We are sailing (Türkei, 4. Tag)

Um viertel nach acht klingelte unser Wecker. Nanu? Wasn hier los? Warum werden wir von unserem Wecker aus dem Schlaf gerissen und nicht vom Imam? Hat er auch verpennt? Wird Montag morgen nicht gebetet?

Egal, ich hatte andere Sorgen, die mich auf schnellsten Wege zur Toilette führten und womit der Tag beschissen anfing. Danach taperten wir zum Frühstück, wo es Rührei gab, von dem ich vorsichtigerweise nichts probierte und mich lediglich auf Melone und trockenem Brot fixierte. Steffi hatte auch Bauchschmerzen, aber nicht so stark, als das man (oder frau) auf Rührei verzichten müsste.

Danach machten wir uns für den Ausflug bereit und traten auf die Straße.

Hah! Wusste ich es doch. Ich hatte am Vortag doch einen Oldenburger gesehen.

Und das in der Türkei. So kann doch kein Urlaubsfeeling aufkommen, wenn man ständig an die Heimat erinnert wird. Wobei das ja noch witzig ist. Weniger witzig fande ich den Umgang der Deutschen, die uns am Vortag noch berieten, mit dem Personal.

Jetzt wollten wir aber den Ausflug genießen und waren dann auch ruckzuck wieder in Urlaubsstimmung. 🙂

Unser Schiff hatte mit Abstand die größte türkische Fahne, die dort ja allgegenwärtig ist. Aber sollte es auch der großartigste Ausflug werden?

Auf jeden Fall war nach ein paar Minuten bereits die Aussicht großartig. Zu den Klängen des „Best of“ von Rod Stewart schipperten wir von der Bucht von Turunc weg und ich konnte Fotos ohne Ende machen. Außerdem hätte ich mir die Mühe am Vortag schenken können. Geschenkt…

Und auch nette Leute waren an Bord. Eine türkische Mutter mit ihrer Tochter, die, nicht älter als 14 Jahre, bereits mit zwei Pfoten am Bauch tätowiert waren. Überhaupt Tattoos. Wir dachten zeitweise, wir sind die einzigen, die ohne Tattoos an Bord waren. Ein englisches Ehepaar flätzte sich ganz in die Ecke, und der Rest war eine niederländische Gruppe von vielleicht acht Personen.

Die türkische Mutter bot dann auch von sich aus an, uns gemeinsam zu fotografieren.

Kurz darauf sollte uns auch klar werden, warum am Hafen von Turunc das Buchtenhoppen nicht nur mit Five Bay Cruising beworben wurde, sondern mit BBQ-Cruising. Das BB steht nämlich auch für Blue Bay.

Und Barbeque sollte es auch noch geben, denn vorne am Bug war ein Grill montiert, wo das Fleisch für das Mittagessen frisch gegrillt wurde.

Zur Erinnerung: Das Essen war in der Fahrt inklusive und kostete zehn Euro pro Person. Die Tour sollte von 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr gehen. Für zehn Euro. Pro Person. Inklusive leckeren und frischem Mittagessen. Nur die Getränke musste man bezahlen. Ein halber Liter Wasser (gekühlt) für einen Lira. Also 50 Cent. Andere Erfrischungsgetränke kosteten 1 Euro und Bier 1,50 Euro. Aber wer trinkt bei 35 Grad auf dem Meer schon Bier? Außer die Engländer? 😉

Keine Frage, wir genossen den Ausflug in vollen Zügen. In jeder Bucht hatte man eine halbe Stunde Gelegenheit zum Schwimmen, Schnorcheln, Springen oder Spazieren am Strand. Was wir auch taten. Hauptsächlich die ersten drei Aktivitäten hatten es uns angetan. Dafür waren wir schließlich da.

Und zwischen den Buchten wurde ausgiebig gedöst und immer fleissig mit Sonnenschutzmittel (Faktor 60) eingecremt. Allerdings war das im türkischen Süpermarket gekaufte Sonnenschutzmittel vermutlich in einer Hinterhofgarage hergestellt worden. Die eine Sprayflasche war so dickflüssig, dass die Sonnenmilch nicht herauskam (und die war im Hotel) und die andere so flüssig, dass sie wohl mit zu viel Wasser verdünnt wurde…und die hatten wir mit.

Da wir die zehn Euro pro Person nicht ausgegeben haben, um unter Deck im Schatten zu sitzen und ich vielleicht einmal das Eincremen vergessen habe, brannte meine Haut irgendwie leicht. Vielleicht lag es auch daran, dass mein Durchfall nicht besser wurde. Davon abgesehen war das Fazit der Tour einstimmig. Both thumbs up!

Abends merkte ich, dass irgendwie mit mir was nicht stimmt. Der Durchfall war jetzt so schlimm, dass ich kaum noch zur Ruhe kam. Ob es daran lag, dass ich morgens die Imodium Akut mit Leitungswasser runtergespült habe? Außerdem wurde mir ganz kalt, was durch die Klimaanlage über den Bett noch verstärkt wurde.

Erstmals schliefen wir ohne laufendem Klimagerät ein…

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