Flittern in sweet home Alabama (8) – Alarm

Raus aus den Federn. An unserem achten Tag in Alabama, wo wir in Georgia aufwachten, stand der Besuch im größten Aquarium der Welt an. Also schnell gefrühstückt und ab ins Auto.

Circa eine Stunde hatte ich für die Fahrt eingeplant, nach einer dreiviertel Stunde waren wir bereits im Parkhaus. Dabei sind wir in die Rush Hour geraten, wo auf einer sechsspurigen Straße (!) Stop & Go (!) war.

Der Rest war kein Problem. Das muss man den Amerikanern ja lassen. Beschildern können sie. Das Navi führt einem zum Ziel und ab da stehen dann Schilder, wo man parken kann.

Nun waren wir zu früh da, das Aquarium machte erst um 10 Uhr auf. Doch hatten wir Glück, denn so standen wir am Anfang der Schlange. Die wurde erst mal ganz langsam abgebaut, nur zwei von sechs Kassen hatten auf. Kurz bevor wir ran kamen, öffnete die dritte und vierte Kasse und dann ging es ruckzuck. Die Kreditkarte gezückt und die 25,50 US-$ (plus Tax) bezahlt. Noch die obilgatorische Taschenkontrolle und Leibesvisitation und ein Erinnerungsfoto vor der grünen Wand, dann ging es endlich rein.

Wie gesagt, Amerikaner haben es drauf, was das führen durch unbekanntes Terrain angeht. Kaum drin, bekommt man eine Übersichtskarte in die Hand gedrückt. Erst dann kann man den riesigen Saal überhaupt genießen. Aber wir sind ja nicht gekommen, um uns einen großen Raum anzugucken. Jedenfalls keinen ohne Wasser drin. 😉

Im Uhrzeigersinn gingen wir die einzelnen Themenbereiche ab. Zuerst den Georgia Explorer, wo mehrere Touchpools waren. Dort konnte man Schnecken, Seesterne, Rochen, Haie und einiges mehr betatschen. Ich könnte ein ganzes Album mit Fotos erstellen, wo Steffi irgendwas am Anfassen ist. Ich belasse es bei einer kleinen Auswahl.

Beim Rochen meinte sie noch, der wäre irgendwie pelzig. Als ich den berührte, einigten wir uns mehr auf glitschig. Den Hai musste ich irgendwie auch mal berühren und der fühlte sich richtig rau an. War auf jeden Fall mal eine Erfahrung.

Wie sich die nächste Kreatur anfühlt, kann man sich vielleicht denken.

Der Bereich Georgia Explorer soll wohl die Küstengebiete um Georgia repräsentieren. Auf jeden Fall war ein Spielbereich integriert und eher für Kinder ausgelegt. Auch der nächste Bereich zog eher die Kinder und Patrioten an: River Scout.

Hier konnte man heimische Lebewesen aus allen Blickwinkeln betrachten. Sowohl von unten, als auch mittendrin.

Die Gelegenheit, hinter oder unter das Becken zu krabbeln, gibt es im Georgia Aquarium häufiger. Ist nicht unbedingt angenehm, für Menschen mit ähnlicher Körpergröße wie es bei mir der Fall ist. Nett ist es allemal und erlaubt ungewohnte Perspektiven. Leider machte unsere Kamera manches Spielchen nicht mit. Wie zum Beispiel beim Piranhabecken, wo man auch seitlich ans Becken krabbeln und sich in ein Bullauge setzen konnte. Entweder hatte ich Steffi auf dem Bild, und die Fische im Dunkeln. Oder die Fische erstrahlten im Glanze des Blitzlichtes, während von Steffi nur ihre Silhouette zu sehen war.

Doch die Zähne des Piranhas, die habe ich erwischt!

Anschließend ging es ins Coldwater Quest, wo wir die ersten richtigen Highlights des Aquariums zu Gesicht bekamen (ohne vorher davon gewusst zu haben). Die Rede ist von einem richtigen Filmstar. Ihr kennt das Tier sicher alle aus einer berühmten vierteiligen Filmreihe.

ALIEN!

Scary, oder? Ich musste gleich an das Viech aus dem ersten Alien-Teil denken, dass sich auf das Gesicht setzte um ein Alien im Körper einzusetzen.

What ever. Es gab ja noch interessantere Dinge zu sehen. Zum Beispiel Amenone Anom Anemno Anemonen. Und die sind ganz schön anhänglich, wie Steffi schnell erkannte.

Von ferne hörten wir schon orchestrale Musik und fragten uns, was das zu bedeuten hatte. Und dann sahen wir sie. Die Beluga-Wale. Wunderschön, vielleicht durch die Musik im Hintergrund schon übertrieben schön in Szene gesetzt, aber verdammt eindrucksvoll. Ein Bild kann das eh nicht angemessen genug wiedergeben, außerdem kribbelte es in meinen Füßen. Ich hatte nämlich meine Lieblingstiere entdeckt und zu denen wollte ich hin. Den Pinguinen!

Dort verloren wir ich etwas die Zeit. Als wir uns endlich von den kleinen Rackern trennen konnten, hatten wir noch mal die Gelegenheit, die Beluga-Wale aus einer höheren Warte aus zu beobachten. Schon klasse gemacht. Mittlerweile wurden die Wale gefüttert, was man mit einem „Behind the Scenes“-Zugang noch besser hätte sehen können. Das hätte 13 $ mehr gekostet und das war es uns dann doch nicht wert. Zumal nirgends genau beschrieben stand, was sich dahinter verbirgt.

Jedenfalls gingen wir weiter zum nächsten Bereich, welcher der größte in Aquarium ist. Der Ocean Voyager Bereich. Und der ist gespickt mit großen Scheiben. Erst wir an einer recht schmalen Scheibe fest und konnten uns gar nicht mehr abwenden, so atemberaubend war es. Und vielfältig. Mehrere Haiarten, Mantarochen und unglaublich große Fische gab es zu sehen. Irgendwann schnallten wir, dass der Bereich noch weiter geht und wir kamen durch den Tunnel.

Und der hatte es in sich. Nein, umgekehrt. 🙂

Darüber Worte zu verlieren, wird unserem Eindruck nicht gerecht. Nur so viel: Es gab genug Gelegenheit für tolle Fotos.

Oben sieht man die Silhouette des größten (bekannten) Fisches in den sieben Weltmeeren, dem Walhai. Und davon schwimmen einige im Becken. Jedes Mal, wenn der vorüberschwimmt, stockt einem fast der Atem, so gewaltig sind die.

Im Anschluss ging man seitlich am Becken lang und gelangte dann an das riesige Fenster des Beckens. Und dort gingen wir dann endgültig verloren. Was aber okay ist. Dort sind einige Stufen, auf denen man sich hinsetzen kann und sollte…

Oder man stellt sich vor das Becken und fotografiert sich mit einigen Fischen im Hintergrund. Zum Beispiel zum Vergleich der Größen.

Und ich meine jetzt nicht, dass Steffi klein ist, sondern der Fisch unglaublich groß.

Manche Fische waren auch zu scherzen aufgelegt. Insbesondere die Haie schienen einen Clown gefrühstückt zu haben. 😀

Und der hier auch!

Wer genau im Bild mit dem Größenvergleich hinschaut, erkennt mittig unten einen Fisch, den wir lange für Dori gehalten haben. War sie aber nicht. Die haben wir dann im nächsten Bereich gefunden, im Tropical Diver. Gefunden haben wir auch jemand anders.

Das war dann auch die letzte Station und Ihr könnte es Euch sicher denken…Wir haben dieselbe Runde noch mal gedreht. Die erste Runde haben wir so in zwei, zweieinhalb Stunden gemacht. Die zweite so in einer guten Stunde.

Am Ende fanden wir einen Stand, wo man sich seine Fotos vom Eingang anschauen und kaufen konnte. Hier traf uns fast der Schlag. Also anschauen konnten wir sie, d.h. sie waren schon ausgedruckt und alles. Zwei verschiedene Fotos mit unterschiedlichen Hintergründen plus ein paar Bildern vom Dolphin Tales Bereich – in dem wir nicht waren, weil der satte 16 $ zusätzlich gekostet hätte. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu dem, was die Bilder kosten sollten. 40 (Vierzig!) US-$! Für Fotos, die sie sowieso schon ausgedruckt hatten und mit unserem entsetzten „Nein“ in den Shredder steckten…

Vierzig Dollar hätten wir nicht mal ausgegeben, wenn wir das Komplett-Programm (Eintritt, Dolphin Tales, 4D-Kino und Behind the Scenes) im Aquarium bezahlt hätten. Öhm, da waren uns die eigenen Fotos Erinnerung genug an diesem schönen Besuch des Aquariums.

Das Parkhaus war übrigens auch nicht so teuer. Ich weiß nur nicht mehr, was ich dafür gelöhnt habe.

Aus Atlanta raus führte uns Lucy wieder ganz hervorragend, wenn auch nicht direkt auf eine Interstate, sondern erstmal die Simpsons Road genau zwischen Bankhead und Hunter Hills lang. Dort bekamen wir das zweite Mal nach New Orleans das arme Amerika zu sehen. Wobei auch hier Apartments und Trailer Parks, wie man es sonst aus Filmen kennt, nicht vorhanden waren. Auch arme Amerikaner leben in Einzelhäusern, die wiederum ziemlich heruntergekommen sind.

Irgendwann kamen wir dann auf die I-20, die wir Richtung Westen fuhren. Am nächsten Tag wollten wir schließlich in Memphis sein. Und das nach Möglichkeit ohne Umwege.

Ich habe doch gesagt, ohne Umwege! 😉

Der Trip von Mobile nach Atlanta und weiter nach Memphis war schon länger geplant. Man schaut sich schon mal die Strecke an, plant eventuelle Übernachtungen und geht dabei die Route etwas ab. Und was entdeckten meine Augen auf der Karte? Bremen. Klarer Fall, wenn wir da sind, dann müssen wir uns vor so einem Schild ablichten. Das war übrigens das erste Mal, dass wir in Amiland so ein gemauertes Ortsschild entdeckten. Tourifalle? Uns egal. Die restliche Tour sollten uns solche gemauerten Ortsschilder noch häufiger begegnen.

Wenn wir schon mal in Bremen sind, dann können wir auch gleich essen. Im Wendy’s aßen wir endlich mal wieder einen Burger. War der geil. Und die Pommes! Die besten Pommes in Amerika findet man definitiv bei Wendy.

Der Laden machte nicht so viel her. Milchige Scheiben, recht heruntergekommen – Bremen halt – und die Bedienung…bei der Bestellung fragte sie mich irgendwas. Keine Ahnung was. Ich verstand…NICHTS. What? Sie wiederholt es…Wort für Wort…im selben unverständlichen Dialekt. WHAT? Und wieder wiederholte sie sich. Schön, das hast Du gerade schon gesagt und ich habe NULL verstanden. Nach dem dritten Mal benutzte sie ihr kaum vorhandenen Intellekt um mit den Händen zu zeigen, was sie wollte. Ich weiß es nicht mehr genau. Ich weiß nur, dass sie schon tierisch angepisst war, weil ich sie ja nicht verstanden habe. Sorry that. Ich sprech nun mal kein Southern.

Naja, wir kamen ja zu unserem Essen. Refill war auch, so dass wir uns noch einen halben Liter Diet Coke für den Weg mitnahmen und dann ging es auch schon weiter. Über Birmingham, wo wir wieder eine süße Skyline zu sehen bekamen am Barber Motorsportpark vorbei, wo Tags zuvor noch ein Indy Car Rennen statt fand. Leider die Gelegenheit verpasst…

Kurz hinter Birmingham kam dann endlich das Lied, worauf man am meisten hofft, wenn man in den USA ist. Auch wenn es nicht auf Besucher zutrifft, so nimmt das Lied einen mit, wenn man den American way of life so hautnah spüren kann, wie wir es konnten.

Circa 50 Meilen vor unserer nächsten geplanten Übernachtungsmöglichkeit machten wir einen Zwischenstop in Jasper, wo wir in einen Walmart reinflitzten um Bier zu kaufen. Vorher erleichterten wir uns. Auf der Toilette sprach mich beim Händewaschen ein Amerikaner an. Das es in der Nähe von Walmart ja immer ein McDonalds gäbe und ob ich wüsste, wo hier einer wäre. Das ich ihm nicht helfen konnte, machte ich ihm schnell klar. 😉

Und dann kam die amerikanische Freundlichkeit wieder zum Vorschein mit einem kleinen Überraschungseffekt. Wo wir denn herkämen (Standardfrage!). Ja aus Deutschland. Er hätte auch einen deutschen Nachnamen. Schkouls. Wie bitte? Schkouls. Großes Fragezeichen bei mir im Gesicht. Es SSI Ätsch O Äl Set. Ach Scholz! Ja, das ist in der Tat ein typisch deutscher Nachname. 🙂

Und was wir denn hier täten und ob es uns gefiele. Das wir hier unsere Flitterwochen verbringen und es uns sehr gefällt. Da freute er sich und wünschte uns, sehr glaubwürdig, herzlichst alles Gute. Und reichte mir die Hand zum Abschied.

Nanu. Susanne sagte mir doch, dass in Amerika sehr selten die Hand gegeben wird. Eigentlich nur guten Freunden und lange Bekannten. Und das wusste ich auch durch Scot und seinem Blog. Ich habe mir seinen Artikel gerade noch mal durchgelesen und da steht:

„Amerikaner, die sich nur beim ersten Kennenlernen und bei sehr formellen Anlässen die Hand geben,[…]“

Ich war jedenfalls total verdattert und kann nur hoffen, dass ich wirklich gerade gestanden habe. 😉

Wir holten nach einigem hin und her unser Bier und Chips, nahmen noch eine Dose Spam für meinen Bruder mit und gingen an die Kasse. Dort wurden wir mit nur zwei Buchstaben wieder mit dem Southern Accent konfrontiert.

Äide, verlangte die Kassierin (die nicht nur die Sachen in Tüten einpacken – zwei Sachen pro Tüte maximal – sondern auch die ganze Zeit stehen müssen. Schönen Gruß an die freundlichen deutschen KassiererInnen!).

Bitte was wollen Sie?

Äide!

Warum zum Henker wiederholen sie dasselbe mit demselben Akzent? Geht das nicht deutlicher?

Ei.Dih.

Ach so, eine Identity wegen des Biers. Warum bin ich darauf nicht selbst gekommen? Ach ja, wegen der nicht sooo deutlichen Aussprache.

Wir wieder zurück zum Auto, wo ich eben noch aus dem Kofferraum mein Jäckchen holen wollte, weil es sich schon etwas zugezogen hatte am Himmel. Ich vernehme noch ein wie ein Alarm klingendes Geräusch und denke:

„Cool. Sogar wenn der Kofferraum offen ist, während der Motor läuft, schlägt das Auto akustisch Alarm.“

Tat es aber nicht. Als ich wieder in den Wagen stieg, saß Steffi kreidebleich dort und sagte, das gerade eben eine Tornadowarnung durchgegeben wurde. Für den Bereich Jasper. Und wo waren wir?

Man solle Schutz suchen und sich von der Straße entfernen. Wir waren rund eine halbe Stunde (laut Lucy) von unserem Motel entfernt. Das sollte genug Schutz sein. Nichts wie hin da.

Auf den Bildern kann man nicht wirklich was erkennen. Fakt ist aber, dass binnen zwei Minuten die Welt bereits unterging. Susanne sagte uns, wenn es regnet, dann wie aus Eimern. Wenn dann noch Wind, wie in unserem Falle sehr starker Wind dazukommt, dann ist das mit der Sicht nicht mehr sooo gut. Das Auto vor uns war schon gar nicht mehr zu erkennen. Ich sah nur an seinen Lichtern, dass er rechts ran fuhr und Schutz unter einer Brücke suchte. Und was die Amerikaner machen, die sich mit solchen Situationen auskennen, das mache ich dann auch.

20 Minuten schauten wir uns den Weltuntergang an, machten brav ein Video – welches ich nicht von der Videokamera auf den PC kriege 😈 – und warteten, dass es besser wurde. Es wurde zum Glück besser und als die vor uns stehenden Autos weiter fuhren, fuhren wir auch weiter. In Hamilton kamen wir tatsächlich eine gute halbe Stunde später an. Regnen tat es kaum noch und wir luden unsere Sachen im Zimmer an.

Wie man vielleicht an meinem Blick erkennt, varieren die Zimmer in Motels nicht sehr stark. Außer in der Sauberkeit. Da machte das Days Inn, in dem wir jetzt waren, einen deutlich besseren Eindruck. Das liegt jedoch nicht immer an der Kette an sich, sondern an dem jeweiligen Besitzer.

Wir nutzten die frühe Ankunftszeit, es war kurz nach sechs, um endlich die Karten zu schreiben, die wir schlauerweise mitgenommen haben. Danach war uns noch nach etwas Stärkung, also stiegen wir noch mal ins Auto und fuhren zum Taco Bell, wo wir irgend so ein Menü bestellten. Fehler!

Die Wraps waren gar nicht schlecht, kein Vergleich zum Speedy Taco, den ich aus dem Foodcourt in der Waterfront kenne. Das Enchilada kam auch sehr gut daher. Was gar nicht ging, waren die Pommes oder was immer das auch sein sollte. Pommes irgendwie nicht. Jedenfalls waren die mit Zimt (ja Katrin, mit Zimt!). Ich aß sie trotzdem auf, waren ja bezahlt. 😉

Der Kassierer sprach relativ deutlich und fragte uns auch, wo wir her kämen und wo wir hin gingen. Morgen geht es nach Memphis. Dann schönen Gruß an die Grizzlies, wenn wir die Gelegenheit hätten, sollten wir uns ein Spiel von denen angucken.

„Football?“, fragte ich sogleich und hatte kaum das Wort ausgesprochen, da antwortete er schon. Basketball. Fettnäpfchen. 😳

Werbeanzeigen

Düstere Fundstücke (KW 34)

Neue Woche, neue Fundstücke. Mittlerweile wächst mir die Kategorie richtig ans Herz, weil ich nicht nur meine humoristische Ader auslassen kann, sondern auch zu dem einen oder anderen Thema etwas Aufklärungsarbeit leisten kann. 🙂

***

beschreiben sie ihren urlaub in der türkei

Hab ich das nicht schon ausführlich genug getan?

***

erdbeben 8 august 2010 ägais

Wusste ich es doch!

***

in holand kinder gesiezt

Heißt das nicht Niederlaande?

***

sassen sillenstede

Ich habe Steffi gefragt, die kannte Sassen nicht. Eine Google-Suche ergab ein Möbelhaus, aber ohne eigener Homepage.

***

beisende fische marmaris

Scheint ja eine richtige Plage zu sein. Also klemende Tastaturen, nicht die Fische…

***

„stefan oder stephan“

Das ist doch wohl sonnenklar, oder? Natürlich Stefan. 🙂

***

borussia-park atmosphäre

Für einen Gladbach-Fan bestimmt toll. Aber nicht zu vergleichen mit der Atmosphäre im Westfalenstadion.

***

pokalverleihung in sillenstede

Ich sag Bescheid, wenn ich darüber was höre…

***

Bei den derzeit häufigsten Suchbegriffen ist der Junggesellenabschied mit tödlichem Ausgang ganz oben dabei, genauso wie die Burg Fischhausen gerne gesucht wird. Aber immer häufiger landen auch Besucher bei mir, die mit der Suche nach lucellum in Verbindung mit Urlaub oder der Verbraucherzentrale bei mir landen. Ihnen sei dieser Artikel noch mal nahegelegt.

Veröffentlicht in Fundstücke. Schlagwörter: , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Düstere Fundstücke (KW 34)

Düstere Fundstücke (KW 33)

Auch in dieser Woche wurde über Google unser Blog gefunden. Unter anderem mit diesen Begriffen:

war schonmal jemand mit lucellum im urlaub

Bestimmt, aber ob diese jene welchen so zufrieden waren, wie wir ohne lucellum lasse ich mal dahingestellt…

***

ich wurde in der türkei von fisch gebissen

Was für ein Zufall. Wir auch. Ich hoffe, es war kein böser Biss.

***

kabel 1 wissenswertes achterbahn 18 08 2010

Also jetzt mal ernsthaft! Kabel 1 und wissenswertes in einem Zusammenhang. Schließt das eine nicht das andere aus?

***

unterschied favoriten lesezeichen

Die Bezeichnung!

***

thomas wark bfb

Nein, sie haben sich nicht verhört. Er hat BFB gesagt. Und auch nein, Borussia Dortmund wird sich deshalb nicht umbenennen.

***

Immer häufiger wird unser Blog auch mit Suchbegriffen gefunden wie „tödlicher junggesellenabschied bauschaum“, „jungesellenabschied mit tötlichem ausgang“ [sic!] oder ähnlichem. Dazu sage ich noch einmal. Das ist eine moderne Legende.

Veröffentlicht in Fundstücke. Schlagwörter: , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Düstere Fundstücke (KW 33)

Der Grund der Entscheidung (Türkei, 5. Tag)

Am Dienstag morgen wurden wir wieder wie gewohnt vom Imam geweckt. Alles in Butter also. Wenn da nicht der Bauch wäre. Durchfalltechnisch schien zumindest bis zum Abend alles in Ordnung zu sein. Leider schien es nur so und abends ging es wieder so heftig los, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben zu Kohletabletten griff…

Ebenfalls zum ersten Mal in unserem Urlaub und in unserem Leben gingen Steffi und ich vor dem Frühstück an den Strand um uns zwei Liegen mit Handtüchern zu reservieren. Total peinlich war uns das. Wahrscheinlich haben unsere roten Köpfe den Strand in ein unnormales Licht getaucht. Wer weiß das schon?

Nach dem Frühstück ließen wir, im Gegensatz zu anderen Liegenblockierern, unsere Liegen nicht verwaist und genossen die Vormittagssonne. Halb dösend lagen wir so da, als uns eine vertraute Sprache ans Ohr drang. Unsere eigene…

Und leider wahr auch der Tonfall und die Art des Redens uns gut aus der Heimat vertraut. Mein Kommentar zu Steffi:

Die Meckerdeutschen sind da!

Gerade angekommen, ließen sich diese bereits über das schlechte Essen, die knappen Liegen (obwohl sie welche hatten) und das unfreundliche Personal aus. Dazu muss ich sagen, dass es sich um eine dreiköpfige Familie handelte, deren Tochter mit ewigen Fragen nicht nur ihren Eltern den letzten Nerv raubte. Die Mutter hatte eine Liege, die mit einer Auflage bezogen war (einer wie auf dem Bild mit der Katze) und auf dieser Liege noch eine Auflage von einer anderen Liege drauf packte, so dass einige Liegen nun „nackig“ waren. Das Personal reagierte auf die Beschwerden anderer Gäste, die keine Liegen hatten oder nicht auf dem Plastik liegen wollten und verteilte Auflagen. Dabei sah es auch, dass diese Frau ihre Auflage eigentlich nicht brauchte und nahm sie ihr weg. Für sie total unverständlich. Selbst ihr schlauer Mann konnte ihr das nicht erklären, weil er diese Aktion nicht verstand.

Und solche Menschen regen sich auf!

Von einer anderen deutschen Familie kam der Sohn aus dem Wasser zurück und schrie:

Diese verfickten Fische beißen!

Ja, sind denn hier nur die Familien angekommen, deren Kinder zurückgeblieben sind? Beißende Fische, dass ich nicht lache. Der ist zwei Minuten im Wasser und wird von den Fischen gebissen, wovon wir in den fünf Tagen noch nichts mitbekommen hat? Vielleicht sollte der sich mal waschen…

Als Steffi und ich ins Wasser gingen und gerade so knietief im Wasser standen, erschrak ich. Da knibbelt doch was an meiner Wade. Und was seh ich? Einer von den kleinen Fischen beißt doch tatsächlich an meinem Bein. Ja gibt es das?

Steffi fing an zu kichern, bis der Fisch von meinem Bein genug hatte, vielleicht weil ich ein paar Schritte wegging um ihn loszuwerden. Und da nun Steffis Beine in der Nähe waren, knibbelte er also an ihren Beinen, was sie dann nicht mehr so lustig fand. Aber ich. 😉

Merkwürdigerweise waren die (oder der) beißende Fisch(e) nur an diesem einen Tag so aggressiv. An allen anderen Tagen war von beißenden Fischen keine Spur.

Außerdem nutzten wir den Faulenzertag ausgiebig, um auf der Luftmatratze auf dem Wasser zu treiben. Wir ließen uns von der äußeren Absperrung gemütlich zum Strand zurücktreiben. Meine Beine waren zur Abkühlung im Wasser, Steffi lag auf dem Bauch, um auch mal dem Rücken etwas Farbe zu gönnen. Ich döste vor mich hin, als Steffi im ruhigen Tonfall sagte:

S: Da schwimmt ein totes Insekt im Wasser.

I: Mmmhmm.

S: Sieht aus wie eine Wespe.

I: Wo?

S: An Deinem Bein.

Sofort war ich hellwach und im Begriff, meine Beine aus dem Wasser zu ziehen, da war es auch schon zu spät. Ein stechender Schmerz schoss durch mein rechtes Bein. Als ich meine Wade begutachtete, steckte sogar noch der Stachel drin. Das war keine Wespe, das war eine Biene. Diesen Fauxpas verzieh ich Steffi ja noch, aber das sie mich nicht gleich darüber informierte, dass an meinem Bein ein Insekt lang trieb, nicht. Jedenfalls nicht sofort.

Zum Glück bin ich weder allergisch, noch blieb am Ende des Tages irgendwelchen Spuren zurück. Nach einer Stunde auf meine Schmerzen angesprochen, kam ich nicht umhin zu sagen, dass ich keine Schmerzen habe.

Geplant war, dass wir nach dem Kuchen essen nach Marmaris fahren. Der Stadt, weshalb ich mich hauptsächlich für den Urlaub entschieden habe.

Beim Dönerladen Marmaris in Delmenhorst gibt es den besten Döner der Stadt, dann kann das als Urlaubsziel nicht schlecht sein.

Das war DER Grund unserer Entscheidung. Naja, meiner Entscheidung. 😉

Da um 18 Uhr keine Taxiboote nach Marmaris fahren, sind wir in ein Dolmus, die hiesigen Minibusse, gestiegen und für fünf Lira pro Person an unser Ziel gelangt. Zum Glück hatten wir eine Frau an Bord, die sich perfekt auskannte, denn wir wussten nicht, wo wir auszusteigen hatten. Zwischendurch stiegen nämlich immer mal wieder welche aus, obwohl da keine, für Deutsche so bekannte, Bushaltestelle gab.

Als dann alle ausstiegen, fragte ich die Frau sicherheitshalber auch noch mal, ob das die Endstation wäre und wo wir nachher wieder aufgenommen würden. Nur ein paar Meter weiter wäre die Dolmusstation. Na, denn ist ja gut.

Wir schlenderten also am Hafen entlang, zumal uns die Frau im Reisebüro den schnuckeligen Hafen empfohlen hat.

Auf der rechten Seite waren die Schiffe, die Tauchfahrten, das uns bekannte Five Bay und andere Ausflüge anboten. Auf der linken Seite standen in Reih und Glied die Restaurants, die mit Catchern versuchten, Kundschaft für ihr Geschäft zu gewinnen. Und es waren echt hübsch aufgemachte Restaurants, mit sehr gemütlichen Flair.

Da mein Verdauung immer noch nervös war und ich zu dem Zeitpunkt mich lieber in der Nähe einer Toilette aufhalten wollte und vor allem, weil ich mich den ganzen Tag nur von trocken Brot und Melone (und ein paar Stücken Kuchen…) ernährte, setzten wir uns draußen in ein Restaurant, wo uns der erste Catcher auf sehr charmante Weise dezent ansprach (wirklich!). Und gemütlich war es auch.

Während wir da so saßen, beobachteten wir die ganze Zeit den Geschäftsführer, der jetzt der Catcher war. Und verdammte Axt, er hatte echt ein besonderes Talent. Mal abgesehen von dem obligatorischen und im ganzen Hafen zu vernehmenden „Lovely Couple“ konnte er sofort und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Deine Nationalität erkennen. Spätestens beim zweiten Versuch lag er fast hundertprozentig richtig. So sprach er die vorbeigehenden Menschen gleich in ihrer Sprache an, was diese häufiger mal zum Anhalten bewegte.

Und da wir fast am Weg saßen, halfen wir dem Guten auch gelegentlich unter die Arme. So schwärmte er meist von der „Best terrace of Marmaris“, was ich mit den Worten quittierte:

And the lunch is good, too.

Mindestens drei Pärchen oder Gruppen gingen so auf unsere Kappe. Schade, dass er das bei der Rechnung nicht berücksichtigt hat. 😉

Als zusätzliches Highlight konnten wir beobachten, wie das große Kreuzfahrtschiff, das bei Steffis Bild im Hintergrund zu sehen ist, den Hafen verließ. Tolles Schauspiel und ein adäquater Ersatz für das missglückte Bild von Samstag, als die Aida auslief und unsere Kamera ihre Untauglichkeit für Nachtbilder unter Beweis stellte.

Anschließend, es war mittlerweile dunkel geworden, schlenderten wir weiter den Hafen entlang. Der Yachthafen, wo die ganz großen Pötte liegen, war durch Sicherheitspersonal abgesperrt. Aber schon die kleinen Schiffe waren sehenswert.

Zurück gingen wir mehr oder weniger durch den Basar. Mehr, weil sich Geschäft an Geschäft reihte und weniger, weil wir gerne auch mal die üblichen Pfade verließen und uns so auch mal typische Straßenbilder in der Türkei anschauen konnten.

Als wir dann so an der Minibusstation standen und die Minibusse im Minutentakt die Station wieder verließen, wurde uns bewusst, wie laut Marmaris eigentlich ist. Ständig hupten Autos oder Mopeds die vorbei fuhren während die Minibusse versuchten, auf die zweispurige Straße zurückzukommen.

Es gab da aber noch ein anderes Problem. Standen wir wirklich richtig? Von unserem Dolmusabfahrtsplan in Turunc wussten wir, dass um zehn Uhr ein Dolmus fahren müsste. Nur an der Station hielten in den zwanzig Minuten, die wir da standen, Dutzende Minibusse. Die wollten entweder nach Icmeler, Siteler oder vor allem Armutalan. Keiner nach Turunc…

Um kurz nach zehn stand auf einem der Schilder eines Dolmus dann endlich die erlösenden Worte: Marmaris->Turunc. Der Fahrer gab gleich mächtig Gas und sammelte unterwegs noch ein paar Leute ein, bis wir voll waren. Und obwohl er die Berge raufraste, als gäbe es kein Morgen, fühlte ich mich ungewohnt sicher. Vielleicht lag es an seiner Frau, die neben ihm saß. 😉

Als wir also so die Berge raufratterten, klingelte hinter mir ein Handy. Mit einem mehr als ungewöhnlichen Klingelton für diese Jahreszeit (Vorsicht! Ohrwurmgefahr!):

Um kurz nach halb elf waren wir dann wieder bei unserem Hotel, wo bereits die türkische Nacht, die einmal die Woche stattfindet, im vollen Gange war. Wir setzten uns an einen freien Platz und schauten der Bauchtänzerin zu, die gerade ihren Auftritt hatte. Und mir war sofort ein Problem bewusst. Wir hatten zwar ein paar türkische Lira, aber nur Münzen. Keine Scheine. Und sie tanzte die Männer an, die ihr mit Freuden die Scheine in den Ausschnitt schoben. Das war bei uns leider nicht drin.

Als sie dann bei uns war, war ich sogar froh, dass ich nichts hatte und eine ablehnende Bewegung machte, weil ihre Schellen neben meinem Ohr eine ungesunde Symbiose bildeten. Himmelherrgott, man stellt sich so ein Bauchtanz ja anders vor, als er in Wirklichkeit ist. Dieser hier war sicher hübsch anzusehen, aber er war auch brachial laut. Und ich weiß, was brachial laut ist. Ich war schon auf drei Konzerten der Einstürzenden Neubauten.

Danach zeigten eine Tänzergruppe noch traditionelle Tänze. Ein Derwischtanz war natürlich auch mit dabei. Aber vor allem schöne Paartänze, wenn man das Paartanz nennen kann.

Auch mitmachen war angesagt. Dafür sind die Tänzer und Tänzerinnen rumgegangen und haben wahllos Leute rausgegriffen, die sich allesamt geziert und gewehrt haben. Erst die Gelsenkirchenerin kam, wenn auch widerwillig, mit. Steffi sollte auch mitkommen, die ich, Schwein wie ich bin, ermuntert habe. Ich müsste aber sitzen bleiben, wegen der Fotos. Ist klar. 😉

Da aber sonst keiner mitwollte und mich schneller als ich „Piep“ sagen konnte, mein schlechtes Gewissen packte, vor allem aber eine türkische Schönheit packte, ging ich dann auch mit. So waren es die langweiligen Deutschen, die zu dritt vorne mit der Tänzergruppe eine komplizierte Schrittfolge tanzte. Diese Schrittfolge behielten wir dann bei, als wir alle gemeinsam durch die Menge tanzten und dabei noch mehr Gäste einsammelten.

So waren wir am Ende zwanzig Tänzer, die zu immer schneller werdender Musik immer schneller abgingen. Ein echter Spaß.

Zum Schluss ging die Gruppe noch einmal mit einem Korb rum. Zeit die türkischen Münzen loszuwerden. Steffi bekam irgendwas dunkles auf die Handinnenfläche gedrückt.Nur was war das? Steffi sah, wie jemand nachfragte und als die Show vorbei war, ging Steffi zu ihr hin und fragte nach. Kurze Zeit später kam sie wieder und wusste, dass es Henna war, womit sich Frauen bei Hochzeiten die Hände verzieren. Oder so.

Auf jeden Fall sagte Steffi, dass wir uns zu den beiden hinsetzen könnten, was wir auch prompt taten. Das Pärchen befand sich in den Flitterwochen im Hotel und war morgens erst angekommen. Er, Joost, Niederländer und sie, Beata, Polin, sprachen Englisch mehr als fließend, was uns Gelegenheit gab, unsere Englischkenntnisse zu verbessern. Leider war das Gespräch nur von kurzer Dauer, weil das Personal die Strandbar dicht machte und uns dann auch bat, zu gehen. Was wir dann auch taten, schließlich war der Tag lang genug.

Veröffentlicht in Ausflug. Schlagwörter: , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Der Grund der Entscheidung (Türkei, 5. Tag)

O-Ton (9)

Dany und Steffi unterhielten sich über die Vorzüge von frischem Fisch. Dany erzählt dabei von dem Fischgeschäft in Heidmühle, wo sie ihren Fisch kauft. Steffi hakt nach, wo der genau ist. Sie kennt da nämlich einen bei einem Getränkeladen.

Meinst Du das Fischgeschäft bei Zisch ab?

Veröffentlicht in O-Ton. Schlagwörter: , , , . 1 Comment »