Flittern in sweet home Alabama (10) – Auf den letzten Tropfen

Der letzte Tag sollte der längste Teil unseres Ausflugs sein. Die Rückreise. Zum Glück hatten wir uns am Vortag dazu durchgerungen, einen Teil davon schon mal abzutragen. So waren es heute nur noch 340 Meilen, die wir in unserem Nobelwagen zu bewältigen hatten.

So schlimm wie es sich anhört war es nun nicht gerade. 550 Kilometer sind vielleicht kein Pappenstiel, aber wenn man den Tempomat an hat und ohne gefährliche Raser unterwegs ist, kann so eine lange Fahrt auch entspannend sein. Auch wenn wir zum Ende hin sehr froh waren, endlich angekommen zu sein.

Unterwegs vertreibt man sich die Zeit halt mit dem Fotografieren von lustig klingenden Straßenschildern.

Die Fahrt war ansonsten recht ereignisarm. Kurz hinter Jackson sind wir durch ein wunderschönes County gefahren, dass Steffi leider verpennt hat und ich als Fahrer keine Fotos von gemacht habe.

Unsere einzig echte Spannung bezogen wir daraus, abzugleichen, wie lange der Bordcomputer uns mit dem Spritinhalt noch gibt und was das Navi sagt, was wir noch zu fahren hätten. Als wir bei Susanne gegen zwei Uhr ankamen, standen noch 30 Meilen auf dem Bordcomputer. Bis zum Flughafen waren es ca. fünf Meilen. Da wir noch bei den Five Guys einen Burger für den Weg aßen, wurden es jedoch sieben Meilen.

Problem: Beim los fahren bei Susanne zeigte der Bordcomputer nichts mehr an. Was dann schon nervös machte. Sollen wir nicht vielleicht doch noch tanken? Quatsch, meinte eine risikobereite Ehefrau. Wenn wir den Wagen leer abgeben sollen, dann machen wir das auch. *schwitz*

Ich könnte jetzt die ungemütliche Fahrt Meter für Meter beschreiben. Ich lasse es. Nur so viel. Ich habe geschwitzt, obwohl die Klimaanlage lief…

Wir kamen auf dem Parkplatz an und noch auf dem Platz kam uns ein Mitarbeiter von National entgegen. Er scannte unseren Schlüssel und fragte:

N: Are you Mr. Aramafimi*?

I: No, i’m not.

N: Okay, there was a failure in the office and you got the wrong car.

I (der auf die Nobelkarosse blickt, die uns die letzten vier Tage durch den mittleren Süden begleitete): The wrong car? I don’t believe so. 🙂

Jedenfalls mussten wir noch mal rein und dort das Auto abgeben. Kein Problem, trafen wir so den freundlichen Mitarbeiter wieder, der uns schon am Ausleihtag mit netten Fragen begegnete. Zwei Unterschriften später waren wir durch und konnten zurück auf den Parkplatz, wo Susanne bereits wartete.

Den Rest des Tages verbrachten wir ganz relaxed am Pool. Den hatten wir die letzten Tage schmerzlich vermisst.

Jörg ging es schon etwas besser. Zum Laufen benutzte er lediglich eine Krücke und arbeiten musste konnte er auch.

Noch ein Wort zu den Five Guys: Susanne empfahl uns den Laden, weil die Burger dort verdammt lecker sein sollen. Wir also hin. Mir gefiel die Möglichkeit, dass man, während man auf seine Burger wartete, die frisch zubereitet wurden, Erdnüsse en masse knabbern konnte. Die Angestellte schaute uns schon so komisch an, als sie uns fragte, welche Topics wir zu dem Burger gerne hätten. Wir schauten uns die verdammt lange Liste an und Steffi entschied sich bei ihrem Hot Dog für Ketchup und auf meinem Burger sollten die seltenen rohen Zwiebeln.

„Are you sure?“

wurden wir noch gefragt…

Wir vertrieben uns die kurze Wartezeit mit Erdnüsse knabbern. Als unsere Nummer aufgerufen wurde, schnappten wir unsere Burger (oder Hot Dog), pflanzten uns wieder hin und legten los. Aber irgendwas war anders. Steffi inspizierte ihren Hot Dog und stellte enttäuscht fest, dass neben der Wurst im Brötchen lediglich Ketchup war. Und in meinem Burger tummelten sich auf dem Fleischklops große Stücke rohe Zwiebeln.

Und das soll sooo toll hier sein? Also wir fanden es eher mager. Schmierten wir Susanne gleich aufs Brot, die gleich anfing zu lachen. Wir sollen ja auch nicht die Topics aussuchen, die wir wollen, sondern alle nehmen und die weglassen, die wir nicht wollen. 🙂

*Name nicht geändert, sondern einfach ein paar zusammenhangslose Buchstaben aus meinem lückenhaften Gedächtnis zusammengewürfelt.

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2 Antworten to “Flittern in sweet home Alabama (10) – Auf den letzten Tropfen”

  1. Synapse Says:

    Ich ahne traurig, dass dies euer letzter Blogbeitrag zu eurer Flitterreise ist? Wenn ja, dann möchte ich euch sagen, dass ich bei manchen Passagen als blinder Passagier mit dabei war – so schön und fesselnd geschrieben. Ich sage Danke, dass ich euch ein kleines Stück auf eurem Trip begleiten durfte.

    Hoffentlich bekommt euch der Alltag? Mich hat er morgen dann wieder richtig in den Zwängen. Aber da müssen wir durch oder?

    Alles Liebe euch Beiden. Mandy

    • stefangrenz Says:

      Ich kann Dich beruhigen, es ist noch nicht der letzte. Auch wenn schon Zweidrittel rum sind. Aber ich komme momentan zu nichts, weil noch so viele andere Sachen anstehen. Zum Beispiel andere Reiseberichte lesen. 😉
      Und dann ist ja auch noch Alltag, in den Du morgen auch wieder darfst musst kannst. *hüstel*
      Aber da müssen wir durch.


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