Arme Stromkonzerne

Heute morgen durfte der Präsident des deutschen Atomforums und Manager bei E.ON seine Meinung zur Laufzeitverlängerung im Deutschlandfunk kundtun (das ganze Interview hier: Klick).

Das bei einem Vertreter der Atombranche natürlich Phrasen ausgesondert werden, die in der Atomenergie die Zukunft sehen, dürfte nicht überraschen. Mehr überrascht hat mich das Gejammer über die hohen Abgaben, die durch die Brennelementesteuer noch steigen.

Da macht man sich als kleiner Bürger ja keine Gedanken darüber, dass die großen Konzerne von ihren Milliardenumsätzen noch Abgaben zahlen müssen, statt gleich alles einzusacken. Von derzeit 60% Abgaben wird da gesprochen, was bei E.ON im Jahr 2009 noch für knapp 9 Milliarden Euro Gewinn gereicht hat.

Laut lachen musste ich dann bei der Aussage

„[…] wir sind der Meinung, dass wir die Belastungsschraube so weit angezogen haben, dass wir die Grenze dessen, was hier möglich ist, erreicht haben. Letztendlich müssen die Unternehmen auch von ihren Aktivitäten profitieren, das heißt auch Geld verdienen, das ja zum Teil auch wieder in Investitionen fließt und damit den Umbau unserer Energieversorgung, der dringend notwendig ist, unterstützt. Das gilt nicht nur für die Erzeugung, das gilt auch für die Netze. Hier ist sehr, sehr viel zu tun, […]“

Natürlich ist hier sehr, sehr viel zu tun, weil die Konzerne jahrelang verpennt haben, in die Infrastruktur zu investieren und ihre Milliardengewinne an die Aktionäre auszuschütten, bis die Masten im Winter wie Kartenhäuser zusammenfielen. Die Wahrheit ist: Es wird nur ein Teil investiert, alles andere wird als Gewinn abgeschöpft.

In einem hatte Herr Güldner, so der Name des Managers aber recht. Im Wahlkampf letztes Jahr machten die konservativen Parteien kein Geheimnis daraus, dass die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert werden. Gut, dass die versprochenen Steuersenkungen nicht kamen…geschenkt…wäre sowieso bei der Haushaltsverschuldung glatter Selbstmord. Aber das die Laufzeitverlängerung mitgewählt werden würde, dass wusste man auch schon, als man sein Kreuzchen letzten Herbst machte.

Aber das werden wohl kaum diejenigen sein, die jetzt auf der Straße stehen. 😉

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