Es gibt bessere Zeitpunkte

Am Montag war die Beerdigung meines Onkels. Das traf sich gut, denn bereits in der Woche davor versuchte ich einen Gleitzeittag zu bekommen, der aber abgelehnt werden musste. Es waren schlicht keine Kollegen da. Ich saß von Montag bis Freitag alleine im Büro und bewältigte den Ansturm fast im Alleingang. Diese Woche ist die Lage deutlich entspannter und so konnte ich den Gleitzeittag nutzen um zur Beerdigung zu fahren.

Morgens holte ich meine Eltern ab und fuhr Richtung Sassenberg. Der Weg ist mir ja hinlänglich bekannt, erst letzten Monat war ich das letzte Mal da unten. Die Straßenverhältnisse waren gut und so kamen wir nach zwei Stunden in Sassenberg an. Noch kurz einen Kaffee geschlurft und dann zum Friedhof. Die ganze Familie war sogar schon da. So lernte ich den neuen Mann meiner Cousine Elke kennen (Please to meet you) und überhaupt sah ich meine Cousinen wieder. Meiner ältesten Cousine Bärbel sah man die vergangenen Monate der Pflege ihres Vaters deutlich an und die Trauer stand allen ins Gesicht geschrieben.

Sehr schön war es, dass sogar die Ex-Männer meiner Cousinen und damit Väter der Enkel meines Onkels kamen. Denn diese haben alle den Weg aus England gemacht. Mit Robin und Stefanie waren sogar meine Nichte bzw. Neffe (2. Grades) anwesend.

Während der Andacht des Priesters kam es dann wie ich es schon Tage vorher befürchtet hatte und zwar das es nicht perfekt laufen würde. Der Priester verhaute sich erst bei der Anrede, als er von den trauernden Geschwistern sprach und auf meine Cousine Bärbel zeigte. 😐

Als er dann aber von der erst in diesem Jahr verstorbenen Frau meines Onkels und der Mutter der Kinder sprach konnte man es nicht mehr verzeihen. Denn die leibliche Mutter meiner Cousinen saß mit im Publikum. 👿 Sie sah ich nach über 25 Jahren übrigens wieder. Mein Vater sprach den Priester noch während der Bestattung auf den Fauxpas an. Nichtsdestotrotz lud mein Großvater ihn noch zum Leichenschmaus ein.

War die Beerdigung wie erwartet von starken Emotionen begleitet – sogar Andi, der Mann meiner mittleren Cousine vergoss Tränen, dabei kannte er Dieter am wenigsten, was auch an mir stark zerrte – ging es beim Leichenschmaus deutlich entspannter zu. Tags zuvor haderte ich lange mit mir ob ich mit dem Fotoapparat ankommen könnte. DEN Bestatter zu fragen war jetzt zu spät, also entschied ich eigenmächtig die Knipse mitzunehmen. Auf der Beerdigung ließ ich den Fotoapparat im Auto zurück. Während des gemeinsamen Essens und als die Tränen getrocknet waren zückte ich aber die Kamera und nutzte die Gelegenheit. Denn wer weiß, wann ich meine Cousinen wiedersehe? Geplant ist es ja zu meiner Hochzeit mit Steffi. Aber wann wird die sein?

Auf jeden Fall war es schön, viele Teile meiner Verwandschaft wiederzusehen. Auch wenn es bessere Anlässe geben könnte, was mir beim nächsten Mal auch lieber wäre. Schade nur, dass ich viel zu wenig mit meinen Cousinen mich unterhalten habe. Dafür hatte ich neben mir einen Urdortmunder, der nicht nur am Samstag bei der Hundertjahrfeier sondern bei jedem Heimspiel dabei ist und das wahrscheinlich schon so lange wie ich lebe.

Advertisements
Veröffentlicht in Machs gut. Schlagwörter: , , , , , . 1 Comment »

Eine Antwort to “Es gibt bessere Zeitpunkte”

  1. Einkaufen-in-Tuttlingen Says:

    […] Es gibt bessere Zeitpunkte « Duestere-Grenze Blog […]


Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: