Eine ganz persönliche Musikgeschichte (2. Fortsetzung)

Bevor ich zu meinem 15. Lebensjahr komme, muss ich noch eben etwas aus der 1. Fortsetzung dieser Reihe korrigieren. Ich war 15 als ich von meiner ersten Freundin mit NKotB penetriert wurde. Ich erspare Euch aber ein weiteres Lied von dieser „Ausnahme-Boyband“. 😉

Es sollte also härter werden. Mein Taschengeld investierte ich deshalb zwecks Informationszufuhr nicht mehr in die „Bravo“, sondern in Qualitätsmedien wie „RockHard“ oder „Metal-Hammer“. Man(n) gönnt sich ja sonst nichts. Die Poster darin zierten bald meine (Kinder-)Zimmerwand, auch wenn ich mit manchen Bands nichts anfangen konnte. Aber das sollte sich ja noch ändern.

Das Genre Heavy-Metal habe ich irgendwie übersprungen. Bands wie „Iron Maiden“ sagten mir nicht zu, weil die hohe fiepsige Stimme mir bei der Art von Musik komisch vorkam. Das sollte sich auch bis heute halten, wo ich mit den Scheiben von „System of a Down“ nichts anfangen kann. Eine Tortur für mich, wenn Steffi im Auto ihren Rappel bekommt und „SoaD“ auflegt. Der Wechsel zwischen hoher und tiefer Stimme macht mich kirre.

Stattdessen überkam mich ein wahres Wohlgefühl, als ich das erste Mal Bands wie Anthrax hörte. Nanu? Zu der Zeit sang Anthrax dank Joey Belladonna doch auch mit einer hohen fiepsigen Stimme. Stimmt, aber die Texte waren gut. Zu der Zeit achtete ich sogar sehr auf die Texte. Etwas was mir ein Jahr später nicht mehr sooo wichtig sein sollte.

Tja, und dann war da natürlich auch, dass sollte nicht vergessen werden, „Metallica“ sehr wichtig. Ja, die Band, die später bei mir blankes Entsetzen und Ablehnung bei mir auslösen sollte, ob ihrer Gier und dem Verhalten gegenüber ihren Fans…

Aber davon war 1991 noch nichts zu spüren. Bevor das schwarze Album rauskam, hatte ich die alten Scheiben rauf und runtergehört. „Kill Em All“, „Master of Puppets“ (meine Lieblingsscheibe) und die „Justice for All“ glichen einer musikalischen Offenbarung in meinen Ohren.

Das schwarze Album hatte sich im Gegensatz dazu schnell ausgehört. Klar waren Songs wie „Unvorgiven“ und „Nothing Else Matters“ für die ruhigen Stunden immer gut. Aber der Rest klang zu sehr nach Retorte in meine Ohren und konnten nicht annähernd mit den alten Liedern mithalten.

Aber das alles war nichts gegen die Könige des Trash-Metals: „Slayer“. Ihrem Album „Reign in Blood“ verdankte ich es, dass ein Großteil meines Hirns weggeblasen wurde. Den kümmerlichen Rest bangte ich mir dann auch noch raus. Das war dann im November 1991, wo „Slayer“ in der Stadthalle in Bremen spielte. Ich hatte noch nie davor und nie wieder danach meinen Hals einer derartigen Belastung ausgesetzt. Kurz: Es war geil! Allerdings hatte ich noch tagelang Schmerzen nach dem Konzert, aber das war es wert.

So ging das Jahr mit dem Konzert meines Lebens zu Ende. Zumindest das, wofür ich mich und meinen Körper am meisten aufgeopfert habe. Von einer Fahrt nach Berlin 15 Jahre später für eine andere Band mal abgesehen. 😉

Das nächste Jahr sollte musiktechnisch noch härter werden, schließlich wurde ich ja auch älter. Doch irgendwann hat man seine Spitze erreicht. Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit dem besten Lied, was Slayer wohl gemacht haben. Das Video möchte ich aber NICHT für Zuschauer unter 18 Jahren empfehlen. Es sei denn, sie behaupten der Holocaust wäre eine Lüge.

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4 Antworten to “Eine ganz persönliche Musikgeschichte (2. Fortsetzung)”

  1. Morgis Says:

    Ich kann mich aber daran mal in Deinem Wagen „Chop Suey“ gehört zu haben… War das nur ne Phase?

    • stefanprass Says:

      Natürlich gibt es immer von diversen Bands Lieder die man gut findet, auch wenn man den überwiegenden Teil nicht hören kann oder mag. Auch Anthrax konnte ich nur phasenweise gut hören und habe es immer wieder aufgelegt. Dauerhaft ging es mir aber auf den Nerv. Dafür konnte ich andere Sachen auf und ab spielen, ohne das sie mich genervt haben. Die Arbeit haben dann meine Eltern abgenommen. DIE waren genervt. 😉

  2. Eine ganz persönliche Musikgeschichte (4. Fortsetzung) « Düstere-Grenze Says:

    […] ich ja schon mal schrieb, zierten mein Zimmer viele Poster von Bands, die ich nicht immer unbedingt kannte, aber einen […]


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