Wes‘ Kind ich bin, des‘ Lied ich sing

Letzte Woche beim Polterabend wurde kurz ein Thema aufgegriffen, auf das ich noch mal zurückkommen möchte.

Einer der Gäste war der Meinung, dass die Musik aus den Sechzigern und Siebzigern die Beste ist. Das ist natürlich eine rein subjektive Meinung. Mit meiner Ansicht, dass die Musik der Achtziger die Beste ist, stehe ich auch meist alleine da. Der Gast, der das behauptet hat, ist Mitte Sechzig und damals mit der Musik groß geworden. Nicht anders ist es bei mir mit Musik aus den Achtzigern und Neunzigern.

Im Unterschied zu den beiden älteren Dekaden haben die Achtziger und Neunziger aber ein anderes grundlegenderes Problem: Die Kommerzialisierung.

Ich persönlich hatte nie einen richtigen Zugang zur Musik älterer Generationen. Bis auf  die „Doors“ und die „Beatles“ blieben die meisten Bands außerhalb meines Interesses. Natürlich gibt es viele Lieder, die ich kenne und die ich auch mag, aber ich kann nicht behaupten, dass es zu meiner Lieblingsmusik gehört (mit Ausnahme der beiden eben genannten). Zum Beispiel habe ich nie den Hype über Led Zeppelin verstanden, die mir in ihrer Art viel zu indirekt sind/waren. Hier noch ein Solo, da noch ein ungewöhnliches Instrument reingebracht. Aber richtig aufm Punkt kommen die nie.

Und was wollen sie mir überhaupt sagen? „Stairway to heaven“ als Beispiel. Hat Plant da erstmals Gras geraucht und war so was von weg, dass er auf diesen Text kam?

Ich mag Musik, die aufm Punkt kommt. Schnell, direkt und gerne mit einer Aussage, die mich auch mal zum Nachdenken bringt, weil sie meine Verhaltensweisen in Frage stellt. Und nicht, wo ich erst Nachdenken muss, was für ne Metapher da gerade wieder gemeint ist.

Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger gab es kurz eine Phase, in der klar gemacht wurde, dass jeder Musik machen kann, wenn er es will. Jeder kann Idol sein, viele wollten es aber gar nicht. Am Ende wurden aber die berühmt, die bereit waren, sich als Idol verkaufen zu lassen. „Nena“, „Die toten Hosen“ oder „Duran Duran“ zum Beispiel. Die Idee starb bis zum Aufkommen der Elektro-Szene fast vollständig aus. Es wurden nur Musiker gehypt, die bereit waren, dem aktuellen Trend mitzumachen, ohne das die Produzenten der Major-Labels überhaupt verstanden haben, was sie da genau für Musik verkaufen. Daher war die „Neue Deutsche Welle“ auch so schnell wieder untergegangen.

Dann flackerte die Erkenntnis der „Musik von Jedermann“ mit elektronischer Musik noch mal richtig auf, weil man nicht mal mehr Instrumente brauchte um Musik zu machen. Doch die Musikindustrie ließ sich nichts von ihrem Kuchen nehmen und kommerzialisierte auch diesen Bereich.

Seitdem habe ich in der Musik nichts neuartiges, revolutionäres mehr erlebten dürfen. Retortenmusik allenthalben, egal ob es Pop, Rock, Elektro, Hip-Hop oder Metal ist. Es werden heutzutage Musiker als revolutionär gefeiert, die das Musikbusiness verstanden haben und ihren Vorteil daraus ziehen, wie „Lady Gaga“. Aber das ist im Vergleich zu „Elvis Prestley“ oder den „Beatles“ nichts wirklich revolutionäres. Es bewegt nicht die Jugendkultur in dem Sinne, dass es gegen etwas aufbegehrt, sondern es lässt sie noch dichter in der Marketing- und Mode-Maschinerie wachsen. Eine Symbiose von unterschiedlichen Geschäftsbereichen (Mode und Musik), die übrigens auch in den Achtzigern ihren Anfang nahm.

Wenn ich also sage, dass ich die Musik der Achtziger und Neunziger mag, dann nur deshalb, weil ich mit ihr aufgewachsen bin und dort auch stark differenziere. Niemals würde ich „Nena“ oder „Michael Jackson“ als meine Lieblingsmusik bezeichnen – sollte ich das jemals tun, ruft die Polizei, denn ich bin dann in Gefahr! Musik, die festgefahrene Strukturen aufbricht, zählt dagegen definitiv zu meinen Favoriten.

Aber ich kann gut verstehen, wenn jemand sagt, dass in den Sechzigern die beste Musik gemacht wurde. Wenn diese Meinung ebenfalls eine gewisse Kritikfähigkeit beinhaltet. Denn in den Sechzigern war auch nicht alles Gold was glänzte. Und in den Siebzigern schon gar nicht. Und auch heute wachsen ja noch Menschen mit aktueller Musik auf. Weil sie deren Kinder sind.

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Twinkle-Konzert

Ein wirklich bezaubernder Spätnachmittag liegt gerade hinter uns. Wir sahen gerade Stephanie Müller, begleitet am Klavier von Karola Schmelz (zusammen sind sie „Twinkle“) in der Musikschule Delmenhorst.

In deren Programm „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ entführt sie den Zuhörer in ein sympathisch romantische Welt, die einen meist nachdenklich stimmt, gelegentlich aber auch verträumt daher kommt.

Stephanie Müller haben wir selber schon mal live erlebt, weil wir sie zu Danys Hochzeit von uns engagiert wurde, um in der Kirche zu singen. Aber mit diesem Programm beweist sie ihre Klasse wirklich eindrucksvoll.

Ihr merkt schon, mir fehlen immer noch etwas die Worte. Solltet Ihr also die Gelegenheit bekommen, dann schaut Euch Twinkle einmal selber live an. Die nächste Möglichkeitwäre am 25.02. in Bremerhaven. Viel Spaß.

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Passt gerade

Weil es gerade so gut passt:

Für die Unwissenden unter uns, hier die Erklärung:

Auf spanisch und spiegelverkehrt, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte (4. Fortsetzung)

Finger hoch, wer geglaubt hat, dass die Reihe nicht fortgesetzt wird! 😉

Heute gibt es dann statt eines Polterabends einen Punkerabend…

Die Eindrücke des vergangenen Jahres hatten mir meine Richtung vorgegeben. Jeglicher Rassismus oder Fremdenhass war mir zuwider und in meinen Augen verabscheuungswürdig. So wurde ich geradewegs in eine neue Musikrichtung gestoßen, die meinen Unmut in Worte, Töne und Lieder fassten und zugleich nicht nach Weichspülermusik klangen. Dem Punk. Natürlich hörte ich weiterhin Metal-Musik und besuchte auch Konzerte. Aber es mischte sich zu meinem eh breit angelegten Repertoire zunehmend Musik aus Deutschland.

Das wahrscheinlich erste Lied auf das ich in der Hinsicht stieß, wie sollte es anders sein, war von Slime. Nazis raus!

Damit war der Boden bereitet und mein nächster Kauf war ein Sampler, um mein Spektrum in der Punkmusik zu erweitern: Der Soundtrack zum Untergang. Und fortan sollten Texte in der Musik für mich eine der wichtigsten Rollen einnehmen. Was bei Punkmusik auch nicht verwunderlich ist. Obwohl ich die drei Akkorde immer noch sehr gerne höre. 😉

Mit 17 Jahren kann, wenn man über sich und die Gesellschaft so nachdenkt, die Wut ungeahnte Ausmaßen annehmen. So war es auch bei mir. Ich las viel, ich dachte viel nach und ich hatte eine Riesenwut. Auf das System, dass auf die Ausbeutung anderer angewiesen ist um selber stetig zu wachsen und noch mehr auszubeuten um weiter zu wachsen. Auf die Menschen, die es hinnehmen und sich es in diesem System gemütlich machen. Und auf mich, weil ich alleine kaum was dagegen ausrichten kann.

Doch bevor ich mich darüber aufregte, was andere für mich tun könnten, habe ich selbst was getan. Mit den damaligen Kumpels besuchten wir die PDS-Zentrale in Bremen und organisierten uns dort politisch in der AG Junge GenossInnen. Mit diesen Kumpels bauten wir dann in Delmenhorst die PDS auf und waren am Wochenende in der Innenstadt, wo wir uns an Informationsständen als rote Socken und Kommunistenpack beschimpfen ließen, während wir uns unter der Woche mit anderen Parteien trafen und diskutierten. Diskutieren war zu der Zeit eh meine Leidenschaft. Mein Lieblingsunterricht am Wirtschaftsgymnasium, dass ich zu der Zeit besuchte, war „Werte und Normen“, in dem man wunderbar diskutieren konnte.

Mit meiner Einstellung, dass alle Menschen gleich sind und sie auch so behandelte, mit dem entsprechenden Respekt, gewann ich viele Freunde. Nur meine politische Einstellung wollte damals keiner so recht mit mir teilen.

Wie ich ja schon mal schrieb, zierten mein Zimmer viele Poster von Bands, die ich nicht immer unbedingt kannte, aber einen coolen Eindruck machten. Und wie ich gerade erwähnte, las ich viel zu der Zeit. So kam es, dass ich mir einen Büchereiausweis besorgte. Und dort sah ich eine CD von den „Einstürzenden Neubauten“. Die Band hing zu der Zeit schon zwei Jahre in meinem Zimmer als Poster und bis dato hielt ich sie (ernsthaft) für eine Punkrock-Band, die ich noch nie (ja, wirklich) gehört hatte. Die CD war die „Tabula Rasa“ (Amazon-Partnerlink) und ich musste sie mir einfach einstecken. Zusammen mit meiner damaligen Freundin – also Freundin im Sinne von Freund und nicht im Sinne von Knutschen, Händchenhalten und dem ganzen Zeugs – die überwiegend dieselben Interessen hatte wie ich –  nennen wir sie der Einfachheit halber mal Nina – saß ich in ihrem Zimmer, schoben die CD ein und ließen unsere Vorstellungen von der Band mit jedem weiteren Lied fahren. Es war wie eine Offenbarung. Als das letzte Lied „Headcleaner“ zuende war, schauten wir uns nur an und begannen die CD von vorne.

Die Einstürzenden Neubauten begleiteten mich von da an und zum Teil begleitete ich sie. Keine Band habe ich häufiger live gesehen (dreimal). Nun ging ich nach meiner Metal-Zeit meinen Eltern richtig auf den Geist. Der Namen der Band hat sich bei meinen Eltern geradezu eingehämmert, auch dank freundlicher Unterstützung meines kleinsten Bruders. 😉

Den Geist raubte ich ihnen aber nicht nur wegen der Musik. Respektlosigkeit und Kampf gegen die Obrigkeit wurde zu meiner Maxime erkoren. Das zeigte ich auch nach außen, wo ich mir langsam anfing die Haare wachsen zu lassen. Dabei ging ich mit einem Trick vor. Die Seiten wurden kurzrasiert (wenn auch noch nicht kahl). Was da fehlte, ließ ich oben länger wachsen. Wenn auch unter strenger Beobachtung der häuslichen Obrigkeit. Denn so lange ich meine Füße unter den Tisch meiner Eltern…blabla.

Zu dieser Zeit gab es viel für mich zu entdecken. Zum Beispiel entdeckte ich das „Kakao trinken“ für mich. Der Einfluss dessen und die Tatsache, dass es 1993 noch MUSIK-Sender im Fernsehen gab, bereicherten mein Leben mit einer weiteren Entdeckung. Eine kleine isländische Sängerin, die in ihren Videos so natürlich rüber kam und unglaubliche Geschichten erzählen konnte, ließ mich gleich zum Plattenladen rennen und ihre LP „Debut“ kaufen. Allerdings ist es mir bis heute verwehrt geblieben, sie live zu sehen. Eine der Sachen, die auf meiner To-Do-Liste fürs Leben ganz weit oben steht.

Aber auch die ältere Musik hatte für mich seinen Reiz. Im Sommer der Liebe 1993 legte ich des öfteren „Cat Stevens“ auf. Als ich dann mit meiner damaligen Freundin, nennen wir sie mal Karina, das erste Mal in die Kiste hüpfte – also das erste Mal für mich; sie war da „etwas“ erfahrener – liefen die „Best of“ von ihm.

Aber es gab nicht nur schöne Momente in diesem Jahr. Das wohl schrecklichste Erlebnis war zweifelsohne der Brandanschlag in Solingen, bei dem fünf Menschen zwischen 4 und 27 Jahren ums Leben kamen. Fünf Menschen die starben, weil sie in den Augen der Mörder die falsche Herkunft hatten. 👿

In diesem Jahr ereignete sich auch in einem Bahnhof in Bad Kleinen eine misslungene Festnahme, die zum Tod von Wolfgang Grams und einem Polizisten führten. Die ganze Geschichte um diese Festnahme interessierte mich nicht wirklich. Was mich aber interessierte, waren die Beweggründe der RAF, in den bewaffneten Widerstand zu gehen.

Dazu las ich mehrere Schriften von Ulrike Meinhof Horst Mahler, um die Motive zu verstehen. In ihren Schriften erklärten sie, wie der Systemumsturz abzulaufen habe, die sich im Buch nicht so gewaltvoll darstellten. In der Realität sah es leider anders aus und außerdem schienen sie die Macht der Medien unterschätzt zu haben. Wie auch immer, mir war ein politisch geführter Umsturz lieber. Wobei ich in meinem Leben schon oft genug an meiner pazifistischen Grundhaltung zweifeln musste…

Ende Oktober, es war Freimarkt in Bremen und in der Stadthalle Bremen – so hieß die damals noch – gaben sich „Paradise Lost“ und „Sepultura“ die Ehre. Natürlich war ich da, mit Thomas, einem damaligen Kumpel. Wir lungerten vor der Stadthalle rum, als wir von einem Mädel auf den Konzertort angesprochen wurden. Wie sich herausstellte, war sie – ich nenne sie hier mal Maren – mit ihren Kumpels da um das Konzert zu besuchen. Sie kamen aus Ostfriesland, genauer aus Leer und kannten sich in Bremen nicht aus. Die Ostfriesen waren sehr nett, also unterhielten wir uns ein wenig. Naja, ich unterhielt mich mit ihnen, weil Thomas…naja…er fand sie nicht so nett. Er war eher der Selbstverliebte…

Und ein wenig unterhalten ist auch untertrieben. Während des Konzerts saß Maren neben mir, während ihre Jungs sich in die Menge mischten. Und während des Konzerts unterhielten wir uns auch annähernd ununterbrochen. Nach dem Konzert brachte ich sie und ihre Kumpels dann noch zum Auto zurück, wo ich als „Danke schön“ einen kleinen Kuss bekam.

Wow, die Frau hatte es mir echt angetan. Nun war ich zu der Zeit noch mit Karina zusammen. Kein Problem, kurzerhand Schluss gemacht, eine Bahn-Card gekauft und an den Wochenenden nach Leer gefahren.

Ich muss dazu sagen, dass Karina ein wirklich sehr nettes Mädchen war/ist, nur zu der Zeit war klar, dass sie für unbestimmte Zeit nach Südamerika gehen würde. Diese Unsicherheit bei der Beziehung machte mich sehr empfänglich für Maren, die, im Nachhinein betrachtet, dass netteste Mädchen war, dass ich bis Steffi kennen lernen durfte.

Den Herbst verbrachte ich also in Sehnsucht auf Maren und das Wochenende und das Wochenende mit Maren.

Zu dieser Zeit hörte ich viel R.E.M., da kaum was besseres in ihrer CD-Sammlung zu finden war. *hüstel*

Aber da mein Musikgeschmack bereits breit gefächert war und sie auch gelegentlich in Delmenhorst war, konnte ich damit sehr gut leben. Schließlich war sie, wie gesagt, ein sehr nettes Mädchen und auch mit ihrer Familie verstand ich mich sehr gut. Unvergessen der Moment, als ihr Vater mich beiseite nahm als das Haus nur von uns beiden bevölkert war.

Komm Stefan, wir müssen mal reden!

Ich saß also mit dem Vater meiner Freundin auf der Couch und er sagte:

Also über das „Kakao trinken“ brauchst Du mir nichts erzählen. Da habe ich schon alles mitgemacht. Schwarzer Afghane, gelber Libanese. Das ganze Programm.

Ich war 17 Jahre, trug meine Leidenschaft über das „Kakao trinken“ nicht unbedingt vor mir her, auch wenn ich entschieden für eine Legalisierung eintrete. Aber das hat mich dann doch überrascht. Ich glaube, in diesem Moment wurde mein Weltbild um eine weitere Facette reicher. Es gibt wirklich alte Menschen (er war zu dem Zeitpunkt fünf Jahre älter als ich jetzt), die auch „Kakao trinken“ oder es mal getan haben. Unglaublich.

So weit lief es also ganz gut, wenn ich mir nicht selbst im Weg gestanden hätte. Ich wiederholte die 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums. Nicht weil ich den Anforderungen nicht gerecht wurde, sondern weil ich den Anforderungen nicht gerecht werden wollte. Ich hatte schlicht und ergreifend keine Lust, ein Mitglied des Wirtschaftssystems, wie ich es erlebte, zu sein. Ich wartete nur auf meinen 18. Geburtstag, um die Schule zu verlassen. Was danach werden sollte? Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung.

Noch etwas hatte ich ja bereits angedeutet im letzten Beitrag. Meine Liebe für Nirvana hatte ich entdeckt. Im Sommer empfand ich die Musik nicht mehr als Mädchenmusik und die Texte auf mein Leben maßgeschneidert. Für die ganze Jugend, wie es später unisono hieß. Wie treffend beweist der letzte Song für heute. Wut, Perspektivlosigkeit, Hilflosigkeit. Der Wunsch nach Menschen, die sich mit Respekt begegnen. Und weise Menschen, die in Form von Frauen ins Leben traten.

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Happy Birthday

Alles Gute zum 70. Geburtstag  Horst Nußbaum. Dir zu Ehren den hier:

Feier schön mit deiner 26jährigen Freundin 😉

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Protest

Und weil ich gerade so in Video-Laune bin, hier noch ein Musikvideo von Broken Social Scene.

„Meet me in the Basement“

(Via PolkaRobot)

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Old but Gold

Da stehen sie also, die Helden meiner Pubertät. Und selbst Metallica macht eine gute Figur, obwohl ich sie aus diversen Gründen vor langer Zeit aus meinem Herzen verbannt habe.

Einzig der Hinweis „History is  happening right now“ finde ich etwas zu hochgegriffen. Bis ich das Video sah:

(Via Popkulturjunkie)

Da fällt mir ein, ich könnte mal meine Serie endlich zu einem Ende bringen.

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Gute Nachrichten

Es gibt Tage, da trudeln auch mal gute Nachrichten über RSS ins heimische Wohnzimmer. So gute, dass ich sogar Steffi vom Essen machen aus der Küche rufe. Leider war sie sich der Tragweite dieser guten Nachricht nicht bewusst.

Berliner Club SO36 gerettet

Der legen – Achtung, es kommt gleich – däre Club, der viele später erfolgreiche Bands in seinen frühen Jahren beheimatete, unter anderem „Die Toten Hosen“ *würg* oder „Einstürzende Neubauten“ *yeah*, sollte wegen Anwohnerbeschwerden mit einer sündhaft teuren Lärmschutzwand ausgestattet werden. Nach Benefizkonzerten und einer lukrativen Preisverleihung scheint die Finanzierung dafür zu stehen und ein Stück deutscher Musikgeschichte wird bis 2020 weiter existieren.

Das SO 36 – sprich Esso 36 – ist nach dem damaligen Postbezirk Südost 36 benannt und liegt inmitten von Kreuzberg. In den Achtzigern war es DER Treffpunkt für Punks und New Wave. Lydia Lunch hatte hier ihre ersten Deutschlandauftritte und Bands wie „Slime“, „Die Ärzte“ und „Die tödliche Doris“ gaben sich hier die Hand. Heute ist es überwiegend ein Treffpunkt für Schwulen und Lesben geworden, hat sich aber seinen politischen Hintergrund stets gewahrt. So wird einmal im Monat das SO für Sozialberatung genutzt und unterstützt das Bündnis „Freiheit statt Angst“.

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte (3. Fortsetzung)

Mit Beginn des 16. Lebensjahres ging es in musikalischer Hinsicht sehr schnell. Dadurch trug auch ein neuer Freund, nennen wir ihn der Einfachheit halber mal Thomas seinen Teil dazu bei. Thomas war sehr musikbegeistert, spielte E-Gitarre und liebte harte Musik. Über ihn kam ich zu „Sepultura“, die ich lange Zeit nicht live sehen sollte. Und als ich sie dann endlich sah, war mir eine Frau dann wichtiger. Bis dahin sollten aber noch über zwei Jahre vergehen.

Während alle Welt zu den brasilianischen Klängen von Lambada tanzte, bangte ich zu den brasilianischen Klängen von „Sepultura“.

Aber auch heimische Musik war mir nicht fremd. „Sodom“ und vor allem „Kreator“ brachten mein Haar so richtig in Bewegung, welches ich mir immer noch nicht lang wachsen lassen durfte.

Doch das Thema Tod in Texten wurde mir immer wichtiger, weshalb ich zwangsläufig zum Death Metal tendierte. Dabei war es mir egal, ob es die schwedische Fraktion wie „Entombed“ oder „Tiamat“ war oder die amerikanische Fraktion, allen voran „Death“, „Obituary“, „Morgoth“ und die unvergessenen und von mir favorisierten „Morbid Angel“, von denen ich mir dann auch eine Platte („Altars of Madness“) kaufte.

Aber obwohl ich jetzt einer von den ganz harten Jungs war (und immer noch Jungfrau), konnte ich meine emotionale Seite nicht verbergen. Wahre Sturzbäche an Tränen habe ich am 16. Mai 1992 geweint, als den Dortmunder vier Minuten vor Saisonende die Meisterschaft in einem Herzschlagfinale von Stuttgart weggenommen wurde. Das erklärt auch, warum ich bis heute den Stuttgartern und Leverkusernern nichts Gutes wünsche.

Dagegen ließen mich die Tode von z. B. Francis Bacon oder der Dietrich kalt. Dafür ließ mich ein anderes Thema nicht kalt, der aufkeimende Rassismus und Fremdenhass auf unserer Welt, besonders in unserem Land. Unter den Eindrücken der Unruhen in Los Angeles, den Ausschreitungen von Neonazis in Rostock Lichtenhagen, dem Mord an Silvio Meier und vor allem dem Brandanschlag in Mölln stieg in mir der Hass auf alles rechts der Mitte auf, was sich alsbald wieder auf meinen Musikgeschmack auswirken sollte.

Übrigens, einen Trend habe ich vollkommen verpasst, weil ich es für Mädchenmusik hielt. „Nirvana“ ging mir erst am Arsch vorbei, schließlich wurde ja nicht mal gegrowlt. Und es wurde auf MTV gespielt. Aber auch die sollte ich bald mögen.

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte (2. Fortsetzung)

Bevor ich zu meinem 15. Lebensjahr komme, muss ich noch eben etwas aus der 1. Fortsetzung dieser Reihe korrigieren. Ich war 15 als ich von meiner ersten Freundin mit NKotB penetriert wurde. Ich erspare Euch aber ein weiteres Lied von dieser „Ausnahme-Boyband“. 😉

Es sollte also härter werden. Mein Taschengeld investierte ich deshalb zwecks Informationszufuhr nicht mehr in die „Bravo“, sondern in Qualitätsmedien wie „RockHard“ oder „Metal-Hammer“. Man(n) gönnt sich ja sonst nichts. Die Poster darin zierten bald meine (Kinder-)Zimmerwand, auch wenn ich mit manchen Bands nichts anfangen konnte. Aber das sollte sich ja noch ändern.

Das Genre Heavy-Metal habe ich irgendwie übersprungen. Bands wie „Iron Maiden“ sagten mir nicht zu, weil die hohe fiepsige Stimme mir bei der Art von Musik komisch vorkam. Das sollte sich auch bis heute halten, wo ich mit den Scheiben von „System of a Down“ nichts anfangen kann. Eine Tortur für mich, wenn Steffi im Auto ihren Rappel bekommt und „SoaD“ auflegt. Der Wechsel zwischen hoher und tiefer Stimme macht mich kirre.

Stattdessen überkam mich ein wahres Wohlgefühl, als ich das erste Mal Bands wie Anthrax hörte. Nanu? Zu der Zeit sang Anthrax dank Joey Belladonna doch auch mit einer hohen fiepsigen Stimme. Stimmt, aber die Texte waren gut. Zu der Zeit achtete ich sogar sehr auf die Texte. Etwas was mir ein Jahr später nicht mehr sooo wichtig sein sollte.

Tja, und dann war da natürlich auch, dass sollte nicht vergessen werden, „Metallica“ sehr wichtig. Ja, die Band, die später bei mir blankes Entsetzen und Ablehnung bei mir auslösen sollte, ob ihrer Gier und dem Verhalten gegenüber ihren Fans…

Aber davon war 1991 noch nichts zu spüren. Bevor das schwarze Album rauskam, hatte ich die alten Scheiben rauf und runtergehört. „Kill Em All“, „Master of Puppets“ (meine Lieblingsscheibe) und die „Justice for All“ glichen einer musikalischen Offenbarung in meinen Ohren.

Das schwarze Album hatte sich im Gegensatz dazu schnell ausgehört. Klar waren Songs wie „Unvorgiven“ und „Nothing Else Matters“ für die ruhigen Stunden immer gut. Aber der Rest klang zu sehr nach Retorte in meine Ohren und konnten nicht annähernd mit den alten Liedern mithalten.

Aber das alles war nichts gegen die Könige des Trash-Metals: „Slayer“. Ihrem Album „Reign in Blood“ verdankte ich es, dass ein Großteil meines Hirns weggeblasen wurde. Den kümmerlichen Rest bangte ich mir dann auch noch raus. Das war dann im November 1991, wo „Slayer“ in der Stadthalle in Bremen spielte. Ich hatte noch nie davor und nie wieder danach meinen Hals einer derartigen Belastung ausgesetzt. Kurz: Es war geil! Allerdings hatte ich noch tagelang Schmerzen nach dem Konzert, aber das war es wert.

So ging das Jahr mit dem Konzert meines Lebens zu Ende. Zumindest das, wofür ich mich und meinen Körper am meisten aufgeopfert habe. Von einer Fahrt nach Berlin 15 Jahre später für eine andere Band mal abgesehen. 😉

Das nächste Jahr sollte musiktechnisch noch härter werden, schließlich wurde ich ja auch älter. Doch irgendwann hat man seine Spitze erreicht. Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit dem besten Lied, was Slayer wohl gemacht haben. Das Video möchte ich aber NICHT für Zuschauer unter 18 Jahren empfehlen. Es sei denn, sie behaupten der Holocaust wäre eine Lüge.