Was ich loswerden will (57)

Der rechte Abschied von der Politik

Der Tagesanzeiger aus der Schweiz mit einem Artikel über zwei konservative Politiker, die sich Gedanken über ihre Form der Politik machen.

„Ich fange an zu denken, dass die Linke vielleicht doch Recht hat.“

(Via NDS und Frédéric Valin)

***

Folter im Rechtsstaat

namron erklärt in seinem Blog, warum einem rechtskräftig verurteiltem Mörder, der von einem deutschen Gericht Schmerzensgeld wegen Folterandrohung zugesprochen wurde, ebenfalls Menschenrechte genießt.

***

Gewalt gegen die Gewalt

Sebastian Müller zeigt im Le Bohémien die sozialen Einschnitte der englischen Politik auf. Und nicht nur dort:

„Überhaupt scheint die Erkenntnis, dass der europäische Sozialstaat vor allem eine zivilisatorische und demokratische Errungenschaft ist, heute nicht mehr viel zu bedeuten.“

***

Glücksfall Gerechtigkeit

Zum selben Thema schreibt Nina Power (Übersetzung von Holger Hutt) in „Der Freitag„.

„Spektakuläre Bilder von ausgeräumten Geschäften mögen genau das sein, wonach es die ruhelosen, stets nach neuen Geschichten und Buhmännern gierenden Medien verlangt. Aber wir werden nichts von diesen Ereignissen verstehen, wenn wir die Geschichte und den Kontext ausblenden, in die sie eingebettet sind.“

***

Wie sich die Dinge manchmal gleichen

Zum Schluss noch ein Wort zum Fußball. DTS98 dämpft die Euphorie nach dem 3:1 Auftaktsieg gegen den HSV und zitiert sich selbst. Anschließend fügt er in seinem Spielbericht an:

„Träumen darf natürlich währenddessen erlaubt sein, aber die Ansprüche müssen realistisch bleiben. Und vor allem rennt man nicht laut tönend durch die Weltgeschichte.“

Werbeanzeigen

Gedanken zur WM

Ja, auch mich nervt DAS Geräusch der WM 2010. Aber die WM ist nun mal nicht in Deutschland, nicht mal in Europa. Die WM ist am anderen Ende der Welt. Zur Erinnerung, in Südafrika. Und dort denkt man halt anders darüber. Dort gibt es eine andere Kultur und die wirkt sich auch auf die Fankultur im Fußball aus. Und DAS sollten wir als Gäste (oder Zuschauer) auch respektieren.

Es ist halt nicht das Ding der Südafrikaner irgendwelche Pop- oder Rocksongs zu adaptieren. Und vor allem nicht möglichst simple,damit man sie noch mit ordentlich Druck auf dem Kessel auch noch nachgröhlen kann. Erinnert sich noch jemand an den Song der White Stripes? Den fand ich mal gut. Bis er in den europäischen Stadien mißbraucht wurde. Seitdem nervt der mehr als jede Vuvuzela es könnte.

Und mal unter uns. Nach ein paar Tagen der Dauerberieselung kann ich sehr wohl Unterschiede in dem Dauerton erkennen. Und auch die Stimmung und den Jubel der Fans erkennen. Wenn das irgendwelche intoleranten Fußballreporter (und die sich dafür halten) nicht können, ist das ihr Problem. Aber dann sollen sie auch das Gelabber sein lassen, dass es die Fangesänge der anderen Fans erdrückt. Denn Fangesänge sind nicht immer unterhaltsam, ja manchmal sogar sehr stupide.

Und wo ich gerade bei Reportern bin. Und Dauerton. Kann mal jemand von der ARD dem Tom Bartels sagen, dass sein ewiges Rumgenörgel mir voll auf den Sack geht? Wenn ich mir von ihm kommentierte Fußballspiele unter tatkräftiger Mithilfe von Mute (die Gute) anschaue, dann liegt das nicht an Vuvuzelas, sondern an ihm selber. Ja, das Spiel zwischen Japan und Kamerun war kein Gutes. Es war sogar erschreckend schlecht. Aber entweder hatte Tom Bartels eine nicht unerhebliche Menge Geld auf Kamerun gewettet oder er versteht seinen Job so, jede Situation mit einem negativen Superlativ zu besetzen. Und DAS nervt ja noch mehr, als zu nachtschlafender Zeit das Hupkonzert deutscher Fußballfans zu ertragen.

Apropos: Mein Gedanke gestern Abend war, dass die Energie, die gestern viele, viele deutsche Fans aufgewendet haben, um ihre Freude um ein belangloses Fußballspiel (das überraschend gut war, das muss ich ja zugeben) zum Ausdruck zu bringen, durchaus auch darin investiert hätte können, um seinen Unmut über das asoziale Sparpaket der Bundesregierung auszudrücken.

Aber die Bundesregierung, ich sagte es bereits, ist ja nicht doof. Sowas wird halt im Zuge einer WM durchgejagt, wo alle schön im schwarz-rot-geilen Delirium schweben. Und gar nicht merken (wollen), was ihnen da aufgehalst wird.

Was wiederum auch eine große Schuld der Medien ist. Nicht alle (wie die FR) haben zu Demonstrationen aufgerufen. Wenn doch die Medien so intensiv und detailverliebt nur über die politischen Machenschaften berichten würden, wie sie uns mit Wasserstandmeldungen der deutschen Nationalmannschaften vollreihern. Aber das würde wahrscheinlich auch nur darin enden, dass nicht die Politik zählt, sondern die Politiker. Wer hat mit wem eine Affäre, wieso ist diese Äußerung ein Nazi-Skandal usw. usf.

DAS nervt!

Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , , , , , . 1 Comment »