Merkwürdige Hobbys

Nach einem gestrigen Erlebnis beim Taxi fahren ist mir die Idee zu einer neuen Rubrik im Blog gekommen. Die merkwürdigen Hobbys…

Episode 1: Die Pinkelwinker…

Stundenlang im Auto auf einen Parkplatz verharren bis ein Taxifahrer endlich seine Notdurft verschämt hinter einem Busch, der die Parkplatzreihen abgrenzt, erledigen will während dieser auf seine Gäste wartet und die Standzeit ausnutzt.

Dann, wenn endlich das Opfer da ist, seine Hose aufgeknöpft hat und mit dem störenden Nass den Busch wässert, die Innenbeleuchtung des Autos anmachen, an der Scheibe klopfen und winken.

WTF?

Ehrlich, mein Bruder und ich standen minutenlang rum, außer der Polizei war nichts auf dem Parkplatz los. Die saßen also eine ganze Weile im Auto. Ich also über den Parkplatz, hinter den Busch, zwischen den Autos und dann die Pinkelwinker. Tss.

Obwohl, wer weiß wobei ich sie gestört habe? Vielleicht gibt es ja jetzt in diesem Augenblick eine Rubrik mit merkwürdigen Hobbys. Inhalt: Taxifahrer, die kopulierende Paare auf dem Parkplatz mit der Erledigung ihrer Notdurft stören… 😉

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , , . Kommentare deaktiviert für Merkwürdige Hobbys

Benimmregeln beim Taxifahren

Da ich gestern schon Thorsten erwähnte:

Er hat in seinem sehr unterhaltsamen Taxi-Blog zwei Beiträge veröffentlicht, die einerseits DEN Traumfahrgast beschreiben und andererseits versucht, die alte Frage zu beantworten, ob man im Taxi siezt oder duzt. Auf beide Fälle vergebe ich das Prädikat „lesenswert“.

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , . Kommentare deaktiviert für Benimmregeln beim Taxifahren

Anstrengende Bauern

Okay, ich gebe es zu: Im Titel übertreibe ich schon. Denn wie ich hier schon angekündigt habe, sind Huder anstrengend. Die Kundschaft, die ich in die Bauernschaft Hurrel rausgebracht habe, waren durchweg freundlich und nett. Eigentlich wollte ich als Titel „Taxifahrer küssen besser“ nehmen. Aber auch das wäre wohl übertrieben. 😉

Nur leider war in der Nacht so gar nichts los. Nada. Niente. Nothing. Nüx. Um 22 Uhr ging es los für mich. Um fünf nach zwölf hatte ich den ersten Einsteiger vom MC. Danach ging es dann langsam los…

Sehr langsam. Meine vierte Tour war eine leicht konfuse Frau, die nach Hude wollte. Wahrscheinlich. Sie stieg ein und bevor sie das Fahrtziel nannte, bat sie mich, einen Moment zu warten. Was hätte ich auch machen sollen? Auf Verdacht losfahren? Nachdem sie ein paar Minuten (!) auf ihrem Handy rumhackte, hieß es dann Hude (Zum Glück, vielleicht ist da ja mehr los..). Allerdings wusste sie nicht wo in Hude und rief denjenigen an, den sie dort treffen wollte. Er sei bei „Burgdorfs“. Meine Alarmglocken schrillten. „Burgdorfs“ kann einerseits das Hotel/Restaurant bedeuten, andererseits kann damit auch die Party am Huder Bach gemeint sein, da Peter Burgdorf DER Partyveranstalter hier ist. Und neben „Halle“ hat sich auch der Begriff „Burgdorf“ etabliert.

Nene, er sei bei Burgdorfs. Sie war schon happy, dass ich überhaupt wusste, wo das ist. Aber sicher war sie sich nicht und übertrug ihre Unsicherheit auf mich. Ich machte ihr ein Angebot (dass sie nicht ablehnen konnte). Wenn wir beim Hotel sind, bleibe ich solange da stehen, bis ihr „Partner“ (?) sie draußen abholt. Dies nahm sie auch dankend an und wiederholte sich ab da, wie nett ich doch wäre usw…

Bei Burgdorfs angekommen, sah man durch das Fenster Leute tanzen, was schon mal Beweis ist, dass eine Festlichkeit im Gange ist. Sie bezahlte, weil sie aber nicht genug Geld hatte, zu wenig. Ich verrate nicht wieviel. Nur soviel: Mein Trinkgeld aus der vorigen Tour war futsch. 😦

Und jetzt begann das Warten. Also bitte, liebe Herren. Wenn ein Frau keine Kosten und Mühen scheut um Euch zu sehen, dann seid doch bitte so freundlich und wartet wenigstens draußen. Bei Wind und Wetter. Das ist echt das Mindeste. Dreimal musste die hilflose Frau anrufen, bis er endlich hinauskam.

Für meine Mühen (und den Rabatt) bekam ich als erster den Kuss von ihr. Auf die Wange! 😉

Nun, wo ich in Hude war, konnte ich zur „Halle“ fahren. Und wurde gleich mit einem Musterbeispiel Huder Gäste bestraft.

Bevor ich ins Detail gehe: Ich habe selber acht Jahre in Hude gewohnt. Die Menschen sind entweder Ureinwohner oder Zugezogene aus dem Oldenburger, bzw. Bremer Umland. Also entweder bereits sehr alte Eingesessene oder junge Mittelschichtler mit Familie. Es gibt sicher Problemstraßen in Hude, aber hauptsächlich ist Hude ein beschaulicher Ort. Wie sehr Erziehung daneben gehen kann, bewiesen aber meine ersten Huder Fahrgäste.

Zwei Jungs, ein Mädel stiegen also bei mir ein. Es sollte im Ort bleiben (zum Glück). Und was mir dann zu Ohren kam, ist nicht für Kinder bestimmt, scheint aber deren normaler Umgangston zu sein. Okay, die Party soll nicht so pralle gewesen sein. Aber trotzdem kann man ein Mindestmaß an gepflegtem Umgangston auch bei schlechter Laune erwarten. Da wurde das Mädel zur dummen Schlampe, der Kumpel vorne aufgefordert den Schwanz zu lutschen, worauf der erwiderte, dass er nicht so auf Pelz im Mund steht, usw… Also unterste Schublade. Gerade gut genug, um bei RTL demnächst in einem Realityformat aufzutauchen…

Jetzt war mir klar, warum ich eigentlich nicht so gerne nach Hude wollte. Aber die nächste Tour entschädigte für einiges. Es stieg bei der Halle ein Mädel ein, dass ich schon mal aus Hurrel zur Halle brachte. Vor vielen Monaten. Diesmal ging es also nach Hause und sie erzählte gleich, wie blöd die Party war und überhaupt viel zu teuer.

Dazu sollte man wissen, dass bei Feten von Burgdorf häufig Prominenz dabei ist, die richtig für Stimmung sorgt. Also Prominenz im Stile von Mickie Krause, Antonia, Willi Herren, Collien Fernandes oder „Die Autohändler“. Diesmal war niemand geringeres als Schäfer Heinrich zu Gast. Bekannt aus „Bauer sucht Frau“. Das Mädel plapperte also los, sie hätte ein Autogramm bekommen. Ich, der keine Ahnung hatte, wer der „Top-Act“ war, fragte auch gleich, von wem.

M: Na vom Schäfer Heinrich.

I: Wer?

M: Schäfer Heinrich.

I: Kenne ich nicht.

M: Aus „Bauer sucht Frau“.

I: Kenne ich auch nicht.

M: Aber das Schäferlied kennst Du.

I(zögerlich): Nnnnnein.

M: Ey, Du bist der erste, den ich treffe, der Schäfer Heinrich nicht kennt.

I (denkt: Spricht nicht für Dein Umfeld…): Kann man wohl nichts machen…

Dieser Dialog, den ich zu Schichtende auch meinen Kollegen erzählte, was ich wiederum Steffi erzählte, brachte übrigens diesen Stein ins rollen.

Nachdem sie mir eine Autogrammkarte zeigte, meinte ich mich auch dunkel an den Herrn erinnern zu können, hätte aber keinen Zusammenhang zu irgendwelchen Schäfern bilden können. Und noch was stand auf der Karte: „In Liebe…“ Ob ich wüßte, was das heißt? Gott sei Dank nicht.Sie auch nicht, aber ein Securitytyp erzählte ihr, dass diejenigen in den Backstagebereich dürften, die „In Liebe…“ auf der Autogrammkarte stehen hätten.

Das wollte sie dann doch nicht und landete stattdessen in meinem Taxi. Ich lud sie nicht in meinen Backstagebereich ein, sondern bei ihr zu Hause ab.

Der kümmerliche Rest der Nacht dümpelte dann auch ruhig vor sich hin. Ich fuhr noch einmal nach Hurrel, diesmal in männlicher Begleitung. Auch dieser Typ war sehr freundlich, was meinen Titel ad absurdum führt. Da sollten sich die Huder vielleicht mal an die Nase fassen, bevor sie über die Bauern aus dem Umland motzen. Aber es gibt solche und solche Tage. Thorsten kennt das ja auch mit Bauern und bei Lippern muss ich ihm Recht geben. Einmal verschlug es mich in diese Gegend und die war so prägend, dass ich danach nie wieder in diese Region hinabstieg.

Und in der Nacht durfte ich sogar noch nach Lemwerder, der Heimat von Micky M., wie mich der Fahrgast aufklärte. Der hat nämlich nur 500 Meter entfernt vom Messerstecher gewohnt. Super.

Der war ganz nett, seine Freundin umso ruhiger. Irgendwann stellte ich auch die Frage:

Sind wir nicht zu dritt im Taxi?

So gesprächig war er, so ruhig war sie.

Alles in allem also eine abwechslungsreiche Nacht, die symptomatisch für den Taxijob ist. Auf Trotteln folgen Liebe. Auf Trinkgeld folgt Rabatt. Auf Ruhe folgt der Sturm.

Gut, letzteres in der Nacht nicht. Aber man hat Hoffnung für das nächste Wochenende. 😉

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , . 1 Comment »

Urlaubsende

Heute hat auch der Urlaub vom Taxi fahren ein Ende. Ab 22.00 Uhr bin ich also wieder auf der Piste. In Hude steigt mal wieder eine Party und in Oldenburg ist Kramermarkt. Auch wenn Micky M. bereits gefasst ist und den Mordversuch an unsere Delmenhorster Kollegin gestanden hat, reiß ich mich nicht darum, in OL zu fahren.

Allein Hude ist schon anstrengend genug, besonders ab vier Uhr ist die Klientel mit steigender Wahrscheinlichkeit nur schwer zu ertragen. Aber das sind Angriffe auf die Psysche, die mir allemal lieber sind, als wenn die Angriffe auf physischer Ebene passieren.

Hoffen wir also das Beste und das ich um 7.00 Uhr pünktlich zum Start des Formel 1 Rennens in Suzuka wieder da bin.

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , , . 2 Comments »

Nebensächlichkeiten

Die erste Vereinsmeisterschaft mit meinem Vater im Tandem geriet „beschämend“ wie eben dieser häufig anmerkte.

Meine erste Einzelmeisterschaft konnte ich aufgrund von Knieschmerzen erst gar nicht antreten.

CDU/CSU regiert die nächsten vier Jahre zusammen mit den Komikern der FDP unser Land.

Das alles ist aber nebensächlich, wenn ich sowas hier lesen muss… 😦

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , . Kommentare deaktiviert für Nebensächlichkeiten

Wie siehst Du das denn?

Mein Bruder hatte einen Fahrgast der ganz beliebten Sorte im Wagen.

Ich hatte es so krass noch nie erlebt, reisse aber gerne meine Schnauze auf, wenn ein Besoffener meint, über die bösen Hartz IV Empfänger über das gebührende Maß hinaus zu schimpfen.

Beispiel? Die sollte man an ein Pflock binden, die wollen ja eh nicht arbeiten…

„Die“ ist sehr begrenzt und meistens sehen das auch meine Gäste am Ende der Fahrt ein.
Bei dem Gast, den Markus kutschieren „durfte“, wäre es ihm wohl zum Verhängnis geworden, dass er alleine im Wagen gesessen hätte. Erst wäre mein Fuß sicher auch sehr schwer geworden. Wer aber so auf die Kacke zu hauen meint, der hätte bei mir dann auch mit einem abrupten leichten Fuß rechnen müssen, der spontan und unvermittelt in eine Art Schwebezustand gerät, nur um ebenso kurz darauf wieder schwer wie Blei zu werden. Mit dem einzigen Unterschied, dass der Fuß sieben Zentimeter weiter links auf dem Boden trifft und das unter sich befindliche Pedal dazu veranlasst, dass Gefährt auf dem schnellsten Wege anzuhalten. Kurz: Ich steige voll auf die Ramme.

Wie ich das sehe, kann er sich dann auf dem Nachhauseweg überlegen. Zu Fuß hätte er sicher mehr Zeit dafür.

Allerdings, und so ehrlich bin ich dann, würde mein Mut mit der Anzahl der Gesinnungsgenossen im Auto sinken. Lebensmüde bin ich auch nicht. Nichtsdestotrotz würde ich hier meine Strategie „Hinterfragung der Verallgemeinerung“ durchziehen. Ohne jedoch die Hoffnung zu haben, dabei einen Denkvorgang einzuleiten.

Aber Vorurteile sitzen ja auch tiefer als Meinungen…

Übrigens Bruder: Wir sollten mal über Deine Farbwahl im Blog sprechen. Augenkrebs ist kein Vergnügen. 😉

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , , , , , . 2 Comments »

Bist Du vergeben?

Als Taxifahrer lernt man mit der Zeit die Unterschiede zwischen Männern und Frauen kennen. Das ist auch der Grund, warum ich mit meinem Soziologiestudium warte, bis Taxifahren als Praktikumszeit anerkannt wird. 😉

Während Männer häufig das „Wie“ interessiert, sind Frauen mehr am „Was“ interessiert.

Wie kommt es eigentlich, das Du Taxi fährst, bist Du Student?

…wäre z.B. eine typische Frage für einen Mann.

Was macht ein so hübscher Mann eigentlich außer Taxi fahren?

…wäre wiederum eine typische Frauenfrage.

So auch am Samstag, als ich die Aufmerksamkeit von mehreren Damen auf mich zog, nachdem sie bei mir im Fahrzeug Platz genommen haben.
Das erste Mädelspärchen knuffte sich gegenseitig beim Anflirten (was den Preis aber nicht drückte^^) und rief kurze Zeit danach nochmal an, damit auch ja ich sie wieder abholen und nach Hause bringen würde. Ob ich vergeben wäre (ja glücklich), was ich von ihnen halten würde usw. waren die brennenden Fragen und die Fahrt(en) gestalten sich höchst amüsant (auf beiden Seiten). Und kamen auch zur richtigen Zeit, hatte ich vorher einen Volltrottel höchster Güte befördert…

Die andere Gruppe war nicht minder unterhaltsam. Erst wollten sie für zehn Euro eine Rundfahrt durch Delmenhorst. Da stellte ich jegliche Gesprächsbereitschaft ein, mit dem Hinweis, unter 20 Euro läuft hier gar nichts.

G: Aber für zwanzig machst Du das?

I: Naja, wenn es am Stadtrand bleibt.

G: Hm, die eine müsste schon noch in die Innenstadt.

I: Dann zahle ich ja doch drauf, warum sitze ich wohl zwölf Stunden am Steuer? Um nach elf Stunden meine Trinkgeldeinnahmen an Euch zu verschenken?

G: Okay, 25 Euro und kein Cent mehr. Mädels, das sind 6,25 Euro für alle!

I (denkt): Wow, schnell rechnen kann die auch noch…

Es ging los, und nach einem Kilometer macht das erste Mädel schlapp…

M: Halt mal an, mir ist gar nicht gut.

I: Wenn Du ko**en musst, dann sag Bescheid.

M: Bescheid, BESCHEID!!!

Ich solle die mal nicht beachten, die trinkt gerne viel zu viel. Ja ne, ist klar. Kenne ich irgendwoher. 😉

Nach rekordverdächtigen 27 Sekunden sitzt die Kleine auch schon wieder im Auto.

M: Weiter gehts!

I: Gerne.

Danach begann die Konversation. Die Gruppenführerin fühlte mir ein wenig auf den Zahn.

G: Was macht ein so hübscher Mann eigentlich so?

I: Außer arbeiten?

G: Bist Du vergeben?

I: Kommt darauf an, wie Du vergeben definierst?

B(eifahrerin): Bist Du verheiratet? Hast Du Kinder?

I: Nein, mittlerweile geschieden. Keine Kinder.

G: Cool, dann bist Du noch zu haben?

I: Das ist ja eine sehr interessante Definition von „vergeben“.

Bei meiner alten Realschule wurde das erste Mädel, die Beifahrerin herauskomplimentiert. Die Unterhaltung ging aber weiter, denn die Gruppenführerin war mit mir noch nicht fertig.

G: Wie alt bist Du denn?

I: 33 Jahre.

G: Dann hast Du aber früh geheiratet. Wie lange warst Du denn verheiratet?

I: Fünfeinhalb Jahre.

G: Ich bin auch schon zwei Jahre verheiratet.

I (stutzig): Ich dachte, Du wärst solo?

G: Nö, aber meine Freundinnen hier.

I: Ja ne, ist klar.

Danach stiegen sie und die Unterbrecherin (wow, geile Wortkreation! :lol:) aus, und eine blieb noch übrig. Auf der Uhr standen gerade mal 14 Euro und 20 hatte ich von den anderen Dreien schon kassiert. Das lag aber auch daran, dass es wider Erwarten nicht der Umweg über die Innenstadt genommen wurde.

Man kennt mich als fairen und liebenswerten Menschen und so sagte ich zu der Übriggebliebenen:

I: Viel wirst Du wohl nicht mehr zahlen. So wie ich das sehe, wirst Du Deinen Anteil an Deine Freundinnen auszahlen.

Ü: Wieso?

I: Naja, weil wir nicht mehr auf 25 Euro kommen und 20 habe ich schon kassiert.

Ü: Ach, die Fahrt war so lustig mit Dir, da gebe ich die fünf Euro mit Vergnügen Dir.

I: 😀

18 Euro standen am Ende drauf. Damit hatte ich nicht nur eine tolle (letzte) Fahrt, sondern auch viel Spaß, reichlich Komplimente (kann „Mann“ ja auch mal brauchen) und sieben Euro Trinkgeld. 🙂

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , , , . Kommentare deaktiviert für Bist Du vergeben?

Von Moral und so

Der Torsten hat in seinem Taxi-Blog sich Gedanken über eine Situation gemacht, die jeder Taxifahrer schon mal gemacht haben dürfte. Mir selber gehen diese Touren immer an die Nieren und es dauert ein Weilchen, bis ich sowas wieder erfolgreich verdrängt habe. Seit ich in Ganderkesee und Hude fahre und weg von Delmenhorst bin, kann ich diese Situationen an einer Hand zählen, und das in drei Jahren. Aber deswegen ist es ja nicht aus der Welt.

Unbedingt bei Torsten vorbeischauen und lesen!

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , , . Kommentare deaktiviert für Von Moral und so

Spaziergang

Eine Kollege berichtete bei Schichtende von einem Vorfall der vergangenen Nacht. Sein Kunde wollte noch bei der Volksbank in Hude eben Geld holen. Der Kollege wartet im Taxi, dann fiel ihm siedend heiß ein: Da kann man ja auch hinten rum abhauen.

Also Taxi abschließen und außen rum. Da steht sein Fahrgast bereits auf dem Parkplatz. Der Kollege fragt ihn, ob er das witzig findet. Tut er wohl nicht, und geht kommentarlos wieder in die Bank hinein.

Der Kollege geht wieder außen rum zum Taxi wo bereits der Fahrgast wartet.

Jetzt findet der Fahrgast auch die Worte und fragt meinen Kollegen:

„Machst Du hier noch ne halbe Stunde Spaziergang, oder was?“

Das scheint er wohl witzig zu finden. 🙄

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: . Kommentare deaktiviert für Spaziergang

Genug Geld?

Es ist mittlerweile wieder hell, ab jetzt kommen die nervigen Gestalten heraus. Ich hatte gerade eine Tour nach Lemwerder raus, wo einer der Fahrgäste mir weismachen wollte, er müsste keine „Anfahrt“ bezahlen, weil ich ja nicht von ihm bestellt wurde. Er will da aber noch mal das BGB deswegen durchforsten, ob das so rechtens ist.

Meine Argumentation, das die im Volksmund genannte Anfahrtspauschale nicht nur die Anfahrt, sondern auch die Wartezeit des Fahrers abdecken soll und vom Ordnungsamt vorgegeben ist, verhallte in den unendlichen Tiefen seines Galileo-auf-Pro7-geschädigten Gehirns. Gut, das ich nicht der einzige bin, der das so sieht. Er leider aber auch nicht.

Wie auch immer, ich kam aus Lemwerder und war für den schlimmen Rest gewappnet. Das dieser aber witzig enden würde, dachte ich nun nicht.

Ein Typ stieg ein, nachdem er schon minutenlang vor meinem schööönen Wagen stand und in der Geldbörse rumspielte.

Erst zur OLB in Ganderkesee. Kein Problem und besser als die Volksbank, denn da kann man hinten rum abhauen…

Er stieg aus und versuchte erst mit seinem Büchereiausweis (?) oder der Deutschlandkarte (?) die Tür aufzumachen. Auf jeden Fall nicht mit der grünen OLB-Karte. Im zweiten Anlauf klappte das aber doch ganz gut und ging rein.

Nach ein paar Minuten kommt er raus, guckt mich entgeistert an und sagt:
„Du kriegst ja auch noch Geld. Was kostet das denn?“

„Naja“, sag ich, „jetzt stehen 10 Euro drauf, also wenn Du danach weiter willst und das in Ganderkesee bleibt, müsstest Du mit 15 Euro hinkommen.“

Darauf er, nur leicht verwirrt: “ Ja, dann warte mal. Ich hol noch eben Geld.“

Nett. 🙂

Wieder ein paar Minuten später kommt er raus. Er hätte die PIN ein paar mal falsch eingegeben. Passiert schon mal, wenn man sich das Hirn wegsäuft. Mir gerade erst selbst am Vortag passiert. (das Hirn wegsaufen, meine PIN brauchte ich nicht, hatte ja Steffi. ;-)).

„Warte nochmal.“

Dritter Anlauf.

Unverrichteter Dinge kommt er wieder raus. Er fing auch gleich mit meinem „Chef“ an, der nicht der Inhaber ist, aber wer hält sich schon mit Detailfragen auf?

„Jörg ist im Urlaub, das weiß ich.“

„Richtig, der ist weg.“ Sag ich. Scheint ja vertrauenswürdig zu sein, bietest ihm mal eine Rechnungsfahrt an.

Am Ziel fing ich dann an den Fahrnachweis auszufüllen. Ich bot ihm währenddessen schon mal eine Karte an, damit er durchrufen kann, wann die Zentrale zwecks Geld vorbeibringens besetzt ist.

„Die Nummer kenne ich wohl, Drei und dreimal die Fünf. Die Telefonanlage habe ich schließlich selber eingebaut.“ Während er das sagt, zieht er auf einmal einen Fünfziger aus dem Porte-Monnaie. Ja gibt es das?

Ich weise ihn freundlich darauf hin, das der Schein dicke für die Fahrt ausreicht, und er sogar was wiederbekommt.

Ein überraschtes und erfreuliches Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit.

Ich gab ihm 35 Euro wieder, zerriss den Fahrnachweis und bekam zum Dank eine Anschlusstour, die lediglich 150 Meter entfernt war.

Diese brachte mich zu den Städtischen Kliniken in Delmenhorst, und weil ich gerade in Schreiblaune war, füllte ich dem Herrn eine Quittung zwecks Einreichung bei der Krankenkasse aus. Man kann ja schließlich nie wissen. 😉

Und weil ich so nett war, sollte ich auf der Rücktour, nur 500 m vom Krankenhaus entfernt einen freundlichen jungen Südeuropäer aufgabeln und mal eben nach Huchting bringen. Dieser kannte übrigens den Fahrer des Unfalls mit zweifachem tödlichen Ausgang vom Wochenbeginn (NEIN, ich lese keine Nonstop-News! Niemals!)…

Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema.

Veröffentlicht in Taxi. Schlagwörter: , , . Kommentare deaktiviert für Genug Geld?