Flittern in sweet home Alabama (16) – Abflug

Und da war er nun, der letzte Tag unserer Flitterwochen. Morgens noch eine Henkersmahlzeit ein letztes gemeinsames Frühstück.

Die Sachen waren gepackt und nachdem Susanne, Steffi und ich den Urlaub resümierten und der Meinung waren, dass es nicht nur ein wunderschöner Urlaub war, sondern auch nette Menschen getroffen haben (also Susanne uns und wir Susanne und ihre Familie), stiegen wir ins Auto. Natürlich waren die Klamotten bereits alle in demselbigen.

Haben wir auch alles?

Na logn.

Auch die Fotokamera, fragte Steffi.

Na logn.

Von wegen. Während ich die Kamera in meiner Tasche wähnte, lag sie auf dem Küchentisch. Und stellten das erst fest, nachdem wir eingecheckt hatten. Ist klar, oder?

Das ist auch der Grund, warum die letzten Beiträge etwas hinausgezögert wurden, weil vom letzten Tag noch Fotos drauf waren.

Naja, die Eincheckprozedur war dann nicht so langwierig wie noch auf dem Hinflug. Kein Wunder, schließlich verlässt man das großartigste Land der Welt, selbst Schuld also. Jedenfalls aus Sicht der Amerikaner.

Der Flug nach Atlanta war zum Glück nicht so holprig wie noch zwei Wochen zuvor. Wir sahen sogar diesmal das neue Stahlwerk von Thyssen Krupp von oben.

Und während wir auf dem Flughafen von Atlanta auf unsere Flieger nach Düsseldorf warteten, freundete sich ein kleines Mädchen namens Emma mit uns an. Die war mit ihrer Oma unterwegs nach Deutschland und Emma hielt ihre Begleitung ganz schön auf Trab. Ganz undankbar wirkte sie nicht, als wir das kleine Mädchen im Wartebereich etwas Aufmerksamkeit schenkten. 😉

Auf dem Rückflug schauten wir wieder mal Filme. Und ich muss sagen, „King’s Spech“ ist im englischen Original sehr sehens- und hörenswert. Hat mir gut gefallen. An die anderen Filme kann ich mich jetzt schon gar nicht mehr richtig erinnern. Doch ja, „Grown-Ups“, hier bekannt als „Kindsköpfe“ lief noch. Der war ganz nett. Besonders gefallen hat mir die schwangere Frau, die in dem Film mit ihrem seltsamen Humor auffiel. Sehr geil. 😀

Wir schauten übrigens nicht nur Filme, sondern auch den wunderschönen Sonnenuntergang.

Den Ratschlag von meiner Cousine beherzigte ich auch ganz beflissentlich. Da es die Getränke umsonst gibt, nutzt das auch aus. Besonders Bier trägt bei Nervosität zu einem ruhigeren Flug bei und so ließ ich den Steward häufiger als andere laufen. Schnell merkte er sich auch mein Gesicht und vor allem meine Mimik. Ich brauchte nur kurz die Lippen etwas schürzen und kaum merklich die Augenbrauen zu heben, da war ihm klar, nächstes Bier bitte. Klappte perfekt. Gegen fünf Uhr ( MEZ) muss ich dann eingenickt sein. Leider fang ich beim Einschlafen gelegentlich an zu zucken, besonders in ungewohnten Situationen und Orten. Also überall, wo nicht mein Bett ist…

Das wäre auch soweit kein Problem gewesen, wenn ich nicht aufgrund der Turbulenzen mein Bier fest in der Hand gehalten hätte. Als ich also von Morpheus langsam in den Arm genommen wurde (in, nicht auf!), zuckte ich also kurz und war wieder wach. Das Bier hielt ich immer noch fest in der Hand. Nein, das ist gelogen. Den Becher hielt ich noch fest in der Hand. Das Bier, dass sich kurz zuvor noch im Becher befand tropfte in diesem Moment auf den Boden. Jedenfalls der klägliche Rest, der nicht von meiner und Steffis Hose aufgefangen wurde.

Dank der folgenden Austrocknungsaktion mit vielen Tüchern war ich, und auch Steffi, wieder hellwach. Dazu trug auch der dezente Geruch von Bier, die unsere Hosen freigaben, bei. Der Stewart konnte sich es jetzt nicht verkneifen, freundlicherweise nachzufragen, ob ich noch ein Bier wünsche…

Nach der Landung warteten wir viel zu lange auf unser Gepäck, was aber nur halb so schlimm war, weil wir pünktlich landeten und unser Zug erst drei Stunden später fahren sollte. Mit dem SkyTrain fuhren wir zum Bahnhof, wo wir feststellten, dass es dort kein Kaffee oder Imbiss gab. Also sind wir wieder mit dem SkyTrain zurück (wenn ich den Wikipedia-Artikel vorher gelesen hätte, wäre ich gelaufen!) und setzten uns in den Arkaden in ein Cafe, wo ein guatemalischer Kaffee meine sich bereits schlafengelegten Lebensgeister wieder geweckt wurden. Zurück am Bahnhof warteten wir noch ein halbes Stündchen, bis wir unsere Plätze einnehmen konnten.

Leider muss man festhalten, dass deutsche Züge nicht zum Reisen gemacht wurden. Wie sonst ist es zu erklären, dass man einen Trolley nicht durch die engen Gänge ziehen kann? Als wir endlich saßen, mussten wir erste Verluste des Materials beklagen…nichts, was man nicht mit einer Rolle Panzertape wieder fixieren kann, aber ärgerlich ist es trotzdem. Ein weiteres Mosaiksteinchen meiner Ablehnung gegenüber der Bahn AG war gelegt…

Beim Umsteigen in der Stadt des, zu dem Zeitpunkt zukünftigen, deutschen Fußballmeisters wurde es uns fast schon zu einfach gemacht. Derselbe Bahnsteig, lediglich die andere Seite. Na toll, hätte ich das gewusst, hätte ich keine halbe Stunde zum Umsteigen eingeplant. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Ab hier hatten wir Sitzplatzreservierung, die natürlich besetzt waren. Also die zwei Damen weggescheucht, Laptop rausgeholt und versucht zu surfen. Es blieb beim Versuch, der nur in den Bahnhöfen von Erfolg gekrönt wurde. Dann halt Papa Bescheid sagen, der so nett war, und uns vom Bremer Hauptbahnhof abholte. Völlig erschlagen kamen wir in Delmenhorst an, packten unsere Sachen aus und unterhielten uns noch kurz mit meinem Vater in der Küche.

Wenn bloß nicht diese kleinen Fliegen die ganze Zeit nerven würden. Und wieso sind das so viele? Hier ist doch nichts schlecht geworden? Wir haben doch alles verbraucht und den Kühlschrank leergeräumt…

Dann fiel es uns wie Schuppen vor die von den Augen. Ein kurzer Blick in die Ecke des Katzenfutters und schon ward das Nest gefunden. Ein aufgeplatzter Beutel reifte in unserer Abwesenheit munter vor sich hin…Willkommen zu Hause. 😐

Kurzerhand ein paar Gläser mit Saft, Essig und Spüli aufgestellt, um die Fliegen in die Falle zu locken. Und ab auf die Couch. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits über 24 Stunden auf dem Buckel. Nach einer Stunde musste aber gut sein, schließlich wollten wir uns schnell umgewöhnen. So ein Jetlag ist ja kein Vergnügen…

Das mit der Stunde klappte auch ganz gut. Den Rest des Abends dümpelten wir vor uns hin und gingen zeitig wieder ins Bett. Schade nur, dass ich um zwei Uhr Nachts hellwach war…

Zur Info: Den Jetlag wurden wir dann schnell los. Ganz schnell. Nämlich gleich nach dem Osterwochenende als wir wieder anfingen zu arbeiten. Bis dahin…nachts wach, tagsüber knackenmüde.

Und wie weiter?

Seit über einem Monat sind wir zurück und vermissen Amerika. Und meine Cousine nebst ihrer Familie. Wenn wir eins von drei Liedern hören ist es besonders schlimm mit dem Fernweh. So geschehen letzten Freitag auf dem Weg nach Berlin, wo nur das Stück von Lynyrd Skynyrd fehlte. Aber vom Berlinwochenende erzähle ich ein anderes Mal.

Jetzt suche ich erstmal Hochzeitsfotos raus, die hier die Tage veröffentlicht werden.

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Das war es zwischen den Tagen (1)

Ein frohes neues und vor allem gesundes neues Jahr wünsche ich Euch allen.

Bevor es hier weitergeht, erstmal einen kurzen Überblick, wie es uns die letzten Tage ergangen ist.

Seit dem 17.12. haben Steffi und ich ja Urlaub. Mein Urlaub begann mit einem Abschied. Und zwar von meinem Führerschein, zum Glück also nur einem temporären Abschied.

Wer glaubt, dass wir die kommenden Tage immer schön ausschliefen, liegt falsch. Schließlich lief Steffi auf der Arbeit die letzten Wochen auf Hochtouren, da schaltet man nicht so schnell runter.

Den Samstag zum Beispiel fuhr mich Steffi nach Bremen, weil ich mich dort mit Sascha, einem Freund bei einem Online-Browserspiel, auf dem Bremer Weihnachtsmarkt getroffen habe. Es war ein sehr schönes und leckeres Treffen. Wir aßen, tranken und redeten viel. Und begegneten uns endlich mal live. Nach dem Treffen tat mir aber etwas der Nacken weh, weil Sascha etwas größer ist, als ich. Für meine Nackenmuskulatur eine ungewohnte Haltung. 😉

Steffi war währenddessen shoppen und das mit voller Power. Als sie fertig war und mir und Sascha das noch zu früh für einen Heimweg war, stapfte sie alleine voll beladen mit einem verpackten Schlitten, den sie deshalb auch nicht ziehen konnte, den weiten Weg zum Parkplatz. Seitdem scheint es, als wären ihre Oberarme deutlich muskulöser…

Ich für meinen Teil lernte auf dem Rückweg dann die moderne deutsche Bahn kennen. Schon eine Woche vorher glänzte sie ja nicht gerade durch Perfektion. Diesmal hielten wir auf offener Strecke an und der Zugführer teilte uns mit, dass es zu einer zehnminütigen Verzögerung kommen würde. Die Weichen waren, oh Wunder, eingefroren. Wieder mal am falschen Ende gespart und dafür Aktionäre glücklich gemacht. Bahnreisende sind ja selten Aktionäre und um Kundschaft muss man sich ja nicht so bemühen…

Aus den zehn Minuten wurden letzten Endes 50 Minuten in einem überfüllten Abteil, wo viele keine Sitzplätze mehr hatten. Die Scheiben beschlugen erst, später sammelte sich das Kondenswasser darauf. Die Luft wurde immer dicker. Das wurde auch nicht dadurch besser, dass die Raucher anfingen, böse Entzugserscheinungen zu bekommen und schnell handelten. Erst einer, später ein halbes Dutzend Raucher zogen sich ihren Stoff rein und machten die knappe Luft damit ungenießbar. Und aus meinen Klamotten ein Fall für die Wäsche…

Zu allem Überfluss vergass Steffi ihr Handy zu Hause und wartete am Bahnhof auf mich. Mit meinen letzten Akkureserven rief ich meine Mutter in der Taxizentrale an, damit sie einem Taxifahrer Bescheid sagt, dass er Steffi Bescheid sagt.

Irgendwann kam ich aber doch noch zu Hause an…Danke DB für dieses tolle Erlebnis.

Das war der erste Samstag. Am Montag standen wir früh auf und erledigten erstmal unseren Standesamtbesuch und reichten die notwendigen Formulare für die Hochzeit ein. Sprich ein paar Scheine in der allgemeingültigen Währung.

Dienstag waren wir mit meinem Bruder und seiner Freundin Sophie unterwegs um Weihnachtseinkäufe zu machen. Jeweils getrennt. Ich mit Sophie, Steffi mit meinem Bruder.

Hach, was war das wieder lustig. Während ich mit Sophie zweimal um den Stadtring fuhr um einen Parkplatz zu ergattern, kurvte Steffi mit Markus nach Wechloy. Mit ihrem Nissan. Was er denn schenken wolle? Ein Bürostuhl und wenn noch Geld übrig ist noch ein Schreibtisch. Wie das denn in das Auto passen soll? Naja, er dachte, wir kämen mit dem Toyota. Das die Mitmenschen vom selber denken nicht wissen, was sie tun sollen, hat sich noch nicht zu meinem Bruder rumgesprochen. Aber ich konnte mich wieder über eine lustige und typische Anekdote meines Bruder bekringeln.

Da war es mit Sophie deutlich einfacher. Ein Lederhalsband. Also Galerie Dingsbums in Oldenburg aufgesucht. Ich bin kurz auf Toilette, komme wieder und Sophie war fertig. 🙂

Da blieb noch Zeit, zu IKEA zu fahren und eine Lampe für Steffi und ein Hot Dog für meinen Magen zu schießen. 😉

Mittwoch war dann für mich Hausarbeit angesagt, während Steffi sich mit Jana in Bremen getroffen hat.

Donnerstag stand alles im Zeichen der Abreise. Klamotten packen, ins Auto verladen, während ich dieses Lied summte:

Der Schwierigkeitsgrad wurde bei einem Zwischenstopp in Oldenburg erhöht, wo wir noch die Cousine von Steffi einluden. Mitsamt ihrem Gepäck. Und ihrem Rollstuhl. Und ihren Geschenken. Man kann behaupten, dass Auto war bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgefüllt.

Nach der Ankunft ging es gleich munter weiter. Tannenbaum reinholen und schmücken. Wasserpfützen beseitigen und dann Watchmen gucken.

Und dann konnte der heilige Abend auch endlich kommen.