Mein Diablo

Wie die Süße der Süßesten neulich kurz nach Mitternacht treffend formulierte:

„Civilization ist Dein Diablo.“

Und sie hat Recht. Seit dem Erscheinen von Diablo Civilization V Gods & Kings, dem AddOn von CiV (so die Schreibweise des fünften Teils von Civilization), nutze ich jede freie Minute, die ich nicht mit Nicolas verbringe, mit diesem Spiel. Das dadurch mein Schlaf zu kurz kommt, oder unser Blog, ist schon dem einen oder anderen sicher aufgefallen. Aber ich komme gerade schwer davon los, was aber nicht bedeutet, dass ich von der Welt um mich herum nichts mitbekomme.

So oft, wie ich die letzten Wochen meinen Kopf mit der Tischplatte verwendet habe, wundert mich, dass ich vorne nicht so aussehe, wie mein Sohn von hinten. Dem könnte man ein Glas auf den Hinterkopf abstellen, weshalb Steffi nun doch ein Kissen bestellt hat, um schon jetzt dem platten Hinterkopf etwas entgegenzuwirken. Vielleicht sollte ich mir das mal ausleihen. Denn ob es um das neue Meldegesetz geht, die NSU-Enthüllungen, Betreuungsgeld, Flughafenbau und was die unsere gewählten Knallchargen noch so verzapfen…jedesmal möchte ich meinen Kopf mit einer höheren Geschwindigkeit, als dem Inhalt meines Kopfes gut täte, mit der Tischplatte zusammenführen. Vieles ist so dämlich, dass alles andere als einer Abwahl dieser *hüstel* „Regierung“ an Wahlbetrug grenzen muss.

Darüber zeitnah zu schreiben müsste mich zwangsläufig zu einer Rechtsschutzversicherung führen, die eh nicht für solche Fälle einsteht. Und auf den Verein von Markus Kompa sollte ich auch nicht immer setzen. Dementsprechend ist es diesbezüglich hier „etwas“ ruhiger.

Dafür gab es gute Nachrichten von Tchibo. Die Auslagen wurden unserem Kundenkonto gut geschrieben. Wie wir jetzt allerdings an dieses Geld ran kommen, oder ob überhaupt ist der nächste zu bearbeitende Punkt auf der Tchibo-To-Do-Liste…

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Möbel online kaufen (ein Selbstversuch)

Vor einigen Wochen bestellte ich beim Online-Shop eines namhaften Kaffeerösters ein paar Grillutensilien, nachdem mir Tim da einen guten Tipp gegeben hatte. Dabei fiel mir auf, dass der Shop, der mit T anfängt und mit chibo aufhört, auch Balkonmöbel im Angebot hat. Wir waren nun nicht unbedingt auf der Suche nach Balkonmöbel, aber die Möbel sahen gut und wertig aus. Im Gegensatz zu unseren alten Ratanmöbeln, die Steffi schon seit Ewigkeiten hat und denen man das Alter nun doch schon ansieht. Besonders eine Eckbank hatte es uns sehr angetan (und mir noch eine Art Klapptisch, dass ein Tablett war, aber leider nicht vom Finanzministerium genehmigt wurde…).

Wir verglichen online noch die Preise, kamen aber am Ende zu der Einsicht, dass wir wegen fünf Euro Ersparnis nicht bei irgendeinem Händler, den man nicht kennt kauft, sondern dann lieber gleich bei Tchibo. Da ist das Geld sicher besser angelegt. Nun ja…

Nach ein paar Tagen kam die Bank an und wurde flugs von mir aufgebaut. Bei sowas habe ich ja immer Spaß. Ich mag kein guter Handwerker sein und leider eher mit zwei linken Händen „gesegnet“. Aber wenn es ans Möbel aufbauen geht, wo ich einfach nach Anleitung etwas mit meinen Händen aufbauen kann, da überkommt mich ein wohliges Gefühl von Freude. Dabei habe ich ein gewisses Maß an Routine erarbeitet. Zuerst werden sämtliche Einzelteile nach Nummerierung sortiert. Dabei fallen eventuell fehlende Teile sofort auf, was mich das eine oder andere Mal in meinem Aufbauwahn abrupt gestoppt hat. Leider auch hier.

Denn so eine Eckbank besteht nicht nur aus einer Bank und einem Stuhl, sondern auch einer Ecke. *ach*
Und genau diese Streben, um die Eckteile zu befestigen, fehlten leider.

Also bei der – natürlich kostenpflichtigen – Service-Rufnummer angerufen. [Warum ist Service eigentlich kostenpflichtig? Sollte Service per Definition nicht eigentlich kostenfrei sein, weil es dann doch kein Service, sondern eine Dienstleistung ist?!]
Die beiden Stefanies (kein Shice!), die ich am Apparat hatte, versprachen mir eine Zusendung der beiden Streben und so begann ich, die Bank und den Stuhl hoffnungsfroh aufzubauen. Den nicht gerade kleinen Karton entsorgte ich auch schon mal, indem ich die Pappe in mundgerechte für die Mülltonne passend zerkleinerte. Die Ratanmöbel brachte ich schon mal in die Garage, wo sie die kommenden Tage dann zur Deponie gebracht werden sollten.
Kleiner Spoiler: Sie wurden noch nicht zur Deponie gebracht.

Einige Tage später, ich kam von der Arbeit, erzählte mir die echte Stefanie von einem Anruf von Tchibo. Leider könnten sie die Teile doch nicht schicken. Wir könnten ja im Baumarkt selber welche kaufen und dann einen Preisnachlass bekommen. Oder: Wir packen die Bank wieder ein und jemand holt sie ab. Geld zurück inklusive.

Wir entschieden uns für das Zurückschicken. Den Hinweis, dass wir die Verpackung gar nicht mehr haben, wurde zur Kenntnis genommen. Wir sollten die Bank dann einfach einwickeln, die Kosten dafür würde Tchibo übernehmen. Steffi klärte noch einen Tag zum Abholen ab und wir dackelten zum Baumarkt um Knackfolie (nicht zu verwechseln mit Kackpapier!) zu kaufen. Fachgerecht eingewickelt harrte die Bank im Flur ihrer Bestimmung. Nur: Der Abholer wollte die Bank so nicht mitnehmen. Ab hier erzählt besser die Süße weiter. Die muss schließlich unter dem Service am meisten leiden:

Dabei sollte ich vielleicht erwähnen, dass so ein Abholservice ja an sich sehr praktisch ist, aber den entscheidenden Nachteil hat, dass jemand von 8 – 18 Uhr zu Hause sein muss. Als der gute DHL Mitarbeiter unser zusammengeschnürtes Päckchen sah, schüttelte er nur mit dem Kopf. „Das nehm ich so nicht mit. das muss in nen Karton!“ „Aber…“, stotterte ich, “ ich hab mich doch extra erkundigt, wie ich die Bank verpacken muss, wenn die Originalverpackung nicht mehr vorhanden ist.“  Tja, die von Tchibo können mir ja viel erzählen, klärte er mich auf, so kann er „das da“ auf jeden Fall nicht mitnehmen. Mit Tränen in den Augen verschloss ich hinter ihm die Tür. Noch mit Knurren in der Kehle rief ich wieder bei der Servicehotline an. Grundsätzlich muss man dort sein Problem 2x schildern. Zunächst der „Empfangsdame“, die dann an den jeweiligen Fachberater weiterleitet. Diese Beraterin bedauerte unsere Situation, könne so jetzt aber auch nichts machen. Außer, einen neuen Termin zu Abholung organisieren. Ach ja, oder ich geb die Retoure direkt bei der Filiale in unserem Städtchen ab. Aber da solle ich besser vorher anrufen, die Nummer hat sie aber leider nicht zur Hand.

Somit hab ich mich durchs Internet geklickt und, natürlich, wieder eine Servicenummer ausfindig gemacht, die für die Filiale zuständig ist. Diese nette Frau erkundigte sich, warum ich die Bank wieder zurücksenden wolle. Ich erklärte ihr, dass wichtige Teile fehlten und es deshalb zurückgehen soll. Hmmm… das ist so eine Sache, denn eigentlich nehmen die Filialen nur Ware zurück, die repariert werden soll. Aber ich könne ja mein Glück probieren, vielleicht lassen die Mitarbeiter ja Kulanz walten. In Gedanken malte ich mir das schöne Bild zurecht, wie ich erst meinen Sohn, dann die Massivholzbank in meinen Nissan hiefe, bei Tchibo beides aus dem Auto bugsiere. Links Nicolas auf der rechten Schulter die Bank, um dann zu hören, dass ich mich mit Hab und Gut unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg begeben könne. Nee, das war mir zu riskant. Also fragte ich, ob man das nicht telefonisch abklären könne. „Nein, die Filialen sind telefonisch nicht zu erreichen. Dafür gibts es ja die Servicetelefone!“ Bevor ich explodierte, quälte ich mir noch ein: „Alles klar und vielen Dank.“ heraus.

D.h. im Endeffekt. Zu Obi düsen, Karton kaufen, Hotline anrufen, 2 Mitarbeitern Situation erklären, neuen Abholtermin geben lassen, am besagten Tag den gaaanzen Tag in der Bude hocken und auf DHL warten – in der Hoffnung, dass der gute Mann bereits Vormittags vorbeischaut.

Und genau an diesem Punkt sind wir jetzt angekommen. Die Pappe zum Einpacken ist eingekauft und bereits verwertet und ein Termin für die Abholung ist auch gemacht. Schaun ‚mer mal, ob die Bank jetzt mitgenommen wird. Und wann wir das Geld wiedersehen…

Der aufmerksame Leser sieht sofort, dass obiges Paket für den Karton zu klein ist. Aber erstens ist es umgekehrt unpraktischer, ich möchte sogar behaupten, unbrauchbarer. Und zweitens finde man mal ein Paket in der Größe passend!

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O-Ton (26)

Ich sollte nicht so viele Videos schauen. Die machen scheinbar meine Sprache kaputt. Was war passiert?

Ich schaute folgendes Video:

Nichts spektakuläres, ich weiß. Steffi saß an ihrem Schreibtisch und hörte nur das Video (zeigte sich aber ob des Talentes der Spieler nicht unbeeindruckt) und fragte, was da passiert. Darauf ich:

„Das sind zwei Dudelsa-Dudelsa-Dudelsackspieler, die sich immer abwechseln.“

Nein, ich stottere nicht. Ich hätte nur fast was anderes gesagt, wie ich Steffi dann auch sogleich darüber in Kenntnis setzte:

„Ich hätte jetzt fast Dudelsalat gesagt.“

Ihr könnt es Euch schon denken, großes Gelächter am anderen Schreibtisch. Mein Einspruch, dass ich „Nudelsack“ witziger gefunden hätte, wurde nicht stattgegeben.

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Werde ich jetzt bestraft?

Steffi und ich waren ja vor kurzem in der Waterfront und tranken dort einen Bubble-Tea-Milchshake (stören Dich die Bindestriche? Mich nicht…^^).

Nun habe ich erfahren, dass ich nach dem „Bubble-Tea“-Konsumsocialmediadokumentationsgesetz (in einem Wort!) verpflichtet gewesen wäre, dass aufzuzeichnen und auf meinem Youtube-Kanal zu veröffentlichen. Glaubt ihr nicht? Seht selbst:

(Via Florian)

Das habe ich leider nicht getan und bin mir jetzt nicht sicher, ob und wie ich bestraft werde. Muss ich wohl doch noch mal das Zeug trinken. Was schon Strafe genug sein sollte. 😉

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Da isser

Die Entscheidung war deutlich. Von zehn abgegebenen Stimmen, wollten sechs den kleinen Nicolas dabei haben und vier sogar meine Nippel. *urgs*

Zum Glück habe ich ein Bild mit beidem. 😉

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Wiedersehen

Wie schön die Momente sind, wenn man nach sechs Jahren einen guten Bekannten und Freund wiedersieht, konnten wir gestern wieder erleben.

Steffis ehemaliger Mitschüler Steffen war zu Besuch in Bremen und meldete sich per Facebook zu einem gemeinsamen Treffen an. Da konnten wir unmöglich „Nein“ sagen.
Und Steffen hat viel erlebt die letzten Jahre. Wir natürlich auch, aber Steffen hat ferne Länder bereist und auch sonst viel unternommen. Da gibt es naturgemäß auch viel zu erzählen. Und wir hörten gespannt zu. Sogar Nicolas lauschte seinen Ausführungen.

Eine absolut positive Charaktereigenschaft von Steffen, die mir gestern noch mal bewusst wurde und ich schmerzlich bei vielen anderen Menschen vermisse, ist, dass er sich und seine Ausführungen gar nicht so wichtig nimmt und bei seinem Gegenüber immer wieder selber nachfragt. Vielleicht ist er auch nur des Erzählens über Indien, Thailand oder sonstwo überdrüssig und will einfach nur wissen, wie es seinen Mitmenschen geht. Wie auch immer ist das einer seiner ganz großen Stärken.

Wir haben den Abend auf jeden Fall sehr genossen. Die Gespräche über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Und wir haben abgemacht, dass es nicht wieder sechs lange Jahre bis zu einem Wiedersehen dauern wird.

Ein Thema ist mir hängen geblieben, dass vielleicht ein Leser ja beantworten kann. Steffen hat viel mit Menschen aus anderen Ländern zu tun. Und die haben alle Probleme mit den Artikeln im Deutschen. Er nannte ein Beispiel eines Kollegen, der nicht verstanden hat, warum es „Der Rock“ oder „Die Hose“ heißt. Schließlich tragen Frauen (zumeist) Röcke und Hosen traditionell Männer. Warum also ein weiblicher Artikel für ein männliches Kleidungsstück und umgekehrt?

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Pfeilschnell

Lange genug haben meine Süße und ich uns nun schon über unsere PCs rumgeärgert. Irgendwann sollte ja mal der Zeitpunkt gekommen sein, wo man auch etwas Freude mit den Dingern hat. Ist ja nicht so, als wenn man nicht eine unerhebliche Anzahl an Stunden vor dem Bildschirm verbringt. Damit es in Zukunft weniger werden und wir zwei uns auch hin und wieder auf dem Sofa, dem Balkon oder vielleicht dem Bett begegnen, habe ich endlich mal zugeschlagen – nicht Steffi!!! – sondern für Steffi und meinen PC jeweils eine SSD bestellt.

Wie unschwer zu erkennen ist, fiel die Wahl auf eine Crucial M4 SSD mit 64 GByte. Nicht gerade viel Platz, aber es sollte auch lediglich als Systemplatte mit den nötigsten Programmen dienen. Dabei gilt es, einige Dinge zu beachten, da eine SSD nur eine begrenzte Anzahl an Schreibzugriffen hat, und um diese zu verlängern, sollte man die eine oder andere Vorkehrung treffen. Dabei behilflich war mir eine Übersicht bei PC-Games Hardware, die sehr anschaulich die nötigen (und unnötigen) Schritte veranschaulicht, um im und am System die nötigen Einstellungen vorzunehmen.

Besonders erfreulich gestaltete sich die Tatsache, dass nach jedem Neustart der jeweilige PC ruckzuck wieder hochgefahren war und bereit für die nächsten Updates war. Nichtsdestotrotz werde ich vor der nächsten Neuinstallation mir vorgefertigte DVDs zurechtlegen, die die Updates bereits beinhalten. Zweihundertdrölfzig Updates zu installieren nervt dann doch…

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Liebe EWE (ein offener Brief)

Vor nun mehr anderthalb Jahren haben Steffi und ich den Stromanbieter gewechselt und beziehen seitdem 100% nachweislichen Naturstrom. Vorher waren wir bei der EWE und denen scheinen die Kunden wegzulaufen oder sie vermissen meine Knete aus anderen Gründen. Jedenfalls flatterte die Tage Post von der EWE ins Haus, in der sie uns ganz interessiert fragen:

„Wann kommen Sie zurück?“

Bevor ich eine Antwort auf die Frage gebe, möchte ich kurz erzählen, dass der Brief einige Tage ungeöffnet auf dem Küchentisch lag.
Dazu plaudere ich mal aus dem Nähkästchen der Familie Grenz/Delmenhorst. Briefe an Steffi öffne ich prinzipiell nicht, so wie ich seit einem Zwischenfall in meiner Pubertät keine Post an andere Leute mehr öffne. Bei Steffi ist es genau so. Meine Post rührt sie nicht an, weil es sie nichts angeht. Dafür bedurfte es nicht mal einen Zwischenfall in ihrer Pubertät. Briefe sind Privatsphäre und die besteht auch in einer Ehe. Unsere Meinung.

Nun lag der Brief also vor ein paar Tagen in unserem Briefkasten. Ich nahm den Brief auf, las bei Empfänger „Frau“ und legte ihn auf den Küchentisch. Steffi las den Empfänger etwas gründlicher und bemerkte, der Brief ist an „Stefan Grenz“ adressiert und legte ihn wieder geschlossen auf den Tisch. Gestern bemerkte ich dann den immer noch ungeöffneten Brief, woraufhin Steffi mich dann darauf aufmerksam machte, dass er ja an mich ginge. Und Tatsache! Jetzt erst registrierte ich die Anrede „Frau Stefan Grenz“…

Also liebe Damen und Herren von der EWE. In anderthalb Jahren hat sich viel getan. Steffi und ich haben geheiratet, und manche mögen die Tatsache, dass ich den Namen meiner Frau angenommen habe, als weibliches Verhalten ansehen und mich ganz eventuell als die Frau in der Beziehung sehen. Aber glaubt mir, liebe EWE, dass dürfen nur meine besten Freunde, im Scherz und bei bester Laune meinerseits. Ihr gehört da ganz sicher nicht dazu!

Um dann mal auf Eure Frage zurückzukommen. Ich komme bestimmt nicht zu Euch zurück. Und nein, dass hat nichts mit einer verbockten Anrede in einem Brief zu tun. Also nicht nur.
Sondern das hat vor allem damit zu tun, dass Ihr kein 100%-iger Naturstrom-Anbieter seid. Ihr bietet auch weiterhin Strom aus „effizienten“ Kohlekraftwerken an und das zu deutlich günstigeren Preisen, als Euren 100%-igen Naturstromtarif. Da komme ich mir irgendwie doppelt blöde vor, da ihr einerseits Subventionen für die Kraftwerke abgreift und andererseits noch mehr Geld von Menschen mit Gewissen verlangt.
Gleichzeitig faselt Ihr aber von Nachhaltigkeit und Verantwortung, weil irgendwelche Marketingstrategen das für besonders clever halten.

Nein, Überzeugung in Nachhaltigkeit sieht anders aus, liebe EWE. Und DESWEGEN komme ich nicht zu Euch zurück!

Aufgeregt

Heute vor zwei Wochen hatte ich einen Termin beim Tätowierer.
Das ich mich nach der Geburt meines Sohnes stechen lassen würde, war schon lange klar. Eigentlich war es sogar so geplant, direkt nach der Geburt – also unmittelbar nach der Geburt – den Tätowierer aufzusuchen. Aber erstens lief die Geburt länger als gedacht und Schlaf nahm eine wichtigere Rolle ein. Und zweitens weiß man beim ersten Kind auch nicht, wie es finanziell so läuft…

Es läuft.

Nun vergingen zweieinhalb Monate bis ich den Termin endlich machte. Dank der lieben Jana hatte ich schon mal einen guten Freund mit Tätowiererfahrung, die man um Rat bitten konnte. Das tat ich schon Mitte Januar, als sie ihren Abschied in einem rauschenden Fest feierte. Sie legte mir das Studio „Evil Ink“ ans Herz. Da bin ich dann im Urlaub mit Steffi zusammen hingefahren und klärten die Details. Ein mexikanisches Drogenschriftbild wollte ich nicht, auch wenn das hierzulande noch kaum jemand hat. Wir einigten uns dann sehr schnell auf ein leicht geschwungenes Schriftbild, die Größe war auch schnell gefunden und einen Termin auch.

„Komm mal morgen Mittag vorbei, dann kann ich Dich noch stechen, bevor meine Regierung wieder zurück ist.“

Und ich kam morgen, also vor zwei Wochen vorbei. Seine Regierung – seine Frau – war auf einer Messe in München und sollte erst Abends nach sechs langen Tagen endlich wieder zurück sein. Woher ich das weiß? Weil er mir das erzählte. Bis er dazu jedoch kam, musste ich noch etwas auf ihn warten. Ich kam nämlich etwas zu früh an, hatte jedoch Glück, dass eine Angestellte bereits da war und mich herein ließ. Ich bekam Wasser zu trinken und sie begann mit etwas Small-Talk.

„Und ist das Dein erstes Tattoo?“

„Ja.“

„Und, schon aufgeregt?“

„Nein.“

Aufregung hilft ja nicht weiter bei einem Tattoo. Das habe ich mir schon vor der Geburt meines Sohnes gesagt. Da hätte Aufregung auch niemandem geholfen, am allerwenigsten meiner Frau. Natürlich ist eine gewisse Anspannung vorhanden. Schmerzt es wirklich so doll, wie alle immer sagen? Zuckst Du zusammen und wird dadurch ein Strich gezogen, der nie wieder weg geht? Aber erst hinterher ist man schlauer und dann kann man immer noch sehen, ob man sich aufregen kann. 😉
Ne, Aufregung ist nicht so meins.

Kurz darauf kam der nächste Angestellte, so ne Art Tätowier-Azubi und rasierte schon mal die Stelle. Auch er bemühte sich in Small-Talk.

„Und, schon aufgeregt?“

„Auch auf die Gefahr hin, dass es arrogant klingt, aber nein, ich bin nicht aufgeregt.“

Dann, nach meinem zweiten Glas Wasser, kam endlich der Chef, ähm, der zweite Chef des Hauses und legte mich gleich flach. Auf das Dingens. Die Liege. Und auch er fing erstmal unverfänglich mit Small-Talk an.

„Und, schon aufgeregt?“

Im Hintergrund hörte ich deutlich das Schmunzeln der anderen beiden.

„Nein, nicht wirklich. Hilft ja auch nicht weiter, also aufgeregt sein.“

Dann erzählte er mir davon, dass seine über alles geliebte Frau seit sechs Tagen in München auf der Messe ist und er sich tierisch freut, sie wiederzusehen. Wie er sie kennengelernt hat, wie viele Jahre jünger sie ist und er Angst hat, sie zu verlieren. Wie eifersüchtig er ist und das er ihr Handy manipuliert hat um ihre Bewegungsdaten aufzuzeichnen. Und das er für nichts garantiert, sollte sie ihm fremd gehen…

JETZT war ich aufgeregt!

Nein, nicht wirklich. Aber deutlich angespannt. Er war, und das wurde vorher schon klar, ein richtig netter Typ.  Vielleicht ein bisschen zu offen und ehrlich in der Hinsicht und an seinem Timing könnte er auch arbeiten. Aber ansonsten ein total netter und sehr umgänglicher Mensch, der – und da sind wir uns sehr ähnlich – nicht aufgrund seines Aussehens, seiner Tätigkeit oder seiner Herkunft verurteilt werden will.
Wir schnackten während er mich für mein Leben zeichnete noch über Beziehungen, Kinder, Jobs und Schwiegerväter. Gerade mit letzterem hatte er ein hartes Los gezogen und mit Bravour gemeistert.

Nach nicht mal einer halben Stunde war die „Tortur“ zu Ende und ich stand ein wenig da, wie ein Reh vor dem drohenden Autounfall. Wie jetzt? Das war es schon? Und darum wird so viel Aufhebens gemacht? Da lohnt sich ja nicht mal im Ansatz aufgeregt zu sein…

Tja, jetzt bin ich also tätowiert und werde immer meinen Spickzettel dabei haben, um zu sehen, wie mein Sohn geschrieben wird und wann er Geburtstag hat. 😀
Der langen Rede kurzer Sinn… Ihr wollt jetzt sicher auch ein Bild sehen, oder?

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Guilty Angels

Für Ulf:

(Via The Daily Rock)

Und das sollte es erstmal aus der Reihe gewesen sein. 😉

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