Was ich loswerden will (61)

Im Netz der Islamfeinde

Die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau berichten über die islamophobe Seite Politically Incorrect (PI). Ein sehr lesenswerter und gut recherchierter Bericht. Was die paranoiden Inkompetenten (PI) selbstverständlich anders sehen…

„Der innerste Führungszirkel lässt es zu, dass in dem Blog Muslime als Gesindel, Abschaum und Türkendreck beschimpft und zum bewaffneten Kampf gegen den Islam aufgerufen werden kann. Und das mitnichten nur in den Kommentarspalten.“

***

Vegetarismus – Wozu?

Namron erläutert einen trifftigen Grund, warum man Vegetarier sein sollte: Die Fleischproduktion.

„Durch diese anerzogene Akzeptanz und die nicht gestellte Frage der Notwendigkeit, kann sich eine Fleischindustrie etablieren die von den meisten nicht beobachtet wird. Wenigstens sorgen alle Produzenten von Fleisch dafür, dass die Tiere vor ihrem sanften Ableben entspannt und glücklich leben. Nun, nicht ganz.“

(Achtung! Der Beitrag enthält schockierende Videos, die den Konsum von Fleisch beeinflussen kann.)

***

Eine verheerende Entwicklung: Warum „Das Supetalent“ prägend für unsere Fernsehkultur ist

Peer Schader erklärt im Fernsehblog der FAZ, wieso das Fernsehen nicht inspirierend unterhalten kann:

„“Das Supertalent“, die selbsternannte „größte Show Deutschlands“, ist einzig und allein darauf ausgelegt, die einfachsten Reflexe in uns abzurufen: Ein Kind singt – oh, süß! Jemand erzählt eine traurige Geschichte – der Arme! Ein Akrobat führt einen Stunt vor – wow! Jemand spielt mit seinem Penis Klavier – wie peinlich, aber trotzdem mal gucken!“

Über dasselbe Thema hat sich auch Manuel Wolff ausgekotzt: Das Supertalent – großer Mist auf RTL

***

Wie Sportjournalisten die Worte von Oliver Kahn verdrehen

Nick geht einer Meldung bei „Spox.com“ auf den Grund.

„Das Traurige an derart verzerrenden Agenturmeldungen: Sie werden bundesweit von Online-Redaktionen ungeprüft übernommen. So findet sich der Bericht selbstverständlich nicht nur bei „Spox.com“, sondern auch bei „Der Westen“, der „Zeit“, „goal.com“, den 11 Freunden und vielen anderen viel besuchten Webseiten.“

***

Spiegel Online und der muslimische Kinderschänder

Feynsinn über einen exemplarischen Artikel des ehemaligen Nachrichtenmagazins:

„Der ekelhafte Boulevard der Spiegel-Redaktion läuft dem Springer-Verlag allmählich in allen Kategorien den Rang ab. Betroffenheit zwischen Blut, Sperma und fremdrassischen Verbrechern legen gar noch andere Vergleiche nahe. Die Strategie, dabei vermeintlich aus der Perspektive des Opfers zu erzählen, ist infam, zumal der Artikel zu dem Schluss kommt, dass es aussichtslos ist, Täter anzuzeigen.“

***

„Glücksatlas“ auf allen Kanälen – ein weiterer Beleg für die weite Verbreitung des gesteuerten Kampagnenjournalismus

Die NachDenkSeiten über das Medienecho einer „Studie“:

„Die einschlägigen Unterstützer sind schnell gefunden. Raffelhüschen macht bei solchen Sachen immer mit, auch Allensbach und vermutlich auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. „

***

Da läuft was schief – eine Kritik der aktuellen Politik

Moritz Clauß bemängelt beim binsenbrenner die mangelnde Kritikfähigkeit der Politiker und sieht auch deren Gründe:

„Es sind vermutlich die meisten Politiker des deutschen Bundestags, denen es noch schwerer als vielen von uns fällt, Fehler öffentlich einzugestehen. Einfach, weil das Eingestehen eines Fehlers in der Politik bedeutet, einer anderen Partei recht zu geben.“

***

Das bayerische Stuttgart21

Thomas Stadler schreibt über den Ausbau der 3. Startbahn des Münchener Flughafens, trotz prekärer wirtschaftlichen Voraussetzungen der Betreibergesellschaft:

„Dabei wird täglich deutlicher, dass der Bedarf für eine weitere Start- und Landebahn nicht vorhanden ist und auch in absehbarer Zeit nicht sein wird und diese Fehlplanung außerdem einmal mehr auf Kosten des Steuerzahler durchgezogen wird.“

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Politik. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Was ich loswerden will (61)

Flittern in sweet home Alabama (9) – Walking in Memphis

Die zweite Nacht in der Nähe eines Flughafens war bedeutend ruhiger. Könnte auch daran gelegen haben, dass der Flughafen in Hamilton ein bisschen kleiner ist als der in Atlanta.

Das Days Inn bot auch beim Frühstück (etwas) mehr Auswahl. Zum Beispiel konnte man sich hier die Waffeln selber machen. Man goß aus einem Kasten (oder war es ein Fäßchen?) Waffelmischung in einen Becher und dieses wiederum ins Waffeleisen. Dank Susanne waren wir bereits auf deren Funktionsweise hingewiesen worden, denn andere Gäste, bei denen wir es abgucken hätten können, gab es nicht. Also man gießt die Pampe das Zeug die Mischung ins Waffeleisen, welches fest in einem drehbaren Mechanismus eingearbeitet ist. Die obere Klappe schließt man, dreht das Eisen und dann beginnt ein Countdown. Wenn dieser abgelaufen ist, piept es und die Waffel ist fertig. Und verdammt, war die lecker. Und sättigend.

Das musste sie auch sein, denn wir hatten eine zweieinhalbstündige Fahrt nach Memphis noch vor uns. Kurz vor dem Ziel hieß es dann: Hallo Bundesstaat Nr. 6. Tennessee.

Kaum in Tennessee dachte ich auch schon, dass Lucy zur Losi geworden ist. Oder wie ließ es sich erklären, dass wir plötzlich im wohl bekanntesten nördlichsten Dorf der USA zu sein schienen?

Waren wir natürlich nicht. Wir waren in Memphis, genau da, wo wir hinwollten. Und in Memphis wollten wir zu einigen weiteren Orten hin. Memphis, die Geburtsstadt des Rock ’n‘ Roll. Ich wette, ihr wisst nicht, wofür Memphis noch bekannt ist.

Na?

Ich verrate es Euch. Memphis ist berühmt für seine autofahrenden Hunde. Glaubt ihr nicht? Hier der Beweis:

Jaja, Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Als Susanne uns erzählte, dass der Führerschein in den USA 23,50 $ kostet und man für den Schein lediglich eine theoretische Prüfung bestehen muss und einmal um den Block fahren, um zu beweisen, dass man weiß wo das Gaspedal ist, hatte ich gedacht, dass es nur für Menschen gilt. Dieses Foto beweist was anderes.

Wobei, in Deutschland fahren viele nicht besser. 😉

Unser erstes Ziel in Memphis sollte Graceland sein. Lucy und die amerikanischen Schilder halfen uns dabei.

Und wie schon beim Georgia Aquarium in Atlanta so verstummte auch Lucy bei der Ankunft und das Leitsystem der Amerikaner übernahm die Führung zum Parkplatz. Zehn Dollar sollte ein Stellplatz kosten. Steffi war sich nicht mehr so sicher, ob der Besuch in Graceland das wert ist.

„Auf jeden Fall! Hier geht es um den King of Rock. Ohne den hätte es System of a Down nie gegeben! Oder Metallica!“

Ob ich da nicht übertreiben würde, was hat SoaD denn mit Elvis zu tun.

„Ich übertreibe keineswegs. Wenn Elvis den Weg nicht geebnet hätte, dann würde es die Musik in der heutigen Form nicht geben.“

Jedenfalls erzählte mir das immer ein Freund aus alten Zeiten, der am Todestag von Elvis immer in einem Anzug rumlief. Ich selbst hatte nie einen Bezug zum King. Ich wollte einfach nur, wenn ich schon in Memphis bin, Graceland sehen. Koste es, was es wolle.

31 $ pro Person. Geht doch. Hätte mehr erwartet. 😉

Graceland ist perfekt organisiert. Der Parkplatz ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite und man betritt dort eine große Empfangshalle, wo man die Tour bezahlt. Man tritt wieder heraus und steht praktisch an der Bushaltestelle für die Shuttlebusse. Die obligatorische Leibesvisitation, freundliche Securities weisen auf die nicht erlaubten Videokameras hin, die man in bereitsstehenden Schließfächern aufbewahren kann. Dann noch das Foto vor der grünen Wand, die keine grüne Wand war, sondern das Eingangstor von Graceland in Originalgröße.

In der Warteschlange, die sich in erfreulichen Grenzen hielt – gerade 25, vielleicht 30 Menschen warteten mit uns – bekommt man ein Audiogerät mit Kopfhörern. Die jeweilige Sprache kann eingestellt werden und ist akzentfrei. Man versteht die deutsche Audiospur auch so wie sie ist…deutsch. Und nicht sächsisch oder bayrisch.

Im Shuttle, der ca. 20 Personen fasst, geht es dann über die Straße und man wird direkt vor dem Anwesen rausgeschmissen.

Eine Führerin erklärt noch mal, dass Video-, Ton- und Blitzlichtaufnahmen nicht erlaubt sind. Sie kommt zwar noch mit rein, aber nur für den Fall, dass bei jemanden das Audiogerät nicht funktioniert. Ab jetzt sorgte nämlich das Gerät für die akustische Untermalung der Tour. Diese führte über das Wohnzimmer, dem Schlafzimmer der Eltern und durch das Esszimmer zur Küche. Dahinter ging es in den berühmten Jungle Room, der bereits in Mark Cohns Hit „Walking in Memphis“ eine Rolle spielt (was mir und Steffi nicht klar war, bis wir das Lied Karfreitag auf den Weg nach Friesland hörten und bei der Zeile uns verdutzt anschauten).

Nicht alles ist jedoch geschmackvoll eingerichtet. Graceland wurde in den Sechzigern und Siebzigern von Elvis himself eingerichtet und viele Räume strahlen auch den Glanz dieser Zeit aus (das Obergeschoss mit Elvis‘ Privaträumen ist von der Führung ausgeschlossen). Der Jungle Room, sein Musikzimmer, die Küche oder das Raquetballgebäude sind durchaus ansprechend eingerichtet. Was den King aber im Billardzimmer geritten hat, bleibt wohl sein Geheimnis.

Die Tour führte nach draußen, wo man kurz das Büro durchquerte und danach an den Pferden vorbeischlenderte. Dann ging es wieder ins Hauptgebäude zurück, wo man an einer Bilder- und Videowand einen Überblick über die Leistungen von Elvis Prestley bekam. Richtig beeindruckend wurde es jedoch in der Hall of Gold.

Als einziger Künstler über eine Milliarde verkaufte Schallplatten, zig goldene und platine Schallplatten und diverse andere Auszeichnungen wie Grammys. Hier in diesen Räumen beginnt man, die Leistungen und das Schaffen von Elvis Prestley zu begreifen.

Ja, noch waren wir zu Scherzen aufgelegt. 🙂

Die Hall of Gold ging noch weiter. Am Ende des Ganges machte dieser eine 180 Grad-Drehung und verlief zurück. Hier waren sein filmischer Werdegang aufgezeigt, verziert mit Kostümen, Filmplakaten und Fernsehern, die seine Filme zeigten. Auch die Hochzeit mit Priscilla Prestley war Thema.

Am Ende des Ganges ging es wieder in einer 180 Grad-Drehung zurück. An diesem Scheitelpunkt gab es folgendes zu sehen:

Zu sehen ist hier eine Tafel, auf der verschiedene Organisationen sich bei Elvis für seine Spenden bedanken. Der King hat viele Hilfsorganisationen mit großzügigen Beträgen unterstützt, aber auch viele Privatpersonen in finanzieller Not geholfen und deren Schulden bezahlt. An die große Glocke hat er nichts davon, weshalb diese Seite von Elvis Prestley eher unbekannt ist.

Danach ging die Ausstellung mit seiner Rückkehr auf die Bühne weiter und endete mit der Verleihung zu einem der zehn einflussreichsten Geschäftsleute Amerikas. Daneben stand ein Ölgemälde, bei denen uns klar wurde: Niemand ist wie der King.

Dahinter ging es aus dem Hauptgebäude raus und weiter ins Raquetballbuilding. Im Vorraum, wo sich Flippergeräte befinden, verbrachte Elvis seinen letzten Abend mit Freunden, wo er für diese am Klavier spielte.

177 – Raquetball Building

Dahinter kommt man in einem sehr hohen Raum, in dem es einen letztmalig die Sprache verschlägt. Hier wird neben seinen internationalen Erfolgen und Auszeichnungen sein wohl bekanntester Live-Auftritt auf mehreren Monitoren gezeigt. Und bei der Perfomance der American Trilogy und dessen furiosen Finale hatte ich dann endgültig Pipi in den Augen.

Als die Tränen getrocknet waren und wir mehrfach Menschen kommen und gehen sahen, machten wir uns auch auf den Weg nach draußen. Durch den Meditation Garden ging es jetzt an das legendäre Grab. Zwischen seinen Eltern, seiner Großmutter und einer Gedenktafel seine Zwillingsbruder liegt er begraben oder auch nicht. Zum Scherzen war uns nach dieser Tour jedenfalls nicht mehr.

Uns ist klar geworden, dass hier die bedeutendste Person der neuzeitlichen Musikgeschichte liegt.

Jetzt waren wir in Memphis und wollten noch mehr Geschichte erleben. Dabei waren wir so euphorisch, dass wir gerade noch rechtzeitig auf dem Parkplatz bemerkten, dass wir die Videokamera noch im Schließfach hatten. 😉

Nun war unser Bedarf an Toten eher gedeckt, sonst hätten wir sicher noch die Stelle aufgesucht, wo Martin Luther King ermordet wurde. Aber wie gesagt, noch ein toter King wäre uns zu viel geworden.

Stattdessen waren wir heiß auf Musikgeschichte. Dabei war schon vorher klar, dass ich nach Graceland auf jeden Fall das Sun Studio (nein, dass ist kein Solarium…) sehen wollte. Und ich konnte das ohne Probleme Steffi schmackhaft machen, nahm doch unter anderem Otis Redding hier Platten auf. Jedenfalls ging ich davon aus, bis ich drin war und nie auch nur Otis Redding erwähnt wurde. Eine kurze Recherche später…egal, wir waren bei Sun Records! 😉

Bevor wir jedoch reingingen, musste unbedingt etwas gegen unseren Kohldampf getan werden. Steffi sah auf der Union Avenue bereits ein Arby’s und der fehlte uns noch auf unserer Besucherliste. Also zurück die Union hoch und bei Arby’s auf den Hof. Da fällt mir ein, wir haben in Amerika nicht einmal den Drive-In benutzt, sondern sind immer rein. Und das war bei Arby’s mit einem Hingucker belohnt worden.

Was wir nämlich nicht geschnallt haben, als wir unseren Burger mit geringelten Pommes im Menü bestellten, uns hinsetzten und das genüsslich mümmelten, war der Umstand, dass mitten im Restaurant ein Baum wuchs. Steffi (natürlich) machte mich darauf aufmerksam.

Noch halb kauend ging es zurück zum Sun Studio. Bloß keine Zeit verlieren. Vor allem Steffi drehte jetzt auf. Ja, Steffi, die vor Graceland noch so zögerlich war (Meinst Du wirklich? Was hat das mit mir zu tun?). Jetzt zog sie mich hinter ihr her. Noch schnell ein Erinnerungsfoto vorm Gebäude…

und rein! Moment! Was ist mit der Kamera los? Das Display bleibt dunkel. Ausmachen, anmachen. Ohne Nachricht schaltet sie sich sofort wieder ab. In den Betrachtungsmodus. Kein Problem. Oh F.U.C.K.! Nicht jetzt. Komm schon. Anmachen. Aus geht sie von alleine…

Okay, calm down and take a deep breath. Vielleicht mal Batterien wechseln? Es klappt, puh. Glück gehabt. Jetzt aber rein.

Beim eintreten sitzt der dunkelhaarige Typ rechts hinterm Tresen mit einer Klampfe und bearbeitet die liebevoll. Steffi, so in Stimmung gekommen, ist jetzt für alles zu haben. Freundlich spricht uns Jason, so sein Name, an.

“ Hi Leute, willkommen in den Sun Studios. Die nächste Führung beginnt in einer knappen halben Stunde. Wollt ihr die mitmachen?“

Steffi: „Was soll uns das denn kosten?“

Jason: „12 Dollar pro Person.“

Steffi: „KLAR. Da sind wir dabei!“

Das ist meine Steffi, wie ich sie liebe. 🙂

Wir stöberten in den T-Shirts rum, fanden aber leider nichts passendes. Dabei hätten wir gerne ein Mitbringsel aus dem Studio mitgenommen. Hat jedoch nicht sollen sein. Für Steffi war kein schönes T-Shirt in ihrer Größe dabei und andere Mitbringsel waren dann doch irgendwie zu teuer.

Um halb ging die Tour los und Jason war ein begeistender Redner. Im typisch amerikanischen Stil (wie oft habe ich jetzt schon diese Aussage getätigt?) machte er uns klar, dass hier an diesem Ort Musikgeschichte geschrieben wurde. Hier in diesen Räumen wurde der Rock’n’Roll geboren. Und wir sind in der glücklichen Lage in dem Raum zu stehen, wo Elvis Prestley, Johnny Cash, Roy Orbison oder Jerry Lee Lewis auch schon standen.

Zuerst ging die Ausstellung durchs Obergeschoss, wo Exponate ausgestellt waren und er uns anhand von verschiedenen Musikstücken aufzeigte, wie sich die Musik in den 50-ern entwickelte. Und worin die besondere Leistung von Elvis Prestley lag. Und wer war es, der Elvis Prestley das erste Mal zu hören bekam?

Nicht Sam C. Phillips, der Besitzer des Studios. Sondern seine Vorzimmerdame Marion Keisker, die in Abwesenheit von Phillips den jungen Elvis empfing. Der nahm eine Platte für seine Mutter auf und es sollte fast ein Jahr dauern, bis Elvis wieder ins Studio zurückkehrte und mit „That’s all right (Mama)“ sein erstes von vielen erfolgreichen Liedern aufnahm.

Und nach dem Vorzimmer waren wir in dem Raum, wo auch schon B.B.King, Johnny Cash und natürlich Elvis Prestley standen und ihre Hits einspielten. Auf diesem Kreuz stand Elvis!

B.E.E.I.N.D.R.U.C.K.E.N.D…

Jetzt mussten wir das mal etwas ruhiger angehen, sonst sprengt noch unsere Schädeldecke weg. Doch die Beale Street mussten wir einfach noch mitnehmen. Ein Parkplatz war schnell gefunden, stehen um die Beale Street das FedEx-Forum und das Stadion der Redbirds. Von daher mangelte es nicht an Parkmöglichkeiten, wenn man bereit ist, fünf Dollar abzudrücken.

Bevor es in die Beale Street rein ging, mussten wir noch einen kleinen Spaziergang die Front Street hoch machen. Denn da war doch was…

Auf den Weg zurück beobachtete ich schon von weitem einen Bettler, der kurz bevor wir ihn erreichten, einen Geschäftsmann ansprach, der wiederum aus seiner Hosentasche Kleingeld für ihn rausholte und es ihm gab. Da fiel mir ein, dass Susanne uns sagte, dass Amerikaner ihr Kleingeld in der Hosentasche rumtragen. Das ihre Portemonnaies kein Münzfach hatten, fiel mir nämlich schon beim Shoppen im Outlet-Center auf, wo ich keine Geldbörse fand.

Jedenfalls sprach uns der Bettler an und was sage ich?

„Sorry, we’re germans. We have no change in the pocket.“

Wie arrogant ist das denn bitte? Klar wusste ich gerade nichts besseres zu sagen. Aber der wird seine Meinung über Deutsche jetzt dank mir gefestigt haben…

Ja, dann waren wir endlich da…

Die Straße ist wirklich faszinierend. Wenn auch etwas kurz. In Google Maps wirkt sie bedeutend länger. Ist sie auch, aber der interessante Teil der Beale erstreckt sich von der Front Street bis zur 4th Street. In diesem Bereich sind lauter Klubs in denen Livemusik gespielt wird. Und in welchen Klub gehen wir? Ins Hardrock-Cafe.

Das es überall auf der Welt gibt. Wobei es mein erster Besuch in einem Hardrock-Cafe war. Von daher eine nette Premiere. 😉

Und nett wurde uns die Zeit im Cafe auch gemacht. Steffi bestellte einen hochprozentigen Cocktail, ich ein belgisches Bier (das in Amerika gebraut wurde). Die Alkoholgrenze in den USA ist ja etwas höher angesiedelt als in Deutschland. Was aber egal ist, da ein amerikanischer Polizist kein Auto nur wegen eines Verdachts anhalten darf. Wenn also alle Lichter in Ordnung sind und man nicht Schlangenlinien über die Interstate fährt, kann man auch mit zwei Promille fahren. Scheißegal!

Um meinen Versicherungsschutz nicht zu gefährden, blieb es meinerseits bei einem Bier. Steffi hatte nach dem heftigen Cocktail wohl auch genug. Wir schlenderten noch weiter zum Coyote Ugly, da war nur gar nichts los. Und wenn man schon ins Coyote Ugly geht, dann muss da auch was los sein. Nicht aber, wenn wir die einzigen Gäste wären…

Also schlenderten wir die Beale Street wieder hoch, setzten uns Rufus Thomas zu Füßen und lauschten den Klängen einer Blues-Band, die dort im Park spielten. Wir spazierten weiter Richtung Westen an den Kutschen und der Elvis-Statue vorbei, immer weiter, um unseren Bekannten wiederzusehen.

Die Sonne setzte langsam zum Feierabend an und wir hatten die Wahl. Entweder wir setzen uns in der Beale Street noch irgendwo rein. Oder wir fangen mit dem Rückweg an und suchen südlich von Memphis ein Motel. Zum Glück entschieden wir uns für Tor zwei, da die Suche nach einem Motel etwas länger dauerte. Wir gingen zurück zum Auto, machten vorher noch einen Schlenker bei Starbucks um Kaffee zu holen und das Bier wegzubringen. Dabei hatten wir in einer Seitenstraße mal wieder die Gelegenheit, den ganz normalen Wahnsinn auf Amerikas Straßen zu fotografieren.

Ach ja, bevor es in südlicher Richtung aus Memphis raus ging, verließen wir die Stadt kurzzeitig in westlicher Richtung. Wie auf dem obigen Bild vor dem Mississippi zu sehen ist, waren wir nicht weit weg von unserem siebten Bundesstaat. Und den mussten wir einfach noch mitnehmen. Also mal eben über die De Soto Bridge nach Arkansas rein.

Die nächste Ausfahrt raus und wieder zurück. Dann ging es auch wirklich in südlicher Richtung aus Memphis raus. Die untergehene Sonne nutzte Steffi für eins meiner persönlichen Lieblingsbilder unserer Amerikatour.

Kaum aus Memphis raus, waren wir auch schon im Bundesstaat Mississippi. Wir wussten ja, dass man in den Welcome Centern Coupons für Motels besorgen konnte, was wir geflissentlich taten. Leider hatte das Welcome Center schon dicht. 😦

Uns hatte Susanne ja noch einen anderen Tipp mit auf den Weg gegeben. Geht einzeln ins Motel, fragt nach dem Preis und der Ausstattung und geht mit dem Hinweis raus:

„I have to check this.“

Das tat Steffi dann auch fleißig. Allerdings mussten wir einige Motels ansteuern, weil sie entweder zu teuer waren oder kein Internet hatten. Und ohne wollten wir ja auch nicht. 😉

Letztlich verschlug es uns nach Batesville in ein Motel, was besser war als Bates Motel. 😈

Leider war das Doppelbett im Zimmer getrennt. Für die eine Nacht war das aber zu verschmerzen…

Flittern in sweet home Alabama (1) – Die Ankunft

Und der Montag wurde lang. Um 5 Uhr aufstehen, duschen, einen Kaffee trinken und versuchen, wach zu werden. Alisa war so nett und fuhr uns dann nach Düsseldorf zum Flughafen. Naja, fast. Erst fuhr ihre Mutter, sie fuhr das Auto dann zurück, da sie auch noch mit wach werden beschäftigt war. 😉

In Düsseldorf übernahm dann mein Cousinchen die Kontrolle über uns. Waren wir total aufgeregt und merkten gar nicht, dass der Sicherheitsbeamte beim einchecken immer dieselben Fragen stellte, war da Susanne schon cooler und später sogar genervt von soviel Inkompetenz am Schalter.

Im Sicherheitsbereich angekommen, wurde dann erstmal gefrühstückt, die letzten Mails und SMS verschickt und die Datenverbindung anschließend gekappt. Schließlich will ich keine böse Überraschung auf der nächsten Rechnung erleben. 😉

Und dann ging es auch endlich los Richtung amerikanischen Kontinent. Angeblich war der Flug sehr ruhig, aber für jemanden mit Flugangst, also jemanden wie mich, war er sehr unruhig. Dafür liefen Filme, die man sich ansehen konnte. Und das auch in der Originalsprache, wovon ich regen Gebrauch machte. Ich verstand zwar nicht alles, aber ich schärfte wenigstens schon mal mein Gehör für die englische Sprache. Was jedoch nicht viel brachte, wie sich die nächsten zwei Wochen noch herausstellen sollte…

Zwischendurch wurde Grönland überflogen, was schon recht spektakulär von oben aussah.

Naja, weiß halt… 🙂

Als wir dann in Atlanta, dem größten Flughafen der Welt, gelandet sind, hat sich meine Flugstatistik zu diesem Zeitpunkt bereits verdoppelt. Wie ein alter Hase fühlte ich mich trotzdem nicht gerade. Denn auch der kleine Hopser nach Mobile machte mir Angst. Zur Beruhigung trug dann auch nicht gerade die Durchsage des Pilots vor dem Start bei, der uns mitteilte, dass der Flug aufgrund von Winden sehr holprig werden würde…hätte ich bloß nicht mein Gehör verschärft…

Gelandet sind wir dann ja doch ganz sicher in Mobile, wo uns meine andere Nichte 2. Grades empfing. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen den beiden Schwestern. Aber auch Jana war ein freundliches Mädel, jedenfalls zu uns. *hüstel*

Wie auch immer, sie holte uns ab und brachte uns zur 967 Lansdale Ct. in Mobile. Unsere Heimstatt für die nächsten zwei Wochen.

Abends lernten wir dann noch Susannes Partner Jörg kennen, der Grund warum Susanne überhaupt in Amerika ist. Das nähere kennenlernen verschoben wir dann aber auf den nächsten Tag, weil wir bereits um halb neun todmüde ins Bett fielen.

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , . 1 Comment »

Dalaman statt Ballermann (Türkei, 1. Tag)

Unser Türkeiurlaub ist seit Freitag zu Ende und in den folgenden Tagen werden wir hier unseren Erfahrungsbericht veröffentlichen. Da wir aber ungerne eine Woche Urlaub komplett in einem Beitrag bringen wollen, werden wir diesen tageweise bringen. Sonst müssten wir unsere Finger am Ende in Eiswasser kühlen. 😉

Um halb drei Uhr morgens klingelte letzten Freitag unser Wecker, kurz frischgemacht, und ins Auto gehüpft Richtung Hannover, wo wir gegen halb fünf eintrafen. Man dröhmelte so vor sich hin, wobei ich gar nicht schlafen oder dösen konnte, weil ich tierisch aufgeregt vor dem Flug war.

In der Wartehalle vor dem Boarding machten wir dann unsere letzten Fotos vor dem Flug.

Unser Flieger war dann endlich da:

Und noch ein Kääääääsekuchen bevor es hineinging:

Dann begannen sich die Leute anzustellen und wie für den restlichen Urlaub sollte es typisch für uns sein, dass wir den richtigen Moment zum Anstellen verpassten, obwohl wir in der Wartehalle ganz vorne saßen. Also blieben wir sitzen und warteten weiter. Ohne uns werden sie schon nicht abfliegen.

Da beobachteten wir, wie eine elegant gekleidete Frau, mit Hut und so, an der Schlange vorbeigeführt wurde und vor allen anderen ins Flugzeug steigen durfte. Bestimmt ne Politikergattin, oder so. Hätten wir ja schon gerne gewusst, warum sie eine Extrabehandlung bekommt.

Das Boarding ging dann relativ zügig und als wir ins Flugzeug stiegen, wer sitzt da auf unserem Platz? Die vermeintliche Politikergattin. Nur waren wir uns nicht sicher, ob

  • sie wirklich auf unserem Platz saß (Ja, tat sie)
  • ob sie wirklich eine Politikergattin ist (Nein, ist sie nicht)

Ich hatte eh ganz andere Sorgen, denn ich hatte einen dreieinhalbstündigen Flug vor mir. Mein letzter Flug lag 16 Jahre zurück. Damals flog ich von der Schule (kein Scherz) und davor flog ich das bisher einzige Mal von Berlin nach Bremen mit einer propellerbetriebenen British-Airways-Maschine. Damals existierte die DDR noch! Und als elfjähriger Junge fand ich das sehr aufregend.

Diesmal war ich auch aufgeregt, aber aus anderen Gründen. Beim Start machte ich mir schon beinahe in die Hosen und musste an einen Spruch von meinem Kollegen Daniel denken.

D: Fliegen ist wie Achterbahn fahren. Magst Du Achterbahn fahren?

S: Nein!

D: Dann wirst Du fliegen auch nicht mögen.

Jetzt folgte der Auftritt unserer Sitznachbarin, die zwischenzeitlich meine Nervosität spürte. Sie lenkte uns mit Unterhaltungen vom Fliegen ab und glänzte mit einer bravurösen Ortskenntnis. Das war umso erstaunlicher, da sie dafür nicht rauszuschauen brauchte (an unserem Fensterplatz) oder von den Monitoren ablas, die vor uns hingen und uns mit Satellitenbildern versorgte. Die hätten ihr auch nichts gebracht, denn sie ist blind. Was auch die Sonderbehandlung erklärte. 😉

Und dennoch konnte sie nach egal welcher Flugminute genau sagen, wo wir uns befinden und was wir draußen sehen.

Da sie Entwicklungshelferin war, konnte sie uns mit Geschichten unterhalten, wenn das Flugzeug wieder mal rumpelte und ich meine (zum Glück geschnittenen) Fingernägel wieder mal in die Armlehnen bohrte.

Sie war es auch, die uns noch mit letzten Tipps für den Türkeiurlaub versorgte. Sie hat mit ihrem Mann dort ein Häuschen und kannte sich bestens mit Land und Leuten aus. Was Steffi auch zu dem Spruch verleitete:

Eine blinde Frau weist uns den Weg.

Eine wirklich sehr nette Frau.

Nun waren wir endlich angekommen. Die Landung war in meinen Augen noch mal richtig brutal und das Bremsmanöver alles andere als vertrauenswürdig.

Kaum waren wir aus dem Flugzeug raus, schon begann das große Schwitzen. Der Bus hatte zum Glück eine Klimaanlage, sonst hätten wir die zwei Stunden Fahrt auch nicht überlebt. Der Busfahrer schaffte die Strecke aber auch nur deshalb in zwei Stunden, weil er bevorzugt die vor sich fahrenden Autos von der Straße trieb und den Einsatz der Hupe nicht scheute. Wie sich noch rausstellen sollte, ein ganz normales Vorgehen im türkischen Straßenverkehr.

Auch ganz normal schien es zu sein, dass Wasser aus Rohren einfach so laufen gelassen wurde. Dort plätscherte dann in gewisser Höhe (meist zwischen zwei und drei Metern) zwischen Bäumen das Wasser aus 10cm dicken Rohren einfach so raus…ohne ersichtlichen Grund für uns. Das sollte sich später aber noch klären.

Zeit für Fotos ergab sich bei zwei Stunden Fahrzeit natürlich auch.

Nachdem wir in Marmaris ankamen, ging es noch weiter ins 20 km entfernte Turunc. Und diese 20 km sollten es in sich haben, denn Turunc liegt hinter einer Bergkette, wofür wir erstmal auf den Berg rauf mussten, um anschließend wieder runterzukommen. Dafür war die Aussicht einfach genial.

Gut, die Bergtour habe ich ohne Ohnmachtsanfälle überstanden. Ich war auch nicht der einzige, dem beim Anblick von tiefen Schluchten der Ködel hinten raus guckte. Neben uns saß noch ein Pärchen, bei der die Frau auch nicht ganz Schwindelfrei war.

Aber wir sind gesund und munter beim Hotel angekommen. Erst mal schnell rein, denn die Hitze hatte es echt in sich. Kurz vorher hatte es geregnet und dementsprechend hoch war die Luftfeuchtigkeit.

Das Hotel machte einen richtig guten ersten Eindruck.

An der Rezeption wurde es dann spannender, als es eh schon für uns war. Wie wird wohl das Zimmer sein? Diese Frage wurde abgelöst durch: Ob wir noch ein Zimmer kriegen?

S: Hello, Grenz our name. We have a room here.

Rezeptionistin: Hello. (guckt)

S: Is it possible, to get a room with seaview?

R: Are you sure you have a room here?

S: Äh…yes.

R: Your name is Grenz?

I: Yes. (gelogen, ich weiß. Aber ich wollte auch mal was sagen und mit meinen Englischkenntnissen zu glänzen.^^)

R: That´s very interesting. (fängt an auf türkisch zu telefonieren).

Nach dem Gespräch entschuldigt sie sich und verschwindet in einem Hinterzimmer. Steffi und ich schauen uns in bangevollen Sekunden an. Anscheinend ist unser Zimmer nicht reserviert worden. Wer wohl Schuld hat? Und wo schlafen wir?

Bevor wir uns diese Fragen laut stellen können, taucht die Rezeptionistin wieder auf und drückt uns einen Schlüssel in die Hand. Ein wirklich schönes Zimmer, dass wir hätten, erklärt sie. Es wäre wohl die Suite, da es wohl einen Fehler bei der Reservierung gab. Super, damit wären beide Fragen ja beantwortet. 😉

Oben angekommen blieb uns fast die Sprache weg (und der Atem, da sich die Luft unter dem Dach staute). Ein geräumiges Zweiraumzimmer mit Badezimmer und zwei Klimaanlagen. Und die Aussicht war auch aufs Meer.

Super, das klappt ja wie Bolle. Dann schauen wir uns mal den Strand an. Die Frau an der Rezeption zeigte uns noch das Restaurant des Hotels, das direkt gegenüber der Straße lag. Daran vorbei führte ein Gang, wohinter sich der Pool und die Strandbar befand und genügend Sitzmöglichkeiten zur Verfügung standen, um zu essen.

Am Strand machten wir es uns direkt mal bequem und genossen die Sonne. Nach ca. zwei Stunden wurden wir aber von jemandem darauf hingewiesen, dass der Bereich, wo wir lagen, nicht zum Hotel gehört und wurden des Feldes verwiesen. Kein Problem, weil im Hotelbereich zwei Liegen frei waren.

Blieb nur noch die Frage, wie wohl das Essen sein würde. Ich sag mal so, mir hat es geschmeckt, für Steffi war am ersten Abend noch nichts dabei, was die darauffolgenden Tage aber besser wurde. Getränketechnisch waren wir dank All-In bestens versorgt und hatten damit quasi eine Alster-Flatrate (auch Radler genannt, in der Türkei Schendi oder Shendi). 😉

Abends machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch das Dorf und gingen nach einem anstrengenden Tag früh ins Bett.

Veröffentlicht in Ausflug. Schlagwörter: , , , , , , . 1 Comment »

Was ich loswerden will (45)

Von der Dämlichkeit der Horoskope

Ulf lässt sich völlig zurecht über den ganzen esoterischen Scheiß aus…WORD!

***

Fraport statt Tatort

Christiane verpasst den Tatort und bekommt eine Prise Spannung trotz der üblichen Vorbereitung vom Frankfurter Flughafen nachgeliefert.

***

Wie hetze ich gegen ein Land auf

Das Bildblog präsentiert einen Leitfaden, wie man als „Journalist“ wirkungsvoll gegen ein Land Stimmungsmache macht…

***

Wenn zwei das gleiche tun…Polizei und Bürger

Holger zitiert einen Artikel aus der Springer-eigenen „Welt“ und zeigt einen Fall von einseitiger Berichterstattung auf.

Veröffentlicht in Politik. Schlagwörter: , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Was ich loswerden will (45)