Urlaub (letzter Teil)

Nachdem wir durch die „national befreite Zone“ aka Sächsische Schweiz gefahren (auch im Sinne von Gefahr…) sind und den Schlenker über Rathen getan hatten, mussten wir erst ganz nach Dresden wieder zurück, um über die Autobahn Richtung Berlin fahren zu können. Steffi war vom Vortag noch reichlich erschöpft und schlief, während ich schöne touristische Highlights nicht anfahren konnte, weil sie schlief. Wie z.B. den Lausitzring.

Dafür kamen wir bereits gegen halb drei in Prieros an. Kurz vorm Ortsausgangsschild wurde rechts abgebogen, durch ein Wohngebiet gefahren und dann wieder rechts abgebogen. Über eine Brücke an einer kleinen Bootswerft vorbei und in den Wald hinein. Dort nach ein paar hundert Metern dann links auf einen Feldweg und noch tiefer in den Wald. Der Weg schlängelte sich durch den Wald und dieser wurde immer dichter. Plötzlich tauchte ein kleiner Schuppen auf und der Weg war mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. Ab hier wurde der Tag zur Nacht und außer Bäumen war nichts mehr. Bis dann endlich das Haupthaus des Hotels auftauchte. Wenn jetzt mal keine Kettensägen-affine Familie rausgestürmt kommt…^^

Wir meldeten uns an und bekamen ein Zimmer im Haus „Star“. Wie der Vogel. Meine Befürchtung, kein Internet zu haben, bewahrheitete sich zunächst nicht. Das WLAN wäre frei nutzbar. Super, dachte ich. Bis wir in unserem Zimmer ankamen. Denn dort war kein WLAN-Station. Also surften wir fortan nur noch, wenn wir am Haupthaus waren. Also gleich nach der Ankunft. Denn dort gab es auch das Restaurant, und wir schnabbelten erstmal ein paar Reibekuchen. Und genossen die Aussicht, denn das Hotel war direkt am See gelegen. Super idyllisch. Genau so haben Steffi und ich uns das verdient.

Zurück auf dem Zimmer lag ein Brief an der Tür gelehnt. Wegen Bauarbeiten der Brücke ist die Zufahrt zum Hotel am nächsten Tag blockiert. Man solle doch sein Auto, so man es benötigt, davor parken. Also sind wir zwei ins Auto gestiegen, um es für den Fall der Fälle außerhalb zu parken. So konnten wir ein bisschen spazieren gehen und bogen vor dem Hotel auf einen Wanderweg ab. Der führte aber so gar nicht zum Hotel zurück. Nachdem wir eine gute halbe Stunde parallel zum Hotel gelatscht waren, kehrten wir um. Steffi war zu dem Zeitpunkt wieder total erschöpft. Jedoch lag es daran, dass eine Armada an Mücken über mich (und nur mich!) her fiel. Und Steffi pausenlos (!) damit beschäftigt war, meinen Rücken abzuklatschen um mich vor den Mücken zu schützen. Seltsamerweise hatte ich am nächsten Tag nicht einen Mückenstich. Steffi dagegen schon…^^

Naja, Abendessen nahmen wir wieder im Hotelrestaurant zu uns und genossen noch etwas die Stille und die Aussicht.

Am nächsten Morgen wurde kurz gefrühstückt, im Internet gesurft und dann die Schattenfelle Fahrräder bestiegen. Ohne großen Plan fuhren wir den ausgeschilderten Radweg entlang, lediglich bewaffnet mit meinem Navi-Smartphone und einer gehörigen Portion Lust am Fahrrad fahren. Nach ca. 5,5 km bogen wir nach links Richtung Hermsdorf (nicht Herm’s Dorf, der lebt bekanntlich auf (s)einer Farm!) ab. Eher aus Bequemlichkeit, weil der Weg rechts lang mit löchrigen Platten gepflastert war und nicht so toll zu fahren war. Wir kamen nach gut 2 km über eine Schleuse und dahinter änderte sich der Straßenbelag in löchrige Platten, was bis kurz vor Hermsdorf so ging.

Dort angekommen wussten wir nicht, ob nun rechts oder links. Ein Blick auf das Navi verriet uns: Weder links noch rechts wäre für einen Kreis geeignet gewesen. Ein Blick auf die Karte im einzigen Bushäuschen des Dorfes bestätigte das. Besser wäre es gewesen, wir wären vorher rechts lang gefahren. Also wieder zurück. Und ab unserer Gabelung ging es dann 2,5 km über die Buckelpiste, bis wir direkt auf der B179 ausgespuckt wurden. Wo es keinen Fahrradweg gab…da war uns durch den Wald auf nicht fachmännisch befestigten Wegen lieber…

Aber noch mal umdrehen gilt nicht, also sind wir die 1,2 km Richtung Neubrück und dann wieder in den Wald hinein. Für die Gabelungen im Wald nutzten wir wieder das Navi, und so legten wir ganz balante die übrigen 6 km zum Hotel zurück. Grob überschlagen legten wir damit 25 km auf dem Sattel zurück.
Jedoch, wenn man nach so langer Fahrt ankommt, dann kann es passieren, dass man in ein Loch der Tatenlosigkeit fällt. Um das zu umgehen, bogen wir nicht zum Hotel ab, sondern fuhren ins Dorf hinein, um uns dort etwas umzuschauen. Mal abgesehen davon, dass die touristischen Highlights ruhig besser ausgeschildert werden könnten (Biogarten durch Zufall, Botanischer Garten gar nicht gefunden), „glänzte“ Prieros durch geschlossenes Auftreten. Im Sinne von Geschlossen! Von drei Restaurants war nur eins zu gebrauchen (einmal Ruhetag und das andere wollte warme Speisen nur am Wochenende ausgeben), die Touristeninfo ist Montags auch dicht und auch das Heimathaus ist Montags geschlossen. Also eigentlich der beste Ort zum Arbeiten. In Prieros gibt es keinen scheiß Montag. 😉

Egal, mit dem „Alten Fritz“ hatten wir ein Restaurant gefunden, wo wir dann zu Abend essen gehen konnten. Im Hotel wollten wir nicht noch mal. Nicht das es nicht gut gewesen wäre, aber man will ja auch Sachen ausprobieren.

Wir relaxten den Rest des Nachmittags in den Liegestühlen vom Hotel, direkt am See und erst, als die Mückenplage wieder aufzog, zogen wir uns zum Abendessen zurück. Das Essen beim „Alten Fritz“ war gar nicht schlecht. Bürgerliche Küche mit saisonalen Tupfern, in diesem Falle Pfifferlinge. Und das zu einem wirklich guten Preis. Kann man durchaus empfehlen.

Alt wurden wir nach dem Tag nicht mehr und da wir am nächsten Tag wieder aufbrachen, ging es auch früh ins Bett.

Der Weg nach Hause begann dann mit dem ersten Regen, seit wir zwischendurch in Friesland waren. Nur Sonne bis dahin, was bei dem diesjährigen Sommer schon ein unverschämtes Glück ist. Und auf der Autobahn bekamen wir kurz vor der Magdeburger Börde durch ein Gewitter, was eine willkommene Abwechslung war. Einfach nur aus Jux und Dollerei 100 km/h fahren, weil es das automatische Verkehrsleitsystem so befiehlt, sondern 100 km/h fahren, weil es so einfach sicherer ist. Und das begleitet von vielen Blitzen, das hat schon was. 🙂

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4 Antworten to “Urlaub (letzter Teil)”

  1. Susanne Says:

    und wieder mal ein super schöner Bericht!

  2. Ma Rode Says:

    He, da habt Ihr Brandenburg ja von seiner typischsten Seite kennengelernt, sehr schön …. Und das Bonmot „Wilhelm Pieck“ ist perfekt abgestimmt auf die „kleine DDR“.

  3. stefangrenz Says:

    @Susanne: Danke. 🙂

    @Ma Rode: Ja, Brandenburg hat uns wirklich sehr gut gefallen. Lediglich die noch unerschlossenen Fahrradwege bleiben in nicht so guter Erinnerung. Aber landschaftlich und menschlich ein sehr schönes Land. 🙂

  4. Ma Rode Says:

    Hui, mit den Fahrradwegen wird es auch noch dauern. Man baut hier lieber Windkraftanlagen (öko, logisch?) in die Landschaft anstatt sich um den sanften Tourismus zu bemühen. Ich fluche schon seit 7 Jahren darüber, dass es keinen Radweg von meinem Heimatdorf zu meiner Wirkungsstätte 5 km weiter gibt. Diverse Petitionen und Begehren und Listen dafür habe ich unterschrieben, aber geplant wird der Weg erst um 2020. Bis dahin kann ich warscheinlich nicht mehr Rad fahren, sondern werde wohl eher den Rollator schieben müssen 😦


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