Niveauvolle Fernsehunterhaltung

Was bin ich doch froh, dass es mich am 03. Februar, an einem Dienstagabend auf das Sofa, vor den Fernseher und zu Pro7 verschlagen hat. „Unser Star für Oslo“… noch ne Castingshow!

Muss das wirklich sein?? – JA!! ES MUSS!

Wurde es doch schon im Vorfeld als seriöser Gegenpart zu Bohlens Lästershow DSDS angekündigt, so hielt USFO 🙂 was es versprach. Gleich die erste Show begeisterte durch talentierte Jungmusiker & Charaktere. Und das wunderbarste war, es gab KEIN ewiges Castingvorgeplänkel. Das soll ja nun eigentlich dazu dienen, die Creme de la creme zu ermitteln, wobei ich da bei DSDS klar sagen muss: am Ziel vorbei geschossen – und das auch noch ganz bewusst.  Stefan Raab hat diese Aufgabe hervorragend gemeistert. Die 20 Kanditaten die es auf die Bühne und zur Performance mit Liveband geschafft hatten, hatten einiges auf dem Kasten.

Wie angenehm war es da, dass vor, während und nach den Auftritten kein „Scheiße“- Sparschwein, „Errate den Song Filmchen“ oder eingespielte Cliparts, Furzgeräusche etc. zum Einsatz gekommen sind, um Vorzeige-Lachfiguren noch lächerlicher erscheinen zu lassen.  Nein, in dieser Show geht es tatsächlich um Kunst. Die Kunst zu singen, interpretieren und performen. Und nicht die Kunst aus Scheiße Geld zu machen. Allerdings muss man der Fairness halber erwähnen, dass die gesammelten Eurostücke von Bohlen der Stiftung zur Rettung der Erdbebenopfer in Haiti gespendet werden. (immerhin 5.254 Euro und RTL in seiner unglaublichen Güte rundet auf 10.000 Euro auf)

Zurück zur Sache. Nächster Unterschied: Die Kanditaten sind erwachsen! Und nicht nur das, sie besitzen Charakter, sind eigene Persönlichkeiten und kein Machwerk der Fernsehproduktion. Die bekannten und teilweise unbekannten Lieder, bekommen durch jeden Musiker bei USFO eine ganz eigene Note und das gewisse Flair. Das Pimpen von Möchtegern-Charakteren ist überhaupt nicht notwendig. Keine kleinen Liebesgeschichten neben den Hauptakteuren, um den ein oder anderen „Unscheinbareren“ an Interesse gewinnen zu lassen. Diese Show ist sehenswert, so wie sie ist. Pur! Ohne „kostümierte“ Sänger (so wirken sie auf der DSDS Bühne) oder fliegende Jungdarsteller auf der Leinwand während des Auftritts.

OK, um über eine Show urteilen zu können, sollte man sie schon kennen. Von dieser Staffel DSDS kenn ich nur 15 Min. einer Mottoshow, doch die haben alles vereint, um mich innerlich schreien zu lassen. Ich bitte Euch, wer ernsthaft Sänger werden will, der geht doch nicht mit „Looking for freedom“ oder „Life is life“ auf die Bühne.  Diese Lieder hab ich bei so mancher Karaokeparty schon besser gehört. Doch eigentlich empfinde ich nur echtes Mitleid für die zur Show gestellten Kandiaten. Sie genießen mit ihrer jugendlichen Naivität (sind halt meist noch nicht mal 18) den Rummel und Trubel um ihre Person, doch eigentlich gehts dabei kein Stück um SIE. Die eine Hälfte der Zuschauer lächelt lacht über sie und geifert nach dem nächsten Patzer (oh? Einsatz verpasst), die andere Hälfte giert nach neuen Storys über die Zicken und Plüschis.

Umso entsetzter war ich da über die Aussage eines guten Bekannten. Und es handelt sich hierbei um einen intelligenten, weltkritischen und bodenständigen Menschen. „Ein Star für Oslo? Nee, so n‘ Scheiß guck ich nicht. – Is ja langweilig, gar nicht kommerziell! Aber von DSDS verpass ich keine Folge *lacht*“ Die Intelligenz spricht aus diesem Satz – er weiß genau worauf es die Bohlen / RTL Allianz abgesehen hat und trotzdem… tja trotzdem….

Und so gehts 7 Mio. Zuschauer. Wobei ich mal die gewagte These aufstellen möchte, dass wohl eher nur der geringere Teil der Zuschauer so ein Lebensniveau wie mein Bekannter hat. Unser Star für Oslo lockt leider weniger Zuschauer, im Schnitt 2,15 Mio. Und wie sagt Holger Kreymeier von Fernseh-Kritik.tv in seiner neuesten Ausgabe da so schön (sinngemäß): “ Da muss man sich dann nicht wundern nur noch Schmu vorgesetzt zu bekommen, wenn man ihn fordert“

Ich bin auf jeden Fall zu einem Eurovision Songcontest Zuschauer geworden und denke, dass von allen übriggebliebenen Kanditaten eine würdige Vertretung für Deutschland gewährleistet ist. (Obwohl natürlich auch ich meine Favoriten habe 🙂 Lena – unsere Nora Tschirner/Björk Mischung und Christian den Schmuddelrocker).

Eure Steffi

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2 Antworten to “Niveauvolle Fernsehunterhaltung”

  1. Carla die rasende Reporterin Says:

    hmmm….habe etwas länger überlegt ob ich dieses Mal ein Kommentar hinzufüge und ja meine leichtes Grummeln im Bauch hat mich dazu gebracht. Jeder hat eine Meinung zu gewissen Dingen, dies ist auch vollkommen ok, doch sollte man drüber nachdenken ob es nicht niveauvoll wäre die Meinung der Anderen auch zu akzeptieren und nicht voreilig und unfair zu urteilen (kommt nämlich fälschlicher Weise etwas abgehoben rüber). Ich denke nicht das man bei Millionen von Zuschauern von dummen Menschen ohne Niveau sprechen kann. Na klar, bei DSDS geht es nicht NUR darum einen guten Sänger zu finden sondern auch darum die Zuschauer zu unterhalten(und nein sie sind nicht ganz am Ziel vorbei geschossen, denn unter Ihnen sind doch die ein oder anderen guten Sänger)aber es gibt doch Menschen die diese Sendung wegen des musikalischen Talents schauen. Ja zu Anfang von DSDS gibt es eine Auslese in der die schlechten Sänger bzw. Menschen mit überhaupt keinem Talent ausgemustert werden und ja es ist gewollt das diese Menschen durch den Kakao gezogen werden. Doch wenn man sich bei DSDS bewirbt dann sollte man doch damit rechnen ins Fernsehn zu kommen. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Oslo Star. Pro 7 hat extra damit geworben nicht so zu sein wie RTL mit DSDS, leider hat Stefan Raab sich dafür entschieden in seiner täglichen Sendung TV Total die Auslese bekannt zu geben. Und das auf dem gleichen Niveau wie RTL, denn auch dort gibt es einen Sprecher der die wirklich schlechten Gesänge kommentiert. Denn Geld wollen Sie alle machen, da ist auch Pro 7 keine Ausnahme. Die nächste niveaulose Sendung heißt ja Ausreisser in der Wüste (oder so ähnlich). Auch dazu möchte ich sagen das solche Sendungen wie auch z.b. die Supernanny natürlich mit absoluten Extremfällen gedreht werden und auch dies ist sicherlich Absicht um die Einschaltquoten nach oben zu treiben. Doch wenn man sich diese Sendungen mal richtig anschaut muss man immer wieder feststellen das die Eltern sehr viele Fehler gemacht haben und ein „Monster“ (ich meine die Kinder oder Jugendlichen) nicht einfach so geboren wird. Dies wiederum ist dann pädagogisch wertvoll denn ich denke jede junge Mutter bzw. junger Vater macht sich Gedanken ob der Sprössling ein vernünftiger Bursche wird oder ob er irgendwann abdriftet und man keinen Zugang mehr zu ihm bekommt. Durch solche Sendungen wird einem unmittelbar bewusst gemacht wie man seine Kinder nicht erziehen sollte und welche Fehler zu welchen Folgen führen. Mein Kommentar ist nicht bös gemeint aber ich finde es einfach nicht richtig wenn man über andere Menschen zu urteilt sei es wegen irgendwelcher TV Sendungen oder anderen Dingen im Leben. Es könnte sein das sich dann mal jemand auf den Schlipps getreten fühlt 🙂
    Liebe Grüße

  2. Steffi Says:

    Also, eigentlich sollte mein Artikel nicht auf die Beurteilung der Zuschauer abzielen, sondern eher auf die Darbietungen der Shows. Es gibt mittlerweile so viele Sendungen im TV, die nur darauf aus sind, andere schlecht darzustellen. Außerdem ist das meiste inszeniert und nach Drehbuch aufgenommen, so dass vieles gar nicht der Realität entspricht. Der pädagoische Nutzen ist doch eher sehr gering und von den Sendern wohl nur ein Nebeneffekt. Außerdem sind es wirklich nur eine handvoll Sendungen, die wirklich einen haben (z.B. die Nanny.) der andere Teil: Bauer sucht Frau, die Mädchen Gang, Frauentausche, Ü20, Mitten im Leben etc. pp. wollen doch nur unterhalten. ich mein, z.B. der Bauer Heinrich, warum war denn so ein Hype um ihn? Weil er sich zu Trottel gemacht hat. Und das wollte ich eigentlich nur sagen, dass alles nur darauf abzielt. Dass ich selbst ein Opfer dieser Unterhaltungsshows bin, hab ich in „Nachtrag in eigener Sache“ noch gebeichtet. ich wollte mich nämlich auf keinen Fall über andere stellen. Aber du hast Recht, mit dem einen Satz, nämlich „der gewagten These“, hab ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Dafür entschuldige ich mich. Es gibt natürlich diverse Gründe warum man so was guckt, und sei es nur, damit der Fernseher läuft.


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