Aus alt mach neu

Gestern war der letzte Durchgang der Delmenhorster Vereinsmeisterschaften. Also im Kegeln. (Hier gehen die meisten auf dem virtuellen Internetboulevard wohl weiter. Hier gibt es nichts zu sehen…)

Als Titelverteidiger lag ich in diesem Jahr nach dem dritten Durchgang überraschend in Führung. Überraschend deshalb, weil ich meine Wurftechnik angepasst habe und da noch reichlich unkonstant daher komme.
Die Konstellation vor dem letzten Durchgang war wie folgt:
Meine Durchtriebenheit an der Spitze, mit sieben Holz Vorsprung und Streicher 24 (dazu eine Erklärung: Das schlechteste Ergebnis wird ab dem dritten Durchgang aus der Wertung genommen. Jeder Kegler hat ein Streichergebnis.)
Der Zweitplatzierte Stefan Willems, mein Mannschaftskollege und Tandempartner hatte einen Streicher von 31 Holz. (Deshalb die Erklärung gerade, weil diese sieben Holz Differenz NICHT vom Streicher kommen, sondern von den anderen, gewerteten Ergebnissen.)
Der Drittplatzierte Nils Dittmar lag wiederum 13 Holz zurück. Sein Streicher lag bei 28 Holz.
Und dann war da noch der Vierte im Bunde, Marc Redmann, der bei einem Durchgang nicht dabei war, weshalb er einen Nuller als Streicher fest hatte.

Wer glaubt, dass war kompliziert, der sollte nicht weiterlesen. Was jetzt kommt, könnte das Denkvermögen des Lesers übersteigen (oder ich kann schlecht erklären, aber DAS ist wohl eher unwahrscheinlich…^^)

Marc kegelte so lala und kam mit 27 Holz ins Ziel. In der Gesamtwertung standen 124 Holz für ihn auf dem Konto. Damit blieb er, so viel sei verraten, auf dem vierten Platz.
Ich spielte mir 21 Holz zusammen und mein erster Gedanke war: „Mit dieser Leistung heute hast Du Dir den Meistertitel nicht verdient.“
Stefan Willems war komplett neben der Spur und unterbot mein schlechtes Ergebnis sogar. Er kam auf 12 Holz. Das bedeutet, dass er, genau wie ich, gestern einen neuen Streicher hatten. Damit sind unsere oben genannten Streicher hinfällig und er hatte auf einem Schlag seine sieben Holz Rückstand aufgeholt. Damit lagen wir in der Addition gleich auf. 135 Holz für jeden.
Nils Dittmar kegelte als einziger von der Spitzengruppe halbwegs normal und kam auf 36 Holz. Damit überbot er sein Streicher von 29. Da meine 24 Holz nun gezählt wurden, Nils diese mit 36 Holz um 12 überboten hatte, hatte er von den 13 Holz Rückstand genau 12 Holz aufgeholt. Ein Holz zuwenig, um ebenfalls auf 135 zu kommen.

Doch wer war nun Meister? Stefan Willems oder ich? Die Bestimmungen sehen vor, dass das bessere Ergebnis beim letzten Durchgang als Entscheider gewertet wird. Und da war ich mit meinen 21 Holz ja besser als mein SG-Kollege. Und somit alter und neuer Vereinsmeister Herren in Delmenhorst. Und hätte Nils nur ein einziges Holz gestern mehr geschoben, dann wäre er jetzt Meister. Knapp war es also!

Hier für alle Interessierten die Ergebnisse.

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Ende des „Kegelmarathons“

Heute also das siebte Mal Kegeln in den letzten elf Tagen. Und wie auch schon am Donnerstag gab es heute ein versöhnliches Ende.

Die als Spaßveranstaltung angegangene Bezirksmeisterschaft Dreibahnen wurde ein richtiger Erfolg für mich. Wenn das grüne Wundermittel (Mandy, ich habe noch keinen Namen von der Salbe^^) nicht so gut gewirkt hätte und mein linkes Knie geschmerzt hätte, wer weiß, ob ich dann überhaupt teilgenommen hätte. Nur so zum Spaß muss ich mir meine Gelenke ja nicht schädigen.

Aber aus Spaß wurde Ernst, wie wohl das Motto des Tages war. Als ich um halb zwei eintraf, konnte ich meinem Vater schon zum Bezirksmeistertitel gratulieren. Leider musste er dann weg (Nachtschicht) und konnte nicht miterleben, wie ich sein Ergebnis…nun ja…pulverisierte. 🙂

Leider kegel ich nicht in seiner Gruppe, sondern bin bei den knackig-jungen Herren. So reichte mein Ergebnis zu einer Interimsführung – was mir einerseits gefiel, andererseits Unbehagen verlieh, da ich zur Landesmeisterschaft nicht anwesend bin…die Flitterwochen. Ich bin schon als Vereinsmeister nicht bei der Kreismeisterschaft angetreten. Als Dreibahn-Bezirksmeister nicht zur Landesmeisterschaft hätte nicht gerade für meine Terminplanung gesprochen. 😉

Am Ende gingen jedoch noch zwei Kegler rüber und verdrängten mich auf den dritten Platz. Ein Ergebnis, auf das ich als Dreibahn-Neuling sehr stolz bin. 😀

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Zweiter

Wie erwartet hat gestern mein linkes Knie nicht sonderlich freundlich auf die weitere Beanspruchung durch Kegeln reagiert. Mit zusammengebissenen Zähnen habe ich aber die 120 Wurf durchgehalten.

Ob es das wert ist, habe ich mich vorher noch gefragt. Nach dem ich jetzt der erste Verfolger von Rolf-Dieter bin, möchte ich behaupten, dass war es. Vor allem aber tut es heute nicht so weh, dank dieser komisch grünen Wundersalbe, die ich mir gleich nach dem Durchgang aufs Knie geschmiert habe. Vielen Dank an meinen Vater für das Zeug. Was immer das auch war. Es hat super geholfen.

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Das Dilemma des Kegelsports

Wo fange ich bei dem Thema bloß an?

In meinen letzten Beiträgen über die Spieltage unserer SG bin ich ja schon manches Mal mit dem Thema abgedriftet und habe meinen Unmut über die eine oder andere Gegebenheit des Kegelsports Luft gemacht. Nach der Siegerehrung bei der Vereinsmeisterschaft bin ich geradezu aufgeschreckt und in mir wuchs der Wunsch, das Dilemma des Kegelsports noch einmal kompakt zusammenzufassen.

Mitleser des Blogs, die zugleich auch Kegelfreunde sind, sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Aber der folgende Beitrag richtet sich nicht nur an Kegelfreunde. Ich bin sicher, der eine oder andere Punkt trifft auch auf andere Sportarten zu.

Rückhalt

Der Rückhalt des Kegelsports bezieht sich auf wenige Personen, die den Großteil ihrer Freizeit dafür opfern. Der große Teil ist die Herde der Gewohnheit. Man kommt zum Trainingsabend, man lässt die Spiele am Sonntag über sich ergehen. Und nimmt vielleicht noch an Meisterschaften teil. Feierabend.

Besonders deutlich empfand ich das während der Siegerehrung der Vereinsmeister. Da waren tatsächlich zwei mal die Drittplatzierten gar nicht anwesend, obwohl sie an dem Tag gekegelt haben. Nach dem Motto „ich habe nicht damit gerechnet, dass ich noch Dritter werde“ ist man dann gegangen. In einem Falle war sogar der Sportwart eines mir sehr gut bekannten Vereins unter den Vermissten…Ein Trauerspiel.

Viele weitere Aktive glänzten durch Abwesenheit, statt der Ehrung beizuwohnen. Wenn jemand einen Hof zu bewirtschaften hat oder Sonntags zur Arbeit muss, dann kann ich das noch nachvollziehen. Aber die Alterstruktur des Kegelsport weist viele Rentner auf. Und denen ist dann Kaffee und Kuchen wichtiger.

Sicher kostet der Kegelsport auch Zeit. Aber das tut Sport im Generellen immer. Es lässt aber in meinen Augen ein Mindestmaß an Respekt anderen gegenüber vermissen, wenn man einer Ehrung nicht beiwohnt.

Und plötzlich bekam die Aussage des Fotografen des lokalen Blattes und einiger Organisatoren, zwecks Fotos nach der Ehrung noch da zu sein, einen Sinn. Ich dachte echt, die wollten mich verarschen. Natürlich bin ich da, ich hau doch nicht gleich danach ab. Schade das andere es schon vorher taten.

Jugendarbeit

Und was wird unserer handvoll Jugendlichen für ein Signal gegeben? In unserem Verein bin ich mit fast 35 Jahren der jüngste Kegler. Mein Bezug zu Jugendlichen im Teenager-Alter wird nicht unbedingt besser. In anderen Vereinen sieht das nicht besser aus. Je zwei geehrte B-Jugendliche (bis 14 Jahre) bei den Jungs und bei den Mädchen, keine A-Jugend (14-18 Jahre) und zwei Juniorinnen (18-21 Jahre), das wars. Das ist unser Nachwuchs 2010/2011.

Die zwei B-Jugendlichen Jungs, die keiner Trendsportart nachgehen, sondern kegeln…was sind die für Repressalien in der Schule und ihrem Freundeskreis ausgesetzt? Vergessen wir nicht, dass Kinder grausam sein können. Ich habe es doch selbst erlebt. Und von unseren Jugendlichen Anfang der Neunziger sind zwei (!) noch heute aktiv. Damals waren wir ca. 10-15 Jugendliche. Die Chancen, dass die am Sonntag geehrten Jugendlichen also noch 2025 aktiv sein werden, sind verschwindend gering. Vor allem wenn nicht mal die Alten als gutes Vorbild den Ehrungen beiwohnen.

Spielsystem

Ein einheitlicher Spielmodus ist nicht existent. Das liegt zum Teil daran, dass die Mannschaften auf Bundesliga-Niveau nicht einen Deut von ihrem Spielmodus abweichen wollen, während in den unteren Ligen die Mannschaften gar nicht mehr so viele Spieler haben, wie nötig wäre. Das Ergebnis? Kuddelmuddel von oben nach unten. Jede Liga hat ihre eigenen Regeln bezüglich Spielort, Mannschaftsgröße oder Wurfzahl.

Überblick gefällig?

1. Bundesliga

  • Heim- und Auswärtspiel
  • 6 Kegler je Mannschaft
  • 200 Wurf je Kegler

Verbandsoberliga (neu gegründet ab 2011/2012)

  • Spiel an neutralem Ort
  • 6 Kegler je Mannschaft
  • 120 Wurf je Kegler

Verbandsliga (neue Bestimmungen ab 2011/2012)

  • Spiel an neutralem Ort
  • 5 Kegler je Mannschaft
  • 120 Wurf je Kegler

Verbandsklasse (neue Bestimmungen ab 2011/2012)

  • Spiel an neutralem Ort
  • 4 Kegler je Mannschaft
  • 120 Wurf je Kegler

Kreisebene

  • Spiel an neutralem Ort
  • 4 Kegler je Mannschaft
  • 100 Wurf je Kegler

Und bei den Damen sieht es wieder ganz anders aus. Verglichen mit dem Fußball wäre es in etwa so, als wenn in der Bundesliga mit elf Mann ein Hin- und Rückspiel über 90 Minuten bestritten wird. Ab der vierten Liga dann mit elf Mann nur 75 Minuten, ab der Bezirksliga mit 9 Mann 75 Minuten und auf Kreisebene nur noch mit 7 Mann 60 Minuten gespielt wird. Im Kegelsport ist das Usus.

Dazu muss man sagen, dass es aus der Not geboren ist. Wenn die oben spielenden Mannschaften sich nicht bewegen und die Basis wegbricht, dann muss man sich den Gegebenheiten anpassen. Und das tut für gewöhnlich immer erst die Basis. Ich bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis diese Erkenntnis auch bei den Bundesligamannschaften gereift ist.

Zukunft

Praktisch nicht vorhanden. Punkt. Auf die Frage von Steffi, wie lange ich denn noch Kegeln will, antwortete ich:

„S0lange ich noch lebe. Oder solange es noch den Kegelsport gibt.“

Ich gehe momentan davon aus, dass letztere Option eher eintrifft. Nach optimistischen Einschätzungen wird es den Verein, in dem ich jetzt kegel in zehn Jahren nicht mehr geben. Wie gesagt, ich bin mit fast 35 Jahren der mit Abstand jüngste. Alle anderen sind zum Teil deutlich über 50 Jahre. Schon jetzt bildet die Altersgruppe über 60 Jahre die größte Fraktion im Kegelsport. Der Nachwuchs ist mangels Attraktivität des Sports praktisch nicht vorhanden.

Attraktivität

Und wo wir gerade dabei sind. Bemühungen, den Kegelsport attraktiver nach außen darzustellen, verpufften nahezu ungehört. Einige Bahnbetreiber renovierten ihre Bahnen für teures Geld, um so dem miefigen Hinterzimmerimage zu entkommen. Mit bescheidenem Erfolg.

Ein Werbefeldzug, mit dem Spruch, dass Kegeln eine „umwerfende Sportart“ ist, wurde zum Waterloo.

Entsprechend kann man die Voreingenommenheit der Kegler verstehen, als vor einigen Tagen bei einem Pokalspiel ein Fernsehteam anwesend war. Nach einem denkbar knappen Ausgang des Pokalspiels wurde entsprechend gefeiert und die Kamera hielt voll drauf, als ein großes Glas Bier rumging. Die Befürchtung, dass ausgerechnet das über den Äther geht und den Kegelsport wieder in eine bestimmte Ecke rückt, sind groß. Die Beteuerungen des Fernsehteams, die Unterschiede zwischen Hobbykeglern und Sportkeglern herauszustellen, wirkten auf mich zwar glaubwürdig. Aber wissen wird man das erst am Tag der Ausstrahlung.

Fazit:

Es braucht schon ein Wunder, den Kegelsport wieder zu einem Breitensport avancieren zu lassen. Hoffnung darauf haben die realistischeren Zeitgenossen unter uns keine mehr. In Zeiten, wo der Individualsport im Vordergrund steht und nur Sportarten wie Fußball oder Handball als Teamsport gesellschaftsfähig sind, wird der Kegelsport immer mehr an den Rand gedrängt. Dazu kommt der teure Unterhalt von Kegelbahnen.

Sicher hat der Mitgliederschwund auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun. Und ich meine nicht nur demoskopisch. Früher war es noch üblich, in Gesellschaft einer körperlichen Ertüchtigung nach zu gehen. Heute, in Zeiten der neoliberalen Wirtschaftssysteme, wird das Prinzip des Stärkeren gefördert. Einzelgängertum kontra Teamgeist. Was auch das verstärkte Aufkommen der individuellen Trendsportarten erklärt. Vergleicht mal, wie viele davon Mannschaftssportarten sind…

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Meister

Ich habe es tatsächlich geschafft. Vereinsmeister 2011 in der Gruppe Herren. 🙂
Nach verhaltenem Start und zwischenzeitlich deutlichem Rückstand legte ich zur Halbzeit richtig los. Ich übernahm zum letzten Drittel hin die Führung, wobei ich davon profitierte, dass der Führende mit einer Bahn haderte und sich davon nicht mehr erholte. Er rutschte leider auf den vierten Platz ab, was ich sehr schade fand. Er gehört zu den sympathischsten Keglern im Feld und ihm hätte ich es wirklich gegönnt, auf dem Treppchen zu stehen.
Im letzten Drittel konnte ich es dann ruhig angehen und verwaltete praktisch meinen Vorsprung ohne unter Druck von den Verfolgern zu geraten. Danach durfte ich so viele Hände schütteln, wie schon lange nicht mehr in meinem Leben. 🙂
Die Ergebnisse können bei Interesse hier nachgelesen werden.

Vielen Dank auch an meine Kegelkollegen, die mich während der ganzen Zeit unterstützt und nach vorne gebrüllt haben. Das ausgerechnet unser Sportwart nicht dabei war, weil Kaffee und Kuchen zu Hause lockten…geschenkt.
WikiLeaks

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Herbstmeister

Und auch am zweiten Advent, dem letzten Spieltag im Jahre 2010 in der Verbandsklasse Nord gibt sich die Spielgemeinschaft CON und Tus Varrel alle Mühe, eine Parallele zu Borussia Dortmund zu ziehen. Wir sind beide Herbstmeister.

Na gut, die SG ist nicht bekannt für ihre Jugendarbeit. Wie auch, ohne Nachwuchs?

Okay, Borussia Dortmund spielte trotz ihres jungen Altersschnitt in der Mannschaft ihren achten Auswärtssieg in Folge ganz abgeklärt und reif herunter.

Wir dagegen wurschtelten uns wie schon vor zwei Wochen in Winsen so durch. Das erste Spiel gewannen wir 3:0, hätten aber, wäre es gegen das andere Team aus Winsen (kein Verschreiber!) gegangen, verloren.

Was fasel ich von Winsen? Vor zwei Wochen spielten wir in Winsen. Heute spielten wir in Nienburg gegen zweimal Winsen. Verrückt? Im Gegenteil. Meiner Meinung nach ist das Spielen auf neutralen Bahnen das Beste, was der Kegelsport zu bieten hat. Für alle Teams sind die Bedingungen (meist) gleich und man sieht was von der norddeutschen Tiefebene.

Ca. 70 Kilometer also heute runter nach Nienburg zur südlichsten Spielstätte im diesjährigen Spielplan für uns. Um viertel nach Acht sollte es losgehen. Hinderlich daran war, dass um 13 nach Acht Steffi mich im Bett ansprach. Ihr zärtlich gehauchtes „Stefan“ erwiderte ich mit „Scheiße“.

Drei Minuten später (ungelogen!) stand ich fertig angezogen mit der Sporttasche in der Hand unten im Flur.

Knapp 70 Minuten später kamen wir in Nienburg an. Die B6 zieht sich ja wie Kaugummi, manchmal glaubt man schon, man wäre kurz vor Polen…und wer war der glückliche Fahrer? Ich…

Naja, es hat sich ja gelohnt, weil wir das erste Spiel auf knüppelharten Bahnen etwas glücklich, aber nicht ganz unverdient gewonnen haben.

Das zweite Spiel gestaltete sich aus unserer Sicht souveräner, aber dank der Schlussachse bleibt ein potentielles Herzinfarktrisiko bestehen. Bin ich froh, dass wir keinen Choleriker in der Mannschaft haben. Sonst könnten wir auch im Dunkeln kegeln, dessen leuchtend roter Kopf würde für genug Helligkeit sorgen.

Und weil unsere stärksten Verfolger und nächsten Gegner in Cuxhaven Selsingen und Bremervörde die letzten beiden Spieltage Federn ließen und unser letzter Gegner dieser Saison, die SG Ganderkesee/Immer heute ebenfalls drei Punkte verlor – irritierenderweise nicht gegen die starken Auricher, sondern gegen die nicht so starken Lüneburger – haben wir auf jeden Verfolger jetzt sechs Punkte Vorsprung. Ein gewonnenes Spiel sollte schon fast für einen Aufstieg in die Verbandsoberliga reichen.

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Schwächelnder Tabellenführer

Eine Woche ist es bereits her, dass unsere erste Mannschaft in Winsen den dritten Spieltag gegen Uelzen und Fassberg bestritten hat. Und wie der aktuelle Tabellenführer der ersten Fußballbundesliga, schwächelten auch wir. Nur aufgrund einer überragenden Einzelleistung konnten wir am Ende als Gewinner jubeln.

Dabei sah es gegen Uelzen erst ganz gut aus. Die Anstarterachse holte zehn, die Mittelachse dank Rolf-Dieter zusätzliche 24 Holz raus. Jedoch fielen hier schon die Prassis unangenehm auf. Während Dirk Breckling 45 Holz spielte, kam Praß senior nur auf 19 Holz. Noch deutlicher die Mittelachse. Rolf-Dieter mit Tageshöchstholz und 67 plus, Praß junior aka Stefan mit 17 Holz und damit das schlechteste Tagesergebnis des CON. Dazu noch eine Pumpe, die auch Dirk mit 45 Holz spielte. Der Mannschaftsführer also mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Die Schlussachse hatte also 24 Holz Vorsprung auf den Weg bekommen. Etwas, was Dortmund die letzten zwei Wochen nicht gegönnt war, lag man doch zweimal mit 1:0 in Rückstand und gewann dennoch beide Spiele.

Und auch der CON glaubte, es spannend machen zu können. 15 Wurf vor dem Ende war nicht nur der Vorsprung aufgebraucht, man lag sogar sechs Holz zurück. Und wer unsere teilweise Nerven zeigende Abstarter kennt, der weiß, dass kann nicht mehr gut gehen.

Doch die Rechnung wurde ohne einen bis dahin sehr gut kegelnden Gegner gemacht. Auf der letzten Bahn brach dieser vollkommen ein und spielte uns die bitter benötigten Hölzer zu. Albert und Peter hingegen taten einfach ihren Job zu Ende und so siegten wir am Ende recht glücklich mit 5 Holz Vorsprung.

Einen Unterschied zum Fußball gibt es jedoch. Denn beim Fußball gewinnt derjenige, der nach Abpfiff die bessere Tordifferenz vorweisen kann. Beim Kegeln zwar auch, aber hier zählen noch die Einzelwerte der Spieler. Und da war Uelzen die bessere Mannschaft, so dass das Spiel mit 2:1 für uns gewertet wurde.

Beim Fußball wäre es in etwa so, dass derjenige 3 Punkte bekommt, wenn er mehr Tore schießt und auch die besseren Torschützen stellen würde. Ein Unentschieden, dass 2:2 ausginge, würde eine Punkteteilung bedeuten. Da aber das eine Team mit einem Doppelpack eines Spielers zu zwei Torerfolgen kam, bekommt den Zusatzpunkt.

Verrückt? Der ganz normale Wahnsinn im Kegelsport.

Oder warum wird im Fußball von der Kreisklasse bis zur Bundesliga mit 11 Spielern gespielt, während es im Kegelsport auf Kreis- und Bezirksebene mit vier Spielern und ab Verband bis Bundesliga mit sechs Spielern zugeht?

Quatsch, die Verbandsklasse spielt ab nächste Saison auch noch mit vier, die Verbandsliga mit fünf und ab der Verbandsoberliga wird mit sechs Spielern die Spiele ausgetragen. Vereinheitlichung ist doch nur was für den Massensport. Das Kegeln bewahrt sich mit diesem Wahnsinn seine Exklusivität…

Ach ja, gegen Erika Fassberg behielten wir eine weiße Weste und gewannen mit 79 Holz Vorsprung und 3:0 Punkten und grüßen den Rest der Verbandsklasse von ganz oben. In einer Woche geht es in Nienburg weiter.

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Halbherziges Ende der Gemeinsamkeiten

Nach der Niederlage von Mainz gegen Freiburg am Samstag konnte der BVB gegen Hannover gestern nachlegen. Und das taten sie auch. 4:0! Damit wird der von Dortmund aufgestellte Startrekord von fünf gewonnenen Auswärtssiegen in Folge auf sechs erhöht. Und erhöhen tut sich auch der Abstand auf Verfolger Mainz auf jetzt vier Punkte.

Viel Grund zum Ärgern bietet sich als BVB-Fan gerade nicht an. Das einzige, worüber ich mich momentan aufregen kann, sind die Medien. Auf Sky wurde bis in die 70. Minute hinein der doch längst überfällige Einbruch der dauerbelasteten Dortmunder herbeigeredet. Doch diesen Gefallen taten die Borussen dem Reporter nicht. Im Gegenteil, selbst in der 90. Minute wurde noch jedem Ball hintergespurtet.

Das merkte ab dem 2:0 dann auch der Sky-Kommentator, der nach dem 3:0 wieder mit dem Thema Meisterschaft anfing.

„Jetzt muss der BVB aber auch vom Thema Meisterschaft sprechen!“

So oder so ähnlich äußerte sich ständig wiederholend Michael Born. Meine Güte, IHR seid diejenigen, die ständig über dasselbe Thema sprechen wollt. Die Spieler der Borussia bestimmt nicht, da sie genau wissen, dass gestern der elfte Spieltag war und die Saison gerade zu einem Drittel gelaufen ist. Kommt auf den Teppich zurück.

Wenn man von Meisterschaft reden will, dann reden wir lieber über die Herbstmeisterschaft. Die könnte drin sein. 😉

Drin ist dagegen weiterhin mein erster Vereinsmeistertitel. Nach meinen gestrigen (Achtung, man achte aufs Detail!) 40 Holz (der hinzugedachte Doppelpunkt zwischen beiden Ziffern gibt eine Gemeinsamkeit zum Dortmunder Ergebnis wieder ;-)) bin ich zwar dank Streichergebnis um einen Platz abgerutscht. Aber ich habe weiterhin die Möglichkeit, den Meistertitel zu holen.

Einziges Problem: Je nachdem wie das Gespräch am Donnerstag läuft – zur Erinnerung: am Donnerstag bin ich in der dermatologischen Klinik wegen meines Pilonidalsinus – kann es passieren, dass ich am 12. Dezember gar nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen kann. In diesem Fall muss ich auf schlechte Ergebnisse meiner Konkurrenz hoffen, damit diese mich nicht mehr abfängt. So oder so bin ich aber bereits eine Runde weiter und werde Mitte Januar für die Kreismeisterschaft auflaufen. Entsprechend guter Heilungsprozess vorausgesetzt…

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Noch mehr Gemeinsamkeiten

Die Gemeinsamkeiten mit dem BVB hören einfach nicht auf. Und zum Glück bleibt es bei den positiven Gemeinsamkeiten.

Nach gutem Saisonbeginn unserer ersten Mannschaft im September in Verden, ging es am Sonntag ins nahe gelegene Bremer Kegelzentrum. Ein am Freitag angesetztes Sondertraining sollte uns für die Bahnen schon mal etwas Sicherheit geben, um den als sehr stark eingeschätzten Aufsteiger aus Aurich in die Schranken verweisen zu können.

Das erste Spiel des Tages ging dann auch gegen die bunt gemischte Truppe mit Keglern aus Leer, Aurich und Brookmerland. Mein Gegner hatte nach Dirks Bekunden einen schlechten Tag erwischt, allerdings ich auch keinen besonders guten. Die ersten vier Bahnen kam ich nicht richtig aus dem Tritt, gab auf den letzten vier Bahnen wiederum richtig Gas und zog an meinem Gegner noch vorbei und nahm ihm sieben Holz ab. Nicht die Welt, aber da Rolf-Dieter Tageshöchstholz holte und sein Gegner auf gerade einmal sechs über Schnitt kam, lagen wir mit knapp 60 Holz vorne.

So viel kann die Schlussachse selten verlieren und das tat sie an diesem Tag auch nicht. Zumal uns mit meinem Vater ein Ersatzmann zur Verfügung stand. Die ersten drei Punkte waren im Sack.

Im zweiten Spiel ging es gegen die ebenfalls bunt gewürfelte Truppe aus Lüneburg. Keine Frage, der Trend geht im mitgliederschwachen Kegelsport immer mehr zu größeren Spielgemeinschaften.

Während die Auricher uns mit einer starken Schlussachse noch bezwingen wollten, versuchten die Lüneburger es umgekehrt und schickten eine starke Anstarterachse ins Rennen. Dumm nur, dass diese nichts holte und unsere Jungs einen Vorsprung von zwei Holz erspielten. So hatte die Mittelachse mit Rolf-Dieter und mir nicht ganz so schweres Spiel. Wir beide schoben ganz entspannt das beste Mannschaftsergebnis was für mich eine Leistungssteigerung zum ersten Spiel und für Rolf-Dieter eine Leistungssenkung bedeutet. Weitere 23 Holz Vorsprung auf die bestehenden zwei Holz waren der Lohn.

25 Holz sind in Anbetracht eines mit seinen Nerven kämpfenden Mannschaftsführers nicht viel, wobei sich mir dabei zwei Fragen stellen.

1. Kann man sich so etwas nicht auch einbilden? Schließlich ist unser Mannschaftsführer, nennen wir ihn mal Albert G., ein technisch guter Kegler.

2. Wieso ist ein Kegler, der mit seinen Nerven hadert, überhaupt Schlusskegler. Wäre so einer nicht besser im Mittelfeld aufgehoben?

Fragen über Fragen, die am Sonntag Nachmittag nicht beantwortet werden mussten, weil die Schlussachse die Führung gegen schwache Lüneburger Schlusskegler locker nach Hause kegelte. Und damit die Tabellenführung in der Verbandsklasse Nord holte, da zeitgleich Syke und Ganderkesee/Immer gegen unsere nächsten Gegner aus Bremervörde und Selsingen patzten.

Nach einer guten Portion Currywurst mit Pommes ging es dann nach Hause, schließlich sollte um 15:30 Uhr das Spitzenspiel Mainz gegen den BVB angepfiffen werden. Ich war spät dran, was auch auf Steffi und ihre Schwester nebst Mann Kind zu traf, die gemeinsam über den Freimarkt wollten. Und so rauschte ich ihnen direkt in die Arme, bildlich gesprochen. Ich könnte ja mitkommen. Naja, nun nicht gerade im Jogging-Anzug und duschen müsste ich auch. Und außerdem ist Spitzenspiel, ich bin kaputt (war ich wirklich) und satt. Und bitte, was will man satt auf dem Freimarkt? 😉

So war ich also rechtzeitig auf der Couch um Dortmunds Führung und damit deren Tabellenführung zu bejubeln. In der Halbzeit döste ich dann friedlich ein, um in Halbzeit zwei wieder wach zu sein. Und wie ich wach war. Nach drei Minuten Spielzeit der Elfmeter für Mainz, den Roman klasse hielt. Und endlich mal wieder ein Tor von Barrios. 2:0, Tabellenführer und nach den letzten glücklosen Spielen endlich wieder ein begeisternder BVB. Wie verwöhnt man doch in wenigen Monaten werden kann, wenn man die trostlosen Darbietungen der letzten Jahre sich ins Gedächtnis ruft.

Also, diese Woche ist der BVB Tabellenführer der ersten Fußballbundesliga.

Die SG CON/Tus Varrel ist Tabellenführer der Verbandsklasse Nord.

Und ich bin Tabellenführer in der Delmenhorster Vereinsmeisterschaft.

Es läuft. 🙂

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Weitere Gemeinsamkeiten

Ich hatte neulich erst eine Gemeinsamkeit zwischen mir und dem BVB gehabt. Wenn auch nicht so positiv für mich…

Wie dem auch sei, heute Abend kann ich freudestrahlend von der nächsten Gemeinsamkeit zwischen mir und dem BVB schreiben. Denn wir beide gehen in die neue Woche als (hier setzt jetzt Trommelwirbel ein…)

Moment….

noch ein bisschen…

Tabellenführer!

Während der BVB bereits am Freitag den Grundstein legte und dank des Sieges gegen Köln als Tabellenführer übernachten durfte und nach der Niederlage von Mainz gegen Hamburg (Danke HSV!) diese Führung sich jetzt länger hinzieht, so durfte ich nach meinem glänzenden Auftakt vor drei Wochen in der Vereinsmeisterschaft heute zum zweiten Durchgang antreten.

Noch nie hatte ich so stark angefangen bei einer Einzelmeisterschaft wie in dieser Saison. Dennoch wiegelte ich ab. Ähnlich wie Jürgen Klopp verwies ich auf einen starken Beginn, der jedoch gar nichts bedeutet, wenn man nicht so weitermacht und schließlich noch drei weitere Durchgänge zu spielen sind. Zumal die Konkurrenz auch Kegeln kann.

Heute also Durchgang zwei. Und während ich meine Erkältung trotz Rückfall weitestgehend überstanden habe, so wirkte ein Teil der Konkurrenz eher geschwächt. Trotzdem war ich sichtlich überrascht, dass ich nach dem heutigen Durchgang die Bahnen als Tabellenführer verließ. Ja, ich fühlte mich sogar deplatziert, weil ich mit der Situation so gar nicht zurecht kam. Dieses im Mittelpunkt stehen behagt mir ja so gar nicht…

Aber, ich freue mich. Jetzt wo ich hier im Lichtkegel der Schreibtischlampe sitze und diese Zeilen schreibe. Ich freue mich, dass Dortmund ganz oben steht. 🙂

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