Flittern in sweet home Alabama (11) – Geht doch

Kleiner Einwurf: Bis zu diesem Tage haben wir in Amerika ca. 1850 Meilen zurückgelegt. Alleine unsere viertägige Tour schlägt mit ca. 1150 Meilen zu Buche. Was wiederum 1850 km sind. Oder, für meinen Schwager, genau 1000 Seemeilen! 🙂

Weiter im Text.

So ein Pool ist ja schön und gut. Aber wir hatten immer noch keine richtige Gelegenheit gehabt, im Golf zu baden. Also schnappten wir uns wieder unsere Badeklamotten und fuhren Richtung Pensacola. Und bei unserem vierten Versuch Besuch an der Golfküste schien endlich mal die Sonne. Sogar die Fahnen waren grün. 🙂

Na, das ist doch mal ein anderer Schnack. Wolken und Wind kennen wir ja aus der Heimat zu Genüge. Und Unterschiede haben wir bei beidem nicht entdecken können. Sonne kann man nie genug bekommen solange Wasser in der Nähe ist. Auch wenn es hier ebenfalls keinen Unterschied zu unserer Sonne im hohen Norden gibt. 😉

Jedenfalls trauten wir uns ins Wasser. Obwohl es noch nicht wirklich sehr warm war. Sobald man aber drin war und ein paar Minuten schwamm, ließ es sich gut aushalten. Besser noch als im Pool.

Zwischendurch lagen wir schön auf unserem Strandhandtuch und wärmten unsere Körper auf, nur um sie danach wieder im Wasser abzukühlen. Wunderschön! Wie das Wasser, wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann.

Wir dösten irgendwann auf den Handtüchern ein und als wir wieder aufwachten, zog ein kühler Wind über unsere Rücken hinweg. Wäre auch zu schön gewesen, wenn die Sonne mal den ganzen Tag für uns am Strand geschienen hätte. Wenigstens hatten wir drei Stunden Sonne tanken können.

Wir packten unsere Klamotten wieder ein und fuhren zurück nach Mobile.

Auf dem Weg bekam ich die Gelegenheit, bei etwas besseren Wetter als bei unserem ersten Besuch in Pensacola, eine Brücke zu fotografieren.

Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich die berühmte Kunstflugstaffel Blue Angels darauf verewigt. Nicht ohne Grund. Ich wollte das auch schon längst mal angesprochen haben. Denn in Amerika kann man Patenschaften für so ziemlich alles mögliche übernehmen. Größere Gruppierungen oder Unternehmen leisten sich schon mal eine Brücke, für deren Instandhaltung sie zuständig sind. Bürgersteige oder Parkbänke kann sich eine Familie schon eher leisten und fortan wird ihr Name mit Füßen getreten oder ist schlichtweg fürn Arsch weiß man, welcher edle Spender für die Sitzgelegenheit an der Bay zuständig ist. Auch begegneten uns anonyme Spenden, wo dann an verstorbene Persönlichkeiten hingewiesen wird.

Wie erklärte Jörg so schön? Da wird ein Steg ins Meer gebaut, Bretter drauf, Geländer ran und gut. Reicht. Für Sitzgelegenheiten wird kein Geld ausgegeben. Das übernehmen dann die Amis selber.

Woran sich die Unternehmen mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung austoben können. Und das tun sie!

Ich wollte auch schon längst mal über die Begeisterung zu Reisen bei den Amerikanern geschrieben haben. Und über deren „Keep it simple“-Einstellung.

An den Interstate- und Highway-Ausfahrten gibt es drei verschiedene Schilder: Das Lodging-, das Food- und das Gas-Exit (in der Reihenfolge). So weiß man, welche Motels, welche Fastfoodrestaurantsläden und welche Tankstellen sich bei der kommenden Ausfahrt befinden. Schließlich ist in Amerika die Fahrt Teil der Reise. Nicht wie in Deutschland, wo mehr Wert auf das Ankommen gelegt wird.

Hat man sich für eine Ausfahrt entschieden, weil dort neben dem Super8-Motel sich auch ein Wendy’s befindet, dann fährt man die Ausfahrt ab. Hier befinden sich wieder die drei Schilder, die anzeigen, in welche Richtung man dafür fahren muss. Simpel. Und genial.

Wenn Amerikaner also unterwegs sind, dann sind die Strecken nicht unerheblich. Daher ist man versucht, seinen Hausstand gleich mitzuführen. Mal ist dieser kleiner,

mal größer,

oder auch riesig.

Da wir nun etwas früher als geplant nach Mobile fuhren und das Wetter wieder besser wurde – kein Wunder, wir waren ja nicht mehr am Strand – machten wir einen kleinen Schlenker am Gator Alley. Dort hatten wir vor einigen Tagen schon erfolglos nach Alligatoren geschaut. Diesmal sollten wir dafür Glück haben. Was wieder ein glücklicher Zufall war, schließlich sind wir wegen des kalten Windes eher vom Strand abgehauen.

Wir gingen also zur Brücke, wo wir von der Ferne einen riesigen Alligator (ca. 3-4 Meter lang) sehen konnten. Ein kleiner huschte auch noch rum und da der kleine begann, dem großen die Show zu stehlen, bequemte der sich ins Wasser und zog direkt unter uns seine Kreise.

Nach einer Viertelstunde schwamm er ganz entspannt wieder zu seinem Platz zurück. Wir gingen in die andere Richtung und begegneten drei kleinen Alligatoren. Zwei davon lagen am Ufer und einer zeigte uns seine ausgefeilte Kurventechnik im Wasser.

Okay, er könnte noch etwas daran arbeiten. 😉

Übrigens sah die Autobahnbrücke von unten so komisch gelb gefleckt aus.

Susanne erklärte uns, dass es Wespennester sind. Als wir näher ran gingen, konnte man das auch als solche erkennen. Scary.

Nun zog von den drei „kleinen“ Alligatoren einer unter uns munter seine Kreise. Somit erhielt ich die Möglichkeit, die Anatomie eines Alligators näher im Bild festzuhalten.

Richtig los ging es dann, als ein Vater mit seinem Töchterchen die Bühne betrat. Waren vorher bei der Brücke und dem großen Alligator einige Kinder damit beschäftigt, durch das „in den Fluss schmeißen von Blättern und kleinen Stöckchen“ die Alligatoren anzulocken – ohne Erfolg -, zeigte das Vater-Tochter-Paar, wie man es richtig macht. Mit Marshmallows!

Natürlich waren überall Schilder aufgestellt, dass man die Alligatoren NICHT füttern soll. Aber Amerikaner lassen sich ungern etwas verbieten. Zumindest diesen Vater…

Komischerweise reagierten alle drei Alligatoren sofort und kamen selbst aus 20 Meter Entfernung sofort angeschwommen. Stellt sich die Frage, woran sie erkannt haben, dass nun was essbares im Wasser schwamm und kein Stöckchen?

Für uns war dieser Fall von Rücksichtslosigkeit eine schöne Gelegenheit, zwei Alligatoren auf ein Bild zu bekommen, ohne ein Weitwinkelobjektiv aufzusetzen.

Kommen wir nun zu etwas traurigem. Im Herbst des vergangenen Jahres ist es in Mobile zu einem schlimmen Zwischenfall im Gator Alley gekommen. Da ein Bild mehr als tausend Worte sagt, lasse ich das für sich sprechen.

Ja, ihr seht richtig. Im Herbst letzten Jahres hat ein junges Mädchen ihren Schnuller verloren. Tragisch, oder?

Als wir dann so richtig nach Hause fuhren, konnten wir noch ein relativ gutes Bild von einem kleinen Boot schießen, auf dem Susanne ein paar Wochen vorher noch ne kleine Kreuzfahrt machte.

Die Carnival Elation lag vor Anker und shipperte kurz darauf wieder los. Obtw: Ich hatte Matthias, meinen Lieblingsschwager neulich nach dem Unterschied zwischen einem Schiff und einem Boot gefragt. Die Antwort war, nicht ganz überraschend, militärisch geprägt. Der Unterschied besteht im ersten Offizier. Ein Schiff hat einen, ein Boot nicht.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir Erdbeershake-trinkenderweise am Pool, wo man sich bekanntlich auch abkühlen kann. Zu viel wollten wir gar nicht essen, denn am Abend stand ein Essen mit Jörg und zwei seiner Arbeitskollegen an. Die waren noch nicht lange in Amerika und wurden von Jörg etwas eingeführt. Dazu gehörte dann auch ein Essen in einem der besten Restaurants in Mobile. Dem Felix.

Von außen ein rostiger übergroßer Schuppen, der nur aufgrund der Neon-Beleuchtung halbwegs ansprechend aussieht und direkt an der Mobile Bay liegt. Von innen ein liebevoll eingerichtetes Restaurant, dass durch gute Bedienung und frischem (und entsprechend teurem) Essen auffällt. Auch die Speisekarte weist witzige Details auf. So wird bei einem Dessert z.B. darauf hingewiesen, dass sich eventuell der Schlüssel von Jack’s Auto darin befindet und falls ihn wer findet, sich doch bitte nach Jack in der Küche erkundigen soll. Er sucht den Schlüssel anscheinend schon sehr lange, denn das ist Jack’s Auto:

Vorab gab es einen leckeren Salat und als Hauptspeise habe ich mir Barbeque Shrimps bestellt. Als vor der Hauptspeise der Kellner – dem übrigens mein T-Shirt gefiel und wir unisono zitierten „It’s gonna be legen…wait for it…DARY – mit einem Lätzchen für mich ankam, dachte ich schon, ich wäre beim Salat essen negativ aufgefallen.

Weil aber einer von Jörgs Kollegen auch ein Lätzchen bekam und er dasselbe bestellt hatte wie ich, ahnte ich schon, dass unser Hauptgericht etwas klehen wird. Die Hauptgerichte wurden, wie auch schon die Salate, gleichzeitig serviert. Coole Sache, wenn sechs Kellner um einen herum stehen und die Teller gleichzeitig auf den Tisch kommen.

Und dann hatte ich meine Portion vor mir.

Es steht wohl außer Frage, dass ich beim Essen sehr konzentriert zu Werke war und am längsten brauchte. Auch deshalb, weil ich nicht wie Jörg’s Kollege das Finger ablecken nach jedem pulen unterbewertete. Dabei ist das Finger ablecken Teil des Essens. 😉

Aufmerksame Leser der Reihe „FishA“ können sich den Rest des Abends sicher denken. 😉

Flittern in sweet home Alabama (7) – Geburtstag mit Reptilien

Wer glaubt, wir haben in Steffis Geburtstag reingefeiert, der irrt. Gratuliert wurde erst am nächsten Morgen. Susanne hat für Steffi ihren Platz geschmückt und meine Geschenke schön eingepackt.

Dazu noch eben die Info: Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Geschenk einzupacken. Man kann es schön einpacken. Oder ich packe es ein… 😉

Damit Steffis und meine Familie der Süßen auch gratulieren konnten, habe ich mit meinem und Susannes Laptop je eine Skype-Verbindung aufgebaut. Leider blieb bei uns das Bild aus Friesland weg. Und bei der Verbindung meines Bruders gab es Tonprobleme. Zumal dort meine Eltern die Möglichkeit von Skype irgendwie verpennt haben *hüstel* oder beim Kegeln waren. So oder so hat sich Steffi gefreut und darum ging es eigentlich.

Danach wurde kurz gefrühstückt und während Jörg seinen Fuß mit Kühlpacks versorgte, sind Steffi, Susanne und ich ins Auto gehüpft, da wir noch einen Termin hatten. Denn meine Cousine hat uns eine Fahrt mit einem Airboat organisiert. Was in den Everglades wahrscheinlich gang und gäbe ist, wird in Mobile nur von einer Person angeboten, welche sein Airboat selbst gebaut hat und die Fahrten von Privat anbietet. Auf jeden Fall ist es ein sehr freundlicher Mann gewesen, der uns mit seiner Partnerin über die Bay jagen sollte.

Mit uns hatte sonst niemand die Tour gebucht, aber einen blinden Passagier hatten wir dennoch dabei. Und so bekamen wir bereits vor Beginn der Tour unser erstes Reptil zu Gesicht.

Zuerst wurde ganz langsam den „Fluss“ hoch geschippert, bis uns eine Boje sagte: Freie Fahrt! Und wie! Besitzer von schnellen Autos können ungefähr nachvollziehen, wie uns die Fliehkraft in die Sitze presste. Eine scharfe Rechtskurve, der wird doch nicht durch das Gras fahren? Doch, genau in eine gerade so passende Gewässerschneise hinein. Und das mit gefühlten 240 km/h. Der helle Wahnsinn. Einfach nur geil! Und laut! Brachial! Aber geil! Ich habe natürlich keine Micky Mäuse aufgesetzt. Wir alle nicht. Wir haben uns den satten Sound ungefiltert reingezogen.

Als wir die eine oder andere Schleife gezogen hatten und genug Vögel und Fische aufgeschreckt hatten, inkl. einem Sprung über einen Reifen, war es Zeit die Alligatoren zu suchen. Respekt an unseren Führer, der die Viecher aus über 100 Metern bereits entdeckte. Kurz den Propeller angeworfen um Schwung zu holen und dann leise angeschlichen.

Leider waren die Alligatoren – wie nannte es noch unser Pilot? – shyly. Von nahem bekamen wir sie nicht zu Gesicht, obwohl wir einiges dafür taten. Einmal sind wir sogar direkt über einen rüber geschwommen. Kurz bevor wir in seine Nähe kamen, tauchte er einfach unter und blieb dann dort. Nach ein paar Minuten tauchte er einige Meter entfernt wieder auf. Unbemerkt, da er beim Untertauchen auch den Boden aufwirbelt um unerkannt die Richtung zu ändern. Auf jeden Fall schon genial, wenn man sich vorstellt, dass unmittelbar unter einem ein mehrere Meter langer Alligator ist. Schwimmen würde ich da jedenfalls nicht wollen. Nicht mal rudern, wie wir von der Interstate-Brücke noch sehen konnten.

Danach wurde wieder Gas gegeben, deswegen waren wir ja auch da. Die Reptilien waren Glückssache, das Donnern über das Wasser fest eingeplant. Über der Bay waren kleine Wellen und die mit Full Speed…WOW!

Unser blinder Passagier hatte wohl auch seinen Spaß, jedenfalls hielt er bis zum Ende aus.

Nun wurden wir vor der Fahrt nicht auf eventuell ruinierte Frisuren gewarnt und wenn etwas aus Amerika geläufig ist, dann die Klagefreudigkeit der Amerikaner (was übrigens an der Schadensbeteiligung der Anwälte liegt, die sonst umsonst arbeiten). Ich habe von einer Klage DIESMAL abgesehen, weil es wirklich riesigen Spaß gemacht hat. Beim nächsten Mal jedoch…

Dann ging es auch schon wieder nach Hause, diesmal auf der richtigen Spur (ist ein Insider, Susanne weiß schon, was ich meine^^). Leider nicht, ohne noch einen toten Alligator am Straßenrand zu sehen. 😦

Naja, zu Hause angekommen, brutzelten wir uns schön in der Sonne und kühlten uns im Pool wieder ab.

Wohlgemerkt, WIR und UNS. 🙂

Der Tag sollte noch mehr Highlights bringen. Ein original amerikanisches Barbeque! In einem typisch amerikanischem Grill. Es gab, klar, Burger.

An diesem Tage wurde ich in die uralten Geheimnisse des Burgerbratens eingeweiht, die seit Generationen von den Indianern an ihrer Nachkommen weitergegeben werden. Jörg, der sieben Jahre mit den Indianern gelebt hat und den Häuptlingssohn „Leichte Feder“ vor einem Bären gerettet hat, wurde in dieses Geheimnis eingeweiht. Und dieses Wissen hat er jetzt an mich weitergegeben, zum Teil auch, weil das lange Stehen nicht gut für seinen Fuß war. In einem Blutsschwur musste ich versprechen, dieses Wissen an niemanden zu verraten, außer mit einem Blutsschwur. Und glaubt mir ,das tat so weh, das mache ich nicht noch mal. 😉

Weil eine ganze Familie versorgt werden musste und Jörg als Stammeshäuptling Familienoberhaupt Mann im Haus die Verantwortung nicht einfach abgeben konnte, wurden meine Tätigkeit streng bewacht.

Aber eigentlich habe ich gut aufgepasst und konnte es auch alleine. 🙂

Die kommenden Tage sollten wir noch weitere geile, vor allem RICHTIGE Burger und nicht diese McDonalds-Möchtegern-Burger essen. Die an diesem Tage gegessenen waren aber schon der Vorgeschmack und hallo? Was geht über selbstgemachte Burger? Ein Five Guys Burger.

Jedenfalls bestiegen wir vollgestopft das Auto, um uns am Flughafen unser Gefährt für die kommenden Tage zu holen. Wir verabschiedeten uns für vier Tage und waren fortan auf uns allein gestellt. Bis dahin konnten wir an Susannes Rockzipfel hängen und sie die Dinge klären lassen (How much is it? Can you open the locker?).

Jetzt begann der richtige Urlaub. Wir waren aklimatisiert (oder so), wir verstanden das Englisch und trauten es uns auch selbst zu. Und wir wollten die weite Welt sehen. 🙂

Beim Vermieter gab es keine Probleme und wir packten unsere Sachen in den frisch aufgetankten Mietwagen. Der war dann doch etwas größer als ich vermutet habe. Bestellt hatte ich Viertürer und laut den Beispielbildern bei billiger-mietwagen.de wäre der auch nicht sooo groß gewesen. Wie der Polo als Limousine irgendwie halt. War dann doch etwas größer.

Ein Hyundai Genesis, der nicht nur von vorne an einen Mercedes erinnerte, sondern auch von innen dem in nichts nachstehen musste.

Mit dem Kleinen Koreaner begann der Spaß und bei bestem Wetter hieß es: Hit the road, Jack! Wir schnupperten vom Amerika der weiten Wege und cruisten ganz gemütlich die I-65 Richtung Montgomery. Und merkten noch nicht mal, wie entspannt das amerikanische Autofahren ist. Im Ernst, das merkten wir erst wieder hier in Deutschland. Aber wir sind noch in Amerika. 🙂

Kaum aus Mobile raus fuhren wir schon auf einer ganz merkwürdigen Brücke, die entlang eines Flusses gehen soll.

Der Fluß geht in Wirklichkeit in Nord-Süd Richtung unter der Brücke durch, während dieses Bild in östliche Richtung entstand. Wenn man auf das Bild klickt, öffnet sich Google Maps, wo man das genauer sehen kann. Übrigens hatten wir gerade die General W.K. Wilson Jr. Bridge überquert, die wohl auch Dolly Parton Bridge genannt wird. Wer wissen will, warum, der sollte den verlinkten Artikel lesen.

Weiter im Text. Lucy, unser geliehenes Navi führte uns fast ohne Probleme in unseren fünften Bundesstaat auf unserer Reise. Georgia. Und wo wir gerade schon bei Ray Charles waren. Wer auf das Bild klickt, bekommt seinen Hit „Georgia on my Mind“ zu sehen. Wenn man schon nichts vom Schild lesen kann, weil unser Fotoapparat Bilder von bewegenden Objekten im Dunkeln nicht sooo gut kann.

Nach gut vier Stunden sind wir in Atlanta angekommen, wo wir in der Nähe des Flughafens ein Super8-Motel bezogen. Den Coupon dafür hatte uns Susanne im Vorfeld übers Internet besorgt (Amerikaner lieben Coupons!), weshalb wir keine 50 Dollar für die Nacht bezahlten. Mehr war das Motel leider auch nicht wert. Laut Steffi gibt es saubere Badezimmer. Sonst war es in meinen Augen aber in Ordnung, amerikanischer Standard halt.

Wir sind zu Fuß noch zum Waffle House um eine Waffel vorm Schlafen gehen zu schnabbeln und schliefen dann den Schlaf der Gerechten. Morgen sollten wir einiges erleben und zu Gesicht bekommen.

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Flittern in sweet home Alabama (3) – Von Eichenhäusern und Weihnachten

Das frühe Aufstehen kannten wir ja bereits. Und auch das Cousinchen war schon wieder auf. So konnte mit einem ausgiebigen Frühstück der Tag wieder ordentlich begonnen werden.

Danach ging es ins Oakleigh House, an dem wir bereits bei der Rundfahrt am Vortag vorbei kamen. Susanne kannte es selbst auch noch nicht und wir zeigten uns durchaus interessiert. Also fuhren wir gemeinsam nach dem Frühstück dort hin.

Dort wurden wir von einer freundlichen älteren Frau empfangen, die in einem typischen Outfit des 19. Jahrhunderts gekleidet war. Ihr Englisch war glockenklar und somit war es kein Problem für uns, ihren Ausführungen zu folgen. Von einigen Vokabeln mal abgesehen. 😉

Und ihre Ausführungen waren sehr lebhaft, was durch die gut ausgestatteten Räume noch verstärkt wurde. Zuerst wurden wir in das Leben der Bediensteten eingeführt, die ihr Haus etwas abseits hatten, das sogenannte Cooking House.

Danach erfuhren wir über das Leben der Besitzer des Oakleigh House und dessen bewegten Geschichte. Nach eindreiviertel Stunden waren wir um einiges schlauer. Und auch wir konnten ihr was beibringen. Denn in einem der Zimmer waren Handarbeiten ausgestellt, wo auch etwas geklöppeltes Tuch lag. Kennt man heute auch nicht mehr wirklich in Deutschland, aber Susanne erkannte die Technik und erzählte der guten Frau, wie es richtig ausgesprochen wird. Womit sie dann doch Schwierigkeiten hatte. Es gibt einfach keine Umlaute in der englischen Sprache. 😉

Wir als Deutsche hatten auch so ein bisschen den Exotenbonus, wobei wir nicht die ersten Deutschen dort waren (und hoffentlich nicht die letzten). Aber als sie uns einen Teddybären zeigte und uns fragte, wie denn der Bär bei uns hieße („Na, Teddy.“), fragte sie uns gleich auch, ob wir wüssten, warum er denn Teddy heißt.

„Na, wegen dem Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.“

antwortete ich.

Ab da hatte ich, glaube ich, einen Stein im Brett bei ihr. 😉

Wie gesagt, eine sehr schöne und lehrreiche Führung. Und für sieben Dollar geradezu ein Schnäppchen.

Danach ging es dann weiter in östliche Richtung, auf der I-10 über die nördliche Mobile Bay. Bevor wir über die Bay fuhren, bog Susanne noch ab und wir fuhren parallel zur Interstate an der Bay längs, wo wir das Schlachtschiff „Alabama“ zu sehen bekamen.

Danach ging es dann aber wirklich auf der I-10 über die Bay und kaum das wir diese überquerten, ging es auf dem Old Spanish Trail (nicht DEM Old Spanish Trail) südwärts, wo wir gleich wieder links abbogen auf eine Tankstelle. Nanu, wir waren doch erst gestern tanken. Verbraucht ihr Wagen so viel?

Mitnichten. Wir nutzten die Tankstelle nur als Durchfahrt, um zum Gator Alley zu kommen. Dort leben direkt unter der Autobahn wilde Alligatoren, die man bestaunen kann. Das Glück hatten wir aber nicht gepachtet und konnten nur von weitem ein paar Handtaschen Alligatoren bestaunen.

Während wir also unter den Hauptstraßen rumliefen, lernten wir gleich mal die amerikanische Freundlichkeit kennen. Uns kam ein Mann mit seinem Hund entgegen, der uns erstmal grüßte.

M: Hi. How are you?

W: Fine. How are you?

M: Fine.

Nach diesen für Amerika typischen Floskeln, selbst der Radiomoderator begrüßt seine Zuhörer so obwohl ihm keiner antwortet ;-), erzählte uns der Mann, dass wir etwas zu früh nach Alligatoren schauen. Der Wasserstand wäre im April noch etwas zu hoch und so sind die Tiere noch gut versteckt. Wir sollten mal im Mai oder Juni wiederkommen, dann wären mehr Sandbänke und die Alligatoren dann gut zu sehen.

Schade, dass wir noch im April wieder nach Hause reisten. 😉

Nach dieser kurzen Exkursion ging es auf eine längere Exkursion. Wieder rauf auf den Old Spanish Trail Richtung Süden in den kleinen Küstenort Fairhope. Dort schlenderten wir die kleine und hübsch gemachte Hauptstraße entlang und guckten in die Schaufenster der dort ansässigen Läden. Bei einem Laden blieb es nicht beim von draußen reinschauen, da mussten wir einfach rein. Einen Weihnachtsladen.

Bei der Gelegenheit haben wir gleich ein Mitbringsel für meine Großeltern geholt, die an ihrem Tannenbaum sich Sachen hängen, mit denen sie was persönliches verbinden. Und das können sie dann in diesem Jahr mit unserem Mitbringsel. 🙂

Zwischendurch stärkten wir uns mit einem Sandwich und stöberten noch durch diverse Läden, bis wir uns dann aufmachten und an den Pier von Fairhope haltmachten. Dort konnte ich mal gleich meine magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. 😉

Danach ging es dann wieder die über 30 Meilen nach Hause (ein Katzensprung), wo ich ganz heiß darauf war, endlich den Pool auszutesten.

Jetzt spreche ich mal kurz ein Thema an, dass ich bis jetzt ausgeblendet hatte. Das Wetter. Bei unserer Ankunft war es knapp über 20 Grad (73 Fahrenheit) und so hatte der Pool nicht wirklich die Möglichkeit, sich aufzuheizen. An unserem Tag in Fairhope war es bescheidene 24 Grad (80 Fahrenheit), aber auch wenn es in der Sonne gefühlt wärmer war, der Pool blieb bei gerade 19 Grad stehen.

Viel zu kalt? Nicht für mich, schließlich war ich schon in einem (gefühlt eiskalten) Vulkansee reingehüpft und sofort wieder raus schwimmen. Ich also rein, verdammt war das kalt. Ein entspannendes Planschen im Pool ist was anderes. Aber ich war drin gewesen. 🙂

Abends habe ich neben der Poolaktion noch einen Fehler gemacht. Ich habe den Ventilator nicht runtergestellt und habe die halbe Nacht unter einem viel zu schnell drehenden Ventilator verbracht. Und mir damit für die folgenden Tage eine gute Ausgangsbasis für eine kleine Erkältung geschaffen.