Postfiliale des Grauens (außerhalb Berlins)

Nicht nur in Berlin gibt es schreckliche Postfilialen. Auch Delmenhorst hat so eine. Und dank Privatisierung zur AG auch wirklich nur noch diese eine, zumindest wenn man gezwungen ist, die nicht ausgelieferten Päckchen und Pakete an dieser Sammelstelle abzuholen. Was für berufstätige Menschen leider häufiger vorkommt.
Ich habe das Glück, mit einer in Elternzeit befindlichen Frau quasi eine Päckchenannahmestelle im Hause zu haben und war so schon lange nicht mehr genötigt worden, die Postfiliale des Grauens aufzusuchen. Wenn es hoch kommt, in den letzten 12 Monaten vielleicht ein einziges Mal. Letzte Woche war es gleich dreimal! Es war der Horror. Ein typischer Besuch in der PfdG sieht in etwa so aus:

Ankunft bei der PfdG. Die vorderen viereinhalb Parkplätze sind besetzt. Der Behindertenparkplatz auch. Durch ein Paketwagen der DHL. Ich fahre weiter auf den großen Parkplatz hinter der Post, auf dem geschätzte dreiundachtzig Parkplätze zur Verfügung stehen. Das Parken ist hier für Kunden verboten. Nur Beamte Angestellte und Postfahrzeuge. Der Punk kommt durch. Jedes verfickte Mal. Denn jedes verfickte Mal gibt es nur hier Parkplätze. Also ignoriere ich gekonnt die Verbotsschilder und parke hier. Und nur hier.
Ich betrete die PdfG. Soll heißen, ich versuche es. Und es bleibt erstmal beim Versuch. Die Warteschlange schlängelt sich an den Kartenständern, Adressaufklebertischen und den Reklameschildern (WiderlICH! Im Schritt zahl ICH!) vorbei bis zum Geldautomaten, wo die Neuankömmlinge die Orientierung des Warteschlangenendes verlieren. Alles hat ein Ende, nur die Wurst und die Warteschlangen bei der Post haben zwei…ich lache laut auf, mehr aus der Verzweiflung heraus und füge mich wie die anderen dem nichtexistenten Gott gegebenen Schicksal. So grausam könnte kein Gott sein…
Eine ganz normale Warteschlange in freier Postwildbahn
Vor mir steht eine Frau mit einem Paket, dass in etwa ihre Größe hat. Und von ihrer Gesichtsfarbe zu urteilen auch ihre Gewicht. Mitleid flammt auf, aber aus Mitleid von Personen hinter ihr wird die Schlange nicht kürzer. Dahinter ein Frauenpärchen, Mutter und Tochter, offensichtlich. Noch offensichtlicher will Mutter lieber die Schwester sein. Ich will nicht mal in der Nähe dieser beiden sein. Aber hier werde ich dazu gezwungen, mir die pinklackierten Pornoplastikschaufeln (danke für die Inspiration Underdog!) anzuschauen, während die vermeintliche Spitze der Evolution auf ihrem Smartphone umständlich herumtippelt und geistigen Dünnschiss in Richtung der einzigen Zuhörerin absondert. Ein Beispiel für bedingungslose Mutterliebe, das hier zu sehen ist. Live und in Farbe.
Hinter mir sind wenigstens keine Nazis (runterscrollen, da kommt noch Text). Dafür mit der Gesamtsituation unzufriedene. Was in Deutschland lautes Meckern ohne weitere Konsequenzen bedeutet. Also nicht wie in Frankreich, Griechenland oder anderen zivilisierten Ländern zu Protesten, Straßenbarrikaden und brennenden Regierungsämtern, sondern zum lauten Meckern bei der Post. Aber am Wahltag doch wieder das Kreuz bei der Mutti machen, weil die so einen tollen Job machen bei der CDU. Und stehen im Ergebnis dieses tollen Jobs bei der privaten Post die Beine in den Bauch, in dem schon das Gehirn sich seinen Platz gesucht (und gefunden) hat.

Kurz bevor der Akku schlapp macht, ruft Tim an. Ich bitte ihn, ein Survivalpaket abzuschicken, dass ich gleich mit abholen kann. Er nimmt meine letzten Worte entgegen und verspricht mir, sich um Steffi und Nicolas zu kümmern.
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Ein Kieselstein, den ich unter dem Kartenständer gefunden habe, rettet mich vorerst vorm Verdursten, als ich das andere Ende der Warteschlange zu sehen glaube. Mein Gehirn mag mich täuschen, weil das Gesabbel des Camouflage-Leggings-tragenden Evolutionsopfers das Ausdörren meiner geistigen Schaltzentrale beschleunigt hat. Doch an diesem Tag habe ich Glück. Ein kurzer Blick zurück auf die Schlange hinter mir beweist, dass die Postangestellten ein untrügliches Talent dafür besitzen, die Schlange nicht zu verkürzen.

Ich bin endlich an der Reihe. Ich schiebe das Kärtchen und den Ausweis über den Tresen. Der Postler bemerkt, dass ich noch das alte System habe und ob ich nicht das neue System benutzen möchte. Noch ganz in Abwesenheit eines funktionierenden Gehirns frage ich vorsichtig nach:

I: Häh?!
P: Sie benutzen noch das alte System, wenn sie das neue System nutzen, bekommen sie Benachrichtigungen per SMS.
I: Was ist das denn für ein System?
P: Wenn ein Päckchen für sie kommt, bekommen sie eine SMS und können dann ihr Päckchen abholen, statt mit der Karte.
I: Und, äh, was genau habe ich davon (denn ihr habt dann ja meine Handynummer, auf die ihr mir ganz unverbindlICH „interessante“ Infos schicken könnt)?
P: Sie können dann ihr Päckchen noch am selben Tag abholen.
I: Ja, wow! Ich kann mich dann einen Tag früher in die Schlange stellen. Das ist ja echt ein toller Fortschritt! Nein, ich denke nicht, dass sie meine Handynummer brauchen ich das neue System brauche.

Einen Hinweis auf das tolle Postbankkonto klemmt sich die Wurst ausnahmsweise mal und entlässt mich in die frische Luft.
Freiheit! Naja, fast. Noch nicht ganz.
Draußen auf dem Parkplatz üben sich die neueren Neuankömmlinge in der Wiederlegung von Darwins „Survival of the fittest“. „Survival of the Dummdreistesten“ trifft es hier schon eher. Auf dem Behindertenparkplatz steht jetzt kein DHL-Paketwagen mehr. Der steht jetzt direkt davor, um die Fußgänger die von oder schlimmer, zur Post wollen, um sein Wagen herum zu zwingen. Außerdem kann hier auch kein Auto mehr den Parkplatz verlassen, weshalb sich der Zugangs- und Abgangsverkehr bei der letzten verbliebenen Auf- und nun ja, auch Abfahrt wiederfindet. Da ist es dann egal, ob man nach links auf den kleinen Parkplatz nicht kommt, weil einer versucht auszuparken und noch darauf wartet, dass der hinter ihm vom Hof fährt, was er aber nicht kann, weil der, der nach links will, dem wiederum den Weg versperrt. Und Recht hat hier immer der Dümmste, bzw. er fordert es am lautesten ein. Was die etwas schlaueren, darunter auch meine Wenigkeit, der jetzt geradeaus auch nicht mehr durchkommt, weil der am lautesten Hupende sich immer noch im Recht sieht, auch zum Hupen zwingt, um die Aufmerksamkeit des Dümmsten zu bekommen, und ihn auf eben seine ganz spezielle Dummheit hinzuweisen. Aber spiele nicht mit Schweinen. Es werden alle dreckig und nur das Schwein genießt es…Ein Trauerspiel. Aber auch das geht vorbei und man wünscht sich beim schnellstmöglichen Verlassen des Areals nur noch, so schnell nicht wieder herkommen zu müssen.

Danke, liebe Post AG…

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A-Team in Google Earth

*hach* Was liebe ich das Internet. Paul van Dinther, der schon Ships und Helicopters für Google Earth gebastelt hat, hat auch das A-Team für Google Earth ermöglicht. Dabei kann man in Form des Vans durch viele verschiedene Städte juckeln. Wobei die am meisten Spaß machen, wo viele 3D-Gebäude gezeichnet sind. Also die amerikanischen…aber auch Berlin ist vorhanden. Oder die Niagara-Fälle.

Ein Beispielvideo gibt es auch:

Und hier kann man es spielen. Ich bin dann mal raus.

Nachtrag: Fast vergessen. Gefunden im Google Earth Blog.

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Womit ich nerven kann

Ma Rode, regelmäßigen Lesern unseres Blogs als fleißige Kommentatorin bekannt, führt auch ihr eigenes Blog. Da ich dazu nicht verlinken darf, tue ich das auch nicht. Nur so viel: Ich lese es gerne.

Vor kurzem veröffentlichte sie einen Beitrag, in dem sie sich über nervige Dinge äußerte. Hier die Liste:

* Smartphone-Benutzer, die ihr Hand sogar mit zum Klo nehmen (meine Kollegen)
* flappsige Fragen wie „Und? Alles gut?“, die keine Antwort erwarten
* Basecapes
* Berlin
* Sonnenbrillen auf dem Kopf (so tussihaft!)
* Hartz-IV-TV und Doku-Serien wie
* junge dicke Weiber mit Arschgeweih und ähnlich peinlichen Tatoos
* Männerbalett
* das Wort „quasi“
* Denglisch
* der Harry-Potter-Hype (obwohl ich die ersten Filme mochte)
* unsere derzeitige Regierung und ihre nicht nachvollziehbaren Entscheidungen (Themen wie Waffenlieferung, Energiepolitik …)
* schlecht recherchierte Zeitungsartikel und Verwechslungen von beispielsweise „Astronomie“ und „Astrologie“ (peinlich!)

Wollen wir mal sehen:

* Smartphone-Benutzer, die ihr Hand sogar mit zum Klo nehmen (meine Kollegen)
😳 Auf den Pott nehme ich das Smartphone (noch) nicht mit. Aber sonst ist es mein ständiger Begleiter…

* flappsige Fragen wie „Und? Alles gut?“, die keine Antwort erwarten
Jepp, kenne ich zu gut. Noch aus meinen Zeiten in der Produktion, wo die Kollegen ständig fragten: „Alles klar?“ und weitergingen. Habe mir ne zeitlang den Spaß gemacht und gejammert, wie schlecht ich das habe…hatte keinen interessiert. Außer einer handvoll wirklich netter Menschen.

* Basecapes
Geht, trage selber welche, wenn ich mich längere Zeit in praller Sonne aufhalte. Was wirklich nervt ist dieses aufgesetzte Tragen, womit der Träger aussieht, als hätte er einen Wasserkopf…WTF?!

* Berlin
Woah, Berlin finde ich eigentlich ziemlich geil. Die Menschen wirken offener und freundlicher. Bin immer wieder gerne in Berlin. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich nur noch alle zwei Jahre nach Berlin komme und von freundlichen Kegelkollegen umgeben bin.

* Sonnenbrillen auf dem Kopf (so tussihaft!)
In Verbindung mit einem Pulli über den Schultern!

* Hartz-IV-TV und Doku-Serien wie
Wie was? Wie „Mitten im Leben“? „X-Diaries“? (Mehr kenne ich nicht und will ich auch nicht kennen…)
Die nerven nicht, die sind einfach scheiße. Und jeder der sich so einen Scheiß ernsthaft antut, muss selbiges im Kopf haben.

* junge dicke Weiber mit Arschgeweih und ähnlich peinlichen Tatoos
Gegen junge dicke Weiber habe ich nichts. Gegen Arschgeweihe auch nichts. Die inflationäre Verteilung macht es nervig.
Aber noch viel nerviger finde ich junge dicke Weiber mit peinlichen Tattoos, die über junge dicke Weiber lästern, die sich vom gängigen Schönheitsideal nichts vorschreiben lassen und sich weiblich anziehen…That sucks!

* Männerbalett
Das gibt es? Und wenn ja, wo wird man damit belästigt?

* das Wort „quasi“
Ich wusste es. Ich benutze das Füllwort „quasi“ einfach viel zu oft. Sorry, ich gelobe Besserung.

* Denglisch
😳 Volle Breitseite jetzt. Wobei ich selber einen Geburtstagsgruß einer Freundin bei Facebook neulich gelesen habe, wo mir der abwechselnde Deutsch-Englisch-Gebrauch sauer aufstieß.

* der Harry-Potter-Hype (obwohl ich die ersten Filme mochte)
Das kann mich nicht wirklich nerven. Ich habe bereits eine Ehe hinter mir, bei der meine Frau (14 Jahre älter), zu einem Kind mutierte, wenn eine Veröffentlichung eines neuen Buches bevorstand. Da bin ich abgehärtet.
Btw: Schönes Ende. Jetzt haben wir es geschafft. 😉

* unsere derzeitige Regierung und ihre nicht nachvollziehbaren Entscheidungen (Themen wie Waffenlieferung, Energiepolitik …)
Und unsere Medienvertreter und unsere verantwortungsbewussten Unternehmen und unsere tollen Experten und…

* schlecht recherchierte Zeitungsartikel und Verwechslungen von beispielsweise „Astronomie“ und „Astrologie“ (peinlich!)
*hehe* Das war schon wirklich peinlich! Nur leider nichts neues. Und dieselben Zeitungen berichten über Wirtschaft, Politik und andere wichtige Dinge! Unglaublich…

Coming up next: Was mich nervt – Eine neverending Story!

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Lenas ESC-Sieg und ihre Folgen für die deutsche Gesellschaft

Nach 28 Jahren schafften es Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab den Eurovision Song Contest wieder nach Deutschland zu holen. Viel hat sich getan in der Zeit. Deutschland wurde wiedervereinigt, der kalte Krieg beendet und neue Feindbilder geschaffen.

Leider ist auch mit dem letzten Sieg im damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson genannten Wettbewerb zeitlich etwas anderes verbunden. Der Politikwechsel im damaligen Westdeutschland, der uns 16 Jahre lang einen in wichtigen Fragen schweigsamen Bundeskanzler einbrockte und dessen Führungsstil die aktuelle Bundeskanzlerin auch gerne kopiert.

Nun ist es ja so, dass Lena Meyer-Landrut die deutsche Nation in zwei Lager spaltet. Die einen mögen das Geplärre des ESC gar nicht oder besitzen nicht mal einen Fernseher. Es soll sogar Leute geben, die hassen Lena (garantiert eine Gruppe bei IrgendwasVZ und Facebook wo ich nicht angemeldet bin).

Aber es gibt auch Leute, die haben den ESC genau verfolgt (Hallo Süße!^^) wegen Lena oder respektieren ihren Verdienst den sie für Deutschland geleistet hat. Es soll sogar Leute geben, die lieben Lena (garantiert eine Gruppe bei IrgendwiesowasanderesVZ und Facebook, wo ich was? Richtig, nicht angemeldet bin).

Aber Fakt ist: Deutschland bleibt gespalten. Deutschland steht am Abgrund und es bedarf tatkräftiger Unterstützung unserer regierenden Oberschicht.

Und die fackelte nicht lange. Am Montag gab unser Bundespräsident seinen sofortigen Rücktritt bekannt und schrieb seinerseits Geschichte, als erster Bundespräsident der während seiner Amtszeit mit sofortiger Wirkung zurücktrat (Lübke trat nicht wirklich zurück, sondern verzichtete auf sein Amt, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit jedoch fortführte).

Unsere Regierung, die ein feines Gespür für das Volk hat, reagierte ihrerseits mit einem genialen Schachzug. Statt jetzt einen Kandidaten vorzuschlagen, der zwar auf allgemeine Zustimmung stoßen würde, würde letzten Endes doch nur wieder zu Streitereien führen. Denn wen nehmen? Hans-Jürgen Papier, den ehemaligen Präsident des Bundesverfassungsgerichts? Jutta Limbach, die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts? Oder vielleicht doch Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche?

Nein, dass würde eine Entscheidung schwer machen und den tiefen Riss in der deutschen Gesellschaft, den Lena zu verantworten hat nicht kitten, sondern im Gegenteil nur vertiefen.

Unsere Regierung erweist sich in diesen Tagen als viel weitsichtiger. Unter tatkräftiger Mithilfe der Medien, die mit einseitigen Umfragen ihre Leser manipulieren, wird eine Kandidatin in den Ring geworfen, die auf so große Ablehnung stößt, dass alle (und ich meine alle, wirklich alle) fassungslos mit dem Kopf schütteln und gemeinsam einen Satz rufen, der mit jeder Stimme lauter wird: Not my President!

Dazu kann ich nur sagen: Schön, dass wir eine so tolle Regierungskaste haben, die ihren politischen Klüngel derart unverhohlen ausleben, dass alle was davon haben. Die Politiker das Geld, die Lobbyisten die Macht, die Medien ein Thema, die Unternehmer noch viel mehr Geld und die Bürger die Unterhaltung.

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Jaja, die Berliner

Eine neue Arbeitswoche hat begonnen und das gibt mir Gelegenheit, mich vom anstrengenden Wochenende zu erholen. Denn wenn die Berliner da sind (oder wir bei den Berlinern zu Gast), dann ist der Zeitplan eng gestrickt, ein volles Programm angesagt und kaum Zeit zum Verschnaufen.

Freitag, 16:30 Uhr:

Die Berliner kommen an, mit einem Bus der Berliner Füchse.

17:30 Uhr:

Nach dem ersten Beschnuppern flitze ich nach Hause, mache aus dem Arsch ein Gesicht, dusche, schmeiße meinen Oberkörper in ein frisches Shirt und flitze wieder hinüber zum Hotel Goldenstedt.

19:00 Uhr:
Nach der Willkommensgeschenkübergabe wird das Buffet eröffnet. Danach wird bei einem gemütlichen Bierchen geplaudert.

22:30 Uhr:
Als letzter CON-er (Albert zählt nicht ;-)) verlasse ich das Hotel und lege mich keine Stunde später ins Bett.

Samstag, 8:00 Uhr:

Die wenigen Momente gemeinsamer Zeit will ich mit Steffi am Frühstückstisch verbringen. Also ab zum Bäcker, dort feststellen, dass ich das Portemonnaie vergessen habe, wieder zurück, wieder hin, beim Lebensmittelgeschäft um die Ecke Eier holen uuuuuund frühstücken.

9:15 Uhr:

Ankunft beim Hotel Goldenstedt zwecks Fototermins.

10:00 Uhr:

Beginn der ersten von drei Touren. Gunter Eckert legt eine für die Berliner nicht mehr zu überwindende Holzzahl vor.

10:45 Uhr:

Die „goldige“ Tour beginnt bei der auch ich teilnehme. Nach übermotivierten Start und entsprechendem Frustaufbau finde ich unter Volldampf und viel Druck auf dem Kessel in die Spur zurück, scheitere aber auch knapp an der Holzzahl von Gunter. Dafür bin ich der Tourbeste und erkegel mich damit zum zweiten Mal in meiner Karriere in die erste Mannschaft.

11:30 Uhr:

Die letzte Tour mit den Favoriten beginnt. Dabei verweisen mich alle drei Delmenhorster auf die Plätze und schlagen als Einzige auch die Holzahl von Gunter. Damit standen die Delmenhorster zum vierten Mal in Folge als Sieger fest. Und mein Vater sicherte sich als Tagesbester einen Platz auf dem Wanderpokal (gest. von Albert Goldenstedt).

12:45 Uhr:

Ein kurzer Happen wird im Hotel verspeist. Anschließend werden die Bierkisten aus dem Keller geholt und dann schnell nach Hause für eine kurze Dusche.

13:45 Uhr:

Treffen am Bus zwecks gemeinsamer Abfahrt nach Ritterhude. Stefan steht derweil noch bei Aldi an der Kasse, weil er noch dringend Batterien für die Kamera kaufen wollte. Die Kundin vor ihm hat Nudeln vergessen und jagt ihre Mutter los um noch welche zu holen. Die Kassierin ist bereits mit dem übersichtlichen Einlauf beschäftigt. Die Mutter weiß nicht, welche Nudeln und nimmt nach einer (ewigen) Diskussion „Fusili“ mit. Die Kassierin hat die Summentaste schon bestätigt und würde gerne per Schlüssel einen weiteren Artikel auf den Bon packen. Das ist den beiden zu viel Umstand und sie lassen die Nudeln raus… 👿

13:50 Uhr:
Stefan steigt auf das Fahrrad und flitzt zum Hotel.

13:54 Uhr:
Ankunft beim Hotel inklusive den dazugehörigen Nackenschlag aller im aufgeheizten Bus Wartenden…

14:45 Uhr:

Ankunft bei Tietjens Hütte. Noch ein schnelles Bier vor dem großen Abenteuer Torfkahnfahrt.

15:15 Uhr:

Die Torfkahnfahrt beginnt. Nobbie wird als Steuermann eingesetzt und der Kapitän (?) hisst das Segel. Leider ist es nicht gerade windig und so kommen wir als letztes Boot bei Melchers Hütte an. Naja, fast als letztes, denn eins von den drei Kähnen hat noch einen kleinen Abstecher flußaufwärts gemacht.

16:30 Uhr:

Von Melchers Hütte wird der Rückweg angegangen. Unser Alkoholpegel ist leicht gestiegen, aber alle zusammen erreichen nicht annähernd das Pensum der gerade eingetroffenen Jugendbande. 😉

17:30 Uhr:

Ankunft bei Tietjens Hütte. Nach der Zwischenentleerung der Blase ging es schnell an den Tisch um Essen zu fassen. Und jetzt kommt ein Kompliment an die Bedienung. Es wussten wohl nur die wenigsten, was sie zu Essen bestellt haben, aber jeder hat tatsächlich das Essen bekommen und verdammt noch mal, alle wurden satt! Okay, Nobbie hat noch die Teller der Nebenleute geleert, wobei ich ihm gerne behilflich war. 😉

20:00 Uhr:

Abmarsch nach Hause. Während des Heimwegs bot die Nationalmannschaft Unterhaltung und Stoff zur Diskussion.

20:45 Uhr:

Ankunft in Delmenhorst. Einige müde Gesellen begeben sich ins Bett, andere leeren noch ihre erworbenen Likörflaschen. Andere schalten die Multimedia-Anlage des Hotels an und bereiten sich auf den Eurovision Song Contest vor. Dieses Vorhaben wird allerdings von Fußballbegeisterten konterkariert.

22:00 Uhr: Diesmal verabschiede ich mich nicht als letzter. Aber die Aussicht, einen Boxkampf beizuwohnen, statt dabei zu sein, wenn ESC-Geschichte geschrieben wird (und noch einiger anderer Gründe) veranlassen mich, die Heimstatt aufzusuchen.

Sonntag, 8:00 Uhr:

Aufstehen und Brötchen holen. Diesmal vergesse ich nicht das Geld, dafür aber Steffi vernünftig zu wecken. 😉

9:25 Uhr:

Ich hole meinen Vater ab, der am Vortag mit dem Taxi nach Hause durfte musste. Treffen am Hotel plus anschließender Kolonnenfahrt hinter dem Berliner Bus. Im strömenden Regen geht es auf zum Teil haarsträubenden Wegen durch Bremen. Parkplatzsuche war für Bremer Verhältnisse schnell erfolgreich.

10:10 Uhr: Ankunft im Hofbräuhaus in Bremen. Schnell zeichnet sich ab: Die Bedienung wird nicht für Freundlichkeit bezahlt. Der Eindruck bleibt auch bis zum Schluss. Viel zu viele gehen leer aus mit Getränken…

11:05 Uhr:

Spaziergang an der Weser wird durchgeführt. Mein Vater und ich verabschieden sich herzlich vorm Hofbräuhaus und freuen uns riesig auf das nächste Jahr. Am 27.05.-29.05.2011 ist es soweit.

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Gleich gehts los!

Gleich gehts los! Gleich gehts los! Gleich gehts los! 😀

In wenigen Minuten werden die Berliner am Hotel Goldenstedt eintreffen und dann werden wir die 4. Begegnung der Dresdenia, Eintracht Berlin und dem CON Delmenhorst feiern.

Mittlerweile sind die Berliner uns richtig ans Herz gewachsen, was man an der Vorfreude von unserer Seite merkt. Aber auch umgekehrt ist die Vorfreude riesengroß, was die hohe Teilnehmerzahl beweist. Insgesamt 37 Berliner werden erwartet und das übertrifft die Zahl unser Aktiven (also der RICHTIG Aktiven) um das sechsfache.

Heute Abend ist nach einer kurzen Akklimatisierung ein gemeinsames Abendessen vorgesehen, morgen um 10 Uhr dann der sportliche Vergleich inklusive Pokalverleihung. Im Anschluss wird ein kurzer Stärkungshappen zu sich genommen um dann irgendwo östlich von Bremen in einen Torfkahn zu steigen und irgendeinen Fluss östlich von Bremen zu schippern. Danach wird dann vernünftig gegessen und wieder ins Hotel gefahren, wo der Abend sicher noch lange nicht vorbei sein wird. Ich hoffe, Albert denkt daran, den Beamer ans Fernsehprogramm anzuschließen, da den einen oder anderen noch der Eurovision Song Contest interessieren wird.

Am Sonntag ist die Verabschiedung in Bremen an der Schlachte geplant. Aber an Abschied mag ich jetzt noch gar nicht denken…

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Es hat geklingelt

Heute morgen vormittag beim Frühstück klingelte es an der Tür.

Kurzer Blick durch das Fenster. Nein, es war nicht der Postmann

Da ich niemanden mit einem Moped kenne, bin ich sicherheitshalber direkt an die Tür gegangen, statt über den Summer aufzumachen. Es war Siggi, ein Kegelkollege, der mir eine Sicherheitskopie der vereinsinternen DVD mitbrachte, auf dem ich unter anderen in einem Video zu sehen bin, wo 20 cm meiner vollen Haarpracht abgeschnitten wurden (und immer noch 30 cm übrig blieben ;-)). Wir hatten darüber letzten Samstag gesprochen und er war gerade in der Nähe und dachte an mich.
Während wir uns noch etwas unterhielten, tauchte tatsächlich der Postmann auf und überreichte mir das Paket, auf das wir schon sehnsüchtig warteten.

Bevor das aber aufgemacht wurde, haben wir erstmal zu Ende gefrühstückt, dann gründlich die Hände gewaschen und dann erst das Paket aufgemacht. Ich mache es zur Abwechslung mal kurz: Wir sind begeistert.

Jetzt besorgen wir uns sämtliche in Frage kommenden Adressen und dann werden fleißig Karten verschickt.

Übrigens. DER wird nicht eingeladen:

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Berliner Vorgeschmack

Ende diesen Monats kommen unsere Berliner Kegelfreunde zwecks sportlichen Vergleichs zu Besuch.

An diesem Wochenende hatten wir bereits Besuch eines Kegelvereins, der sein 60-jähriges Bestehen in Delmenhorst feierte und mit dem wir einen freundschaftlichen Vergleich auskegelten. Zu Gast war der auf Kreisliganiveau kegelnde Klub Turbine Falkensee, der vor den Toren Berlins zu Hause ist.

Aus sportlicher Sicht waren die „Spandauer“ uns hoffnungslos unterlegen, obwohl wir durch die Landesmeisterschaft in Celle nicht mal in Bestbesetzung antraten. Das tat der guten Laune der Besucher aber keinen Abbruch.

Vor dem Wettkampf wurden sogar Besuchergeschenke überreicht.

Während des Wettkampfes sollte der Spaß an der Freude seinen Vorrang haben. Außer bei den Prassis, die ihr internes Familienduell ausfochteten. Leider gewann der Erfahrenere vor dem Schöneren Knackigeren Jüngeren.

Nach dem Wettkampf wurde dann lecker über drei Gänge gespeist. Festzuhalten bleibt:

– Im Hotel Goldenstedt gibt es keine Spargelsuppe aus dem Glas oder der Dose.

– Steffi, die uns u.a. bediente, muss schon in der Küche das kleinste Schnitzel für mich beiseite gelegt haben.

– Rote Grütze ist nichts für mich, weil zu sauer. Aber das wusste ich auch schon vorher.

Auf jeden Fall war es ein schöner Abend und es scheint im nächsten Jahr, wenn wir zu unseren Berliner Freunden fahren, einen Abstecher am Freitag nach Falkensee zu geben. Mich würde es freuen.

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Gute Nachrichten

Es gibt Tage, da trudeln auch mal gute Nachrichten über RSS ins heimische Wohnzimmer. So gute, dass ich sogar Steffi vom Essen machen aus der Küche rufe. Leider war sie sich der Tragweite dieser guten Nachricht nicht bewusst.

Berliner Club SO36 gerettet

Der legen – Achtung, es kommt gleich – däre Club, der viele später erfolgreiche Bands in seinen frühen Jahren beheimatete, unter anderem „Die Toten Hosen“ *würg* oder „Einstürzende Neubauten“ *yeah*, sollte wegen Anwohnerbeschwerden mit einer sündhaft teuren Lärmschutzwand ausgestattet werden. Nach Benefizkonzerten und einer lukrativen Preisverleihung scheint die Finanzierung dafür zu stehen und ein Stück deutscher Musikgeschichte wird bis 2020 weiter existieren.

Das SO 36 – sprich Esso 36 – ist nach dem damaligen Postbezirk Südost 36 benannt und liegt inmitten von Kreuzberg. In den Achtzigern war es DER Treffpunkt für Punks und New Wave. Lydia Lunch hatte hier ihre ersten Deutschlandauftritte und Bands wie „Slime“, „Die Ärzte“ und „Die tödliche Doris“ gaben sich hier die Hand. Heute ist es überwiegend ein Treffpunkt für Schwulen und Lesben geworden, hat sich aber seinen politischen Hintergrund stets gewahrt. So wird einmal im Monat das SO für Sozialberatung genutzt und unterstützt das Bündnis „Freiheit statt Angst“.

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte (2. Fortsetzung)

Bevor ich zu meinem 15. Lebensjahr komme, muss ich noch eben etwas aus der 1. Fortsetzung dieser Reihe korrigieren. Ich war 15 als ich von meiner ersten Freundin mit NKotB penetriert wurde. Ich erspare Euch aber ein weiteres Lied von dieser „Ausnahme-Boyband“. 😉

Es sollte also härter werden. Mein Taschengeld investierte ich deshalb zwecks Informationszufuhr nicht mehr in die „Bravo“, sondern in Qualitätsmedien wie „RockHard“ oder „Metal-Hammer“. Man(n) gönnt sich ja sonst nichts. Die Poster darin zierten bald meine (Kinder-)Zimmerwand, auch wenn ich mit manchen Bands nichts anfangen konnte. Aber das sollte sich ja noch ändern.

Das Genre Heavy-Metal habe ich irgendwie übersprungen. Bands wie „Iron Maiden“ sagten mir nicht zu, weil die hohe fiepsige Stimme mir bei der Art von Musik komisch vorkam. Das sollte sich auch bis heute halten, wo ich mit den Scheiben von „System of a Down“ nichts anfangen kann. Eine Tortur für mich, wenn Steffi im Auto ihren Rappel bekommt und „SoaD“ auflegt. Der Wechsel zwischen hoher und tiefer Stimme macht mich kirre.

Stattdessen überkam mich ein wahres Wohlgefühl, als ich das erste Mal Bands wie Anthrax hörte. Nanu? Zu der Zeit sang Anthrax dank Joey Belladonna doch auch mit einer hohen fiepsigen Stimme. Stimmt, aber die Texte waren gut. Zu der Zeit achtete ich sogar sehr auf die Texte. Etwas was mir ein Jahr später nicht mehr sooo wichtig sein sollte.

Tja, und dann war da natürlich auch, dass sollte nicht vergessen werden, „Metallica“ sehr wichtig. Ja, die Band, die später bei mir blankes Entsetzen und Ablehnung bei mir auslösen sollte, ob ihrer Gier und dem Verhalten gegenüber ihren Fans…

Aber davon war 1991 noch nichts zu spüren. Bevor das schwarze Album rauskam, hatte ich die alten Scheiben rauf und runtergehört. „Kill Em All“, „Master of Puppets“ (meine Lieblingsscheibe) und die „Justice for All“ glichen einer musikalischen Offenbarung in meinen Ohren.

Das schwarze Album hatte sich im Gegensatz dazu schnell ausgehört. Klar waren Songs wie „Unvorgiven“ und „Nothing Else Matters“ für die ruhigen Stunden immer gut. Aber der Rest klang zu sehr nach Retorte in meine Ohren und konnten nicht annähernd mit den alten Liedern mithalten.

Aber das alles war nichts gegen die Könige des Trash-Metals: „Slayer“. Ihrem Album „Reign in Blood“ verdankte ich es, dass ein Großteil meines Hirns weggeblasen wurde. Den kümmerlichen Rest bangte ich mir dann auch noch raus. Das war dann im November 1991, wo „Slayer“ in der Stadthalle in Bremen spielte. Ich hatte noch nie davor und nie wieder danach meinen Hals einer derartigen Belastung ausgesetzt. Kurz: Es war geil! Allerdings hatte ich noch tagelang Schmerzen nach dem Konzert, aber das war es wert.

So ging das Jahr mit dem Konzert meines Lebens zu Ende. Zumindest das, wofür ich mich und meinen Körper am meisten aufgeopfert habe. Von einer Fahrt nach Berlin 15 Jahre später für eine andere Band mal abgesehen. 😉

Das nächste Jahr sollte musiktechnisch noch härter werden, schließlich wurde ich ja auch älter. Doch irgendwann hat man seine Spitze erreicht. Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit dem besten Lied, was Slayer wohl gemacht haben. Das Video möchte ich aber NICHT für Zuschauer unter 18 Jahren empfehlen. Es sei denn, sie behaupten der Holocaust wäre eine Lüge.