Was ich loswerden will (59)

An die Angsthasen

Sash entlarvt in seinem privaten Blog die Angsthasen, die sich vor dem Medium Internet fürchten und es am liebsten verbieten würden:

„Ist euch denn völlig entgangen, inwiefern das Internet zur Vereinfachung des Lebens beigetragen hat? Wie sehr es den Wissenschafts- und Kulturbetrieb bereichert und beschleunigt hat? Wie sehr es die Wirtschaft in jeder Sekunde fördert, wie sehr es Menschen hilft, in Kontakt zu bleiben, Kontakt zu finden?“

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Dagobert Duck C200 – Oder wie Boiron seinen Glückstaler verlor

Esowatch berichtet über einen Blogger, der über die Wirkungslosigkeit von homöpathischen Produkten der Firma Boiron witzelte und prompt von denen verklagt wird.

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Deutsche Parteispenden visualisiert

(gefunden via KFMW)

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Das deutsche Problem mit Oscar Pistorius

Christiane Link zeigt die Probleme der Deutschen mit Behinderten auf:

„Ein behinderter Mensch kann genauso gesund und krank sein wie ein nicht behinderter Mensch. Das will aber irgendwie nicht in die Köpfe der Leute hinein. Behinderung wird immer noch als in erster Linie medizinisches Problem angesehen, nicht als gesellschaftliches.“

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Die WELT hat eine Lösung für die Schuldenkrise: Lasst arme Schulen pleite gehen

Michalis Pantelouris stellt einige strukturelle Schwächen in einem Artikel der stellvertretenden Chefredakteurin der WELT richtig:

„Abgesehen davon, dass der Text historische, politische und logische Schwächen hat, zeigt er doch zumindest, dass die Autorin eine Meinung hat. Aber wenn es ihre eigene ist, warum versteht sie sie dann nicht?“

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In eigener Sache: Ich habe die CC-Vorgaben des Blogs angepasst. Ab sofort gilt die im Impressum angegebene CC-Lizenz. Dies tat ich, nachdem ich das sehr informative Video von Meike Richter gesehen habe. Worauf ich über Ronny aufmerksam wurde.

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Fit for lau

Heute war mein Probetraining im Workout Sportzentrum (gruselige Homepage aber tolles Fitnesscenter).

Eigentlich hatte ich ja vor, in schlimmsten Tönen darüber zu schreiben, weil morgen Steffi ihr Probetraining hat. Aber es war ganz nett und überhaupt nicht schlimm. Es hat nicht mal weh getan. 😉

Der aufmerksame Leser wird sich jetzt denken: Wenn wir zu zweit hingehen, gibt es Familienrabatt?

Nun ja, den nicht gerade. Aber unsere Firma macht jetzt bei Qualitrain mit und da Steffi und ich eh mit dem Gedanken spielten, uns bei einem Fitnesscenter anzumelden, kam das wie gerufen.

Jetzt werden wir uns die Abende häufiger außerhalb unserer vier Wände rumtreiben und mal was für unsere Gesundheit tun. Und wenn wir das eine oder andere Pfündchen dabei abnehmen, haben wir doppelt gewonnen. 🙂

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Kleine Amerika-Nachlese (2)

Was man hier über Amerika weiß, ist die Tatsache, dass die Amis viel Wert auf freie Meinungsäußerung legen. Das geht sogar so weit, dass dort die Rechten ihren braunen Scheiß ungestraft publizieren und auf die Straße tragen dürfen. Oder die fundamentalistischen Christen ihre Meinung über die gottlose Homosexualität und die besten Bestrafungen dafür auf Schildern schreiben und mit diesen Schildern rumlaufen dürfen, ohne das sich jemand daran stört.

Denn mal ehrlich: Klar habe ich was gegen das Nazipack, dass bei uns rechtzeitig zur Wahl in drei Meter Höhe ihre Freiheit nutzt um gegen die Freiheit von Menschen mit anderer Herkunft als Deutschland zu wettern und ihnen die Schuld für alles zu geben. Aber eine aufgeklärte Gesellschaft sollte doch darüber stehen, denn Spinner hat es überall. Der eine weiß auf den Tag genau, wann die Welt untergeht und der andere glaubt fest daran, dass in Deodorants Bestandteile sind, die in unser Gehirn eindringen um uns zu manipulieren.

Nun gut, unsere Gesellschaft ist genauso wenig aufgeklärt wie die amerikanische, was aber an dem zum Kapitalismus gehörenden Mediensystem liegt, dass die Pressefreiheit nicht mehr in dem Maße verdient hat, solange es wirtschaftliche Interessen mehr unterliegt als der freien Informationsaufklärung, die es eigentlich als vierte Gewalt im Staate haben sollte.

Aber ich schweife gerade irgendwie ab. Der Punkt ist, der Frau im folgenden Bild stimme ich im vollen Umfang zu:

Krebs ist Scheiße! Wie wahr!

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Flittern in sweet home Alabama (10) – Auf den letzten Tropfen

Der letzte Tag sollte der längste Teil unseres Ausflugs sein. Die Rückreise. Zum Glück hatten wir uns am Vortag dazu durchgerungen, einen Teil davon schon mal abzutragen. So waren es heute nur noch 340 Meilen, die wir in unserem Nobelwagen zu bewältigen hatten.

So schlimm wie es sich anhört war es nun nicht gerade. 550 Kilometer sind vielleicht kein Pappenstiel, aber wenn man den Tempomat an hat und ohne gefährliche Raser unterwegs ist, kann so eine lange Fahrt auch entspannend sein. Auch wenn wir zum Ende hin sehr froh waren, endlich angekommen zu sein.

Unterwegs vertreibt man sich die Zeit halt mit dem Fotografieren von lustig klingenden Straßenschildern.

Die Fahrt war ansonsten recht ereignisarm. Kurz hinter Jackson sind wir durch ein wunderschönes County gefahren, dass Steffi leider verpennt hat und ich als Fahrer keine Fotos von gemacht habe.

Unsere einzig echte Spannung bezogen wir daraus, abzugleichen, wie lange der Bordcomputer uns mit dem Spritinhalt noch gibt und was das Navi sagt, was wir noch zu fahren hätten. Als wir bei Susanne gegen zwei Uhr ankamen, standen noch 30 Meilen auf dem Bordcomputer. Bis zum Flughafen waren es ca. fünf Meilen. Da wir noch bei den Five Guys einen Burger für den Weg aßen, wurden es jedoch sieben Meilen.

Problem: Beim los fahren bei Susanne zeigte der Bordcomputer nichts mehr an. Was dann schon nervös machte. Sollen wir nicht vielleicht doch noch tanken? Quatsch, meinte eine risikobereite Ehefrau. Wenn wir den Wagen leer abgeben sollen, dann machen wir das auch. *schwitz*

Ich könnte jetzt die ungemütliche Fahrt Meter für Meter beschreiben. Ich lasse es. Nur so viel. Ich habe geschwitzt, obwohl die Klimaanlage lief…

Wir kamen auf dem Parkplatz an und noch auf dem Platz kam uns ein Mitarbeiter von National entgegen. Er scannte unseren Schlüssel und fragte:

N: Are you Mr. Aramafimi*?

I: No, i’m not.

N: Okay, there was a failure in the office and you got the wrong car.

I (der auf die Nobelkarosse blickt, die uns die letzten vier Tage durch den mittleren Süden begleitete): The wrong car? I don’t believe so. 🙂

Jedenfalls mussten wir noch mal rein und dort das Auto abgeben. Kein Problem, trafen wir so den freundlichen Mitarbeiter wieder, der uns schon am Ausleihtag mit netten Fragen begegnete. Zwei Unterschriften später waren wir durch und konnten zurück auf den Parkplatz, wo Susanne bereits wartete.

Den Rest des Tages verbrachten wir ganz relaxed am Pool. Den hatten wir die letzten Tage schmerzlich vermisst.

Jörg ging es schon etwas besser. Zum Laufen benutzte er lediglich eine Krücke und arbeiten musste konnte er auch.

Noch ein Wort zu den Five Guys: Susanne empfahl uns den Laden, weil die Burger dort verdammt lecker sein sollen. Wir also hin. Mir gefiel die Möglichkeit, dass man, während man auf seine Burger wartete, die frisch zubereitet wurden, Erdnüsse en masse knabbern konnte. Die Angestellte schaute uns schon so komisch an, als sie uns fragte, welche Topics wir zu dem Burger gerne hätten. Wir schauten uns die verdammt lange Liste an und Steffi entschied sich bei ihrem Hot Dog für Ketchup und auf meinem Burger sollten die seltenen rohen Zwiebeln.

„Are you sure?“

wurden wir noch gefragt…

Wir vertrieben uns die kurze Wartezeit mit Erdnüsse knabbern. Als unsere Nummer aufgerufen wurde, schnappten wir unsere Burger (oder Hot Dog), pflanzten uns wieder hin und legten los. Aber irgendwas war anders. Steffi inspizierte ihren Hot Dog und stellte enttäuscht fest, dass neben der Wurst im Brötchen lediglich Ketchup war. Und in meinem Burger tummelten sich auf dem Fleischklops große Stücke rohe Zwiebeln.

Und das soll sooo toll hier sein? Also wir fanden es eher mager. Schmierten wir Susanne gleich aufs Brot, die gleich anfing zu lachen. Wir sollen ja auch nicht die Topics aussuchen, die wir wollen, sondern alle nehmen und die weglassen, die wir nicht wollen. 🙂

*Name nicht geändert, sondern einfach ein paar zusammenhangslose Buchstaben aus meinem lückenhaften Gedächtnis zusammengewürfelt.

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Flittern in sweet home Alabama (6) – Live and let die

So, noch mal der Aufruf an die Leser, die Augen ordentlich zu reiben. Während ich die letzten Tage mehr Lesestoff statt Bilder präsentierte, wird es heute andersrum sein. Für den Samstag war der Besuch in New Orleans eingeplant. New Orleans, wo sich laut Aussage von Steffi auch Brangelina aufhalten sollten (sie war vor der Hochzeit beim Friseur ;-)) und Schauplatz vieler berühmter Filme, wie Susanne uns sagte. Komischerweise fiel mir auf Anhieb nur ein James Bond Film ein. Darum auch die Überschrift.

Wir waren alle recht fit, selbst ich ignorierte heute das Kratzen im Hals. Wir frühstückten früh und flott, wollten wir doch früh in New Orleans ankommen um auch ja nichts zu verpassen. Das Auto wurde mit den wichtigsten Dingen beladen (Wasser, Mützen, Sonnencreme) und dann konnte es auch losgehen. Noch schnell „Lulu“ machen und auf gehts. Während wir also alle Toiletten des Hauses besetzten, lud Jörg noch die eine oder andere Tasche ins Auto…und knickte auf der Terrasse mit seinem linken Fuß um…sowas kenne ich ja

Mann der er ist, jammerte er fast gar nicht rum und glaubte, das würde schon gehen. Er hatte noch zwei Stunden Gelegenheit, im Auto den Fuß zu entlasten. Was aber nicht viel brachte, da ihm wohl eine Ader geplatzt ist. Sah Abends auch gar nicht gut aus.

Jedenfalls kam Jörg mit und humpelte entweder hinter uns her oder wartete in Cafés auf uns.

Vor der Ankunft hat der liebe Gott jedoch die Fahrt gesetzt. Und die führte uns durch unseren dritten Bundesstaat, Mississippi.

Der Bundesstaat Mississippi sollte uns jedoch nur als Durchgangsstation dienen, so wie Tage später auf unserer Reise auf eigene Faust.

Wie auch immer, nach kurzer Fahrt kamen wir dann in unserem vierten Bundesstaat an.

Auf der Interstate 10 w bekamen wir, noch sechs Jahre nach dem Hurrikan Katrina die Schäden zu sehen. Damals wurde die Zwillingsbrücke der I-10, die über den Lake Pontchartrain führt, zerstört. Nebenbei bemerkt ist diese Brücke die zweitlängste Brücke der Welt.

Wie Amerikaner nun mal so sind, wird daneben eine neue Zwillingsbrücke gebaut und die alte einfach stehen gelassen. Kostet auch nur unnötig Geld, die alte abzuwracken.

Nach knapp zwei Stunden kamen wir in New Orleans an und wir bewunderten unsere erste richtige amerikanische Großstadt-Skyline und die letzte beeindruckende Skyline in unserem Urlaub.

Netterweise verpasste Susanne die richtige Ausfahrt, was uns nicht nur zu einer Extra-Schleife veranlasste, sondern uns auch die Möglichkeit gab, noch ein halbwegs vernünftiges Foto von De Dome (Hallo Jana!^^) zu machen. Und wo wir gerade bei Superlativen sind. Laut Wikipedia besitzt der Superdome in New Orleans die größte Kuppel der Welt.

Als wir dann die richtige Ausfahrt gefunden haben, ging es auf den Cemetry No. 1, einem für New Orleans typischen Friedhof. Aufgrund des hohen Grundwassers werden dort seit jeher die Menschen überirdisch begraben.

Danach ging es dann Richtung French Quarter. Da Jörg ja etwas langsamer zu Fuß war, hatte ich genug Zeit, jeden Scheiß zu fotografieren, der mir vor die Linse kam. Irgendwann kamen wir beim French Market an, wo wir uns mit lauter Mitbringseln für die Daheimgebliebenen eindeckten. Unter anderem eine Schürze für meinen Vater, Gewürzen für Steffis Mutter und einem T-Shirt für unseren Neffen. So stand uns die Freude über den Erfolg für das nächste Foto ins Gesicht geschrieben.

Danach ging es wieder mal in einen Weihnachtsladen. Aber außer das er größer ist als der in Fairhope und um längen kitschiger, war der nicht besonders. Er fiel immerhin durch seine Außenfassade auf.

Wir gingen weiter Richtung Jackson Square und ließen uns vor der Saint Louis Kathedrale ablichten. Hier trennten wir uns von Jörg, der im Café du Monde auf uns warten wollte (gut das er was zu lesen dabei hatte…).

Wir bogen nach links ab, wo wir uns jemandem vorstellen wollten. Die gute alte Miss Issippi, die durch die Stadt fließt. 😉

Nachdem wir uns ausgiebig mit der alten Dame unterhalten hatten und die Leute um uns herum schon merkwürdig guckten, gingen wir kurz zurück, um uns im Café du Monde zu stärken. Natürlich mit Beignets und einem Kaffee (mit und ohne Lait). Die Sitzgelegenheit nutzten wir auch, um uns noch mal einzucremen.

Frisch gestärkt zogen wir weiter. Jörg trennte sich und humpelte schon mal ins French Quarter, wir schlugen einen Haken, um das einzige noch mit Dampf betriebende Schiff in New Orleans zu bewundern: Die Natchez.

Jetzt, wo wir das abgehakt haben, konnten wir Jörg ins French Quarter folgen. Über Toulouse ging es nach Chartres (jeweils die Street, nicht den Ort ;-))  ostwärts und wir staunten über die viele Live-Musik und den ganzen Menschen auf der Straße. Das war besser als wir uns je vorgestellt haben. Susanne wunderte sich ebenfalls, hatte sie New Orleans so noch nicht erlebt. Die Erklärung war einfach: Es war das Wochenende des French Quarter Festivals.

Da wir die ganze Zeit schlenderten wurden wir von anderen Leuten überholt. So weit, so unspektakulär. Bei einem Pärchen, das uns auf der St. Ann’s Richtung Bourbon Street musste ich jedoch ganz schnell mal den Auslöser drücken. Hatte die da Bierdosen in den Haaren, wie Steffi bemerkte? Und war das überhaupt eine Frau, wie ich bemerkte?

Wir bogen von der St. Ann Street ostwärts auf die Royal Street – ja, wir sind zickzack durchs French Quarter gegangen – wo weitere Bühnen aufgebaut waren und sich Bands am Straßenrand aufgestellt hatten. Auch Schauspieler liefen verkleidet rum oder standen, wie in diesem Fall, reglos da.

Übrigens habe ich diese Figur aus dem James Bond Film noch am intensivsten im Gedächtnis, daher auch meine nicht respektlos gemeinte Mimik im Vordergrund.

Kurz vor der St. Philip Street fingen wir Jörg ein. Die St. Philip gingen wir in nördlicher Richtung und ließen Jörg wieder alleine, der von dort aus schon mal Richtung Auto humpeln wollte. In der St. Philip wurden wir von einer Frau mit Ketten von einem Balkon aus beschmissen. Skandalös sowas. Ich reagierte sofort und fing die Ketten einfach auf. 🙂

Kurz dahinter war ebenfalls eine merkwürdige Frau, die zwar (in meinen Ohren) nicht gut auf ihrem Keyboard spielte, ihr mangelndes Talent aber mit Enthusiasmus locker wettmachte. Mit Erfolg, wie der „Klingelbeutel“ vor ihr beweist.

Dann waren wir endlich in der berühmtesten Straße New Orleans‘, der Bourbon Street. Jetzt, nach unserem Urlaub, wo ich mich hier und da schlau gelesen habe, macht das Foto von der Frau (?) mit dem Bierhaarschmuck auch Sinn. Denn die Ecke Bourbon Street/St. Ann, die sogenannte Velvet Line, ist die Grenze, ab der die Schwulenszene in östliche Richtung ihre Pubs (unter anderem Bourbon Pub) hat. Den Teil ab St. Philip bis St. Ann durchquerten wir todesmutig ahnungslos in westliche Richtung. Ich möchte an dieser Stelle noch mal eben auf meine unbegründete Homophobie hinweisen.

Endlich lag sie vor uns. Der sündige, heterosexuelle Teil der Bourbon Street. Die einzige Straße in Amerika, auf der der öffentliche Konsum von Alkohol (in Bechern, nicht Dosen oder Flaschen) erlaubt ist. Hatte fast schon was von Amsterdam. 😉

Wenn man glaubt, die Amerikaner wären prüde, dann stimmt das wahrscheinlich. Was aber in der Bourbon Street abgeht, passt so gar nicht zu diesem Bild. Und wir waren am frühen Nachmittag dort und nicht, als es dunkel war.

Ab der Conti Street haben wir die Bourbon Street verlassen und sind dann im zickzack-Kurs Richtung Nord-Ost aus dem French Quarter wieder raus und zu unserem Auto zurück. Nicht ohne noch das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen.

Zum Ende hin gaben wir etwas Gas, weil in der vorderen Körpermitte Druck auf eine ganz bestimmte Region ausgeübt wurde. Kurz vorm Auto holten wir sogar noch Jörg ein, der froh war, endlich wieder sitzen zu können. Als erstes wurde der nächstbeste Laden angesteuert, der eine Toilette aufweisen konnte. Es war ein McDonalds. Das einzige Mal während wir in den Staaten waren, dass wir ein McDonalds betreten haben. Da man was kaufen muss, um das stille Örtchen aufzusuchen, sorgten wir gleich mal für Nachschub für die Blase. 😉

Auf dem Weg nach Hause war eine ganz besondere Route geplant. 25 Meilen entlang der Golfküste entlang fahren. Dafür sind wir (Susanne, berichtige mich, wenn ich falsch liege!) die US 43 nach Süden und mit der 90 ostwärts über die Bay St. Louis gefahren. Ab da führt die Straße direkt am Golf bis nach Biloxi. Eine wunderschöne Tour. Zwischen Pass Christian und Long Beach hielten wir kurz an, um unsere Füße ins Meer zu halten. Nein, das hat nichts mit Reviermarkierung zu tun. 😉

Ob auf unseren Füssen ein Fluch liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sich, kaum das wir wieder im Auto saßen, die Wolken ankamen und die Sonne bedeckten. Scheint vielleicht wirklich ne unheilvolle Kombination zu sein. Sobald unsere Füße Wasser des Golfs von Mexiko berühren, ziehen Wolken auf. Haben wir noch niemandem verraten, weil wir bis dato selber nichts davon wussten…

Auf jeden Fall eine schöne Strecke, die man auch gut im Cabrio genießen kann. Oder seinen Kindern auf der Ladefläche des Pickups gönnen sollte.

Kaum das wir durch Long Beach durch waren, hier ist Name noch Programm, standen wir in einem ordentlichen Stau. Erst dachten wir noch, es hätte einen Unfall gegeben, weil wir bei der nächsten Kreuzung von weitem Blaulichter sehen konnten. Die Polizei war aber nicht mit einem Unfall beschäftigt, sondern damit, die Abbiegemöglichkeit zu sperren, so dass wir (und alle anderen) dem Stau nicht entkommen konnten.

Dafür hatten wir Gelegenheit, einige heftigst aufgemotzte Karren zu fotografieren. Die tauchten auf einmal in einer Frequenz auf, dass das kein Zufall mehr sein konnte.

Aber auch Motorräder gab es das eine oder andere Mal zu bestaunen. Wie eine Harley Davidson „Blues Brothers“ Fan Edition.

Oder drei (3!) Hayabusa-Maschinen.

Vor allem fiel uns jedoch der gestiegene Anteil der afroamerikanischen Menschen auf, die am Straßenrand flanierten. Überhaupt stieg die Zahl der Fußgänger, bis es geradezu Horden waren, die am Straßenrand lang liefen.

Okay, der Anteil der Schwarzen in den Südstaaten liegt bei ca. 50%. Der Anteil der Schwarzen am Straßenrand betrug nach unseren Schätzungen ca. 98%. Was ist hier los?

Wie sich später, um genau zu sein, in Beloxi, rausstellte, war eine Kirmes oder sowas in der Art. Ob die nur für die Afroamerikaner war, hat sich für uns nicht erschlossen. Wir waren sowieso damit beschäftigt, deren gepimpten Autos zu fotografieren. Oder sie um ihre selbstbewussten Frauen zu beneiden.

Angeblich liefen die ganz schrecklich herum. So würde eine Frau nicht rumlaufen…Schade eigentlich. 😉

Hab ich halt irgendwie nicht verstanden. Ob das am mittlerweile nasskalten Wetter lag? Kurz vor Beloxi hatte es ganz leicht zu nieseln angefangen und die Temperatur sank von ca. 30 auf 22 Grad. Nicht unbedingt das Wetter, um im Bikini rumzulaufen.

Jedenfalls hatten wir mal wieder länger gebraucht als eigentlich geplant und kamen am frühen Abend, es war schon 18 Uhr durch, in Mobile an. Dort stand neben uns an der Kreuzung ein ganz besonderer Hot Rod. Das beste Beispiel, dass die inneren Werte zählen und nicht das Äußere.

Kaum angekommen, ging es nach kurzem Umziehen gleich wieder weiter (Armer Jörg). Denn die beiden wollten uns, anlässlich Steffis Geburtstag ins Texas Roadhouse einladen. Und wie in Amerika üblich, reserviert man sich keinen Tisch, sondern bekommt eine Nummer und wird dann, sobald ein Tisch frei wird, zum Tisch geführt. Und zwar von der Bedienung, die einen den ganzen Abend bedient.

Beim Italiener gibt es als kleinen Gruß aus der Küche Bruschetta oder Knoblauchbrot mit Pesto. Bei den Amerikanern gibt es kleine Brötchen mit – Achtung Katrin, das ist nichts für Dich – Zimtaufstrich. Kein Scherz. Mit Zimt sollten wir ein paar Tage später noch ein weiteres Zusammentreffen haben. Anscheinend haben die Amerikaner ein Faible für Zimt. Oder für Weihnachten und erinnern sich darüber an die Weihnachtszeit. Mal bei Gelegenheit im Blog „USA erklärt“ nachfragen.

Ich gönnte mir einen Burger und verpasste damit DIE Gelegenheit, ein echtes amerikanisches Steak zu essen. Aber die waren verdammt teuer und wenn ich eingeladen bin, dann achte ich einfach auf den Preis und esse schon aus Prinzip nichts Teures. Vielleicht beim nächsten Besuch in den USA. 😉

Als wir wieder zu Hause waren, kühlte Jörg erstmal seinen Fuß. Doch der war schon ordentlich angeschwollen. Kein Zweifel, die nächsten Tag würde er davon noch was haben…

Flittern in sweet home Alabama (3) – Von Eichenhäusern und Weihnachten

Das frühe Aufstehen kannten wir ja bereits. Und auch das Cousinchen war schon wieder auf. So konnte mit einem ausgiebigen Frühstück der Tag wieder ordentlich begonnen werden.

Danach ging es ins Oakleigh House, an dem wir bereits bei der Rundfahrt am Vortag vorbei kamen. Susanne kannte es selbst auch noch nicht und wir zeigten uns durchaus interessiert. Also fuhren wir gemeinsam nach dem Frühstück dort hin.

Dort wurden wir von einer freundlichen älteren Frau empfangen, die in einem typischen Outfit des 19. Jahrhunderts gekleidet war. Ihr Englisch war glockenklar und somit war es kein Problem für uns, ihren Ausführungen zu folgen. Von einigen Vokabeln mal abgesehen. 😉

Und ihre Ausführungen waren sehr lebhaft, was durch die gut ausgestatteten Räume noch verstärkt wurde. Zuerst wurden wir in das Leben der Bediensteten eingeführt, die ihr Haus etwas abseits hatten, das sogenannte Cooking House.

Danach erfuhren wir über das Leben der Besitzer des Oakleigh House und dessen bewegten Geschichte. Nach eindreiviertel Stunden waren wir um einiges schlauer. Und auch wir konnten ihr was beibringen. Denn in einem der Zimmer waren Handarbeiten ausgestellt, wo auch etwas geklöppeltes Tuch lag. Kennt man heute auch nicht mehr wirklich in Deutschland, aber Susanne erkannte die Technik und erzählte der guten Frau, wie es richtig ausgesprochen wird. Womit sie dann doch Schwierigkeiten hatte. Es gibt einfach keine Umlaute in der englischen Sprache. 😉

Wir als Deutsche hatten auch so ein bisschen den Exotenbonus, wobei wir nicht die ersten Deutschen dort waren (und hoffentlich nicht die letzten). Aber als sie uns einen Teddybären zeigte und uns fragte, wie denn der Bär bei uns hieße („Na, Teddy.“), fragte sie uns gleich auch, ob wir wüssten, warum er denn Teddy heißt.

„Na, wegen dem Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.“

antwortete ich.

Ab da hatte ich, glaube ich, einen Stein im Brett bei ihr. 😉

Wie gesagt, eine sehr schöne und lehrreiche Führung. Und für sieben Dollar geradezu ein Schnäppchen.

Danach ging es dann weiter in östliche Richtung, auf der I-10 über die nördliche Mobile Bay. Bevor wir über die Bay fuhren, bog Susanne noch ab und wir fuhren parallel zur Interstate an der Bay längs, wo wir das Schlachtschiff „Alabama“ zu sehen bekamen.

Danach ging es dann aber wirklich auf der I-10 über die Bay und kaum das wir diese überquerten, ging es auf dem Old Spanish Trail (nicht DEM Old Spanish Trail) südwärts, wo wir gleich wieder links abbogen auf eine Tankstelle. Nanu, wir waren doch erst gestern tanken. Verbraucht ihr Wagen so viel?

Mitnichten. Wir nutzten die Tankstelle nur als Durchfahrt, um zum Gator Alley zu kommen. Dort leben direkt unter der Autobahn wilde Alligatoren, die man bestaunen kann. Das Glück hatten wir aber nicht gepachtet und konnten nur von weitem ein paar Handtaschen Alligatoren bestaunen.

Während wir also unter den Hauptstraßen rumliefen, lernten wir gleich mal die amerikanische Freundlichkeit kennen. Uns kam ein Mann mit seinem Hund entgegen, der uns erstmal grüßte.

M: Hi. How are you?

W: Fine. How are you?

M: Fine.

Nach diesen für Amerika typischen Floskeln, selbst der Radiomoderator begrüßt seine Zuhörer so obwohl ihm keiner antwortet ;-), erzählte uns der Mann, dass wir etwas zu früh nach Alligatoren schauen. Der Wasserstand wäre im April noch etwas zu hoch und so sind die Tiere noch gut versteckt. Wir sollten mal im Mai oder Juni wiederkommen, dann wären mehr Sandbänke und die Alligatoren dann gut zu sehen.

Schade, dass wir noch im April wieder nach Hause reisten. 😉

Nach dieser kurzen Exkursion ging es auf eine längere Exkursion. Wieder rauf auf den Old Spanish Trail Richtung Süden in den kleinen Küstenort Fairhope. Dort schlenderten wir die kleine und hübsch gemachte Hauptstraße entlang und guckten in die Schaufenster der dort ansässigen Läden. Bei einem Laden blieb es nicht beim von draußen reinschauen, da mussten wir einfach rein. Einen Weihnachtsladen.

Bei der Gelegenheit haben wir gleich ein Mitbringsel für meine Großeltern geholt, die an ihrem Tannenbaum sich Sachen hängen, mit denen sie was persönliches verbinden. Und das können sie dann in diesem Jahr mit unserem Mitbringsel. 🙂

Zwischendurch stärkten wir uns mit einem Sandwich und stöberten noch durch diverse Läden, bis wir uns dann aufmachten und an den Pier von Fairhope haltmachten. Dort konnte ich mal gleich meine magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. 😉

Danach ging es dann wieder die über 30 Meilen nach Hause (ein Katzensprung), wo ich ganz heiß darauf war, endlich den Pool auszutesten.

Jetzt spreche ich mal kurz ein Thema an, dass ich bis jetzt ausgeblendet hatte. Das Wetter. Bei unserer Ankunft war es knapp über 20 Grad (73 Fahrenheit) und so hatte der Pool nicht wirklich die Möglichkeit, sich aufzuheizen. An unserem Tag in Fairhope war es bescheidene 24 Grad (80 Fahrenheit), aber auch wenn es in der Sonne gefühlt wärmer war, der Pool blieb bei gerade 19 Grad stehen.

Viel zu kalt? Nicht für mich, schließlich war ich schon in einem (gefühlt eiskalten) Vulkansee reingehüpft und sofort wieder raus schwimmen. Ich also rein, verdammt war das kalt. Ein entspannendes Planschen im Pool ist was anderes. Aber ich war drin gewesen. 🙂

Abends habe ich neben der Poolaktion noch einen Fehler gemacht. Ich habe den Ventilator nicht runtergestellt und habe die halbe Nacht unter einem viel zu schnell drehenden Ventilator verbracht. Und mir damit für die folgenden Tage eine gute Ausgangsbasis für eine kleine Erkältung geschaffen.

Knapp

Noch 38 Stunden…jede Unachtsamkeit kann jetzt fatale Folgen haben.

Heute auf der Arbeit habe ich schon meinen Chef angeranzt, weil er mal eben so erzählte, dass sein Sohn gerade Magen-Darm hat…da bleibt man doch vorsorglich zu Hause, wenn man weiß, dass einer der Mitarbeiter in zwei Tagen heiratet! 😉

Naja, zu Feierabend war ich dann selber Schuld. Ausgestempelt, Handy gezückt um das Soundprofil zu ändern, Treppe hinab, nicht hingeschaut und gedacht, die letzte Stufe wäre erreicht. War es aber nicht…

Also mit dem Fuß viel zu heftig umgeknickt. Erst schwarz, dann Sterne vor den Augen und ein fürchterlicher Schmerz. Die erste Reaktion: Erinnern. Erinnerst Du Dich, ein Geräusch gehört zu haben? Was nach gerissenem Gummiband klang…Nein? Gut.

Jetzt vorsichtig aufsetzen…Schmerz! Verdammter VOLLIDIOT! Als ich unten ankam, ging (haha) es schon wieder. Halbwegs.

Zur Sicherheit bin ich dann lieber zu Fuß noch zur Apotheke gegangen, um auch gaaanz sicher zu sein. Und habe nebenbei mit dem Handy gespielt. 😐

 

Nachtrag: Es sind noch 38 Stunden und nicht wie erst geschrieben 36.

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Hochzeits-Check: Die Nebensächlichkeiten

In weniger als 63 Stunden ist es soweit…ja, mittlerweile zählen wir nur noch die Stunden. 😉

Zeit für den letzten Check:

Tischkarten? Check!

Handzettel für die Gäste, die immer noch nicht wissen, dass wir im Schützenhof feiern? Check!

Mietwagen für die USA bestellt? Check!

Dem DJ die letzten Instruktionen mitgeteilt? Check!

Dem Schützenhof die Gästeanzahl mitgeteilt? Check!

Auslandskrankenversicherung abgeschlossen? Check!

Gästebuch? Check!

Geburtstagsgeschenk für Steffi? Check!

Eigentlich kann es losgehen. Nur noch die Sachen packen…und die Sonnenbrille nicht vergessen. 😉

Aufgeregt

Ich komme nicht umhin zuzugeben, dass ich so langsam aber sicher doch etwas (!) aufgeregter werde.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich unbedingt an folgende drei Sachen denken muss, die mit nach Amiland müssen:

  1. Augentropfen (weil ich mal vor vielen Wochen gelesen habe, dass die Luft im Flugzeug den Augen nicht gut tut)
  2. Sonnenbrille (irgendwie scheinen mir in Träumen meine Augen wichtig zu sein…)
  3. Sonnencreme (überhaupt scheint mir Gesundheit wichtig zu sein…)

Und das habe ich im Traum immer und immer wieder aufgezählt.

Aber sonst bin ich echt nur ganz wenig aufgeregt. 😉

Oh, Apropos Auge: Da fällt mir ein…

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Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz, eine Milchzuckerunverträglichkeit, ist laut Wikipedia bei 75% der erwachsenen Weltbevölkerung der Normalfall. In Europa scheint das nicht so ausgeprägt zu sein wie auf der südlichen Erdhalbkugel.

Die Laktoseintoleranz ist aber auch kein Phänomen, dass ausschließlich Menschen betrifft. Alle Säugetiere können von dieser Laktoseintoleranz betroffen sein. Leider auch unsere Katze.

Die am Samstag übrig gebliebene Milch, die für den Kaffee auf dem Tisch stand, wollte ich der Katze geben. Frei nach dem Motto: Tu‘ der Katze mal was Gutes. Dummerweise habe ich das parallel zu ihrem Abendbrot gemacht und sowohl Milch als auch Essen müssen postwendend wieder den Rückwärtsgang eingelegt haben. Die arme Katze hat es nicht mal mehr geschafft, ihr Erbrochenes auf den Teppich zu verteilen (Katzenhalter wissen: Katzen kotzen immer auf den Teppich…).

Am nächsten Tag gab ich ihr noch mal etwas von der Milch. Und als Steffi mir nach dem Kegeln erzählte, dass sie die auch wieder aufwischen durfte, ist für uns klar: Unsere Katze hat eine Laktoseintoleranz…

Was aber auch logisch ist. Sie ist ohne Milch (wahrscheinlich) aufgewachsen und wer den verlinkten Wikipedia-Artikel gelesen hat weiß, dass Säugetiere im Erwachsenenalter die Fähigkeit verlieren, den im Milch enthaltenen Zucker (die Laktose) aufzuspalten. Es kommt zu Reaktionen des Verdauungstraktes.

Jetzt weiß ich Bescheid und gebe der Katze lieber keine Milch mehr. 😉

Übrigens: Katzenmilch ist laktosefrei und kann deshalb ohne Bedenken an Katzen verfüttert werden.

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