Kleine Amerika-Nachlese (1)

Ein paar Bilder aus den Flitterwochen in Amerika schwirren hier noch rum. Die konnte ich in den Beiträgen nicht unterbringen, wären aber zu schade, um sie unerwähnt zu lassen. Also starte ich eine Mini-Serie. Keine Angst Leute, nach vier, fünf Bildern ist schon Schluss damit. 😉

Das folgende Bild zeigt sehr schön, wie Amerikaner ihre Hausnummern verteilen. Bei uns kommt zwischen den Zahlen ja ein Buchstabe. So wohnen meine Eltern in der 21, deren Nachbarn in der 21a,b,c und d. Und das, obwohl daneben die 17 steht. Schon verrückt…

Die Amis sind da mathematisch weiter und machen es lieber so:

Ob die auch Drittel, Viertel oder Siebzehntel einsetzen ist mir nicht bekannt. 😉

 

 

 

 

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Flittern in sweet home Alabama (14) – Ruhetag

Sonntag ruhte bekanntlich der liebe Gott sich von seiner sechs Tage währenden harten Arbeit aus. And so did we.

Morgens wachte ich auf und schlumpfte in die Küche. Es war kurz nach neun und somit wollte ich schon mal einen Zwischenstand erfahren (Bayern spielte gegen Bayer). Und konnte es nicht glauben, als Susanne mir erzählte, Bayern führe gegen Vizekusen 4:0… 😀 (Das Dortmund dann auch noch gewann, war krönender Abschluss des Spieltages ;-))

Ich ging zurück ins Schlafzimmer und traf auf eine hellwache Steffi, die sonderbar gluckste und kicherte. Und auf den Boden zeigte. Vor dem Bett, gleich hinter der Tür lag einer der Muscheln, die sie am Vortag aufsammelte und über die wir schon Scherze machten, dass sie ja eventuell noch bewohnt sei.

„Jaja, verarschen kann ich mich selbst immer noch am besten“ war verständlicherweise meine Reaktion, doch drehte Steffi den Spieß um. Ob ich sie verarschen wolle und die Muschel dahingelegt hätte. Hatte sie jedenfalls noch gedacht, bevor ich rein kam. Und die Muschel hochgehoben. Weil die Muschel sich aber gegen das Hochheben zur Wehr setzte und sich am Teppich festzuhaken versuchte. Weil das nicht klappte, verzog sich der Bewohner der Muschel schnell wieder zurück in die hinterletzte Ecke.

Das glaubte ich natürlich nicht und hob die Muschel selber an. So gerade eben konnte ich die Beinchen und einen Fühler entdecken. Johnny ist also vom Strand entkommen…

Na gut, dann bringen wir den Kleinen erstmal nach draußen an die frische Luft. Auf der Terrasse neben dem Pool sollte erstmal ein gutes Plätzchen sein. Die Mädels bereiteten ihm schon mal eine Pappschachtel, wo eine Tupperschüssel mit Wasser und etwas Sand rein kam. So würde sich Johnny sicher wohl fühlen. Und morgen fahren wir noch mal nach Dauphin Island und setzen ihn wieder der Freiheit aus.

Aber Moment! Wo ist Johnny? Ich hatte ihn doch hier abgelegt, direkt neben dem Pool…er wird doch nicht? Er ist! Ein kurzer Blick in den Pool, da war er. Hmmm, ob das Chlor im Pool ihm sooo gut bekommt? Wir wagten es zu bezweifeln und kurzentschlossen steckte ich meinen Arm rein und versuchte ihn rauszuholen. Leider verschätzte ich mich mit der Tiefe des Beckens an der Stelle und hatte ein nasses Shirt am Oberärmel. Dann halt mit Hilfsmitteln und rein mit ihm in die Box.

Ansonsten hielten wir es mit dem eingangs erwähnten Satz. Wir lagen den lieben langen Tag nur am Pool und erhebten uns nur kurz, um im Haus der Nachbarn eine kurze Besichtigung zu machen.

Wenn dort ein Haus verkauft wird, dann gibt es einen Tag, wo die Türen offen sind und jeder kommen und schauen kann. Die perfekte Gelegenheit für uns, ein typisch amerikanisch eingerichtetes Haus von innen zu sehen. Aufnahmen waren nicht erlaubt, weshalb ich Bilder schuldig bleiben muss.

Das Wohnzimmer war mit viel zu dunklen Holz möbliert, die Küche offen. Ein separates Esszimmer, wie man es aus alten Serien kennt. Ja, vielleicht sogar so in etwa wie bei den wilden Siebzigern, wo auch ein merkwürdiges Wohnzimmer und eigenständiges Esszimmer vorhanden ist.

Die Kinderzimmer waren auch auch sehr ähm… deutlich. Während das Zimmer der Tochter in rosa gehalten mit lauter Herzchen, Glitzer und so Zeugs war, hatte das Zimmer des Jungen Harry Potter, Raumschiffe und Football an den Wänden.

Irrwitzigerweise war an der Hausfront ein Balkon…ohne Zugang. 😯

Nach dieser Anstrengung war wieder Pool angesagt.

Und Grillen auch wieder. 🙂

Ich gebe zu, so ganz ruhig auf dem Hintern haben wir dann doch nicht gesessen. Nein, wir haben uns sogar körperlich in geradezu sportlicher Art und Weise betätigt. Wir haben Tischtennis gespielt.

Und das taten wir bis es zu dunkel wurde… 🙂

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Flittern in sweet home Alabama (3) – Von Eichenhäusern und Weihnachten

Das frühe Aufstehen kannten wir ja bereits. Und auch das Cousinchen war schon wieder auf. So konnte mit einem ausgiebigen Frühstück der Tag wieder ordentlich begonnen werden.

Danach ging es ins Oakleigh House, an dem wir bereits bei der Rundfahrt am Vortag vorbei kamen. Susanne kannte es selbst auch noch nicht und wir zeigten uns durchaus interessiert. Also fuhren wir gemeinsam nach dem Frühstück dort hin.

Dort wurden wir von einer freundlichen älteren Frau empfangen, die in einem typischen Outfit des 19. Jahrhunderts gekleidet war. Ihr Englisch war glockenklar und somit war es kein Problem für uns, ihren Ausführungen zu folgen. Von einigen Vokabeln mal abgesehen. 😉

Und ihre Ausführungen waren sehr lebhaft, was durch die gut ausgestatteten Räume noch verstärkt wurde. Zuerst wurden wir in das Leben der Bediensteten eingeführt, die ihr Haus etwas abseits hatten, das sogenannte Cooking House.

Danach erfuhren wir über das Leben der Besitzer des Oakleigh House und dessen bewegten Geschichte. Nach eindreiviertel Stunden waren wir um einiges schlauer. Und auch wir konnten ihr was beibringen. Denn in einem der Zimmer waren Handarbeiten ausgestellt, wo auch etwas geklöppeltes Tuch lag. Kennt man heute auch nicht mehr wirklich in Deutschland, aber Susanne erkannte die Technik und erzählte der guten Frau, wie es richtig ausgesprochen wird. Womit sie dann doch Schwierigkeiten hatte. Es gibt einfach keine Umlaute in der englischen Sprache. 😉

Wir als Deutsche hatten auch so ein bisschen den Exotenbonus, wobei wir nicht die ersten Deutschen dort waren (und hoffentlich nicht die letzten). Aber als sie uns einen Teddybären zeigte und uns fragte, wie denn der Bär bei uns hieße („Na, Teddy.“), fragte sie uns gleich auch, ob wir wüssten, warum er denn Teddy heißt.

„Na, wegen dem Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.“

antwortete ich.

Ab da hatte ich, glaube ich, einen Stein im Brett bei ihr. 😉

Wie gesagt, eine sehr schöne und lehrreiche Führung. Und für sieben Dollar geradezu ein Schnäppchen.

Danach ging es dann weiter in östliche Richtung, auf der I-10 über die nördliche Mobile Bay. Bevor wir über die Bay fuhren, bog Susanne noch ab und wir fuhren parallel zur Interstate an der Bay längs, wo wir das Schlachtschiff „Alabama“ zu sehen bekamen.

Danach ging es dann aber wirklich auf der I-10 über die Bay und kaum das wir diese überquerten, ging es auf dem Old Spanish Trail (nicht DEM Old Spanish Trail) südwärts, wo wir gleich wieder links abbogen auf eine Tankstelle. Nanu, wir waren doch erst gestern tanken. Verbraucht ihr Wagen so viel?

Mitnichten. Wir nutzten die Tankstelle nur als Durchfahrt, um zum Gator Alley zu kommen. Dort leben direkt unter der Autobahn wilde Alligatoren, die man bestaunen kann. Das Glück hatten wir aber nicht gepachtet und konnten nur von weitem ein paar Handtaschen Alligatoren bestaunen.

Während wir also unter den Hauptstraßen rumliefen, lernten wir gleich mal die amerikanische Freundlichkeit kennen. Uns kam ein Mann mit seinem Hund entgegen, der uns erstmal grüßte.

M: Hi. How are you?

W: Fine. How are you?

M: Fine.

Nach diesen für Amerika typischen Floskeln, selbst der Radiomoderator begrüßt seine Zuhörer so obwohl ihm keiner antwortet ;-), erzählte uns der Mann, dass wir etwas zu früh nach Alligatoren schauen. Der Wasserstand wäre im April noch etwas zu hoch und so sind die Tiere noch gut versteckt. Wir sollten mal im Mai oder Juni wiederkommen, dann wären mehr Sandbänke und die Alligatoren dann gut zu sehen.

Schade, dass wir noch im April wieder nach Hause reisten. 😉

Nach dieser kurzen Exkursion ging es auf eine längere Exkursion. Wieder rauf auf den Old Spanish Trail Richtung Süden in den kleinen Küstenort Fairhope. Dort schlenderten wir die kleine und hübsch gemachte Hauptstraße entlang und guckten in die Schaufenster der dort ansässigen Läden. Bei einem Laden blieb es nicht beim von draußen reinschauen, da mussten wir einfach rein. Einen Weihnachtsladen.

Bei der Gelegenheit haben wir gleich ein Mitbringsel für meine Großeltern geholt, die an ihrem Tannenbaum sich Sachen hängen, mit denen sie was persönliches verbinden. Und das können sie dann in diesem Jahr mit unserem Mitbringsel. 🙂

Zwischendurch stärkten wir uns mit einem Sandwich und stöberten noch durch diverse Läden, bis wir uns dann aufmachten und an den Pier von Fairhope haltmachten. Dort konnte ich mal gleich meine magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. 😉

Danach ging es dann wieder die über 30 Meilen nach Hause (ein Katzensprung), wo ich ganz heiß darauf war, endlich den Pool auszutesten.

Jetzt spreche ich mal kurz ein Thema an, dass ich bis jetzt ausgeblendet hatte. Das Wetter. Bei unserer Ankunft war es knapp über 20 Grad (73 Fahrenheit) und so hatte der Pool nicht wirklich die Möglichkeit, sich aufzuheizen. An unserem Tag in Fairhope war es bescheidene 24 Grad (80 Fahrenheit), aber auch wenn es in der Sonne gefühlt wärmer war, der Pool blieb bei gerade 19 Grad stehen.

Viel zu kalt? Nicht für mich, schließlich war ich schon in einem (gefühlt eiskalten) Vulkansee reingehüpft und sofort wieder raus schwimmen. Ich also rein, verdammt war das kalt. Ein entspannendes Planschen im Pool ist was anderes. Aber ich war drin gewesen. 🙂

Abends habe ich neben der Poolaktion noch einen Fehler gemacht. Ich habe den Ventilator nicht runtergestellt und habe die halbe Nacht unter einem viel zu schnell drehenden Ventilator verbracht. Und mir damit für die folgenden Tage eine gute Ausgangsbasis für eine kleine Erkältung geschaffen.