Verschlimmbessert

Ich habe ein „täglich grüßt das Murmeltier“-Erlebnis. Und zwar immer dann wenn, „Robin Hood -König der Diebe“ im Fernsehen läuft. Sobald die Anfangsmelodie zu hören ist, die ich grundsätzlich zufällig erzappe, hört mein Göttergatte im Nebenzimmer einen lauten Jubelschrei mit anschließendem Seufzer. Leider wurde mir diese Freude jäh genommen. Vor 2 Jahren wurde ich zum ersten Mal bitter enttäuscht. Ich machte es mir auf dem Sofa gemütlich, voller Vorfreude den Film, den ich doch schon soooo lange nicht mehr gesehen hatte, mal wieder in Ruhe genießen zu dürfen. Auch freute ich mich darauf die ein oder andere Textpassage mitplappern zu können. Doch schon nach der ersten Viertelstunde kam mir das Ganze seltsam vor. Als es dann endlich zu „meiner“ Flußszene kam, wo Will so schadenfroh singt und ich nicht synchron zu dem Singsang miträllern konnte, da war mir alles klar. Die Schweine haben tatsächlich den Originalfilm neu synchronisiert. Ich heulte mich bei Stefan aus und gemeinsam recherchierten wir erstmal, warum solch Frevel nötig ist. Der einzige und wirklich lächerliche Grund ist, dass dadurch geschnitte Szenen von Alan Rickman eingebaut wurden, die angeblich die Story weiter erläutern soll. Tuen sie vielleicht auch, ist aber für das Gesamtverständnis des Films vollkommen wuppe. Jedenfalls wenn man dafür aussagekräftige, charakterzugeschnitte Synchronstimmen durch eher emotions- und ausdrucksslose Stimmen ersetzt. Und gerade die Stimme vom Sheriff, also Alan Rickmans, wurde dermaßen verschlimmbessert, dass es mich schüttelt.

Und trotzdem saß ich heute wieder auf dem Sofa, zappte um 20.15 Uhr herum, und Stefan hörte im Nebenzimmer ein lautes Jubeln und einen Seufzer. Ich sprang ins Nebenzimmer und grinste ihn an: „Robin Hood, ist wieder drauf! :o) Vielleicht hab ich ja Glück und es ist das Original.“ (oder ich hab die letzten Male mit meiner Wahrnehmung übertrieben.) Ach Steffi, warum machst du dir nur immer solche Hoffnung? Natürlich ist es die Fassung von 2004. Natürlich wurden die Dialoge komplett anders betont. Natürlich fehlt der Pfiff, die Dynamik, der gewisse Charme! Deshalb sitze ich nun hier, denn ich konnt es nach 20 Min einfach nicht mehr aushalten und die Enttäuschung hat mich zur Tatstatur getrieben, wo ich es einfach hinausschreien schreiben wollte! Ein für mich sehr schönes Filmerlebnis wurde versaut, ich denke ich werde zukünftig nicht mehr in Jubelschreie ausbrechen, wenn mir der Film über den Weg läuft, sondern mit einem schweren Seufzer das Weite suchen. RIP Robin Hood! 😦

P.S: Noch schlimmer ist die Sache, wenn man dem Vorwurf von Wikipedia Glauben schenken darf, dass die Szenen damals rausgelassen wurden, weil Alan Rickman durch schauspielerisches Talent den Kevin Costern an die Wand spielte. Pfffff… ich sachs ja: Frevel!

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Titanic entdeckt

Mit der Titanic habe ich es nicht so.

Zum einen ist Politik eine ernste Sache und sollte vernünftig kritisiert werden. Satire ist da sicher angebracht, aber ich fand

es zum anderen bei der Titanic zu sehr im lächerlichen Bereich. (Und drittens verstehe ich nicht so viel über Politik und Satire, als das ich Titanic immer verstehe – oder geht es dort immer nur um absurde Witze?)

Nun manövriert sich die Politik, insbesondere die schwarz-gelbe (aber leider nicht nur die) in Fahrwasser, wo das Schiff sich in einem Meer aus Tränen befindet. Und die Tränen sind keine Freudentränen, es sei denn, man kann darüber wieder lachen, so traurig wie es gerade ist. Das sowas ein Alptraum für Satiriker ist haben feynsinn und jetzt auch der pantoffelpunk angemerkt.

Das jetzt ausgerechnet Titanic mit einem Beitrag daherkommt, den man besser nicht hätte schreiben können, hätte ich diesem Magazin nicht zugetraut.

Thema ist das ehemalige Nachrichtenmagazin und ich zitiere:

Also wird nach Kräften nachgeplappert und mitgehämmert, und es ist, je nach Perspektive, entweder spaßig oder niederschmetternd, wie in bspw. der Süddeutschen Zeitung, seit »Spiegel online« auf Sendung ist und den Takt vorgibt, alles zum dramatisch Drastischen drängt, ob es nun um Ehec-Gurken, Vergewaltigungsprozesse oder Internetverkehr geht […]

Leitwolf im Schafspelz – Über das Spektakuläre an >Spiegel online<

Unbedingt lesen!

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BILD gefällt mir nicht!

Damit stehe ich nicht alleine.

Doch zweifel ich oft genug daran, dass es genügend Menschen gibt, die der Macht von BILD Paroli bieten.

Wenn ich morgens auf dem Weg zur Arbeit den Deutschlandfunk höre, wird gerne mal aus BILD zitiert.

Wenn ich mich bei Facebook einlogge, empfangen mich meine „Freunde“ mit der Info, dass ihnen BILD gefällt. Da frage ich mich, ob ich die richtigen Freunde habe…

Dabei ist BILD ein gefährliches Machtinstrument, dass jeden Tag zum Einsatz kommt und die Köpfe der Leser mit Lügen, Intrigen und falschen Behauptungen infiltriert. Eine kürzlich vorgestellte Studie der Otto-Brenner-Stiftung kam zu der Erkenntnis: BILD ist keine Zeitung, da es keine journalistischen Elemente benutzt. Vielmehr sind es Marketingstrategien die angewendet werden. Das heißt, BILD berichtet nicht ausgewogen, sondern lässt unpassende oder kritische Elemente weg. Somit ist der Leser weit entfernt davon, umfassend informiert zu werden.

Im Blog „Der BRD Schwindel“ setzt sich Jens Berger, aka Spiegelfechter und Autor bei den NachDenkSeiten, mit der Studie auseinander, was alleine schon sehr lesenswert ist.

Was jedoch gerne übersehen wird und meiner Meinung nach einer der Erfolgsgaranten von BILD ist: Die kurze Schreibweise in den Artikeln von BILD. Gerade diese kurzen Artikel mit ihren kurzen Sätzen machen es BILD einfach, einen Zugang zum Leser zu bekommen, der sich gar nicht mehr die Zeit nehmen will, einen längeren und mit mehr Informationen gespickten Artikel zu lesen. Dabei ist es für den BILD-Leser irrelevant, dass dabei Informationen auf der Strecke bleiben.

Denn wer sich schon nicht die Zeit nimmt, sich umfassend zu informieren, der will auch keine Zeit dafür opfern, sich eine eigene Meinung zu bilden. Das nimmt einem BILD ebenfalls mit seinen Artikeln ab. Den angeblichen Zeitgeist erfasst BILD sowieso, womit sich der Leser immer auf der Höhe der Zeit fühlt. Gerade in Diskussionen mit Lesern von BILD offenbart sich jedoch deren Uninformiertheit, schlagen sie doch lediglich mit Plattitüden um sich, wähnen sich dabei aber gut informiert. Ein Trugschluss, der schnell in Aggressionen des vermeintlich gut informierten umschlagen kann, wie mir schon häufig bei Diskussionen mit BILD-Lesern aufgefallen ist.

Im Beitrag von Jens Berger geht er auf die Aussage der Studie ein, dass BILD ein Riese ist, der tönern zugleich ist und bezieht sich auf den politischen Teil von BILD. Sicher ist dieser Teil das Feigenblatt des Axel-Springer-Ablegers. Doch übersieht er dabei, dass die Leser BILD zu einem Riesen machen, der durch den Verlust des Politikteils zwar an Rückhalt verlieren würde. Aber wie er auch treffend bemerkt, ist der Politikteil der am wenigsten gelesene Teil von BILD. Die BILD-Leser zieht es zu den Schauergeschichten um Vergewaltiger, Mörder und Fußballer hin.

Nur eine Ächtung durch ALLE gesellschaftliche Schichten würden den Riesen zum Wanken bringen. Doch dagegen spricht die Geltungssucht und die Angst der Menschen.

Fußballer bringen sich dank Bild in den Fokus und werden zum Kapitän der Nationalmannschaft geschrieben. Heute immer noch wie schon zu Zeiten von Matthäus.

Und Politiker haben Angst, von der wenig gelesenen Seite 2 auf die am meisten gelesene Titelseite gehoben zu werden.

Der Anfang muss meines Erachtens auch nicht vom uninformierten Leser kommen. Viel wichtiger ist es, den Schandfleck des Journalismus von eben diesen zu meiden. Solange Journalisten anderer Medien BILD zitieren, solange machen sie sich mitschuldig am Erfolg von BILD.

Man könnte jetzt das Zitat von Joseph Marie Graf von Maistre abwandeln und behaupten: Jedes Volk hat die Presse, die es verdient. In unserer kapitalistischen Gesellschaft, deren oberste Maxime „Wachstum um jeden Preis!“ ist, bleibt auch die unabhängige Presse auf der Strecke. Stattdessen werden Presseorgane zu Teilen von Konzernen, die ihre Aktionäre befriedigen müssen. Da heftet man sich nun mal gerne an das erfolgreichste Produkt und stellt alle moralischen Bedenken hinten an.

Und nur weil den Menschen dank des Internets mehr Informationen als je zuvor zur Verfügung stehen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie diese auch nutzen. Gut vernetzte Plattformen wie Facebook werden in unserer Gesellschaft nicht dafür genutzt, um auf Missstände aufmerksam zu machen, sondern um sich zu profilieren, in dem man hübsche Profilbilder postet (gerne von oben, Kussmund nicht vergessen!) oder an den vielen Spielen teilnehmen um sich die Zeit zu vertreiben. Die man ja hätte, um sich zu informieren, aber dafür ist die Zeit eigentlich viel zu kostbar. Und deshalb haben wir die Presse, die wir verdienen.

Leider habe ich mit über 700 verwendeten Wörtern die Aufnahmekapazität eines durchschnittlichen Bildlesers bereits überschritten. Ich denke jedoch, dass ich klar machen konnte: Ich mag BILD nicht. Ich mag es nicht, wenn Dir BILD bei Facebook gefällt, weil Du damit beweist, dass Du über Deine Handlungen nicht nachdenkst. Und Dir das allseits bekannte Verhalten von BILD egal ist.

Und das kann und darf uns nicht egal sein…

Siehe dazu auch: 10 Strategien der Manipulation

Unaufgeregt

Ereignisse, wie derzeit in Japan machen mich immer wieder sprachlos.

Sprachlos. Das würde ich mir auch von den meisten Medien wünschen. Das Schundblatt mit den vier großen Buchstaben hat heute 5 Sonderseiten zu den katastrophalen Begebenheiten in Japan. 5 Seiten, die mit Sicherheit ganz unaufgeregt und bestimmt sehr differenziert die Situation erklären…NICHT!

Das die privaten Medien solche Katastrophen gerne benutzen, um uns die Bilder immer und immer wieder ins Wohnzimmer zu bringen und geradezu marktschreierisch uns mit Updates über die Toten versorgen, ist schon ein Umstand, an den man sich traurigerweise fast gewöhnt hat. Ich werde mich nie dran gewöhnen und lasse deshalb die privaten Sender fast immer aus.

Aber wenn selbst schon das ZDF diese Bilder mit Musik unterlegt, dann hat das nichts, aber auch rein gar nichts mit Informationsweitergabe zu tun. Und jetzt brauch auch keiner damit kommen, dass man durch die Musik und den Bildern die Sprachlosigkeit verdeutlichen will. So ticken Redaktionen schon lange nicht mehr.

Einer der wenigen unaufgeregt daher kommenden Informationen finde ich derzeit beim Deutschlandfunk, wo man den ganzen Tag in sachlichem Ton die aktuelle Lage erklärt bekommt.

Wer es gerne visueller mag und der englischen Sprache mächtig, dem empfehle ich außerdem den Livestream von Al Jazeera. Auch dort wird sehr informativ berichtet.

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Leid und Elend

Gerade beim Bäcker gewesen und was leuchtet mir von der BILD am Sonntag  entgegen?

So leidet Guttenberg

Mit einem Foto des Dauerstrahlemanns wie er mal nicht lächelt. Scheint es auch zu geben. Oder dank Photoshop…

Wie deutlich müssen die Medien eigentlich noch ihre Einflussnahme in der Politik machen, damit es auch der Dümmste und Verblendetste schnallt, dass es für Medien und Politiker nur um ihren eigenen Vorteil geht? Wollen sich so viele tatsächlich derart verarschen lassen? Oder sind sie nur froh, sich keine Gedanken machen zu müssen und sich lenken zu lassen, auch wenn es geradewegs für die meisten den Absturz bedeutet?

Und ich schreibe hier absichtlich über „die Medien“, da der Großteil der Medienlandschaft in den Händen von zwei, drei großen Unternehmern sind, die ihren Einfluss unverhohlen zum Ausdruck bringen. Drüben im JakBlog hat Christian gerade erst wieder ein Beispiel gebracht.

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Heldenhaft

Ihr habt es sicher schon längst gelesen oder gehört. Ich erzähle es trotzdem noch mal.

Ihr kennt ja sicher die superhippe Werbung für die BILD, wo irgendwelche Promis ihr Gesicht und ihre Stimme dafür hergeben, um ganz doll kritisch ihre Meinung dazu zu sagen. Ist von der Werbeagentur Jung von Matt.

Die haben jetzt die Deutschrock-Band „Wir sind Helden“ angeschrieben. Haben wohl gedacht, dass wäre ne gute Idee. Fand die Frontfrau Judith Holofernes aber nicht so die gute Idee. Und hat geantwortet.

Das Must-Read der Woche:

Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument — nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.

Und ich gehe jetzt in die Stadt und kaufe auch die restlichen Alben von den Helden.

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Sie sind überall…

Nun ist es raus. Es ist keine bloße Vermutung mehr sondern erschreckende Realität. Nicht glauben wollte ich an das Eintreten des „gläsernden Menschen“. Habe Ausreden in meinem Kopf geformt über die Bedeutung, nein, die Gewichtung der Deutschlandcard, das Sammeln von Payback Punkten oder anderen Formen der Vorteilvortäuschung für den Benutzer.

Aber letztens ist der Tag gekommen, da wurde es bestätigt: ICH werde beobachtet. Ich kann mir nichts mehr vormachen, auch wenn ich es schon geahnt hatte… (ist ja schon komisch, wenn man gestern nach Nackenkissen im www geforscht hat und am nächsten Tag mit eben diesen als Werbepopup bombadiert wird). Und es ist nicht die Regierung, nicht nur…es ist viel mächtiger – es sind die Medien.

Der Schrecken ereilte mich eines morgens im Badezimmer. Das Radio lief, wie jeden morgen. … Werbung…:

„Das ist Stefanie G.“

– meine Zahnbürste verharrte in meinem Mund. Ich hörte wie Stefanie G. im Radio schimpfte:

„Mist…ahhh verdammt. so ein Mist!“

Und der Sprecher sagte:

“ Stefanie G. hat ihren Flug nach Amerika zu teuer bezahlt. Besser Sie buchen über die Lufthansa. Unsere Amerikaflugangebote….. „

Ich war wie erstarrt. So stand ich da im Bademantel, mit Zahnbürste im Mund, schreckgeweiteten Augen und fühlte mich – beobachtet. In meinem Kopf die Gedanken: Woher wissen die das? Woher haben die im Radio die Info, dass Stefan und ich nach Amerika fliegen wollen? Haben Sie gestern unser Gespräch belauscht? Haben Sie meine Spuren im I-net verfolgt, als ich vor Tagen günstige Flüge gesucht habe? Sind Sie bereits im meinem KOPF?????

 

Seitdem ist mein Leben nicht mehr wie es war. Meine Unbeschwertheit ist vergangen und ich lebe seitdem in ständiger Verfolgungsangst. …. OBWOHL, ist schon cool seinen Namen im Radio zu hören 😉

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Die Privaten und ihre Einnahmequellen

Der Fernsehkritiker weist in einem aktuellen Beitrag darauf hin, dass bei Kabel 1 Werbeblöcke laufen, in der man an einem Gewinnspiel teilnehmen kann, in dem man einfach eine kostenlose Telefonnummer anrufen muss. Wer sein Gehirn wenigstens noch auf Standby betreibt, merkt schon, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Dahinter steckt die Firma lucellum, die anscheinend die angerufenen Nummern danach mit Telefonanrufen bombadiert um zum Beispiel „Schuh-Flatrates“ oder Gewinnspielabos abzuschließen. Und damit ist auch klar, wo die Kohle wieder herkommt.

Aber auch bei Pro7 und Sat.1 sollen Anrufer von Gewinnspielen zwischen Sendungen wie „Schlag den Raab“ oder „Nur die Liebe zählt“ im Anschluss von der Firma lucellum belästigt worden sein. Bei Verbraucherzentralen  und sogar bei der Polizei sollen schon diverse Beschwerden bzw. Anzeigen gegenüber der Firma eingegangen sein.

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Die Straßen werden sich mit Hass füllen

Gut, dass viele Leserinnen der Beileid Twilight-Reihe keinen Deutschlandfunk hören (unterstelle ich jetzt mal so). Denn was gestern in der Sendung Büchermarkt von Denis Scheck gesagt wurde, könnte bei weiterer Verbreitung dazu beitragen, dass die Städte im Angesicht von wütenden Frauenhorden brennen, angesichts seiner Worte.

Erst machte sich Scheck warm, in dem er über Cecilia Aherns Buch „Ich schreib Dir morgen wieder“ sagte:

Scheck: Auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn:

Funck: „Liebes Tagebuch, ich hasse mein Leben. Kurz gesagt ist es Folgendes: Mein Dad hat sich umgebracht, wir haben unser Haus und überhaupt alles verloren, ich mein ganzes Leben, Mum ihren Verstand, und jetzt wohnen wir bei zwei Soziopathen im hinterletzten Kaff.“

Scheck: Wäre dies der Beginn des neuen Romans der irischen Autorin Cecilia Ahern, es wäre ihr erster guter. Leider aber steht diese Eintragung in einem magischen Tagebuch auf S. 128 von „Ich schreib dir morgen wieder“, und alles in diesen wenigen Sätzen Zusammengefasste wurde genau so haarklein und vorhersehbar auserzählt wie der Rest dieser Schmonzette um eine 16-jährige Waise, die auf dem platten Land von mildtätigen Nonnen in die wahren Werte ewiger Herzensbildung eingeführt wird.

Einmal so richtig in Fahrt sollte Stephenie Meyer ihr Fett abbekommen. Zu ihrem Buch „Bis zum Erbrechen Ende der Nacht“ sagt Scheck:

Gegen die aufgeblähten Schmachtfetzen der Mormonin aus Arizona helfen scheinbar weder Knoblauch noch Weihwasser oder Silberkugeln: die Gesamtauflage von Meyers bislang vier Romanen um die prüde Schöne Bella Swan und den höflichen Vampir Edward Cullen beträgt über hundert Millionen Exemplare. Doch erfahrene literaturkritische Exorzisten wissen: Lautes Vorlesen enttarnt den adjektivüberladenen Stammelstil Meyers, ihre totale Unfähigkeit zum Malen von Stimmungen ebenso wie ihr Unvermögen, abstrakte Gedanken darzustellen. Zurück bleibt nur ein von Lachtränen benetztes jämmerliches Häufchen Asche.

Was sagen eigentlich die Frauen dazu, die mir erzählt haben, dass Frau Meyer doch so schön die Gefühle beschreiben könnte? Ist Herr Scheck vielleicht nicht zu solchen Gefühlen fähig (schließlich ist er Literaturkritiker) oder sind Frauen nur einfach zu beeindrucken? Gegen ersteres spricht die Kritik des nächsten Buches, in der Scheck fragt:

Werde ich am Ende einfach zu weich?

Aber in der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste Belletristik ist ja noch eine weitere Meyer-Schmonzette platziert („Biss zum ersten Sonnenstrahl“), an der sich Scheck dann auch wieder auslässt:

In diesem mit 200 Seiten für Meyersche Verhältnisse Winzling von einem Buch greift die Autorin eine Nebenfigur auf, die einen kleinen Auftritt im dritten Band von Meyers Blut-und-Hoden-Story hatte: die 15-jährige Bree Tanner. Bree ist die klassische „damsel in distress“, eine Jungfrau in Bedrängnis, die im Hochzeitskleid Kohlenschippen könnte, ohne dass auch nur ein Stäubchen ihre Makellosigkeit beeinträchtigen würde. Offenbar plagte Stephenie Meyer das schlechte Gewissen, wie lieblos sie diese Figur über die Klinge springen ließ. Doch in dem Versuch, poetische Gerechtigkeit herzustellen, verschlimmbessert Meyer alles. Meyer hat wieder einen Roman triefend von Moral geschrieben, einer Moral, deren besondere Perfidie gerade darin besteht, dass sie einen Sinn unterstellen muss für einen sinnlosen Tod.

Ich gebe zu, damit hat sich Scheck in mein Gedächtnis katalputiert, obwohl ich ihn schon vorher immer gerne gehört habe. In der Sendung Büchermarkt, die ich nur nebenbei höre, ist er der Eye Ear-Catcher.

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Polizei gegen Bürger gegen Polizei (Nachtrag)

Ich unterbreche das laufende Programm mal eben kurz für einige Sachen zu dem Thema, dass ich vor kurzem hier schon mal anriss.

Wie das BILDblog darauf hinweist, ist der Bericht des KFN aufgrund der schlechten Recherche der Medien vergangenen Jahres erstellt worden. Ironie des Schicksals, dass die Medien erneut mangelhaft den Bericht zitieren. Mal schauen, wer eher aus seinen Fehlern lernt. Das KFN oder die Medien…

Nur ein Scherz, die Antwort wissen wir doch schon längst.

Ja, und dann hat drüben im Lawblog der Udo sich hingesetzt und mit der Legende der schutzlosen Polizei aufgeräumt.

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