Amerika-Tagebuch

Zur Hochzeit bekamen wir von Jana eine Ausrüstungskiste für Amerika geschenkt. Neben Dollars, Zahnpasta, Bonbons, Sonnencreme und Deo fand sich auch ein Reisetagebuch. Dies nutzten wir auch, um unsere Eindrücke festzuhalten. Steffi mehr als ich (wenn Steffi doch nur so aktiv hier im Blog wäre…).

Jedenfalls wird hier das Tagebuch veröffentlicht. Ohne Fotos, dafür mit unseren ungefilterten Eindrücken. Rechtschreibfehler dürft ihr behalten. Auch inhaltliche Fehler können auftreten, weil die Eindrücke meist zeitnah ohne große Recherche ins Buch geschrieben wurden. Darauf dürft ihr gerne in den Kommentaren eingehen, wir wollen schließlich keine Unwahrheiten verbreiten. Dafür gibt es im Internet andere Seiten.

Schwarze Schrift bedeutet, ich habe den Eintrag geschrieben. Die blaue Farbe repräsentiert Steffis Eindrücke.

Sonntag, 03.04.2011

Start in die Flitterwochen am 03.04.11, Sonntagmittag um 12:30 Uhr.

Die Fahrt nach Bochum wurde abrupt in Höhe Vechta durch einen Stau unterbrochen. Es ist gerade 13:45 Uhr – schaun wir mal, wie lange noch.
Nach einer Nacht in Bochum gehts um 6 Uhr nach Düsseldorf und um 9:30 Uhr geht der Flieger nach Atlanta…

Jetzt ist es 15:15 Uhr stehen immer noch im Stau!!!

Glück im Unglück: Wir stehen zwar immer noch im Stau, aber ein Ende ist in Sicht.

Im Stau kann man sich mit lesen gut die Zeit vertreiben. Also greift Stefan in den Koffer und gibt mir mein Buch von Stieg Larssons Trilogie. Ich lese den ersten Satz und fluche: „Oh nein, ich habe den ersten Teil eingepackt anstatt den dritten.“ Da dreht sich Susanne um und hält ihr Buch hoch. „Verdammnis“ – von Stieg Larsson, der 2. Teil. Witzig und den 3. Teil hat sie zu Hause in den USA! Juchu, Urlaub gerettet. Doch ein Buch für die Faulenzertage.🙂
Abfahrt Lohne/Dinklage, die Autobahn ist mittlerweile vierspurig geworden -> Chaos, weil alle die Ausfahrt nutzen müssen.
Es ist 16:10 Uhr.

Cool, zum zweiten Mal eine Autobahnfreigabe miterlebt. D.h. um 16:15 Uhr wurden die Sperrwagen abgezogen. Allerdings muss man sagen, dass deutsche Autofahrer nen Schatten haben. Keine Geduld und drängeln sich sogar schon vor dem Sperrwagen wieder rein.

17:15 Uhr: Wir sind bis Münster gekommen. Und schon wieder Stau. Zu unserem Glück ist der Aufenthalt nur sehr kurz und wir fahren wieder mit Vollgas durch den strömenden  Regen Richtung Bochum.

Montag, 04.04.2011

8 Uhr: Um 5 Uhr war die Nacht für uns zu Ende. 1 Stunde sind wir nach Düsseldorf zum Flughafen gefahren. Ruckzuck durch alle Kontrollen hindurch und nun sitzen wir beim Frühstück. Nervosität hält sich in Grenzen – jedenfalls bei uns Frauen.

Wir befinden uns auf der letzten Station nach Mobile. Ortszeit in Mobile: 16:30 Uhr – Ortszeit in Deutschland: 23:30 Uhr
Der neunstündige Flug von DD nach Atlanta verlief reibungslos. Die Zeit haben wir genutzt um neue Filme kennenzulernen. Stefan sogar auf Englisch! Respekt. So weit war ich dann doch nicht.
Bei „Cyrus“ habe ich nach längerem Versuch dann doch wieder aufs deutsche umgeschaltet. „Big Bang Theorie“ musste dann auch ich notgedrungen auf englisch schaun. Weitere Filme waren: Meine Familie, mein Schwiegervater…halt Ben Stiller & Robert de Niro – irgendein x-ter Teil. Danach kam Narnia, auch der x-te Teil und danach „Sekretariat“, aber der Pferdefilm lief nur so nebenbei. Schade war, dass man über den Flur, schräg in die Mitte, auf den Monitor schauen musste. Das war teilweise bei der Bewegung im Flugzeug nur erschwert möglich.
Unterhaltung bot uns aber auch noch eine Frau, mittleren Alters in der Nebenbank. Ob wir wollten oder nicht erzählte sie uns von ihrer Aufnahme in den Indianerstamm zu dem sie gerade fliegt. Sogleich hatten wir ihren Laptop auf dem Schoß und guckten uns Bilder und Videos von besoffenen Indianern & Deutschen an. Das einer von ihnen ihr bester Freund war und vor 3 Jahren gestorben ist, konnte sie uns natürlich nicht vorenthalten, worauf ein peinliches Rumgedruckse unsererseits entstand. Glücklicherweise lenkte ein wirklich süßer kleiner Junge ihre Aufmerksamkeit auf sich, so dass wir uns auch wieder den Filmen oder einem kleinen Nickerchen widmen konnten. Sogar Stefan hat es geschafft die Augen zu schließen und zu dösen.
Zu Essen gab es Chicken & Omelett, wobei Chicken (Stefans Wahl) die bessere war. Später nochmal ein Stück Käsepizza, die unglaublich lecker geschmeckt hat.

In Atlanta ging auch alles reibungslos, so dass wir von 13:30 Uhr – 17 Uhr Aufenthalt hatten. Komischerweise ist keiner von uns wirklich müde. Nur die Konzentration und auch die Schreibfähigkeit lässt ein wenig nach. Aber kein Wunder, wenn man 10 Stunden in der Luft verbringt und insgesamt 19 Stunden wach ist.
Ich denke, die Fitness kommt vor allem, weil die Sonne so wunderbar scheint und alles in Aktivität ist. So, der Landeanflug in Mobile wird angekündigt und wir bereiten uns drauf vor – Händchen halten z.B. Die Maschine ist wirklich sehr sehr klein.

Dienstag, 05.04.2011

So, nun haben wir den ersten amerikanischen Großeinkauf bei Wal-Mart hinter uns. Deutschland kennts groß, Amerika kennts größer.🙂
Die Lebensmittelpreise sind schon erheblich teurer, aber an den Plastiktüten wird nicht gespart. Die Kassierin packt, wenn nicht ausdrücklich anders gewünscht, 2 Teile in eine Tüte.
Sightseeing mit Susanne haben wir vorher auch noch gemacht. Durch die verschiedenen Neighbourhoods, wo ganz „ärmlich“ gleich neben nobel-protzig lag. Die vielen Kirchen, von denen uns erzählt wurde, 600 Stück auf 200.000 Einwohner, blieben uns auch nicht verborgen.

Downtown, sprich Innenstadt, ist nicht annähernd dasselbe wie in Deutschland. Ein paar Bars & Kneipen, Banken – das wars. Das Shoppingleben spielt sich an einer Hauptstraße ab. Kilometerweit Malls & Restaurants…

So, und nun noch ein paar Fakten zum amerikanischen Leben:

  1. 1 Mile = 1,6 km
  2. Fahrenheit = 32 abziehen, durch 2 teilen=ungefähre Celsiusangabe
  3. Auf jeden Preis kommt Tax oben drauf. In Alabama 10%!!
  4. Für Dienstleistungen nochmal 15%
  5. Es gibt sehr selten Bürgersteige, also nie eigentlich. Höchstens abgetrennte Fahrrad“rinnen“
  6. „How are you?“ „Fine, and you?“ Nicht mehr und nicht weniger.
  7. Der am häufigsten verkaufte Wagen ist ein Ford F 150 – ein Truck

Mittwoch, 06.04.2011

Heute waren wir uns ein Oakleigh-House anschauen, was wirklich äußerst interessant war. 1820 „new greek“-Architektur, ganz klein und schnuckelig, aber mit sehr viel Liebe zum Detail. Genauso war auch unsere Führerin „Ann“, eine ältere Dame im reizenden 19. Jhd-Look. Sie erzählte die Geschichte der dort lebenden Familien (z.B. eine 13-köpfige in einem 4-Zimmer Haus), in einem gestochen scharfen Englisch und mit so viel Leben, dass es uns leicht fiel ihr zu folgen. Nach anderthalb Stunden waren wir um einiges schlauer und besehender. Und Fazit, es gab damals schon nichts, was es nicht gab (Tellerwärmerschrank, Tellertisch, vogelartiger Stoffhalter, the helping hand für den Kronleuchter und eine Dose, in der die Leute im Laufe ihres Lebens Haare sammelten, damit zu ihrem Tode die Angehörigen eine Art Brosche oder Bild aus diesem knüpften…)

Danach ging es weiter zum „Gator Alley“, dort hausen die Alligatoren, mitten zwischen den Autobahnen. Leider haben sie sich heute als wenig fotogen gezeigt. Dafür haben wir die offene amerikanische Art erleben dürfen. Von 2 Passanten wurden wir angesprochen, die uns Tipps gaben, wann wir die Alligatoren am besten zu sehen bekommen (1-2 Monate später!!! Da der Wasserstand dann gesunken ist :-))

Danach fuhren wir ins malerische „Fairhope“. Der Weg patriotisch geschmückt mit Fahnen, Downtown an den Kreuzungen Blumen und die Bürgersteige gepflastert mit Memorialsteinen. Laut Susanne werden so Bänke & Gehwege finanziert. Man gedenkt den Verstorbenen & kauft eine Bank oder ein Stück Weg.
In Fairhope gibts den abgefahrensten Weihnachtsladen den ich gesehen habe. Geil-Bunt-Freaky!

Danach gings noch runter an die Bay, wo wir einen Blick auf Mobiles Skyline werfen konnten und auf qualvoll sterbende Fische. Die letzten Sonnenstunden verbringen wir, wie gestern, auf der Hollywoodschaukel im Garten. Wo uns das eine oder andere Squirrel besucht. Denn Eichhörnchen gibt es hier wohl en masse.

Donnerstag, 07.04.2011

Shopping-Master of the Day…der frischgebackene Ehemann!!!
Heute sind wir zum Tanger-Outlet in (Axel^^) Foley gefahren und haben Geld auf den Kopf gehauen gespart. Denn eine Tommy Hilfiger Hose für ca. 20 €…da gehört man verprügelt, wenn man nicht zuschlägt. Und kamen bei mir 2 Paar Schuhe, 1 Jeans, 1 Cargo-Hose, 1 Badehose, 3 T-Shirts und eine neue Herrentasche zusammen. Steffi war am Ende schon froh, überhaupt ne Jeans gefunden zu haben…

Danach ging es zum Kraft tanken in das „Waffle-House“, wo wir zwar keine Waffeln (außer Susanne) aßen, sondern Burger und Hashbrowns (Kartoffelstreifen, ähnlich Reibekuchen). Und das Refill-Prinzip begeistert lernten.

Nachdem wir wieder zu Kräften gekommen waren, sind wir weiter zur Gulf-Shore. Leider spielte das Wetter nicht mit, so dass wir das nicht allzu lange am wunderschönen Strand ausgehalten haben. Dafür hat Susanne noch nen Laden gefunden, wo wir Postkarten kaufen konnten. Haben wir das auch schon mal. Außerdem habe ich für Jana einen Blumenring gekauft, der mir beim schnellen Platztausch an der Ampel auch gleich mal abgerissen ist…

Also, um es schon mal festzuhalten: Amerika hat Flair und seinen ganz eigenen Charakter, der uns wirklich gut gefällt. Außerdem will immer jeder wissen wo wir herkommen und sind sooo freundlich.

Unglaublich aber wahr: Wir haben heute im Tanger-Outlet 227 $ ausgegeben, dass sind 160 €! Für die Menge (siehe Fotos) ist das der reinste Witz – los, gleich nochmal hin.

Freitag, 08.04.2011

Auf an den Strand. Heute bei mehr Sonnenschein & weniger Wolken. 26°C, gefühlt 32°C. Pensacola Beach, wir kommen!

Ui, Stefan darf das erste Stück fahren…wie spannend!

So, mittlerweile sind wir 2 Stunden an Floridas Strand, nur gesehen haben wir nicht viel. Es ist richtig diesig. Aber dafür haben wir heftig hohe Wellen, die das Plantschen im Meer witzig, aber genauso abenteuerlustig machen. Die gelben Flaggen hängen nicht umsonst raus. Aber wir haben uns auch direkt bei den Lifeguards platziert.🙂
Also trotz „smoking weather“, es ist warm und sehr schön!

Samstag, 09.04.2011

Heute war New Orleans Tag.
Leider damit beginnend, dass sich Jörg den Fuß umgeknickt hat und somit gehandicapt durch New Orleans humpeln musste.
Ansonsten hat die Stadt viel zu bieten. Den Mississippi, die Bourbon Street, das French Quarter und an diesem WE auch noch das dazugehörige Festival. Live-Musik an jeder Ecke und die Balkone mit Mardigras(Karneval)-Ketten geschmückt.
Den letzten dampfbetriebenden Dampfer haben wir uns auch nicht entgehen lassen, die „Natchez“.

Es war warm, es war viel los, die Leute gut drauf…Zur Halbzeit, nachdem die meisten Mitbringsel besorgt waren, haben wir uns ins „Cafe du Monde“ gesetzt um die berühmten Beignets (so wie Schmalzkuchen, nur größer) zu speisen. Mmmhhh lecker.
Die Royal Street zeichnete sich durch prächtig geschmückte Balkone und Blumepracht aus. In dieser wurden uns auch 2 der besagten Ketten von oben aus zugeworfen. Alles wirkte sehr gesittet und ästhetisch.
In die Bourbon Street abgebogen, war ich dann froh, nachmittags da zu sein. Die Straße zeichnet sich eher durch Neonlichter, Alkohol und Sex aus. Doch auch dort war die Stimmung gut und auch hier traf man die gequälten Pferdekutschen, gefüllt mit Touris, an. Da es kein Public Restroom gab, mussten wir entweder alles ausschwitzen oder die Blase anhalten bis wir mit dem Auto zum Mäces einbogen. Dort gabs nen echt chicken Vanilleshake (mit Sahnehaube).

Zurück gehts gerade am „Long Beach“ entlang…nochmal die Füße ins kühle Golf-Nass tauchen. Heute Abend werden Stefan & ich zum Essen eingeladen – weil ich morgen 29 werde.🙂 (und wieder dieses Nebelwetter am Strand).
Vor Biloxi Stau, dafür aber ein geiles Auto nach dem anderen, dicke Reifen, teilweise mit Spinners. Der Grund war ne Kirmes, was zur Folge hatte, dass an der Promenade nur Afro-Amerikaner unterwegs waren. Gut drauf, schlecht gekleidet. Big Mamas & Gangstas – gruppiert um ihre aufgemotzten Karren mit Musik & Beer.

Sonntag, 10.04.2011

Juchu, heute an meinem Geburtstag konnte ich mit meiner Family und Markus & Sophie skypen. Leider war die Friesenfraktion ohne Bild, so dass ich die brennende Kerze nur hören bzw. ahnen konne. Und jetzt gehts zum Speedboot fahren – Alligatoren suchen. 

Airboat fahren war wirklich äußerst spannend und laut. Die Alligatoren waren eher ängstlich, aber nichtsdestotrotz haben wir den ein oder anderen aus dem Wasser gucken sehen oder sind einfach drüber weggefahren.
Die Fische waren auch amüsierend. Die hatten geradezu einen Wettkampf im Hochsprung.

Nach der Anstrengung haben wir uns im Pool abgekühlt und erholt (22°C Wassertemperatur).

Es gab sogar ein Überraschungsgeschenk von Jana (Susannes Tochter). Sie hat mir die CD Sublime gebrannt, die wir am Vorvortag gehört hatten und die gern gehabt hätte (Sicherungskopie! Ist klar, oder?). Außerdem hab ich noch meine PC-Spiele geschenkt bekommen und, sehr geil, ein Rundflug in einem einmotorigen Flugzeug über Ganderkesee. Mittags gabs Barbeque, lecker Hamburger und nun sitzen wir gerade im Hyundai Genesis und düsen cruisen Richtung Atlanta. Mittlerweile sind wir beide schon mal im Amiland Auto gefahren…

Montag, 11.04.2011

Genächtigt im Super8 Motel machen wir uns nun, nachdem der Rasierschaum im Zimmer verteilt wurde, auf den Weg ins Aquarium. Es ist Montag,  11.04.11 9 Uhr „Ganz schlechte Straßenverhältnisse herrschen hier.“🙂

Fünf Bundesstaaten haben wir bisher passiert (gesamter Urlaub):

  • Alabama
  • Florida (Pensacola)
  • Mississippi
  • Louisana (New Orleans)
  • Georgia (Aquarium)

ein sechster kommt morgen hinzu, Tennessee (Memphis, Graceland). Oh, und Nummer sieben, Arkansas natürlich auch.

So, der Besuch im Aquarium hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die zusätzlichen 13 $ für den Delphintunnel/Show haben wir uns gespart und auch nicht vermisst. Orcas gab es zwar keine, zu meinem Bedauern; aber Pinguine, zu Stefans Freude. Der „Under the Sea“-Tunnel war sehr eindrucksvoll. Von Mantarochen, Hammerhai, Schwerthai, „Ku-Klux-Klan“-Hai bis hin zum Walhai und wilden Schwärmen war alles vertreten. Das Ganze gabs dann nochmal in klein und in bunt bei den Tropical Fishes – allerdings auch ohne Tunnel, als Riesenglasfront. Auch kleine Kinder & Steffi kamen auf ihre Kosten bei dem Touchbecken. Kleine Rochen, die versehentlich als „flauschig“ bezeichnet wurden und „Breitnasenhaie“ konnten mit zwei Fingern (!) angefasst werden. Rochen sind an sich eher glibschig und Haie glatt.
Ich entschuldige mich hier mal für die ungebildete Namensvergabe.
Die Belugawale waren faszinierend und auch die kleinen Meeresbewohner wie die „Seadragon“ hatten ihren Reiz. Nachdem wir alles 2x durchlaufen hatten sind wir wieder Richtung Bremen gedüst und sind dort im „Wendys“ essen gegangen.
Nachtrag: Atlanta, jedenfalls der Teil durch den wir gefahren sind, zeigte uns das ärmliche Gesicht Amerikas.

Im Wal-Mart laufen wirklich krasse Gestalten rum. Diesmal ein Vierteltonner mit Taubstummenhose.🙂
Außerdem nuscheln die Verkäuferinnen. „ID“, haben wir nicht verstanden. Und das nur, weil wir Bier gekauft haben.

18 Uhr
Tornadowarnung in Alabama!
In Jasper und umzu. Wo befinden wir uns? Jasper! Mittendrin.
Es wurde im Radio gewarnt und empfohlen Häuser und flache Gegenden aufzusuchen. Na toll! Jetzt wirds auch langsam stürmisch. Stefan meint, wir fahren eher ins schlechte Wetter hinein als vor ihm weg. Darauf ich: „Ach, erst wenn es blitzt…“ – zack, blitzt der Himmel auf – „…mach ich mir Sorgen!“
Wow, wie aufs Stichwort. Aber der Wind ist grad eher ruhig.

So, nach ner ½ Stunde Platzregen ist nun alles wieder gut. Kein Tornado gesichtet, aber bei dem Blitzlichtgewitter war einem schon etwas mulmig, obwohl es einmalig gewesen wäre, einen zu sehen.

21 Uhr -> Rückblick:
Gegessen haben wir bisweilen im: 

  • Waffle House 2x
  • Wendy`s 1x (2x)
  • Taco Bell 1x
  • Texas Road House 1x
  • (Arby’s 1x)
  • (Felix 1x)
  • (Five Guys 2x)

(In Klammern Restaurants, die wir nach dem 11.04.11 aufgesucht haben)

Dienstag, 12.04.2011

Heute war ein echter Erlebnistag. Im DaysInn (eine Nacht vorher war es das Super8 Motel, das aber qualitativ nicht mithalten konnte) gab es zum Frühstück selbstgebackene Waffeln – jam!

Danach sind wir noch ca. 2 Stunden nach Graceland gefahren. Für 31 $ pro Person durften wir uns dann das Anwesen von Elvis Prestley anschaun. Und das hats wirklich in sich. Vom Wildlife-Zimmer bis zum eigenen Schießraum gab es auch ein mit gemustertem Stoff tapezierten Billardraum oder sein blau-gelbes Fernsehzimmer mit Spiegeldecke zu bestaunen. Seine Trophäen waren auch ausgestellt und dafür hat wahrhaftig ein Raum nicht ausgereicht. Zum Schluss gabs natürlich ein Blick auf sein Grab und das seiner Eltern & Großmutter (die alle überlebt hat). Wirklich sehr eindrucksvoll.

Da uns das noch nicht genug war, sind wir auf eigene Faust im Staate Tennessee nach Memphis zum Sun Studio gefahren. Begrüßt wurden wir von Jason, der hinter dem Tresen mit seiner Gitarre saß. Er fragte, ob wir die Führung mitmachen wollten…für 24 $ für beide. „Yo, warum nicht.“

Und das war gut so. Jason hat die Führung mit viel Eland und Freude gehalten, dass es ein leichtes war, sich von seiner Begeisterung anzustecken. Ein paar Fakten:
Der Gründer ist Sam C. Phillips, allerdings hieß der Laden da noch Memphis Recording Service, weil dort nur aufgenommen wurde und nicht verkauft. Die ersten Künstler waren B.B. King, Ike Turner, Howling Wolf & Elvis Prestley. Letzter wurde nach einem Jahr (trotz 3-Jahresvertrag) an ein anderes Label verkauft, für nur 30.000 $. Allerdings rettete das den Laden, weil dieser sonst pleite gemacht hätte. So gab es unsägliche Hits in dem wirklich kleinen Studio, in dem Stefan & ich nun auch gestanden haben. Nach zehn Jahren ist der Vertrag mit dem Vermieter ausgelaufen, so dass Phillips sich einen neuen Ort ausgesucht hat. In dem neuen Studio schien aber der Zauber verflogen und es wollte kein großer Hit mehr gelingen. Johnny Cash und Jerry Lewis waren nur einige der Größen, die dort Welthits und Number One Platten produzierten.
Nachdem das Studio über 20 Jahre nicht genutzt wurde, wird dank U2 heute wieder aktiv dort Musik gelebt. Der Raum befindet sich heute noch in seinem Urzustand. Gleicher  Boden, gleiche Decke, gleiche Isolierung und auch die Originallampen hängen an der Decke. Elvis war 18 Jahre alt als er zum ersten Mal anklopfte und musste tatsächlich ein Jahr darauf warten, bis er einen weiteren Song aufnehmen durfte.

Nach so viel History-Input mussten wir uns den Ausgleich in Downtown Memphis in der Beale Street holen. Da gehts nur um Essen, Trinken und Live-Musik. Im Hard-Rock Cafe haben wir unseren Flüssigkeitshaushalt aufgefüllt und sogar on stage performt. Schön mit Gitarre und Schlagzeug für einige Fotos stillgehalten. Es war doch sehr aufmerksam, dass uns ein Kellner darauf aufmerksam machte, dass wir die Bühne vor der großen Leinwand nutzen dürfen um Fotos mit den dort aufgestellten Instrumenten zu machen. Und seine Kollegin bot gleich an, von uns beiden ein paar Fotos zu machen. Fein! Nice memorys.

Auf dem Rückweg gings dann vorbei am Coyote Ugly Saloon, den ich gern in action gesehen hätte, aber um 18 Uhr war es dafür einfach noch zu früh. Kurz noch den Mississippi besucht und vom FedEx-Stadion Fotos geschossen gings auf zum Rückweg. Einen kurzen Abstecher haben wir in den siebten Bundesstaat: Arkansas gemacht. Das war ein fünf Minuten Besuch. Über die Brücke und zurück.

Danach begann die Übernachtungssuche. Das Motel 6 war günstig (49,99 $) aber ohne Frühstück. Alle anderen waren zu teuer (70 $ aufwärts) oder ohne WiFi und Frühstück. Schließlich wurde es einfach nicht günstiger & wir sind wieder im DaysInn gelandet (für 71,50 $) uuuuuund ganz böse: Getrennte Betten. Aber für uns ist kuscheln angesagt, die Betten bieten eine gewisse Grundbreite.🙂

Erwähnenswert ist auf jeden Fall, dass jedes Restaurant trotz gleicher Kette seinen eigenen Style hat. Bei Wendy’s haben wir bereits „verranzt“ gegessen und heute aber mit Teppich und klassischer Musik. Im Arby’s wuchs mitten im Laden ein Benjaminbaum aus dem Boden…Strange!

Mittwoch, 13.04.2011

Zurück in Mobile und gleich mit einem leckeren Erdbeermilchshake begrüßt worden. Hier nun noch ein paar weitere Facts zu Amerika:

  1. Wenn ein Fahrzeug am Straßenrand steht (und das tut es nicht selten), dann bitte die Spur wechseln. Sollten „workers present“ sein, dann heißt es langsamer fahren, ansonsten droht doppeltes Bußgeld. Worauf man netterweise durch Schilder hingewiesen wird: „speeding fines doubled“
  2. Schulbusse dürfen beim Stop nicht überholt werden. Auch das wird deutlich angezeigt.

Donnerstag, 14.04.2011

Zweiter Versuch Pensacola Beach zu genießen. Stefan fällt gerade auf, dass das Meer ja gar nicht grau ist, sondern grün-blau daherschwimmt. Soll heißen, heute sind die Wellen niedriger und die Sicht weitaus besser. Bei den Lifeguards läuft nette Musik und die Sonne kommt auch langsam raus. Es ist wahnsinnig schön, am kilometerlangen Strand zu sitzen.

Ich weiß nicht was los ist, aber nach 3 Stunden konnten wir unseren Aufenthalt beenden, da sich die Sonne hinter einer langen Wolkendecke versteckt und der Wind recht frisch war.
Dafür sind wir nochmal zum Gator Alley gefahren und hatten dort das Glück auf eine große Anzahl Alligatoren zu stoßen, bei herrlichem Sonnenschein.
Die Alligatoren waren auch alles andere als langweilig. Man konnte glatt den Eindruck bekommen, dass sie sich ein wenig zur Schau stellen wollten. Besonders der Dicke, der von seinem Landplatz (Kopf im Wasser, Schwänzchen in die Höh) direkt zu uns an die Brücke schwamm. Warum einige Leute ihre Sprite über dem Tier ausgießen mussten, konnten wir nicht nachvollziehen. Und es wurde noch absurder: Auf der anderen Seite bei den „kleinen“ Alligatoren fütterten trotz Verbotsschilder ein Vater mit seiner Tochter die Tiere mit: Marshmellows!!
Wer kommt bitte auf solch eine Idee? Aber den Tieren hats geschmeckt, wen wunderts…

Abends sind wir noch Essen gegangen mit zwei Deutschen, also Arbeitskollegen von Jörg. Im Felix sind wir gelandet, ein etwas teureres Fischrestaurant, was man ihm allerdings von außen nicht ansieht. Dort wurde auch mal wieder ein T-Shirt von Stefan anerkennend kommentiert. „Nice Shirt“ – und beide zusammen (Stefan & Kellner) „Legen…wait for it…dary“🙂 „Best show ever“ sagte er noch und band Stefan sogleich ein Lätzchen um. :-) Der hatte nämlich Barbeque-Shrimps in „Ursprungsform“ bestellt. Und somit viel zu tun bevor er genüsslich ins weiche Fleisch beißen durfte. Serviert wurde, und das fand ich höchst faszinierend, alle Gerichte gleichzeitig. Also alle 6 Gäste haben einen Kellner hinter sich stehen gehabt und gleichzeitig wurde dieser serviert…

Freitag, 15.04.2011

Heute ist Regen angemeldet, dass heißt Stefan ist in freudiger Shoppingerwartung. Den Vormittag haben wir noch am Pool verbracht, danach gings in die Mall (3 Tropfen hats auch getan). Doch diesmal war das Shoppingglück auf meiner Seite. Also Stefan hat auch alles bekommen, aber diesmal hab ich den großen Teil des Bettes eingenommen (Fototermin danach).

Abends mussten wir dann drinnen sitzen, weils geregnet hatte. Susanne & Jörg waren auf der Prom von Linus und Jana, Stefan & ich haben Maccaroni-Schinken-Gratin gekocht.

Samstag, 16.04.2011

Am nächsten Tag durften wir dann eine sorgenvolle Mail von Dany beantworten. „Gehts Euch gut? Wirbelstürme in AL, 7 Tote, bitte sofort melden“
Zu der Zeit saßen wir bei strahlendem Sonnenschein am Pool. ??? Erstmal das Inet gecheckt. Jo, 50 km von hier tobten Tornados und die Gegend sah ziemlich verwüstet aus. In Mobile wurde auch der Ausnahmezustand ausgerufen, aber weder wir noch Jörg und Susanne haben dies downtown mitbekommen. Also Entwarnung nach Deutschland geschickt und weiter gebräunt.

Wie gerade geschrieben, haben wir den Samstagvormittag am und im Pool verbracht. Ein wenig Fußball über Inet gehört und die Seele baumeln lassen. Dadurch auch einfach mal die Sonnencreme vergessen und rote Arme kassiert. Gegen Nachmittag gings dann nach Dauphin Island. Ein wunderschöner Weg mit vielen Strandhäusern. Es war ordentlich windig um 17 Uhr, aber wir waren ja nicht zum Baden sondern wegen des Sonnenuntergangs da. Nach 1 Stunde haben wir noch mal den Platz gewechselt und ich fühlte mich wie an der Nordsee. Menschenleer, leichte Ebbe & Flut, Priele, Seemöwen, Strandläufer und eher etwas fester und feuchter Sand, statt feiner weißer Sand. Somit haben wir erstmal Jagd auf Einsiedlerkrebse gemacht für Fotos und versteinerte Muscheln gesucht. Wir haben auch wirklich ein paar hübsche Exemplare gefunden, auch eine heile Schneckenmuschel.

Der Sonnenuntergang war wunderschön. Genau hinter einer Bohrinsel. Also auch die nötige Industrieromantik für Stefan. Danach gabs „richtige“ Burger bei Five Guys (mit allen Topics). 

Sonntag, 17.04.2011

Aufgewacht und gewundert, warum das Schneckenhaus vor dem Bett lag und nicht auf dem Muschelhaufen. Oh nein, ist die Befürchtung trotz gründlicher Untersuchung wahr geworden? Lebt sie noch? Vorsichtig das Gehäuse angehoben und sofort die Bewegung im Inneren registriert. Na toll…Also ein kleines Zuhause schaffen mit Sand und Wasser in einer Box und morgen wird der kleine Kerl wieder ausgesetzt. Leider war er sehr wassergierig. So das Stefan ihn kurz am Pool absetzte und er sofort den Weg in diesen suchte. Wir wissen nicht, ob ihm das Chlor evtl. geschadet hat, bewegt hat er sich seitdem nicht mehr.

Montag, 18.04.2011

Um 17 Uhr hab ich meinem Papa eine Geburtstags-SMS geschrieben.🙂
Also Johnny hats überlebt und wurde wieder ans Meer gesetzt. Da sind wir nach dem Frühstück nämlich hingefahren und haben die Sonne und das wellige Salzwasser genossen. Nur kurz hat sich der Himmel zugezogen, ansonsten hieß es brutzeln (obwohl aufgrund des Windes verdammt angenehm).

Ansonsten standen die letzten zwei Tage im Zeichen des Tischtennis. Durch Zufall sind wir im Gespräch darauf gekommen und schwupps wurde die Platte aufgebaut. Sehr ausgeglichene Spiele. Für unseren letzten Abend steht Pizza auf dem Speiseplan und natürlich Lager-Bier: Yüengling. Das hat uns zwei Wochen begleitet mit Ausnahme von Budweiser und Heineken beim Essen gehen.
Vorgestern hatten wir übrigens den „richtigen“ Five Guys Burger.  Beim ersten Mal sind wir voll in die Falle getappt. Wir haben ein Burger und ein Hot Dog bestellt. „Which Topic?“ Ähhh? „Raw Onions“…“for me Ketchup“. „That’s all?“ Ähhh „Yes?!“
Und genauso sah der Burger dann auch aus. Brötchen, Fleisch, Zwiebeln. Der Hot Dog war Brötchen, Wurst, Ketchup.
Vorgestern haben wir mit allem bestellt und das sah schon gaaaanz anders aus. Denn so wirds gemacht: Alle Topics umsonst, also hau drauf.

Dienstag, 19.04.2011

Es ist jetzt 11 Uhr und in einer Stunde geht der Flieger nach Atlanta. Check-in: Check √

In einer Stunde landet der Flieger in Düsseldorf. Ortszeit ist dann 7:30 Uhr. Natürlich haben wir etwas vergessen und das obwohl ich im Auto in der Garage noch danach gefragt habe (warum auch immer – weibliche Intuition?!). Die Kamera!! Alle Fotos sind aber, Gott sei Dank, schon auf dem Netbook. Der Flug lief gut, leichte Turbulenzen. Die waren aber nicht Schuld am verschütteten Bier, das war der Schlaf. Da war Stefan dann natürlich wieder hellwach und ich auch, da natürlich beide Hosen was abbekommen mussten.

Stefan bemerkt gerade, dass ja nun schon der

Mittwoch, 20.04.2011

ist!

Also in Summe hatten wir jeweils eine ½ Stunde Schlaf, das ist nicht viel wenn ich bedenke, dass wir erst um 13 Uhr in Bremen ankommen werden. Aber dafür hatten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang. 

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