Zeitunglesen als Schulfach

Wer auf so einen Quatsch kommt? Na, der Otto Wulf, der mit Philipp Mistfelder Mißfelder zusammen diesen AK „Zusammenhalt der Generationen“ leitet. Wobei Wulf den Seniorenpart übernimmt, klar als Chef der Senioren-CDU…

Zeitunglesen sei als Grundlage unverzichtbar, „denn ohne Allgemeinbildung kommt kein Spezialwissen hinzu“. Und er finde es „erschütternd“ bei jungen Menschen, „wie wenig belesen sie sind“.

Das er dann noch die geringe Wahlbeteiligung als Konsequenz sieht, weil die politische Reife eines Volkes abnehme wenn weniger gelesen wird, finde ich schon sehr weit herbeigeholt.

Wenn ich sehe, wie seine Kollegen sich von vermeintlichen Zeitungen instrumentalisieren lassen und umgekehrt es sich genauso verhält (siehe Althaus – BILD), wenn ich sehe, wie langsam die Zeitungen im Vergleich zum Internet agieren (siehe Rüttgers Volksverhetzung) und wenn ich sehe, wie unrecherchiert oder unreflektiert manche Zeitungen und besonders ihre Online-Ableger arbeiten (siehe Niggemeier, Bildblog u.v.a), dann bin ich froh, dass ich kein Zeitunglesen im Unterricht hatte.

Was ich hatte und da bin ich sehr froh drüber, wie man Zeitungen lesen sollte. Dabei wurden verschiedene Artikel zum selben Vorgang analysiert. Am Beispiel von Rufmord, das Buch „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ gelesen. Im Zuge dessen habe ich selber noch Wallraff und Co. in der Bibliothek ausgeliehen. Das ging ohne Zwang, dass kann man aber nicht bei allen voraussetzen. Und da ändert auch kein Unterrichtsfach was daran.

Aber immer wieder witzig zu sehen, was alles ein Unterrichtsfach sein könnte, wenn es nach den Willen der Politiker geht. Und wie wenig neue Lehrer für die bestehenden Unterrichtsfächer eingestellt werden. Ach geht ja auch gar nicht. Ich vergass, wir pumpen ja hunderte von Milliarden in das Bankensystem…

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