Spinatkönigin oder „mein Junggesellinnenabschied“

Tja, obwohl ich noch über ein halbes Jahr warten muss, bis ich mein Junggesellinnendasein aufgebe, wurde der Abschied von diesem doch schon tüchtig im August gefeiert. Gründe dafür gibt es 2:

1. Meine Trauzeugin (und Schwester Dany) ist auf Zack. Im Prinzip hatte sie kurz nach dem Antrag alles andere organisiert, arrangiert und besorgt. Der JGA stand.

2. Gibt es für einen Friesen kein geeigneteres Event als das Altstadtfest in Jever um dort seinen JGA zu feiern.

Als ich nun im Juli meiner Schwester mitteilte, dass wir unsere Hochzeit verschieben werden, musste ich auch gleich hinten dran hängen, dass ich es schade finde, dass mein Junggesellinnenabschied dann wohl nicht auf dem Altstatdfest stattfinden würde. (denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt den festen Wunsch, dass sie es für diesen Tag geplant hatte). Daraufhin eröffente sie mir, dass sie, wenn ich nichts dagegen hätte, wegen oben genanntem 1. Grund, den JGA trotzdem dieses Jahr durchziehen wollte. – Natürlich hatte ich nichts dagegen –

So, da beide Seiten nun zu viel geplaudert hatten, startete das „Steffi Verwirrmanöver“ seitens meiner JGA Crew. Ich, nun völlig sicher, aber ohne Bestätigung, suchte Zeichen. Es fing damit an, dass meine Schwester mich fragte, ob Stefan und ich denn am Altstadtfestwochenende in der Heimat sind. Ja, das könnte ein Zeichen sein, wenn sie mich das nicht jedes Jahr fragen würde. Also weiter horchen…

Wir könnten da ja dann ein wenig rüberschlendern… vielleicht sogar nachmittags mit Neo

Hmm…“nachmittags mit Neo“ klingt nicht nach feiern, aber das könnte eine Ablenkungsstrategie sein. Nun gut, dass wir das WE in Friesland sein werden stand schnell fest. Dann bekam ich eine SMS von einem alten guten Bekannten, der nun endlich seine Einweihungparty in Bremen feiern wollte. Natürlich genau an dem Wochenende. Ich zeigte die SMS meiner Schwester. Einzige Reaktion: „Ahh, das ist doch der, bei dem ich auch schon mal mitgefeiert habe…“ Ähm, ja – nun war ich wirklich verwirrt. Wenn an dem Tag (14.08.10) mein JGA stattfinden sollte, dann muss meine Schwester doch dafür sorgen, dass ich nicht zu einer anderen Feier gehe. Aber nix! Keine Reaktion! Auch Stefan zeigte keinerlei Interesse mir die Einweihungsparty auszureden. Ich war auch wirklich hin- und hergerissen, doch die innere Überzeugung, dass an dem Tag doch ein besonderer für mich werden sollt, zog mich zum Altstatdfest.

Aber erstmal gings in den Urlaub. In dem Urlaub fragte mich Stefan, ob ich denn eigentlich Jana gefragt hätte, ob sie mit zum Altstadtfest kommen wolle. Recht hat er, das mach ich doch sonst auch immer. Aber da ich ja in Gedanken überrascht werden sollte, hab ich irgendwie so niemanden gefragt, ob er da ist, ob wir uns treffen etc. pp. Nun gut, für den Fall des Falles Jana schnell eine SMS geschrieben. Die Antwort darauf ließ mich wieder grübeln. „Nein, sie könnte nicht mitkommen da ihre Freundin Karten für eine Transvestitenshow in Bremen besorgt hätte“. Das war mir als Ausrede zu detailiert. woher weiß sie, dass sowas stattfindet, wenn sie nicht wirklich hingeht? Hmm… sollte mein JGA wirklich nicht an meinen Wunschtermin stattfinden – oder waren die Mädels einfach nur total ausgebufft. Ich konnts nicht mehr einordnen. Außerdem hätt ich gedacht, dass Jana die Gelegenheit mit uns mitzufahren nutzen würde, wenn wir eh schon zusammen feiern würden. Nun gut. Nach dem Urlaub, informierte mich ein kurzes Telefonat mit meiner Schwester, dass es ziemlich egal sei, wann wir in Friesland eintrudeln würden – und das kam auch ziemlich überzeugend.

Trotzdem glaubte ich noch an meinen großen Tag.

Am Samstag 14.08.10 sind Stefan und ich also nach Friesland. Als wir durch Schortens fuhren hab ich ungelogen, nach mir bekannten Autos aus Bremen ausschau gehalten *grien*. Meiner Mama gings nicht so gut, sie hatte Verspannungen. Nach der Frage, ob wir denn heute noch zum Altstadtfest gehen würde *stirnrunzel*, sagte sie, dass sie noch nicht sicher wäre, wegen der Schmerzen und auch nicht wüsste, wie Papa nach der Arbeit Lust hätte.(Meine Mama wäre doch sicher emotionaler wenn Dany heute eine Überraschung für ihr Schwesterlein parat hätte, oder?? – Meine Mama ist doch dann so nervös wie man selbst)

Ein weiteres Telefonat sollte mich aufklären, dass Danys Mann  eine OP hinter sich hat und nicht mitkommen würde. Also passt er auf meinen Neffen auf und Dany wollt so gegen 19 Uhr eintrudeln. Um 18 Uhr wollte ich mich eigentlich fertig machen, aber Mama wollte noch Abendbrotessen. Sie hatte so eine stoische Ruhe, dass ich mir dachte „Wenn es heute sein sollte, dann würd sie mich doch nicht vom fertig machen abhalten, nicht meine Mama“. Als ich also noch mitten im umziehen, schminken etc. war kam Dany.

Allein!!!!!

Wie soll das denn gehen???? So ein JGA kann doch nicht erst auf dem Altstatdfest beginnen, da muss man doch schon vorher in Stimmung kommen!!??“ Mein letztes Fünkchen Hoffnung war nun genommen und ich erwartete eine ruhigen Abend mit Stefan, Dany und meine Ma. Die Stimmung die alle verbreiteten tat ihr übriges, es war ruhig. Ja sogar nach draußen zum Kartoffel schälen sollte ich noch kommen. Hmmpf – dann halt nicht. Fühlte mich eh unwohl in meinen Klamotten und nen Pickel hat ich auch bekommen.Also setzte ich mich nach draußen zu meiner Mama, die dann doch mit Kartoffel schälen schon fertig war. Und als ich wirklich nicht mehr dran geglaubt habe da…

… kamen die besten Mädels mit der besten Trauzeugin und dem leckersten Sekt um die Ecke!!!

Ernsthaft. Mein Herz machte einen Sprung. War das schön! Gesichter von früher, Gesichter von heute. Ich habe nur noch gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd und mich auf diesen Abend mehr als gefreut. Da wusste ich ja auch noch nicht, wie ich den ganzen Abend rumlaufen sollte. Aber dazu lieber ein paar Bilder, die sagen mehr als tausend Worte.

Nach ordentlicher Vorbereitung in Form von Charly, Wodka, Kurzen, Witze erzählen, Aufgaben erklären und viiiiel Lachen machten wir uns dann auf den Weg zum Altstadfest. Mein Zukünftiger hat sogar den Chauffeur gemacht. Denn während ich mit den Mädels loszog, hatte er seinen Spaß mit meinen Eltern und einem Nachbar.

IST DAS ZU GLAUBEN???

Kein DLF – Stefan beweist ein Herz für Junggesellinnen-

abschiedsfetenmäuse

Deshalb wurd auch schon im Auto heftig abgefeiert.

Auf dem Altstadtfest angekommen verkaufte ich also Lose – vielmehr WIR verkauften Lose. Denn meine Mädels haben mich immer bestens unterstützt. Wenn die Jungs Pech hatten, haben wir ihnen ein Lied vorgesungen oder ich hab einen Witz erzählt. Wenn sie Glück hatten bekamen sie von mir die Schuhe geputzt oder durften sich einen Kurzen aus meinem Bauchladen greifen. Das sollte auch das Glück für einige meiner Begleiterinnen (und auch meins) sein, denn viele der edlen Spender wollte nicht allein trinken :-).  So trafen wir doch ein paar alte bekannte Gesichter und lernten neue kennen.

Doch wahrlich muss ich gestehen, sind wir nicht wirklich weit gekommen. An der Hauptbühne haben wir unser Lager aufgeschlagen und zu späterer Stunde durfte ich dann auch meine Lose Lose sein lassen und nur noch Kurze verkaufen (das ging Ruck Zuck) Dann den Bauchladen abnehmen (der mir bis dato schon einmal runterfallen war, weil ich ihn falschherum wieder angeschnallt hatte) und mich in die Mengen zum tanzen stürzen.

Um ca. 4 Uhr nagte dann der Hunger an uns. Da die Buden nun aber dicht machten, die Musik aufhörte zu spielen, ging es in den nächsten Dönerladen. Vielleicht lag es an den Endorphinen, vielleicht am übermäßigen Alkohlkonsum, aber dieser Döner war himmlisch lecker!

Alle zusammen, ok, ein Verlust gabs, mein Cousin war unauffindbar, dabei wollte er doch mit uns zurückfahren, setzten wir uns dann um ca. 5 Uhr ins Taxi und mein JGA war nach viel Gebrüll (man war ich heiser) vielen Kurzen, mäßig Charly, wenig Bier und viiiiel Getanze und fotografieren zuende. Gefühlt ging der Abend rasend schnell vorbei aber ich zerre jetzt noch von der Erinnerung, denn ich hatte enorm viel Spaß. Die Mädels haben ihr bestes gegeben. Sei es beim fotografieren oder „Kundschaft“ anlocken. Eine gute Fee war immer an meiner Seite und hat die Sachen für mich getragen und für mich gelacht, wenn ich einen Witz erzählen musste 😉

Aber, da es Schwund ja immer gibt: Ich habe ein Stück meines Backenzahns einbüßen müssen. Ist schon     problematisch wenn man unter Alkoholeinfluss das Maß seiner Kräfte so dermaßen unterschätzt, aber trotzdem die Bitte eines jungen Typs seinen Kurzen mit den Zähnen zu öffnen, nicht abschlagen kann. Tja, somit hatte ich dann kurzweilig einen Flaschenhals im Mund und einen etwas angekratzten Zahn.

Ansonsten gabs aber keine weiteren Ausfälle. Nur kleinere Zwischenfälle, wie Idioten die der Jana mal eben ihre Charly volles Pfund über das T-Shirt gekippt haben oder eine Spinatkönigin (ich), die dafür keine Idioten braucht…

Ich fand den Abend auf jeden Fall gelungen, möchte mich bei allen bedanken und hoffe ihr hattet genausoviel Spaß wie ich. Schade, dass man so einen Junggesellinnenabschied nur einmal feiert… ^^

Und zum Schluß das Beste: Mein Lieblings-Bunny


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