Wenn’s läuft, dann läuft’s

Lang ist’s her, dass hier im Blog mal wieder jemand zu Wort kommt. Aber der heutige Tag hat sich geradezu aufgedrängt, niedergeschrieben zu werden. Wie ich das halt so mache…meine kleine Anekdote aus dem Alltag.

Der heutige Tag war eigentlich recht simpel verplant. Der Vormittag war weitestgehend frei gehalten, um mal wieder Zeit zu haben, nur mit den Kindern zu spaßen (Nicolas 2Jahre 4 Monate, Isabel 5,5 Monate) und Mittag zu Essen – jammy lecker Pfannkuchen. Am Nachmittag hab ich Besuch erwartet von meinen befreundeten Mamis. Eigentlich muss man sagen, fing dieser heutige Tag schon gestern an. Denn Schlaufuchs wie ich manchmal bin, wollt ich es mir recht stressfrei machen und habe bereits am Mittwochabend den Boden von meinem sooo leckren Mandarinen-Sahne-Schmand-Blechkuchen gebacken. Das geht auch recht fix, ein paar Zutaten zusammenschütten, rühren und für 20 Min in den Ofen. Außerdem hatte Stefan die Idee, gestern ausnahmsweise mal früher ins Bett zu gehen. Das ist ja gar nicht so verkehrt, dann bin ich für den heutigen Tag wenigstens ausgeruht. Tja, denkste. Wenn man von 22.15 Uhr bis 0.30 Uhr wach im Bett liegt, trägt das nicht gerade zur Fitness am nächsten Tag bei. Bei der Gelegenheit hab ich gleich den gaaaanzen Donnerstag gedanklich mehrmals durchgeplant. Ich hätte mühelos ein nachmittagfüllendes Programm für die Kids zaubern können – ach was sage ich, mindestens 2 Varianten davon. Von Gemeinschaftsspielen bis Gruppensingen, Basteln und malen. Nur, unter uns, das brauchen wir gar nicht für unsere Treffen, denn unsere Kinder spielen einfach zusammen und wir trinken Tee, Kaffee und essen lecker Kuchen – wie Mamis das halt so machen. Naja, aber irgendwie musste ich die schlaflose Zeit ja nutzen. Um 3 Uhr bin ich dann noch kurz zu Isabel gegangen und hab ihr den Mitternachtssnack gegeben, um dann friedlich bis 7 Uhr weiterzuschlafen.

Stefan war bereits zur Arbeit als mich Nicolas durchs Babyphone weckte. Ich drückte die Gegensprechanlage und murmelte: “ Nur noch ein paar Minuten, okay?!“ Da ich keine Antwort bekam, ging ich von der allgemein gültigen Regel „Schweigen heißt Zustimmung“ aus und drehte mich nochmal zu Seite. Ca. 10 Minuten später meldete sich Nicolas erneut. „Nu gut“, dachte ich mir, „steh ich halt auf. Isabel sollte ja auch demnächst wieder hunger bekommen“ – dachte ich und blickte auf ihr Babyphone. Doch, oh Schreck, das war aus. Warum? Die Batterie war leer und anstatt vorher wie wild zu piepen, geht das Sch…ding einfach lautlos aus. Natürlich hab ich es gleich wieder angeschlossen und angemacht und prombt ertönte ein eindeutig hungriges Gebrüll von der anderen Seite der Leitung – UPS …. Sorry Süße!

Naja, die nächsten Stunden sind schnell erzählt. Fläschen geben, Frühstück für den Sohn und mich machen, Zähne putzen, anziehen, Windel wechsel…halt das Übliche. Um 10.30Uhr mal überlegen, ob ich den Kuchen jetzt schon fertigstellen soll, oder lieber nach dem Mittag. Ach was soll’s, in der Garage ist es ja noch ein bißchen kühler, so dass die Sahne-Schmand-Schicht schon nicht weglaufen wird und zur Not, ab damit (in kleine Stücke zerteilt) in den Kühlschrank. Also holte ich den locker flockigen Biskuitboden aus dem Ofen und …. rümpfte die Nase. Hmmm?? Muss der Boden so aussehen? Und vor allem fühlt der sich normalerweise doch viel fluffiger an und nicht hart wie ein Brett. Steffi, du hättest ihn doch besser abdecken sollen, denn so hat er nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem Boden meiner Vorstellung.

Aber bevor ich Panik schiebe, erstmal Mama anrufen, vielleicht weiß sie ja Rat. Doch meinen dünnen Strohhalm, dass vielleicht die Sahnemasse, die drauf kommt das ganze wieder weich macht, knickte meine Mama ganz schnell um und gab mir dafür wenig Hoffnung. „Ach“, frotzelte ich noch am Telefon, „dann mach ich den schnell nochmal, ist ja kein Hexenwerk.“ An sich hab ich damit auch recht, nuuur in diesem Fall hatte ich leider übersehen, dass mir eine Zutat gestern abend ausgegangen war, das Rapsöl. NATÜRLICH fiel der Groschen erst, NACHDEM ich den, nennen wir ihn „Riesenbiskuitkeks“, in kleine Stücke zerbrochen vom Blech gelöst hatte. OK, also doch nochmal einkaufen. Wenn ich mich beeile, schaff ich es noch vor Isabels nächster Flasche. Also, Baby geschnappt, ab in den MaxiCosi und die beliebte „Schuhdiskussion“ mit Nicolas geführt. Der liebt es nämlich barfuß zu gehen! Und da er ja wirklich nur raus aus dem Auto und rein in den Einkaufswagen muss, hatte ich da auch nix gegen. Schon fast die Haustür hinter mir zuziehend mit Isabel, dem Einkaufskorb und der Handtasche im Gepäck, fiel dem jungen Herrn aber noch ein, dass er unbedingt nochmal rein müsse. „Oh nein. Auto“, waren seine Worte. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er schon wieder an mir vorbei geflitzt ist. Na gut, dann halt das gelbe Tut-Tut-Auto mit ins Auto. Wenn ich das Radio etwas lauter mache, hör ich auch den lieblichen Singsang vom gelben Stadtflitzer nicht mehr:

„Ich geh gern auf große Fahrt, tut tut, piep piep. Fahre hin und fahre her, winke allen zu. Lachen, winken tuuuut-tuuuut“

Bei Edeka den Einkaufswagen mit Nicolas und MaxiCosi gefüllt und schnell durch die Gänge geflitzt. Gleich auch schon mal Dinge für das morgige Essen eingekauft und auch für heute den Speiseplan geändert. Denn noch einen zweiten Teig für Pfannkuchen anrühren…  neee, keinen Bock und vor allem auch keine Zeit mehr. (Der Kleine sollte gegen 12 Uhr Essen, damit er schnell zum Mittagsschlaf kommt, damit er dann wieder fit ist, wenn sein Besuch da ist). Es war ja mittlerweile schon 11.15Uhr. Also habe ich, eher untypisch für uns, in der Fertigtruhe geschnüstert und mal Paella rausgegriffen. Die hab ich wirklich schon ewig nicht mehr gegessen.

Es waren dann auch tatsächlich 4 Kassen offen doch bei allen als letzter Mann ein vollbeladender Einkaufswagen. Nach gutem Auge fürs Detail, sprich Anzahl der Einkäufer vor mir, habe ich dann eine Kasse ausgesucht und selbstverständlich auch gleich Murphys Gesetz zu spüren bekommen. So stand ich da hinter einem Mann, der wiederrum hinter einer laaangen Lebensmittelschlange am Band stand, an deren Ende, an der Kasse, eine junge Frau und ein etwas viel älterer Herr standen. Und es ging nicht weiter. Warum? Das konnte ich von meinem Platz aus nicht erkennen. Also die Zeit nutzen um ein bißchen mit dem Sohnemann zu singen und zu spielen. Das ging allerdings erst, nachdem ich ihn beruhigt hatte, weil er ausgerechnet jetzt, unbedingt und ohne Kompromisse aus dem Einkaufswagen aussteigen wollte. Und die erste Minute Null Verständnis dafür hatte, dass das jetzt so gar nicht ginge. Aber den Disput hatten wir glücklicherweise schnell geklärt und lagen uns danach in den Armen, wo seine Tränen schnell trockneten. Nun konnte ich auch meine Waren aufs Band legen und es ging weiter. Ach nein, doch nicht, wieder ein Stopp. Immer noch das ungleiche Paar am Anfang unserer Schlange. Währenddessen murmelte Nicolas irgendetwas Unverständliches und zeigte auf oder neben die Frau hinter uns. Wie das so ist bei Kindern, wenn man sie nicht versteht, werden sie zornig und energischer, sprich lauter. Es hat etwas gedauert, doch aus den Lauten „Huwa Arm“ oder so ähnlich. hatte ich dann richtig geschlussfolgert, dass Nicolas das Pferdetattoo auf dem Arm der Frau hinter uns meinte.

„Ja, sagte ich, “ da ist ein Pferd auf dem Arm“.

Und wir grinsten in Richtung Frau, die aber keinerlei Miene verzog, sonder sehr ernst und, nennen wir es, verbittert zu uns blickte. Ich haute noch schnell raus, dass auf der anderen Seite auch ein Löwe sei, und drehte mich dann schnell wieder in die Bewegungsrichtung nach vorne um. Normalerweise kennen wir fröhlich grinsende Menschen hinter uns in der Schlange sobald Nicolas mit seinem Charme spielt und die Kunden in ein knuffig-kindliches Gespräch verwickelt. Oder sie spielen mit ihm kleine Spielchen, wie „Kuck-kuck“ hinter meinem Rücken. Ich mag das, das ist ein freundliches Miteinander in der Warteschlange. Diese Frau hingegen verstreute schlechte Laune und böse Blicke.  Und nur ganz nebenbei die Tattoos waren ganz gruselig gestochen und erinnerten eher an die ersten Versuche eines Tätowierers in den 90igern.

Vorne bekam ich nun den Grund für das Stocken unserer Schlange mit. Vielleicht war die Frau hinter uns ja auch deshalb so eine Miesepeter, weil sie warten hasste, so wie ich in diesem Moment. Denn wir hatten es ja nun mal eilig. Ich bekam also mit, wie der vorhin erwähnte alte Mann von ihr, der jungen Frau, weggeschickt wurde. Er solle von irgendwas drei Säcke mitbringen.

Ernsthaft jetzt? Erweitern die hier an der Kasse jetzt ihren Einkauf? Was soll das denn? Und die Kassiererin wartet jetzt echt auf den laufschnellen Opa bis er die 3 irgendwas gebracht hat , um dann weiter abzukassieren? Ja geht’s noch?“

Der alte Mann kommt dann auch irgendwann wieder mit einem Sack Äpfel, woraufhin sie sich aufregt, denn sie hätte doch klar „drei“ gesagt, woraufhin der alte Sack Mann wieder losdackelt. Ich hingegen, konnte nur noch laut schnaubend meinen Kopf auf den Einkaufswagenschiebegriff fallen lassen, was Nicolas aber überhaupt nicht gut fand und mich vehement von diesem wieder runterdrückte. Ein Blick zur Kasse nebenan verriet mir, dass ich dort JETZT an der Reihe wäre. Hätte, wäre, wenn…so ist’s halt manchmal. Ich sag’s ja: Wenn’s läuft, dann läuft’s. 🙂 Nachdem die Äpfel eintrudelten ging dann auch alles sehr zügig und ich konnte mich wieder auf dem Weg zum Auto machen. Alles wieder reingehievt und bei schnuckelig warmen Temperaturen zurück nach Hause. Alles wieder aus dem Auto raus und rein ins Haus geschleppt. Da, muss ich sagen, war ich schon gut aufgewärmt, denn es war ja wie erwähnt ein wunderschöner, sonniger Tag. Genau so einer, an dem man mit seinen Kindern schön im Garten spielen kann und unter dem Apfelbaum, im Schatten, auf einer Decke ausruht. – So wie es eigentlich geplant war -. Naja, nun also auf: Kuchenboden backen. Alle Zutaten zusammenschütten und dann noch schnell das Mehl abwiegen.

„Hui, da ist ja gar nicht mehr soooo viel drin. Hoffentlich reicht’s noch.“

NEIN! selbstverständlich reichte es nicht. 100 g fehlten. Und 100 g beim backen ist eine nicht zu vernachlässigende Größe. Also, Isabel rein in den MaxiCosi (goßzügigerweise, hat sie noch nicht nach der Flasche verlangt), Autoschlüssel gepackt und rein ins Auto. Schnell noch mal Mehl kaufen. Achja, schnell ist immer so eine Sache. Wenn sich genau dann, wenn man es eilig hat, der Sohn dazu entscheidet genau jetzt NICHT auf seinen Sitz zu klettern, sondern sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz versucht nach vorne zu quetschen. Hab ich erwähnt, dass ich klein bin? Nicht gerader hilfreich, wenn man das Kind aus der Mitte des Wagens wieder herausfischen muss. Trotzdem hab ich es geschafft und wurde von Nicolas mit einem steifen Körper und ganz viel und lautem Gebrüll belohnt. Also nur unter Kraftanstrengung gelang es mir, den kleinen Quälgeist in den Sitz zu schnallen. Beleidigt war er trotzdem…mir egal, ich auch. Und geschwitzt hab ich nun endgültig. Nachdem ich ziemlich reibungslos das Mehl gekauft hatte und wieder zu hause angekommen war, war es mittlerweile 12.05 Uhr. Gut, dass ich die Paella gekauft habe. Also Teig anrühren und parallel die Paella in der Pfanne aufwärmen. Nicolas hatte sich seine Hüpfpferd geholt und Isabel wurde auch schon leicht unruhig. Was ihr nicht zu verdenken war. Also richtig schnell den Teig aufs Blech – und da ist sie auch schon, die Hungersirene von Isabel, und das Blech rein in den Ofen. Paella umrühren, Wasser aufkochen für das Fläschchen. Wecker stellen für den Kuchen, Bluse ausschütteln, weil heiß. Fläschchen fertig machen, Paella umrühren, Isabel aus dem MaxiCosi holen und auf dem Stuhl, etwas unbequem Position zum füttern einnehmen. RUHE 🙂 Wie schön.

Die Hälfte der Flasche war geschafft, da machte es einen Riesenknall. Und auf den „Bumms“ folgte ein „Wähhhhhh“ Nicolas hat sich rücklings vom Hüpfpferd abschmeißen lassen und ist mit dem Kopf auf die Fliesen gefallen. Natürlich tut das weh, natürlich weint man und natürlich hilft da nur Mamas Arm und pusten. Ich also mit der Kleinen auf dem Arm und der Flasche unters Kinn geklemmt nach unten auf den Boden. Direkt vor dem warmen Ofen, versteht sich. Linkes Bein Isabel, selig am trinken. Rechtes Bein Nicolas, bitterlich am weinen. Doch alles gut, kein Blut, keine Beule – pusten und streicheln hilft.

Dann war es Zeit für Nicolas Essen, 12.30Uhr. Und während er isst, könnte ich ja schon mal das Chaos vom backen beseitigen, da ich ja fast alle Utensilien eh wieder für den Belag brauche. Also Abwaschen. Aus den Augenwinkeln sah ich nur, wie Nicolas das gerade eingenommene Essen wieder auf den Teller ausspuckte.

„Heiß“, sagt er.

„Ja Schnubbi, dann müssen wir noch mal pusten.“

Kaum umgedreht um den Abwasch weiterzumachen, hörte ich nur ein

„Ihh bah“

und wieder kleckste das Essen aus seinem Mund auf den Teller.

„Was’n nu schon wieder?“

Der Blick auf den Teller verriet mir, dass er wohl keine Muscheln mag. Dann hab ich also alle Muscheln rausgepickt, damit er weiteressen konnte. Man muss dazu sagen, Nicolas ist eigentlich ein sehr guter Esser und er mag auch viel. Gut, Muscheln gehören nicht dazu und anscheinend auch keine Garnelen. Nach ein paar Löffeln Reis, musste ich diese nämlich auch raussuchen. Also auch das Abwaschen wurde mir irgendwie erschwert. Als ich dann fertig war, haute ich mir schnell noch ein Ei in die Pfanne, weil ich Paella gerne auch mit Spiegelei essen mag. Als ich mich mit meinem Essen dann zu Nicolas gesetzt habe, schiebt der nun seinen Teller zu mir und sagt sehr bestimmt:

„Ei, Ei. Dicolas auch Ei“.

Jaaaaa gut, fair muss man ja bleiben, bekommt Sohnemann also auch ein Spiegelei. Kaum auf dem Teller, fiel gleich der erste Bissen wieder aus dem Mund. Zu heiß? Ja, erst schon, aber nach dem pusten fiel es erneut aus seinem Mund. Nicolas schob mir wieder den Teller entgegen und sagte, er sei fertig. Stirnrunzelt guckte ich ihn an und fragte ihn, ob das jetzt sein ernst sei und ob er tatsächlich das Ei nicht essen mag. (Er liebt Ei. Jedenfalls zum Frühstück am Wochenende).

„Mama Ei“

waren seine Worte und so pickte ich nach Muscheln und Garnelen auch das Spiegelei aus seiner Paella, damit der Herr dann noch 2 Löffel Reis und ganz wichtig, das Stück Fleisch essen konnte. Dann war er nun wirklich fertig. Also ab ins Bett.: 13 Uhr.

Der Kuchenboden war inzwischen auch fertig und Isabel ist auch eingeschlafen. Herrlich, dann kann ich ja noch in Ruhe duschen, bevor ich den SahneSchmandkram mache. Also Kuchenboden aus dem Ofen und ….wundern.

„Der sieht ja wieder nicht so aus wie er soll. Der ist total platt und irgendwie auch am Rand sehr hart. Wirklich aufgegangen ist der auch nicht… ????“

Und dann war er da, der erkenntnisvolle Blick auf das Rezept. Noch völlig verdatter und ungläubig, hab ich meine Mama angerufen und ihr erzählt was sie doch für eine dumme Tochter hat. Ernsthaft, hab ich es doch zweimal fertig gebracht, das Mineralwasser im Teig zu vergessen.

Kein Mineralwasser, keine Fluffigkeit! (ob es das Wort gibt, ist mir egal, es trifft die Vorstellung, die ich von meinem gelungenen Kuchenboden hatte).

Ich habe ernsthaft mit mir gehadert, ob ich ein drittes Mal den Boden backen sollte, aber 1. hab ich kurz mal dran gedacht, was für eine Riesenverschwendung an Lebensmitteln das wär und 2. hatte ich absolut, überhaupt keinen Bock mehr drauf. Und geschmeckt hat er ja, war nur halt sehr dünn und etwas fester. Also hab ich, genau nach Anleitung, den Belag fertiggemixt und auf den Boden verteilt, in die Garage gestellt und mich selbst unter die Dusche. Es war 14Uhr und ich war fertig. Also, konnte ich nun gemütlich alles draußen vorbereiten. Ein paar Spielsachen rausstellen, Tisch decken etc.

Als ich dann so kurz vor Besuchererscheinen den Kuchen vom Blech auf den Servierteller heben wollte, verging mir echt die Lust am backen. Obwohl, nee eigentlich musste ich nur noch Lachen. es ging ja echt mal schief, was schief gehen konnte, bei dem kleinen Projekt:

Ich backe meinem Besuch einen ganz schnellen, aber sehr leckren Kuchen!

Der Kuchenboden krallte sich nämlich förmlich am Backpapier fest und war von diesem nur mit mehreren Schubbewegungen zu lösen. Das wiederrum fand der Sahne-Schmand-Belag überhaupt nicht witzig und fiel plump zu allen Seiten weg. So richtig fest ist er dank des Wetters nämlich nicht geworden. Als nun der Tortenheber unter das Stück Kuchen gebracht  und angehoben wurde, brach der Kuchen gleich an allen überlappenden Stellen durch! Fazit: Der Kuchen wurde umbenannt in

„einen Haufen von Biskuitkeks-Sahne-Schmand-Mandarinen-Potpourri mit Mandelsplittern“

Aber davon mal ganz abgesehen. Der Rest des Tages war sehr schön. Die Kinder haben schön zusammen oder auch alleine gespielt. Das Potpourri hat doch irgendwie schon geschmeckt und das Wetter war zum draußen sitzen und Kaffee trinken wunderbar. Es kam sogar ein wenig kühle Luft, so dass man beim Unterhalten nicht zusätzlich noch dahinschmolz. Das nächste Mal hör ich dann vielleicht doch lieber auf meine Mama, die da am Telefon sagte:

„Hättest du nicht besser einen Kuchen kaufen können?“

Ja, liebe Mama, hinterher ist man immer schlauer.

In diesem Sinne, wünsche ich weiterhin einen sonnigen Sommer und sende liebe Grüße und eine dicke Entschuldigung an die lieben Kollegen meines Mannes. Denen wurde nämlich schon ein lecker Kuchen am Freitag angekündigt, wenn die Mamas und Kinder denn was übrig lassen würden. Übrig geblieben ist schon was. Aber das ist, ganz ehrlich, weder transportabel noch vorzeigbar. :-/

 

 

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Der Haken

Ein richtig schöner Abend gestern, im Kreise meiner Familie. Das Essen hat geschmeckt, die Gespräche liefen auch gut. Es war einfach ein wunderschönes Wiedersehen.

Leider hatte der Abend dann doch einen negativen Haken. Kaum das der Besuch weg war und ich am PC saß, musste ich lesen, dass Adam „MCA“ Yauch seinem Krebsleiden erlegen ist. Mit 47 Jahren! Meine Gedanken sind gerade bei seiner Familie und Freunden, die viel zu früh einen Verlust beklagen müssen. Scheiß Krebs!

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Besuchszeit

Wenn alles gut gelaufen ist, dann sitzen wir jetzt am reich gedeckten Tisch und verzehren Teile eines Hähnchens, welches kurz zuvor noch in Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Oliven und Orangen gebadet hat.

Viel wichtiger als das was auf dem Tisch ist, sind jedoch die Personen, die um den Tisch herum sitzen. Denn nicht nur meine Eltern, denen ich das Gericht schon vor laaaaanger Zeit versprochen habe, sind anwesend. Nein, auch meine Cousine aus Amerika ist zu Besuch. Mitgebracht hat sie ihre Tochter Alisa und beide ihre Partner. Auf diesen Besuch freue ich mich schon richtig lange! Aber sowas von! 🙂

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Brötchenreportage

Auf die Reportage „Billige Brötchen: Die Spur der Teiglinge“ vom SWR (Teil 2 und Teil 3) bin ich durch Peter und seinem Blog gestoßen. Ist schon etwas her, als er sie vorstellte, aber wir waren ja hier auch ne zeitlang ohne Internet. 😉

Mich hat die Reportage nicht nur deswegen interessiert, weil ich selber lieber ein paar Cent mehr ausgebe und dafür noch was handgemachtes kaufe. Besonders bei Lebensmitteln sehe ich die Preistreiberei sehr skeptisch.
Die Reportage hat mich auch deswegen interessiert, weil mein Vater selber Bäckermeister ist und mich das Schicksal des im Film gezeigten Bäckers vor Augen führte, wie es meinem Vater mit einem eigenen Bäckerbetrieb gehen würde. Nun gut, selbstständig war er nur kurz nach meiner Geburt und mittlerweile in Rente…aber die im Film angesprochenen Massenschließungen von kleinen Bäckerläden gibt zu Denken. Ich sehe da parallelen zu den kleinen Tante-Emma Läden, die den großen Discountern und Einkaufscentern weichen mussten.
Außerdem wird in dem Film ein Betrieb gezeigt, in dem mein kleiner Bruder gearbeitet hat. Aber dann hören die Parallelen zu meiner Familie schon auf.

Ich habe die Reportage dennoch mit gemischten Gefühlen gesehen. Einerseits, wie gesagt, die Tatsache, dass durch den Wahn, alles möglichst billig zu produzieren, anzubieten und zu kaufen, auch am Lohn der Arbeiter gespart wird – wenn es nicht eh gleich im Ausland produziert wird. Andererseits auch die Tatsache, dass durch das Wissen über Rohstoffe und deren Verhalten und Reaktionen untereinander eine Weiterentwicklung nicht nur im Bereich der Lebensmittel stattfindet.
Deswegen gefiel mir nicht die unterschwellige und vom Reporter zum Ende hin deutliche Meinungsbildung, dass Chemie per se böse ist.

Klar gibt es zu Denken, wenn selbst Lebensmitteltechnologen kaum was über die Interaktion von Enzymen wissen, die in unseren Lebensmitteln sind. Aber das im Zusammenhang mit Backmischungen, deren Zutaten, sind diese einmal gemischt, nicht einfach zu ermitteln sind. Bei dieser Szene drohte die Reportage ins Reißerische abzudriften. Sie hat dann gerade noch die Kurve gekriegt.

Alles in allem ist sie sehenswert. Wenn der Backshop-Besitzer als Handwerker vorgestellt wird oder die Anzahl der Bäcker im polnischen Betrieb aufgezählt wird, sollte man schon mal anfangen zu überlegen, wem ich eigentlich mein Geld für Lebensmittel über die Theke schiebe.

Gerüchteküche

Vor einigen Wochen schrieb ich bei den „Düsteren Fundstücken„, dass das Restaurant „Rosengarten“ in Roffhausen wegen Renovierung geschlossen wäre und ich Bescheid gebe, wenn es wieder geöffnet hat.

Nun brachen die Suchanfragen nicht ab, teilweise verbunden mit anderen Worten, wie „Rattenfleisch“ und so. Das veranlasste mich, am letzten Wochenende mal wieder bei meiner Schwägerin nachzuhaken.
(Zum Verständnis: Durch die Entfernung zwischen Delmenhorst und Friesland kriege ich nicht alles mit und frage dann bei der Familie meiner Frau nach den örtlichen Gegebenheiten. Das heißt nicht, dass in diesem Falle meine Schwägerin im betreffenden Restaurant angestellt ist, sondern auch nur das weiß, was in der örtlichen Presse steht oder sie durch „hörensagen“ rangetragen bekommt.)

Auf jeden Fall fragte ich halt nach, und sie erzählte mir, dass es wohl doch nicht nur eine Renovierung wäre, die das Restaurant veranlasst hat, die Türen dichtzumachen, sondern es wohl auch wegen unsauberer Zustände wäre. Mehr weiß sie nicht. Folglich weiß ich auch nicht mehr. An Gerüchten, dort wären Ratten im Keller gefunden worden und diese wären statt irgendwelchem Fleisch dort angeboten worden, möchte ich mich nicht beteiligen!

Was ich kann ist vergleichen. Und wenn ich das mongolische Restaurant „Rosengarten“ mit dem „Grill & Wok Paradies“ in Bookholzberg vergleiche, dann kann ich sagen,

– dass beide sehr lecker sind (oder waren)

– dass ich keine geschmacklichen Unterschiede beim Fleisch feststellen konnte (es sei denn, beide bieten Rattenfleisch an…)

– dass es Unterschiede beim Bedienungspersonal gibt, aber eben nicht beim Essen.

So viel dazu. Sollte es wieder aufmachen, versuche ich da mal vorbeizuschauen und werde dann berichten.

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Level up

Nachdem der Endgegner am 02.04. geschlagen war und die Speicherung des Zwischenstandes ein paar Wochen gedauert hat, geht es jetzt weiter zum nächsten Level. Gut, dass das Level zu zweit gespielt wird. Mit einer Mindestspieldauer von 18 Jahren ist das Level schließlich kein Kinderspiel. Aber noch haben wir ein paar Monate Zeit, um Herzchen zu sammeln.

Am 25.02.2012 geht es dann los.

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Urlaub, 1. Teil

Der eine oder andere wird sich schon gedacht haben, dass wir mal wieder im Urlaub waren. Vorgefertigte Beiträge, die zum Teil seit Monaten in der Entwurfsliste schlummerten. Auf Kommentare wurde auch nicht geantwortet. Ja, wir waren im Urlaub. 🙂

Vorgenommen und geplant war dieser Urlaub, so wie er auch abgelaufen ist, schon seit unseren Flitterwochen. Wir wollten schon immer eine Städtereise machen und nahmen uns mit Leipzig und Dresden die wohl schönsten Städte Deutschlands vor. In Leipzig sollten wir günstig bei Steffis ehemaliger Mitschülerin (und unserer gemeinsamen Hochzeitsfotografin) Kristen unterkommen. Die zog sogar kurz vorher noch extra um, damit wir auch ja genug Platz haben. 😉

Danach sollte es nach Dresden gehen. Leider kam ein Todesfall in der Familie dazwischen. Die Beerdigung war auf den ersten Tag in Dresden angesetzt, was wir vor der Abfahrt nach Leipzig erfuhren. Genug Zeit also, das Hotel in Dresden zu informieren, was auch kein Problem war.

Wir fuhren also nach Leipzig, zusammen mit Kristen, die zum Altstadtfest in Jever weilte. Steffi hatte die Tage über leider mit Kopfschmerzen zu kämpfen, aber zeigte eisernen Durchhaltewillen und ließ sich nicht ins Bockshorn jagen. Am Dienstag Nachmittag gingen wir durch Leipzig spazieren, sahen das Bundesverwaltungsgericht, sahen eine Bibliothek von innen und pausierten in der Moritzbastei.

Abends saßen wir vor dem Laptop, filmguckender- und naschenderweise.

Den Tag darauf ging es wieder in die Stadt, wo wir im „Zeitgeschichtlichen Forum“ waren und dort einen Informationsoverkill erlitten (man achte auf den Preis unter den Öffnungszeiten!). War sehr interessant, insgesamt hielten wir uns dort gut drei Stunden auf. Wir spazierten noch etwas auf der Karli, stärkten uns dann aber zu Hause um Abends auf die Karli zurückzukehren. Denn Kristen hatte uns einen Film rausgesucht, der auf dem Feinkostgelände Open-Air gezeigt werden sollte. Deshalb waren wir gegen acht Uhr wieder vor Ort, sicherten uns drei Plätze und warteten gespannt auf den Film. Der wirklich sehr gut war.

Am nächsten Morgen sind wir, nach einem kleinen Schlenker bei Kristens alter Wohnung, zu zweit weiter. Ziel war das Panometer, wo es ein 360°-Panorama vom Regenwald zu sehen gibt. Hier verging die Zeit wieder wie im Flug.

Danach sind wir noch zu einem Pflichtbesuch am Völkerschlachtdenkmal vorbei, wo wir auf den Eintritt verzichteten. Bei 27° Celsius dafür zu bezahlen, dass man bis zu 500 Stufen erklimmen darf? Ohne uns. Stattdessen fläzten wir uns in die Mittagssonne und genossen den Baulärm, der aufgrund von Renovierungsarbeiten am Denkmal herrscht.

Wieder zurück bei Kristen wurden wir noch mit Mittagessen versorgt und machten uns wieder auf den Heimweg. So endete der erste Teil unseres Urlaubs.

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Flittern in sweet home Alabama (12) – Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort…

Heute durfte ich den Hahn im Korb spielen. Denn zusammen mit Susanne, ihrer Tochter Jana und Steffi ging es wieder zu etwas typisch Amerikanischem.

Und weil Steffi und ich das Lied zu unserem Hochzeitstanz aus unserer Lieblingsserie genommen haben, ich ein T-Shirt mit dem wohl bekanntesten Wort aus der Serie mein Eigentum nenne und auch sonst schon einiges aus der Serie adaptiert haben, verkünde ich unseren heutigen Ausflug mit einem Lied aus eben dieser. Ich bin so frei. 🙂

Es ging zur ortsansässigen Bel Air Mall. Wo Steffi auf jeden Fall noch für ihre liebe Schwester ein Paar Schuhe kaufen wollte. Und für sich auch gleich ein Paar einsteckte. Weil ja „Buy 1, get the 2nd half price“ auch genutzt werden will.

An diesem Tag wurde meine Kreditkarte zum glühen gebracht. Neben den Schuhen entdeckte Steffi noch

– eine Tasche

– zwei Kapuzenjacken

– zwei T-Shirts

Für mich war auch noch was drin:

– ebenfalls eine Kapuzenjacke

– ein T-Shirt für mich und

– eins für meinen Bruder

– ein Mitbringsel für meine Mutter

– sowie eine Übergangsjacke, nach der ich noch gesucht hatte.

Und mittendrin ein Familientwist. Susannes Tochter ist, nun ja, gerade in einem Alter…

Wir sind mit zwei Autos dagewesen und Susanne wollte eventuell mit Jana zurück fahren. Janas Lust war irgendwann dann sehr übersichtlich geworden. Und das schon nach ca. zwei Stunden oder so… 😉

Susanne wollte uns noch kurz ins nächste Geschäft begleiten, was ihre Tochter mit kompletter Ablehnung quittierte. Entweder jetzt oder sie fährt alleine. Basta.

Meine Cousine war jedoch gar nicht auf Krawall gebürstet und ging mit uns weiter. Dann halt so.

Zehn Minuten später, Susanne und ich gingen gerade durch ein Geschäft, wo ich besagte Übergangsjacke entdeckte, da klingelte ihr Handy. Jana steht draußen, ihr Auto springt nicht an. Ob sie bei uns mitfahren könnte.

So fühlt sich also Schadenfreude an… 🙂

Wir waren mit unseren Einkäufen eh durch. Noch eben das Mitbringsel für meine Mutter und dann raus zur demütig wartenden Tochter.

Der Nachmittag: Business as usual.

Der Abend: Auch. Sogar ans Bier waren wir gewöhnt… 🙂

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Flittern in sweet home Alabama (2) – Der erste Eindruck

Wie bei einem Jetlag nicht anders zu erwarten, waren wir nicht nur früh im Bett, sondern auch früh wieder wach…

Oder war es die Aufregung? Oder die Angst, irgendwas zu verpassen?

Egal, meine Cousine war auch schon wach und so frühstückten wir erstmal und chillten ne Runde. Natürlich wollten wir auch Amerika kennen lernen, denn meine Cousine beteuerte, dass man Amerika nicht in New York, San Francisco oder Las Vegas kennen lernt. Man lernt es in Alabama kennen. Denn die Großstädte mögen in den USA verdammt groß sein. Aber das Gros (*hihi*) der Menschen lebt dazwischen. Und dazwischen liegen große Entfernungen, die man mit dem Auto zurücklegt.

Wohl auch deshalb fiel Steffi schnell auf: Die haben hier ja keine Bürgersteige.

Die sind wirklich nicht präsent. Gelinde ausgedrückt. Fahrradwege? Nicht existent. Fahrradfahrer dementsprechend auch nicht. Und Fußgänger sind immer verdächtig…

Zuerst tankten wir das Auto voll. Zu 3 Dollar 60 die Gallone. Was ungefähr einen Dollar pro Liter Superbenzin entspricht. Bei einem Dollarkurs von 1,40$ zu einem Euro macht das 75 Eurocent für einen Liter Super Bleifrei. Was wiederum einer Verdopplung des Benzinpreises in den letzten sechs Jahren in den USA entspricht. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum Amerikaner über die „viel zu hohen“ Benzinpreise stöhnen.

Kleines Beispiel: Es hat drei Tage gedauert, bis ich den ersten Toyota Yaris gesehen habe. Ein kleines Auto, dass auf deutschen Straßen zum Alltagsbild gehört. Das meistverkaufte Auto der USA ist der Ford F 150, ein Truck, dessen kleinster Hubraum bei 3,5 l liegt. Standardmäßig begegnet einem jedoch die größeren Versionen, da der Amerikaner nach der Prämisse kauft: Viel hilft viel…

Naja, jedenfalls sollte uns was (vermeintlich) typisches an der Tankstelle begegnen:

Nein, ich meine jetzt gerade nicht den Schulbus, sondern den Schildträger rechts daneben. Den so einen bekamen wir lediglich am ersten Tag zu sehen und danach nicht mehr wieder. Und die Aufschrift sagte alles. Genau weiß ich es nicht mehr, aber es war etwas nach der Art:

„Believe in Jesus or burn in hell“

What ever. Wir also weiter und uns die Neighbourhood angeschaut. Und zum Vergleich eine ärmliche und eine richtig reiche Neighbourhood. Wo dann man gleich die Polizei in ihren Autos präsent war. Sowohl in der armen, als auch in der reichen Neighbourhood.

Wir schauten uns dann die Viertel in Midtown an und fuhren weiter Richtung Downtown, wo Familienhäuser kaum noch zu sehen sind, sondern Geschäfts- und Büroräume sowie Bars, Cafes und Restaurants dominierten. Überhaupt waren privat genutzte Apartments kaum vorhanden. Auch die arme Bevölkerung wohnt in, wenn auch sehr heruntergekommenden, Häusern.

Nach unserer Rundfahrt ging es was Kleines zum Essen besorgen.

Leckere, klebrige Doughnuts… *mjam*

Unterwegs schnappte ich noch folgendes Bild auf, das nun wirklich typisch amerikanisch ist. Ein Bild von einer Kirche, die es überall gibt. Und sei das Kaff noch so klein und die Gegend noch so abgelegen. Mobile zählt 200.000 Einwohner. Nach Angaben meiner Cousine stehen in Mobile ca. 600 Kirchen…

Bei der Zahl haben wir ganz schön gestaunt. Nach unserem Urlaub sind wir aber der Ansicht, dass es mehr als 600 Kirchen sind, die in Mobile stehen. 😉

Von innen haben wir uns keine von den Kirchen angeschaut. Meine Kirchenpflicht ist für dieses Jahrzehnt abgegolten. Vielleicht schaffe ich es ja mal, dieses Jahr zum Tag der offenen Moschee am 03. Oktober ein islamisches Gotteshaus von innen zu sehen. Wer weiß.

Bevor es nach Hause ging, waren wir noch „kurz“ einkaufen. Erst in eine kleine Grocery, einem Gemüseladen rein, wo nur der Laden klein war. Melonen, so groß, dass ich nie wieder die sekundären Geschlechtsteile der Frau so bezeichnen würde. 😯

Zwiebeln, so riesig, dass selbst ich mit einem Viertel für eine Portion Spaghetti Bolognese klar kommen würde. Und Tomaten, die bei uns als Melonen durchgehen würden. Aber Preise, die bei uns in Deutschland zu einem Aufstand führen würden. Deren Lebensmittelpreise drängen einen geradezu in den nächsten Fastfood-Laden.

Danach ging es noch zum Walmart, wo wir die berühmt-berüchtigten Walmart-People live und in Farbe sahen. Hier machten wir den Wagen so richtig voll und gönnten uns u.a. einen Schokokuchen (der eigentlich nur aus Fett und Zucker bestand), Lagerbier, Tacochips (überhaupt Chips) und anderen ungesunden Süßkrams. Natürlich auch Salat, Obst und Gemüse. Für die Burger am Wochenende. 😉

Wir also wieder nach Hause, wo wir zu den Doughnuts einen selbstgemachten Erdbeermilchshake tranken. *mjammi* 🙂

Am selben Nachmittag begegneten uns auch unsere ständigen Begleiten. Die amerikanische Version der Eichhörnchen, Squirrel (sprich: Skuirl) genannt.

Nach so vielen Erlebnissen, vor allem aber dem Jetlag geschuldet, wurden wir Abends viel zu schnell wieder viel zu müde. Nichtsdestotrotz saßen wir bis 11:00 pm am Küchentisch und lernten uns noch näher kennen. Schließlich kannten wir Jörg gar nicht und selbst meine Cousine habe ich das letzte Mal vor über 20 Jahren getroffen. Da war viel Nachholbedarf. 🙂

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Flittern in sweet home Alabama (1) – Die Ankunft

Und der Montag wurde lang. Um 5 Uhr aufstehen, duschen, einen Kaffee trinken und versuchen, wach zu werden. Alisa war so nett und fuhr uns dann nach Düsseldorf zum Flughafen. Naja, fast. Erst fuhr ihre Mutter, sie fuhr das Auto dann zurück, da sie auch noch mit wach werden beschäftigt war. 😉

In Düsseldorf übernahm dann mein Cousinchen die Kontrolle über uns. Waren wir total aufgeregt und merkten gar nicht, dass der Sicherheitsbeamte beim einchecken immer dieselben Fragen stellte, war da Susanne schon cooler und später sogar genervt von soviel Inkompetenz am Schalter.

Im Sicherheitsbereich angekommen, wurde dann erstmal gefrühstückt, die letzten Mails und SMS verschickt und die Datenverbindung anschließend gekappt. Schließlich will ich keine böse Überraschung auf der nächsten Rechnung erleben. 😉

Und dann ging es auch endlich los Richtung amerikanischen Kontinent. Angeblich war der Flug sehr ruhig, aber für jemanden mit Flugangst, also jemanden wie mich, war er sehr unruhig. Dafür liefen Filme, die man sich ansehen konnte. Und das auch in der Originalsprache, wovon ich regen Gebrauch machte. Ich verstand zwar nicht alles, aber ich schärfte wenigstens schon mal mein Gehör für die englische Sprache. Was jedoch nicht viel brachte, wie sich die nächsten zwei Wochen noch herausstellen sollte…

Zwischendurch wurde Grönland überflogen, was schon recht spektakulär von oben aussah.

Naja, weiß halt… 🙂

Als wir dann in Atlanta, dem größten Flughafen der Welt, gelandet sind, hat sich meine Flugstatistik zu diesem Zeitpunkt bereits verdoppelt. Wie ein alter Hase fühlte ich mich trotzdem nicht gerade. Denn auch der kleine Hopser nach Mobile machte mir Angst. Zur Beruhigung trug dann auch nicht gerade die Durchsage des Pilots vor dem Start bei, der uns mitteilte, dass der Flug aufgrund von Winden sehr holprig werden würde…hätte ich bloß nicht mein Gehör verschärft…

Gelandet sind wir dann ja doch ganz sicher in Mobile, wo uns meine andere Nichte 2. Grades empfing. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen den beiden Schwestern. Aber auch Jana war ein freundliches Mädel, jedenfalls zu uns. *hüstel*

Wie auch immer, sie holte uns ab und brachte uns zur 967 Lansdale Ct. in Mobile. Unsere Heimstatt für die nächsten zwei Wochen.

Abends lernten wir dann noch Susannes Partner Jörg kennen, der Grund warum Susanne überhaupt in Amerika ist. Das nähere kennenlernen verschoben wir dann aber auf den nächsten Tag, weil wir bereits um halb neun todmüde ins Bett fielen.

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