Titanic entdeckt

Mit der Titanic habe ich es nicht so.

Zum einen ist Politik eine ernste Sache und sollte vernünftig kritisiert werden. Satire ist da sicher angebracht, aber ich fand

es zum anderen bei der Titanic zu sehr im lächerlichen Bereich. (Und drittens verstehe ich nicht so viel über Politik und Satire, als das ich Titanic immer verstehe – oder geht es dort immer nur um absurde Witze?)

Nun manövriert sich die Politik, insbesondere die schwarz-gelbe (aber leider nicht nur die) in Fahrwasser, wo das Schiff sich in einem Meer aus Tränen befindet. Und die Tränen sind keine Freudentränen, es sei denn, man kann darüber wieder lachen, so traurig wie es gerade ist. Das sowas ein Alptraum für Satiriker ist haben feynsinn und jetzt auch der pantoffelpunk angemerkt.

Das jetzt ausgerechnet Titanic mit einem Beitrag daherkommt, den man besser nicht hätte schreiben können, hätte ich diesem Magazin nicht zugetraut.

Thema ist das ehemalige Nachrichtenmagazin und ich zitiere:

Also wird nach Kräften nachgeplappert und mitgehämmert, und es ist, je nach Perspektive, entweder spaßig oder niederschmetternd, wie in bspw. der Süddeutschen Zeitung, seit »Spiegel online« auf Sendung ist und den Takt vorgibt, alles zum dramatisch Drastischen drängt, ob es nun um Ehec-Gurken, Vergewaltigungsprozesse oder Internetverkehr geht [...]

Leitwolf im Schafspelz – Über das Spektakuläre an >Spiegel online<

Unbedingt lesen!

About these ads
Veröffentlicht in Medien. Schlagwörter: , , , , . 2 Comments »

2 Antworten to “Titanic entdeckt”

  1. Peter Says:

    Respekt, sowas hätte ich der Titanic gar nicht zugetraut! Ich finde die nämlich auch oft ziemlich anstrengend bis unlustig – abgesehen von Martin Sonneborn, der sicherlich die Speerspitze deutscher Satire darstellt (schon sein “Partei-Buch” ist ein Knaller!). Über SpOn sollte man wirklich des öfteren kritisch berichten. Es finden sich dort zwar auch immer wieder gute Texte und auch interessante Ansätze, aber gerade diese Panikmache und das zuschütten der Leser mit den ganzen Triviialthemen erschwert eine vernünftige Wahrnehmung der irgendwo dazwischen dargebotenen sinnvollen Inhalte.

    • stefangrenz Says:

      Über SpOn sollte man wirklich des öfteren kritisch berichten.

      Hast Dir ja gleich ans Herz gefasst. ;-)

      Erschwerend kommt beim Spiegel hinzu, dass er tatsächlich noch für ein seriöses Magazin gehalten wird, was es schon lange nicht mehr ist.
      Ich machte im vergangenen Jahr in einem Gespräch eine Kollegin (treue Spiegelleserin) darauf aufmerksam, dass Spiegel sehr boulevardisiert ist. Zwei Wochen später sprach mich die Kollegin auf das Thema noch mal an und gab mir Recht.
      Was beweist: Wenn man die Leute erstmal auf etwas aufmerksam macht, dann überdenken sie auch ihre Gewohnheiten und werden kritischer.


Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 157 Followern an

%d Bloggern gefällt das: