Inkonsequent vor Gott

Letzten Samstag hatten wir unser Gespräch mit dem Pastor, in dessen Kirche wir am 02. April heiraten werden. Groß vorbereitet habe ich mich nicht, ich hatte eh nur eine Frage auf dem Zettel:

Muss ich mit Gottes Willen mein Ja-Wort abgeben?

Am Freitag rief dann noch mal Steffis Schwester an, die uns mit einigen Ratschlägen für das Gespräch versorgte:

Bereitet euch auf das Gespräch vor.

Habt Kirchenlieder parat.

Stellt euch den Ablauf vor.

Habt einen Trauspruch parat.

Bereitet euch auf das Gespräch vor.

Ich erwähnte, dass Steffi wohl schon eifrig an einem Trauspruch dabei ist und auch schon Lieder rausgesucht hat. Und erzählte beiläufig, dass mir nur wichtig ist, dass ich meinen eigenen Willen bekunden kann. Um Gottes Willen (Achtung! Wortspiel^^), das solle ich lieber nicht machen. Der Pastor würde, verständlicherweise, sofort eine Diskussion über Gott anfangen. Und wenn er merkt, dass ich total uneinsichtig bezüglich der Existenz Gottes bin, kann er auch die Hochzeit ausfallen lassen, da er nicht verpflichtet ist, uns zu trauen.

Das war der Moment, wo ich mich spontan entschlossen habe, die Frage doch nicht zu stellen.

Das gestand ich gestern auch meinen Kollegen, die das in anderer Hinsicht nicht verstanden haben. Denn wenn ich nicht an Gott glaube, warum heirate ich dann in einer Kirche? Gute Frage, die ich nur damit beantworten kann, dass ich nicht unbedingt in einer Kirche heiraten muss. Es ist der Wunsch der Frau kirchlich zu heiraten. Und zwar nicht in irgendeiner Kirche, sondern in der Kirche, in der sie selber kirchendienstlich tätig war und von der sie schon als kleines junges Mädchen geträumt hat zu heiraten. Und ich jetzt der glückliche bin, der neben ihr vor dem Altar sitzen darf. Da interessiert mich eine imaginäre Gestalt mal herzlich wenig. 😉

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3 Antworten to “Inkonsequent vor Gott”

  1. ulf_der_freak Says:

    Das nennt man über seinen Schatten springen. 🙂

  2. Morgis Says:

    Du hättest die Frage ja umformulieren können. „Ich kenne da einen der kennt einen der… also jetzt rein hypothetisch… muss er das?“ Und so weiter.


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