Wenn’s läuft, dann läuft’s

Lang ist’s her, dass hier im Blog mal wieder jemand zu Wort kommt. Aber der heutige Tag hat sich geradezu aufgedrängt, niedergeschrieben zu werden. Wie ich das halt so mache…meine kleine Anekdote aus dem Alltag.

Der heutige Tag war eigentlich recht simpel verplant. Der Vormittag war weitestgehend frei gehalten, um mal wieder Zeit zu haben, nur mit den Kindern zu spaßen (Nicolas 2Jahre 4 Monate, Isabel 5,5 Monate) und Mittag zu Essen – jammy lecker Pfannkuchen. Am Nachmittag hab ich Besuch erwartet von meinen befreundeten Mamis. Eigentlich muss man sagen, fing dieser heutige Tag schon gestern an. Denn Schlaufuchs wie ich manchmal bin, wollt ich es mir recht stressfrei machen und habe bereits am Mittwochabend den Boden von meinem sooo leckren Mandarinen-Sahne-Schmand-Blechkuchen gebacken. Das geht auch recht fix, ein paar Zutaten zusammenschütten, rühren und für 20 Min in den Ofen. Außerdem hatte Stefan die Idee, gestern ausnahmsweise mal früher ins Bett zu gehen. Das ist ja gar nicht so verkehrt, dann bin ich für den heutigen Tag wenigstens ausgeruht. Tja, denkste. Wenn man von 22.15 Uhr bis 0.30 Uhr wach im Bett liegt, trägt das nicht gerade zur Fitness am nächsten Tag bei. Bei der Gelegenheit hab ich gleich den gaaaanzen Donnerstag gedanklich mehrmals durchgeplant. Ich hätte mühelos ein nachmittagfüllendes Programm für die Kids zaubern können – ach was sage ich, mindestens 2 Varianten davon. Von Gemeinschaftsspielen bis Gruppensingen, Basteln und malen. Nur, unter uns, das brauchen wir gar nicht für unsere Treffen, denn unsere Kinder spielen einfach zusammen und wir trinken Tee, Kaffee und essen lecker Kuchen – wie Mamis das halt so machen. Naja, aber irgendwie musste ich die schlaflose Zeit ja nutzen. Um 3 Uhr bin ich dann noch kurz zu Isabel gegangen und hab ihr den Mitternachtssnack gegeben, um dann friedlich bis 7 Uhr weiterzuschlafen.

Stefan war bereits zur Arbeit als mich Nicolas durchs Babyphone weckte. Ich drückte die Gegensprechanlage und murmelte: “ Nur noch ein paar Minuten, okay?!“ Da ich keine Antwort bekam, ging ich von der allgemein gültigen Regel „Schweigen heißt Zustimmung“ aus und drehte mich nochmal zu Seite. Ca. 10 Minuten später meldete sich Nicolas erneut. „Nu gut“, dachte ich mir, „steh ich halt auf. Isabel sollte ja auch demnächst wieder hunger bekommen“ – dachte ich und blickte auf ihr Babyphone. Doch, oh Schreck, das war aus. Warum? Die Batterie war leer und anstatt vorher wie wild zu piepen, geht das Sch…ding einfach lautlos aus. Natürlich hab ich es gleich wieder angeschlossen und angemacht und prombt ertönte ein eindeutig hungriges Gebrüll von der anderen Seite der Leitung – UPS …. Sorry Süße!

Naja, die nächsten Stunden sind schnell erzählt. Fläschen geben, Frühstück für den Sohn und mich machen, Zähne putzen, anziehen, Windel wechsel…halt das Übliche. Um 10.30Uhr mal überlegen, ob ich den Kuchen jetzt schon fertigstellen soll, oder lieber nach dem Mittag. Ach was soll’s, in der Garage ist es ja noch ein bißchen kühler, so dass die Sahne-Schmand-Schicht schon nicht weglaufen wird und zur Not, ab damit (in kleine Stücke zerteilt) in den Kühlschrank. Also holte ich den locker flockigen Biskuitboden aus dem Ofen und …. rümpfte die Nase. Hmmm?? Muss der Boden so aussehen? Und vor allem fühlt der sich normalerweise doch viel fluffiger an und nicht hart wie ein Brett. Steffi, du hättest ihn doch besser abdecken sollen, denn so hat er nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem Boden meiner Vorstellung.

Aber bevor ich Panik schiebe, erstmal Mama anrufen, vielleicht weiß sie ja Rat. Doch meinen dünnen Strohhalm, dass vielleicht die Sahnemasse, die drauf kommt das ganze wieder weich macht, knickte meine Mama ganz schnell um und gab mir dafür wenig Hoffnung. „Ach“, frotzelte ich noch am Telefon, „dann mach ich den schnell nochmal, ist ja kein Hexenwerk.“ An sich hab ich damit auch recht, nuuur in diesem Fall hatte ich leider übersehen, dass mir eine Zutat gestern abend ausgegangen war, das Rapsöl. NATÜRLICH fiel der Groschen erst, NACHDEM ich den, nennen wir ihn „Riesenbiskuitkeks“, in kleine Stücke zerbrochen vom Blech gelöst hatte. OK, also doch nochmal einkaufen. Wenn ich mich beeile, schaff ich es noch vor Isabels nächster Flasche. Also, Baby geschnappt, ab in den MaxiCosi und die beliebte „Schuhdiskussion“ mit Nicolas geführt. Der liebt es nämlich barfuß zu gehen! Und da er ja wirklich nur raus aus dem Auto und rein in den Einkaufswagen muss, hatte ich da auch nix gegen. Schon fast die Haustür hinter mir zuziehend mit Isabel, dem Einkaufskorb und der Handtasche im Gepäck, fiel dem jungen Herrn aber noch ein, dass er unbedingt nochmal rein müsse. „Oh nein. Auto“, waren seine Worte. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er schon wieder an mir vorbei geflitzt ist. Na gut, dann halt das gelbe Tut-Tut-Auto mit ins Auto. Wenn ich das Radio etwas lauter mache, hör ich auch den lieblichen Singsang vom gelben Stadtflitzer nicht mehr:

„Ich geh gern auf große Fahrt, tut tut, piep piep. Fahre hin und fahre her, winke allen zu. Lachen, winken tuuuut-tuuuut“

Bei Edeka den Einkaufswagen mit Nicolas und MaxiCosi gefüllt und schnell durch die Gänge geflitzt. Gleich auch schon mal Dinge für das morgige Essen eingekauft und auch für heute den Speiseplan geändert. Denn noch einen zweiten Teig für Pfannkuchen anrühren…  neee, keinen Bock und vor allem auch keine Zeit mehr. (Der Kleine sollte gegen 12 Uhr Essen, damit er schnell zum Mittagsschlaf kommt, damit er dann wieder fit ist, wenn sein Besuch da ist). Es war ja mittlerweile schon 11.15Uhr. Also habe ich, eher untypisch für uns, in der Fertigtruhe geschnüstert und mal Paella rausgegriffen. Die hab ich wirklich schon ewig nicht mehr gegessen.

Es waren dann auch tatsächlich 4 Kassen offen doch bei allen als letzter Mann ein vollbeladender Einkaufswagen. Nach gutem Auge fürs Detail, sprich Anzahl der Einkäufer vor mir, habe ich dann eine Kasse ausgesucht und selbstverständlich auch gleich Murphys Gesetz zu spüren bekommen. So stand ich da hinter einem Mann, der wiederrum hinter einer laaangen Lebensmittelschlange am Band stand, an deren Ende, an der Kasse, eine junge Frau und ein etwas viel älterer Herr standen. Und es ging nicht weiter. Warum? Das konnte ich von meinem Platz aus nicht erkennen. Also die Zeit nutzen um ein bißchen mit dem Sohnemann zu singen und zu spielen. Das ging allerdings erst, nachdem ich ihn beruhigt hatte, weil er ausgerechnet jetzt, unbedingt und ohne Kompromisse aus dem Einkaufswagen aussteigen wollte. Und die erste Minute Null Verständnis dafür hatte, dass das jetzt so gar nicht ginge. Aber den Disput hatten wir glücklicherweise schnell geklärt und lagen uns danach in den Armen, wo seine Tränen schnell trockneten. Nun konnte ich auch meine Waren aufs Band legen und es ging weiter. Ach nein, doch nicht, wieder ein Stopp. Immer noch das ungleiche Paar am Anfang unserer Schlange. Währenddessen murmelte Nicolas irgendetwas Unverständliches und zeigte auf oder neben die Frau hinter uns. Wie das so ist bei Kindern, wenn man sie nicht versteht, werden sie zornig und energischer, sprich lauter. Es hat etwas gedauert, doch aus den Lauten „Huwa Arm“ oder so ähnlich. hatte ich dann richtig geschlussfolgert, dass Nicolas das Pferdetattoo auf dem Arm der Frau hinter uns meinte.

„Ja, sagte ich, “ da ist ein Pferd auf dem Arm“.

Und wir grinsten in Richtung Frau, die aber keinerlei Miene verzog, sonder sehr ernst und, nennen wir es, verbittert zu uns blickte. Ich haute noch schnell raus, dass auf der anderen Seite auch ein Löwe sei, und drehte mich dann schnell wieder in die Bewegungsrichtung nach vorne um. Normalerweise kennen wir fröhlich grinsende Menschen hinter uns in der Schlange sobald Nicolas mit seinem Charme spielt und die Kunden in ein knuffig-kindliches Gespräch verwickelt. Oder sie spielen mit ihm kleine Spielchen, wie „Kuck-kuck“ hinter meinem Rücken. Ich mag das, das ist ein freundliches Miteinander in der Warteschlange. Diese Frau hingegen verstreute schlechte Laune und böse Blicke.  Und nur ganz nebenbei die Tattoos waren ganz gruselig gestochen und erinnerten eher an die ersten Versuche eines Tätowierers in den 90igern.

Vorne bekam ich nun den Grund für das Stocken unserer Schlange mit. Vielleicht war die Frau hinter uns ja auch deshalb so eine Miesepeter, weil sie warten hasste, so wie ich in diesem Moment. Denn wir hatten es ja nun mal eilig. Ich bekam also mit, wie der vorhin erwähnte alte Mann von ihr, der jungen Frau, weggeschickt wurde. Er solle von irgendwas drei Säcke mitbringen.

Ernsthaft jetzt? Erweitern die hier an der Kasse jetzt ihren Einkauf? Was soll das denn? Und die Kassiererin wartet jetzt echt auf den laufschnellen Opa bis er die 3 irgendwas gebracht hat , um dann weiter abzukassieren? Ja geht’s noch?“

Der alte Mann kommt dann auch irgendwann wieder mit einem Sack Äpfel, woraufhin sie sich aufregt, denn sie hätte doch klar „drei“ gesagt, woraufhin der alte Sack Mann wieder losdackelt. Ich hingegen, konnte nur noch laut schnaubend meinen Kopf auf den Einkaufswagenschiebegriff fallen lassen, was Nicolas aber überhaupt nicht gut fand und mich vehement von diesem wieder runterdrückte. Ein Blick zur Kasse nebenan verriet mir, dass ich dort JETZT an der Reihe wäre. Hätte, wäre, wenn…so ist’s halt manchmal. Ich sag’s ja: Wenn’s läuft, dann läuft’s. 🙂 Nachdem die Äpfel eintrudelten ging dann auch alles sehr zügig und ich konnte mich wieder auf dem Weg zum Auto machen. Alles wieder reingehievt und bei schnuckelig warmen Temperaturen zurück nach Hause. Alles wieder aus dem Auto raus und rein ins Haus geschleppt. Da, muss ich sagen, war ich schon gut aufgewärmt, denn es war ja wie erwähnt ein wunderschöner, sonniger Tag. Genau so einer, an dem man mit seinen Kindern schön im Garten spielen kann und unter dem Apfelbaum, im Schatten, auf einer Decke ausruht. – So wie es eigentlich geplant war -. Naja, nun also auf: Kuchenboden backen. Alle Zutaten zusammenschütten und dann noch schnell das Mehl abwiegen.

„Hui, da ist ja gar nicht mehr soooo viel drin. Hoffentlich reicht’s noch.“

NEIN! selbstverständlich reichte es nicht. 100 g fehlten. Und 100 g beim backen ist eine nicht zu vernachlässigende Größe. Also, Isabel rein in den MaxiCosi (goßzügigerweise, hat sie noch nicht nach der Flasche verlangt), Autoschlüssel gepackt und rein ins Auto. Schnell noch mal Mehl kaufen. Achja, schnell ist immer so eine Sache. Wenn sich genau dann, wenn man es eilig hat, der Sohn dazu entscheidet genau jetzt NICHT auf seinen Sitz zu klettern, sondern sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz versucht nach vorne zu quetschen. Hab ich erwähnt, dass ich klein bin? Nicht gerader hilfreich, wenn man das Kind aus der Mitte des Wagens wieder herausfischen muss. Trotzdem hab ich es geschafft und wurde von Nicolas mit einem steifen Körper und ganz viel und lautem Gebrüll belohnt. Also nur unter Kraftanstrengung gelang es mir, den kleinen Quälgeist in den Sitz zu schnallen. Beleidigt war er trotzdem…mir egal, ich auch. Und geschwitzt hab ich nun endgültig. Nachdem ich ziemlich reibungslos das Mehl gekauft hatte und wieder zu hause angekommen war, war es mittlerweile 12.05 Uhr. Gut, dass ich die Paella gekauft habe. Also Teig anrühren und parallel die Paella in der Pfanne aufwärmen. Nicolas hatte sich seine Hüpfpferd geholt und Isabel wurde auch schon leicht unruhig. Was ihr nicht zu verdenken war. Also richtig schnell den Teig aufs Blech – und da ist sie auch schon, die Hungersirene von Isabel, und das Blech rein in den Ofen. Paella umrühren, Wasser aufkochen für das Fläschchen. Wecker stellen für den Kuchen, Bluse ausschütteln, weil heiß. Fläschchen fertig machen, Paella umrühren, Isabel aus dem MaxiCosi holen und auf dem Stuhl, etwas unbequem Position zum füttern einnehmen. RUHE 🙂 Wie schön.

Die Hälfte der Flasche war geschafft, da machte es einen Riesenknall. Und auf den „Bumms“ folgte ein „Wähhhhhh“ Nicolas hat sich rücklings vom Hüpfpferd abschmeißen lassen und ist mit dem Kopf auf die Fliesen gefallen. Natürlich tut das weh, natürlich weint man und natürlich hilft da nur Mamas Arm und pusten. Ich also mit der Kleinen auf dem Arm und der Flasche unters Kinn geklemmt nach unten auf den Boden. Direkt vor dem warmen Ofen, versteht sich. Linkes Bein Isabel, selig am trinken. Rechtes Bein Nicolas, bitterlich am weinen. Doch alles gut, kein Blut, keine Beule – pusten und streicheln hilft.

Dann war es Zeit für Nicolas Essen, 12.30Uhr. Und während er isst, könnte ich ja schon mal das Chaos vom backen beseitigen, da ich ja fast alle Utensilien eh wieder für den Belag brauche. Also Abwaschen. Aus den Augenwinkeln sah ich nur, wie Nicolas das gerade eingenommene Essen wieder auf den Teller ausspuckte.

„Heiß“, sagt er.

„Ja Schnubbi, dann müssen wir noch mal pusten.“

Kaum umgedreht um den Abwasch weiterzumachen, hörte ich nur ein

„Ihh bah“

und wieder kleckste das Essen aus seinem Mund auf den Teller.

„Was’n nu schon wieder?“

Der Blick auf den Teller verriet mir, dass er wohl keine Muscheln mag. Dann hab ich also alle Muscheln rausgepickt, damit er weiteressen konnte. Man muss dazu sagen, Nicolas ist eigentlich ein sehr guter Esser und er mag auch viel. Gut, Muscheln gehören nicht dazu und anscheinend auch keine Garnelen. Nach ein paar Löffeln Reis, musste ich diese nämlich auch raussuchen. Also auch das Abwaschen wurde mir irgendwie erschwert. Als ich dann fertig war, haute ich mir schnell noch ein Ei in die Pfanne, weil ich Paella gerne auch mit Spiegelei essen mag. Als ich mich mit meinem Essen dann zu Nicolas gesetzt habe, schiebt der nun seinen Teller zu mir und sagt sehr bestimmt:

„Ei, Ei. Dicolas auch Ei“.

Jaaaaa gut, fair muss man ja bleiben, bekommt Sohnemann also auch ein Spiegelei. Kaum auf dem Teller, fiel gleich der erste Bissen wieder aus dem Mund. Zu heiß? Ja, erst schon, aber nach dem pusten fiel es erneut aus seinem Mund. Nicolas schob mir wieder den Teller entgegen und sagte, er sei fertig. Stirnrunzelt guckte ich ihn an und fragte ihn, ob das jetzt sein ernst sei und ob er tatsächlich das Ei nicht essen mag. (Er liebt Ei. Jedenfalls zum Frühstück am Wochenende).

„Mama Ei“

waren seine Worte und so pickte ich nach Muscheln und Garnelen auch das Spiegelei aus seiner Paella, damit der Herr dann noch 2 Löffel Reis und ganz wichtig, das Stück Fleisch essen konnte. Dann war er nun wirklich fertig. Also ab ins Bett.: 13 Uhr.

Der Kuchenboden war inzwischen auch fertig und Isabel ist auch eingeschlafen. Herrlich, dann kann ich ja noch in Ruhe duschen, bevor ich den SahneSchmandkram mache. Also Kuchenboden aus dem Ofen und ….wundern.

„Der sieht ja wieder nicht so aus wie er soll. Der ist total platt und irgendwie auch am Rand sehr hart. Wirklich aufgegangen ist der auch nicht… ????“

Und dann war er da, der erkenntnisvolle Blick auf das Rezept. Noch völlig verdatter und ungläubig, hab ich meine Mama angerufen und ihr erzählt was sie doch für eine dumme Tochter hat. Ernsthaft, hab ich es doch zweimal fertig gebracht, das Mineralwasser im Teig zu vergessen.

Kein Mineralwasser, keine Fluffigkeit! (ob es das Wort gibt, ist mir egal, es trifft die Vorstellung, die ich von meinem gelungenen Kuchenboden hatte).

Ich habe ernsthaft mit mir gehadert, ob ich ein drittes Mal den Boden backen sollte, aber 1. hab ich kurz mal dran gedacht, was für eine Riesenverschwendung an Lebensmitteln das wär und 2. hatte ich absolut, überhaupt keinen Bock mehr drauf. Und geschmeckt hat er ja, war nur halt sehr dünn und etwas fester. Also hab ich, genau nach Anleitung, den Belag fertiggemixt und auf den Boden verteilt, in die Garage gestellt und mich selbst unter die Dusche. Es war 14Uhr und ich war fertig. Also, konnte ich nun gemütlich alles draußen vorbereiten. Ein paar Spielsachen rausstellen, Tisch decken etc.

Als ich dann so kurz vor Besuchererscheinen den Kuchen vom Blech auf den Servierteller heben wollte, verging mir echt die Lust am backen. Obwohl, nee eigentlich musste ich nur noch Lachen. es ging ja echt mal schief, was schief gehen konnte, bei dem kleinen Projekt:

Ich backe meinem Besuch einen ganz schnellen, aber sehr leckren Kuchen!

Der Kuchenboden krallte sich nämlich förmlich am Backpapier fest und war von diesem nur mit mehreren Schubbewegungen zu lösen. Das wiederrum fand der Sahne-Schmand-Belag überhaupt nicht witzig und fiel plump zu allen Seiten weg. So richtig fest ist er dank des Wetters nämlich nicht geworden. Als nun der Tortenheber unter das Stück Kuchen gebracht  und angehoben wurde, brach der Kuchen gleich an allen überlappenden Stellen durch! Fazit: Der Kuchen wurde umbenannt in

„einen Haufen von Biskuitkeks-Sahne-Schmand-Mandarinen-Potpourri mit Mandelsplittern“

Aber davon mal ganz abgesehen. Der Rest des Tages war sehr schön. Die Kinder haben schön zusammen oder auch alleine gespielt. Das Potpourri hat doch irgendwie schon geschmeckt und das Wetter war zum draußen sitzen und Kaffee trinken wunderbar. Es kam sogar ein wenig kühle Luft, so dass man beim Unterhalten nicht zusätzlich noch dahinschmolz. Das nächste Mal hör ich dann vielleicht doch lieber auf meine Mama, die da am Telefon sagte:

„Hättest du nicht besser einen Kuchen kaufen können?“

Ja, liebe Mama, hinterher ist man immer schlauer.

In diesem Sinne, wünsche ich weiterhin einen sonnigen Sommer und sende liebe Grüße und eine dicke Entschuldigung an die lieben Kollegen meines Mannes. Denen wurde nämlich schon ein lecker Kuchen am Freitag angekündigt, wenn die Mamas und Kinder denn was übrig lassen würden. Übrig geblieben ist schon was. Aber das ist, ganz ehrlich, weder transportabel noch vorzeigbar. :-/

 

 

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Ich bin…

Edna. Ja wirklich! Guckst Du:

Ich bin Edna!

Ich soll verrückt sein? Das kann sich doch nur um ein Mißverständnis handeln! Mein sprechender Stoffhase Harvey sieht das übrigens genauso… Finde auch du mit Dr. Marcels Ga-Ga-Test heraus, welcher Verrückte aus EDNA BRICHT AUS du bist!

Auf meinem Amazon-Wunschzettel stand „Edna bricht aus“ (Amazon-Partnerlink) ja schon länger. Nun, nicht so lange, wie es das Spiel schon gibt. Point&Click-Adventurespiele waren nie so mein Fall. Das lag meistens daran, dass diese entweder Sachen abschmettern („Das geht so nicht!“), die man machen will oder verdammt schwere Rätsel haben. Oder beides.

Doch Edna, so versprachen die Kritiken, sollte anders sein. Diese Kritiken bekam ich jedoch erst durch den Nachfolger „Harveys neue Augen“ (Amazon-Partnerlink) mit. Flugs landeten beide also auf meiner Wunschliste. Und zu Weihnachten bekam ich den ersten Teil, eben „Edna bricht aus“.
Es ist in der Tat ein wirklich geniales Spiel, mit zum Teil recht schweren Rätseln. Aber im Gegensatz zu manch anderen P&C-Spielen kann man mit jedem Gegenstand reden und diese geben dann Hinweise auf des Rätsels Lösung(en). Warum das Spiel jedoch keine Altersbeschränkung bekommen hat, ist mir ein Rätsel, dessen Lösung nur die USK weiß…aber wenn es nach mir geht, würde es diese Institutionen eh nicht geben.

Also das Spiel ist wirklich genial, die Dialoge wahnsinnig komisch, der Humor teilweise sehr schwarz (Humor muss wie Kaffee sein!^^) und es ist gespickt mit Anspielungen. Von denen ich meist nur die auf Filme verstanden habe, da ich ja sonst keine Adventure-Spiele ähm…spiele.

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Flittern in sweet home Alabama (16) – Abflug

Und da war er nun, der letzte Tag unserer Flitterwochen. Morgens noch eine Henkersmahlzeit ein letztes gemeinsames Frühstück.

Die Sachen waren gepackt und nachdem Susanne, Steffi und ich den Urlaub resümierten und der Meinung waren, dass es nicht nur ein wunderschöner Urlaub war, sondern auch nette Menschen getroffen haben (also Susanne uns und wir Susanne und ihre Familie), stiegen wir ins Auto. Natürlich waren die Klamotten bereits alle in demselbigen.

Haben wir auch alles?

Na logn.

Auch die Fotokamera, fragte Steffi.

Na logn.

Von wegen. Während ich die Kamera in meiner Tasche wähnte, lag sie auf dem Küchentisch. Und stellten das erst fest, nachdem wir eingecheckt hatten. Ist klar, oder?

Das ist auch der Grund, warum die letzten Beiträge etwas hinausgezögert wurden, weil vom letzten Tag noch Fotos drauf waren.

Naja, die Eincheckprozedur war dann nicht so langwierig wie noch auf dem Hinflug. Kein Wunder, schließlich verlässt man das großartigste Land der Welt, selbst Schuld also. Jedenfalls aus Sicht der Amerikaner.

Der Flug nach Atlanta war zum Glück nicht so holprig wie noch zwei Wochen zuvor. Wir sahen sogar diesmal das neue Stahlwerk von Thyssen Krupp von oben.

Und während wir auf dem Flughafen von Atlanta auf unsere Flieger nach Düsseldorf warteten, freundete sich ein kleines Mädchen namens Emma mit uns an. Die war mit ihrer Oma unterwegs nach Deutschland und Emma hielt ihre Begleitung ganz schön auf Trab. Ganz undankbar wirkte sie nicht, als wir das kleine Mädchen im Wartebereich etwas Aufmerksamkeit schenkten. 😉

Auf dem Rückflug schauten wir wieder mal Filme. Und ich muss sagen, „King’s Spech“ ist im englischen Original sehr sehens- und hörenswert. Hat mir gut gefallen. An die anderen Filme kann ich mich jetzt schon gar nicht mehr richtig erinnern. Doch ja, „Grown-Ups“, hier bekannt als „Kindsköpfe“ lief noch. Der war ganz nett. Besonders gefallen hat mir die schwangere Frau, die in dem Film mit ihrem seltsamen Humor auffiel. Sehr geil. 😀

Wir schauten übrigens nicht nur Filme, sondern auch den wunderschönen Sonnenuntergang.

Den Ratschlag von meiner Cousine beherzigte ich auch ganz beflissentlich. Da es die Getränke umsonst gibt, nutzt das auch aus. Besonders Bier trägt bei Nervosität zu einem ruhigeren Flug bei und so ließ ich den Steward häufiger als andere laufen. Schnell merkte er sich auch mein Gesicht und vor allem meine Mimik. Ich brauchte nur kurz die Lippen etwas schürzen und kaum merklich die Augenbrauen zu heben, da war ihm klar, nächstes Bier bitte. Klappte perfekt. Gegen fünf Uhr ( MEZ) muss ich dann eingenickt sein. Leider fang ich beim Einschlafen gelegentlich an zu zucken, besonders in ungewohnten Situationen und Orten. Also überall, wo nicht mein Bett ist…

Das wäre auch soweit kein Problem gewesen, wenn ich nicht aufgrund der Turbulenzen mein Bier fest in der Hand gehalten hätte. Als ich also von Morpheus langsam in den Arm genommen wurde (in, nicht auf!), zuckte ich also kurz und war wieder wach. Das Bier hielt ich immer noch fest in der Hand. Nein, das ist gelogen. Den Becher hielt ich noch fest in der Hand. Das Bier, dass sich kurz zuvor noch im Becher befand tropfte in diesem Moment auf den Boden. Jedenfalls der klägliche Rest, der nicht von meiner und Steffis Hose aufgefangen wurde.

Dank der folgenden Austrocknungsaktion mit vielen Tüchern war ich, und auch Steffi, wieder hellwach. Dazu trug auch der dezente Geruch von Bier, die unsere Hosen freigaben, bei. Der Stewart konnte sich es jetzt nicht verkneifen, freundlicherweise nachzufragen, ob ich noch ein Bier wünsche…

Nach der Landung warteten wir viel zu lange auf unser Gepäck, was aber nur halb so schlimm war, weil wir pünktlich landeten und unser Zug erst drei Stunden später fahren sollte. Mit dem SkyTrain fuhren wir zum Bahnhof, wo wir feststellten, dass es dort kein Kaffee oder Imbiss gab. Also sind wir wieder mit dem SkyTrain zurück (wenn ich den Wikipedia-Artikel vorher gelesen hätte, wäre ich gelaufen!) und setzten uns in den Arkaden in ein Cafe, wo ein guatemalischer Kaffee meine sich bereits schlafengelegten Lebensgeister wieder geweckt wurden. Zurück am Bahnhof warteten wir noch ein halbes Stündchen, bis wir unsere Plätze einnehmen konnten.

Leider muss man festhalten, dass deutsche Züge nicht zum Reisen gemacht wurden. Wie sonst ist es zu erklären, dass man einen Trolley nicht durch die engen Gänge ziehen kann? Als wir endlich saßen, mussten wir erste Verluste des Materials beklagen…nichts, was man nicht mit einer Rolle Panzertape wieder fixieren kann, aber ärgerlich ist es trotzdem. Ein weiteres Mosaiksteinchen meiner Ablehnung gegenüber der Bahn AG war gelegt…

Beim Umsteigen in der Stadt des, zu dem Zeitpunkt zukünftigen, deutschen Fußballmeisters wurde es uns fast schon zu einfach gemacht. Derselbe Bahnsteig, lediglich die andere Seite. Na toll, hätte ich das gewusst, hätte ich keine halbe Stunde zum Umsteigen eingeplant. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Ab hier hatten wir Sitzplatzreservierung, die natürlich besetzt waren. Also die zwei Damen weggescheucht, Laptop rausgeholt und versucht zu surfen. Es blieb beim Versuch, der nur in den Bahnhöfen von Erfolg gekrönt wurde. Dann halt Papa Bescheid sagen, der so nett war, und uns vom Bremer Hauptbahnhof abholte. Völlig erschlagen kamen wir in Delmenhorst an, packten unsere Sachen aus und unterhielten uns noch kurz mit meinem Vater in der Küche.

Wenn bloß nicht diese kleinen Fliegen die ganze Zeit nerven würden. Und wieso sind das so viele? Hier ist doch nichts schlecht geworden? Wir haben doch alles verbraucht und den Kühlschrank leergeräumt…

Dann fiel es uns wie Schuppen vor die von den Augen. Ein kurzer Blick in die Ecke des Katzenfutters und schon ward das Nest gefunden. Ein aufgeplatzter Beutel reifte in unserer Abwesenheit munter vor sich hin…Willkommen zu Hause. 😐

Kurzerhand ein paar Gläser mit Saft, Essig und Spüli aufgestellt, um die Fliegen in die Falle zu locken. Und ab auf die Couch. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits über 24 Stunden auf dem Buckel. Nach einer Stunde musste aber gut sein, schließlich wollten wir uns schnell umgewöhnen. So ein Jetlag ist ja kein Vergnügen…

Das mit der Stunde klappte auch ganz gut. Den Rest des Abends dümpelten wir vor uns hin und gingen zeitig wieder ins Bett. Schade nur, dass ich um zwei Uhr Nachts hellwach war…

Zur Info: Den Jetlag wurden wir dann schnell los. Ganz schnell. Nämlich gleich nach dem Osterwochenende als wir wieder anfingen zu arbeiten. Bis dahin…nachts wach, tagsüber knackenmüde.

Und wie weiter?

Seit über einem Monat sind wir zurück und vermissen Amerika. Und meine Cousine nebst ihrer Familie. Wenn wir eins von drei Liedern hören ist es besonders schlimm mit dem Fernweh. So geschehen letzten Freitag auf dem Weg nach Berlin, wo nur das Stück von Lynyrd Skynyrd fehlte. Aber vom Berlinwochenende erzähle ich ein anderes Mal.

Jetzt suche ich erstmal Hochzeitsfotos raus, die hier die Tage veröffentlicht werden.

Flittern in sweet home Alabama (6) – Live and let die

So, noch mal der Aufruf an die Leser, die Augen ordentlich zu reiben. Während ich die letzten Tage mehr Lesestoff statt Bilder präsentierte, wird es heute andersrum sein. Für den Samstag war der Besuch in New Orleans eingeplant. New Orleans, wo sich laut Aussage von Steffi auch Brangelina aufhalten sollten (sie war vor der Hochzeit beim Friseur ;-)) und Schauplatz vieler berühmter Filme, wie Susanne uns sagte. Komischerweise fiel mir auf Anhieb nur ein James Bond Film ein. Darum auch die Überschrift.

Wir waren alle recht fit, selbst ich ignorierte heute das Kratzen im Hals. Wir frühstückten früh und flott, wollten wir doch früh in New Orleans ankommen um auch ja nichts zu verpassen. Das Auto wurde mit den wichtigsten Dingen beladen (Wasser, Mützen, Sonnencreme) und dann konnte es auch losgehen. Noch schnell „Lulu“ machen und auf gehts. Während wir also alle Toiletten des Hauses besetzten, lud Jörg noch die eine oder andere Tasche ins Auto…und knickte auf der Terrasse mit seinem linken Fuß um…sowas kenne ich ja

Mann der er ist, jammerte er fast gar nicht rum und glaubte, das würde schon gehen. Er hatte noch zwei Stunden Gelegenheit, im Auto den Fuß zu entlasten. Was aber nicht viel brachte, da ihm wohl eine Ader geplatzt ist. Sah Abends auch gar nicht gut aus.

Jedenfalls kam Jörg mit und humpelte entweder hinter uns her oder wartete in Cafés auf uns.

Vor der Ankunft hat der liebe Gott jedoch die Fahrt gesetzt. Und die führte uns durch unseren dritten Bundesstaat, Mississippi.

Der Bundesstaat Mississippi sollte uns jedoch nur als Durchgangsstation dienen, so wie Tage später auf unserer Reise auf eigene Faust.

Wie auch immer, nach kurzer Fahrt kamen wir dann in unserem vierten Bundesstaat an.

Auf der Interstate 10 w bekamen wir, noch sechs Jahre nach dem Hurrikan Katrina die Schäden zu sehen. Damals wurde die Zwillingsbrücke der I-10, die über den Lake Pontchartrain führt, zerstört. Nebenbei bemerkt ist diese Brücke die zweitlängste Brücke der Welt.

Wie Amerikaner nun mal so sind, wird daneben eine neue Zwillingsbrücke gebaut und die alte einfach stehen gelassen. Kostet auch nur unnötig Geld, die alte abzuwracken.

Nach knapp zwei Stunden kamen wir in New Orleans an und wir bewunderten unsere erste richtige amerikanische Großstadt-Skyline und die letzte beeindruckende Skyline in unserem Urlaub.

Netterweise verpasste Susanne die richtige Ausfahrt, was uns nicht nur zu einer Extra-Schleife veranlasste, sondern uns auch die Möglichkeit gab, noch ein halbwegs vernünftiges Foto von De Dome (Hallo Jana!^^) zu machen. Und wo wir gerade bei Superlativen sind. Laut Wikipedia besitzt der Superdome in New Orleans die größte Kuppel der Welt.

Als wir dann die richtige Ausfahrt gefunden haben, ging es auf den Cemetry No. 1, einem für New Orleans typischen Friedhof. Aufgrund des hohen Grundwassers werden dort seit jeher die Menschen überirdisch begraben.

Danach ging es dann Richtung French Quarter. Da Jörg ja etwas langsamer zu Fuß war, hatte ich genug Zeit, jeden Scheiß zu fotografieren, der mir vor die Linse kam. Irgendwann kamen wir beim French Market an, wo wir uns mit lauter Mitbringseln für die Daheimgebliebenen eindeckten. Unter anderem eine Schürze für meinen Vater, Gewürzen für Steffis Mutter und einem T-Shirt für unseren Neffen. So stand uns die Freude über den Erfolg für das nächste Foto ins Gesicht geschrieben.

Danach ging es wieder mal in einen Weihnachtsladen. Aber außer das er größer ist als der in Fairhope und um längen kitschiger, war der nicht besonders. Er fiel immerhin durch seine Außenfassade auf.

Wir gingen weiter Richtung Jackson Square und ließen uns vor der Saint Louis Kathedrale ablichten. Hier trennten wir uns von Jörg, der im Café du Monde auf uns warten wollte (gut das er was zu lesen dabei hatte…).

Wir bogen nach links ab, wo wir uns jemandem vorstellen wollten. Die gute alte Miss Issippi, die durch die Stadt fließt. 😉

Nachdem wir uns ausgiebig mit der alten Dame unterhalten hatten und die Leute um uns herum schon merkwürdig guckten, gingen wir kurz zurück, um uns im Café du Monde zu stärken. Natürlich mit Beignets und einem Kaffee (mit und ohne Lait). Die Sitzgelegenheit nutzten wir auch, um uns noch mal einzucremen.

Frisch gestärkt zogen wir weiter. Jörg trennte sich und humpelte schon mal ins French Quarter, wir schlugen einen Haken, um das einzige noch mit Dampf betriebende Schiff in New Orleans zu bewundern: Die Natchez.

Jetzt, wo wir das abgehakt haben, konnten wir Jörg ins French Quarter folgen. Über Toulouse ging es nach Chartres (jeweils die Street, nicht den Ort ;-))  ostwärts und wir staunten über die viele Live-Musik und den ganzen Menschen auf der Straße. Das war besser als wir uns je vorgestellt haben. Susanne wunderte sich ebenfalls, hatte sie New Orleans so noch nicht erlebt. Die Erklärung war einfach: Es war das Wochenende des French Quarter Festivals.

Da wir die ganze Zeit schlenderten wurden wir von anderen Leuten überholt. So weit, so unspektakulär. Bei einem Pärchen, das uns auf der St. Ann’s Richtung Bourbon Street musste ich jedoch ganz schnell mal den Auslöser drücken. Hatte die da Bierdosen in den Haaren, wie Steffi bemerkte? Und war das überhaupt eine Frau, wie ich bemerkte?

Wir bogen von der St. Ann Street ostwärts auf die Royal Street – ja, wir sind zickzack durchs French Quarter gegangen – wo weitere Bühnen aufgebaut waren und sich Bands am Straßenrand aufgestellt hatten. Auch Schauspieler liefen verkleidet rum oder standen, wie in diesem Fall, reglos da.

Übrigens habe ich diese Figur aus dem James Bond Film noch am intensivsten im Gedächtnis, daher auch meine nicht respektlos gemeinte Mimik im Vordergrund.

Kurz vor der St. Philip Street fingen wir Jörg ein. Die St. Philip gingen wir in nördlicher Richtung und ließen Jörg wieder alleine, der von dort aus schon mal Richtung Auto humpeln wollte. In der St. Philip wurden wir von einer Frau mit Ketten von einem Balkon aus beschmissen. Skandalös sowas. Ich reagierte sofort und fing die Ketten einfach auf. 🙂

Kurz dahinter war ebenfalls eine merkwürdige Frau, die zwar (in meinen Ohren) nicht gut auf ihrem Keyboard spielte, ihr mangelndes Talent aber mit Enthusiasmus locker wettmachte. Mit Erfolg, wie der „Klingelbeutel“ vor ihr beweist.

Dann waren wir endlich in der berühmtesten Straße New Orleans‘, der Bourbon Street. Jetzt, nach unserem Urlaub, wo ich mich hier und da schlau gelesen habe, macht das Foto von der Frau (?) mit dem Bierhaarschmuck auch Sinn. Denn die Ecke Bourbon Street/St. Ann, die sogenannte Velvet Line, ist die Grenze, ab der die Schwulenszene in östliche Richtung ihre Pubs (unter anderem Bourbon Pub) hat. Den Teil ab St. Philip bis St. Ann durchquerten wir todesmutig ahnungslos in westliche Richtung. Ich möchte an dieser Stelle noch mal eben auf meine unbegründete Homophobie hinweisen.

Endlich lag sie vor uns. Der sündige, heterosexuelle Teil der Bourbon Street. Die einzige Straße in Amerika, auf der der öffentliche Konsum von Alkohol (in Bechern, nicht Dosen oder Flaschen) erlaubt ist. Hatte fast schon was von Amsterdam. 😉

Wenn man glaubt, die Amerikaner wären prüde, dann stimmt das wahrscheinlich. Was aber in der Bourbon Street abgeht, passt so gar nicht zu diesem Bild. Und wir waren am frühen Nachmittag dort und nicht, als es dunkel war.

Ab der Conti Street haben wir die Bourbon Street verlassen und sind dann im zickzack-Kurs Richtung Nord-Ost aus dem French Quarter wieder raus und zu unserem Auto zurück. Nicht ohne noch das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen.

Zum Ende hin gaben wir etwas Gas, weil in der vorderen Körpermitte Druck auf eine ganz bestimmte Region ausgeübt wurde. Kurz vorm Auto holten wir sogar noch Jörg ein, der froh war, endlich wieder sitzen zu können. Als erstes wurde der nächstbeste Laden angesteuert, der eine Toilette aufweisen konnte. Es war ein McDonalds. Das einzige Mal während wir in den Staaten waren, dass wir ein McDonalds betreten haben. Da man was kaufen muss, um das stille Örtchen aufzusuchen, sorgten wir gleich mal für Nachschub für die Blase. 😉

Auf dem Weg nach Hause war eine ganz besondere Route geplant. 25 Meilen entlang der Golfküste entlang fahren. Dafür sind wir (Susanne, berichtige mich, wenn ich falsch liege!) die US 43 nach Süden und mit der 90 ostwärts über die Bay St. Louis gefahren. Ab da führt die Straße direkt am Golf bis nach Biloxi. Eine wunderschöne Tour. Zwischen Pass Christian und Long Beach hielten wir kurz an, um unsere Füße ins Meer zu halten. Nein, das hat nichts mit Reviermarkierung zu tun. 😉

Ob auf unseren Füssen ein Fluch liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sich, kaum das wir wieder im Auto saßen, die Wolken ankamen und die Sonne bedeckten. Scheint vielleicht wirklich ne unheilvolle Kombination zu sein. Sobald unsere Füße Wasser des Golfs von Mexiko berühren, ziehen Wolken auf. Haben wir noch niemandem verraten, weil wir bis dato selber nichts davon wussten…

Auf jeden Fall eine schöne Strecke, die man auch gut im Cabrio genießen kann. Oder seinen Kindern auf der Ladefläche des Pickups gönnen sollte.

Kaum das wir durch Long Beach durch waren, hier ist Name noch Programm, standen wir in einem ordentlichen Stau. Erst dachten wir noch, es hätte einen Unfall gegeben, weil wir bei der nächsten Kreuzung von weitem Blaulichter sehen konnten. Die Polizei war aber nicht mit einem Unfall beschäftigt, sondern damit, die Abbiegemöglichkeit zu sperren, so dass wir (und alle anderen) dem Stau nicht entkommen konnten.

Dafür hatten wir Gelegenheit, einige heftigst aufgemotzte Karren zu fotografieren. Die tauchten auf einmal in einer Frequenz auf, dass das kein Zufall mehr sein konnte.

Aber auch Motorräder gab es das eine oder andere Mal zu bestaunen. Wie eine Harley Davidson „Blues Brothers“ Fan Edition.

Oder drei (3!) Hayabusa-Maschinen.

Vor allem fiel uns jedoch der gestiegene Anteil der afroamerikanischen Menschen auf, die am Straßenrand flanierten. Überhaupt stieg die Zahl der Fußgänger, bis es geradezu Horden waren, die am Straßenrand lang liefen.

Okay, der Anteil der Schwarzen in den Südstaaten liegt bei ca. 50%. Der Anteil der Schwarzen am Straßenrand betrug nach unseren Schätzungen ca. 98%. Was ist hier los?

Wie sich später, um genau zu sein, in Beloxi, rausstellte, war eine Kirmes oder sowas in der Art. Ob die nur für die Afroamerikaner war, hat sich für uns nicht erschlossen. Wir waren sowieso damit beschäftigt, deren gepimpten Autos zu fotografieren. Oder sie um ihre selbstbewussten Frauen zu beneiden.

Angeblich liefen die ganz schrecklich herum. So würde eine Frau nicht rumlaufen…Schade eigentlich. 😉

Hab ich halt irgendwie nicht verstanden. Ob das am mittlerweile nasskalten Wetter lag? Kurz vor Beloxi hatte es ganz leicht zu nieseln angefangen und die Temperatur sank von ca. 30 auf 22 Grad. Nicht unbedingt das Wetter, um im Bikini rumzulaufen.

Jedenfalls hatten wir mal wieder länger gebraucht als eigentlich geplant und kamen am frühen Abend, es war schon 18 Uhr durch, in Mobile an. Dort stand neben uns an der Kreuzung ein ganz besonderer Hot Rod. Das beste Beispiel, dass die inneren Werte zählen und nicht das Äußere.

Kaum angekommen, ging es nach kurzem Umziehen gleich wieder weiter (Armer Jörg). Denn die beiden wollten uns, anlässlich Steffis Geburtstag ins Texas Roadhouse einladen. Und wie in Amerika üblich, reserviert man sich keinen Tisch, sondern bekommt eine Nummer und wird dann, sobald ein Tisch frei wird, zum Tisch geführt. Und zwar von der Bedienung, die einen den ganzen Abend bedient.

Beim Italiener gibt es als kleinen Gruß aus der Küche Bruschetta oder Knoblauchbrot mit Pesto. Bei den Amerikanern gibt es kleine Brötchen mit – Achtung Katrin, das ist nichts für Dich – Zimtaufstrich. Kein Scherz. Mit Zimt sollten wir ein paar Tage später noch ein weiteres Zusammentreffen haben. Anscheinend haben die Amerikaner ein Faible für Zimt. Oder für Weihnachten und erinnern sich darüber an die Weihnachtszeit. Mal bei Gelegenheit im Blog „USA erklärt“ nachfragen.

Ich gönnte mir einen Burger und verpasste damit DIE Gelegenheit, ein echtes amerikanisches Steak zu essen. Aber die waren verdammt teuer und wenn ich eingeladen bin, dann achte ich einfach auf den Preis und esse schon aus Prinzip nichts Teures. Vielleicht beim nächsten Besuch in den USA. 😉

Als wir wieder zu Hause waren, kühlte Jörg erstmal seinen Fuß. Doch der war schon ordentlich angeschwollen. Kein Zweifel, die nächsten Tag würde er davon noch was haben…

Meister

Ich habe es tatsächlich geschafft. Vereinsmeister 2011 in der Gruppe Herren. 🙂
Nach verhaltenem Start und zwischenzeitlich deutlichem Rückstand legte ich zur Halbzeit richtig los. Ich übernahm zum letzten Drittel hin die Führung, wobei ich davon profitierte, dass der Führende mit einer Bahn haderte und sich davon nicht mehr erholte. Er rutschte leider auf den vierten Platz ab, was ich sehr schade fand. Er gehört zu den sympathischsten Keglern im Feld und ihm hätte ich es wirklich gegönnt, auf dem Treppchen zu stehen.
Im letzten Drittel konnte ich es dann ruhig angehen und verwaltete praktisch meinen Vorsprung ohne unter Druck von den Verfolgern zu geraten. Danach durfte ich so viele Hände schütteln, wie schon lange nicht mehr in meinem Leben. 🙂
Die Ergebnisse können bei Interesse hier nachgelesen werden.

Vielen Dank auch an meine Kegelkollegen, die mich während der ganzen Zeit unterstützt und nach vorne gebrüllt haben. Das ausgerechnet unser Sportwart nicht dabei war, weil Kaffee und Kuchen zu Hause lockten…geschenkt.
WikiLeaks

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Neuanschaffung (7)

Seit letzter Woche ist etwas Magie in unser Büro eingezogen. Ich darf mich dafür verantwortlich zeigen, dass seitdem jeden Morgen ein göttliches Wunder geschieht, wenn ich mir einen Kaffee einschenke.

Vorher:

Nachher:

Fehlen nur noch Fangesänge dazu. 😉

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