Und dann war da noch…

der Kollege, der total abgefüllt (also Oberkante Unterlippe) bei meinem Bruder ins Taxi fiel, sogleich in die Embryostellung einrollte und zu Hause aus dem Auto plumpste und fleissig versuchte, sich in seinem Erbrochen zu ersticken… 🙄

Gut das Markus das verhindern konnte. 😉

Aber das soll lieber mein Bruder erzählen, bei dem sich schon die Spinnweben im Blog breitmachen…

Aber bitte nenne keine Namen! 😈

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Siegerland

Unter anderem fuhr ich beim Stadtfest einen Besucher aus dem Siegerland ins Hotel Goldenstedt zurück, das ich zufällig gut kenne. Nein, nicht das Hotel, aber das Gebäude an sich. 😉

Der Herr, Ende vierzig bis Anfang fünfzig, zeigte sich enttäuscht vom Stadtfest. Es war wohl nicht so viel los, wie er erwartet hatte und ehe ich mich versah, suchten wir Gründe für das Ausbleiben und fanden sie in der gesellschaftlichen Struktur Delmenhorsts begründet und so ging es die ganze Fahrt über. Selbst beim Aussteigen an der Tankstelle oder beim Hotel setzten wir unsere soziologische Betrachtung fort.

Und ich weiß jetzt, wo das Siegerland ist. 😉

Für alle, die es nicht wissen. Das Siegerland ist dem Sauerland vorgelagert und genau zwischen Dortmund und Frankfurt gelegen.

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Trinkgeld

Wie ich hier bereits mich mehrfach darüber aufregte, das die Menschen zu wenig Trinkgeld geben, und auf der Arbeit hier bei Saturn ich als gewissenloser Taxifahrer gelte, der den Leuten bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Geld aus der Tasche zieht, kommt eine Anekdote vom Wochenende, die sich tatsächlich so ereignet hat.

Folgende Situation: Stadtfest in Delmenhorst, ich und zwei Kollegen haben eine Sondergenehmigung und werden von der Zentrale in Ruhe gelassen. Seit Mitternacht ist der Stadtwall das Paradies für unseren Berufsstand. Um halb drei fahre ich mit knurrendem Magen an den Stadtwall und komme sogar dazu, den Wagen rückwärts auf dem Taxistand zu parken. Das erste Mal, das sich um einen Platz in meinem Wagen sich nicht geprügelt wird. Folglich ist keiner da, und ich nutze die Gelegenheit spontan aus, um im Kofferraum meine Brötchentüte hervorzuholen. Ein junges Mädel, sicher nicht unattraktiv, modisch gekleidet, mti Tasche, Handy und Jacke über den Armen balancierend kommt auf mich zu.

Sie: Sind sie Taxifahrer?

Ich blicke mich ungläubig um, um sicherzugehen das sie mich meint: Ähm, ja?!

Sie: Könnten sie mich mitnehmen?

Ich stirnrunzelnd: Ja, sicher.

Sie: Ja, nicht das ich sie störe, weil sie Pause haben und gerade essen möchten.

Ich: Ne ne, das passt schon. Ich kann auch danach noch essen, schließlich bin ich zum Arbeiten hier.

Sie: Wirklich? Nicht das ihnen das Umstände macht.

Ich merke, das ich mit Ironie jetzt alles schlimmer machen würde und lasse es auch lieber: Nein wirklich kein Problem, ich fahre sie gerne.

Ich kürze das jetzt mal ab, weil das noch so zwei oder dreimal so hin- und herging. Sie erzählte, wie sie seit einer halben Stunde versucht, ein Taxi zu bekommen. In dieser halben Stunde war ich bestimmt schon dreimal am Stadtwall vorgefahren. Aber um ein Taxi zu bekommen, darf man eben nicht zimperlich sein. Schließlich war sie ja mit einer Tasche bewaffnet. 😉

Sie stieg also ein, nannte ihr Fahrtziel und ich fühlte mich schon als Gewinner. Lemwerder ist gepflegte 16 km entfernt und wenn es schon gerade in Delmendaddel ruhig ist, kann man auch mal ruhig weiter außerhalb fahren. Kaum rollten wir los, hatte sie ihr Handy am Ohr und telefonierte. Irgendwann unterbrach ein leerer Akku das Gespräch, so dass sie mit mir Konversation betrieb.

Sie: Bist Du auch bei StudiVZ?

Ich: Ich komme aus der IT-Branche und nutze es deshalb nicht. 😀

Sie: Ich schon, und habe übers Studi meinen Großcousin gesucht. Ich wußte nur, das er Mönchhausen* heißen soll. Und habe ihn auch gefunden. Er wohnt in Frankfurt/Main und ich habe ihn angeschrieben, das wir verwandt werden. Worauf er antwortete: Ich glaube nicht. Hab dann meine Mutter noch mal gefragt, der hieß gar nicht Mönchhausen, sondern Mönchhaus. Und auch nicht Daniel, sondern Sven. Voll peinlich.

Ich lachend: Dafür scheinst Du ja jetzt einen netten Daniel Möchhausen zu kennen.

Sie erzählte mir dann, das sie ihn wohl jetzt besuchen fahren will, aber eigentlich auch nicht will. Wie das halt immer so ist. Außerdem erzählte mir sie noch andere Peinlichkeiten aus ihrem Leben. Alles in allem eine naive  aber

auch umso mehr sympathische Person. An einer bekannten Kneipe in Lemwerder hielten wir dann an und ich den Taxameter. Genau 28 Euro. Sie drückt mir zwei Zwanziger in die Hand, und schaute mich verzweifelt an.

Sie: Wieviel Trinkgeld gebe ich denn jetzt?

Ich: Na so viel, wie Du bereit zu geben bist. Wenn es die schlimmste Fahrt Deines Lebens war, dann gibst Du nichts. Wenn es aber total toll war, kannst Du mir auch gerne die zwölf Euro geben.

Sie: Hm, dann behalte mal.

Ich verwirrt, denn junge Leute schmeissen für gewöhnlich nicht mit Geld um sich: Ich glaube nicht, das die Fahrt für Dich zwölf Euro extra wert war.

Sie: Ne, aber ich habs auch nicht kleiner.

Ich fürchtete schon einen ähnlichen Dialog, wie zu Beginn der Taxifahrt und kürzte das ganze dann ab, in dem ich einen Zehneuroschein aus meinem Portemonnaie zückte und ihr in die Hand drückte.

Ich: Zwei Euro reichen völlig.

Für einen kurzen Augenblick hatte ich das Gefühl, sie wollte mir um den Hals fallen aus Dankbarkeit. Aber dann war mir klar, das sie lediglich dankbar war, das ich ihr was beigebracht habe. Und ich hatte das gute Gefühl, das nicht alle Taxifahrer gewissenlose geldgeile Schweine sind, die das Leben zu eben diesen geformt hat.

Also es bleibt dabei, wie ich schon beschrieben habe. Zehn bis fünfzehn Prozent Trinkgeld reichen, wenn es gepaart mit einem respektvollen Umgang mit dem Fahrer ist. Fehlt das letzte, macht auch mehr Trinkgeld die Sache nicht besser. Es sei denn, das Trinkgeld bewegt sich im zweistelligen Bereich, aber dann ist es kein Trinkgeld mehr, sondern Aufwandsentschädigung. 😉

Wer aber wirklich nett ist, kommt auch schon mal mit weniger Trinkgeld davon. Dann kann ein Lächeln und sieben Prozent schon ausreichend sein. 🙂

* Name geändert!

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