Offener Brief (an Sky)

Sehr geehrter Herr Sullivan (Vorsitzender der Sky Deutschland AG),

neulich passierte es. Ich klickte aus Versehen auf ein Werbebanner Ihres Unternehmens, dass bei Kicker eingebunden war. Und wo ich schon mal da war auf der Homepage Ihres Unternehmens und von meiner Seite der Wille nach einem Sportpaket für das heimische Fernsehen vorhanden ist, dachte ich bei mir: „Schau Dir doch mal die Angebote an.“

Nun, von Angeboten in Zusammenhang mit Ihren Paketen zu sprechen, ist schon etwas paradox. Meine eigene Filmsammlung ist mittlerweile so groß, dass ich das Filmpaket, oder Sky Welt wie es bei Ihnen so schön heißt, nicht brauche. Aber das soll ich mitbestellen, wenn ich bei Ihnen Fußball schauen will. Und natürlich auch dafür mitbezahlen. Nicht sehr flexibel wie ich finde.

Doch das finde ich noch nicht mal das Schlimmste. Viel schlimmer sind die Preisvorstellungen Ihres Unternehmens (was genau genommen nicht Ihr Unternehmen ist, ich weiß…).  Für das Sky Welt Paket verlangen Sie 16,90 Euro. Will ich dazu ein Fußballpaket haben, soll ich 16 Euro draufzahlen. Und wenn dann noch das Sportpaket dazukommen soll, sind es nochmal zwölf Euro mehr. Insgesamt also 44,90 Euro. Im Monat. Das sind fast 540 Euro im Jahr. Mit Verlaub, aber das ist ca. ein halbes Monatsgehalt von mir (Circa ;-)).

Merken Sie was? Das ist zu teuer. Viel zu teuer. Ich verstehe ja, dass Ihr Unternehmen (und vor allem Ihre Aktionäre) auch Geld verdienen wollen. Aber wollen Sie nur an FDP-Wählern verdienen? Also an 3-4% der Bevölkerung. Oder wollen Sie richtig viel Geld verdienen? Dann hätte ich einen Tipp für Sie.

Bieten Sie Ihre Pakete

– flexibel

– und viel günstiger an.

Warum soll ich ein Paket nehmen müssen, was ich nicht brauche und auch nur selten nutzen würde? Somit fallen doch schon eine Reihe von potentiellen Kunden von vornherein weg. Und das kann ja wohl kaum im Interesse Ihres Unternehmens (und Ihrer Aktionäre) sein. Natürlich gibt es Kunden, die das Filmpaket haben und nutzen wollen. Aber eben nicht alle.

Und wie soll ich mir Ihre Pakete leisten bei den Preisvorstellungen? Und jetzt kommt ein ganz heißer Tipp, den sich auch gerne andere Unternehmen (z.B. die Deutsche Bahn und überhaupt viele öffentliche Nahverkehrsbetriebe) kopieren dürfen. Bieten Sie Ihre Pakete richtig günstig an. Ich werfe mal einen Betrag in den Raum: 4,95 Euro für das Fußballpaket. Meinetwegen werden dafür nicht mehr die Receiver gesponsert. Den Betrag hat man dann nach einem Vierteljahr eh wieder raus.

Wenn das Fußballpaket so günstig und ohne diesem leidigen Sky Welt Paket zu haben wäre, dann würde ich mit Freuden noch zum Sportpaket für 4,95 Euro mehr greifen.

Jetzt sagen Sie vielleicht: „Aber dann mache ich ja 35 Euro Minus im Monat!“

Da sage ich: „Falsch, Sie machen zehn Euro Plus im Monat!“

Denn ich bin potentieller Kunde, der nie auf die Idee kommen würde, so viel Geld auszugeben. Und ich bin nicht alleine. Es würden viele, sehr viele Menschen sich für den Preis einen Receiver kaufen, um Ihr Programm zu empfangen. Endlich könnten wir Männer uns gegenüber unseren Frauen durchsetzen.

Denn bei wirklich günstigen Preisen könnten wir uns unserer Leidenschaft hingeben. Und ich meine günstige Preise und nicht das, was die Werbung von Sky mir weiszumachen versucht. Über 30 Euro ist nicht günstig. Über 30 Euro ist teuer. Unverschämt teuer.
Also Herr Sullivan, schlagen Sie eine radikale Preisreduzierung vor. Setzen Sie das auch für die Bestandskunden um und erhöhen Sie für ein paar Monate Ihre Personal, denn die Leute werden Ihnen die Bude einrennen.

Oder Sie reihen sich ein in die Reihe der vielen gescheiterten Vorsitzenden von Sky und Premiere.

Schreiben Sie Geschichte oder Sie sind Geschichte.

Freundlichst

Stefan Praß

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Es wird Zeit!

Zeit für einen politischen Neuanfang!

Das Wählervotum in Nordrhein-Westfalen war auch dieses mal wieder deutlich genug, doch die herrschende Klasse eiert immer noch herum.  Bei den letzten sieben Wahlen (Sachsen, Thüringen, Saarland, Schleswig-Holstein, Brandenburg, NRW und der Bundestagswahl) ist vier Mal der Wille des Volkes für eine rot-rot-grüne Mehrheit gewesen. Nach dem Saarland ist Nordrhein-Westfalen jetzt das zweite westliche Bundesland, dass so entschied. Es ist also längst kein ostdeutsches Phänomen mehr.

Das Trommelfeuer der Medien zeigte auch diesmal wieder keine Wirkung gegenüber der „linksextremen“ Partei. Es wird aber auch die nächsten Wochen bestimmt nicht nachlassen.

Währenddessen pfeifen die unterlegenden Parteien auf ihre Beschlüsse (FDP zur Ampelkoalition) und werfen dem Gegner fleißig Wortbruch vor. Dazu wird schön Gift ausgestreut, wie der erpresserische Versuch der FDP beweist. Solange die SPD sich nicht in einem Agreement verpflichtet, keine Gespräche mit der Linken zu führen, solange sind sie nicht zu Koalitionsgesprächen bereit.

Doch will das Volk überhaupt eine Ampelkoalition? Oder will es vielleicht doch die SPD wieder auf ihren sozialdemokratischen Weg zurückbringen? Indem diese sich politisch in einer Regierungsverantwortung mit der Linken auseinandersetzt. Wenn ich mir eine Umfrage bei tagesschau.de anschaue, dann ist das eigentlich recht deutlich. Da kann sich die Springer-Presse noch so die Finger wund schreiben.

Jetzt bleibt die spannende Frage, was macht die herrschende Klasse daraus? Beugt sie sich dem Wählerwillen oder schachert sie sich wieder die gut bezahlten Posten zu und scheißt pfeift auf Volkes Stimme?

Wie skrupellos die eigenen Machtbedürfnisse von den Politikern durchgesetzt werden, wissen wir ja schon längst. Sonst hätte es im Saarland schon zu einer rot-rot-grünen Regierung kommen können. Aber das Thema hatten wir hier ja schon (Was ich loswerden will (20), Wo Korruption anfängt und Jamaika versinkt im grünen Sumpf).

Also Frau Kraft, haben Sie bitte dieselbige und hören Sie auf den Wähler. Sie haben die Möglichkeit, die SPD wieder dorthin zu führen, wo sie vor Schröder, Clement und Konsorten mal stand. Auf der Seite der Arbeiter, fernab von Unternehmern und Lobbyisten. Wäre das so schlimm? Ich denke nicht.

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