaube, Nicolas war nicht bös drum, denn wo ihm bereits in seinem Spieledschungel der Schweiß von der Stirn lief, waren es in seinem Kinderwagen gefühlte 40°Grad – gestaute Luft – kein Wind. Trotzdem, irgendwie fehlte was… daher kam der abendliche Anruf meiner Mama genau richtig. Nach dem üblichen Wortwechsel “Wie gehts?” / “Was machen deine Jungs?”/ “Gibt’s was Neues?” eröffnete sie mir, dass sie morgen (also Montag nach dem Wochenende) mit meiner Schwester und ihren Kidis zum Strand fahren würden. “Och wie schön”, dacht ich noch so bei mir, “da weht bestimmt ein laues Lüftchen, da lässt es sich gut aushalten.” Meine Mama machte auch gleich den Vorschlag, ob ich denn nicht mitkommen wolle – naja, eigentlich hatte ich schon andere Pläne. Nachdem wir das Telefonat beendet hatte, dachte ich noch mal gründlich über die Alternative (in der Sonne brutzeln und Meerluft schnuppern :  Nicolas die letzte Schluckimpfung verabreichen) nach. Ich entschied mich meine Mama davon in Kenntnis zu setzen, dass sie auf mich zählen können, ich werd mich gleich morgen früh, nach Nicolas Morgenflasche, auf den Weg nach Hooksiel machen. Die 1 Stunde Autofahrt wird sich lohnen. 

Gleich “morgen früh” wurde dann zu 8.40 Uhr, weil Kind fertig machen, mich fertig machen, alle nötigen Klamotten zusammenpacken doch länger dauert, als man das so im Kopf annimmt. Trotzdem freute ich mich riesig, da ich morgens schon gleich nach dem Duschen wieder zerfloss und auch Nicolas beim Trinken seiner Flasche Schweißperlen auf der Stirn hatte. Mein Weg führte mich von der Autobahn direkt zum Strand – naja, fast – ich musste noch bei der Tanke halten, weil mir Stefans Wagen auf halber Strecke mit dem Leuchtsignal “Sprit wird knapp” drohte, was wiederrum zusätzliche Schweißperlen auf meiner Stirn verursachte. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin nach 1 Stunde 15 Minuten an meinem Ziel angekommen. Und mich empfing: Wind! Achja, und Wolken! Kurzum, es war kalt!   ….   

Hmm, so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber trotzdem habe ich Sack und Pack aus dem Auto geräumt und mich als Packesel auf den Weg zum Strand und somit zu meiner Schwester gemacht. Neo, mein Neffe, empfing mich schon kurz vor dem Lageplatz. Naja, ein herzlicher Empfang war das eigentlich nicht. Er rannte mir entgegen, sah mich, drehte sich um, um dann seiner Mama zuzurufen, dass “Sie” da sei. :-) Nachdem ich alles abgeladen hatte, bin ich auch sogleich mit dem Kleinen ins Watt. Nicht ganz sofort, weil Neo musste erst noch ein paar Kekse futtern. Meine Schwester hatte für ihn leckere Leibnitz Kekse in Tierform mitgenommen. Und mit jeden Griff in die Tüte wurde sogleich gefragt: “Was ist das denn?” oder festgestellt “Guck mal, ein Schaf, Löwe, Hase…” was er halt so in der Hand hielt. Leider fiel ihm bei der Aktion auch einmal ein Pinguin in den Sand. Den er aufhob, betrachtet und für sich beschloss, dass er zu dreckig ist, ihn zu essen und ihn wieder zurück in die Tüte beförderte. Neo ist mittlerweile 2 3/4 Jahre alt, aber echt auf zack. Somit war unsere kleine Wattwanderung, nach der Keksstärkung auch mit lauter Fragen und Belehrungen seinerseits geschmückt. Er zeigte mir Krebse, die man aber nicht anfassen dürfe, sonst machen die “Knips – Knips” und Wattwurmhäufchen, Steine und Muscheln. Algen, die er noch nicht kannte, wollte er allerdings dann doch noch nicht anfassen ;-)

Nun komm ich zum eigentlichen Teil meiner Story. Muss schon sagen, die Einleitung ist ausschweifender geworden, als beabsichtigt :oops: . Zurück am Strand war es mittlerweile angenehm warm und Nicolas machte sich so langsam auch mal bemerkbar. Ich machte also eine Flasche für unseren Sohnemann fertig, während meine Schwester dem heranrollenden Wasser entgegen lief. Neo war derweil wieder mit seiner Hauptaufgabe beschäftigt: Kekse betiteln und essen! Als ich Nicolas so auf dem Arm hatte und ihm die Flasche gab, gelüstete es mich auch mal nach einem Keks. Neo teilt nämlich immer sehr gerne. Also fragte ich ihn, ob er mir denn auch einen Keks geben würde. Neo wühlte in der Tüte und zog einen Keks heraus und hielt ihn hoch.

“Willst du eine Eule?”

“Ja, gerne”.

Doch während meiner Antwort war der halbe Keks schon in seinem Mund verschwunden, den er dann aber schnell wieder rauszog.

“Ja?, die Eule?”, fragte er mit schräggestelltem Kopf

“Ähmmm… nee, jetzt nicht mehr, die hattest du ja schon im Mund. Gib mir doch einfach einen Keks aus der Tüte. Musst ihn mir aber direkt in den Mund legen, ich hab ja keine Hand frei.” 

“Einen Löwen?”

“Neo, ist mir egal welches Tier. Bitte, einfach einen Keks in meinen Mund.”

“Einen Pinguin?”

“Ja, gerne auch einen Pinguin” *seufz*”

Neo griff nochmals gezielt in die Tüte, machte ein paar Schritte um die Decke herum, um mir mit ausgestrecktem Arm den Pinguinkeks direkt in den Mund zu legen.

“Mmmm, danke Neo”, nuschelte ich mit vollem Mund

“Der ist aber dreckig!”, erwiderte Neo völlig trocken

“WAS? Wieso das denn?”, fragte ich und merkte schon die Sandkörner zwischen den Kekskrümeln.

“Der ist mir vorhin da runtergefallen.”, und zeigte auf die Stelle wo vorhin der Pinguin lag.

“Aha, und dann gibst du ihn also mir.”, sagte ich kopfschüttelt und grinsend

“Mhmm”, antwortete Neo und nickte eifrig mit dem Kopf.

Ich finde ein Foto von dem Jungen untermalt seine Schlitzohrigkeit. Also, das ist der kleine Mann:

Wenn die Einleitung schon so lang war, dann darf die Erzählung ja hier jetzt nicht einfach so abbrechen. Es gibt zusätzlich den wohlverdienten Schlußteil. 

Leider mussten sich Dany (meine Schwester), Pia (meine Nichte, 5 Monate), Neo (zu genüge bekannt), Nicolas (mein Sohn 5,5 Monate) und ich mittags schon wieder auf dem Heimweg machen, damit der Junge noch was zu Essen bekommt und eine kleine Mittagspause machen konnte. Am Nachmittag wollte wir wieder herkommen. Die Sonne war mittlerweile auch öfter vor den Wolken als dahinter und so war es muckelig warm als wir den Strand verließen. Voller Vorfreude auf den Nachmittag. Nach der kleinen Pause haben wir also wieder unsere 7 Sachen zusammengepackt und auch noch unsere Mama eingesackt und wieder auf zum Strand. Der Parkplatz war voll, der Strand war voll, das Meer war nun auch da, nur eins das fehlte: Die Sonne. Die Wolkendecke war nun so dicht, dass wenig Hoffnung bestand, dass wir die Sonne heut nochmal zu Gesicht bekommen würden. Angesichts der Tatsache, dass wir uns an der Nordsee befanden, wehte dazu noch ein recht frisches Lüftchen, um es mal milde auszudrücken. Im Bikini in der Sonne brutzeln war nicht. Aber immerhin konnte man es in kurzen Klamotten und nem Kaffee ganz gut aushalten. Die Babys wurden halt in Handtücher gewickelt und Neo durfte das Oberteil seine Mami als Ganzkörperoutfit (siehe oben) anziehen, da Badehose und Shirt bereits nass geworden sind. Am Abend gabs bei unserer Mama noch ein lecker Matjesbrötchen und dann hab ich auch schon wieder die Heimreise angetreten. Fazit des Ausflugs war: Für einen Strandausflug, wie man sich ihn vorstellt war der Tag ein Flop. Aber für die Zeit, die ich mit meiner Familie verbracht habe, hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt! Jederzeit wieder.

In Delmenhorst von der Autobahn abgefahren musste ich dann auch gleich zu meiner Rechten einen gestürzten Motorradfahrer sehen, der aber schon wieder auf den Beinen das Gespräch mit einem Autofahrer suchte. Da der Wagen vor mir an der “Unfallstelle” oder um was es sich handelte, stehen blieb, bin ich weitergefahren. Einmal abgebogen und um eine etwas langgezogenere Kurve gefahren, traute ich dann wirklich meinen Augen nicht. Da lagen mitten auf der Straße 3 Gören, die, als sie mich heranfahren sahen, sich zur anderen Straßenseite rollten. Die ganz rechts stand noch auf und winkte mir. Zu sehen bekam sie nur einen mehr als verdutzten Gesichtausdruck und ein fragendes WTF-Kopfschütteln. Gerade dran vorbeigefahren, fragte ich mich, ob es nicht meine bürgerliche Pflicht sei, anzuhalten und eine spießige Moralpredigt abzulassen. da war ich aber auch schon zu weit vorbei. Als mir allerdings ein kleiner Corsa entgegen kam, gab ich ihm eine warnende Lichthupe. Somit hatte ich meinem Gewissen eine kleine Genugtuung verschafft…In der Wohnung angekommen, mit Stefans Hilfe wieder Sack und Pack (man, was hatte ich an diesem Tag viel geschleppt) nach oben getragen, mich vor den PC gesetzt und??? Genau, geölt wie am morgen. Denn hier war es den ganzen tag bullig warm gewesen und das spürte man immer noch am Abend.

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Ameisen teilen nicht…

Nachdem es heute Nacht, ich möchte mal sagen “wie aus Eimern gegossen hat”, war es heute Vormittag wieder um so schöner. Die Sonne strahlte vom Himmel, die Vögel zwitscherten und die Welt war gut gelaunt. Um das gute Wetter nicht zu verpassen, vertrödelte ich nur bummelige 4 Stunden nach dem aufstehen mit: Nicolas wecken, ausziehen – Windel wechseln –  anziehen, Fläschen geben, rumalbern, meine Mails checken, 9Gag schauen, selbst frühstücken, Nicolas ausziehen – Windel wechseln – anziehen, Fläschen geben, Karottenbrei geben, ausziehen – Windel wechseln – anziehen und mich duschen. Erschreckend wie die Zeit dahinfliegt. Egal, nun war ich auf jeden Fall bereit für den Einkauf, denn schließlich sollte heute noch gekocht werden. Nicolas in den MaxiCosi, Handtasche umgeschnallt und ab die Treppen runter zum Auto. Beim öffnen der Garage fiel mir jedoch ein kleiner Marienkäfer in den Blick. Erwähnte ich bereits, dass die Sonne ihren höchsten Stand hatte und es wieder einmal muckelig warm war? Nun denn bückte ich mich zum kleinen Marienkäfer, der da so einsam auf dem Unkraut saß. Sofort schlug meine soziale Ader an und ich drehte den Kopf nach links. Direkt neben der Haustür steht nämlich unsere prächtiger Löwenzahn, der sich seit Tagen mit Blattläusen rumärgert. Für die Ameisen, die es sich ebenfalls vor unserer Haustür, oder darunter, häuslich gemacht haben, ein Festmahl.  Also dacht ich so bei mir, es ist so warm, kein Grün in Sicht und Hunger hat unser kleiner Käfer sicher auch. Nicht lang gefackelt und den kleinen Kumpel auf den Finger krabbeln lassen und direkt zum gedeckten Tisch manövriert. Doch oh – ha, damit hab ich nicht gerechnet. Binnen Sekunden sind die Ameisen, die vorher fleißig den Stil hoch und runter krabbelten, auf den armen Marienkäfer los. Sie attackierten ihn förmlich und überrannten ihn. Mein Missgeschick sofort erkannt, nahm ich den Käfer schnell wieder auf meinen Finger in Sichherheit und setze ihn ein Stück weiter auf ein Löwenzahnblatt. Doch den Ameisen war das nicht Sieg genug. Sie trommelten zum Angriff und setzten dem Eindringlich nach. Wo vorher nur 5 Ameisen den Feind im Blick hatten, rannte nun eine ganze Scharr an mordlustigen 6-Beinern auf den hilflosen Marienkäfer zu. Zugegeben viele von ihnen irrten augenscheinlich orientierungslos um den Löwenzahn herum – oder bildeten sie gar eine Barriere? Doch die Vorhut attackierte so gleich wieder meinen kleinen Freund und stürmten über ihn hinweg. Keine Chance hat der kleine Kerl. Ich packte meinen ganzen Mut zusammen, denn schließlich hatte ich ihn erst in diese lebensbedrohliche Situation gebracht. Ich streckte meinen Finger aus um dem Kleinen einen Fluchtweg zu ermöglichen. Doch keine Chance, der war bereits zu Boden gedrückt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr in die Höhe begeben. Ich holte nochmal tief Luft und mit meinem letzten Fünkchen Mut durchbrach ich den Ameisenknäul und hob den Marienkäfer vorsichtig mit 2 Fingern in die Höhe. Dabei schüttelte ich noch eine letzte hartnäckige Kämpferin ab und dann – puh – war der kleine Freund erstmal in Sicherheit. Unter uns wimmelte und wuselte es nur von aufgeregten Ameisen. Oder war das vielleicht ein Freudentaumel, da sie den Angreifer, der von ihrem Tellerchen essen wollte, erfolgreich in die Flucht getrieben habe? Ich setzte den Marienkäfer in sicherer Entfernung auf einem anderen grünen Blatt ab und entschuldigte mich vielmals für seinen Beinahetod bei ihm.

“Vielleicht sollte ich noch ein Stückchen weiter vorfahren – sonst kommen Sie wohl schlecht aus der Garage raus.”

Ich drehte mich um und wurde sogleich aus meiner Faszination der Tierwelt gerissen und befand mich wieder in der bekannten Menschenwelt. Ich sah einen älteren Herrn, der gerade sein Auto direkt, aber wirklich direkt vor meiner geöffneten Garage geparkt hatte. Beim aussteigen hat er dann aber wohl messerscharf seinen Irrtum erkannt, wartete aber trotzdem noch auf meine Bestätigung seiner Erkenntnis. Nachdem ich ihm sie gegeben habe, fuhr er sein Auto ein Stück vor, ich nahm Nicolas und warf noch einen letzten Blick auf meinen kleinen, lebendigen Marienkäfer.

Während der Autofahrt dachte ich noch ein wenig über das Sozialverhalten der Ameisen nach, das wohl über ihren eigenen Bau hinaus keine Gültigkeit hat. Außerdem überkam mich die Neugier was passiert wäre, wenn ich nicht eingegriffen hätte (also nachdem ich eingegriffen habe, um den Marienkäfer Essen zu verschaffen). Hätte er sein gelbes Sekret abgesondert und die Ameisen dadurch aufgehalten? Wären die Ameisen hartnäckig geblieben und hätten ihn am Ende als Köstlichkeit in ihren Bau geschleppt? Nun, das werd ich wohl nie erfahren, aber eine neue Tiererfahrung hat mir der heutige Tag auf jeden Fall beschert :-)
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Mein Diablo

Wie die Süße der Süßesten neulich kurz nach Mitternacht treffend formulierte:

“Civilization ist Dein Diablo.”

Und sie hat Recht. Seit dem Erscheinen von Diablo Civilization V Gods & Kings, dem AddOn von CiV (so die Schreibweise des fünften Teils von Civilization), nutze ich jede freie Minute, die ich nicht mit Nicolas verbringe, mit diesem Spiel. Das dadurch mein Schlaf zu kurz kommt, oder unser Blog, ist schon dem einen oder anderen sicher aufgefallen. Aber ich komme gerade schwer davon los, was aber nicht bedeutet, dass ich von der Welt um mich herum nichts mitbekomme.

So oft, wie ich die letzten Wochen meinen Kopf mit der Tischplatte verwendet habe, wundert mich, dass ich vorne nicht so aussehe, wie mein Sohn von hinten. Dem könnte man ein Glas auf den Hinterkopf abstellen, weshalb Steffi nun doch ein Kissen bestellt hat, um schon jetzt dem platten Hinterkopf etwas entgegenzuwirken. Vielleicht sollte ich mir das mal ausleihen. Denn ob es um das neue Meldegesetz geht, die NSU-Enthüllungen, Betreuungsgeld, Flughafenbau und was die unsere gewählten Knallchargen noch so verzapfen…jedesmal möchte ich meinen Kopf mit einer höheren Geschwindigkeit, als dem Inhalt meines Kopfes gut täte, mit der Tischplatte zusammenführen. Vieles ist so dämlich, dass alles andere als einer Abwahl dieser *hüstel* “Regierung” an Wahlbetrug grenzen muss.

Darüber zeitnah zu schreiben müsste mich zwangsläufig zu einer Rechtsschutzversicherung führen, die eh nicht für solche Fälle einsteht. Und auf den Verein von Markus Kompa sollte ich auch nicht immer setzen. Dementsprechend ist es diesbezüglich hier “etwas” ruhiger.

Dafür gab es gute Nachrichten von Tchibo. Die Auslagen wurden unserem Kundenkonto gut geschrieben. Wie wir jetzt allerdings an dieses Geld ran kommen, oder ob überhaupt ist der nächste zu bearbeitende Punkt auf der Tchibo-To-Do-Liste…

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Wiedersehen

Wie schön die Momente sind, wenn man nach sechs Jahren einen guten Bekannten und Freund wiedersieht, konnten wir gestern wieder erleben.

Steffis ehemaliger Mitschüler Steffen war zu Besuch in Bremen und meldete sich per Facebook zu einem gemeinsamen Treffen an. Da konnten wir unmöglich “Nein” sagen.
Und Steffen hat viel erlebt die letzten Jahre. Wir natürlich auch, aber Steffen hat ferne Länder bereist und auch sonst viel unternommen. Da gibt es naturgemäß auch viel zu erzählen. Und wir hörten gespannt zu. Sogar Nicolas lauschte seinen Ausführungen.

Eine absolut positive Charaktereigenschaft von Steffen, die mir gestern noch mal bewusst wurde und ich schmerzlich bei vielen anderen Menschen vermisse, ist, dass er sich und seine Ausführungen gar nicht so wichtig nimmt und bei seinem Gegenüber immer wieder selber nachfragt. Vielleicht ist er auch nur des Erzählens über Indien, Thailand oder sonstwo überdrüssig und will einfach nur wissen, wie es seinen Mitmenschen geht. Wie auch immer ist das einer seiner ganz großen Stärken.

Wir haben den Abend auf jeden Fall sehr genossen. Die Gespräche über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Und wir haben abgemacht, dass es nicht wieder sechs lange Jahre bis zu einem Wiedersehen dauern wird.

Ein Thema ist mir hängen geblieben, dass vielleicht ein Leser ja beantworten kann. Steffen hat viel mit Menschen aus anderen Ländern zu tun. Und die haben alle Probleme mit den Artikeln im Deutschen. Er nannte ein Beispiel eines Kollegen, der nicht verstanden hat, warum es “Der Rock” oder “Die Hose” heißt. Schließlich tragen Frauen (zumeist) Röcke und Hosen traditionell Männer. Warum also ein weiblicher Artikel für ein männliches Kleidungsstück und umgekehrt?

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Liebe EWE (ein offener Brief)

Vor nun mehr anderthalb Jahren haben Steffi und ich den Stromanbieter gewechselt und beziehen seitdem 100% nachweislichen Naturstrom. Vorher waren wir bei der EWE und denen scheinen die Kunden wegzulaufen oder sie vermissen meine Knete aus anderen Gründen. Jedenfalls flatterte die Tage Post von der EWE ins Haus, in der sie uns ganz interessiert fragen:

“Wann kommen Sie zurück?”

Bevor ich eine Antwort auf die Frage gebe, möchte ich kurz erzählen, dass der Brief einige Tage ungeöffnet auf dem Küchentisch lag.
Dazu plaudere ich mal aus dem Nähkästchen der Familie Grenz/Delmenhorst. Briefe an Steffi öffne ich prinzipiell nicht, so wie ich seit einem Zwischenfall in meiner Pubertät keine Post an andere Leute mehr öffne. Bei Steffi ist es genau so. Meine Post rührt sie nicht an, weil es sie nichts angeht. Dafür bedurfte es nicht mal einen Zwischenfall in ihrer Pubertät. Briefe sind Privatsphäre und die besteht auch in einer Ehe. Unsere Meinung.

Nun lag der Brief also vor ein paar Tagen in unserem Briefkasten. Ich nahm den Brief auf, las bei Empfänger “Frau” und legte ihn auf den Küchentisch. Steffi las den Empfänger etwas gründlicher und bemerkte, der Brief ist an “Stefan Grenz” adressiert und legte ihn wieder geschlossen auf den Tisch. Gestern bemerkte ich dann den immer noch ungeöffneten Brief, woraufhin Steffi mich dann darauf aufmerksam machte, dass er ja an mich ginge. Und Tatsache! Jetzt erst registrierte ich die Anrede “Frau Stefan Grenz”…

Also liebe Damen und Herren von der EWE. In anderthalb Jahren hat sich viel getan. Steffi und ich haben geheiratet, und manche mögen die Tatsache, dass ich den Namen meiner Frau angenommen habe, als weibliches Verhalten ansehen und mich ganz eventuell als die Frau in der Beziehung sehen. Aber glaubt mir, liebe EWE, dass dürfen nur meine besten Freunde, im Scherz und bei bester Laune meinerseits. Ihr gehört da ganz sicher nicht dazu!

Um dann mal auf Eure Frage zurückzukommen. Ich komme bestimmt nicht zu Euch zurück. Und nein, dass hat nichts mit einer verbockten Anrede in einem Brief zu tun. Also nicht nur.
Sondern das hat vor allem damit zu tun, dass Ihr kein 100%-iger Naturstrom-Anbieter seid. Ihr bietet auch weiterhin Strom aus “effizienten” Kohlekraftwerken an und das zu deutlich günstigeren Preisen, als Euren 100%-igen Naturstromtarif. Da komme ich mir irgendwie doppelt blöde vor, da ihr einerseits Subventionen für die Kraftwerke abgreift und andererseits noch mehr Geld von Menschen mit Gewissen verlangt.
Gleichzeitig faselt Ihr aber von Nachhaltigkeit und Verantwortung, weil irgendwelche Marketingstrategen das für besonders clever halten.

Nein, Überzeugung in Nachhaltigkeit sieht anders aus, liebe EWE. Und DESWEGEN komme ich nicht zu Euch zurück!

Aufgeregt

Heute vor zwei Wochen hatte ich einen Termin beim Tätowierer.
Das ich mich nach der Geburt meines Sohnes stechen lassen würde, war schon lange klar. Eigentlich war es sogar so geplant, direkt nach der Geburt – also unmittelbar nach der Geburt – den Tätowierer aufzusuchen. Aber erstens lief die Geburt länger als gedacht und Schlaf nahm eine wichtigere Rolle ein. Und zweitens weiß man beim ersten Kind auch nicht, wie es finanziell so läuft…

Es läuft.

Nun vergingen zweieinhalb Monate bis ich den Termin endlich machte. Dank der lieben Jana hatte ich schon mal einen guten Freund mit Tätowiererfahrung, die man um Rat bitten konnte. Das tat ich schon Mitte Januar, als sie ihren Abschied in einem rauschenden Fest feierte. Sie legte mir das Studio “Evil Ink” ans Herz. Da bin ich dann im Urlaub mit Steffi zusammen hingefahren und klärten die Details. Ein mexikanisches Drogenschriftbild wollte ich nicht, auch wenn das hierzulande noch kaum jemand hat. Wir einigten uns dann sehr schnell auf ein leicht geschwungenes Schriftbild, die Größe war auch schnell gefunden und einen Termin auch.

“Komm mal morgen Mittag vorbei, dann kann ich Dich noch stechen, bevor meine Regierung wieder zurück ist.”

Und ich kam morgen, also vor zwei Wochen vorbei. Seine Regierung – seine Frau – war auf einer Messe in München und sollte erst Abends nach sechs langen Tagen endlich wieder zurück sein. Woher ich das weiß? Weil er mir das erzählte. Bis er dazu jedoch kam, musste ich noch etwas auf ihn warten. Ich kam nämlich etwas zu früh an, hatte jedoch Glück, dass eine Angestellte bereits da war und mich herein ließ. Ich bekam Wasser zu trinken und sie begann mit etwas Small-Talk.

“Und ist das Dein erstes Tattoo?”

“Ja.”

“Und, schon aufgeregt?”

“Nein.”

Aufregung hilft ja nicht weiter bei einem Tattoo. Das habe ich mir schon vor der Geburt meines Sohnes gesagt. Da hätte Aufregung auch niemandem geholfen, am allerwenigsten meiner Frau. Natürlich ist eine gewisse Anspannung vorhanden. Schmerzt es wirklich so doll, wie alle immer sagen? Zuckst Du zusammen und wird dadurch ein Strich gezogen, der nie wieder weg geht? Aber erst hinterher ist man schlauer und dann kann man immer noch sehen, ob man sich aufregen kann. ;-)
Ne, Aufregung ist nicht so meins.

Kurz darauf kam der nächste Angestellte, so ne Art Tätowier-Azubi und rasierte schon mal die Stelle. Auch er bemühte sich in Small-Talk.

“Und, schon aufgeregt?”

“Auch auf die Gefahr hin, dass es arrogant klingt, aber nein, ich bin nicht aufgeregt.”

Dann, nach meinem zweiten Glas Wasser, kam endlich der Chef, ähm, der zweite Chef des Hauses und legte mich gleich flach. Auf das Dingens. Die Liege. Und auch er fing erstmal unverfänglich mit Small-Talk an.

“Und, schon aufgeregt?”

Im Hintergrund hörte ich deutlich das Schmunzeln der anderen beiden.

“Nein, nicht wirklich. Hilft ja auch nicht weiter, also aufgeregt sein.”

Dann erzählte er mir davon, dass seine über alles geliebte Frau seit sechs Tagen in München auf der Messe ist und er sich tierisch freut, sie wiederzusehen. Wie er sie kennengelernt hat, wie viele Jahre jünger sie ist und er Angst hat, sie zu verlieren. Wie eifersüchtig er ist und das er ihr Handy manipuliert hat um ihre Bewegungsdaten aufzuzeichnen. Und das er für nichts garantiert, sollte sie ihm fremd gehen…

JETZT war ich aufgeregt!

Nein, nicht wirklich. Aber deutlich angespannt. Er war, und das wurde vorher schon klar, ein richtig netter Typ.  Vielleicht ein bisschen zu offen und ehrlich in der Hinsicht und an seinem Timing könnte er auch arbeiten. Aber ansonsten ein total netter und sehr umgänglicher Mensch, der – und da sind wir uns sehr ähnlich – nicht aufgrund seines Aussehens, seiner Tätigkeit oder seiner Herkunft verurteilt werden will.
Wir schnackten während er mich für mein Leben zeichnete noch über Beziehungen, Kinder, Jobs und Schwiegerväter. Gerade mit letzterem hatte er ein hartes Los gezogen und mit Bravour gemeistert.

Nach nicht mal einer halben Stunde war die “Tortur” zu Ende und ich stand ein wenig da, wie ein Reh vor dem drohenden Autounfall. Wie jetzt? Das war es schon? Und darum wird so viel Aufhebens gemacht? Da lohnt sich ja nicht mal im Ansatz aufgeregt zu sein…

Tja, jetzt bin ich also tätowiert und werde immer meinen Spickzettel dabei haben, um zu sehen, wie mein Sohn geschrieben wird und wann er Geburtstag hat. :-D
Der langen Rede kurzer Sinn… Ihr wollt jetzt sicher auch ein Bild sehen, oder?

Süßes Bubblebläschen

Vergangene Woche waren die Süße, der Kleine und ich in der Waterfront in Bremen, um mal ein paar Sommerklamotten zu kaufen. Besonders meine Wenigkeit leidet an einem Mangel an kurzen Hosen. Viel dringender war es dennoch für die Süße, die absoluten Klamotten-Notstand hat und von der auch die Initiative ausging. ;-)

Wir waren schnell erfolgreich und das sollte gefeiert werden. Oder wollten wir für die zweite Runde (“ich brauch noch Schuhe”) Kraft tanken? Egal, es sollte auf jeden Fall gemütlich sein und deshalb schlenderten wir Richtung Food-Court. Da dort nur Fast-Food angeboten wird, entschied ich mich für ein Sub und die Süße gönnte sich ein Fischbrötchen. Da man mit dem Essen sich schlecht draußen beim Alex hinsetzen konnte, brauchten wir auch was zu trinken. Damit konnten wir uns zwar erst recht nicht beim Alex hinsetzen, aber direkt ans Hafenbecken. Erwähnte ich, dass es auf jeden Fall gemütlich sein sollte?

Steffi hatte neulich ihr erstes Bubble-Tea Erlebnis und ich schlug vor, dieses Erlebnis mit mir zu teilen. Wir schossen also zwei Bubble-Shakes und pflanzten uns nach draußen, wo erstmal der Kleine gefüttert wurde…

Dann waren die Blubberbläschen dran. Ganz ehrlich. Ich weiß nicht, wieso man einen viel zu verwässerten und mit Eis künstlich klein gehaltenen Milchshake mit Perlen aus Zuckerlösung gefüllt für fast vier Euro kauft. Außer zum probieren natürlich. ;-)
Aber so viel weiß ich. Nochmal mach ich das nicht. Vor allem, nachdem ich den Artikel gelesen habe. Wobei ich mir das schon beim Kauf dachte, aber hey: Wir wollten es auf jeden Fall gemütlich haben.

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Cuba Libre

Wenn ich an fünf aufeinander folgenden Tagen Cuba Libre trinke, dann

- habe ich entweder Urlaub und lasse etwas Urlaubsfeeling in mir aufsteigen

- oder es gibt bald wieder Havana-Club im Angebot…

Oder beides! ;-)

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Besuchszeit

Wenn alles gut gelaufen ist, dann sitzen wir jetzt am reich gedeckten Tisch und verzehren Teile eines Hähnchens, welches kurz zuvor noch in Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Oliven und Orangen gebadet hat.

Viel wichtiger als das was auf dem Tisch ist, sind jedoch die Personen, die um den Tisch herum sitzen. Denn nicht nur meine Eltern, denen ich das Gericht schon vor laaaaanger Zeit versprochen habe, sind anwesend. Nein, auch meine Cousine aus Amerika ist zu Besuch. Mitgebracht hat sie ihre Tochter Alisa und beide ihre Partner. Auf diesen Besuch freue ich mich schon richtig lange! Aber sowas von! :-)

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Läuft

So ein Kind verändert ja alles. Höre ich jedenfalls immer. Geändert hat sich einiges, das mit Sicherheit. Zum Beispiel meinen inneren Zwang, im Blog regelmäßig was zu schreiben ist mir etwas abhanden gekommen.

Nicht geändert hat sich meine Meinung zu einigen Themen, die zwar am Blog, nicht aber an mir vorübergegangen sind. Denn nur weil hier nichts über Rassisten in der FDP, dem Rederecht im Bundestag, den letzten reißerischen Aufmachern der BILD oder den Neuwahlen in NRW steht, heißt das nicht, dass ich dazu keine Meinung hätte. Ich tue sie nur gerade nicht kund, weil mir ein Milchfläschchen gerade wichtiger ist (meinem Sohn sowieso) oder die Ruhe zwischen den Fläschchen genieße.
Dazu bin ich in letzter Zeit – im Vergleich zu früher - unglaublich viel an der frischen Luft, was das Schreiben zusätzlich erschwert.

Worüber ich richtig viel schreiben könnte, ist über unseren kleinen Filius. Der hat seit letzter Woche mit dem Lächeln begonnen, ohne diese allzu inflationär zu benutzen. So ist und bleibt ein Lächeln etwas besonderes, was zwar keine durchgeschlafene Nacht ersetzt, aber dennoch Lohn für manche Mühe ist. Die Mühen sind dagegen sehr gering. Die meiste Zeit ist der kleine Sonnenschein schmerzfrei und erfreut sich der regelmäßigen Nahrungsaufnahme, den langen, ausgedehnten Schlafphasen und seit zwei Wochen auch der durchaus interessanten Umwelt.

Auch die Behördengänge sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Das liegt jetzt in Steffis Verantwortung, dem Standesamt in Bremen sei Dank, die dank ihres Umzugs vier Wochen brauchten, bis die Geburtsurkunde von Nicolas endlich bei uns eintraf…

Doch das Schreiben werde ich ganz sicher nicht aufgeben. Nur vieles, was mich bewegt, haue ich bei Facebook raus und dann ist meist auch schon gut. Darunter leidet leider das Blog. Vielleicht sollte ich daran mal was ändern. Bis dahin verweise ich gerne auf meine Rubrik “Nicolas”, wo ich meiner kreativen Ader in Form von Kurzgeschichten freien Lauf lasse.

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