Was ich loswerden will (65)

Die Zeitung und ihre Leser und die Leser und ihre Zeitung

Roberto J. De Lapuente und der Teufelskreis der Self-Fulfilling Prophecy.

„Der Leser erfährt seine Umwelt mit den Prämissen, die seine Zeitung ihm geimpft hat – und die Zeitung sieht die Prämissen bestätigt, wenn der Leser in ihr zu Wort kommt, um sie empirisch zu verifizieren. Eine Symbiose.“

Und in seinem tags darauf erschienenen Beitrag „Araber dramatisch arbeitslos“ über die realen Auswirkungen dieser selbsterfüllenden Prophezeiung.

„Und die Gründe sind sicherlich nicht Faulheit oder Kuschelstunden in der sozialen Hängematte, sondern tatsächlich die erschwerte Vermittlung, an der auch die Presse mitgewirkt hat, indem sie die Muslime kriminalisierte.“

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für die seelenbalance

Der kinderdoc hat mal wieder eine impfunwillige Mutter in der Praxis.

„auch impfbefürworter sind oft sehr dogmatisch und streng, aber wenn es um empfehlungen zum schutz von kindern und auch um den schutz der allgemeinheit geht, muss man genau so sein.“

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Schwer bedroht

Dem Fernsehkritiker wird das Drehbuch und die „Produktionsbibel“ von der Scripted-Doku „Schwer verliebt“ auf Sat.1 zugespielt. Doch der Kontakt zu dem Kandidaten bricht mehrfach ab.

„Unter dem Strich zeigt sich, welchen Druck solche harmlos wirkenden abendlichen Unterhaltungssendungen nicht nur auf ihre Protagonisten ausüben, sondern auch auf diejenigen, die kritisch darüber berichten. Und es zeigt sich, was für ein Schlag Mensch für diese unwürdigen Scripted-Sendungen verantwortlich ist.“

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Blind

Neben Georg Schramm gehört auch Serdar Somuncu zu einem der Kandidaten für den Mann des Jahres 2012. Mit einem hochintelligenten Analyse-Talent ausgestattet demaskiert er unsere Gesellschaft. Damit stößt er beileibe nicht immer auf Gegenliebe, ergreift er doch harte Worte. Doch man sollte nicht denken, dass hinter den vulgären und beleidigenden Ausdrücken kein kluger Gedanke steckt. Damit täte man dem Hassprediger Unrecht.

Als kleinen Beweis habe ich einen (sehr kleinen) Teil seiner (alten) Show „Ein demagogischer Blindtest“ transkribiert. Schaut sie euch bitte bei Gelegenheit mal ganz an.

Man muss zu dem stehen was man denkt. Erinnern sie sich, wir sind Schläfer im Sinne einer aufgeschlossenen Demokratie. Keiner kann uns den Mund verbieten. Während wir mit dem Zeigefinger auf andere deuten und sagen „Das sind die Bösen“ haben wir längst schon getoppt, was böse ist. Wir sind nicht nur unempfindlich geworden, wir halten Diktaturen am Leben dadurch das wir sie ignorieren. Es ist erste Bürgerpflicht seinen Arsch zu bewegen, manchmal in die Gegenrichtung. Immanent zu dekonstruieren. Manchmal von innen heraus! Antistrukturell zu denken. Das will doch jeder von ihnen. Jeder will individuell sein. Deswegen tragen sie doch alle unterschiedliche T-Shirts. Oder wollen sie uniform sein? Regiert werden, wie in eine Horde Vieh!

Schließlich ist Samstag und im Fernsehen läuft eh nichts. 😉

Oh, und falls ihr glaubt, es läuft was interessantes im Fernsehen…tut es nicht.

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Was ich loswerden will (63)

Kai Diekmann beschimpfen

Michalis Pantelouris äußert sich zu den am Vortag aufkommenden Vorwürfen, Christian Wulff hat auf dem AB von Diekmann Einflussnahme auf die Berichterstattung versucht zu nehmen…

„Allerdings nähme ich das alles hier zurück, wenn sich herausstellte, dass Christian Wulff seit Jahren jeden Tag Kai Diekmann am Telefon wegen praktisch aller Bild-Geschichten beschimpft, und es nur zufällig an diesem einen Tag einmal um seine eigene ging. Es ist ja auch nicht alles juristisch rechtens, was richtig ist.“

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Wie die Privatsender einmal fast ihrer Informationspflicht nachgekommen wären

Stefan Niggemeier über den Protest der Privatsender, weil der Bundespräsident nur mit den öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sich einem Interview stellte.

„Im Grunde zeigt RTL nur darum soviel „Deutschland sucht den Superstar“, „Bauer sucht Frau“ und „Alarm für Cobra 11″ und füllt seine Informationssendungen und Magazine nur deshalb mit soviel Müll und Quatsch, weil der Bundespräsident in dieser Zeit nicht mit dem Sender reden will. „

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Mann des Jahres 2012: Georg Schramm

Zu früh? Nicht für Schlesinger im Transatlantikblog. Für mich der perfekte Kandidat für die Nachfolge Wulffs.

„Die “Anstalt”[Anm. SG: gemeint ist die Sendung „Neues aus der Anstalt„] ist insofern nicht viel mehr als ein verlängerter Kölner Karneval, in dem das gemeine Volk den Großen mal eine lange Nase machen darf. Beinahe schlimmer: Die Eselsgeduld der Deutschen, die mit schöner Regelmäßigkeit aufs Korn genommen wird, wird durch diese Art von Kartharsis nur zementiert. Schramm hatte schon in der “Anstalt” ein Handwerksmittel, diesen Effekt wenigstens zum Teil zu umgehen: Er verbat sich das übermäßige Klatschen.“

Ich hoffe ja, dass ich dieses Jahr Gelegenheit bekomme, Georg Schramm live zu sehen. Ich würde sogar meinen Sohn nach ihn benennen…hat Steffi aber abgelehnt.

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Der größte Fehler des Christian Wulff

Lukas Heinser stellt fest, dass Wulff der Bild die Macht zurückgegeben hat, die sie eigentlich schon nicht mehr hatte.

„Der größte Fehler, den Christian Wulff in meinen Augen gemacht hat, war der, “Bild” und Kai Diekmann die Gelegenheit zu geben, sich als seriöse, moralische Journalisten inszenieren zu können, was ihnen die Menschen vielleicht mehr abkaufen als Wulff seine Rolle als reuiger Sünder.“

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