War was? (2) – Rätselraten

Am 1. Weihnachtstag sollte es also gen Heimat zu meinen Eltern gehen. Es wurde nur spärlich gefrühstückt, denn wer es kennt, weiß das es bei meinen Eltern nicht wenig zu Essen gibt. Nur was es gibt, dass wusste in diesem Fall die Steffi nicht. Mittlerweile hatte ich es jedem der Familie Grenz gesteckt, nur Steffi tappte im Dunkeln.

Ja, Rotkohl gibt es.
Ja, Klöße auch.
Kartoffeln? Ja, ich glaube auch.
Fisch? Nein.
Wild? Nein.
Gans? Auch nicht.

Ich gab ihr aber immerhin den Tipp, nicht zu viel zu frühstücken. Ich wusste ja, dass es ihr Leibgericht geben würde. Entenbrust. Ich persönlich mache mir ja nichts aus Geflügel, aber Steffi fährt voll darauf ab.

Die Straßen waren mittlerweile freigeräumt worden, so dass wir ohne Mühe nach Delmenhorst kamen. Großeltern waren diesmal nicht da, weshalb wir uns spontan vornahmen, dort anschließend noch vorbeizufahren. Aber erstmal wurde geschlemmt. Wer das bei meinen Eltern kennt, weiß auch, dass mein Vater beim Weihnachtsessen nicht anwesend ist. Nicht weil er uns den Weihnachtsmann mimt, sondern weil er schlicht und ergreifend mit Kochen beschäftigt ist. Was ich nur nicht verstehe, wenn alles auf dem Tisch steht, wieso zum Teufel rennt er dann noch ständig in die Küche?

Nach dem Essen sollten wir endlich unsere Geschenke bekommen, da aber mein Vater ja ständig woanders war, dauerte das Essen viel zu lange. Danach mussten wir uns weiter in Geduld üben. Ich zitiere mal eben:

I: Wo ist Mama denn jetzt?

P: Die packt die Geschenke noch ein.

I: Jetzt braucht sie das auch nicht mehr…

Fünf Minuten später:

I: Wo bleibt Mama denn?

P: Die schreibt noch die Karte für Dich.

I: 😯

Na gut, konnte man auch nicht ahnen, dass ein Jahr wieder so schnell vorbei geht. Als ich dann mein Geschenk in den Händen hielt, wusste ich auch, dass meine Mutter sich das auch hätte sparen können. Da ich zwei Wünsche durchgegeben habe (ein großes dickes Buch und ein kleines dünnes), wusste ich vor dem Aufreißen bereits was mich erwartete.

Also Mama, wenn Du nächstes Jahr zu Weihnachten noch nicht am 1. Weihnachtstag das Geschenk für mich verpackt hast, spar Dir das einfach. Wenn es eh nicht unterm Weihnachtsbaum liegt, muss es auch nicht noch aufwendig (und zeitraubend) eingehüllt werden.

Ein Blick nach draußen beim Kaffee und Kuchen ließ meine Laune schlagartig abwärts tendieren. Denn dort waren dicke Schneeflocken, die tänzelnd meine Laune gen Boden beförderten. Den Weg nach Friesland im Schneegestöber war nicht das was mir vorschwebte.

Beim Kaffee übrigens dasselbe Bild wie beim Mittag. Kuchen auf dem Teller, Kaffee in der Tasse. Und wer fehlt? Mein Vater. Nun gut, Milch und Zucker fehlten, vielleicht holt er das eben. Als der Kaffee immer kälter wurde, schauten wir doch mal nach meinem Erzeuger. Der turnte in der Küche rum und machte frischen Kaffee und räumte die Küche auf.

Deshalb verließen wir nach dem Kuchen die elterliche Heimstatt und schlidderten zu den Großeltern. Zu allem Überfluß setzte jetzt ein Schneeregen ein, der die Straßen schön rutschig (und matschig) machte. Bei den Großeltern fiel Steffi dann das Mißgeschick des Wochenendes auf. Sie hatte ihre Tasche bei meinen Ellies vergessen. Dementsprechend kurz blieben wir bei meinen Großeltern. Auch weil sie bei unserer Ankunft einen Anruf meines Großonkels (dem Schwager meiner Oma) bekamen. Wir bedankten uns nett für das Geschenk und schlidderten zu meinen Eltern zurück, holten die Tasche raus und rutschten dann kurz nach Hause um von dort auf die Bahn und Richtung Friesland zu fahren.

Wenn man die Spur hielt ging es eigentlich mit dem Fahren. Leider der böeige Wind eben dieses sehr anstrengend, aber wenigstens schneite es nicht mehr. Bis zur Abfahrt Hahn/Lemden hatte ich auf der Gegenspur sechs Schneeräumfahrzeuge gesehen. Auf unserer Spur kein einziges…

Darauf hätte ich auch dankend verzichten können, denn ab Jaderberg hingen wir hinter eben diesem fest. Nein, das ist nicht ganz richtig. Wir hingen an den 200 Autos hinter dem Schneeräumfahrzeug fest. Und das bis Sande. Mit Tempo 40…

Zur Entschädigung gab es in Friesland dann warm gemachtes Lamm sowie einen Münsteraner Tatort, wenn auch als Wiederholung. Und im Anschluss durfte ich mir den „Forrest Gump“-Verschnitt „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ auch noch anschauen, bis es endlich ins Bett ging.

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3 Antworten to “War was? (2) – Rätselraten”

  1. Janek_Bonke Says:

    „da aber mein Vater ja ständig woanders war“
    Ich glaube er ist auch einer von diesen heimlichen Bloggern ^^ Nur nicht nachts unter der Bettdecke sondern beim Weihnachtsschmaus zwischen den Töpfen!

  2. Noch zehn Tage « Duestere-Grenze Blog Says:

    […] am 21. Januar 2010 Heute in zehn Tagen ist mein 34. Geburtstag. Und damit meine Mutter nicht noch kurz vor knapp ein Geschenk einpacken muss, hier noch mal eine kurze Auflistung meiner Wünsche. – Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik […]


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