Polizei gegen Bürger gegen Polizei

Die Aufstellung von Holger, die ich gestern vorstellte, gefiel mir sehr gut. Heute morgen bekam ich in der Presseschau des Deutschlandfunks Gelegenheit, dass Spiel auch mal zu spielen.

Dort wurde ein Kommentar der Lausitzer Rundschau vorgelesen, den man ebenfalls als einseitige Meinung auffassen kann und entsprechend auch für die Gegenseite anwenden kann:

Mehr Prävention rufen die einen, schärfere Gesetze die anderen. Beides ist mindestens gleich wichtig. Denn der Angriff auf einen Polizisten markiert auch immer einen Angriff auf den Rechtsstaat.

Mehr Prävention rufen die einen, schärfere Gesetze die anderen. Beides ist mindestens gleich wichtig. Denn der Angriff auf einen Bürger markiert auch immer einen Angriff auf den Rechtsstaat.

Wer in jungen Jahren keine Erziehung zur Gewaltlosigkeit und Toleranz genossen hat, der kann später eher dazu neigen, selbst Gewalt anzuwenden. Hier ist auch das Elternhaus gefordert.

Und dem sollte auch nicht die Möglichkeit gegeben werden, seine Gewaltbereitschaft im Polizeidienst auszuleben.

Wenn das versagt, muss zumindest die Abschreckung größer werden, als sie bislang in Paragrafen gegossen ist. Bis heute gibt es keine Mindeststrafe für tätliche Angriffe gegen Polizisten.

Wenn das versagt, muss zumindest die Abschreckung größer werden, als sie bislang in Paragrafen gegossen ist. Bis heute gibt es keine Mindeststrafe für tätliche Angriffe gegen Bürger.

Und warum bei gewalttätigen Übergriffen auf Sicherheitsbeamte nur zwei Jahre Haft drohen, aber bei Beschädigung ihres Polizeifahrzeuges fünf Jahre, ist auch keinem vernünftigen Menschen zu vermitteln.

Huch! So einseitig kann ich dann doch nicht schreiben. Zum Glück kam heute morgen auch ein Kommentar aus der „tageszeitung„:

Verlogen ist zudem die Darstellung, dass Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte derzeit nur mit maximal zwei Jahren Haft bestraft werden könne. Denn dabei wird unterschlagen, dass jede Verletzung eines Polizisten zusätzlich bestraft wird: mit bis zu fünf Jahren Haft – und wenn zum Beispiel ein Messer im Spiel ist, sogar mit bis zu zehn Jahren.

Und ich möchte wetten, dass ein Kollege immer so hilfsbereit ist und eine weitere Verletzung bestätigen wird.

Abschließen möchte ich mit dem letzten Kommentar, der in der Presseschau zu dem Thema zu Wort kam. Und zwar dem „Mannheimer Morgen„:

Allerdings plädiert die Union lediglich für vergleichsweise billig zu habende höhere Strafandrohungen. Wenn es um die sehr viel kostenintensivere Ausstattung und Ausbildung von Polizisten geht, zeigen sich dieselben Politiker schon sehr viel zugeknöpfter. Wer es aber mit seinen Beteuerungen, Polizisten besser schützen zu wollen, wirklich ernst meint, müsste sich für beides einsetzen.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, denn hier ist der Kreis zum ersten Zitat aus der Lausitzer Rundschau geschlossen. Nur das die zu dem Thema Prävention gar nichts zu sagen hatte. Findet es aber immerhin wichtig…Immerhin…

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5 Antworten to “Polizei gegen Bürger gegen Polizei”

  1. sihingalexhammer Says:

    Ganz meine Meinung, immer nur höhere Strafen fordern und bloß nichts in die Bildung investieren, die eher dazu führt, dass einer mal nachdenkt bevor er auf einen Beamten losgeht.

    • stefanprass Says:

      DAS wäre ja auch ZU einfach…

      • sihingalexhammer Says:

        Zu einfach in welcher Hinsicht? Die Änderung und Investitionen in das Bildungssystem durchzusetzen ist bestimmt nicht einfach aber ein erster Schritt zur Gewaltprävention, was Bürger und Polizei zu Gute kommt. Auf der anderen Seite gehört endlich eine unabhängige Komission ins Leben gerufen, die Polizeiübergriff auf Bürger untersucht.

      • stefanprass Says:

        Genau das meine ich, so eine Vorgehensweise könnte ja jeder. Aber stattdessen wird mit falschen Statistiken die Bevölkerung getäuscht und ein Bild gezeichnet, dass Polizisten in eine Opferrolle drängt. Wobei, Opfer sind sie wirklich. Leider das Opfer von Kürzungen in deren Haushalten und den Kürzungen in Bildungs- und Sozialsystemen. Das dürfen die dann mit gestiegener Gewaltbereitschaft ausbaden und antworten, mangels Alternativen, auch mit Gewaltbereitschaft.

  2. Polizei gegen Bürger gegen Polizei (Nachtrag) « Düstere-Grenze Says:

    […] Ich unterbreche das laufende Programm mal eben kurz für einige Sachen zu dem Thema, dass ich vor kurzem hier schon mal […]


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