verflixter Freitag

Was hab ich mich auf den heutigen Tag gefreut, denn dank zahlreicher Überstunden hatte meine Chefin heute einen sehr sehr kurzen Arbeitstag für mich geplant. Gleich nach dem Tagesgeschäft, so ca. nach dem Frühstück um 10 Uhr sollte ich mich vom Acker machen. Die restlichen Aufgaben würde sie dann schon für mich übernehmen… Tja, so war es seit einigen Tagen geplant, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Am Donnerstagabend hab ich noch schön „Herr der Ringe – die 2 Türme“ geschaut. „Macht ja nix, dass das länger geht, ich hab ja morgen nen kurzen Tag“ So dacht ich noch bei mir und bin dann gut gelaunt so gegen 24Uhr in Schräglage gekommen. Weil ich ja nun so früh gehen sollte, hab ich mit meiner Kollegin die „Schicht“ getauscht. Denn das Büro muss morgens um 7 Uhr besetzt sein, d.h. immer für einen früh aufstehen. Der Wecker sollte mich also um 5.30Uhr aus den Federn holen. Das tat er auch, aber ich hielt mich nicht dran. Um Stefan nicht zu nerven drückte ich nicht die Schlummertaste sondern schaltete das Gedudel aus. Anstatt mich aufzusetzen und die letzten Minuten noch im Sitzen zu dösen, blieb ich stumpf liegen und machte „noch mal schnell“ die Äuglein zu. Meine Güte, was man in 10 Minuten für nen geilen Scheiß träumen kann – wirklich das war ein Sketch reif fürs Fernsehen. würde ich ihn hier niederschreiben, würde er wahrscheinlich nicht halb so begeistern wie live gesehen… Aber um es mal kurz anzureißen:  …

10 Min später

Nee, ersthaft, ich habs versucht. Ich kann das nicht in Worte fassen – es kommt nicht witzig rüber. Aber egal, darum gehts ja hier auch gar nicht. Der größte Witz an der Sache ist nämlich, dass man so was nicht mal eben in 10 Min träumen kann, sondern ne geschlagene Stunde dafür benötigt. Um Punkt 6.25 Uhr schlagen meine Augen auf und meine Stimmung um. Aufgesprungen, Klamotten geschnappt, Zähne geputzt, Pony gewaschen, Katzenwäsche, Kontaktlinsen rein (ging heut überraschend einfach :-)), Klamotten an, dumme Sprüche von Stefan ignoriert und raus aus dem Haus. „Oh mann nur noch 10 Minuten…das schaffst du nie“. Natürlich die Otto Reklamation vergessen mitzunehmen und den Müllbeutel auch. Egal, machen wir halt später.

Um 7.06 Uhr bin ich dann sehr abgehetzt auf der Arbeit angekommen. Lisa war schon da…puhhh…Büro war besetzt. Alles gut! Als mein Puls langsam wieder Normalmodus angenommen hat, klingelt das Telefon. Meine Chefin. Ihr ginge es gar nicht gut, sie könne heut nicht kommen. Kein Problem, Gesundheit geht vor. Nun gut, somit wuchs für mich der Berg an Aufgaben und der frühe Feierabend rutschte vom „Nach dem Frühstück“ zu „zum Mittag“. Der Arbeitstag verlief auch mehr oder weniger Problemlos und tatsächlich um 12 Uhr konnte ich das Gebäude verlassen und mich endlich in mein Shoppingnachmittag begeben. Seit Tagen versuche ich ja nun schon neue Klamotten aufzutreiben, aber weder bei Bestellungen noch im Rolandcenter habe ich annähernd was Passendes gefunden. Also hieß mein Plan: Waterfront!

Als ich dann ins Auto einstieg wurd ich durch das leuchtende Licht hinterm Lenkrad wieder daran erinnert, dass der Tankboden nur noch geringfügig bedeckt ist. Auch das sollte kein Problem darstellen, kann ich ja auf dem Rückweg noch schnell an der Tanke halten. In der Waterfront angekommen, ging mein erster Gang zum ersten Geschäft, dass vor mir auftauchte . Clockhouse / C&A. Naja, Hoffnungen hatte ich da keine, denn dort hab ich noch nie irgendwas Ansprechendes oder Passendes gefunden. Doch diesmal sollte das Glück wirklich auf meiner Seite sein. Ausgesucht, anprobiert, Nummer kleiner gesucht, erneut anprobiert, gekauft. Somit hatte ich schon mal eine Tüte mit 4 Kleidungsstücken – juchu – das verspricht ein erfolgreicher Tag für mich zu werden. Auf dem Weg zum nächsten Geschäft, kreuzt Bijou Brigitte meinen Weg. Na, da kann ich doch gleich mal schaun, ob die weißen Schmuck haben. Und Tatsache. Wo ich die letzten Male auch in dieser Kategorie kein Einkaufsglück hatte, hatte ich diesmal mit wenigen Griffen Gesuchtes gefunden. Ab an die Kasse. Die Karte ins Gerät und…. … … „der Vorgang wurde abgebrochen“.

„Ja, kann ja mal passieren, diese Elektronik ist halt sehr sensibel“, lächelte mich die Verkäuferin an.

Also wiederholten wir die ganze Prozedur. Mit dem Ergebnis: „Der Vorgang wurde abgebrochen“

„Komisch“ sag ich, „vorhin hats noch funktioniert. Nagut, dann halt bar.“

Bei Esprit angekommen wurde ich doch glatt bei dem Saleständer fündig und mir passte eine Hose. Innerlich strahlte ich schon um die Wette mit der nicht vorhandenen Sonne. So erfolgreich und alles so easy, ohne Stress und mit viel Zeit. An der Kasse geb ich auch dieser netten Verkauferin meine Karte… … … „der Vorgang wurde abgebrochen“. 3x wollt sie es probieren, schließlich sind die Geräte ja alle sehr sensibel. Na toll, ich glaubte mittlerweile nicht mehr an das Versagen der Elektronik und fragte gleich (während ich das Bargeld auf den Tresen legte), wo ich den nächsten Automaten finden könnte. Auf dem Weg dorthin ging ich nochmal meinen Kontostand durch. „Die Abrechnung hast du erhalten, also müsste das Gehalt schon drauf sein. Prämiensparen (d.h. mein Konto wird bis auf 100,- Euro geräumt) findet am 04. jeden Monats statt. Welches Datum ist denn heut???? Oh nein, das heißt ja, dass mein gesamtes Gehalt auf mein Sparkonto gebucht wurde.“ Und tatsächlich, auf meinem Konto war nur noch so viel Geld drauf, dass nur die Abbuchung von C&A noch glattging. Bargeld bekam ich auch keins.

Somit nahm meine Shoppingtour ein jähes Ende. Ich war enttäuscht und stiefelte zu meinem Auto zurück. Dort angekommen wurde ich auch schnell wieder aus meiner Lethargie gerissen. Ach du Schreck, du musst ja noch tanken!!!! Schnell das Portemonaie gezückt und in den Tiefen noch müde 5 Euro entdeckt. OK, das wird reichen um nach Hause zu kommen. Dort liegt auch noch Bargeld und dann kann ich noch den Wochenendeinkauf erledigen.

Zu Hause angekommen bin ich erstmal an den Rechner gegangen um mich über meine Kontosituation genauer zu informieren. Was ich da sah, wollte und konnte ich kaum glauben. Ist das denn zu fassen? Haufenweise Schotter auf meinem Girokonto. Frei Verfügbar! Von wegen alles aufs Sparbuch gebucht. Die Gehaltzahlung muss genau in dem Moment zwischen Automat und Fahrt nach Hause auf meinen Konto angekommen sein. Boah war ich brassig. Das darf ja wohl nicht war sein. Trotzdem nehm ich mal lieber zur Sicherheit etwas Bargeld mit zum einkaufen.

Das Otto Reklamtionspaket untern Arm, die Mülltüte in die Hand, die Handtasche umgeschwungen, ab nach draußen. Mülltüte ist in der Tonne verschwunden, nun noch die Tür abschließen. Ich wühlte in der Handtaschen und wühlte und wühlte… wurde unruhiger und wühlte und wühlte und wühlte … wurde gereizt und wühlte und wühlte. Gott sei Dank hatte ich die Tür noch nicht zugezogen. Also rein in den Flur, Otto Reklamationsscheiß auf den Boden geworfen und die Handtasche „ordentlich“ durchsucht. Kein Haustürschlüssel. Also nach oben. Auf dem Küchentisch: Kein Schlüssel, beim PC: kein Schlüssel. Hmmm?? Das kann doch nicht sein. Wo is das verfluchte Ding. Steffi, Nerven bewahren und den Weg nochmal durchgehen. Im Wohnzimmer in der Schublade geguckt, bei Lucy am Fressnapf geguckt. An jedem verdammten Ort geguckt wo ich langgelaufen bin. Dann bin ich wieder runtergegangen und hab ich der Jackentasche geguckt, die Schuhe hab ich abgesucht, falls mir der Schlüssel aus der Hand gefallen sei. Die Mülltonne aufgemacht und dort geguckt. Weit und breit KEIN SCHLüSSEL!!!!

Dann kann ich ihn ja nur von außen in der Haustür stecken lassen haben. Doch nix. Oh nein, hat den jemand abgezogen? Das hieße ja neue Schlösser und noch viel schlimmer, da war der Arbeitsschlüssel dran. Der kostet richtig Asche, ist nämlich so ein Hightechgerät. Panik, Wut, Verzweiflung. Also bin ich nochmal hoch geflitzt und hab jeden Quadratmillimeter abgesucht, mit Tränen in den Augen.  Naja, nen Blick in die Shoppingtüten kannst ja auch mal riskieren – nichts ist unmöglich.  Und da waren sie, in voller Pracht!!    Puuuuhhh, Schwein gehabt.

Also, ab ins Auto und zu Edeka (nachdem ich noch 2 mal umdrehen musste, weil ich meine Handtasche und danach meine Hut vergessen hatte). Alles bekommen, alles bezahlt: Mit KARTE!!!! Dann noch zu Zurbrüggen, weil wir fürs Kuchenbacken noch ein Handrührgerät brauchen (das hab ich nämlich bei der letzten Backaktion geschrottet).

Nee, Elektrogeräte ham wa nicht… die gibts nur drüben bei Saturn

Hätt ich mir das Suchen auch sparen können. Also zu Saturn, Gerät gekauft: mit KARTE!!!! Noch schnell einen Marktforscher mit meiner Meinung zufriedengestellt und ab durch den Regen zum Auto. An der Tanke getankt (mir dabei einen Fingernagel abgebrochen, aber das ist ja fast nicht mehr erwähnenswert) und bezahlt: Ihr wisst schon…

Zur Aral und die Otto – Blabla abgegeben. und ab nach Haus! Ich bin völlig fix und fertig, da piept mein Handy:

Ihre Otto Bestellung 2. Teil liegt nun bei der Aral für Sie bereit

Ahhhhh – warum bekomm ich diese Info nicht 2 Min. früher. Das wars jetzt. Ich geb auf. Der Tag hat gewonnen. Heut mach ich nix mehr. D.h. oh doch, ich werd gleich noch mit meinen Schatzi die erste Tanzstunde wahrnehmen. Ich bin sehr gespannt, welche Überraschung mich dort bereits erwartet…

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3 Antworten to “verflixter Freitag”

  1. Synapse Says:

    Also für den Schreibfleiß gibt es schon erst mal eine Eins mit *.
    Und für den Inhalt ebenfalls. Köstlich. Ich habe mich herrlich unterhalten gefühlt. Hat nicht geschadet, dass ich mir deinen Blog subscribte habe. Gruß an deinen Stefan und habt zusammen einen schönen Abend. Lieber Gruß, Mandy

  2. Morgis Says:

    Oha, was für ein gestresster Tag. Also wenn Sophie und/oder mir solche Dinge passieren, dann kennen wir nur einen Begriff für den jeweils anderen: Opfer! 😀

  3. Steffi Says:

    Das „Opfer “ kann mittlerweile wieder drüber lachen und die Tanzstunde ging auch überraschend fröhlich und katastrophenfrei über die Bühne… Mehr davon hätt ich wohl auch nicht ertragen ^^


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