Von Fairness und Strafen

Nun sind es also noch sieben Punkte Abstand zu Vizekusen.

Nach einem sehr unterhaltsamen Spiel am Samstag Abend teilten sich die die Borussia und die 05-er die Punkte, was keinem so recht weiterhilft. Den Mainzern nicht, weil man an Boden nach oben zu den Bayern verliert und nach unten zu den Nürnbergern. Und Dortmund nicht, weil man im zweiten Spiel in Folge Punkte auf den Verfolger aus Leverkusen verliert.

Dabei fing es sehr gut an. Nach einer kurzen Abtastphase waren es die Mainzer, die mit Schürrle das erste Mal gefährlich vor das Tor kamen (6.). Gleich im Anschluss brachte Götze einen Freistoß in den Strafraum, den Hummels mit dem Rücken ins Mainzer Tor verlängerte. 1:0 für die Borussia.

Dieses Tor gab den Dortmundern Sicherheit im Spielaufbau und man erarbeitete sich eine optische Überlegenheit. Besonders Barrios wusste zu gefallen, schaffte er es mehrfach in Unterzahl den Ball zu halten und weiterzureichen. Nach 15 gespielten Minuten dann die in meinen Augen spielentscheidende Szene. Ein langer und hoher Ball in den Strafraum der Mainzer wollte Barrios mit dem Kopf über den zu spät herausgelaufenen Wetklo köpfen, dem nichts besseres einfiel als seinen Stellungsfehler mit einem kompromisslosen und rabiaten Einsteigen in unseren Stürmer auszubügeln. Dr. Felix Brych zeigte sofort und vollkommen zurecht auf den Elfmeterpunkt. Wetklo allerdings kam mit einer gelben Karte davon. Zuwenig, wenn man bedenkt, dass er die Gesundheit von Barrios mit diesem überharten Einsteigen bewusst gefährdet hat. Und sich vor allem nicht mal einsichtig gezeigt hat und noch während der gesamten Behandlungspause am rummeckern war. Drei Minuten lang musste unser Topstürmer behandelt werden, in der er klar und deutlich kaum Luft bekam. In der 30. Minute war dann Schluss für ihn und er musste gegen Lewandowski ausgewechselt werden.

Hier muss man dem Schiedsrichter ein schlechtes Augenmaß bescheinigen. Schon in den ersten 15 Minuten waren zwei taktische Fouls ungeahndet geblieben. Und mit dem Foul an Barrios machte sich Wetklo keine Freunde, Brych mit seinem Zaudern allerdings auch nicht. Das Spiel blieb zwar weitestgehend fair, hätte aber gerade zu Beginn noch zwei gelbe Karten mehr verdient gehabt.

Den fälligen Strafstoß sollte Nuri Sahin verwandeln. Auf den hätte ich auf gesetzt, war er doch bislang unser bester Strafstoßschütze. Doch seit dem Hinspieldrama gegen Hoffenheim, wo Nuri den wiederholten Elfmeter verschoss, scheint der Wurm bei ihm drin zu sein. Der Schuss war zwar halbhoch, aber viel zu schwach geschossen. Man merkte Sahin die Unsicherheit bei dem Schuss deutlich an. Selbst Klopp denkt jetzt laut über einen anderen Elfmeterschützen nach. Vielleicht sollte er in Bremen mal nachfragen, wo ein arrogant auftretender Sandro Wagner zwei Elfer in einem Spiel versenkt, was denn das Geheimnis eines guten Elfmeterschützen ist. Bei uns würde ich ja für Kevin plädieren, der noch am ehesten fähig zu sein schein, sein Gehirn in wichtigen Situationen auszuschalten.

Die Dortmunder waren nach diesem vergebenen Big Point nicht so von der Rolle, wie ich es befürchtet hatte. Allerdings merkten jetzt die Mainzer, dass mehr drin ist im Spiel. Als dann Barrios das Spielfeld verließ, kamen die Hessen besser ins Spiel und hatten bis zur Halbzeit sich ein Übergewicht erkämpft. Den Dortmundern kam die Halbzeitpause gerade recht.

Aus dieser kamen die Dortmunder einen Tick besser, aber das Offensivspiel krankte am letzten entscheidenden Pass. Zu oft wurde in die Mitte gespielt, wo die kompakt stehende Verteidigung der Mainzer kaum Probleme hatte, den Ball zurückzuerobern. Ein Manko, dass schon gegen Hoffenheim uns um wichtige Punkte gebracht hat und schleunigst abgestellt gehört. Das fehlende Spiel über die Außen muss man aber auch unseren Außenverteidigern ankreiden, die überhaupt in der Rückrunde viel zu selten Vorstöße wagen und somit in der Offensive für ein zahlenmäßiges Untergewicht sorgen.

Somit war es keine Überraschung, dass der Ball nach knapp einer Stunde Spielzeit im Tor der Dortmunder landete. Zum Glück sah der Linienrichter den aus dem passiven Abseits gekommenen Allagui und pfiff die Situation ab. Eigentlich ein Weckruf für unsere Jungs, die aber, wie oben erwähnt, zu wenig für das offensive Spiel taten und sich mit einem taktischen Mittelfeldgeplänkel über die Zeit retten wollten. Doch in der 85. Minute kam es dann zu dem Aufreger, der m.E. überbewertet wurde, aber verständlicherweise für hochkochende Emotionen bei den Dortmundern sorgte.

Subotic wehrte einen Ball mit dem weichsten seiner Körperteile ab und ging vor Schmerzen krümmend zu Boden. Zidan verlor im Mittelfeld den Ball, bevor er die Chance hatte, an einem besser postierten Mitspieler abzugeben, der eventuell die Situation erkannte und ins Aus hätte spielen können (Zidan stand mit dem Rücken zu Subotic). Die Mainzer eroberten den Ball, kamen über außen und flankten nach innen, wo jetzt Subotic fehlte. Slisovic netzte unbedrängt ein.

Die Aufregung von Jürgen Klopp blieb verständlicherweise nicht aus, reagierte sich in meinen Augen aber an dem falschen ab. Sicher hätten auch die Mainzer Spieler den Ball ins Aus schieben können, aber das ist nicht deren Aufgabe, wenn sie die Chance auf einen vielversprechenden Angriff haben. Das Spiel hätte Schiri Brych unterbrechen müssen, was er aus welchem Grund auch immer nicht tat. Als Subotic nach dem Gegentreffer das Feld zur Behandlung verließ, war bereits jegliche Farbe aus seinem Gesicht entwichen. Ein klares Indiz dafür, dass die Verletzung durchaus unterbrechungswürdig gewesen wäre.

So kam es am Ende zu Tumulten und verbalen Äußerungen, die sich noch nach Spielende vor laufenden Kameras fortführte und die das Bild des schlechten Verlierers Klopp zeichneten. Denn so fühlte sich das Unentschieden für die Dortmunder an. Wie eine Niederlage. Dabei lag es an den Dortmundern, den Sack früher zu zumachen. Oder durch mutigeres Offensivspiel den Gegner erst gar nicht die Möglichkeit zur Entfaltung zu geben. Wer zwei Drittel des Spiels ein energisches Pressing an den Tag legt, muss auch im Offensivspiel energischer rangehen und nicht nur ideenlos in die Mitte spielen, wo die einzige Spitze meist überfordert wirkt angesichts der Überzahl gegnerischer Verteidiger.

Traurige Szene zum Schluss des Spiels war sicherlich der Regen aus Feuerzeugen, die auf den uneinsichtigen Torwart der Mainzer niederprasselte, während der beim Abstoß auf Zeit spielte und damit noch mehr Gelegenheit hatte, auf Zeit zu spielen. Das war in höchstem Maße asozial und zeichnete vor allem unsere Fans als schlechten Verlierer. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass wir uns alle zu früh auf die Meisterschaft gefreut haben. An diesem Spiel war weder unsere Offensive, noch die Reaktion unseres Trainer, vor allem aber nicht unserer Fans meisterlich.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Sport. Schlagwörter: , , , . Kommentare deaktiviert für Von Fairness und Strafen

Kriegerisches Flugverbot

Gestern habe ich mich über die Haltung des Außenministers über die Errichtung einer Flugverbotszone in Libyen aufgeregt. Da kam das Interview des Deutschlandfunks heute morgen mit der Außenwelle gerade recht.

Zum Glück war der Interviewer Herr Heinemann, der dafür bekannt ist, durchaus etwas schärfer nachzufragen.

Sehr interessant also die Vermutung, dass durch das Errichten einer Flugverbotszone Deutschland sogleich in ein Krieg hineingezogen werden würde. In erster Linie ist eine Flugverbotszone eine militärische Operation und hat noch nichts mit Krieg zu tun. Das ist wichtig, denn wenn es sonst um das Wort Krieg geht, sind unsere Politiker durchaus als spitzfindig zu bezeichnen. Wieso wird hier also von einem Krieg gesprochen und in Afghanistan wurde dieser Vergleich lange Zeit mit Entrüstung abgelehnt und wird heute immer noch als „kriegsähnlicher Zustand“ bezeichnet?

Diese eine Frage habe ich leider im Deutschlandfunk vermisst. Mit welcher Berechtigung kämpfen (und sterben) deutsche Soldaten „für unsere Freiheit am Hindukusch“, während ein wahnsinniger Diktator einen Steinwurf von uns entfernt seine Landsleute ausbomben darf? Weil es vielleicht doch darum geht, in dem einen Land unsere wirtschaftlichen Interessen eben auch mit militärischer Gewalt zu vertreten? Die Freiheit von Menschen ist leider kein Grund, eine militärische Intervention zu starten.

Dabei stellt sich mir generell eine weitere Frage. Ich habe als Kriegsdienstverweigerer vor 16 Jahren mich bewusst gegen militärische Gewalt entschieden und plädiere auch weiterhin dafür. Wenn also Westerwelle keine deutschen Soldaten in den Krieg ziehen lassen will, dann müsste er doch genauso vehement sich dafür einsetzen, dass die deutschen Soldaten aus Afghanistan zurückkehren. Tut er aber nicht.

Was also tun, in diesem für einen Linken schwierigen Dilemma. Gut, ein Linker hätte es nie zugelassen, dass Waffen an diesen „wirren libyschen Diktator“ (O-Ton Westerwelle) verkauft werden. Dies wurde aber jahrzehntelang von unseren Regierungen ermöglicht. Dabei wurde auch fleissig Öl den Libyern abgenommen, damit Gaddafi sich von dem Geld Panzer, Flugzeuge und Artillerie kaufen konnte. Hat man also jetzt Angst vor einem „Krieg“, weil man weiß, was für Waffen Libyen besitzt, während man sich dem afghanischen Bergvolk gefahrlos nähern konnte?

Sorry, dass ich immer wieder auf Afghanistan rumreite. Aber mich macht es echt wütend, dass dort unsere Streitmächte hingeschickt werden, während sich in Nordafrika ein Diktator ins Fäustchen lacht.

Herr Westerwelle vergleicht im Interview immer wieder auf die Situation im Irak. Zitat:

„Wenn dann auch militärisch eingegriffen würde aus der Luft – und wie im Irak-Krieg funktioniert das nicht -, dann ist der nächste Schritt gegen den Diktator, dass Bodentruppen geschickt werden.“

Das impliziert, dass gegen Saddam Hussein nur mit Bodentruppen vorgegangen wurde, weil die Flugverbotszone unwirksam war. In Wahrheit waren es aber Lügen des Westens und die Panikmache vor Massenvernichtungswaffen, vor allem aber die Sucht nach Öl, die den Westen gegen den Irak vorgehen ließen. Menschenrechte war, ist und wird vermutlich nie ein Thema sein.

Ich würde ja sogar unseren Politikern abnehmen, dass sie alles dafür tun, eine friedliche Lösung anzustrengen. Aber eben nicht den Politikern unserer Gegenwart.

Doch wie würde eine Lösung aussehen? Militärische Gewalt lehne ich augenscheinlich ab. Von Verhandlungen und Sanktionen wird dort auch kein Menschenleben gerettet. Und schafft es Gaddafi, die Rebellion zu vernichten, kann das als Signal für andere Länder gelten, z.B. Bahrain und Jemen, wo jetzt schon auf die Bevölkerung geschossen wird.

Ich kenne mich nicht mit Völkerrecht aus, aber m. E. muss eine Einmischung in ein Land möglich sein, wenn das Vorgehen der Regierung nicht mit dem Menschenrecht vereinbar ist. Sanktionen werden übrigens, dass beweist das Beispiel Irak ebenfalls, genauso hintergangen und sind de facto wirkungslos.

An Blauhelmsoldaten habe ich auch schon gedacht, aber dabei auch die schrecklichen Ereignisse in Ruanda in Erinnerung, wo vor den Augen von Blauhelmsoldaten eines der größten Massaker der Neuzeit statt fand. Außerdem würde das schon ein Einsatz von Bodentruppen bedeuten.

Was meint Ihr? Was wäre das beste Vorgehen gegen den libyschen Diktator? Sollte man überhaupt vorgehen? Oder ist es für ein Eingreifen sogar schon zu spät (was ich glaube)?

Schrecklich

Einen habe ich noch, um mein (und Euer) Gemüt kurz vom Schrecken der Welt abzulenken.

Veröffentlicht in Video. Schlagwörter: , . 6 Comments »

Wegbeschreibung

So, jetzt ist mal kurz wieder ein erfreulicheres Thema dran. Unsere Hochzeit. Bekanntlich am 02. April um 14 Uhr vor Gott in Sillenstede. Danach werden von Steffi und mir noch ein paar Fotos geknipst. Dafür lassen wir uns extra eine Fotografin aus Leipzig einfliegen mit dem Zug kommen. 😉

Für alle Gäste, die sich in unser Blog verirrt haben, anbei noch die Wegbeschreibungen zur Kirche…

und von der Kirche zum Schützenhof.

Klickst Du auf die Bilder und drückst oben Drucken!

 

Nachtrag 17.03.2011: Sachma hat in den Kommentaren die Frage aufgeworfen, ob jetzt alle zur Hochzeit kommen sollen. Natürlich können alle, die wollen, zur Trauung kommen. Gar keine Frage. Nur bei der Feier müssen wir ne Woche vorher eine feste Personenzahl angeben, was Überraschungsbesuche bei der Kirche zu einem kurzen Vergnügen machen würde. Denn wir werden da keinen kurzfristig bei der Feier einschieben können.

Die Wegbeschreibung sollte für die Gäste sein, die zur Hochzeitsfeier eingeladen wurden. In diesem Fall habe ich mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt. 😳

Veröffentlicht in Feierlichkeiten. Schlagwörter: , , , . 10 Comments »

Gemetzel

Wie soll man das Vorgehen des libyschen Staatsführers anders nennen, als ein Gemetzel an das eigene Volk?

Seit Wochen lässt Gaddafi nun ausländische Soldaten gegen das eigene Volk vorgehen.

Seit Wochen werden sie mit schweren militärischen Waffen aus ihren Häusern gebombt. Mit Waffen aus Deutschland.

Seit Tagen diskutieren die europäischen Politiker über eine Flugverbotszone über Libyen. Aber statt zu handeln wird weiterhin tatenlos zugesehen, wie ein Despot sein Volk dahinmetzelt.

Und was sagt unsere Außenwelle dazu?

Wir wollen und dürfen nicht Kriegspartei in einem Bürgerkrieg in Nordafrika werden.

Aber in Afghanistan eine Kriegspartei zu spielen ist okay, oder wie? Ach ja, aus Libyen könnten wir ja den Zugang zu Öl verlieren. Das ist wichtiger, als das Leben von tausenden Menschen…

Da wundert es auch nicht, dass Gaddafi in einem RTL-Interview die Haltung Deutschlands ausdrücklich gelobt hat. So ein Lob eines Diktators zeichnet unsere demokratische Regierung schon besonders aus…

Jedenfalls weiß ich jetzt, wie eine Revolution in Deutschland abgehen würde. Sie würde von unserer Junta ebenso blutig niedergeschlagen werden und die Springer-Presse würde ihren Teil dazu beitragen. Hat in den Sechzigern ja auch schon wunderbar funktioniert…

Veröffentlicht in Politik. Schlagwörter: , , , , . 6 Comments »

Entfernung?

Einem Aufruf der NachDenkSeiten habe ich mal zum Anlass genommen, die Entfernungen der nächstgelegenen Atommeiler von unserem Zuhause zu messen. Angaben sind jeweils in Luftlinie:

AKW Unterweser bei Esensham: 45 km

AKW Brunsbüttel bei Hamburg: 102 km

AKW Brokdorf bei Hamburg: 102 km

AKW Emsland bei Lingen: 109 km

AKW Grohnde bei Hameln: 123 km

AKW Krümmel bei Hamburg: 125 km

Bedenkt man, dass die Unglücksreaktoren in Japan 250 km von Tokyo entfernt stehen, sind diese Entfernungen ein Witz.

Zur Einschätzung der Lage der AKWs habe ich die Übersichtskarte von Robin Wood genommen, die gleich noch mit zusätzlichen Informationen über die einzelnen Kraftwerke aufwartet.

Veröffentlicht in Wissen. Schlagwörter: , . 6 Comments »

Strahlender Wahlkampf

Verbietet es sich wirklich, jetzt Wahlkampf zu machen angesichts des unvorstellbaren Leids in Japan?

Natürlich nicht. Sonst wird doch auch Wahlkampf gemacht, obwohl weltweit Armut und Hunger herrscht.

Mache ich Wahlkampf?

Natürlich nicht, ich gehöre ja nicht mal zu einer Partei.

Worauf ich hinaus will. Einerseits soll man mit dem Thema Atompolitik keinen Wahlkampf betreiben, andererseits tut unsere aktuelle Regierung genau das. Oder wie sonst ist ihr Schlingerkurs im Moment zu erklären?

Erst hieß es, unsere Atomkraftwerke seien sicher. Kein Grund zur Aufregung, hier muss nichts abgestellt werden.

Dann wollte man eine dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung erwägen.

Jetzt heißt es plötzlich, dass sieben AKWs sofort abgestellt werden sollen. Was natürlich bedeutend werbewirksamer ist, als mal drei Monate darüber nachdenken, ob unsere AKWs wirklich sicher sind und dann Business as usual zu machen, wenn die Wahlen vorüber sind.

Was natürlich nicht erwähnt wird, dass wenn jetzt die AKWs abgestellt werden, die übrigen AKWs aufgrund der beschlossenen Laufzeitverlängerung die Zeit der abgeschalteten AKWs anrechnen dürfen. Und damit laufen die dann länger. Gar nicht mal so doof, oder?

Man erkennt schon, welche Maßnahme ich bevorzuge, oder? Abschalten! Alle. Sofort. Wir beziehen unseren Strom (erst) seit Jahresbeginn von Naturstrom. Es ist niemandem geholfen, wenn ich bei Facebook mir ein Button ins Profilbild stecke, aber aus meiner Steckdose weiterhin billiger Atomstrom fließt. Das der Wechsel nicht schwer ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und die Stromanbieter werben ja schon mit ihrem Namen damit, dass der Wechsel e wie einfach ist. Nur sollte man dabei nicht übersehen, dass gerade die günstigen Anbieter eben die sind, die einen besonders hohen Anteil an Atomstrom haben.

Mein Anbieter hat übrigens genau 0% Atomstromanteil und kostet mich nicht mehr wie der örtliche Betreiber. Das Märchen von der teuren erneuerbaren Energie wurde übrigens auch schon widerlegt. Jetzt muss den Menschen nur noch klar werden, dass Atomstrom nur deshalb noch günstig ist, weil es von unseren Steuern subventioniert wird bis zum geht nicht mehr. Ganz zu schweigen von der noch immer ungeklärten Endlagerfrage. Und das nach über 60 Jahren Einsatz der Atomenergie.

Bei diesem Spiel mache ich nicht mit. Weder lasse ich mich von der Regierung verarschen, die ihre eigene Atompolitik instrumentalisiert um in den Umfragen nicht ganz böse abzurutschen. Noch beim Atomstrom selber. Und das solltet ihr auch.

Veröffentlicht in Politik. Schlagwörter: , , , , , , . 8 Comments »

Unaufgeregt

Ereignisse, wie derzeit in Japan machen mich immer wieder sprachlos.

Sprachlos. Das würde ich mir auch von den meisten Medien wünschen. Das Schundblatt mit den vier großen Buchstaben hat heute 5 Sonderseiten zu den katastrophalen Begebenheiten in Japan. 5 Seiten, die mit Sicherheit ganz unaufgeregt und bestimmt sehr differenziert die Situation erklären…NICHT!

Das die privaten Medien solche Katastrophen gerne benutzen, um uns die Bilder immer und immer wieder ins Wohnzimmer zu bringen und geradezu marktschreierisch uns mit Updates über die Toten versorgen, ist schon ein Umstand, an den man sich traurigerweise fast gewöhnt hat. Ich werde mich nie dran gewöhnen und lasse deshalb die privaten Sender fast immer aus.

Aber wenn selbst schon das ZDF diese Bilder mit Musik unterlegt, dann hat das nichts, aber auch rein gar nichts mit Informationsweitergabe zu tun. Und jetzt brauch auch keiner damit kommen, dass man durch die Musik und den Bildern die Sprachlosigkeit verdeutlichen will. So ticken Redaktionen schon lange nicht mehr.

Einer der wenigen unaufgeregt daher kommenden Informationen finde ich derzeit beim Deutschlandfunk, wo man den ganzen Tag in sachlichem Ton die aktuelle Lage erklärt bekommt.

Wer es gerne visueller mag und der englischen Sprache mächtig, dem empfehle ich außerdem den Livestream von Al Jazeera. Auch dort wird sehr informativ berichtet.

Veröffentlicht in Medien. Schlagwörter: , , , , . 6 Comments »

Mein Bruder, der Benchmarker

Mein Bruder hat ja auch so ein Blog-Dingens. Dort veröffentlicht er gerne mal eigene Benchmarks von Browsern.

Ich persönlich gebe ja nicht viel auf so Benchmarks. Die meisten sind genau auf die Bedürfnisse des zu testenden Geräts oder Software angepasst. Ich bewerte z.B. eine Grafikkarte nicht nach der besten Pixel-Anzahl in dem und dem Spiel, sondern auf den Energieverbrauch.

Bei mir hat sich als Browser seit ca. einem Jahr Google Chrome durchgesetzt. Markus testet aber nicht nur Chrome, sondern auch Firefox, Safari und den Internet Explorer. Kommt eine neue Version, lässt er diese wieder durch seinen Benchmark-Parcours laufen und veröffentlicht die Ergebnisse.

Jetzt, im Zuge der Veröffentlichung von Firefox 4 hat auch n-tv die Browser mal verglichen. Und erwähnt dabei auch das Blog meines Bruders. Ist er natürlich stolz drauf. Und ich auf ihn.

Veröffentlicht in blog. Schlagwörter: , , , . 17 Comments »

Sturer Dickkopf

Wer glaubt, dass eine Hochzeit ein Projekt ist, der irrt gewaltig. Eine Hochzeit ist in meinen Augen definitiv ein Prozess, welches nicht unbedingt mit der Trauung endet.

Sicher könnte man als Unbedarfter glauben, dass eine Hochzeit ein Projekt ist. Es ist (meistens) ein einmaliger Vorgang, der ein festgelegtes Ziel beinhaltet. Man plant, geht strukturiert vor, analysiert, vergleicht und beendet das Projekt mit dem Ja-Wort.

ABER: In einem Projekt gibt es keine Hochzeitsgäste…

Und so ist man gezwungen, in diesem prozessorientierten Projekt, so nenne ich das jetzt mal, ständig bestehende Pläne umzuschmeißen und neu zu organisieren.

Am Samstag telefonierte ich „kurz“ 😀 mit meiner Mutter. Eigentlich rief ich nur an, um sie bezüglich des Geburtstages ihres Bruders zu befragen. Der wäre am letzten Freitag 70. geworden. Naja, und während wir sie so redent, erzählt sie mir, dass ihr Vater nach der Hochzeitsfeier nicht in Friesland übernachten will, sondern nach Hause fährt…

Mein Großvater ist über 90! 😯

Nun ist es von Friesland nach Delmenhorst nicht sooo weit (ca. 90km). Aber nach einem langen Tag hätte ich keine Lust, die Strecke zu fahren. Und man weiß ja nie, wie Anfang April das Wetter ist. Ich hoffe natürlich, dass es sehr gut ist. Klar. Aber wenn es regnet, dann ist die Sicht meines Erachtens nicht sooo gut.

Und auf so einer Feier will man ja auch ausgelassen feiern und sich nicht noch Sorgen um seine Großeltern machen müssen. Klingt vielleicht egoistisch. Ist aber so.

Also rief ich, nachdem ich schon nicht gut geschlafen und mich hin und her gewälzt habe, am Sonntag morgen bei meinem Großvater an, um ihn, ohne jegliche Contenance zu wahren, auf sein dummes und sinnloses Verhalten anzusprechen. Schließlich haben wir ja ein verdammt günstiges Zimmer für die beiden organisiert.

Ich weiß ja nicht, wie Großväter sonst so sind. Ich habe nur den einen und auch Steffis Familie ist mir mit Vergleichsmöglichkeiten keine große Hilfe. Aber meiner kommt dann nur mit so Sprüchen wie

Das macht mir nichts aus.

Das ist doch nicht weit.

Regen stört mich nicht.

Das hat früher immer gut geklappt.

Lasst Euch mal beim Feiern nicht stören.

Und so weiter.

Am Ende habe ich mir den Mund fransig geredet und hätte die Zeit (und die Worte) auch mit der Wand hinter mir verbringen können. Es hat nichts gebracht, was mich zu der Äußerung gegenüber meiner Schwiegermutter in Spe hinriss:

Sollte ich jemals als sturer Dickkopf aufgefallen sein oder in Zukunft auffallen…dann liegt das bei mir an den Genen…

Jetzt ist ein günstiges Zimmer in Sillenstede frei, dass ich gerne jemandem aus meiner Familie anvertrauen möchte. Deshalb habe ich noch mal meine Cousinen mütterlicherseits (ist ja auch ihr Vater, dem ich das freie Zimmer zu verdanken habe…) angerufen, um sie in geradezu devoter Weise anzuflehen, doch noch zur Hochzeit zu kommen.

Mal schauen, eine Antwort steht noch aus.

Veröffentlicht in Feierlichkeiten. Schlagwörter: , , , . 2 Comments »