Die PERFEKTE Hochzeit Teil 2

Oder: Der sakrale Teil…

Steffi verließ nach einem schnellen gemeinsamen Frühstück das Haus um ihren nächsten Friseur- und ersten Kosmetiktermin wahrzunehmen. Ich wartete indes noch auf den Anruf meines Vaters, dass mit meinem Reisepass alles glatt gegangen ist. War es aber nicht. Wollte er mir jedenfalls weis machen.

Es gab wohl Probleme, meinen Pass zu finden. Als mein Vater aber darauf hinwies, dass sein Sohn nicht mehr Praß sondern Grenz heißt und folglich mal unter G zu gucken wäre, hatte sich das Problem erledigt.

Das mit dem Reisepass ist sowieso ne „komische“ Geschichte…

Im Dezember beantragte Steffi ihren Reisepass. Ich wurde wieder nach Hause geschickt, da durch meine Namensänderung eine Beantragung erst frühestens drei Monate vor der Trauung möglich ist.

Also bin ich im Januar wiedergekommen. Fingerabdruck, Foto und Antrag auf Eheschließung abgegeben. Bezahlt und alles klar. Fehlte nur noch der Abholungsschein. Nene, den Reisepass kann ich mir nach der Eheschließung abholen…

Tja, aber ich heirate in Friesland und der Termin ist um elf Uhr. Und ne Stunde braucht man schon, um nach Delmenhorst zu kommen…und das „Bürgerservice“-Büro hat nur bis 13 Uhr auf.

Alles doch gar kein Problem, das Büro hat auch am Samstag auf…

Ach ja, wie schön. Nur da wollte ich kirchlich heiraten.

Ja früher, früher haben sie die Pässe noch zum jeweiligen Standesamt geschickt…

Naja, wenn ich schon mal hier bin, könnte ich ja gleich noch den neuen Personalausweis beantragen.

Ne, das ginge mit dem neuen nicht mehr, wenn sich der Name ändert. Früher, ja früher ging das noch…

Tja, früher hatten wir auch noch einen Kaiser…

Aber zurück zum Thema. Ich hatte also meinen Reisepass, in Dortmund sollte nichts schlimmes passieren. Und das Wetter schien auch gut zu werden. Ein perfekter Tag für eine Hochzeitsfeier.

Ich machte mich fertig und schmiss mich diesmal in meinen guten (und verdammt teuren) Anzug *sponsored by Daddy*, den ich aus zwei Gründen nicht am Vortag an hatte.

1. Sollte den Steffi noch nicht sehen.

2. Wollte ich ein versehentliches dreckig machen auf jeden Fall verhindern.

Ich stand da also mit meinem Anzug so rum, als der gerade mit meinem Vater eingetroffene Johann an meiner Hose einen Riss feststellte. Gehört wohl irgendwie dazu…

Seine Frau Marlies hat dann schnell mit Nadel und Faden die Hose wieder fit für den ganzen Tag gemacht.

Aber diese Aktion sorgte dafür, dass meine Aufregung deutlich stieg. Denn jetzt war mir ernsthaft bewusst, dass irgendwo, irgendwas, irgendwie mit irgendwem passieren konnte. Also passt bloß auf.

Um kurz vor halb zwei ging es zu Fuß Richtung Kirche. Die Gäste konnten der Spur folgen, welche meine feuchten Hände hinterließen. Ich konnte auch nur noch die begrüßen, die ich überhaupt registrierte. Und ich glaube, dass waren nicht sehr viele.

Ich schnappte mir also unser neues Stammbuch, stellte mich auf meinem Platz…und wartete…und wartete…und wartete…

Eigentlich hieß es, dass die Braut schon vorgefahren wäre. Wo zum Henker bleibt die also?! Und wo ist überhaupt der Pastor?

Um viertel NACH zwei kam dann der Pastor rein gerannt. Und das war dann auch das Einzige, was an diesem Tage schief ging. Der Pastor hatte sich auf 15 Uhr eingestellt und saß folglich noch im Gemeindehaus und faltete die Gemeindebriefe. Als Achim ihn dann rausklingelte, weil er und Steffi draußen ebenfalls warteten, wurde gar nicht lange diskutiert. Er schmiss sich seinen Talar über und kam rüber gerannt. Davon kriegte ich drinnen natürlich nichts mit.

Nun war er ja da und konnte uns den Segen Gottes geben…oder so. Wir sangen noch ein paar Lieder, steckten uns wieder die Ringe über und bezeugten unsere Absicht…mit Gottes Hilfe. Danach gingen wir und vermehrten uns. Danach setzten wir uns noch mal hin und mussten nicht singen, sondern es wurde singen gelassen. Denn war wir Dany schon für ihre kirchliche Trauung organisierten, dass hatte sie auch für unsere hinter unserem Rücken (wortwörtlich) organisiert. Und uns schoss das Wasser in die Augen. Denn hinter uns begann mit Gitarrenbegleitung eine Frau UNSER Lied zu singen (für Nicht-Amerikaner oder Nicht-Proxianer). Das war einer der schönsten Überraschungen des Tages.

Kurze Zeit später ging es dann raus in die Sonne, wo wir dann reichlich Hände schütteln durften. Und, wie sollte es anders sein, tausendfach beknipst wurden.

Nachdem das alles geschafft war, konnten wir kurz bei einem (oder zwei, oder drei) Stücken Apfelkuchen verschnaufen, bevor es dann zum Fotoshooting ging. Davon und von unserer Feier erzählt dann der letzte Beitrag.

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Junger Mann

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich für meine 34 Lenze gut gehalten habe. Manchmal vielleicht zu gut, wenn ich wieder mal nach den Ausweis gefragt werde, nur weil ich mal ein Tequila will…

Beim Taxi fahren (apropos…^^) nervt es beizeiten, weil die dümmsten Sprüche sich dann auf meine Fahrerlaubnis in Zusammenhang mit meinem vermeintlichen Alter beziehen…

Aber ich bin auch realistisch. Ich weiß, lange wird es nicht mehr dauern, da werde ich nicht mehr für den jungen Hüpfer gehalten, für den ich mich (noch) fühle.

Deswegen gibt es die Momente, da freue ich mich über einen jugendlichen Vergleich. Umso mehr, wenn sie von nüchternen Frauen kommen. Schon weil sie ungleich charmanter sind, also die Vergleiche, als wenn ein angetrunkener Vollpfosten aus dem Fond eines Autos brüllt:

Ey, hast Du überhaupt schon einen Führerschein?

Vollpfostensprüche halt…

Da ist es halt schöner, wenn man beim Bezahlen seiner Rechnung mitkriegt, wie die noch relativ neue Bedienung beim Hotel Goldenstedt einen Zettel unauffällig hervorholt, auf dem die Nummern unseres Klubs stehen und bei meiner Nummer daneben die Bemerkung steht

junger Mann

😀

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„Deutschland“ sucht die Supergaststätte – oder: Germanys Next Topgaststätte

Wie man am letzten Artikel schon erkannt hat, waren wir wieder in Friesland. Nein, das hat man nicht am Einkaufszettel erkannt, sondern am „Combi„… 😉

Wir hatten uns vorgenommen, drei Gaststätten anzugucken, wo wir dann unsere Hochzeit feiern werden. Dafür hatte Steffi im Vorfeld einige Lokalitäten in der Umgebung angerufen und entsprechende Angebote eingeholt. Übrig blieben nach Termin drei Gaststätten:

  • Das „Jever-Fass“ in Jever
  • Die „Waldschänke“ in Schortens-Schoost
  • und der „Waddewarder Hof“ in Waddewarden

Freitag Abend ging es noch nach Jever zum „Jever-Fass“. Wir wurden freundlich empfangen und genau so behandelt. Ist klar, die wollen ja auch Geld an uns verdienen. Aber leider ist das auch nicht immer selbstverständlich. Hier schon.

Ein riesengroßer Pluspunkt beim „Jever-Fass“ ist hier auch schon erkennbar. Das hauseigene Hotel „Schwarzer Adler“.

Der Saal sollte im ersten Stock sein, hier an den Fenstern über der „Jever-Fass“-Schrift zu sehen. Allerdings wirkte der Saal für 65 geschätzte Personen sehr klein. Und selbst wenn nur 50 Gäste letztendlich kommen würden, es hätte noch sehr gequetscht gewirkt. Dazu eine kleine Tanzfläche in der Ecke und wo der DJ platziert worden wäre, war uns auch nicht ganz klar. Und überhaupt, erster Stock. Die Raucher hätten runterlaufen müssen und wären, man kennt ja die Raucher, auch gleich unten geblieben. Ne, irgendwie ist das nicht das Wahre.

„Moment“, sagte die freundliche Restaurantleiterin, „wir haben auch noch eine Halle.“ Die wäre hier im Bild den Gang links hoch erreichbar. „Leider“, betonte die Dame, „ist die Halle noch nicht aufgeräumt.“ Diese dient nämlich über die Wintermonate als Abstellfläche für ortsansässige Autobastler und Wohnanhängerbesitzer. Aber die Halle entsprach von der Größe her unseren Vorstellungen. Eine separate Bühne vor der genug Platz zum Tanzen wäre, eine schön verzierte Bar und die Raucher wären im Nu draußen vor der Tür gewesen und hätten nicht mal was verpasst. Sehr schön.

Aber: Die Halle war auch sehr alt und es hingen vergilbte Netze über der Decke, durch die weiß Gott was durchrieseln könnte. Das gegenüberliegende Tor hatte seine besten Jahre lang hinter sich und die ganze Zeit ratterte die Kühlanlage des Restaurants. Okay, letztere wäre in einer mit 60 Menschen besetzten Halle wohl nicht mehr zu hören gewesen.

Dazu kam, dass nicht für alle Gäste Tische und Stühle zur Verfügung gestanden und stattdessen auf einer (schön angerichteten) Bierzeltgarnitur Platz gefunden hätten. Auch da bin ich mir sicher, kann man mit dem „Jever-Fass“ verhandeln, wenn es hart auf hart kommt. Wir wären schließlich nicht die ersten, die eine Hochzeit in der Halle gefeiert hätten.

Nachdem ich ausreichend Fotos gemacht habe, ging es wieder rein. Jetzt sprach Steffi das Thema Hotel an. Und wir wurden über die Aktivitäten der Stadt Jever aufgeklärt. Denn just an diesem Wochenende begeht die Brauerei zu Jever ihr berühmtes Brauereifest. (Jaha, mit einem „Superstar“ als Hauptact, was auch meine Überschrift erklärt ;-)) Und das heißt, sämtliche Hotels in Jever sind bereits ausgebucht! (Nein, nicht wegen Mark Medlock :mrgreen:)

Trotz  besseren Wissens wählte sich die gute Dame die Finger wund. Doch dann geschah ein Zeichen. Ein weiblicher Gast kam nicht umhin unser Gespräch mitzubekommen und mischte sich dankenswerterweise ein. Denn die Frau residiert derzeit in der örtlichen Jugendherberge. Kurz angerufen und ja, Zimmer wären verfügbar…mit einem Herbergsausweis.

Wer bitte schön hat denn heutzutage noch einen Herbergsausweis? Lehrer ausgenommen.

Egal, mal vorbeifahren und schauen, was auf Knien rumrutschen bewirkt. Zuerst waren wir erstaunt über die Herberge. Ich mein, was ist in den letzten 20 Jahren mit den Herbergen passiert? Diese jedenfalls glich eher einem Seminarzentrum als einer Jugendherberge…

Die junge Dame am Empfang war wirklich sehr freundlich, zeigte uns die Zimmer, machte uns Hoffnung bezüglich der Ausweise und empfahl uns sogar noch zwei andere Lokalitäten zum Hochzeitfeiern. Einmal das Offiziersheim in Upjever und die „Oase“ in Jever. Bei dem Namen hatte ich allerdings meine Zweifel, wer in Delmenhorst wohnt, weiß warum. 😉

Trotzdem fuhren wir dort mal vorbei, schauten es uns an, drehten auf den Punkt wieder um und ließen es sein. Auch das Offiziersheim in Upjever sollte für uns nicht in Betracht kommen. Eine Hochzeit soll schließlich was besonderes sein und das gilt auch für das Essen. Und bei allem gebührenden Respekt vor den Köchen in Offiziersküchen, aber nö. Lasst gut sein…

Jetzt waren wir bereits zwei Stunden unterwegs und in Sillenstede saß Jana ganz alleine. Dabei wollten wir bloß ne halbe Stunde weg. Also nichts wie ab nach Hause.

Am Samstag vormittag sollte es dann zur „Waldschänke“ in Schortens-Schoost gehen. Die „Waldschänke“ ist bekannt aus dem Fernsehen, da dort mal die „Kochprofis“ zu Gast waren. Im „Jever-Fass“ mussten wir bereits einige Kompromisse eingehen und auch bei der „Waldschänke“ sah es zunächst nach Kompromissen aus. Denn es liegt gut anderthalb Kilometer vor den Toren von Schortens in der Dorfschaft Schoost an einer (für den 1. Mai) ruhigen Landstraße.

Auch hier wurden wir freundlich empfangen, an einen Tisch gebeten, mit Getränken versorgt und bekamen eine Übersicht des Angebots für Gesellschaften. Und dann waren wir alleine. Denn wir sollten einen Moment warten. Worauf war mir nicht so recht klar. Okay, ganz alleine waren wir nicht, denn hinter uns saßen noch drei Personen, die auf ihr Essen warteten.

Nachdem wir die Angebote ausführlich studiert hatten, unsere Hintermänner (und -frauen) ihr Essen bekamen und wir immer noch nicht so recht wussten, worauf wir warteten, kam Uwe. Das stand jedenfalls an seinem Hemd geschrieben.

Uwe ging mit uns die Karte durch und preislich waren wir bei der Waldschänke bereits 5 Euro unter dem Jever-Fass (was bei 60 Personen schon 300 Euro sind, also die Hälfte der Trauringe). Außerdem stand auf der Karte etwas, was uns aufhorchen ließ. Denn die Waldschänke hat hauseigene DJs (ja, zwei) und das zu einem sehr fairen Preis.

Im Anschluss zeigte uns Uwe die Räumlichkeiten und wir waren begeistert. Der Saal ist in L-Form angelegt und nachdem die Fernsehleute da waren auch renoviert worden. Das Buffet ist räumlich getrennt bei den Kegelbahnen (noch ein Pluspunkt ;-)), es gibt einen Raucherraum (bei den anderen Kegelbahnen) und durch die L-Form steht noch genug Platz für die DJs und der Tanzfläche zur Verfügung. Sofort war uns klar, das hier ist es.

Auf alle unsere Fragen kam sofort eine passende Antwort und vorbereitet waren sie auch. Zum Beispiel die Blumengestecke. Können wir selber organisieren oder sie machen das und nehmen 8 Euro pro Gesteck. Fairer Preis, wie ich finde.

Auch beim Hotel konnten sie uns weiterhelfen. Zum einen ist das Forsthaus in der Nähe, wo wir danach hinfuhren und alle drei (3!) Zimmer noch frei sind. Und zum anderen verwiesen sie uns an das Hotel „Mühleneck“ in Schortens, das ebenfalls noch Zimmer frei hat.

Die Besichtigung im „Waddewarder Hof“ hat Steffi dann auch gleich abgesagt. Erstens kannten wir den vom Sehen her schon und Zweitens wussten wir, dass der da nicht mehr hätte mithalten können.

Gestern hat Steffi dann dort angerufen und den Termin fix gemacht. Damit steht es also: Geheiratet wird am 11.09. und gefeiert wird in der Waldschänke.

Demnächst findet noch ein Probeessen statt, aber da ich das Essen am Samstag ja schon bei den anderen anwesenden Gästen gesehen habe, bin ich da bester Dinge. 😀

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