Die Rechnung ging nicht auf

Ums Leben kam beim gestrigen Polterabend zum Glück niemand – auch wenn Blut floss – auch sonst sind die Parallelen zu oben genannten Film eher dürftig. Aber die Hoffnung, dass meine mitgebrachte Hose* wieder mitgenommen werden würde, zerschlug sich noch vor Eintreffen des Taxis. Aber der Reihe nach. Oder vielleicht doch eine nicht-lineare Aufzählung des Abends? Dann würde eine Parallele zum Film doch da sein. 😉

Die Aufregung bei Steffi stieg mit jeder Minute, während ich mir lieber eine Grundlage schuf und beim Imbiss unten noch eine Pita verspeiste. Aber aufgeregt war ich natürlich auch.

Mit Eintreffen von Jana wurde es schon merklich besser. Schade nur, dass sie so viel Geschirr mitbrachte. 😉

Vorbereitet hatten wir ja schon alles am Vortag, ich brauchte also nur noch das Netbook an die Anlage anzuschließen. Währenddessen wurden schon mal die Knabbersachen in den Schalen verteilt. Nach und nach trudelten auch die Gäste ein und bis kurz nach acht verbrachten Steffi und ich die Zeit draußen. Körperlich schwer schuftend unter nahezu komplett fehlendem Mitleid unserer ehemaligen Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen. Nach zwei gefühlten Ewigkeiten und einer mittlerweile stark blutenden zukünftigen Braut hatten wir es geschafft, das ganze zerbrochene Porzellan in den Abfallbehältern zu verstauen. Unser Potential an Spaß und Freude war zu dem Zeitpunkt schon nahezu aufgebraucht.

Dafür konnte jetzt mit dem angenehmen Teil des Abends begonnen werden. Dem Feiern. 🙂

Dazu kann ich nur leider nicht so viel erzählen. Wir standen im Mittelpunkt, klar. Der Abend war überwiegend gediegen, was mir lieber ist, als ein exzessives Ausarten. Was mir nicht behagt, ist das man halt im Mittelpunkt steht, was aber den Vorteil hat, dass man sich an jeden Tisch stellen kann und gleich in die Gespräche aufgenommen wird. 😈

Um den Eröffnungstanz kamen wir nicht herum. Auf vielfachem Wunsch, wie Steffi so schön ankündigte…

Nun wussten alle Anwesenden Bescheid: Steffi und ich können Tanzen. Angeblich sogar recht gut, wie uns von mehrfachen Seiten rangetragen wurde. Die Generalprobe ist also geglückt.

Leider fand unser Tanz nicht viele Nachahmer. Das kann zum einen an den relativ geschlossenen Gruppen gelegen haben. Zum anderen auch an der Musik, die von mir zwar in mühevoller Arbeit zusammengestellt wurde, aber bis dato noch nicht sehr flott war. Und als sie flotter wurde, aufgrund der Uhrzeit, bereits runtergeregelt war. So ein DJ hat dann den Vorteil, dass er für Stimmung sorgt, während ich zwischen den Gesprächen selbst mal ans Netbook musste.

Wie auch immer. Unser Plan, den Polterabend in der Woche zu machen, damit die Feier nicht ausartet ging recht gut auf. Die meisten, uns eingeschlossen, mussten heute wieder arbeiten und verabschiedeten sich relativ früh. Viele hatten sogar einen nicht unerheblichen Weg zurückzulegen, was meine Freude über deren Erscheinen noch steigert. Um kurz nach elf waren fast alle verschwunden. Lediglich Albert, zwei Kolleginnen von Steffi aus dem Hotel, Jana, meine Eltern und wir zwei waren noch da. Mein Gegenangriff bei meinem Vater bewirkte dann auch, dass er von rituellen Hosenverbrennen auch langsam absah und ich bester Hoffnung war, noch drumherum zu kommen. Aber, die Rechnung ging nicht auf…

Das Taxi war bereits bestellt, die Sachen gepackt, da drehten die Kolleginnen von Steffi noch mal auf und wollten mir an die Wäsche. Ich kann von Glück sagen, dass meine Überzeugungsarbeit klappte und die beiden sich mit der mitgebrachten Hose zufrieden gaben. Während wir also die Geschenke – ja, die gab es auch 😀 – zusammenräumten, zündelten draußen um kurz nach Mitternacht zwei Frauen an einer Jeans rum. Steffi warf dann solidarisch ihren BH noch dazu, als das Taxi in dem Moment um die Ecke bog. Muss ein tolles Bild für den Fahrer gewesen sein.

Steffi war nach diesem Abend, und mit dem Wegfall der Anspannung noch ganz schön aufgekratzt. Meinereiner reagiert bei Wegfall von Anspannung ja ganz anders. Und so kollidierten unsere Reaktionen darauf im Bett höchst unterschiedlich. Ich habe keine Ahnung, ob und wie lange Steffi noch auf mich einredete. Ich schlief sehr schnell sehr tief ein.

* Es gibt bei einem Polterabend das Ritual, die Hose des Bräutigams zu verbrennen. Als Zeichen dafür, dass er in Zukunft nicht mehr die Hosen anhat.

Außerdem werden Schuhe der Braut an einen Baum genagelt. Damit sie nicht mehr weglaufen kann.

Und als Bonus wird noch ein BH der Braut verbrannt. Welche Bedeutung das hat? Konnte mir noch keiner beantworten. Meine Vermutung: Damit die Ehemänner leichtes Spiel haben. 😈 Oder weil die Frauen sich in der Ehe mal hängen lassen können… 😯

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6 Antworten to “Die Rechnung ging nicht auf”

  1. Synapse Says:

    Danke für den wundervollen Bericht. Ich habe mich mittendrin gefühlt. Schön, dass euer Polterabend so schön verlaufen ist. Und nun kann es auch richtig ernst werden. Meine guten Wünsche dazu habt ihr. Alles Liebe, Mandy

  2. Ma Rode Says:

    Ich konnte mich mit solchen abstrusen Rituale wie Hose verbrennen und Schuhe annageln etc. noch nie anfreunden. Porzellan zerscheppern reicht auch dicke, finde ich. Da hat man als Brautpaar genug zu tun mit der Fegerei.

    Euch beiden alles Gute!


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