Angrillen 2.0

Einige haben es vielleicht schon über Facebook mitgekriegt: Das Angrillen mit dem eigenen Gasgrill am Wochenende ist gut gelaufen. Die Gasflasche ist entgegen erster Befürchtungen nicht in die Luft gegangen und alle Beteiligten haben es gut überstanden. Von Bauchschmerzen wegen Überfressens mal nicht zu reden. 😉

Die Nacht von Freitag auf Samstag war nicht sehr lang gewesen. Das lag zum einen daran, dass wir beim 50. Geburtstag einer Kollegin am Vortag bis tief in die Nacht feierten und zum anderen daran, dass am Samstag pünktlich um 9:15 Uhr der McDonalds Junior Cup in Delmenhorst startete. Zumindest wurden ab genannter Uhrzeit die ersten Durchsagen über die Lautsprecher getätigt…es gibt nur zwei Wochenenden, wo es bei uns empfehlenswert ist, bei geschlossenem Fenster zu schlafen. Zu Pfingsten und beim McDonalds Junior Cup. Warum waren diese Wochenenden in diesem Jahr bloß hintereinander?

Da ich nun mal wach war, fing ich an, die Marinaden für das Fleisch vorzubereiten und dasselbige in derselbigen einzulegen. Da noch nicht ganz wach, passierte mir das eine oder andere Missgeschick. So zum Beispiel der Zahnstocherbehälter (nach oben hin offen), den ich erst unverschuldet von seinem Platz im Schrank verdrängte und dieser sich dazu entschloss, eine Mikadoeröffnung zu zelebrieren. Ich war über dieses spontane Spielangebot nicht so erfreut und sammelte die Zahnstocher einfach wieder auf und steckte sie zurück in den Behälter. Kurz bevor ich die letzten Zahnstocher zurückstopfte, bekam ich erneut das Angebot zum Mikadospielen, als die Zahnstocher in ihrem Behälter ein Anstupsen meines rechten Unterarms fehlinterpretierten und erneut aus ihrem Behältnis hinaushüpften und sich auf dem Küchenboden verteilten…wenigstens konnte ich über diese Aktion lachen…

Nach dem Frühstück verließ Steffi das Haus und überließ mir das Feld die Küche. Der Kartoffelsalat und das Tzatziki waren schnell gemacht, das Fleisch war auch fertig…es konnte die Hausarbeit beginnen. Da war Steffi auch schon wieder zurück und Jana auch bereits da.

Gegen 17:30 Uhr betraten dann Tim und Antje die Bühne das saubere Haus und das Grillen konnte beginnen. Unter fachkundigen Augen, also von Tims, wurde der Grill entzündet und das Fleisch seiner Bestimmung zugeführt. Die Mädels bekamen die erste Geschmacksprobe und Steffi war froh, mich geheiratet zu haben. Was wohl daran lag, dass ich das Fleisch eben selber marinierte, was leider viel zu wenig gemacht wird und stattdessen zu den Fertigpackungen von Discountern gegriffen wird…

Tim löste mich dann als Grillmeister ab und ich konnte mich höchstselbst von meinen Künsten überzeugen. Ich muss sagen, ich hätte mich auch geheiratet. 🙂

Danach ging dann der gesellige Teil los, nachdem beim Essen noch zufrieden vor sich hingekaut wurde. Es kam wieder Looping Louie (Amazon-Partnerlink) auf den Tisch, wo wir gespielt, gelacht, getrunken und uns unterhalten haben. Als das wechselhafte Wetter augenscheinlich gerade wieder eine bessere Phase offenbarte, zogen wir dann los zum Delmenhorster Stadtfest, um uns den längst fälligen Nachtisch in Form von Crepes einzuverleiben. Da dieses Jahr Sweety Glitter nicht anwesend waren, zogen wir es vor, auch nicht länger als nötig anwesend zu sein.

Zu Hause wurde dann bei einem Cuba Libre noch Stadt-Land-Fluss mit Jana gespielt, was aber nicht sonderlich effektiv war. Alkohol, Essen und Schlafmangel zeigte dann doch die üblichen Reaktionen auf die Konzentrationsfähigkeit. Außerdem gewinnt bei Spielen in trauter Dreierrunde immer Steffi…

Und das war es schon mit Grillen?

Mitnichten. Nach dem Geburtstagsessen meines Großonkels, wo ganz überraschend mein angekündigter Bruder doch nicht erschien – sehr zum Leidwesen meines anderen Bruders und mir – und einer Spritztour nach Bremen *hüstel*, wurde am Abend noch mal der Grill angemacht und das restliche Fleisch vor dem Gefrierschrank gerettet. Während es hinter meinem Rücken so aussah:

sah es vor mir so aus:

Und lecker war es. 🙂

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , , , , , , . 9 Comments »

Flittern in sweet home Alabama (16) – Abflug

Und da war er nun, der letzte Tag unserer Flitterwochen. Morgens noch eine Henkersmahlzeit ein letztes gemeinsames Frühstück.

Die Sachen waren gepackt und nachdem Susanne, Steffi und ich den Urlaub resümierten und der Meinung waren, dass es nicht nur ein wunderschöner Urlaub war, sondern auch nette Menschen getroffen haben (also Susanne uns und wir Susanne und ihre Familie), stiegen wir ins Auto. Natürlich waren die Klamotten bereits alle in demselbigen.

Haben wir auch alles?

Na logn.

Auch die Fotokamera, fragte Steffi.

Na logn.

Von wegen. Während ich die Kamera in meiner Tasche wähnte, lag sie auf dem Küchentisch. Und stellten das erst fest, nachdem wir eingecheckt hatten. Ist klar, oder?

Das ist auch der Grund, warum die letzten Beiträge etwas hinausgezögert wurden, weil vom letzten Tag noch Fotos drauf waren.

Naja, die Eincheckprozedur war dann nicht so langwierig wie noch auf dem Hinflug. Kein Wunder, schließlich verlässt man das großartigste Land der Welt, selbst Schuld also. Jedenfalls aus Sicht der Amerikaner.

Der Flug nach Atlanta war zum Glück nicht so holprig wie noch zwei Wochen zuvor. Wir sahen sogar diesmal das neue Stahlwerk von Thyssen Krupp von oben.

Und während wir auf dem Flughafen von Atlanta auf unsere Flieger nach Düsseldorf warteten, freundete sich ein kleines Mädchen namens Emma mit uns an. Die war mit ihrer Oma unterwegs nach Deutschland und Emma hielt ihre Begleitung ganz schön auf Trab. Ganz undankbar wirkte sie nicht, als wir das kleine Mädchen im Wartebereich etwas Aufmerksamkeit schenkten. 😉

Auf dem Rückflug schauten wir wieder mal Filme. Und ich muss sagen, „King’s Spech“ ist im englischen Original sehr sehens- und hörenswert. Hat mir gut gefallen. An die anderen Filme kann ich mich jetzt schon gar nicht mehr richtig erinnern. Doch ja, „Grown-Ups“, hier bekannt als „Kindsköpfe“ lief noch. Der war ganz nett. Besonders gefallen hat mir die schwangere Frau, die in dem Film mit ihrem seltsamen Humor auffiel. Sehr geil. 😀

Wir schauten übrigens nicht nur Filme, sondern auch den wunderschönen Sonnenuntergang.

Den Ratschlag von meiner Cousine beherzigte ich auch ganz beflissentlich. Da es die Getränke umsonst gibt, nutzt das auch aus. Besonders Bier trägt bei Nervosität zu einem ruhigeren Flug bei und so ließ ich den Steward häufiger als andere laufen. Schnell merkte er sich auch mein Gesicht und vor allem meine Mimik. Ich brauchte nur kurz die Lippen etwas schürzen und kaum merklich die Augenbrauen zu heben, da war ihm klar, nächstes Bier bitte. Klappte perfekt. Gegen fünf Uhr ( MEZ) muss ich dann eingenickt sein. Leider fang ich beim Einschlafen gelegentlich an zu zucken, besonders in ungewohnten Situationen und Orten. Also überall, wo nicht mein Bett ist…

Das wäre auch soweit kein Problem gewesen, wenn ich nicht aufgrund der Turbulenzen mein Bier fest in der Hand gehalten hätte. Als ich also von Morpheus langsam in den Arm genommen wurde (in, nicht auf!), zuckte ich also kurz und war wieder wach. Das Bier hielt ich immer noch fest in der Hand. Nein, das ist gelogen. Den Becher hielt ich noch fest in der Hand. Das Bier, dass sich kurz zuvor noch im Becher befand tropfte in diesem Moment auf den Boden. Jedenfalls der klägliche Rest, der nicht von meiner und Steffis Hose aufgefangen wurde.

Dank der folgenden Austrocknungsaktion mit vielen Tüchern war ich, und auch Steffi, wieder hellwach. Dazu trug auch der dezente Geruch von Bier, die unsere Hosen freigaben, bei. Der Stewart konnte sich es jetzt nicht verkneifen, freundlicherweise nachzufragen, ob ich noch ein Bier wünsche…

Nach der Landung warteten wir viel zu lange auf unser Gepäck, was aber nur halb so schlimm war, weil wir pünktlich landeten und unser Zug erst drei Stunden später fahren sollte. Mit dem SkyTrain fuhren wir zum Bahnhof, wo wir feststellten, dass es dort kein Kaffee oder Imbiss gab. Also sind wir wieder mit dem SkyTrain zurück (wenn ich den Wikipedia-Artikel vorher gelesen hätte, wäre ich gelaufen!) und setzten uns in den Arkaden in ein Cafe, wo ein guatemalischer Kaffee meine sich bereits schlafengelegten Lebensgeister wieder geweckt wurden. Zurück am Bahnhof warteten wir noch ein halbes Stündchen, bis wir unsere Plätze einnehmen konnten.

Leider muss man festhalten, dass deutsche Züge nicht zum Reisen gemacht wurden. Wie sonst ist es zu erklären, dass man einen Trolley nicht durch die engen Gänge ziehen kann? Als wir endlich saßen, mussten wir erste Verluste des Materials beklagen…nichts, was man nicht mit einer Rolle Panzertape wieder fixieren kann, aber ärgerlich ist es trotzdem. Ein weiteres Mosaiksteinchen meiner Ablehnung gegenüber der Bahn AG war gelegt…

Beim Umsteigen in der Stadt des, zu dem Zeitpunkt zukünftigen, deutschen Fußballmeisters wurde es uns fast schon zu einfach gemacht. Derselbe Bahnsteig, lediglich die andere Seite. Na toll, hätte ich das gewusst, hätte ich keine halbe Stunde zum Umsteigen eingeplant. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Ab hier hatten wir Sitzplatzreservierung, die natürlich besetzt waren. Also die zwei Damen weggescheucht, Laptop rausgeholt und versucht zu surfen. Es blieb beim Versuch, der nur in den Bahnhöfen von Erfolg gekrönt wurde. Dann halt Papa Bescheid sagen, der so nett war, und uns vom Bremer Hauptbahnhof abholte. Völlig erschlagen kamen wir in Delmenhorst an, packten unsere Sachen aus und unterhielten uns noch kurz mit meinem Vater in der Küche.

Wenn bloß nicht diese kleinen Fliegen die ganze Zeit nerven würden. Und wieso sind das so viele? Hier ist doch nichts schlecht geworden? Wir haben doch alles verbraucht und den Kühlschrank leergeräumt…

Dann fiel es uns wie Schuppen vor die von den Augen. Ein kurzer Blick in die Ecke des Katzenfutters und schon ward das Nest gefunden. Ein aufgeplatzter Beutel reifte in unserer Abwesenheit munter vor sich hin…Willkommen zu Hause. 😐

Kurzerhand ein paar Gläser mit Saft, Essig und Spüli aufgestellt, um die Fliegen in die Falle zu locken. Und ab auf die Couch. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits über 24 Stunden auf dem Buckel. Nach einer Stunde musste aber gut sein, schließlich wollten wir uns schnell umgewöhnen. So ein Jetlag ist ja kein Vergnügen…

Das mit der Stunde klappte auch ganz gut. Den Rest des Abends dümpelten wir vor uns hin und gingen zeitig wieder ins Bett. Schade nur, dass ich um zwei Uhr Nachts hellwach war…

Zur Info: Den Jetlag wurden wir dann schnell los. Ganz schnell. Nämlich gleich nach dem Osterwochenende als wir wieder anfingen zu arbeiten. Bis dahin…nachts wach, tagsüber knackenmüde.

Und wie weiter?

Seit über einem Monat sind wir zurück und vermissen Amerika. Und meine Cousine nebst ihrer Familie. Wenn wir eins von drei Liedern hören ist es besonders schlimm mit dem Fernweh. So geschehen letzten Freitag auf dem Weg nach Berlin, wo nur das Stück von Lynyrd Skynyrd fehlte. Aber vom Berlinwochenende erzähle ich ein anderes Mal.

Jetzt suche ich erstmal Hochzeitsfotos raus, die hier die Tage veröffentlicht werden.

Flittern in sweet home Alabama (14) – Ruhetag

Sonntag ruhte bekanntlich der liebe Gott sich von seiner sechs Tage währenden harten Arbeit aus. And so did we.

Morgens wachte ich auf und schlumpfte in die Küche. Es war kurz nach neun und somit wollte ich schon mal einen Zwischenstand erfahren (Bayern spielte gegen Bayer). Und konnte es nicht glauben, als Susanne mir erzählte, Bayern führe gegen Vizekusen 4:0… 😀 (Das Dortmund dann auch noch gewann, war krönender Abschluss des Spieltages ;-))

Ich ging zurück ins Schlafzimmer und traf auf eine hellwache Steffi, die sonderbar gluckste und kicherte. Und auf den Boden zeigte. Vor dem Bett, gleich hinter der Tür lag einer der Muscheln, die sie am Vortag aufsammelte und über die wir schon Scherze machten, dass sie ja eventuell noch bewohnt sei.

„Jaja, verarschen kann ich mich selbst immer noch am besten“ war verständlicherweise meine Reaktion, doch drehte Steffi den Spieß um. Ob ich sie verarschen wolle und die Muschel dahingelegt hätte. Hatte sie jedenfalls noch gedacht, bevor ich rein kam. Und die Muschel hochgehoben. Weil die Muschel sich aber gegen das Hochheben zur Wehr setzte und sich am Teppich festzuhaken versuchte. Weil das nicht klappte, verzog sich der Bewohner der Muschel schnell wieder zurück in die hinterletzte Ecke.

Das glaubte ich natürlich nicht und hob die Muschel selber an. So gerade eben konnte ich die Beinchen und einen Fühler entdecken. Johnny ist also vom Strand entkommen…

Na gut, dann bringen wir den Kleinen erstmal nach draußen an die frische Luft. Auf der Terrasse neben dem Pool sollte erstmal ein gutes Plätzchen sein. Die Mädels bereiteten ihm schon mal eine Pappschachtel, wo eine Tupperschüssel mit Wasser und etwas Sand rein kam. So würde sich Johnny sicher wohl fühlen. Und morgen fahren wir noch mal nach Dauphin Island und setzen ihn wieder der Freiheit aus.

Aber Moment! Wo ist Johnny? Ich hatte ihn doch hier abgelegt, direkt neben dem Pool…er wird doch nicht? Er ist! Ein kurzer Blick in den Pool, da war er. Hmmm, ob das Chlor im Pool ihm sooo gut bekommt? Wir wagten es zu bezweifeln und kurzentschlossen steckte ich meinen Arm rein und versuchte ihn rauszuholen. Leider verschätzte ich mich mit der Tiefe des Beckens an der Stelle und hatte ein nasses Shirt am Oberärmel. Dann halt mit Hilfsmitteln und rein mit ihm in die Box.

Ansonsten hielten wir es mit dem eingangs erwähnten Satz. Wir lagen den lieben langen Tag nur am Pool und erhebten uns nur kurz, um im Haus der Nachbarn eine kurze Besichtigung zu machen.

Wenn dort ein Haus verkauft wird, dann gibt es einen Tag, wo die Türen offen sind und jeder kommen und schauen kann. Die perfekte Gelegenheit für uns, ein typisch amerikanisch eingerichtetes Haus von innen zu sehen. Aufnahmen waren nicht erlaubt, weshalb ich Bilder schuldig bleiben muss.

Das Wohnzimmer war mit viel zu dunklen Holz möbliert, die Küche offen. Ein separates Esszimmer, wie man es aus alten Serien kennt. Ja, vielleicht sogar so in etwa wie bei den wilden Siebzigern, wo auch ein merkwürdiges Wohnzimmer und eigenständiges Esszimmer vorhanden ist.

Die Kinderzimmer waren auch auch sehr ähm… deutlich. Während das Zimmer der Tochter in rosa gehalten mit lauter Herzchen, Glitzer und so Zeugs war, hatte das Zimmer des Jungen Harry Potter, Raumschiffe und Football an den Wänden.

Irrwitzigerweise war an der Hausfront ein Balkon…ohne Zugang. 😯

Nach dieser Anstrengung war wieder Pool angesagt.

Und Grillen auch wieder. 🙂

Ich gebe zu, so ganz ruhig auf dem Hintern haben wir dann doch nicht gesessen. Nein, wir haben uns sogar körperlich in geradezu sportlicher Art und Weise betätigt. Wir haben Tischtennis gespielt.

Und das taten wir bis es zu dunkel wurde… 🙂

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , . 6 Comments »

Danke Jungs

Ein Wochenende muss nicht immer erholsam sein. Und das kann man von diesem auch nicht behaupten.

Samstag, 9 Uhr in Delmenhorst:

Der Erzeuger trifft ein, wir packen die Sachen in mein Auto, legen eine zusammengestellte Meister-CD ein und fahren janz balante die A1 Richtung Süden. Kein Stau, Regen oder sonstige Hindernisse. Um kurz vor elf machten wir noch eine kleine Tank- und Pinkelpause und schrieben meine Nichte über Facebook an, dass wir in gut 20 Minuten eintreffen würden.

20 Minuten später standen wir bei Alisa vor der Tür. Und standen vor verschlossener Tür. Nach zwei- oder dreimaligem Klingeln tat sich nichts und wir gingen davon aus, dass das gesamte Haus unterwegs ist. Wir hatten uns ursprünglich ja für 12 Uhr angemeldet. Von daher stellten wir uns ans Auto und schnackten noch etwas. Nach knapp fünf Minuten gingen dann doch die Rolladen hoch und Alisa gewährte uns Einlass.

Eigentlich wollten sie ja nicht am Vortag übertreiben. Eigentlich… 😉

Nach einem kurzen Imbiss ging es los. Da ich außer den Westfalenhallen keinen wirklichen Plan hatte, nahmen wir Alisas Vorschlag dankbar an. Die wollte uns zum Borsigplatz führen. Das war vom Hauptbahnhof gut zu Fuß zu erreichen, nur leider war dort überhaupt nichts los.

Das wollten wir ja auch nicht, also sind wir mit dem Bus wieder zum Bahnhof zurück und von dort aus in die Stadt. Dieser Umweg kostete uns eine gute Stunde und somit waren die Möglichkeiten, einen trockenen Sitzplatz zu ergattern bei Nullkommanullpointnull. Da war es bereits drei Uhr und unsere Kehlen schrien nach Flüssigkeit.

Wir tingelten in der Innenstadt herum und suchten verzweifelt eine Örtlichkeit

– mit Blick auf eine Leinwand, wo das Spiel übertragen wird (oder die Chance darauf hat, einen Blick zu erhaschen)

– wo man trocken bleibt (oder die Chance darauf hat)

– wo man regelmäßig was zu trinken bekommt (oder die Chance darauf hat)

– und sitzen kann.

Und zwar in der Reihenfolge.

Als die Hoffnung schon aufgegeben wurde, es war halb vier und die Stadt pickepacke voll, kamen wir an einer Tapas-Bar entlang, wo unter einer überdachten Fläche vier freie Sitzplätze waren. Die Außenfassade bestand aus großen Glasfenster (und Türen), drinnen eine große Leinwand, auf die wir direkt schauen konnten (wenn das Volk innen sitzen blieb) und draußen huschte eine Kellnerin rum. Da bekam man glatt Pipi in den Augen vor so viel Glück.

Die Kellnerin kam und ich gleich

Zwei Weizenbier bitte. Und was trinkt ihr?

Das erste Glas Der erste Becher sollte erstmal die drohende Dehydrierung verhindern. Nur so viel: Es war ganz schön knapp. 😉

Was zu futtern bestellten wir auch noch, während wir uns auf das Spiel konzentrierten. Unser Interesse ließ nach dem Führungstreffer der Hessen dann etwas nach, aber dank der Aufholjagd der Borussen konnte ein schöner Saisonausklang gefeiert werden. Gegen sieben Uhr, mittlerweile waren wir wieder etwas durch die Stadt geschlendert um die Party-Atmosphäre aufzusaugen, entschlossen wir uns für einen geordneten Rückzug nach Bochum, um im Bermuda-Dreieck weiterzufeiern. Vielleicht einen Sieg von Lena beim ESC?

Gegen acht Uhr und einer Portion Currywurst-Pommes – und einer irrsinnig witzigen, nur leider kaum wiederzugebenden Unterhaltung mit einem Frankfurter Bochum-Fan – später, schlugen wir Wurzeln in der nächsten Tapas-Bar. Mit reichlich Cuba Libre wurde der Alkoholpegel stetig in die Höhe getrieben, der den ESC leider nicht erträglicher machte. Viele der Beiträge waren schlicht Grütze. Davon war Lenas Beitrag noch einer der besseren, doch uns war nach der Darbietung klar: Das wird nichts. Hier wurde die Sexkarte gezogen, was zwar mit der lasziven Tour subtiler war, als manch andere, aber dann doch nicht konsequent genug. Und so eingängig war der Titel nun auch wieder nicht.

Mir persönlich gefielen, klar, die Moldawen am besten. Tolle Show, geile Perfomance und das Lied könnte ich jetzt noch trällern, gröhlen, was auch immer. Aber entweder habe ich kein Musikgeschmack oder Europa. Ich tendiere immer noch zu zweitem. 😉

Danach ging es nach Hause, weil wir am nächsten Tag ja fit sein wollten, um weiterfeiern zu können.

Und wir fahren fit. Und ausgeschlafen. Ich jedenfalls, denn es war schon fast elf Uhr, als ich mich aus dem Bett bequemte…

Also kurz was gegessen, aus dem Arsch ein Gesicht gemacht geduscht und dann los zur großen Meisterfeier nach Dortmund. Während in der Bochumer U-Bahn noch die Farben blau-weiß dominierten – Bochum spielte um Platz drei in Liga zwei – wurde es in der S-Bahn Richtung Dortmund farblich angenehmer. Und voller. In der U-Bahn zur Markgrafenstraße war es dann nicht mehr voll. Es war rappelvoll. Eine Sardine in der Dose hat mehr Platz. Soße hätte bei uns nicht mehr reingepasst.

Dummerweise ging es auch erst gar nicht los. Anscheinend hatte jemand die Notbremse gezogen und da wir nach einer Viertelstunde losfuhren und an der nächsten Station ALLE rausgeholt wurden, muss man wohl von einem Notfall ausgehen. Die nächste Bahn fuhr immerhin tatsächlich ohne Probleme.

Nun waren wir an der B1 und schlenderten Richtung Bühne, zu der wir gar nicht mehr hin kamen. Die Hoffnung machten wir uns auch gar nicht. Hauptsache, wir standen an der B1, schauten uns die feierwütigen Fans an und kriegten etwas von der Party mit.

Das i-Tüpfelchen wären dann die Spieler gewesen, die am Truck an uns vorbeigezogen wären. Wäre, hätte – Fahrradkette. Nach gut drei Stunden, für 16 Uhr war die Mannschaft angekündigt, war uns klar, hier kommt die Mannschaft die nächsten Stunden auch nicht durch. Es war viertel vor vier und wir liefen die B1 hoch. Um halb fünf und ca. 2 km später war uns auch klar: Wir sehen die Mannschaft gar nicht mehr. Kurz im Internet nachgeschaut, was eigentlich Sache ist. Dort hieß es, dass die Mannschaft von der Polizei direkt zur Bühne gefahren wird, weil der Truck nicht weiterkam. Noch mal zurück kam für uns nicht in Frage. Wir wollten gegen 18 Uhr los fahren, was nicht geklappt hätte wenn wir ne halbe Stunde erst wieder zurückgelatscht wären. Wir hatten auch so genug gesehen, gesungen, fotografiert und erlebt.

Also quetschten wir uns wieder in die U-Bahn, wo ich immerhin einmal Glück hatte. Nicht ein besoffener Dortmund-Fan sondern eine Blondine rieb sich an meinem Körper. Man kann auch mal gewinnen. *hüstel*

Um kurz vor sechs kamen wir in der Bochumer Burg an, wo nur kurz noch die Sachen eingeräumt, sich herzlich verabschiedet und dann losgefahren wurde. Schnell den Tank aufgefüllt und mit 160 Sachen nach Hause. Eine Stunde 45 Minuten später war unser Wochenende dann auch zu Ende.

Fazit:

Dortmunder können feiern.

Bochumer sind realistisch.

Die Gastfreundschaft der Kuckelands unerreicht.

Veröffentlicht in Sport. Schlagwörter: , , , , , , , , . 2 Comments »

Bye bye Nuri

Es ist also raus. Nuri Sahin verlässt den BVB um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen. Was schade ist, da er zwingend zu einem großen Klub wollte, den er mit dem BVB zweifelsohne auch gehabt hat.

Ich hätte zwar für kein Geld der Welt mich zu Mourinho transferieren lassen, aber das wird er hoffentlich in seiner Entscheidung mit überdacht haben.

Ich für meinen Teil werde am Samstag und vor allem am Sonntag nicht mehr so ausgelassen feiern können, wie es noch vorige Woche möglich war, als alles noch so frisch und unbeschwert war. Der Transfer hat, ganz abgesehen von meiner total naiven und idealistischen Verträumtheit, einen Dämpfer auf die ganze Freude gelegt. Er war der wichtigste Mosaikstein in der Mannschaft und bis zuletzt hatte ich gehofft, er würde der ganzen Medienmaschinerie die lange Nase zeigen und sagen: Ich bleibe dort, wo mein Herz schlägt.

Das hat er nicht. Also heißt es am Sonntag Abschied nehmen. Abschied von Dede, der blieb, selbst als er lukrative Angebote aus dem Ausland bekam und der BVB am Boden lag. Und von Nuri, der geht, als der BVB wieder ganz oben angekommen ist. Dank ihm.

Veröffentlicht in Sport. Schlagwörter: , , , , . 10 Comments »

Von Fairness und Strafen

Nun sind es also noch sieben Punkte Abstand zu Vizekusen.

Nach einem sehr unterhaltsamen Spiel am Samstag Abend teilten sich die die Borussia und die 05-er die Punkte, was keinem so recht weiterhilft. Den Mainzern nicht, weil man an Boden nach oben zu den Bayern verliert und nach unten zu den Nürnbergern. Und Dortmund nicht, weil man im zweiten Spiel in Folge Punkte auf den Verfolger aus Leverkusen verliert.

Dabei fing es sehr gut an. Nach einer kurzen Abtastphase waren es die Mainzer, die mit Schürrle das erste Mal gefährlich vor das Tor kamen (6.). Gleich im Anschluss brachte Götze einen Freistoß in den Strafraum, den Hummels mit dem Rücken ins Mainzer Tor verlängerte. 1:0 für die Borussia.

Dieses Tor gab den Dortmundern Sicherheit im Spielaufbau und man erarbeitete sich eine optische Überlegenheit. Besonders Barrios wusste zu gefallen, schaffte er es mehrfach in Unterzahl den Ball zu halten und weiterzureichen. Nach 15 gespielten Minuten dann die in meinen Augen spielentscheidende Szene. Ein langer und hoher Ball in den Strafraum der Mainzer wollte Barrios mit dem Kopf über den zu spät herausgelaufenen Wetklo köpfen, dem nichts besseres einfiel als seinen Stellungsfehler mit einem kompromisslosen und rabiaten Einsteigen in unseren Stürmer auszubügeln. Dr. Felix Brych zeigte sofort und vollkommen zurecht auf den Elfmeterpunkt. Wetklo allerdings kam mit einer gelben Karte davon. Zuwenig, wenn man bedenkt, dass er die Gesundheit von Barrios mit diesem überharten Einsteigen bewusst gefährdet hat. Und sich vor allem nicht mal einsichtig gezeigt hat und noch während der gesamten Behandlungspause am rummeckern war. Drei Minuten lang musste unser Topstürmer behandelt werden, in der er klar und deutlich kaum Luft bekam. In der 30. Minute war dann Schluss für ihn und er musste gegen Lewandowski ausgewechselt werden.

Hier muss man dem Schiedsrichter ein schlechtes Augenmaß bescheinigen. Schon in den ersten 15 Minuten waren zwei taktische Fouls ungeahndet geblieben. Und mit dem Foul an Barrios machte sich Wetklo keine Freunde, Brych mit seinem Zaudern allerdings auch nicht. Das Spiel blieb zwar weitestgehend fair, hätte aber gerade zu Beginn noch zwei gelbe Karten mehr verdient gehabt.

Den fälligen Strafstoß sollte Nuri Sahin verwandeln. Auf den hätte ich auf gesetzt, war er doch bislang unser bester Strafstoßschütze. Doch seit dem Hinspieldrama gegen Hoffenheim, wo Nuri den wiederholten Elfmeter verschoss, scheint der Wurm bei ihm drin zu sein. Der Schuss war zwar halbhoch, aber viel zu schwach geschossen. Man merkte Sahin die Unsicherheit bei dem Schuss deutlich an. Selbst Klopp denkt jetzt laut über einen anderen Elfmeterschützen nach. Vielleicht sollte er in Bremen mal nachfragen, wo ein arrogant auftretender Sandro Wagner zwei Elfer in einem Spiel versenkt, was denn das Geheimnis eines guten Elfmeterschützen ist. Bei uns würde ich ja für Kevin plädieren, der noch am ehesten fähig zu sein schein, sein Gehirn in wichtigen Situationen auszuschalten.

Die Dortmunder waren nach diesem vergebenen Big Point nicht so von der Rolle, wie ich es befürchtet hatte. Allerdings merkten jetzt die Mainzer, dass mehr drin ist im Spiel. Als dann Barrios das Spielfeld verließ, kamen die Hessen besser ins Spiel und hatten bis zur Halbzeit sich ein Übergewicht erkämpft. Den Dortmundern kam die Halbzeitpause gerade recht.

Aus dieser kamen die Dortmunder einen Tick besser, aber das Offensivspiel krankte am letzten entscheidenden Pass. Zu oft wurde in die Mitte gespielt, wo die kompakt stehende Verteidigung der Mainzer kaum Probleme hatte, den Ball zurückzuerobern. Ein Manko, dass schon gegen Hoffenheim uns um wichtige Punkte gebracht hat und schleunigst abgestellt gehört. Das fehlende Spiel über die Außen muss man aber auch unseren Außenverteidigern ankreiden, die überhaupt in der Rückrunde viel zu selten Vorstöße wagen und somit in der Offensive für ein zahlenmäßiges Untergewicht sorgen.

Somit war es keine Überraschung, dass der Ball nach knapp einer Stunde Spielzeit im Tor der Dortmunder landete. Zum Glück sah der Linienrichter den aus dem passiven Abseits gekommenen Allagui und pfiff die Situation ab. Eigentlich ein Weckruf für unsere Jungs, die aber, wie oben erwähnt, zu wenig für das offensive Spiel taten und sich mit einem taktischen Mittelfeldgeplänkel über die Zeit retten wollten. Doch in der 85. Minute kam es dann zu dem Aufreger, der m.E. überbewertet wurde, aber verständlicherweise für hochkochende Emotionen bei den Dortmundern sorgte.

Subotic wehrte einen Ball mit dem weichsten seiner Körperteile ab und ging vor Schmerzen krümmend zu Boden. Zidan verlor im Mittelfeld den Ball, bevor er die Chance hatte, an einem besser postierten Mitspieler abzugeben, der eventuell die Situation erkannte und ins Aus hätte spielen können (Zidan stand mit dem Rücken zu Subotic). Die Mainzer eroberten den Ball, kamen über außen und flankten nach innen, wo jetzt Subotic fehlte. Slisovic netzte unbedrängt ein.

Die Aufregung von Jürgen Klopp blieb verständlicherweise nicht aus, reagierte sich in meinen Augen aber an dem falschen ab. Sicher hätten auch die Mainzer Spieler den Ball ins Aus schieben können, aber das ist nicht deren Aufgabe, wenn sie die Chance auf einen vielversprechenden Angriff haben. Das Spiel hätte Schiri Brych unterbrechen müssen, was er aus welchem Grund auch immer nicht tat. Als Subotic nach dem Gegentreffer das Feld zur Behandlung verließ, war bereits jegliche Farbe aus seinem Gesicht entwichen. Ein klares Indiz dafür, dass die Verletzung durchaus unterbrechungswürdig gewesen wäre.

So kam es am Ende zu Tumulten und verbalen Äußerungen, die sich noch nach Spielende vor laufenden Kameras fortführte und die das Bild des schlechten Verlierers Klopp zeichneten. Denn so fühlte sich das Unentschieden für die Dortmunder an. Wie eine Niederlage. Dabei lag es an den Dortmundern, den Sack früher zu zumachen. Oder durch mutigeres Offensivspiel den Gegner erst gar nicht die Möglichkeit zur Entfaltung zu geben. Wer zwei Drittel des Spiels ein energisches Pressing an den Tag legt, muss auch im Offensivspiel energischer rangehen und nicht nur ideenlos in die Mitte spielen, wo die einzige Spitze meist überfordert wirkt angesichts der Überzahl gegnerischer Verteidiger.

Traurige Szene zum Schluss des Spiels war sicherlich der Regen aus Feuerzeugen, die auf den uneinsichtigen Torwart der Mainzer niederprasselte, während der beim Abstoß auf Zeit spielte und damit noch mehr Gelegenheit hatte, auf Zeit zu spielen. Das war in höchstem Maße asozial und zeichnete vor allem unsere Fans als schlechten Verlierer. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass wir uns alle zu früh auf die Meisterschaft gefreut haben. An diesem Spiel war weder unsere Offensive, noch die Reaktion unseres Trainer, vor allem aber nicht unserer Fans meisterlich.

Veröffentlicht in Sport. Schlagwörter: , , , . Kommentare deaktiviert für Von Fairness und Strafen

Hochzeitscheck: Essen

Gestern war unser Termin im Schützenhof aka Zitronengras um die Details für das Essen zu besprechen.

Einen kleinen Moment mussten wir auf den Chef noch warten. Gelegenheit also, die Jacken auszuziehen, einen Kaffee zu bestellen und das Handy auf den Tisch zu legen. Meines wird ja von einer Handytasche geschützt, auf dem das Emblem von Borussia Dortmund zu sehen ist.

Herr Eden kommt mit seinem Kaffee, sitzt noch nicht ganz, steht wieder auf, geht in die Küche und schüttet seinen Kaffee in einen großen St.Pauli-Becher. Damit die Fronten geklärt wären, wie er sagte. Darauf ich:

Pff, ist doch nur ein Abstiegskandidat.

Das sie zur selben Zeit wie eben solcher spielten und von den Nürnbergern richtig auf die Mütze bekamen, konnte ich ja nicht ahnen. 😉

Er nahm noch mal eben unsere Daten auf (für die Rechnung), wobei ich mir gleich die nächste Spitze erlaubte.

Name?

Stefan. Mit f, so wie es richtig geschrieben wird.

Ja, ich wusste, dass er ein Namensvetter ist.

Trotz meiner Spitzen verhielt er sich professionell und stellte uns, nachdem wir ihm unser Budget nannten, ein Programm und das Essen zu unserer vollsten Zufriedenheit zusammen. Wobei ich sagen muss, dass er es sogar noch übertroffen hat. Irgendwann fragten wir ihn zwischendurch, ob er noch unser Budget im Kopf hat, weil uns das alles so viel und so teuer vorkam. Jaja, das ist alles noch locker drin.

Okay, dann kann die Feier dort jetzt steigen. 🙂

Essen bestellt: Check.

Veröffentlicht in Feierlichkeiten. Schlagwörter: , , . Kommentare deaktiviert für Hochzeitscheck: Essen

Meisterhaft

Was haben Kevin Großkreutz und der FC Bayern München gemeinsam?

Beide haben gerne eine große Klappe.

Und was ist der Unterschied zwischen Kevin Großkreutz und den Bayern?

Bei Kevin ist auch was dahinter. 😉

Zehn Minuten hat es gedauert, bis Lucas Barrios das erste Mal den Bayern gezeigt hat, wer diese Saison den besten Fußball in Deutschland spielt.

Die Bayern nutzten zwar ein Loch in der Abwehr zum Ausgleich in der 16. Minute. Aber nur zwei Minuten später (!) ballerte Nuri Sahin den Ball sowas von traumhaft in die Maschen und stellte damit die Rangordnung wieder her.

Das 3:1 sagte ich sogar bei der Ecke an. Naja, eigentlich verbesserte ich nur Tim, mit dem ich das Spiel schaute. Der glaubte, dass Lewandowski das Tor machen würde, aber ich sagte:

Wenn dann eher Subotic oder Hummels. Wobei Hummels am wahrscheinlichsten ist.

Got it! 😀

Ab jetzt bin ich auch realistisch und feiere Dortmunds Meisterschaft. Wer oder was will uns das noch nehmen?

Veröffentlicht in Sport. Schlagwörter: , , , , . 1 Comment »

O-Ton (18)

Ja, wir leben noch. Nur was soll man schreiben? Meiner einer sitzt krank zu Hause und erlebt nichts berichtenswertes und Steffi sitzt bis spät in der Arbeit.

Nichts interessantes also. Aber kaum ist man in Friesland, überschlagen sich wieder die Ereignisse.

Wenn man überhaupt da hinkommt, nach Friesland. Als wir nämlich von der Autobahn abfuhren, standen wir Richtung Heidmühle im Stau. Das ist uns auch zu blöd, also drehten wir um und fuhren über Roffhausen nach Sillenstede. Am China-Restaurant „Rosengarten“ vorbei. Mit knurrendem Magen.

I: Lass uns doch hier anhalten, Deine Elten anrufen und Bescheid sagen, dass sie herkommen sollen.

S: Nein, vielleicht hat Mama ja was zu Essen zu Hause.

Hatte sie nicht. Aber sie fand es gut, spontan im „Rosengarten“ zu essen. Also sind wir wieder hin.

Nachdem wir uns vollgefressen haben und wieder zurück waren, setzten die Männer sich vor den großen Fernseher…Fußball gucken. Die Mädels verpieselten sich in das kleine Fernsehzimmer. Erika kam sogar extra noch mal rüber um in der Fernsehzeitung zu schauen, was so läuft.

Nach dem Fußballspiel schaute ich bei der holden Weiblichkeit nach dem Rechten. Sie saßen da, jeder eine Flasche Wein und unterhielten sich. In der Glotze lief ein Tatort mit der unglaublich scharfen verdammt gutaussehenden nicht so gut schauspielernden Sawatzki.

I: Oh, ihr schaut Tatort?

S+E: Ja.

I: Worum gehts?

S: Keine Ahnung…

Man sieht eine Fahrstuhlszene. Eine Frau, mit dunkler Sonnenbrille, kein Makeup unterhält sich mit der Kommissarin. Sie scheint in tiefer Trauer zu sein, aber das wäre zu naheliegend, also frage ich:

I: Ist die Frau blind?

S+E: Wieso?

I: Weil sie eine Sonnenbrille trägt. Oder macht sie das, weil sie kein Makeup trägt?

S+E (durcheinander): Die ist in Trauer, deshalb trägt sie eine Sonnenbrille.

I: Was ist das denn für ein Quatsch, deshalb trägt man doch keine Sonnenbrille.

E: Doch, dann sind die Augen so aufgequollen. Und damit man das nicht sieht, trägt sie eine Sonnenbrille.

S: Außerdem hätten wir das mitbekommen, wenn sie blind wäre.

Nächste Szene, die Kamera hält auf den Bürgersteig. Von links kommt ein langer weißer Stab ins Bild, der hin und her geschwungen wird. Die Kamera fährt hoch und man sieht die Frau mit der Sonnenbrille ihren Blindenstock hin und her schwingen…

😀

Veröffentlicht in O-Ton. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für O-Ton (18)

Terrorgefahr – Weihnachtsmarkt

Am Samstag hatte Steffi Freunde und Familie zu einem gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch eingeladen. Im Vorfeld gab es „leichte Spannungen“ wegen des Termins, denn wie jeder weiß, spielte am Samstag Abend im Topspiel (!) die Borussia aus Dortmund gegen Werder Bremen.

Aber ich habe meine Prioritäten gesetzt. Freunde sind mir wichtiger als ein Fußballspiel und außerdem kann man mit dem Handy immer noch den Vater anrufen, der sich das Spiel ja anschaut. Schade nur, dass mein Handy-Akku im Zug beschloss, jetzt alle zu sein. So nervte ich Steffi auf dem Markt alle halbe Stunde (gefühlt; umgekehrt dürfte es alle halbe Minute gewesen sein^^), ob mein Vater angerufen hat.

Während der Zugfahrt – die auch ein Thema für sich war – klingelte Jana durch und sagte kurzfristig ab, da es Marco nicht gut ging. Von hier aus noch mal gute Besserung.

Ja, die Zugfahrt. Ich gebe zu, wir waren etwas spät dran. Aber als ehrlicher Mensch nahmen wir uns die Zeit und zogen noch vier Tickets und entwerteten sie wie es sich gehört. Leider hatte es der Zugführer sehr eilig und hielt die Abfahrtszeit auf die Sekunde ein…

Sechs Minuten später sollte ein IC wieder Richtung Bremen fahren. Wenn er nicht Verspätung gehabt hätte. Und als er dann endlich da war und wir Platz nahmen, dauerte es wegen Problemen mit dem Triebwagen auch noch mal etwas. Dabei saßen wir doch auf heißen Kohlen. Wir hatten zwar Tickets, aber keine mit IC-Zuschlag. Blöde Situation, wenn man sich Tickets kauft um sein Gewissen vom Druck des Schwarzfahrens zu befreien und dann doch ein schlechtes Gewissen hat, weil man keinen Zuschlag hat. 😦

Ging aber noch mal alles gut. Bis auf den Anruf von Jana.

Nach der Ankunft in Bremen nahmen wir die Beine in die Hand, weil Ina alleine bei den Schweinen wartete. Nichtsdestotrotz hielt ich die Augen auf, denn einen Tag zuvor hieß es im Radio, dass die Terrorgefahr noch nicht vorbei ist. Soll heißen, es kann irgendwo irgendwann irgendwas irgendwie passieren.

Also passt bloß auf. 😉

Ist ja nicht unser erster Weihnachtsmarktbesuch, also erstmal Grundlage schaffen für das süße Gesöff, dass bald unsere Kehlen befeuchten und unsere Münder verkleben soll. Also Fleisch mit Brötchen. Egal wie. Ob gebacken, als Steak oder im Darm. Hauptsache mit Fett, wobei die Wurst den Vogel abschoss. Trotz einer Warnung meiner Kollegin, die ihre Erfahrung mit der groben Bauernbrat bereits kundtat musste ich mich selber vom Fettgehalt der Bratwurst überzeugen…Erfahrungen anderer sind wie alte Kleider, die niemand mehr anziehen will…

Dafür zeigte der Glühwein keinerlei Wirkung, weil er durch den geschlossenen Fettmantel im Magen nicht durchkam. Nach dem dritten Glühwein wollte der Mund aber diesen komischen Zuckergeschmack raushaben und da war mein Mund nicht der einzige. Die Männer bestellten geschlossen eine Runde Bier.

Danach ging es dann aber mit Glühwein weiter und irgendwie schien es, als wenn er von Stand zu Stand besser schmeckte. Das sollte sich am letzten Stand jedoch umkehren, denn am Bahnhof wollten wir uns die Wartezeit noch etwas verkürzen und „genossen“ noch eine Runde Glühwein. Und das war der mit Abstand ekligste des ganzen Abends. An der Rentier-Bar wo das Rentier Weihnachtslieder ununterbrochen sang, schien es, als wenn es im Gegenzug seine Blase hintenraus in den Kessel entleerte…

Der Rückweg war übrigens wieder durch eine laxe Einstellung zur geplanten Abfahrtszeit seitens der Deutschen Bahn geprägt. Und von einem sehr aufschlussreichen Gespräch einer männlichen Vierergruppe, die die Menschheit nicht wirklich voran gebracht hat…

Dennoch ein sehr schöner Abend unter Freunden. Und fußballtechnisch war es ja auch ein gelungener Abend. 😉
WikiLeaks