Cuba Libre

Wenn ich an fünf aufeinander folgenden Tagen Cuba Libre trinke, dann

– habe ich entweder Urlaub und lasse etwas Urlaubsfeeling in mir aufsteigen

– oder es gibt bald wieder Havana-Club im Angebot…

Oder beides! 😉

Advertisements
Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , . 2 Comments »

Das geilste Jahr meines Lebens

So kann ich 2011 auf einen Nenner bringen. Klar war es hier und da auch richtig Scheiße – Fukushima, Hungersnöte, Erdbeben, Amy und andere Todesfälle – aber für mich persönlich war es das beste Jahr ever. Hochzeit, Flitterwochen in Amerika und der kommende Nachwuchs überlagern einfach alles, was nicht so gut gelaufen ist. Dabei war das Jahr 2011 im

Januar noch fürn Arsch. Das wurde bis zu meinem Geburtstag immerhin schon besser. Im

Februar lief es für Steffi leider nicht immer optimal. Doch auch das wurde besser. Gemeinsam hakten wir Punkt für Punkt auf unserer Hochzeitsliste ab. Der

März begann für mich mit etwas ganz ungewöhnlichem: Ich meldete mich bei Facebook an. Nichts, wovon ich noch so überzeugt bin, aber mit dem einen oder anderen kann man so gut in Kontakt bleiben.
Desweiteren wurde auch im März noch fleißig die Liste für die Hochzeit abgearbeitet und gepoltert wurde auch kräftig. Aber auch unerfreuliches, wie ihr Volk niedermetzelnde Diktatoren oder strahlende Atomkraftwerke bescherte uns der März.

April: Der Monat, der so genial war, dass dessen Pluspunkte alles Negative fast unsichtbar machen (egoistisch, oder?^^). Von der perfekten Hochzeit und den unvergesslichen Flitterwochen, für die ich meiner Cousine nicht dankbar genug sein kann, werden wir den Rest unseres Lebens zehren. Das klingt jetzt sehr pathetisch, aber es waren einfach unvorstellbar schöne und beeindruckende Tage in Monat April. Im

Mai gab es dann ein meisterliches Tüpfelchen auf das geilste Jahres-i. 😀
Die Welt ging nicht unter und so präsentierten Steffi und ich eine gemeinschaftliche Produktion, die wir dem Maskierten zu verdanken haben.

Juni: Killer-Bakterien halten Deutschland im Atem und uns dämmert, dass sich bei Steffi auch was eingenistet hat. Keine Bakterien, ihr versteht. 😉
Ich bestelle einen Gasgrill, so als nachträgliches Hochzeitsgeschenk und bewies meiner Frau, was ich für ein toller Hecht Hengst Mann bin. Toll fand man auch einen Artikel von mir beim Bildblog und so sah ich mich als kleiner popliger Blogger einem Besucheransturm gegenüber. Ist mal was anderes als die täglichen 30 Besucher. 🙂

Juli: Ich mutierte vom Frauenversteher zum Bio-Schwein. Außerdem prasselten lauter schlechte Nachrichten auf uns alle ein. Das Massaker in Norwegen, die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika und ganz nebenbei verließ uns eine wundervolle Sängerin.
Steffis Schwester verriet uns, dass sie Nachwuchs erwartet und wir hielten weiter dicht.

August: Wir mussten uns von Steffis Oma verabschieden…und unterbrachen dafür unseren Urlaub in zwei der schönsten Städte Deutschlands. Außerdem konnten wir endlich verraten, warum Steffi in letzter Zeit auffallend wenig – um nicht zu sagen: gar keinen Alkohol trinkt. Mein erstes Interview gab ich auch noch. Im

September wurde gewählt und die von mir gewählte Partei macht seitdem den Delmenhorster Stadtrat unsicher. Ich entdeckte Civilization V wieder und Björk ebenfalls. Und bei Steffi schaffe ich es, sie immer wieder aufs Neue zu verwirren. Der

Oktober bescherte mir das beste Video, dass ich je gesehen habe. Noch immer gluckse ich leicht entrückt, wenn ich es mir anschaue. Ich bekam Geschenke, weil ich bei einem Umzug vor Ort war und spürte das erste Mal meinen Sohn. Gerade noch rechtzeitig, bevor mit meinen Kegelkollegen auf der Havel geschippert wurde.

November: Der Telefon- und Internetanbieter wird gewechselt. Außerdem räume ich mit Gerüchten auf, sofern es mir überhaupt möglich war (btw: Das Restaurant ist immer noch geschlossen).

Dezember: Wochenlang ohne Internet. Das hinterlässt Spuren. Die Wohnung wurde für das Kind vorbereitet, Steffi und ich nehmen unsere ersten Podcasts auf und nebenbei verteidige ich meinen Titel als Vereinsmeister. Im viel zu kurzen Urlaub erledigen wir Kinderdinge, wie Säuglingsabend, Frauenarztbesuch (den Kleinen das erste Mal gähnen gesehen) und Bekannte besuchen, die ihre Babysachen loswerden wollen. Da sind wir ja dankbare Abnehmer. 😉
Wir feiern das letzte Mal Weihnachten zu zweit bei Steffis Familie in Friesland. Nächstes Jahr wird es dann lauter. No more „Stille Nacht“

Apropos nächstes Jahr:

Wir wünschen allen Lesern ein schönes, erfolgreiches, vor allem aber gesundes und friedliches Jahr 2012.

P.S.: Das Layout und die Idee wurden von Ulf geguttenbergt (auch so ein Begriff, den wir dem Jahr 2011 zu verdanken haben :twisted:)

Wem die Kirsche glüht

Nach unserer Hochzeitsreise hatten wir zwei frisch Vermählte uns vorgenommen, in nächster Zeit auch Deutschland näher unter die Lupe zu nehmen. Vornehmlich haben wir uns Städtereisen vorgenommen. Dank einer anderen Hochzeit, die uns am Arsch vorbei nicht sooo interessierte, sahen wir uns nach Fluchtmöglichkeiten um und fanden sie im Kirschblütenfest in Elmering-Sußen bei Bad Drecksweiher.

Darauf aufmerksam machte uns der Maskierte, den wir umgehend kontaktierten und spontan einen Termin abmachten. Er verband das Gute mit dem Nützlichen und organisierte noch auf die schnelle einen beruflichen Termin. So blieben seine Kosten niedrig und wir konnten uns auf seine Kosten volllaufen lassen den Weg zur Bank sparen auf dem Kirschblütenfest treffen.

Wir tauschten zur Sicherheit noch die Handynummern aus, schließlich sind meine Ortskenntnisse um Elmering nicht so überragend. Das änderte sich bei der Ankunft in dem beschaulichen Örtchen, denn durch das Fest war das ganze Dorf auf den Beinen und aus den umliegenden Ortschaften die Parkmöglichkeiten erschöpft. Hauptsächlich Autos aus Bad Drecksweiher (BAE) waren zu sehen. Wir kurvten umher, bis wir Elmering fast auswendig kannten, mit Ausnahme des Dorfkerns, wo wir uns mit dem Maskierten treffen wollten.

Auf einer Wiese zwischen Elmering-Sußen¹ und Bad Drecksweiher fanden wir dann tatsächlich eine Möglichkeit, mein süßes Baby zu parken. Ich erspähte ein Taxi und hoffte, den Weg nach Elmering rein nicht laufen zu müssen, da schoss das elfenbeinfarbene Gefährt schon an uns vorbei. Für einen kurzen Moment konnte ich die Augen des Fahrers sehen und es sah aus, als hätte er gerade den Leibhaftigen gesehen. Und seine Haut unterschied sich nicht großartig von der Farbe seines Autos. Dabei dachte ich, auf einem Dorf im Süden Deutschlands geht es gemütlich zu, aber dem Kollegen stand eindeutig die Angst ins Gesicht geschrieben. Wir erfuhren leider nicht, warum…

Na gut, wir sollten es nicht mehr rechtzeitig zum Marktplatz in Elmering-Sußen schaffen und riefen mal lieber den Maskierten an. Erstens ist das Teil unserer guten Erziehung und zweitens sollte der Gute nicht denken, wir hätten ihn versetzt. Er rang sich ein trockenes „Hallo“ aus der Kehle und ich wusste, all zu lange durften wir nicht orientierungslos herum schlendern.

Kaum am Marktplatz angetroffen, erblickten wir auch die auffällige Gestalt am Brunnen. Und darunter saß ein Mann (?) mit Sturmhaube, die, kaum das sie in unsere Richtung sah, aufsprang und auf uns zu rannte. Das Völkchen in Elmering scheint tatsächlich etwas ängstlich zu sein. Denn während der Maskierte auf uns zu rannte, zogen einige um uns herum ihre Handys aus den Taschen. Nach der innigen Umarmung merkte aber auch der letzte Einheimische, dass die Person mit der Sturmhaube keinen explosiven Gürtel umgeschnallt hatte.

Wir schauten jedenfalls noch irrititert, weil wir bis zuletzt nicht sicher waren, ob uns nun Männlein oder Weiblein gegenüberstand. In diesem Internet-Dingens weiß man ja nie. Als der Gute aber so in voller Pracht vor uns stand, war uns klar, so unförmig ist keine Frau eine Sturmhaube trägt eine Frau nicht zu einem Hemd.

Wir gingen über den Marktplatz durch einen kleinen Park und kamen zur Festwiese, wo Kirschbäume (angeblich japanisch) den Platz zierten. Der Maskierte, erfahren wie er mit der Maske nun mal ist, erklärte uns, mögliche Nachfragen bezüglich der Haube mit „seltener Hautkrankheit“ zu beantworten. Sollte uns Recht sein, so standen wir als barmherzige Samariter da, die ihre Freunde trotz Krankheit begleiten.

Wer schon mal auf einem Jahrmarkt in einem kleinen Dorf war, kann sich ungefähr vorstellen, welche Stände aufgebaut waren. Uns interessierten erstmal diejenigen welchen, die die unterste Stufe der maslowschen Pyramide abdeckten. Beim anschließenden Gespräch lernten wir uns näher kennen. Erst machte er mich darauf aufmerksam, dass der menschliche Körper, nicht wie ich neulich schrieb, einer Dehydrierung ausgesetzt ist, sondern einer Dehydration. Ich entgegnete erbsenzählerisch, dass es dann Dehydratation heißen müsste. Woraufhin er konterte, dass im Springer Lexikon der Medizin der Begriff Dehydration synonym für Dehydratation steht. Dieses Argument wischte ich beiseite, mit dem Vermerk, dass man Springer niemals glauben sollte.

Wir redeten jedoch nicht nur über unseren Flüssigkeitshaushalt, wir handelten auch. Man sagt zwar, dass ein gutes Bier drei Brote ersetzt, aber darauf wollten wir uns nicht verlassen und versorgten uns vorsichtshalber noch mit dem einen oder anderen gegrillten Schlachterzeugnis.

Ein Thema wurde jedoch ausgespart und es ist dem Maskierten zu verdanken, dass es dennoch aufs Tapet kam. Die Rückfahrt musste jemand übernehmen. Ich traute mich nicht, diese ehrenvolle und ruhmreiche Aufgabe meiner lieben Frau aufzubürden. Der Maskierte jedoch nahm seinen ganzen Mut zusammen und schaute sie bettelnd flehend wimmernd herzerweichend an. Ich könnte schwören, seine Augen durch die verspiegelte Brille gesehen zu haben.

Jedenfalls nahm Steffi das Angebot gerne an, uns zu fahren und machte aus zwei Männern zwei glückliche Kinder. Womit letztlich klar ist, dass

– Frauen aus Männer Kinder machen können.

– Frauen aus Kinder Männer machen können.

– Männer ihr Lebtag Kinder bleiben.

Bevor Steffi auf vitaminreiche Getränke umschwenkte, genossen wir noch zu dritt Cuba Libre. Und der Cuba Libre genoss zu dritt den Abgang in unsere Kehlen. So ein Cocktail will ja auch nicht alleine sein. Das Festzelt, wo die Cocktailbar stand, war um die Uhrzeit noch nicht so unser, weshalb wir uns kurzentschlossen auf eine Rundreise um die Festwiese begaben. Wir inspizierten jeden Bierstand, und ich meine JEDEN Bierstand, auf ordnungsgemäße Ausführung des Schankbetriebes und können resümierend festhalten: Alles in Ordnung.

Nicht mehr so in Ordnung war der Sitz der Maske bei unserem Begleiter. Kurz vor Ende des Rundgangs wurde der Hals leicht freigelegt und offenbarte einen zwei Zentimeter breiten Streifen seiner Haut. Ich könnte jetzt schreiben, dass er eine weiße Hautfarbe hat. Aber erstens möchte ich den Schutz der Identität nicht verletzen und behalte das für mich. Und zweitens war die Haut nicht mehr sooo weiß, sondern schon mehr ins rötliche verschoben. Kein Wunder bei 28 Grad Außentemperatur. So ganz trocken war die Haube auch nicht mehr. Doch der Identitätsschutz erfordert nun mal auch Opfer.

Auf sein derangiertes Äußeres und dem drohenden Schutzverlust seiner Identität wies ich ihn mit unseren vorher abgemachten Spruch

Wem die Kirsche glüht

hin. Er begriff sofort, nestelte am unteren Ende seiner Haube rum und zog sie sich wieder zurecht.

Nun fühlten wir uns von innen heraus auch gewappnet für die zweitklassigen Ballermann-Hits, die im Festzelt vorgetragen wurden. Wobei sich hier die Frage stellt: Gibt es auch erstklassige Ballermann-Hits?

Wie auch immer, wir stiegen nun zu etwas gesünderem um. Immer nur Hopfen und Malz ist ja nicht so gut für die Figur. Also bestellten wir uns Tee.

Computer? Tee! Long Island. Eisgekühlt.

Steffi ließ sich bunte Früchte im Glas stapeln, was den Maskierten zu einer frotzigen Bemerkung verleitete, die er, kaum das er Steffis Blick erntete, schon bereute.

Häuptling „maskierte lose Zunge“ sollte seine Worte mit Bedacht wählen, sonst geht ihm sein Pferd abhanden

gröhlte ich, und erntete den nächsten bösen Blick von Steffi.

Unser Glück, dass Steffi die Barmherzigkeit in Person ist. Ihr Pech, dass wir beim angekommenen Alkoholpegel nur noch die erste Silbe des Wortes Barmherzigkeit fast fehlerfrei buchstabieren können. Denn jetzt sollte es unbedingt Autoscooter sein. Was sie jedoch komisch fand, konnte sie doch endlich mal mit mir auf einer Kirmes in ein Fahrgeschäft rein. Das glückt ihr sonst nie.

Der Maskierte schmiss 20 Runden für jeden von uns auf den Markt und die waren noch zu wenig. Okay, am Ende machte ich Geräusche wie unsere Katze, wenn sie wieder mal an der Palme geknabbert hat, deren Blätter sie nicht sooo gut verträgt. Aber ich besann mich an mein Motto „Speifrei seit 03“ und überhaupt wollte mein Körper die glückseligmachende Flüssigkeit nicht freiwillig hergeben, auch wenn das Wichtigste bereits gefiltert und in die Blutbahn übergeben wurde.

Aus dem Festzelt dröhnte endlich gute Musik, also gaben wir dem Abend noch eine Chance und schlumpften hinein. Man könnte behaupten, wir sind wegen des Cuba Libres noch mal rein, aber das sind nur Gerüchte. Ich zeigte Steffi, dass unser Tanzkurs sich gelohnt hat und forderte sie auf. Aber entweder war sie bereits müde oder sie hatte keine Lust. Nach einem Lied war bereits Schluss und mit schmerzverzehrtem Gesicht bedankte sie sich für die Einlage und verwies mich zurück an den Tresen, wo der Maskierte schon mit der nächsten Runde wartete.

Kurz vor Mitternacht (gefühlt) erwähnte Steffi, dass es Zeit fürs Bett wäre und ich in meinem Zustand, den ich jetzt hätte, Sex vergessen könnte. Bei mir ans Ohr drangen die Worte

Bett…jetzt…Sex

Hier wurde die neu gewonnene Freundschaft mit dem Maskierten auf die Probe gestellt und er war der Einzige, der sich gegen die Ungerechtigkeit des frühen Aufbruchs zur Wehr setzte, während ich mit meiner Nase den Nacken- und Schulterbereich meiner Herzallerliebsten Molekül für Molekül untersuchte.

Der Weg zum Auto war dann auch gar nicht sooo lang wie es sich noch auf dem Hinweg anfühlte. Ob es am Bier lag, dass wir mitnahmen, oder am schnellen Schritt den wir draufhatten, lässt sich abschließend nicht mehr klären. Steffi war uns jedoch immer voraus, egal wie schnell wir liefen. Kaum das wir sie eingeholt hatten, war sie uns schon wieder zwei Meter voraus. Spöttisch bemerkte sie

Da habt ihr es euch heute aber gegeben.

Ich verstand jedoch nur:

Dir werde ich es heute noch geben.

Worauf ich sofort wieder auf sie aufschloss. Nur um gleich darauf wieder an Boden zu verlieren. Es war wie verhext. Dieses maulwurfhügelige in der Landschaft liegt mir lauftechnisch einfach nicht.

Nach 2 km Fußmarsch waren wir dann auch bei unserem Auto angekommen. Wir stiegen ein, als ein dumpfer Knall mich erschreckte. Ich wollte gerade den Maskierten anrauzen

Das ist ein Auto, meine Schatztruhe mit Fenstern und kein Kühlschrank.

da sah ich, dass er noch gar nicht die Tür zugemacht hat. Er war noch nicht mal richtig eingestiegen, sondern rieb sich nur den Kopf. Passiert sei aber nichts, wie er beteuerte.

Laut lachend scherzten wir im Auto, was Steffi zum Anlass nahm, die Fensterscheiben runterzumachen, um den Schalldruck Gelegenheit zu geben, zu entweichen. Ein Fehler, da wir es waren, die versuchten zu entweichen. In bester Surfer-Manier hingen wir elegant aus dem Fenster und genossen den Fahrtwind. Außerdem nahm ich mir fest vor, dass das nächste Auto ein Sonnendach hat. Oder gleich ein Cabrio ist.

In Bad Drecksweiher legte Steffi den geilsten U-Turn überhaupt hin und kam exakt vorm Hotel zum Stehen, wo der Maskierte uns verließ. Im Rückspiegel sahen wir ihn noch winken, wollte er uns auf seinen bevorstehenden Sprung über die Hecke aufmerksam machen? Und Tatsache, wie einst die berühmte Rosemarie Ackermann² nahm der Maskierte die Hecke in der typischen Straddle-Sprungtechnik . Ich lehnte mich ein letztes Mal aus dem Fenster und applaudierte anerkennend, doch wurde dieser wohl nicht mehr vom Maskierten vernommen. Kurz darauf versank das Hotel im Schleier der Nacht.

Nach kurzer Fahrt kamen wir in Delmenhorst an – unglaublich wie schnell wir angekommen sind, kurz eingenickt, aufgewacht und wir waren da – und es ging stante pede ins Bett. Schließlich ist mir ja was versprochen worden. Bevor mein Kopf auf das dazugehörige Kissen aufschlug, schlief ich auch schon tief und fest…

  1. Historische Ergänzung des Maskenträgers: Das Kirschblütenfest ist eigentlich eine Sußener Tradition, nur die Festwiese liegt in Elmering. Da die beiden Orte aber aufgrund ihrer überschaubaren Größe kaum auseinanderzuhalten sind und die Trennung nur aufgrund eines großbäuerlichen Familienstreits nach einer Heirat des ältesten Sohnes im Jahre Siebzehndrölfzig erfolgte, man sprach zuvor von der Sußener Elm, wurden diese folgerichtig mit der Gemeindereform 1975 wieder zusammengefasst. Um den alten Streit zwischen den Familien Sußen und Elmer vergessen zu machen und die inzwischen gewachsene Eigenidentität der einzelnen Familienteile zu betonen, griff man nicht auf den alten Namen Sußener Elm zurück, sondern schuff den neuen Doppelnamen.
  2. Die in diesen Landen ungleich bekanntere Ulrike Meyfarth ist hier aus zweierlei Gründen nicht lobend erwähnt. Erstens sprang sie den Fosbury-Flop und zweitens ist sie Botschafterin der unsäglichen INSM. Bezeichnend, dass die ostdeutsche Frau Ackermann heute in der Arge arbeitet, während die westdeutsche Meyfarth Lügen der Arbeitgeber unterstützt…
Veröffentlicht in Spaß. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , . 1 Comment »

Wer die Kirsche bemüht

Dieses Wochenende war es so weit, Stefan freute sich ja schon lange auf das Treffen mit DEM Maskierten, irgendwo im süßen Bad Drecksloch. Da sollte auf jeden Fall der Bär steppen, weil irgend so ein Bachblütenfest stattfinden sollte. Ich vergess grundsätzlich wo und warum solche Straßenplatzfeste stattfinden, hauptsache man kann essen, trinken und evtl. – mit viel Glück – das ein oder andere Fahrgeschäft mitnehmen.

Kurz nachdem wir auf die Autobahn fuhren, erfuhr ich auch noch, dass es sich um das jährliche Kirschblütenfest in Elmering – Sußen *zzzzzzzzzz* – da war ich auch schon eingenickt. Als mein Körper anfing unrhythmisch im Stop and Go Takt des Straßenverkehrs mitzuwippen, kehrte ich langsam in die Welt der Wachen zurück und erblickte Menschenmassen auf den Gehwegen und allerlei fröhliche Gesichter. Wir mussten an unserem Ziel angekommen sein, also fing ich an mich zu recken und strecken, ein wenig frischen Wind in unser Auto zu lassen und mich auf das Treffen mit dem Unbekannten einzustimmen. Zeit genug hatte ich dazu ja, denn die Parkplatzsuche sollte sich als echte Herausforderung herausstellen. Aber mein Schatz hat das wie immer voll im Griff und ergatterte noch auf irgendeiner abgelegen Wiese einen mehr oder weniger legalen Parkplatz. Nu mussten wir uns aber auch sputen und bei strahlendem Sonnenschein den Weg zum Marktplatz flotten Schrittes bewältigen. Nach ca. 20 Min. Fußmarsch erblickten wir in der Ferne schon den Brunnen unseres Treffpunktes. Ich blinzelte ein paar mal und täuschte mich nicht, im grellen Sonnenlicht hastete einen Gestalt auf uns zu – ich guckte genauer – hey, der Typ ist maskiert?!? Ich drehte mich hektisch nach links und nach rechts, um ein evtl. Ziel auszumachen. Doch als ich noch mit panischem Blick die Passanten um mich herum taxierte, blieb der maskierte Fremde schon direkt vor uns stehen und begrüßte Stefan mit einer herzlichen Umarmung. Puuuhhh! Da musste ich Lachen, natürlich „der Maskierte“, welch witzige Idee, seinem Namen solch Ehre zu machen, wenn nicht auch bei diesen Außentemperaturen eher wahnwitzig. Nach den üblichen Begrüßungsfloskeln wurde aber schnell klar, dass das ein netter Tag werden würde, da wir schnell in allerlei Gesprächen aufgingen.

Auf dem Festplatz angekommen suchten sich die Zwei auch gleich den typischsten Männerladen schlechthin aus. Hauptsache Schwenkgrill und Bier. Na gut, mir sollte es recht sein, hatte ich doch tierischen Brand auf ein leckres Alster und dazu ein kleines Stück mageres Rindersteak in selbstgebackenen Brotmantel mit einem Hauch von Knoblauchdip und feinem Salat vom Kraut… wir wissen alle dass die Realität dir auf solch einem Fest nur eine durchsiffte Serviette mit matschigem Brötchen, fettigen & sehnigem Steak mit nem Flatschen Tzatze und wässrigem Krautsalat gönnt.

Im Gegensatz zu den Männern hielt ich mich ein wenig länger an meinem Alster fest, wollte ich doch später noch meinen Geldbeutel im Cocktailzelt leeren. Doch diese Rechnung hab ich leider ohne die Kraft der Männerhundeblickfraktion gemacht. Prompt kam die Frage auf den Tisch, wer von uns Hübschen denn das kurze Streichholz gezogen hat und heute Abend den Chauffeur spielen darf. Diese Frage hatten wir bis dato offen gelassen. Meinen Gatten kenn ich zu gut, um zu wissen, dass sein Schweigen und seine Art mich nicht anzugucken, ein Flehen und Bitten im Inneren darstellt. Als mich dann auch noch der Maskierte mit seinem Blick, der sich hinter der Sonnenbrille nur erahnen ließ, charmant überreden wollte, konnte ich gar nicht anders, als mich in mein Schicksal zu ergeben. Adieu leckere Cocktails!

Einer wurde mir dann allerdings doch noch gegönnt, bevor der Startschuß zum Hopfen und Malzbudenmarathon fiel. Das war dann auch der Anfang vom Ende. Ehrlich, wer kennt es nicht? Jeder war bisher einmal der nüchterne Trottel unter einer Gemeinschaft feuchtfröhlicher Gesellen. Entweder man erkennt seinen ganz eigenen Humor bei der Sache und genießt den Abend mit Notizbuch (für spätere Nachfragen oder Schenkelklopfer), Fotoapparat (um „ach du spinnst ja, das hab ich nie gemacht“ Äußerungen  gegen die Wand laufen zu lassen) und natürlich dem Fremdschämen oder …man macht es nie wieder! Ich entschied mich für erste Variante und beobachtet und belächelte den langsam eintretenden Verfall von: 1. Sinnhaftigkeit der gewählten Gesprächsthemen

Wo ich bei den ersten drei Buden, die wir wirklich im Marathontempo hinter uns ließen, noch sinnig dem Gesprächsverlauf folgen konnte und auch selbst noch dran teilnehmen durfte und wollte, machte sich nach dem vierten Hindernis langsam die Einwirkung  der 28° warmen Außentemparatur in Zusammenarbeit den knallenden Sonnenstrahlen und der Trinkgeschwindigkeit von 1Schluck/10sec bemerkbar. Mittlerweile hatten sich die beiden Jungs die Spitznamen Pinky and the Brain verpasst weil sie seit geraumer Zeit über die Auswirkungen verschiedenster Gesellschaftsformen lamentiert haben. Deshalb sollte nun ein unumstrittener Plan zur Übernahme der Weltherrschaft ausgetüftelt werden, doch leider kamen sie über die Festlegung wer von ihnen „the Brain“ war nicht hinaus und kamen dort vom hundertstel ins tausendstel. Ich konnte irgendwann dem Gesprächsniveau nicht mehr folgen und zudem wurde es mir erschwert durch Verfall Nummer 2:

Steuerung der Artikulationswerkzeuge.

Dasssch zuhören wurde zuuuunneh-nehmend amüssssssanter. Die Sätze sprudelten nicht mehr aus den beiden heraus, sondern schlängelten sich vielmehr ihren Weg, wie ein Fluß durch den Wald, bei dem der ein oder andere Tropfen einfach versickert. Wir waren mittlerweile wieder beim Festzelt angekommen, wo ich meinen müden Beinen ihre wohlverdiente Sitzpause gönnte und mir sogleich einen klebrigen, superleckeren, vor Grenadine strotzenden Früchtecocktail bestellte. Die Jungs sind beim Long Island Ice Tea hängen geblieben, und erstaunlicherweise ist er ihnen sehr gut bekommen, ohne sie vollends aus den Schuhen zu holen. Sie witzelten auch gleich, frohen Mutes über meinen Zuckergesöff, was ich aber gepflegt zu ignorieren wusste, weil sich eine Diskussion hier sowieso nicht lohnen würde. Trotz meines offensichtlich überlegenden Geisteszustands, hätte ich jede weitere Unterhaltung über die Qualität meines Cocktails verloren. Plötzlich und unerwartet, kam es dann zu Verfall Nummer 3.

Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten und Ängsteverlust

Mein Stefan, dem sich sonst schon vom bloßen Zugucken jeglicher Spaßbuden der Magen dreht,  kam auf die glorreiche Idee, dem Autoscooter einen Besuch abzustatten. Memo an mich: Bevor oder während eines Kirmesbesuchs, Stefan abfüllen und dann die Fahrgeschäfte ansteuern. Der Maskierte nahm die Idee überschwänglich entgegen und beide liefen gutgelaunt zu besagtem Fahrgeschäft. Ich entschuldigte mich noch schnell bei meinen Füssen und schlurfte hinterher. Dort angekommen drückte mir der Maskierte auch gleich 20!! Chips in die Hand. Allerdings gab ich nach 10 Runden auf und verschenkte die restlichen Chips an eine Jugendgruppe, die nicht so protzig und überkandidelt daherkam und verbrachte die restliche Zeit dabei zwei Personen zu beobachten, die einen heiden Spaß dabei hatten ihre erwachsenen Körper in die doch eher enge Sitzfläche des Scooters zu quetschen und sich trotz Zielwassers öfter gegen die Bande setzten als sich gegenseitig aus der Bahn zu schießen.

Der Weg zurück zum Festzelt war ein Weg der Ruhe. Beide Körper mussten mit der dauerhaften Rotations- und Geschwindigkeitsaufnahme erstmal zurechtkommen und das Blut wieder zurück in den Kopf pumpen. Denn dort konnte gerade nicht viel sein, so bleich wie die beiden waren. Doch kaum am Zelt angekommen und das Glas in der Hand fanden die Zwei ihre ursprüngliche Verfassung wieder und quasselten, scherzten und diskutieren wieder um die Wette. Ich lehnte mich zurück und beobachtet das ganze Geschehen und lenkte durch die ein oder andere Bemerkung die Gespräche in andere Richtungen. Gerade dachte ich, dass der Abend doch sehr entspannt ist, da schlägt Stefans Hand vor mir nieder und betont dadurch die Aufforderung zum Tanzen. Er hats noch drauf mich zu überraschen…

Überraschungen müssen nicht immer positiv sein. Nach dem Lied hab ich unsere Einlage lieber abgebrochen, da seine Füsse wohl öfter die Meinen getroffen haben, als den Zeltboden. Aber süß fand ichs trotzdem… Da mir die Musik aber gerade sehr gut gefiel, blieb ich noch ein bißchen auf der Tanzfläche und überließ den Jungs ihrer eigenen Gedankenwelt. Müde war ich nicht, wie konnte ich auch nach der Masse an Coffein die ich durch Cola zu mir nahm, doch merkte ich, dass sich die Reihen im Zelt lichteten und die Gläserschubser Bediensteten anfingen die ungenutzten Stühle zu räumen. Es war nun auch schon 1:30Uhr und wir wissen, auch auf dem Dorf gibt es Ruhezeiten. Ich rechnete mir also aus, dass der ganze Spaß hier höchsten noch ne Stunde gehen würde und versuchte vorsichtig bei den Jungs meinen Wunsch zum Aufbruch durchschimmern zu lassen. Schließlich wollt ich nicht die Letzte sein, die 2 Schnapsleichen aus dem Zelt manövrieren muss. Merkwürdigerweise erntete ich von meinem Mann keinerlei Widerrede sondern, im Gegenteil, er leerte das Glas mit überhasteten letzten Zügen und trieb seinen neugewonnenen Trinkkamerad zur Eile.

Mir graute vor dem Rückweg, hatte ich doch meine Füsse auf der Tanzfläche nicht geschont und hatten wir noch gut 2km Fußmarsch vor uns. Der sollte auch nicht schnell zu bewältigen sein, hatte ich doch die zwei Marathonmänner im Schlepptau, die sich noch für ein „Feierabendbier“ für unterwegs entschieden haben. Meine spöttische Bemerkung, dass sie es sich heute aber mal richtig gegeben haben, wurden lallend aber mir unverständlich kommentiert, so dass ich auch weiterhin mein Grinsen nicht aus dem Gesicht bekam. Es waren schon zwei nette Gestalten, die hinter mir einen Slalom vom feinsten abwickelten. Schön, dass sie sich so gut verstanden, dass sie sich gegenseitig unter die Arme griffen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kamen wir endlich beim Auto an, wo der Maskierte nochmal für einen herzhaften Lacher meinerseits sorgte, als er maßgenau mit seiner Stirn den Türrahmen anpeilte und ihn zu durchstoßen drohte. Seine Sturmmaske diente ihm als Dämpfer, so dass es zu keinem Dämpfer der guten Laune auf der Rückbank kam. Aus den Männern am Nachmittag sind Jungs geworden, der ich mit der Idee die Fenster runterzumachen, leider die Flause in den Kopf gesetzt hatte, sich mal schön weit aus diesem zu lehnen. Und sie sangen und sie gröhlten. Ja, die Jungs hatten ihren Spaß. So ausgelassen hab ich Stefan schon lange nicht mehr erlebt.

Zu meinem Glück saßen beide bereits wieder angeschnallt auf ihren Sitzen, als ich erschrocken auf der linken Seite das Hotel meines Mitfahrers entdeckte und aus Reflex das Lenkrad zu einer gewagten Drehung einschlug. Ich erntete Applaus als ich vor dem Hotel zum Stehen kam, während ich mir unaffällig den Schweiß von der Stirn wischte. Wir verabschiedeten uns voneinander und während die Zwei planten, den heutigen Abend auf jeden Fall zu wiederholen, dachte ich bei mir, dass ich dann auf jeden Fall auch auf der anderen Seite des Alkohlpegels mitmischen werde.  Als ich den Wagen wieder in Bewegung setzte, hörte ich nach Kürze Stefan applaudieren und lachen, als ich um die Ecke bog und ihn fragte was denn jetzt noch gewesen wäre, erntete ich nur noch ein liebliches Schnarchen.

Zu Hause angekommen, war ich dann auch fix und fertig. Stefan murmelte noch etwas von er läge sich schonmal hin, wäre aber für mich bereit, was ich achselzuckend zur Kenntnis nahm. Als ich dann aus dem Bad ins Schlafzimmer ging, ruhte mein Liebster schon seelig schlummernd, mit einem Grinsen im Gesicht in den Federn. Auch ich legte mich nieder und schlief mit der Frage ein, wieso wir nach der langen Zeit mit dem Maskierten immer noch nicht seinen Namen kannten.

Die Idee zu unseren beiden Einträgen über das Kirschblütenfest stammen vom unnachahmlichen Maskierten, dessen Beitrag über das Fest Ihr über diesen Link findet. Liest ihn! Ihr werdet es nicht bereuen.

Veröffentlicht in Spaß. Schlagwörter: , , , , , , , . 3 Comments »

Terrorgefahr – Weihnachtsmarkt

Am Samstag hatte Steffi Freunde und Familie zu einem gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch eingeladen. Im Vorfeld gab es „leichte Spannungen“ wegen des Termins, denn wie jeder weiß, spielte am Samstag Abend im Topspiel (!) die Borussia aus Dortmund gegen Werder Bremen.

Aber ich habe meine Prioritäten gesetzt. Freunde sind mir wichtiger als ein Fußballspiel und außerdem kann man mit dem Handy immer noch den Vater anrufen, der sich das Spiel ja anschaut. Schade nur, dass mein Handy-Akku im Zug beschloss, jetzt alle zu sein. So nervte ich Steffi auf dem Markt alle halbe Stunde (gefühlt; umgekehrt dürfte es alle halbe Minute gewesen sein^^), ob mein Vater angerufen hat.

Während der Zugfahrt – die auch ein Thema für sich war – klingelte Jana durch und sagte kurzfristig ab, da es Marco nicht gut ging. Von hier aus noch mal gute Besserung.

Ja, die Zugfahrt. Ich gebe zu, wir waren etwas spät dran. Aber als ehrlicher Mensch nahmen wir uns die Zeit und zogen noch vier Tickets und entwerteten sie wie es sich gehört. Leider hatte es der Zugführer sehr eilig und hielt die Abfahrtszeit auf die Sekunde ein…

Sechs Minuten später sollte ein IC wieder Richtung Bremen fahren. Wenn er nicht Verspätung gehabt hätte. Und als er dann endlich da war und wir Platz nahmen, dauerte es wegen Problemen mit dem Triebwagen auch noch mal etwas. Dabei saßen wir doch auf heißen Kohlen. Wir hatten zwar Tickets, aber keine mit IC-Zuschlag. Blöde Situation, wenn man sich Tickets kauft um sein Gewissen vom Druck des Schwarzfahrens zu befreien und dann doch ein schlechtes Gewissen hat, weil man keinen Zuschlag hat. 😦

Ging aber noch mal alles gut. Bis auf den Anruf von Jana.

Nach der Ankunft in Bremen nahmen wir die Beine in die Hand, weil Ina alleine bei den Schweinen wartete. Nichtsdestotrotz hielt ich die Augen auf, denn einen Tag zuvor hieß es im Radio, dass die Terrorgefahr noch nicht vorbei ist. Soll heißen, es kann irgendwo irgendwann irgendwas irgendwie passieren.

Also passt bloß auf. 😉

Ist ja nicht unser erster Weihnachtsmarktbesuch, also erstmal Grundlage schaffen für das süße Gesöff, dass bald unsere Kehlen befeuchten und unsere Münder verkleben soll. Also Fleisch mit Brötchen. Egal wie. Ob gebacken, als Steak oder im Darm. Hauptsache mit Fett, wobei die Wurst den Vogel abschoss. Trotz einer Warnung meiner Kollegin, die ihre Erfahrung mit der groben Bauernbrat bereits kundtat musste ich mich selber vom Fettgehalt der Bratwurst überzeugen…Erfahrungen anderer sind wie alte Kleider, die niemand mehr anziehen will…

Dafür zeigte der Glühwein keinerlei Wirkung, weil er durch den geschlossenen Fettmantel im Magen nicht durchkam. Nach dem dritten Glühwein wollte der Mund aber diesen komischen Zuckergeschmack raushaben und da war mein Mund nicht der einzige. Die Männer bestellten geschlossen eine Runde Bier.

Danach ging es dann aber mit Glühwein weiter und irgendwie schien es, als wenn er von Stand zu Stand besser schmeckte. Das sollte sich am letzten Stand jedoch umkehren, denn am Bahnhof wollten wir uns die Wartezeit noch etwas verkürzen und „genossen“ noch eine Runde Glühwein. Und das war der mit Abstand ekligste des ganzen Abends. An der Rentier-Bar wo das Rentier Weihnachtslieder ununterbrochen sang, schien es, als wenn es im Gegenzug seine Blase hintenraus in den Kessel entleerte…

Der Rückweg war übrigens wieder durch eine laxe Einstellung zur geplanten Abfahrtszeit seitens der Deutschen Bahn geprägt. Und von einem sehr aufschlussreichen Gespräch einer männlichen Vierergruppe, die die Menschheit nicht wirklich voran gebracht hat…

Dennoch ein sehr schöner Abend unter Freunden. Und fußballtechnisch war es ja auch ein gelungener Abend. 😉
WikiLeaks

Einmarsch bei Aral

Da fällt mir noch eine Begebenheit am ersten Urlaubsabend ein.

Nachdem wir frisch gebadet hatten und bis zur Formel 1 Zusammenfassung auf DSF noch ein bißchen hin war (ich weiß, aber es war ein Regenrennen und es sollte spannend gewesen sein…), sind Steffi und ich ins Auto gestiegen und noch mal schnell zur Aral in Schwerin hin, um uns für den Abend mit Süßigkeiten einzudecken.

Mit quietschenden Reifen auf den Hof und bei Hineingehen fiel mir

– der Caddy mit der Aufschrift „Deutsche Bahn“ und

– der Polizeibus auf.

Und ich denke noch:

„Mann, Treffen der Staatsbediensteten hier.“

Wir also rein, die Polizisten standen am runden Bistrotisch und mampften ein Donut Bagel Gebäck und ich dachte so bei mir:

„Gut das wir kein Alkohol kaufen wollen.“

Wir schnappten uns also zwei kleine Flaschen „Cola Light“ („oder Red Pepper?“ „Nein, die ist zu süß!“ „Na gut, dann die Cola Light.“) schnappten uns zwei Packungen „Nic Nac“, eine Rolle von den Stapelchips und eine Packung „Fantasia“ („Sowas Süßes?“ „Klar, Süßes ist immer gut.“) und dachte so beim Rausgehen etwas, worüber Steffi die ganze Zeit schon nachdachte:

„Oh Gott, wir kaufen kein Alkohol, aber die Bullen Polizisten müssen doch denken, wir wären total bekifft.“

Und natürlich folgten uns die grünweiß dunkelblau Unifomierten, aber zum Glück nur, weil ihre Pause wohl zu Ende war und sie im beschaulichen Osten mit Drogentypen nicht viel am Hut haben. Denn sonst hätten wir für ein überflüssiges Drogenscreening die Zusammenfassung auf DSF verpasst. 🙂

Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , . Kommentare deaktiviert für Einmarsch bei Aral

Wissenswertes über…Bier

Es folgt ein Periodensystem der Biere! 😯

Jaha, sowas gibt es. Da haben sich ein paar schlaue Jungs (oder Mädels) zusammengesetzt und ein Periodensystem der Biere geschaffen. Seht selbst:

Doch was soll das heißen?

Der „ABV“ (Alcohol by Volume) ist noch recht einfach, da er den Alkoholanteil beschreibt.

Das Kürzel „IBU“ steht für „International Bitterness Unit“ und beschreibt, Überraschung die Bitterkeit des Bieres.

„Original Gravitiy“ bzw. „Final Gravity“ beschreibt die Stammwürze des Bieres. Damit ist die Dichte des Bieres nach dem Brauvorgang gemeint.

Tja, und „SRM“ steht für „Standard Reference Method“ und beschreibt die Helligkeit bzw. Dunkelheit des Bieres.

(via Das Kraftfuttermischwerk)

Veröffentlicht in Wissen. Schlagwörter: , , . Kommentare deaktiviert für Wissenswertes über…Bier

Lattenstramm

Anders kann man meinen Zustand am vergangenen Freitag nicht bezeichnen.

Einmal im Jahr sollte man sich ruhig eine berauschende Auszeit gönnen. Das meine Auszeit aber komatöse Ausmaße nimmt, war so nicht geplant. Wie konnte das also passieren?

Um kurz nach vier ging unsere Kohlfahrt vom Zentralbereich los, ein Geburtstagsgeschenk an unseren Geschäftsführer, der noch nie eine Kohlfahrt gemacht hat. Pünktlich mit dem Beginn der Kohlfahrt fing es auch an zu schütten, lediglich kurz unterbrochen, wenn wir uns für ein Spielchen irgendwo unterstellen konnten… 😦

Also wurde anderthalb Stunden stramm durchgelaufen und erreichten kurz vor sechs vollkommen durchnässt den Lindenhof in Habenhausen. Dieser wirbt ja schon auf der Homepage damit, eine Sky-Sportsbar zu sein und so war ich relativ gelassen, ob des Derbys. Eine Nachfrage bei der Bedienung, wo denn das Spiel übertragen wird, quittierte sie mit der flapsigen Bemerkung:

„Gar nicht, dass ist grünes Land hier.

Einem kurzen Disput später ging ich schmollend an den Tisch zurück, mit dem Vorsatz, dem Lokal jetzt richtig teuer zu werden. Die Kellnerin wurde beauftragt, gleich mal eine Flasche Havanna Club vorbeizubringen. 😉

Nach dem ersten Glas rief ich meinen Vater an, der mich fortan über den Spielverlauf informierte. Nach dem 0:1 aus blauer Sicht wurden Freudengläser getrunken, nach dem 1:1 Gläser der Trauer die nach dem 2:1 Siegtreffer der falschen Mannschaft nur noch mehr wurden. Zu dem Zeitpunkt stand schon längst die zweite Flasche auf dem Tisch, die bis zu meiner Abfahrt dann auch geleert war.

Nein, das war ich nicht alleine. Einige Kollegen halfen mir in ihrer selbstlosen Weise mit. 😉

Das beste am Abend war, dass mich mein Vater abholte. Auch wenn ich von der Fahrt nur noch wenig weiß, so bin ich dennoch heile nach Hause – und die Treppe hoch – gekommen.

Was bleibt noch zu erwähnen? Meine miesen fiesen Kollegen fesselten mich auf der Tanzfläche, als eine berühmte grün-weiße Fußballhymne aus den Boxen quitschte und ich der einzige war, der seine „lebenslang“e Treue zu schwarz-gelb bekundete.

Selbstgemachter Lakritzschnaps ist sehr lecker. 🙂

Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , , , . Kommentare deaktiviert für Lattenstramm