Eine fast unendliche Geschichte

Kurz vor meinem Geburtstag erinnerte mich ein Beitrag von Markus auf seinem Blog an meine Fahrschulzeit. Und das waren beileibe keine angenehmen Erinnerungen.

Die theoretischen Stunden verbrachte ich Abends mit dem linken Arm in Gips, was meine ersten Fahrstunden etwas hinauszögerte. Darüber war ich sogar sehr glücklich, weil ich damals sehr unsicher über mein fahrerisches Können war. Ich hätte meinen Führerschein noch nicht mal aus eigenem Antrieb gemacht, wenn nicht meine Ex-Frau darauf gedrängt hätte, um meine beruflichen Perspektiven zu verbessern. Und die waren so mies, dass die sich tatsächlich mit einem Führerschein nur verbessern konnten…

Jedenfalls war ich bei der gleichen Fahrschule wie meine Schwägerin und die empfahl mir auch einen Fahrlehrer:

“Nimm den Volker*, der ist toohtaaaahl nett!”

Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, war das der Volker wirklich toohtaaahl nett war. Leider eben nur zu blonden jungen Mädchen. Ich war weder blond, noch ein Mädchen. Und auf Jungs stand der ehemalige Berufssoldat auch nicht so, weshalb seine pädagogischen Maßnahmen sich zwischen Mädchen und Jungs fundamental unterschieden.

Mädchen = ruhig und geduldig, nett, einfühlsam

Jungs = nun ja…das Gegenteil

Das heißt, beim kleinsten Fehler lief sein Kopf rot an, die Adern im Halsbereich schwillten auf ein bedenkliches Maß, er ballte die Fäuste und schrie in einer Lautstärke, die dem Golf 3 an die Grenzen seiner Schalldruckbelastungsmöglichkeit brachten…

Man muss sich das so vorstellen. Da sitzt ein heranwachsender 21-jähriger (Zivildienstleistender, Idealist), der den Führerschein machen muss, um Geld verdienen zu können, aber Angst vor den anderthalb Tonnen Stahl hat, die er mit einer für Menschen rein körperlich nicht zu erreichenden Geschwindigkeit von 50 km/h zwischen anderen sich mehr oder weniger Erfahren haltenden Verkehrsteilnehmern bugsieren soll in einem Golf 3 neben einem ehemaligen Berufssoldaten Ende 30, dessen patriarchalisches Grundprinzip schon dadurch gestört ist, da er nur mit (s)einer Frau sich regelmäßig begattet und diesen Frust an den unschuldigen jungen Männer die ihm unterkommen noch regelmäßiger rauslässt. Und das anderthalb Stunden lang.
Naja…nicht ganz. Nach vierzig schweißtreibenden Minuten steuerten wir meist ein größeres Einkaufscenter an und pflanzten uns dort in ein Café um selbigen zu konsumieren. Für mich hätte ein Kamillentee sicher mehr gebracht, aber egal. Dort unterhielten wir uns ganz ruhig ein Viertelstündchen lang über Dieses und Jenes. Also meist Themen, mit denen ich nicht mit ihm übereinstimmte. Dies ließ er mich die letzte halbe Stunde im Golf 3 auch wieder spüren…

Treffpunkt war meist auf dem damaligen Jute-Gelände vor dem Jute-Center – die alteingesessenen Delmenhorster werden sich erinnern – und es kam das eine oder andere Mal vor, dass ich kurzfristig absagte oder mich (einmal) im Jute-Center versteckte, um bloß nicht an diesem Tag den Blitzableiter von Volker zu spielen. Deshalb habe ich immernoch ein breit gefächertes Wissen über Vitragen-Stangen…das Jute-Center war ein Einrichtungshaus und zwischen den Vitragenstangen konnte ich mich perfekt verstecken. Kein Kapitel meiner Jugend, auf das ich heute besonders stolz bin.

Und ich war wirklich nicht der Einzige der leiden musste. Gelegentlich holte man nach der Fahrstunde den nächsten Schüler ab und wurde dann nach Hause gebracht. Dort wurde dann der Jüngling genauso nach allen Regeln der Bundeswehr-Kunst zusammengebrüllt.

Aber hey! Ich habe irgendwie durchgehalten und nach einer gefühlten Ewigkeit, na gut, es WAR eine Ewigkeit mit über 30 Stunden neben Volker nahmen wir dann einen Prüfer mit, der nach 25 Minuten genug von dem ganzen Theater hatte und mir den Führerschein nicht aushändigte. Allerdings nicht wegen meiner fahrerischen Qualitäten, sondern weil mein Name auf dem Lappen falsch stand. An dem Tag war Volker über alle Maßen hilfsbereit, zeigte körpernah mit seinen Händen die Befehle an (Blinken, rechts schauen, links schauen), um auch ja seine niedrige Durchfallquote niedrig zu halten. Danach meinte er nur trocken:

So gut wie heute habe ich Dich noch nicht erlebt. Du hättest Dir einige Stunden sparen können, wenn Du immer so gut gefahren wärst.

Darauf ich:

Und ich habe Dich noch nie so ruhig erlebt wie heute.

Wegen des Führerscheins kam ich in den Genuß, am nächsten Tag mit Volker nach Wildeshausen zu fahren, um meinen korrigierten Lappen abzuholen. Vor uns, auf einem Motorrad, der nächste Leidtragende, der sich das Gebrüll sogar über Kopfhörer reinziehen musste. Ein Grund, warum ich keinen Motorradführerschein gemacht habe. Diese Steigerung der Höllenqual – und ich dachte, dass wäre schon der neunte Kreis gewesen – konnte und wollte ich mir nicht antun.
Bei der Führerscheinstelle legten wir dann meinen Lappen vor und die Angestellte fragte mich, was daran nicht in Ordnung wäre. Meine Antwort:

Wie viele Menschen haben Sie kennengelernt, die StAfan hießen?

Im Ernst?! Ich glaube, dass war das erste Mal, dass ich in aller Öffentlichkeit eine Gesichtspalme gemacht habe.

Besonders in Erinnerung blieb mir jedoch eine Situation während einer Nachtfahrt. Wir durchstreiften bei einsetzender Dunkelheit das östliche Oldenburger Land, irgendwo im Niemandsland, wo ich dachte, dass ich niemals wieder nie nicht hinkommen würde (bis ich ein paar Jahre später als Taxifahrer im östlichen Oldenburger Land meine Ausbildung finanzierte). Es ging über Land und so zeigte der Tacho die vorgeschriebene Geschwindigkeit für außerhalb geschlossener Ortschaften an. Dabei schossen wir an Häusern vorbei, die direkt an die Straße gebaut waren. Ich denk noch bei mir

Ganz schön gefährlich, hier Tempo 100 zu fahren, wenn die Häuser so dicht an der Straße sind.

da erkannte ich noch im Blickwinkel ein gelbes Ortsschild. Allerdings die Rückseite eines gelben Ortsschildes. :shock:
Ein schneller Blick nach rechts, wo Volker ganz ruhig da saß und im ebenso ruhigen Ton sagte:

Na, hast Du jetzt auch gemerkt, dass wir gerade zu schnell fuhren?

Das war das einzige Mal, dass Volker mich für einen Fehler nicht anbrüllte…vielleicht blieb er deshalb in besonderer Erinnerung?!

*Name geändert!

Wiederholungsopfer

Wenn es einen Wiederholungstäter gibt, dann müsste es doch auch ein Wiederholungsopfer geben, oder? Vielleicht ist das Wort ja mal was für die Wortschatz-Rubrik bei Neon. Wiederholungsopfer, das: Jemand, der nach überstandener Krankheit wieder an derselben erkrankt. Gerne auch bei Heuschnupfen verwendbar, da jährlich auftretend.

Im Ernst:
Vorvergangene Woche machte mir meine OP-Narbe zu schaffen. Sie juckte und kratzen konnte ich nicht richtig, weil sich das Ganze irgendwie knubbelig anfühlte. Letzte Woche dann, beim Abtrocknen nach der Morgendusche, bemerkte ich etwas Blut am Handtuch. Nanu? Der Fingertest verriet mir, dass es eindeutig von der Narbe kommt. Steffi bestätigte mit einem kurzen Blick, dass es nicht gut aussieht. Schnell einen Termin beim Arzt gemacht, der jetzt Montag war und Steffis Aussage bestätigte.

“Da müssen Sie wohl noch mal unters Messer!”

teilte mir meine Hausärztin mit. Worüber ich nicht so erfreut war. Weil meine Hausärztin aber die Beste ist, hat sie gleich tröstend die Hand auf meine Schulter gelegt und dann im Krankenhaus meiner Wahl einen Termin gemacht (ohne der Hand auf meiner Schulter). Da Steffi und ich in freudiger Erwartung sind und ich nicht erwartet habe, dass ich in den kommenden Wochen einen Termin zur OP bekomme, habe ich das St. Josef Stift in Delmenhorst gewählt, weil Steffi dort auch entbinden will und meine Kleine dort auch schnell hinkommt, falls ich kurz vor der Entbindung (ihrer, nicht meiner!) dort operiert werden sollte.

Überhaupt, soll ich mich noch vor dem – geplanten – Entbindungstermin operieren lassen? Ist es besser, bis nach der Entbindung zu warten? Doch wann ist die Entbindung wirklich? Oder sind die Termine sowieso so langfristig besetzt, dass ich noch warten muss? Fragen über Fragen, die heute morgen beantwortet werden sollten. Dank meiner Hausärztin hatte ich diesen auf die Schnelle bekommen.

“Ich habe hier einen angehenden Vater, der schnellstens operiert werden muss, damit er seiner Frau bei der Geburt beistehen kann.”

Habe ich schon erwähnt, dass ich eine tolle Hausärztin habe?

Heute morgen stand ich dann pünktlich auf der Matte und wurde auch zügig bedient. Im MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum, das heißt wirklich so!) wurde sich meine Wunde angeschaut und mich gleich an die Ambulanz verwiesen. Dort sollte dann auch gleich ein OP-Termin gemacht werden. Jedoch nicht, ohne der Ambulanz mitzuteilen, dass ich “in spätestens zwei bis drei Wochen” Vater werden würde. Das ging echt so von dem Arzt da aus. Voll nett und die Leute da sind auch total freundlich und hilfsbereit.

In der Ambulanz weht wahrscheinlich ein anderer Wind, befürchtete ich schon. Eine wartende Frau machte da auch gleich ein großes Trara, weil niemand wusste, wo sie hin sollte (wurde zur MVZ geschickt). Und als nach kurzer Wartezeit mein Name gerufen wurde, dachte ich an die Aussage meiner Hausärztin:

“Sie haben am Mittwoch einen Termin um 8 Uhr, aber mit Wartezeit.”

Das es nur kurze Wartezeiten waren, daran denkt man nicht unbedingt als erstes…aber ich hatte auch wirklich Glück…im Unglück.

Der behandelnde Arzt in der Ambulanz schaute sich das dann auch noch mal an und bedankte sich freundlich. Wir gingen dann rüber in sein “Büro”, um den Schriftkram zu erledigen und vor allem einen Termin zu finden. Ich setzte mich, er bedankte sich. Ich füllte die notwendigen Einverständniserklärungen aus, er bedankte sich. Dann erklärte er mir kurz den Eingriff und gab mir einen freien Termin an diesem Freitag!
Wow, dass ist jetzt mal wirklich schnell. Dann ließ er mich alleine, um eine Schwester zum Blutabnehmen zu holen. Nicht jedoch, ohne sich vorher zu bedanken. Und nein, er ist kein Inder. Dabei war ich es, der sich für die freundliche und zügige Behandlung nicht genug bedanken konnte.

Das Blutabnehmen war dann mal sehr lehrreich. Ich weiß jetzt, dass sich beim Einstechen die Venen “verdrücken”, weil sie so hart sind und wegbewegen können. Das Gespräch mit dem Narkosearzt war auch nichts neues mehr. Tja, und jetzt “freue” ich mich auf meine nächste Vollnarkose.
Vorher heißt es aber auf der Arbeitnoch einen Tag richtig Vollgas zu geben, weil der Termin nicht nur für mich sehr überraschend kommt, sondern auch meine Kollegen vor unerwartete Aufgaben stellt. Aber ich habe nicht nur eine tolle Hausärztin, sondern auch tolle Kollegen, die wissen, dass ich mir das so nicht ausgesucht habe…

Urlaub, 2. Teil


Wir flitzten zwecks Beerdigung zurück nach Friesland, wo wir übernachteten, kurz unsere Katze wiedersahen und dann nach dem Leichenschmaus wieder nach Osten aufbrachen. In Delmenhorst wurde noch der Fahrradanhänger auf die Anhängerkupplung gepackt, die Fahrräder aufgesattelt und bei Edeka für die Fahrt versorgt (unter den gestrengen Augen meiner Zahnärztin).

Für einen Freitag Nachmittag kamen wir erstaunlich gut durch, wenn man bedenkt, dass es um Hannover rum von Baustellen nur so wimmelt. Erst 15 Kilometer vor Dresden kamen wir zum Stehen.

Die Aufnahme im Hotel klappte hervorragend. Um halb neun nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Die Fahrräder wurden im Hotel-Keller eingeschlossen, das WLAN war kostenlos, ebenso Telefonate aufs nationale Festnetz. Eine Visitenkarte gab es auch noch dazu. Und im Zimmer gab es sogar eine Klimaanlage. Vielleicht sollte ich spätestens jetzt erwähnen, dass es doch ein klitzekleines Problem mit unserem Zimmer gab. Wir hatten die Standardvariante gebucht, bekommen hatten wir jedoch die Komfortvariante. Und den Komfort können wir bestätigen. :-)

Nachdem wir alle Zurückgebliebenen Zuhausgebliebenen kostenlos angerufen haben, um sie über unsere wohlbehaltene Ankunft zu informieren und uns unter der Regendusche erfrischt hatten machten wir es uns im Bett bequem – was bedeutet, mein Schoß wurde vom Netbook gewärmt, während Steffi die Fernbedienung vom Fernseher in der Hand hielt. Dann fiel uns ein: Einen Erotikkanal gab es ja auch noch (natürlich kostenlos). Was Steffi da zu sehen bekam, gefiel ihr aber so gar nicht. Schade aber auch. Dazu muss ich sagen: Erotikkanal war etwas untertrieben. Hardcore beschreibt es besser.

Am nächsten Morgen genossen wir das sehr umfangreiche Frühstücksbuffet. In einer kleinen Ecke war eine größere Auswahl als ich in manch größerem Hotel je gesehen habe. Und vieles davon hausgemacht, wie z.B. die Marmeladen, oder frisch vom Schlachter, wie z.B. der Käse die Wurst. Also wirklich klasse!

Ausgiebig gestärkt holten wir unsere Fahrräder aus dem Keller und traten bei schönsten Sonnenschein in die Pedale. Lediglich über die Straße und schon waren wir auf dem Elbradweg. An diesem fuhren wir Richtung Altstadt, bis uns ein Menschenauflauf dort zum Absteigen zwang. Ist hier immer so viel los? Man kann es bezweifeln, denn just an diesem Wochenende war das Stadtfest in Dresden. Perfektes Timing, denn so konnten wir uns kostengünstig mit Essen und Trinken versorgen. :-)

Zuerst klapperten wir aber die reichlich vorhandenen Sehenswürdigkeiten ab, als da wären die Kathedrale, die Semperoper, der Zwinger, das Schloss und natürlich die Frauenkirche. Bevor wir dann ins historische grüne Gewölbe gingen, verschnauften wir etwas. Dazu muss man wissen, dass man bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Dresden beim Eintritt ein Zeitfenster erwirbt. Das heißt, man löhnt seinen Eintritt und bekommt eine Uhrzeit mit, wann man hinein darf. Das geht online etwas gemütlicher. Da wir aber nicht einschätzen konnten, wann wir wo sein werden, probierten wir es vor Ort. So hatten wir dann knapp anderthalb Stunden Zeit, um noch etwas rumzubummeln, bevor es dann ins Gewölbe ging.

Und Holla, die Waldfee. Dort gab es einiges zu sehen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, solch eine Pracht und Vielfalt an Schätzen gab es zu sehen. Danach waren wir (mal wieder) total geplättet und mussten uns erstmal setzen und an einem Glas Bier festhalten.

Zurück ging es über die Augustusbrücke und auf der anderen Elbseite entlang. Am Palais erweckte ein Klavierspieler unsere Aufmerksamkeit. Also von den Fahrrädern abgestiegen und geschaut, was da los ist. Direkt daneben waren Bilder ausgestellt (unter freiem Himmel) und eine Frau sprach uns an, ob wir mitwählen wollten. Verschiedene Künstler hatten zwei Motive (eine nackte Frau mit einem Granatapfel, Dresdens Altstadt vom Palais aus gesehen) gemalt und man konnte zwischen den 20 Bildern seinen Favoriten wählen (Steffi und ich hatten unabhängig voneinander denselben gewählt).

Abends sollte dann noch ein (Gratis-)Konzert von einem Jazzpianisten stattfinden und anschließend würde noch ein DJ auflegen. Wir hatten uns vorgenommen, dort auf jeden Fall hinzugehen. Es blieb, so viel nehme ich vorweg, beim vornehmen.

Wir radelten zurück zum Hotel, suchten ein Restaurant, wo wir Essen könnten, da das Hotel das nicht anbot, duschten uns kurz, schauten noch eben den 2:0-Sieg der Dortmunder Borussia gegen Nürnberg in der Sportschau (was wohl DER Grund war, warum wir es nicht mehr zum Palais schafften) und fuhren dann mit den Fahrrädern wieder in die Altstadt. Beim Max kehrten wir ein und erlebten wohl den erstaunlichsten Kellner, der uns je gegenüber stand. Ich war kurz für kleine Jungs, als der Kellner am Nebentisch die Bestellung für die fünf Personen aufnahm. Ohne mitzuschreiben. Das soll sehr durcheinander abgelaufen sein, wie das nun mal so läuft, wenn Frauen sich nicht so recht entscheiden können, der eine keine Zwiebeln mag, der andere lieber Kroketten statt Pommes möchte und das Getränk des anderen doch die bessere Wahl ist. Und am Ende hatte jeder genau das, was er bestellt hatte. Kopfrechnen konnte er übrigens auch…

Wir für unseren Teil wurden auch gut bedient und vor allem satt und merkten den langen Tag doch, so dass wir einen kleinen Schlenker über die Marienbrücke, um die Dresdener Altstadt im Abendlicht zu sehen, zurück zum Hotel fuhren.

Am nächsten Morgen stärkten wir uns noch für die Fahrt nach Prieros, wo der entspannende Teil des Urlaubs beginnen sollte. Vorher machten wir aber einen “kleinen Schlenker” über Rathen, wo wir uns das Elbsandsteingebirge aus dem Auto heraus anschauten.

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Nanu, wer bist Du denn?

Darf ich vorstellen? Qypeautomat.

Ich konnte den weltbekannten, wenn auch in Delmenhorst noch sehr vernachlässigbaren, Qypeautomat dazu bewegen, als Autor für dieses Blog zu schreiben. Das tut er dann und wann auch mal, z.B. wenn er gerade Langeweile hat nichts Besseres zu tun hat dafür bezahlt wird.

Qype ist eine Plattform, wo sich Menschen über Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Ausflugsziele austauschen und informieren können. Und das weltweit. Ähnlich wie bei Foursquare kann man in Geschäfte einchecken, damit Freunde immer wissen, wo man sich gerade aufhält. Ob ich das will?

Ich will auf jeden Fall meine Erfahrungen mit Geschäften, Restaurants oder Ärzten in Delmenhorst (und “everywhere i lay my hat”) mit Euch teilen. Und das nach Möglichkeit so realistisch wie möglich. Ich bin niemand, der nur ein Sternchen verteilt, weil mir die Krawatte des Kellners nicht passte. Ich vergebe aber auch nicht gleich fünf Sternchen, weil die Suppe nicht kalt war.

Also nicht wundern, wenn hier in nächster Zeit häufiger mal Qypeautomat was schreibt. Vielleicht sogar mal den Bericht direkt bei Qype aufrufen und wenn er Euch gefallen hat, ein nettes Kompliment machen.

Danke.

Und nun zurück zu den angeschlossen Funkhäusern.

In Friesland angekommen

Heute war es dann endlich so weit. Ich bin mehr Friese als Delmenhorster. Der Beweis: Eine verwechselte Telefonvorwahl.

Wer sich etwas auskennt, weiß, dass die Vorwahlen von Wilhelmshaven und Delmenhorst sich verdammt ähnlich sind.

WHV: 04421

DEL: 04221

Ich habe in Delmenhorst anrufen wollen und landete in Wilhelmshaven. Zum Glück sind die Friesen recht freundlich und ich wurde vom Herrn am anderen Ende der Leitung nicht allzu rund gemacht. Ein Glück, dass ich kurz nach der Mittagspause angerufen habe. ;-)

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Noch mehr Gemeinsamkeiten

Die Gemeinsamkeiten mit dem BVB hören einfach nicht auf. Und zum Glück bleibt es bei den positiven Gemeinsamkeiten.

Nach gutem Saisonbeginn unserer ersten Mannschaft im September in Verden, ging es am Sonntag ins nahe gelegene Bremer Kegelzentrum. Ein am Freitag angesetztes Sondertraining sollte uns für die Bahnen schon mal etwas Sicherheit geben, um den als sehr stark eingeschätzten Aufsteiger aus Aurich in die Schranken verweisen zu können.

Das erste Spiel des Tages ging dann auch gegen die bunt gemischte Truppe mit Keglern aus Leer, Aurich und Brookmerland. Mein Gegner hatte nach Dirks Bekunden einen schlechten Tag erwischt, allerdings ich auch keinen besonders guten. Die ersten vier Bahnen kam ich nicht richtig aus dem Tritt, gab auf den letzten vier Bahnen wiederum richtig Gas und zog an meinem Gegner noch vorbei und nahm ihm sieben Holz ab. Nicht die Welt, aber da Rolf-Dieter Tageshöchstholz holte und sein Gegner auf gerade einmal sechs über Schnitt kam, lagen wir mit knapp 60 Holz vorne.

So viel kann die Schlussachse selten verlieren und das tat sie an diesem Tag auch nicht. Zumal uns mit meinem Vater ein Ersatzmann zur Verfügung stand. Die ersten drei Punkte waren im Sack.

Im zweiten Spiel ging es gegen die ebenfalls bunt gewürfelte Truppe aus Lüneburg. Keine Frage, der Trend geht im mitgliederschwachen Kegelsport immer mehr zu größeren Spielgemeinschaften.

Während die Auricher uns mit einer starken Schlussachse noch bezwingen wollten, versuchten die Lüneburger es umgekehrt und schickten eine starke Anstarterachse ins Rennen. Dumm nur, dass diese nichts holte und unsere Jungs einen Vorsprung von zwei Holz erspielten. So hatte die Mittelachse mit Rolf-Dieter und mir nicht ganz so schweres Spiel. Wir beide schoben ganz entspannt das beste Mannschaftsergebnis was für mich eine Leistungssteigerung zum ersten Spiel und für Rolf-Dieter eine Leistungssenkung bedeutet. Weitere 23 Holz Vorsprung auf die bestehenden zwei Holz waren der Lohn.

25 Holz sind in Anbetracht eines mit seinen Nerven kämpfenden Mannschaftsführers nicht viel, wobei sich mir dabei zwei Fragen stellen.

1. Kann man sich so etwas nicht auch einbilden? Schließlich ist unser Mannschaftsführer, nennen wir ihn mal Albert G., ein technisch guter Kegler.

2. Wieso ist ein Kegler, der mit seinen Nerven hadert, überhaupt Schlusskegler. Wäre so einer nicht besser im Mittelfeld aufgehoben?

Fragen über Fragen, die am Sonntag Nachmittag nicht beantwortet werden mussten, weil die Schlussachse die Führung gegen schwache Lüneburger Schlusskegler locker nach Hause kegelte. Und damit die Tabellenführung in der Verbandsklasse Nord holte, da zeitgleich Syke und Ganderkesee/Immer gegen unsere nächsten Gegner aus Bremervörde und Selsingen patzten.

Nach einer guten Portion Currywurst mit Pommes ging es dann nach Hause, schließlich sollte um 15:30 Uhr das Spitzenspiel Mainz gegen den BVB angepfiffen werden. Ich war spät dran, was auch auf Steffi und ihre Schwester nebst Mann Kind zu traf, die gemeinsam über den Freimarkt wollten. Und so rauschte ich ihnen direkt in die Arme, bildlich gesprochen. Ich könnte ja mitkommen. Naja, nun nicht gerade im Jogging-Anzug und duschen müsste ich auch. Und außerdem ist Spitzenspiel, ich bin kaputt (war ich wirklich) und satt. Und bitte, was will man satt auf dem Freimarkt? ;-)

So war ich also rechtzeitig auf der Couch um Dortmunds Führung und damit deren Tabellenführung zu bejubeln. In der Halbzeit döste ich dann friedlich ein, um in Halbzeit zwei wieder wach zu sein. Und wie ich wach war. Nach drei Minuten Spielzeit der Elfmeter für Mainz, den Roman klasse hielt. Und endlich mal wieder ein Tor von Barrios. 2:0, Tabellenführer und nach den letzten glücklosen Spielen endlich wieder ein begeisternder BVB. Wie verwöhnt man doch in wenigen Monaten werden kann, wenn man die trostlosen Darbietungen der letzten Jahre sich ins Gedächtnis ruft.

Also, diese Woche ist der BVB Tabellenführer der ersten Fußballbundesliga.

Die SG CON/Tus Varrel ist Tabellenführer der Verbandsklasse Nord.

Und ich bin Tabellenführer in der Delmenhorster Vereinsmeisterschaft.

Es läuft. :-)

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