Flittern in sweet home Alabama (8) – Alarm

Raus aus den Federn. An unserem achten Tag in Alabama, wo wir in Georgia aufwachten, stand der Besuch im größten Aquarium der Welt an. Also schnell gefrühstückt und ab ins Auto.

Circa eine Stunde hatte ich für die Fahrt eingeplant, nach einer dreiviertel Stunde waren wir bereits im Parkhaus. Dabei sind wir in die Rush Hour geraten, wo auf einer sechsspurigen Straße (!) Stop & Go (!) war.

Der Rest war kein Problem. Das muss man den Amerikanern ja lassen. Beschildern können sie. Das Navi führt einem zum Ziel und ab da stehen dann Schilder, wo man parken kann.

Nun waren wir zu früh da, das Aquarium machte erst um 10 Uhr auf. Doch hatten wir Glück, denn so standen wir am Anfang der Schlange. Die wurde erst mal ganz langsam abgebaut, nur zwei von sechs Kassen hatten auf. Kurz bevor wir ran kamen, öffnete die dritte und vierte Kasse und dann ging es ruckzuck. Die Kreditkarte gezückt und die 25,50 US-$ (plus Tax) bezahlt. Noch die obilgatorische Taschenkontrolle und Leibesvisitation und ein Erinnerungsfoto vor der grünen Wand, dann ging es endlich rein.

Wie gesagt, Amerikaner haben es drauf, was das führen durch unbekanntes Terrain angeht. Kaum drin, bekommt man eine Übersichtskarte in die Hand gedrückt. Erst dann kann man den riesigen Saal überhaupt genießen. Aber wir sind ja nicht gekommen, um uns einen großen Raum anzugucken. Jedenfalls keinen ohne Wasser drin. 😉

Im Uhrzeigersinn gingen wir die einzelnen Themenbereiche ab. Zuerst den Georgia Explorer, wo mehrere Touchpools waren. Dort konnte man Schnecken, Seesterne, Rochen, Haie und einiges mehr betatschen. Ich könnte ein ganzes Album mit Fotos erstellen, wo Steffi irgendwas am Anfassen ist. Ich belasse es bei einer kleinen Auswahl.

Beim Rochen meinte sie noch, der wäre irgendwie pelzig. Als ich den berührte, einigten wir uns mehr auf glitschig. Den Hai musste ich irgendwie auch mal berühren und der fühlte sich richtig rau an. War auf jeden Fall mal eine Erfahrung.

Wie sich die nächste Kreatur anfühlt, kann man sich vielleicht denken.

Der Bereich Georgia Explorer soll wohl die Küstengebiete um Georgia repräsentieren. Auf jeden Fall war ein Spielbereich integriert und eher für Kinder ausgelegt. Auch der nächste Bereich zog eher die Kinder und Patrioten an: River Scout.

Hier konnte man heimische Lebewesen aus allen Blickwinkeln betrachten. Sowohl von unten, als auch mittendrin.

Die Gelegenheit, hinter oder unter das Becken zu krabbeln, gibt es im Georgia Aquarium häufiger. Ist nicht unbedingt angenehm, für Menschen mit ähnlicher Körpergröße wie es bei mir der Fall ist. Nett ist es allemal und erlaubt ungewohnte Perspektiven. Leider machte unsere Kamera manches Spielchen nicht mit. Wie zum Beispiel beim Piranhabecken, wo man auch seitlich ans Becken krabbeln und sich in ein Bullauge setzen konnte. Entweder hatte ich Steffi auf dem Bild, und die Fische im Dunkeln. Oder die Fische erstrahlten im Glanze des Blitzlichtes, während von Steffi nur ihre Silhouette zu sehen war.

Doch die Zähne des Piranhas, die habe ich erwischt!

Anschließend ging es ins Coldwater Quest, wo wir die ersten richtigen Highlights des Aquariums zu Gesicht bekamen (ohne vorher davon gewusst zu haben). Die Rede ist von einem richtigen Filmstar. Ihr kennt das Tier sicher alle aus einer berühmten vierteiligen Filmreihe.

ALIEN!

Scary, oder? Ich musste gleich an das Viech aus dem ersten Alien-Teil denken, dass sich auf das Gesicht setzte um ein Alien im Körper einzusetzen.

What ever. Es gab ja noch interessantere Dinge zu sehen. Zum Beispiel Amenone Anom Anemno Anemonen. Und die sind ganz schön anhänglich, wie Steffi schnell erkannte.

Von ferne hörten wir schon orchestrale Musik und fragten uns, was das zu bedeuten hatte. Und dann sahen wir sie. Die Beluga-Wale. Wunderschön, vielleicht durch die Musik im Hintergrund schon übertrieben schön in Szene gesetzt, aber verdammt eindrucksvoll. Ein Bild kann das eh nicht angemessen genug wiedergeben, außerdem kribbelte es in meinen Füßen. Ich hatte nämlich meine Lieblingstiere entdeckt und zu denen wollte ich hin. Den Pinguinen!

Dort verloren wir ich etwas die Zeit. Als wir uns endlich von den kleinen Rackern trennen konnten, hatten wir noch mal die Gelegenheit, die Beluga-Wale aus einer höheren Warte aus zu beobachten. Schon klasse gemacht. Mittlerweile wurden die Wale gefüttert, was man mit einem „Behind the Scenes“-Zugang noch besser hätte sehen können. Das hätte 13 $ mehr gekostet und das war es uns dann doch nicht wert. Zumal nirgends genau beschrieben stand, was sich dahinter verbirgt.

Jedenfalls gingen wir weiter zum nächsten Bereich, welcher der größte in Aquarium ist. Der Ocean Voyager Bereich. Und der ist gespickt mit großen Scheiben. Erst wir an einer recht schmalen Scheibe fest und konnten uns gar nicht mehr abwenden, so atemberaubend war es. Und vielfältig. Mehrere Haiarten, Mantarochen und unglaublich große Fische gab es zu sehen. Irgendwann schnallten wir, dass der Bereich noch weiter geht und wir kamen durch den Tunnel.

Und der hatte es in sich. Nein, umgekehrt. 🙂

Darüber Worte zu verlieren, wird unserem Eindruck nicht gerecht. Nur so viel: Es gab genug Gelegenheit für tolle Fotos.

Oben sieht man die Silhouette des größten (bekannten) Fisches in den sieben Weltmeeren, dem Walhai. Und davon schwimmen einige im Becken. Jedes Mal, wenn der vorüberschwimmt, stockt einem fast der Atem, so gewaltig sind die.

Im Anschluss ging man seitlich am Becken lang und gelangte dann an das riesige Fenster des Beckens. Und dort gingen wir dann endgültig verloren. Was aber okay ist. Dort sind einige Stufen, auf denen man sich hinsetzen kann und sollte…

Oder man stellt sich vor das Becken und fotografiert sich mit einigen Fischen im Hintergrund. Zum Beispiel zum Vergleich der Größen.

Und ich meine jetzt nicht, dass Steffi klein ist, sondern der Fisch unglaublich groß.

Manche Fische waren auch zu scherzen aufgelegt. Insbesondere die Haie schienen einen Clown gefrühstückt zu haben. 😀

Und der hier auch!

Wer genau im Bild mit dem Größenvergleich hinschaut, erkennt mittig unten einen Fisch, den wir lange für Dori gehalten haben. War sie aber nicht. Die haben wir dann im nächsten Bereich gefunden, im Tropical Diver. Gefunden haben wir auch jemand anders.

Das war dann auch die letzte Station und Ihr könnte es Euch sicher denken…Wir haben dieselbe Runde noch mal gedreht. Die erste Runde haben wir so in zwei, zweieinhalb Stunden gemacht. Die zweite so in einer guten Stunde.

Am Ende fanden wir einen Stand, wo man sich seine Fotos vom Eingang anschauen und kaufen konnte. Hier traf uns fast der Schlag. Also anschauen konnten wir sie, d.h. sie waren schon ausgedruckt und alles. Zwei verschiedene Fotos mit unterschiedlichen Hintergründen plus ein paar Bildern vom Dolphin Tales Bereich – in dem wir nicht waren, weil der satte 16 $ zusätzlich gekostet hätte. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu dem, was die Bilder kosten sollten. 40 (Vierzig!) US-$! Für Fotos, die sie sowieso schon ausgedruckt hatten und mit unserem entsetzten „Nein“ in den Shredder steckten…

Vierzig Dollar hätten wir nicht mal ausgegeben, wenn wir das Komplett-Programm (Eintritt, Dolphin Tales, 4D-Kino und Behind the Scenes) im Aquarium bezahlt hätten. Öhm, da waren uns die eigenen Fotos Erinnerung genug an diesem schönen Besuch des Aquariums.

Das Parkhaus war übrigens auch nicht so teuer. Ich weiß nur nicht mehr, was ich dafür gelöhnt habe.

Aus Atlanta raus führte uns Lucy wieder ganz hervorragend, wenn auch nicht direkt auf eine Interstate, sondern erstmal die Simpsons Road genau zwischen Bankhead und Hunter Hills lang. Dort bekamen wir das zweite Mal nach New Orleans das arme Amerika zu sehen. Wobei auch hier Apartments und Trailer Parks, wie man es sonst aus Filmen kennt, nicht vorhanden waren. Auch arme Amerikaner leben in Einzelhäusern, die wiederum ziemlich heruntergekommen sind.

Irgendwann kamen wir dann auf die I-20, die wir Richtung Westen fuhren. Am nächsten Tag wollten wir schließlich in Memphis sein. Und das nach Möglichkeit ohne Umwege.

Ich habe doch gesagt, ohne Umwege! 😉

Der Trip von Mobile nach Atlanta und weiter nach Memphis war schon länger geplant. Man schaut sich schon mal die Strecke an, plant eventuelle Übernachtungen und geht dabei die Route etwas ab. Und was entdeckten meine Augen auf der Karte? Bremen. Klarer Fall, wenn wir da sind, dann müssen wir uns vor so einem Schild ablichten. Das war übrigens das erste Mal, dass wir in Amiland so ein gemauertes Ortsschild entdeckten. Tourifalle? Uns egal. Die restliche Tour sollten uns solche gemauerten Ortsschilder noch häufiger begegnen.

Wenn wir schon mal in Bremen sind, dann können wir auch gleich essen. Im Wendy’s aßen wir endlich mal wieder einen Burger. War der geil. Und die Pommes! Die besten Pommes in Amerika findet man definitiv bei Wendy.

Der Laden machte nicht so viel her. Milchige Scheiben, recht heruntergekommen – Bremen halt – und die Bedienung…bei der Bestellung fragte sie mich irgendwas. Keine Ahnung was. Ich verstand…NICHTS. What? Sie wiederholt es…Wort für Wort…im selben unverständlichen Dialekt. WHAT? Und wieder wiederholte sie sich. Schön, das hast Du gerade schon gesagt und ich habe NULL verstanden. Nach dem dritten Mal benutzte sie ihr kaum vorhandenen Intellekt um mit den Händen zu zeigen, was sie wollte. Ich weiß es nicht mehr genau. Ich weiß nur, dass sie schon tierisch angepisst war, weil ich sie ja nicht verstanden habe. Sorry that. Ich sprech nun mal kein Southern.

Naja, wir kamen ja zu unserem Essen. Refill war auch, so dass wir uns noch einen halben Liter Diet Coke für den Weg mitnahmen und dann ging es auch schon weiter. Über Birmingham, wo wir wieder eine süße Skyline zu sehen bekamen am Barber Motorsportpark vorbei, wo Tags zuvor noch ein Indy Car Rennen statt fand. Leider die Gelegenheit verpasst…

Kurz hinter Birmingham kam dann endlich das Lied, worauf man am meisten hofft, wenn man in den USA ist. Auch wenn es nicht auf Besucher zutrifft, so nimmt das Lied einen mit, wenn man den American way of life so hautnah spüren kann, wie wir es konnten.

Circa 50 Meilen vor unserer nächsten geplanten Übernachtungsmöglichkeit machten wir einen Zwischenstop in Jasper, wo wir in einen Walmart reinflitzten um Bier zu kaufen. Vorher erleichterten wir uns. Auf der Toilette sprach mich beim Händewaschen ein Amerikaner an. Das es in der Nähe von Walmart ja immer ein McDonalds gäbe und ob ich wüsste, wo hier einer wäre. Das ich ihm nicht helfen konnte, machte ich ihm schnell klar. 😉

Und dann kam die amerikanische Freundlichkeit wieder zum Vorschein mit einem kleinen Überraschungseffekt. Wo wir denn herkämen (Standardfrage!). Ja aus Deutschland. Er hätte auch einen deutschen Nachnamen. Schkouls. Wie bitte? Schkouls. Großes Fragezeichen bei mir im Gesicht. Es SSI Ätsch O Äl Set. Ach Scholz! Ja, das ist in der Tat ein typisch deutscher Nachname. 🙂

Und was wir denn hier täten und ob es uns gefiele. Das wir hier unsere Flitterwochen verbringen und es uns sehr gefällt. Da freute er sich und wünschte uns, sehr glaubwürdig, herzlichst alles Gute. Und reichte mir die Hand zum Abschied.

Nanu. Susanne sagte mir doch, dass in Amerika sehr selten die Hand gegeben wird. Eigentlich nur guten Freunden und lange Bekannten. Und das wusste ich auch durch Scot und seinem Blog. Ich habe mir seinen Artikel gerade noch mal durchgelesen und da steht:

„Amerikaner, die sich nur beim ersten Kennenlernen und bei sehr formellen Anlässen die Hand geben,[…]“

Ich war jedenfalls total verdattert und kann nur hoffen, dass ich wirklich gerade gestanden habe. 😉

Wir holten nach einigem hin und her unser Bier und Chips, nahmen noch eine Dose Spam für meinen Bruder mit und gingen an die Kasse. Dort wurden wir mit nur zwei Buchstaben wieder mit dem Southern Accent konfrontiert.

Äide, verlangte die Kassierin (die nicht nur die Sachen in Tüten einpacken – zwei Sachen pro Tüte maximal – sondern auch die ganze Zeit stehen müssen. Schönen Gruß an die freundlichen deutschen KassiererInnen!).

Bitte was wollen Sie?

Äide!

Warum zum Henker wiederholen sie dasselbe mit demselben Akzent? Geht das nicht deutlicher?

Ei.Dih.

Ach so, eine Identity wegen des Biers. Warum bin ich darauf nicht selbst gekommen? Ach ja, wegen der nicht sooo deutlichen Aussprache.

Wir wieder zurück zum Auto, wo ich eben noch aus dem Kofferraum mein Jäckchen holen wollte, weil es sich schon etwas zugezogen hatte am Himmel. Ich vernehme noch ein wie ein Alarm klingendes Geräusch und denke:

„Cool. Sogar wenn der Kofferraum offen ist, während der Motor läuft, schlägt das Auto akustisch Alarm.“

Tat es aber nicht. Als ich wieder in den Wagen stieg, saß Steffi kreidebleich dort und sagte, das gerade eben eine Tornadowarnung durchgegeben wurde. Für den Bereich Jasper. Und wo waren wir?

Man solle Schutz suchen und sich von der Straße entfernen. Wir waren rund eine halbe Stunde (laut Lucy) von unserem Motel entfernt. Das sollte genug Schutz sein. Nichts wie hin da.

Auf den Bildern kann man nicht wirklich was erkennen. Fakt ist aber, dass binnen zwei Minuten die Welt bereits unterging. Susanne sagte uns, wenn es regnet, dann wie aus Eimern. Wenn dann noch Wind, wie in unserem Falle sehr starker Wind dazukommt, dann ist das mit der Sicht nicht mehr sooo gut. Das Auto vor uns war schon gar nicht mehr zu erkennen. Ich sah nur an seinen Lichtern, dass er rechts ran fuhr und Schutz unter einer Brücke suchte. Und was die Amerikaner machen, die sich mit solchen Situationen auskennen, das mache ich dann auch.

20 Minuten schauten wir uns den Weltuntergang an, machten brav ein Video – welches ich nicht von der Videokamera auf den PC kriege 😈 – und warteten, dass es besser wurde. Es wurde zum Glück besser und als die vor uns stehenden Autos weiter fuhren, fuhren wir auch weiter. In Hamilton kamen wir tatsächlich eine gute halbe Stunde später an. Regnen tat es kaum noch und wir luden unsere Sachen im Zimmer an.

Wie man vielleicht an meinem Blick erkennt, varieren die Zimmer in Motels nicht sehr stark. Außer in der Sauberkeit. Da machte das Days Inn, in dem wir jetzt waren, einen deutlich besseren Eindruck. Das liegt jedoch nicht immer an der Kette an sich, sondern an dem jeweiligen Besitzer.

Wir nutzten die frühe Ankunftszeit, es war kurz nach sechs, um endlich die Karten zu schreiben, die wir schlauerweise mitgenommen haben. Danach war uns noch nach etwas Stärkung, also stiegen wir noch mal ins Auto und fuhren zum Taco Bell, wo wir irgend so ein Menü bestellten. Fehler!

Die Wraps waren gar nicht schlecht, kein Vergleich zum Speedy Taco, den ich aus dem Foodcourt in der Waterfront kenne. Das Enchilada kam auch sehr gut daher. Was gar nicht ging, waren die Pommes oder was immer das auch sein sollte. Pommes irgendwie nicht. Jedenfalls waren die mit Zimt (ja Katrin, mit Zimt!). Ich aß sie trotzdem auf, waren ja bezahlt. 😉

Der Kassierer sprach relativ deutlich und fragte uns auch, wo wir her kämen und wo wir hin gingen. Morgen geht es nach Memphis. Dann schönen Gruß an die Grizzlies, wenn wir die Gelegenheit hätten, sollten wir uns ein Spiel von denen angucken.

„Football?“, fragte ich sogleich und hatte kaum das Wort ausgesprochen, da antwortete er schon. Basketball. Fettnäpfchen. 😳

Flittern in sweet home Alabama (7) – Geburtstag mit Reptilien

Wer glaubt, wir haben in Steffis Geburtstag reingefeiert, der irrt. Gratuliert wurde erst am nächsten Morgen. Susanne hat für Steffi ihren Platz geschmückt und meine Geschenke schön eingepackt.

Dazu noch eben die Info: Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Geschenk einzupacken. Man kann es schön einpacken. Oder ich packe es ein… 😉

Damit Steffis und meine Familie der Süßen auch gratulieren konnten, habe ich mit meinem und Susannes Laptop je eine Skype-Verbindung aufgebaut. Leider blieb bei uns das Bild aus Friesland weg. Und bei der Verbindung meines Bruders gab es Tonprobleme. Zumal dort meine Eltern die Möglichkeit von Skype irgendwie verpennt haben *hüstel* oder beim Kegeln waren. So oder so hat sich Steffi gefreut und darum ging es eigentlich.

Danach wurde kurz gefrühstückt und während Jörg seinen Fuß mit Kühlpacks versorgte, sind Steffi, Susanne und ich ins Auto gehüpft, da wir noch einen Termin hatten. Denn meine Cousine hat uns eine Fahrt mit einem Airboat organisiert. Was in den Everglades wahrscheinlich gang und gäbe ist, wird in Mobile nur von einer Person angeboten, welche sein Airboat selbst gebaut hat und die Fahrten von Privat anbietet. Auf jeden Fall ist es ein sehr freundlicher Mann gewesen, der uns mit seiner Partnerin über die Bay jagen sollte.

Mit uns hatte sonst niemand die Tour gebucht, aber einen blinden Passagier hatten wir dennoch dabei. Und so bekamen wir bereits vor Beginn der Tour unser erstes Reptil zu Gesicht.

Zuerst wurde ganz langsam den „Fluss“ hoch geschippert, bis uns eine Boje sagte: Freie Fahrt! Und wie! Besitzer von schnellen Autos können ungefähr nachvollziehen, wie uns die Fliehkraft in die Sitze presste. Eine scharfe Rechtskurve, der wird doch nicht durch das Gras fahren? Doch, genau in eine gerade so passende Gewässerschneise hinein. Und das mit gefühlten 240 km/h. Der helle Wahnsinn. Einfach nur geil! Und laut! Brachial! Aber geil! Ich habe natürlich keine Micky Mäuse aufgesetzt. Wir alle nicht. Wir haben uns den satten Sound ungefiltert reingezogen.

Als wir die eine oder andere Schleife gezogen hatten und genug Vögel und Fische aufgeschreckt hatten, inkl. einem Sprung über einen Reifen, war es Zeit die Alligatoren zu suchen. Respekt an unseren Führer, der die Viecher aus über 100 Metern bereits entdeckte. Kurz den Propeller angeworfen um Schwung zu holen und dann leise angeschlichen.

Leider waren die Alligatoren – wie nannte es noch unser Pilot? – shyly. Von nahem bekamen wir sie nicht zu Gesicht, obwohl wir einiges dafür taten. Einmal sind wir sogar direkt über einen rüber geschwommen. Kurz bevor wir in seine Nähe kamen, tauchte er einfach unter und blieb dann dort. Nach ein paar Minuten tauchte er einige Meter entfernt wieder auf. Unbemerkt, da er beim Untertauchen auch den Boden aufwirbelt um unerkannt die Richtung zu ändern. Auf jeden Fall schon genial, wenn man sich vorstellt, dass unmittelbar unter einem ein mehrere Meter langer Alligator ist. Schwimmen würde ich da jedenfalls nicht wollen. Nicht mal rudern, wie wir von der Interstate-Brücke noch sehen konnten.

Danach wurde wieder Gas gegeben, deswegen waren wir ja auch da. Die Reptilien waren Glückssache, das Donnern über das Wasser fest eingeplant. Über der Bay waren kleine Wellen und die mit Full Speed…WOW!

Unser blinder Passagier hatte wohl auch seinen Spaß, jedenfalls hielt er bis zum Ende aus.

Nun wurden wir vor der Fahrt nicht auf eventuell ruinierte Frisuren gewarnt und wenn etwas aus Amerika geläufig ist, dann die Klagefreudigkeit der Amerikaner (was übrigens an der Schadensbeteiligung der Anwälte liegt, die sonst umsonst arbeiten). Ich habe von einer Klage DIESMAL abgesehen, weil es wirklich riesigen Spaß gemacht hat. Beim nächsten Mal jedoch…

Dann ging es auch schon wieder nach Hause, diesmal auf der richtigen Spur (ist ein Insider, Susanne weiß schon, was ich meine^^). Leider nicht, ohne noch einen toten Alligator am Straßenrand zu sehen. 😦

Naja, zu Hause angekommen, brutzelten wir uns schön in der Sonne und kühlten uns im Pool wieder ab.

Wohlgemerkt, WIR und UNS. 🙂

Der Tag sollte noch mehr Highlights bringen. Ein original amerikanisches Barbeque! In einem typisch amerikanischem Grill. Es gab, klar, Burger.

An diesem Tage wurde ich in die uralten Geheimnisse des Burgerbratens eingeweiht, die seit Generationen von den Indianern an ihrer Nachkommen weitergegeben werden. Jörg, der sieben Jahre mit den Indianern gelebt hat und den Häuptlingssohn „Leichte Feder“ vor einem Bären gerettet hat, wurde in dieses Geheimnis eingeweiht. Und dieses Wissen hat er jetzt an mich weitergegeben, zum Teil auch, weil das lange Stehen nicht gut für seinen Fuß war. In einem Blutsschwur musste ich versprechen, dieses Wissen an niemanden zu verraten, außer mit einem Blutsschwur. Und glaubt mir ,das tat so weh, das mache ich nicht noch mal. 😉

Weil eine ganze Familie versorgt werden musste und Jörg als Stammeshäuptling Familienoberhaupt Mann im Haus die Verantwortung nicht einfach abgeben konnte, wurden meine Tätigkeit streng bewacht.

Aber eigentlich habe ich gut aufgepasst und konnte es auch alleine. 🙂

Die kommenden Tage sollten wir noch weitere geile, vor allem RICHTIGE Burger und nicht diese McDonalds-Möchtegern-Burger essen. Die an diesem Tage gegessenen waren aber schon der Vorgeschmack und hallo? Was geht über selbstgemachte Burger? Ein Five Guys Burger.

Jedenfalls bestiegen wir vollgestopft das Auto, um uns am Flughafen unser Gefährt für die kommenden Tage zu holen. Wir verabschiedeten uns für vier Tage und waren fortan auf uns allein gestellt. Bis dahin konnten wir an Susannes Rockzipfel hängen und sie die Dinge klären lassen (How much is it? Can you open the locker?).

Jetzt begann der richtige Urlaub. Wir waren aklimatisiert (oder so), wir verstanden das Englisch und trauten es uns auch selbst zu. Und wir wollten die weite Welt sehen. 🙂

Beim Vermieter gab es keine Probleme und wir packten unsere Sachen in den frisch aufgetankten Mietwagen. Der war dann doch etwas größer als ich vermutet habe. Bestellt hatte ich Viertürer und laut den Beispielbildern bei billiger-mietwagen.de wäre der auch nicht sooo groß gewesen. Wie der Polo als Limousine irgendwie halt. War dann doch etwas größer.

Ein Hyundai Genesis, der nicht nur von vorne an einen Mercedes erinnerte, sondern auch von innen dem in nichts nachstehen musste.

Mit dem Kleinen Koreaner begann der Spaß und bei bestem Wetter hieß es: Hit the road, Jack! Wir schnupperten vom Amerika der weiten Wege und cruisten ganz gemütlich die I-65 Richtung Montgomery. Und merkten noch nicht mal, wie entspannt das amerikanische Autofahren ist. Im Ernst, das merkten wir erst wieder hier in Deutschland. Aber wir sind noch in Amerika. 🙂

Kaum aus Mobile raus fuhren wir schon auf einer ganz merkwürdigen Brücke, die entlang eines Flusses gehen soll.

Der Fluß geht in Wirklichkeit in Nord-Süd Richtung unter der Brücke durch, während dieses Bild in östliche Richtung entstand. Wenn man auf das Bild klickt, öffnet sich Google Maps, wo man das genauer sehen kann. Übrigens hatten wir gerade die General W.K. Wilson Jr. Bridge überquert, die wohl auch Dolly Parton Bridge genannt wird. Wer wissen will, warum, der sollte den verlinkten Artikel lesen.

Weiter im Text. Lucy, unser geliehenes Navi führte uns fast ohne Probleme in unseren fünften Bundesstaat auf unserer Reise. Georgia. Und wo wir gerade schon bei Ray Charles waren. Wer auf das Bild klickt, bekommt seinen Hit „Georgia on my Mind“ zu sehen. Wenn man schon nichts vom Schild lesen kann, weil unser Fotoapparat Bilder von bewegenden Objekten im Dunkeln nicht sooo gut kann.

Nach gut vier Stunden sind wir in Atlanta angekommen, wo wir in der Nähe des Flughafens ein Super8-Motel bezogen. Den Coupon dafür hatte uns Susanne im Vorfeld übers Internet besorgt (Amerikaner lieben Coupons!), weshalb wir keine 50 Dollar für die Nacht bezahlten. Mehr war das Motel leider auch nicht wert. Laut Steffi gibt es saubere Badezimmer. Sonst war es in meinen Augen aber in Ordnung, amerikanischer Standard halt.

Wir sind zu Fuß noch zum Waffle House um eine Waffel vorm Schlafen gehen zu schnabbeln und schliefen dann den Schlaf der Gerechten. Morgen sollten wir einiges erleben und zu Gesicht bekommen.

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Flittern in sweet home Alabama (7) – Geburtstag mit Reptilien

Nach der Hochzeit-Check

Nach so einer Hochzeit gibt es viel zu tun. Zum Beispiel Flittern.

Leider stehen noch andere Aufgaben an, die nicht im Ansatz so angenehm sind, wie es eine Hochzeitsreise ist. Besonders für denjenigen, der den Namen des Partners angenommen hat. Darum eine Checkliste. Wem noch was einfällt, bitte in den Kommentaren ergänzen.

Namen ändern bei:

Der Bank? Check

Führerschein? Nicht nötig, aber da bei mir eh ein falscher Name eingetragen war (was jahrelang niemandem auffiel), habe ich das mal gemacht. Also Check

Krankenkasse? Check

Kreditkarte? Check

Mietvertrag? Nicht nötig, also Check

Personalausweis? Check

Fahrzeugschein? Check

Fahrzeugbrief? Check

Arbeitgeber? Check

Handyvertrag? Check

Telefonanbieter? Check

Internetanbieter? Derselbe, also Check

GEZ? Check

ebay, amazon und Konsorten? Check

Zeitschriftenabonnements? Check

Stromanbieter? Check

Sportverein? Check

Emailadresse? Check

Versicherungen (Lebensversicherung, Rentenversicherung, Autoversicherung)? Termin mit dem Versicherungsberater unseres Vertrauens nächsten Dienstag.

Ihr seht schon, ich war die letzten Tage nicht untätig. Es liegen noch andere Dinge nach einer Hochzeit an. Dankeskarten schreiben, Rechnungen bezahlen oder den nächsten Urlaub planen zum Beispiel. Da ich aber mit der Rennerei für die Ummeldung ausgelastet genug bin, macht Steffi den Rest. Fairer Tausch, oder nicht? 😉

Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Nach der Hochzeit-Check

Flittern in sweet home Alabama (6) – Live and let die

So, noch mal der Aufruf an die Leser, die Augen ordentlich zu reiben. Während ich die letzten Tage mehr Lesestoff statt Bilder präsentierte, wird es heute andersrum sein. Für den Samstag war der Besuch in New Orleans eingeplant. New Orleans, wo sich laut Aussage von Steffi auch Brangelina aufhalten sollten (sie war vor der Hochzeit beim Friseur ;-)) und Schauplatz vieler berühmter Filme, wie Susanne uns sagte. Komischerweise fiel mir auf Anhieb nur ein James Bond Film ein. Darum auch die Überschrift.

Wir waren alle recht fit, selbst ich ignorierte heute das Kratzen im Hals. Wir frühstückten früh und flott, wollten wir doch früh in New Orleans ankommen um auch ja nichts zu verpassen. Das Auto wurde mit den wichtigsten Dingen beladen (Wasser, Mützen, Sonnencreme) und dann konnte es auch losgehen. Noch schnell „Lulu“ machen und auf gehts. Während wir also alle Toiletten des Hauses besetzten, lud Jörg noch die eine oder andere Tasche ins Auto…und knickte auf der Terrasse mit seinem linken Fuß um…sowas kenne ich ja

Mann der er ist, jammerte er fast gar nicht rum und glaubte, das würde schon gehen. Er hatte noch zwei Stunden Gelegenheit, im Auto den Fuß zu entlasten. Was aber nicht viel brachte, da ihm wohl eine Ader geplatzt ist. Sah Abends auch gar nicht gut aus.

Jedenfalls kam Jörg mit und humpelte entweder hinter uns her oder wartete in Cafés auf uns.

Vor der Ankunft hat der liebe Gott jedoch die Fahrt gesetzt. Und die führte uns durch unseren dritten Bundesstaat, Mississippi.

Der Bundesstaat Mississippi sollte uns jedoch nur als Durchgangsstation dienen, so wie Tage später auf unserer Reise auf eigene Faust.

Wie auch immer, nach kurzer Fahrt kamen wir dann in unserem vierten Bundesstaat an.

Auf der Interstate 10 w bekamen wir, noch sechs Jahre nach dem Hurrikan Katrina die Schäden zu sehen. Damals wurde die Zwillingsbrücke der I-10, die über den Lake Pontchartrain führt, zerstört. Nebenbei bemerkt ist diese Brücke die zweitlängste Brücke der Welt.

Wie Amerikaner nun mal so sind, wird daneben eine neue Zwillingsbrücke gebaut und die alte einfach stehen gelassen. Kostet auch nur unnötig Geld, die alte abzuwracken.

Nach knapp zwei Stunden kamen wir in New Orleans an und wir bewunderten unsere erste richtige amerikanische Großstadt-Skyline und die letzte beeindruckende Skyline in unserem Urlaub.

Netterweise verpasste Susanne die richtige Ausfahrt, was uns nicht nur zu einer Extra-Schleife veranlasste, sondern uns auch die Möglichkeit gab, noch ein halbwegs vernünftiges Foto von De Dome (Hallo Jana!^^) zu machen. Und wo wir gerade bei Superlativen sind. Laut Wikipedia besitzt der Superdome in New Orleans die größte Kuppel der Welt.

Als wir dann die richtige Ausfahrt gefunden haben, ging es auf den Cemetry No. 1, einem für New Orleans typischen Friedhof. Aufgrund des hohen Grundwassers werden dort seit jeher die Menschen überirdisch begraben.

Danach ging es dann Richtung French Quarter. Da Jörg ja etwas langsamer zu Fuß war, hatte ich genug Zeit, jeden Scheiß zu fotografieren, der mir vor die Linse kam. Irgendwann kamen wir beim French Market an, wo wir uns mit lauter Mitbringseln für die Daheimgebliebenen eindeckten. Unter anderem eine Schürze für meinen Vater, Gewürzen für Steffis Mutter und einem T-Shirt für unseren Neffen. So stand uns die Freude über den Erfolg für das nächste Foto ins Gesicht geschrieben.

Danach ging es wieder mal in einen Weihnachtsladen. Aber außer das er größer ist als der in Fairhope und um längen kitschiger, war der nicht besonders. Er fiel immerhin durch seine Außenfassade auf.

Wir gingen weiter Richtung Jackson Square und ließen uns vor der Saint Louis Kathedrale ablichten. Hier trennten wir uns von Jörg, der im Café du Monde auf uns warten wollte (gut das er was zu lesen dabei hatte…).

Wir bogen nach links ab, wo wir uns jemandem vorstellen wollten. Die gute alte Miss Issippi, die durch die Stadt fließt. 😉

Nachdem wir uns ausgiebig mit der alten Dame unterhalten hatten und die Leute um uns herum schon merkwürdig guckten, gingen wir kurz zurück, um uns im Café du Monde zu stärken. Natürlich mit Beignets und einem Kaffee (mit und ohne Lait). Die Sitzgelegenheit nutzten wir auch, um uns noch mal einzucremen.

Frisch gestärkt zogen wir weiter. Jörg trennte sich und humpelte schon mal ins French Quarter, wir schlugen einen Haken, um das einzige noch mit Dampf betriebende Schiff in New Orleans zu bewundern: Die Natchez.

Jetzt, wo wir das abgehakt haben, konnten wir Jörg ins French Quarter folgen. Über Toulouse ging es nach Chartres (jeweils die Street, nicht den Ort ;-))  ostwärts und wir staunten über die viele Live-Musik und den ganzen Menschen auf der Straße. Das war besser als wir uns je vorgestellt haben. Susanne wunderte sich ebenfalls, hatte sie New Orleans so noch nicht erlebt. Die Erklärung war einfach: Es war das Wochenende des French Quarter Festivals.

Da wir die ganze Zeit schlenderten wurden wir von anderen Leuten überholt. So weit, so unspektakulär. Bei einem Pärchen, das uns auf der St. Ann’s Richtung Bourbon Street musste ich jedoch ganz schnell mal den Auslöser drücken. Hatte die da Bierdosen in den Haaren, wie Steffi bemerkte? Und war das überhaupt eine Frau, wie ich bemerkte?

Wir bogen von der St. Ann Street ostwärts auf die Royal Street – ja, wir sind zickzack durchs French Quarter gegangen – wo weitere Bühnen aufgebaut waren und sich Bands am Straßenrand aufgestellt hatten. Auch Schauspieler liefen verkleidet rum oder standen, wie in diesem Fall, reglos da.

Übrigens habe ich diese Figur aus dem James Bond Film noch am intensivsten im Gedächtnis, daher auch meine nicht respektlos gemeinte Mimik im Vordergrund.

Kurz vor der St. Philip Street fingen wir Jörg ein. Die St. Philip gingen wir in nördlicher Richtung und ließen Jörg wieder alleine, der von dort aus schon mal Richtung Auto humpeln wollte. In der St. Philip wurden wir von einer Frau mit Ketten von einem Balkon aus beschmissen. Skandalös sowas. Ich reagierte sofort und fing die Ketten einfach auf. 🙂

Kurz dahinter war ebenfalls eine merkwürdige Frau, die zwar (in meinen Ohren) nicht gut auf ihrem Keyboard spielte, ihr mangelndes Talent aber mit Enthusiasmus locker wettmachte. Mit Erfolg, wie der „Klingelbeutel“ vor ihr beweist.

Dann waren wir endlich in der berühmtesten Straße New Orleans‘, der Bourbon Street. Jetzt, nach unserem Urlaub, wo ich mich hier und da schlau gelesen habe, macht das Foto von der Frau (?) mit dem Bierhaarschmuck auch Sinn. Denn die Ecke Bourbon Street/St. Ann, die sogenannte Velvet Line, ist die Grenze, ab der die Schwulenszene in östliche Richtung ihre Pubs (unter anderem Bourbon Pub) hat. Den Teil ab St. Philip bis St. Ann durchquerten wir todesmutig ahnungslos in westliche Richtung. Ich möchte an dieser Stelle noch mal eben auf meine unbegründete Homophobie hinweisen.

Endlich lag sie vor uns. Der sündige, heterosexuelle Teil der Bourbon Street. Die einzige Straße in Amerika, auf der der öffentliche Konsum von Alkohol (in Bechern, nicht Dosen oder Flaschen) erlaubt ist. Hatte fast schon was von Amsterdam. 😉

Wenn man glaubt, die Amerikaner wären prüde, dann stimmt das wahrscheinlich. Was aber in der Bourbon Street abgeht, passt so gar nicht zu diesem Bild. Und wir waren am frühen Nachmittag dort und nicht, als es dunkel war.

Ab der Conti Street haben wir die Bourbon Street verlassen und sind dann im zickzack-Kurs Richtung Nord-Ost aus dem French Quarter wieder raus und zu unserem Auto zurück. Nicht ohne noch das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen.

Zum Ende hin gaben wir etwas Gas, weil in der vorderen Körpermitte Druck auf eine ganz bestimmte Region ausgeübt wurde. Kurz vorm Auto holten wir sogar noch Jörg ein, der froh war, endlich wieder sitzen zu können. Als erstes wurde der nächstbeste Laden angesteuert, der eine Toilette aufweisen konnte. Es war ein McDonalds. Das einzige Mal während wir in den Staaten waren, dass wir ein McDonalds betreten haben. Da man was kaufen muss, um das stille Örtchen aufzusuchen, sorgten wir gleich mal für Nachschub für die Blase. 😉

Auf dem Weg nach Hause war eine ganz besondere Route geplant. 25 Meilen entlang der Golfküste entlang fahren. Dafür sind wir (Susanne, berichtige mich, wenn ich falsch liege!) die US 43 nach Süden und mit der 90 ostwärts über die Bay St. Louis gefahren. Ab da führt die Straße direkt am Golf bis nach Biloxi. Eine wunderschöne Tour. Zwischen Pass Christian und Long Beach hielten wir kurz an, um unsere Füße ins Meer zu halten. Nein, das hat nichts mit Reviermarkierung zu tun. 😉

Ob auf unseren Füssen ein Fluch liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sich, kaum das wir wieder im Auto saßen, die Wolken ankamen und die Sonne bedeckten. Scheint vielleicht wirklich ne unheilvolle Kombination zu sein. Sobald unsere Füße Wasser des Golfs von Mexiko berühren, ziehen Wolken auf. Haben wir noch niemandem verraten, weil wir bis dato selber nichts davon wussten…

Auf jeden Fall eine schöne Strecke, die man auch gut im Cabrio genießen kann. Oder seinen Kindern auf der Ladefläche des Pickups gönnen sollte.

Kaum das wir durch Long Beach durch waren, hier ist Name noch Programm, standen wir in einem ordentlichen Stau. Erst dachten wir noch, es hätte einen Unfall gegeben, weil wir bei der nächsten Kreuzung von weitem Blaulichter sehen konnten. Die Polizei war aber nicht mit einem Unfall beschäftigt, sondern damit, die Abbiegemöglichkeit zu sperren, so dass wir (und alle anderen) dem Stau nicht entkommen konnten.

Dafür hatten wir Gelegenheit, einige heftigst aufgemotzte Karren zu fotografieren. Die tauchten auf einmal in einer Frequenz auf, dass das kein Zufall mehr sein konnte.

Aber auch Motorräder gab es das eine oder andere Mal zu bestaunen. Wie eine Harley Davidson „Blues Brothers“ Fan Edition.

Oder drei (3!) Hayabusa-Maschinen.

Vor allem fiel uns jedoch der gestiegene Anteil der afroamerikanischen Menschen auf, die am Straßenrand flanierten. Überhaupt stieg die Zahl der Fußgänger, bis es geradezu Horden waren, die am Straßenrand lang liefen.

Okay, der Anteil der Schwarzen in den Südstaaten liegt bei ca. 50%. Der Anteil der Schwarzen am Straßenrand betrug nach unseren Schätzungen ca. 98%. Was ist hier los?

Wie sich später, um genau zu sein, in Beloxi, rausstellte, war eine Kirmes oder sowas in der Art. Ob die nur für die Afroamerikaner war, hat sich für uns nicht erschlossen. Wir waren sowieso damit beschäftigt, deren gepimpten Autos zu fotografieren. Oder sie um ihre selbstbewussten Frauen zu beneiden.

Angeblich liefen die ganz schrecklich herum. So würde eine Frau nicht rumlaufen…Schade eigentlich. 😉

Hab ich halt irgendwie nicht verstanden. Ob das am mittlerweile nasskalten Wetter lag? Kurz vor Beloxi hatte es ganz leicht zu nieseln angefangen und die Temperatur sank von ca. 30 auf 22 Grad. Nicht unbedingt das Wetter, um im Bikini rumzulaufen.

Jedenfalls hatten wir mal wieder länger gebraucht als eigentlich geplant und kamen am frühen Abend, es war schon 18 Uhr durch, in Mobile an. Dort stand neben uns an der Kreuzung ein ganz besonderer Hot Rod. Das beste Beispiel, dass die inneren Werte zählen und nicht das Äußere.

Kaum angekommen, ging es nach kurzem Umziehen gleich wieder weiter (Armer Jörg). Denn die beiden wollten uns, anlässlich Steffis Geburtstag ins Texas Roadhouse einladen. Und wie in Amerika üblich, reserviert man sich keinen Tisch, sondern bekommt eine Nummer und wird dann, sobald ein Tisch frei wird, zum Tisch geführt. Und zwar von der Bedienung, die einen den ganzen Abend bedient.

Beim Italiener gibt es als kleinen Gruß aus der Küche Bruschetta oder Knoblauchbrot mit Pesto. Bei den Amerikanern gibt es kleine Brötchen mit – Achtung Katrin, das ist nichts für Dich – Zimtaufstrich. Kein Scherz. Mit Zimt sollten wir ein paar Tage später noch ein weiteres Zusammentreffen haben. Anscheinend haben die Amerikaner ein Faible für Zimt. Oder für Weihnachten und erinnern sich darüber an die Weihnachtszeit. Mal bei Gelegenheit im Blog „USA erklärt“ nachfragen.

Ich gönnte mir einen Burger und verpasste damit DIE Gelegenheit, ein echtes amerikanisches Steak zu essen. Aber die waren verdammt teuer und wenn ich eingeladen bin, dann achte ich einfach auf den Preis und esse schon aus Prinzip nichts Teures. Vielleicht beim nächsten Besuch in den USA. 😉

Als wir wieder zu Hause waren, kühlte Jörg erstmal seinen Fuß. Doch der war schon ordentlich angeschwollen. Kein Zweifel, die nächsten Tag würde er davon noch was haben…

Flittern in sweet home Alabama (5) – Neuer Bundesstaat, neues Glück?

Für diesen Tag war außer dem Strandbesuch in Pensacola, Florida so gar nichts geplant. Aber wir waren vorbereitet. Die Wettervorhersage versprach strahlenden Sonnenschein bei 27 Grad Celsius (86 Fahrenheit). Ich in meiner neuen Badehose durfte uns dann nach Florida kutschieren. Schließlich musste ich ja vor unserer geplanten Fahrt wenigstens mal selbst gefahren sein. Knapp 80 Meilen, davon fast 60 Meilen auf der Interstate 10. Kein Problem, wir hatten die ersten Tage ja die Infos meiner Cousine wie ein Schwamm aufgesaugt. Und Automatik kenne ich als Taxifahrer ja auch.

Nach gut anderthalb Stunden waren wir da, doch was begüßte uns, als wir die Pensacola Bay überquerten? Nebel, vom allerfeinsten. Die Sicht bescheiden und von der Sonne war gar nichts mehr zu sehen.

Wenigstens war es warm, wenn auch der Wellengang wie am Vortag nicht ohne war. Wieder waren gelbe Flaggen gehisst. Ein elektronisches Schild informierte darüber, dass der Gang ins Wasser mit der erforderlichen Vorsicht zu erfolgen hat. Wir schlugen unsere Zelte Stühle vor dem Lifeguardhäuschen auf und bestaunten erstmal die Wellen.

Wie gesagt, warm war es ja und irgendwann hatte sich der Körper auch so weit aufgeheizt, dass man sich auch mal abkühlen konnte. Wind war diesmal nämlich kaum da, Sonne aber auch nicht. Was den Vorteil hatte, dass wir auf das eincremen mit Sonnenschutz verzichtet haben. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.

Naja, wir dann mal mutig in die Wellen, die es echt in sich hatten. Vorher hatten wir schon gesehen, dass die Lifeguards Schwierigkeiten hatten, bei der schlechten Sicht alles im Blick zu haben. Deshalb hatten sie auch intensiven Gebrauch ihrer Trillerpfeife gemacht, falls jemand der Meinung war, aus dem Blickfeld der Lifeguards zu schwimmen. Das haben wir uns erst gar nicht getraut, weil die Wellen ordentlich Dampf hatten. Zwar stieg die Wassertiefe nicht stark an und ich konnte nach gut zwanzig Metern noch stehen. Aber die Wellen zogen einen dann schon kräftig aufs Meer wieder hinaus, was nicht zur Sicherheit beitrug.

Aber es hat richtig Spaß gemacht, im Wasser zu planschen. Vom Salzgeschmack mal abgesehen. Der war dann doch irgendwie uncool. Das Spiel mit den Wellen, keine Schönheit ohne Gefahr, war jedoch richtig spaßig. Ich mein, sonst hätten wir auch in den Pool gehen können. 😉

Wie gesagt, ganz ungefährlich war es nicht. Die Lifeguards mussten dann noch vor unseren Augen raus, weil eine Gruppe von kleinen Kindern drohte abzutreiben. Die Mutter stand am Rand, während der Lifeguard in Aktion von Steffi auf Polaroid Bild festgehalten wurde. Ob es wegen der Aktion war oder einfach nur, weil der Lifeguard so knackig war, überlasse ich der Urteilskraft der weiblichen Mitleser.

Er hatte auf jeden Fall seine liebe Mühe, alle Kinder wieder einzufangen, was Steffi Gelegenheit gab, mehrere Bilder zu machen. Letztendlich hat er den Flohzirkus wieder eingefangen und die Kinder eine lehrreiche Lektion auf den Weg bekommen. Und die Mutter bekam auch noch grundlegende Dinge für den Strandbesuch erklärt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde es schon wieder recht frisch, weil dann doch der Wind sich entschied, vom Meer kalt rüberzublasen. Zeit für uns, unsere sieben Sachen zu packen und den Heimweg anzutreten. Auf den Weg nach Hause fiel uns dann unsere gerötete Haut auf. Besonders mich hatte es erwischt, wohl deshalb, weil ich verächtlich die Sonnenschutzcreme beiseite schob.

„Die brauch bei dem Nebel eh keiner.“

Merke: Auch bei Nebel kann man einen Sonnenbrand bekommen.

Nach unserer Ankunft in Mobile wenigstens fleißig mit After-Sun-Gedöns eingerieben und damit die Auswirkungen des Sonnenbrands etwas in Zaum gehalten. Der Rest des Abends ging dann mit Kochen – jaha, nicht nur Fastfood als Grundlage der Ernährung! – Lesen, Chillen und Schnacken drauf. Jetzt waren wir auch langsam im Rhythmus drin und Jörg hatte auch Wochenende. Genug Gelegenheit also, auch mal länger zu schnacken.

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Flittern in sweet home Alabama (5) – Neuer Bundesstaat, neues Glück?

Flittern in sweet home Alabama (4) – Nordsee gegen Golf von Mexiko

Der erste Tag, an dem wir halbwegs uns an den neuen Sonnenstand gewöhnt hatten. Dafür war mein Hals dicker geworden. Wie gesagt, unter dem Ventilator zu pennen ist nicht sooo empfehlenswert, wenn man es nicht ab kann. Und ich bin auch nicht aus so hartem Holz wie Janek geschnitzt. 😉

Heute sollte dann der für mich langweiligste Tag im Urlaub werden. Die Frauen hatten eine Tour zum Tanger-Outlet in Axel Foley geplant. In den USA soll man ja so günstig Klamotten bekommen und das wollte sich Steffi nicht entgehen lassen. Und meine Cousine hatte noch reichlich Coupons gesammelt („Amerikaner lieben Coupons“).

So machten wir uns vormittags auf den Weg und hatten Gelegenheit, die beeindruckende überwältigende für amerikanische Verhältnisse mickrige Skyline von Mobile zu fotografieren.

By the way. Mobile wird nicht wie das amerikanische Wort für Handy, als Mobeil ausgesprochen. Es wird auch nicht, wie ich fälschlicherweise verbreitet habe, Mobl ausgesprochen. Es wird schlicht und ergreifend Mobil ausgesprochen. Das nur mal zur Info.

Auch an unserem vierten Tag in Mobile lernten wir einiges über den Verkehr auf Amerikas Straßen. In Alabama ist es z.B. erlaubt, rechts zu überholen. Es wird zwar für langsam fahrende Fahrzeuge empfohlen, rechts zu fahren. Aber es wird auf deutschen Straßen auch empfohlen, 130 km/h zu fahren. Die Wirkung ist hüben wie drüben gleich Null. Und deshalb wird der schwarze Pickup in wenigen Sekunden den weißen Pickup überholen. Und das ist vollkommen in Ordnung dort.

Auf dem Weg nach Foley bekam ich noch folgendes Bild vor die Linse:

Ich sag ja immer: Was den Amerikanern seine Waffengesetze, sind dem Deutschen sein Recht auf freie Fahrt auf deutschen Autobahnen. Beides tötet Menschen und beides wird mit den irrsinnigsten Argumenten verteidigt.

Und ja, bei Walmart kann man immer noch Munition für seine Waffen kaufen…

Aber wir die Mädels wollten ja Klamotten kaufen. Kaum angekommen, ging es auch schon ins erste Geschäft. Ich entdeckte beim gelangweilten Herumschlendern eine Cargo-Hose für 15 $. Plus 10% Tax und minus den 20% Coupons…hmmm. Macht einen verdammt guten Preis. Nehme ich doch einfach mal mit. Steffi erstand ein Oberteil mit Rolling Stones Zunge drauf und eine kurze schwarze Hose.

Im Anschluss ging es ins Pac Sun, wo ich mir, wie vom Tag erwartet, die Beine in den Bauch stand. Leider ohne, dass Steffi Erfolg hatte. Die Hosen dort passten irgendwie nicht.

Danach drehten wir im Inner Circle so unsere Runde und wurden nicht wirklich weiter fündig. Außer in einem Laden, wo ich zwei coole T-Shirts ausmachte. Eines mit dem Aufdruck „black and yellow“, passenderweise in gelb auf schwarzem Grund und dann noch, wir kennen es alle, dem Aufdruck „Legendary„. Steffi konnte immerhin noch einen Schal abstauben und ein Oberteil für ihre Schwester war auch gefunden.

Im Outlet von Calvin Klein wurde mir das erste Mal klar, wie günstig die Klamotten eigentlich sind. Schade, dass es bei Calvin Klein so gar nichts schönes gab. Als wir dann aber den Shop von Tommy Hilfiger betraten, muss es bei mir irgendwie *klick* gemacht haben. Auf jeden Fall staubte ich dort eine Jeans und ein cooles Shirt ab und bezahlte einen Witz dafür.

Kleine Rechnung: Die Jeans war runtergesetzt auf 35 $. Darauf kamen noch 40% Rabatt. Minus 20% vom Coupon.  Macht nach meiner Rechung keine 17 Dollar. Dann noch 10% Tax wieder raus, sagen wir 18,50 $. Jetzt ziehen wir 25% ab, dann hat man den Preis in Euro, also ca. 14 Euro. Für ne Hilfiger-Jeans made in China. Komischerweise kassierte der Angestellte noch mal weniger, als den von uns ausgerechneten Endpreis. Mir war es recht, sollte aber keine Ausnahme bleiben. Fast immer zahlt man weniger als selbst ausgerechnet. Das nenne ich Service. 🙂

Jetzt war ich heiß. Erstmal ein Blick auf die Infotafel…

Ich brauchte noch unbedingt neue Schuhe. Fündig wurde ich bei Skechers, wo man, auch typisch für Amerika, das zweite Paar Schuhe für die Hälfte bekam. Und die waren schnell gefunden. 😉

Steffi, nun ja, ging leer aus. Aber darauf konnte ich, einmal dem Kaufwahn verfallen, keine Rücksicht mehr nehmen. Susanne erzählte uns von irgendwelchen In-Marken. Ich bin ja schon froh, dass mir der Name Tommy Hilfiger was sagt. Sie erklärte uns, dass American Eagle in Europa wohl total angesagt wären. Also rein in den Laden. Die Sachen waren zwar ganz nett, aber T-Shirts, Hosen und Schuhe hatte ich nun und brauchte ich nicht mehr. Egal wie „in“ gerade irgendeine Marke ist.

Doch dann sah ich die Umhängetasche, die mir sofort gefiel. DIE musste ich einfach haben. Und *zack* gekauft. Steffi schoss dann noch ein wirklich schönes Oberteil dort, dass ihr verdammt gut steht.

Kaum raus, ging es in den nächsten Laden, wo einer DER In-Marken verkauft wurde – Aeropostal. Kannte ich auch nicht, aber um mich ging es nicht mehr. Jetzt sollte Steffi noch ne schöne Hose finden. Doch ich war es, der noch eine Hose fand. Eine Badehose. Die musste ich einfach haben…okay, musste ich nicht, aber hallo…Kaufwahn!

Nun war ich wirklich komplett neu ausgestattet. Steffi dagegen war angesichts meiner Erfolge etwas traurig. Klar, sie freute sich für mich, weil der Tag nicht wie befürchtet, total langweilig für mich war. Aber ne neue Hose hätte sie schon noch gerne gehabt. Und die sollte sie bei Pac Sun dann doch noch finden. Im ersten Laden, wo sie bereits Hosen anprobiert hatte, fand sie dann doch noch ein edles Teil, dass ihr auch gut stand.

Und so konnten wir unseren gemeinsamen Erfolg gebührend im Waffle House feiern. Im Waffle House sitzt man so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, auf Bänken am Fenster und wird, wie man es aus den Filmen auch kennt, bedient. Dort aß ich meinen ersten Burger in Amerika. Und sollte Lust auf mehr bekommen. 🙂
Frisch gestärkt ging es weiter südlich nach Gulf Shore. Der Name war Programm, erstmals waren wir direkt an der Küste zum Golf von Mexiko. Und konnten das warme Wasser genießen, was erst in ein paar Monaten an der Nordsee ankommt. 😉

Und nein, dass Wasser war nicht deshalb warm, weil wir da reingep….wie auch immer. Ganz ehrlich waren wir auch nur kurz mit den Füßen im Wasser, denn der Himmel war wie an der Nordsee  bedeckt. Und für mehr als sitzen hat es einfach nicht gereicht. Die Freude, an der Golfküste zu sein, war aber groß. Wie unschwer zu erkennen ist.

Wie gesagt, lange blieben wir nicht, weil der Wind recht frisch war und ich sowieso schon angeschlagen. Und meine freudige Erregung über die erfolgreiche Einkaustour wollte ich mir nicht vom Wind wegblasen lassen. Im nächsten Bild kann man dann auch erkennen, dass es nicht ratsam war, ins Wasser zu gehen.

Die gelbe Fahne ganz links deutet schon unruhiges Meer an. Das keiner im Wasser war, haben wir dann fälschlicherweise auf die gelbe Fahne bezogen, was natürlich quatsch ist. Klar kann man ins Wasser, man sollte jedoch die entsprechende Vorsicht walten lassen.

Nicht lange und wir gingen wieder den Heimweg an, nicht jedoch ohne uns mit Postkarten einzudecken. Der eine oder andere wollte ja noch ne Karte haben.

Auf dem Rückweg bestaunten wir noch einen nicht ganz so üblichen Eingang.

Ein kleiner Umweg über eine amerikanische Apotheke wurde noch gemacht und während Susanne irgendwelche Medikamente abholte, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Fotos. Pharmama hat auch schon ne Mail bekommen. 😉

Kaum zu Hause angekommen, wurden unsere Trophäen ausgebreitet und abgelichtet.

Ach ja, die Kopfschmerztabletten haben wir ja auch noch bei der Apotheke geschossen.

Der Abend verlief jedenfalls wie üblich. Lagerbier, Küchentisch, kennen lernen über nette Unterhaltung. 🙂

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Flittern in sweet home Alabama (4) – Nordsee gegen Golf von Mexiko

Frohe Ostern

image

Wir wünschen allen Lesern und zufällig hier Gestrandeten ein frohes Osterfest, sowie ein paar schöne sonnige Stunden im Kreise Eurer Liebsten.

Veröffentlicht in Feierlichkeiten. Schlagwörter: . Kommentare deaktiviert für Frohe Ostern

Flittern in sweet home Alabama (3) – Von Eichenhäusern und Weihnachten

Das frühe Aufstehen kannten wir ja bereits. Und auch das Cousinchen war schon wieder auf. So konnte mit einem ausgiebigen Frühstück der Tag wieder ordentlich begonnen werden.

Danach ging es ins Oakleigh House, an dem wir bereits bei der Rundfahrt am Vortag vorbei kamen. Susanne kannte es selbst auch noch nicht und wir zeigten uns durchaus interessiert. Also fuhren wir gemeinsam nach dem Frühstück dort hin.

Dort wurden wir von einer freundlichen älteren Frau empfangen, die in einem typischen Outfit des 19. Jahrhunderts gekleidet war. Ihr Englisch war glockenklar und somit war es kein Problem für uns, ihren Ausführungen zu folgen. Von einigen Vokabeln mal abgesehen. 😉

Und ihre Ausführungen waren sehr lebhaft, was durch die gut ausgestatteten Räume noch verstärkt wurde. Zuerst wurden wir in das Leben der Bediensteten eingeführt, die ihr Haus etwas abseits hatten, das sogenannte Cooking House.

Danach erfuhren wir über das Leben der Besitzer des Oakleigh House und dessen bewegten Geschichte. Nach eindreiviertel Stunden waren wir um einiges schlauer. Und auch wir konnten ihr was beibringen. Denn in einem der Zimmer waren Handarbeiten ausgestellt, wo auch etwas geklöppeltes Tuch lag. Kennt man heute auch nicht mehr wirklich in Deutschland, aber Susanne erkannte die Technik und erzählte der guten Frau, wie es richtig ausgesprochen wird. Womit sie dann doch Schwierigkeiten hatte. Es gibt einfach keine Umlaute in der englischen Sprache. 😉

Wir als Deutsche hatten auch so ein bisschen den Exotenbonus, wobei wir nicht die ersten Deutschen dort waren (und hoffentlich nicht die letzten). Aber als sie uns einen Teddybären zeigte und uns fragte, wie denn der Bär bei uns hieße („Na, Teddy.“), fragte sie uns gleich auch, ob wir wüssten, warum er denn Teddy heißt.

„Na, wegen dem Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.“

antwortete ich.

Ab da hatte ich, glaube ich, einen Stein im Brett bei ihr. 😉

Wie gesagt, eine sehr schöne und lehrreiche Führung. Und für sieben Dollar geradezu ein Schnäppchen.

Danach ging es dann weiter in östliche Richtung, auf der I-10 über die nördliche Mobile Bay. Bevor wir über die Bay fuhren, bog Susanne noch ab und wir fuhren parallel zur Interstate an der Bay längs, wo wir das Schlachtschiff „Alabama“ zu sehen bekamen.

Danach ging es dann aber wirklich auf der I-10 über die Bay und kaum das wir diese überquerten, ging es auf dem Old Spanish Trail (nicht DEM Old Spanish Trail) südwärts, wo wir gleich wieder links abbogen auf eine Tankstelle. Nanu, wir waren doch erst gestern tanken. Verbraucht ihr Wagen so viel?

Mitnichten. Wir nutzten die Tankstelle nur als Durchfahrt, um zum Gator Alley zu kommen. Dort leben direkt unter der Autobahn wilde Alligatoren, die man bestaunen kann. Das Glück hatten wir aber nicht gepachtet und konnten nur von weitem ein paar Handtaschen Alligatoren bestaunen.

Während wir also unter den Hauptstraßen rumliefen, lernten wir gleich mal die amerikanische Freundlichkeit kennen. Uns kam ein Mann mit seinem Hund entgegen, der uns erstmal grüßte.

M: Hi. How are you?

W: Fine. How are you?

M: Fine.

Nach diesen für Amerika typischen Floskeln, selbst der Radiomoderator begrüßt seine Zuhörer so obwohl ihm keiner antwortet ;-), erzählte uns der Mann, dass wir etwas zu früh nach Alligatoren schauen. Der Wasserstand wäre im April noch etwas zu hoch und so sind die Tiere noch gut versteckt. Wir sollten mal im Mai oder Juni wiederkommen, dann wären mehr Sandbänke und die Alligatoren dann gut zu sehen.

Schade, dass wir noch im April wieder nach Hause reisten. 😉

Nach dieser kurzen Exkursion ging es auf eine längere Exkursion. Wieder rauf auf den Old Spanish Trail Richtung Süden in den kleinen Küstenort Fairhope. Dort schlenderten wir die kleine und hübsch gemachte Hauptstraße entlang und guckten in die Schaufenster der dort ansässigen Läden. Bei einem Laden blieb es nicht beim von draußen reinschauen, da mussten wir einfach rein. Einen Weihnachtsladen.

Bei der Gelegenheit haben wir gleich ein Mitbringsel für meine Großeltern geholt, die an ihrem Tannenbaum sich Sachen hängen, mit denen sie was persönliches verbinden. Und das können sie dann in diesem Jahr mit unserem Mitbringsel. 🙂

Zwischendurch stärkten wir uns mit einem Sandwich und stöberten noch durch diverse Läden, bis wir uns dann aufmachten und an den Pier von Fairhope haltmachten. Dort konnte ich mal gleich meine magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. 😉

Danach ging es dann wieder die über 30 Meilen nach Hause (ein Katzensprung), wo ich ganz heiß darauf war, endlich den Pool auszutesten.

Jetzt spreche ich mal kurz ein Thema an, dass ich bis jetzt ausgeblendet hatte. Das Wetter. Bei unserer Ankunft war es knapp über 20 Grad (73 Fahrenheit) und so hatte der Pool nicht wirklich die Möglichkeit, sich aufzuheizen. An unserem Tag in Fairhope war es bescheidene 24 Grad (80 Fahrenheit), aber auch wenn es in der Sonne gefühlt wärmer war, der Pool blieb bei gerade 19 Grad stehen.

Viel zu kalt? Nicht für mich, schließlich war ich schon in einem (gefühlt eiskalten) Vulkansee reingehüpft und sofort wieder raus schwimmen. Ich also rein, verdammt war das kalt. Ein entspannendes Planschen im Pool ist was anderes. Aber ich war drin gewesen. 🙂

Abends habe ich neben der Poolaktion noch einen Fehler gemacht. Ich habe den Ventilator nicht runtergestellt und habe die halbe Nacht unter einem viel zu schnell drehenden Ventilator verbracht. Und mir damit für die folgenden Tage eine gute Ausgangsbasis für eine kleine Erkältung geschaffen.

Flittern in sweet home Alabama (2) – Der erste Eindruck

Wie bei einem Jetlag nicht anders zu erwarten, waren wir nicht nur früh im Bett, sondern auch früh wieder wach…

Oder war es die Aufregung? Oder die Angst, irgendwas zu verpassen?

Egal, meine Cousine war auch schon wach und so frühstückten wir erstmal und chillten ne Runde. Natürlich wollten wir auch Amerika kennen lernen, denn meine Cousine beteuerte, dass man Amerika nicht in New York, San Francisco oder Las Vegas kennen lernt. Man lernt es in Alabama kennen. Denn die Großstädte mögen in den USA verdammt groß sein. Aber das Gros (*hihi*) der Menschen lebt dazwischen. Und dazwischen liegen große Entfernungen, die man mit dem Auto zurücklegt.

Wohl auch deshalb fiel Steffi schnell auf: Die haben hier ja keine Bürgersteige.

Die sind wirklich nicht präsent. Gelinde ausgedrückt. Fahrradwege? Nicht existent. Fahrradfahrer dementsprechend auch nicht. Und Fußgänger sind immer verdächtig…

Zuerst tankten wir das Auto voll. Zu 3 Dollar 60 die Gallone. Was ungefähr einen Dollar pro Liter Superbenzin entspricht. Bei einem Dollarkurs von 1,40$ zu einem Euro macht das 75 Eurocent für einen Liter Super Bleifrei. Was wiederum einer Verdopplung des Benzinpreises in den letzten sechs Jahren in den USA entspricht. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum Amerikaner über die „viel zu hohen“ Benzinpreise stöhnen.

Kleines Beispiel: Es hat drei Tage gedauert, bis ich den ersten Toyota Yaris gesehen habe. Ein kleines Auto, dass auf deutschen Straßen zum Alltagsbild gehört. Das meistverkaufte Auto der USA ist der Ford F 150, ein Truck, dessen kleinster Hubraum bei 3,5 l liegt. Standardmäßig begegnet einem jedoch die größeren Versionen, da der Amerikaner nach der Prämisse kauft: Viel hilft viel…

Naja, jedenfalls sollte uns was (vermeintlich) typisches an der Tankstelle begegnen:

Nein, ich meine jetzt gerade nicht den Schulbus, sondern den Schildträger rechts daneben. Den so einen bekamen wir lediglich am ersten Tag zu sehen und danach nicht mehr wieder. Und die Aufschrift sagte alles. Genau weiß ich es nicht mehr, aber es war etwas nach der Art:

„Believe in Jesus or burn in hell“

What ever. Wir also weiter und uns die Neighbourhood angeschaut. Und zum Vergleich eine ärmliche und eine richtig reiche Neighbourhood. Wo dann man gleich die Polizei in ihren Autos präsent war. Sowohl in der armen, als auch in der reichen Neighbourhood.

Wir schauten uns dann die Viertel in Midtown an und fuhren weiter Richtung Downtown, wo Familienhäuser kaum noch zu sehen sind, sondern Geschäfts- und Büroräume sowie Bars, Cafes und Restaurants dominierten. Überhaupt waren privat genutzte Apartments kaum vorhanden. Auch die arme Bevölkerung wohnt in, wenn auch sehr heruntergekommenden, Häusern.

Nach unserer Rundfahrt ging es was Kleines zum Essen besorgen.

Leckere, klebrige Doughnuts… *mjam*

Unterwegs schnappte ich noch folgendes Bild auf, das nun wirklich typisch amerikanisch ist. Ein Bild von einer Kirche, die es überall gibt. Und sei das Kaff noch so klein und die Gegend noch so abgelegen. Mobile zählt 200.000 Einwohner. Nach Angaben meiner Cousine stehen in Mobile ca. 600 Kirchen…

Bei der Zahl haben wir ganz schön gestaunt. Nach unserem Urlaub sind wir aber der Ansicht, dass es mehr als 600 Kirchen sind, die in Mobile stehen. 😉

Von innen haben wir uns keine von den Kirchen angeschaut. Meine Kirchenpflicht ist für dieses Jahrzehnt abgegolten. Vielleicht schaffe ich es ja mal, dieses Jahr zum Tag der offenen Moschee am 03. Oktober ein islamisches Gotteshaus von innen zu sehen. Wer weiß.

Bevor es nach Hause ging, waren wir noch „kurz“ einkaufen. Erst in eine kleine Grocery, einem Gemüseladen rein, wo nur der Laden klein war. Melonen, so groß, dass ich nie wieder die sekundären Geschlechtsteile der Frau so bezeichnen würde. 😯

Zwiebeln, so riesig, dass selbst ich mit einem Viertel für eine Portion Spaghetti Bolognese klar kommen würde. Und Tomaten, die bei uns als Melonen durchgehen würden. Aber Preise, die bei uns in Deutschland zu einem Aufstand führen würden. Deren Lebensmittelpreise drängen einen geradezu in den nächsten Fastfood-Laden.

Danach ging es noch zum Walmart, wo wir die berühmt-berüchtigten Walmart-People live und in Farbe sahen. Hier machten wir den Wagen so richtig voll und gönnten uns u.a. einen Schokokuchen (der eigentlich nur aus Fett und Zucker bestand), Lagerbier, Tacochips (überhaupt Chips) und anderen ungesunden Süßkrams. Natürlich auch Salat, Obst und Gemüse. Für die Burger am Wochenende. 😉

Wir also wieder nach Hause, wo wir zu den Doughnuts einen selbstgemachten Erdbeermilchshake tranken. *mjammi* 🙂

Am selben Nachmittag begegneten uns auch unsere ständigen Begleiten. Die amerikanische Version der Eichhörnchen, Squirrel (sprich: Skuirl) genannt.

Nach so vielen Erlebnissen, vor allem aber dem Jetlag geschuldet, wurden wir Abends viel zu schnell wieder viel zu müde. Nichtsdestotrotz saßen wir bis 11:00 pm am Küchentisch und lernten uns noch näher kennen. Schließlich kannten wir Jörg gar nicht und selbst meine Cousine habe ich das letzte Mal vor über 20 Jahren getroffen. Da war viel Nachholbedarf. 🙂

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Flittern in sweet home Alabama (2) – Der erste Eindruck

Flittern in sweet home Alabama (1) – Die Ankunft

Und der Montag wurde lang. Um 5 Uhr aufstehen, duschen, einen Kaffee trinken und versuchen, wach zu werden. Alisa war so nett und fuhr uns dann nach Düsseldorf zum Flughafen. Naja, fast. Erst fuhr ihre Mutter, sie fuhr das Auto dann zurück, da sie auch noch mit wach werden beschäftigt war. 😉

In Düsseldorf übernahm dann mein Cousinchen die Kontrolle über uns. Waren wir total aufgeregt und merkten gar nicht, dass der Sicherheitsbeamte beim einchecken immer dieselben Fragen stellte, war da Susanne schon cooler und später sogar genervt von soviel Inkompetenz am Schalter.

Im Sicherheitsbereich angekommen, wurde dann erstmal gefrühstückt, die letzten Mails und SMS verschickt und die Datenverbindung anschließend gekappt. Schließlich will ich keine böse Überraschung auf der nächsten Rechnung erleben. 😉

Und dann ging es auch endlich los Richtung amerikanischen Kontinent. Angeblich war der Flug sehr ruhig, aber für jemanden mit Flugangst, also jemanden wie mich, war er sehr unruhig. Dafür liefen Filme, die man sich ansehen konnte. Und das auch in der Originalsprache, wovon ich regen Gebrauch machte. Ich verstand zwar nicht alles, aber ich schärfte wenigstens schon mal mein Gehör für die englische Sprache. Was jedoch nicht viel brachte, wie sich die nächsten zwei Wochen noch herausstellen sollte…

Zwischendurch wurde Grönland überflogen, was schon recht spektakulär von oben aussah.

Naja, weiß halt… 🙂

Als wir dann in Atlanta, dem größten Flughafen der Welt, gelandet sind, hat sich meine Flugstatistik zu diesem Zeitpunkt bereits verdoppelt. Wie ein alter Hase fühlte ich mich trotzdem nicht gerade. Denn auch der kleine Hopser nach Mobile machte mir Angst. Zur Beruhigung trug dann auch nicht gerade die Durchsage des Pilots vor dem Start bei, der uns mitteilte, dass der Flug aufgrund von Winden sehr holprig werden würde…hätte ich bloß nicht mein Gehör verschärft…

Gelandet sind wir dann ja doch ganz sicher in Mobile, wo uns meine andere Nichte 2. Grades empfing. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen den beiden Schwestern. Aber auch Jana war ein freundliches Mädel, jedenfalls zu uns. *hüstel*

Wie auch immer, sie holte uns ab und brachte uns zur 967 Lansdale Ct. in Mobile. Unsere Heimstatt für die nächsten zwei Wochen.

Abends lernten wir dann noch Susannes Partner Jörg kennen, der Grund warum Susanne überhaupt in Amerika ist. Das nähere kennenlernen verschoben wir dann aber auf den nächsten Tag, weil wir bereits um halb neun todmüde ins Bett fielen.

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , . 1 Comment »