Fundamentalisten sind Egoisten

Vor einigen Tagen wurde ich vermehrt auf die Dokumentation „Jesus Camp“ auf Arte aufmerksam gemacht. Zehn Minuten, bevor der Sender den Beitrag aus seinem Internetangebot depublizieren musste, hatte ich mir die knapp anderthalb Stunden Zeit genommen, die synchronisierte Fassung anzuschauen. Doch für den Dokumentarfilm braucht man nicht nur Zeit, man sollte auch die entsprechende Laune haben. Denn was die Erwachsenen dort mit den Kindern, auch mit ihren eigenen machen, ist einfach nur schrecklich. Sie missbrauchen diese nicht körperlich, sondern was genauso schlimm ist, auf geistiger Ebene.

Da werden Wahrheiten verdreht und ihnen eingebläut, dass einem schlecht wird. Frei nach dem Motto: Wenn Moslems ihre Kinder von klein auf die Religion eingebläut wird, dann müssen wir das auch!
Auf dem geistigen Niveau bewegen sich deren Argumentationen wirklich!

Das Niveau, wie die Kinder jedoch manipuliert werden, ist im Gegensatz dazu sehr ausgefeilt. Ein Film, der in der Schule gezeigt werden müsste, um vor Sekten und ähnlichem zu warnen.

(Via René)

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Wir sind im Bundestag!

Wir sind ja Papst und da der heute einer Einladung folgt und im Bundestag heute reden wird, sind wir also im Bundestag. So viel zur Überschrift.

Wir sind natürlich mitnichten im Bundestag. Das Volk wird da nur zu ungern gehört. Und zuhören, dass wird dieser Tage ja sehr oft propagiert, gehört ja zu einer demokratischen Kultur. Das hat auch unser amtierender Innenminister heute morgen in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt.

Dort wirft er den abwesenden Parlamentariern Kleingeistigkeit, Hochmut und Überheblichkeit vor (wozu mein ehemaliger Chef jetzt sagen würde: „Was ich selber denk‘ und tu‘, dass trau‘ ich auch den anderen zu.“).

Wessen Verhalten kleingeistig und provinziell ist, dass sieht man zum Glück immer, wenn es um das Internet geht. Aber darauf will ich jetzt bei den Äußerungen HaPes gar nicht hinaus.

Es geht mir um folgende Äußerungen:

1.

„[…]wenn Parlamentarier ihren Arbeitsplatz, das Parlament verlassen, weil ein Gast eingeladen wird von ihrem Bundestagspräsidenten, mit Zustimmung aller Fraktionen. Dann ist das für mich ein Zeichen auch der Verletzung ihrer parlamentarischen Pflichten, […]“

2.

„Zunächst mal muss man sehen, dass unser Grundgesetz eine Neutralität des Staates gegenüber Religion vorsieht, aber – und auch das hat das Bundesverfassungsgericht sehr klar festgestellt – eine fördernde Neutralität. […]“

3.

„[…] Das ist eine Missachtung, was die Kollegen da machen, gegenüber einem Mann, der Hunderte Millionen von Katholiken, von Menschen, die Hoffnung in ihn setzen, als Oberhaupt der Katholischen Kirche vertritt. […]“

4. Auf die Frage, ob Herr Friedrich auch ein Oberhaupt der Muslime einladen würde:

„Wissen Sie, das ist überhaupt nicht die Frage, um die es geht. Es gibt den Papst als Oberhaupt der Weltkirche. Es gibt nicht irgendein vergleichbares Oberhaupt einer anderen Religion. Deswegen ich denke, dass das auch nicht die Diskussion ist, sondern der Papst als Vertreter der Weltkirche, aber auch als Vertreter unserer Katholischen Kirche in Deutschland, auch diesen Aspekt darf man mal nennen. Die Katholische Kirche in Deutschland ist ein wichtiger Teil unseres Staates, auch unseres Sozialstaates, des Gelingens unserer gesamten Gesellschaft. […]“

Und 5.

„[…] Die Kirche hat zu einigen Dingen eine Vorstellung, die man nicht teilen muss, aber damit verletzt sie keine Rechte, sondern ich sehe durchaus ein, dass der eine oder andere an der einen oder anderen Stelle diskutieren möchte, überhaupt keine Frage. Aber wie gesagt, das ist eine Frage der inneren Verfasstheit der Kirche.“

So, noch einmal tief Luft holen…

Zu 1. Das ist das schöne, wenn man die Freiheit hat und nicht an einen Fraktionszwang gebunden ist, sondern an sein Gewissen. Besonders, wenn dieser Gast Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft ist, die Frauen, Homosexuelle und Andersdenkende diskriminiert, Holocaustleugner und Kinderschänder schützt und einen freien Willen der Menschen entschieden ablehnt.

Zu 2. Fördernde Neutralität sieht ungefähr so aus: Wir bezahlen mehrere hundert Millionen Euro (!) für die Gehälter kirchlicher Oberhäupter und das seit bereits über 200 Jahren. Neutral ist was anderes…

3. Das dieser Mann die Wünsche und und Hoffnungen der hunderte Millionen von Katholiken missachtet, ist etwas, was Kollege Innenminister nicht verstehen will. Viele Menschen haben sich von der katholischen Kirche bereits abgewandt, weil die Führung weltfremd agiert. Etwas, womit sich CDU- und CSU-Mitglieder auszukennen scheinen. 😉

4. Sorry, dass ich im vorangegangenen Punkt etwas polemisch wurde. Dafür scheint der Innenminister diese Frage aus dem Weg zu gehen. Natürlich würde er niemals nicht einen Moslem als Vertreter seiner Glaubensrichtung vor dem Bundestag reden hören wollen (demokratische Kultur hin oder her).
Das es kein vergleichbares Oberhaupt einer anderen Religion gibt, ist doch eher Beleg dafür, dass die katholische Kirche autoritär geführt wird, während bei anderen Religionen durchaus andere Strömungen akzeptiert werden. Mehr oder weniger.

Das die katholische Kirche Teil unseres Sozialstaates ist, sollten sich unsere Volksvertreter auch mal kritisch hinterfragen. Wieso muss es soweit kommen, dass Kirchen für das Gelingen unserer gesamten Gesellschaft so wichtig sind? Sollte nicht der Staat für das Gelingen sorgen? Ein Teil des Sozialstaates, okay. Ein wichtiger Teil? Dann hat der Staat etwas falsch gemacht und die Verantwortung für sein Volk vernachlässigt.

Und zu 5. Ach so, ja. Ne, ist klar. Sie verdammen Kondome in der dritten Welt (wo sie wirklich Einfluss hat) und tragen somit zur Verbreitung von HIV bei, aber das ist eine Frage der inneren Verfasstheit der Kirche?
Das hochrangige Mitglieder den Holocaust leugnen ist eine Frage der inneren Verfasstheit? Verstehe.
Und Kinderschänder werden nicht verurteilt, sondern in ein anderes Bistum versetzt und das ist auch eine Frage der inneren Verfasstheit? Damit verletzt sie ja keine Rechte.

Beim ganzen Mist, den HaPe absondert, komme ich nicht umhin, mein Essen mir noch mal durch den Kopf gehen zu lassen…

Flittern in sweet home Alabama (2) – Der erste Eindruck

Wie bei einem Jetlag nicht anders zu erwarten, waren wir nicht nur früh im Bett, sondern auch früh wieder wach…

Oder war es die Aufregung? Oder die Angst, irgendwas zu verpassen?

Egal, meine Cousine war auch schon wach und so frühstückten wir erstmal und chillten ne Runde. Natürlich wollten wir auch Amerika kennen lernen, denn meine Cousine beteuerte, dass man Amerika nicht in New York, San Francisco oder Las Vegas kennen lernt. Man lernt es in Alabama kennen. Denn die Großstädte mögen in den USA verdammt groß sein. Aber das Gros (*hihi*) der Menschen lebt dazwischen. Und dazwischen liegen große Entfernungen, die man mit dem Auto zurücklegt.

Wohl auch deshalb fiel Steffi schnell auf: Die haben hier ja keine Bürgersteige.

Die sind wirklich nicht präsent. Gelinde ausgedrückt. Fahrradwege? Nicht existent. Fahrradfahrer dementsprechend auch nicht. Und Fußgänger sind immer verdächtig…

Zuerst tankten wir das Auto voll. Zu 3 Dollar 60 die Gallone. Was ungefähr einen Dollar pro Liter Superbenzin entspricht. Bei einem Dollarkurs von 1,40$ zu einem Euro macht das 75 Eurocent für einen Liter Super Bleifrei. Was wiederum einer Verdopplung des Benzinpreises in den letzten sechs Jahren in den USA entspricht. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum Amerikaner über die „viel zu hohen“ Benzinpreise stöhnen.

Kleines Beispiel: Es hat drei Tage gedauert, bis ich den ersten Toyota Yaris gesehen habe. Ein kleines Auto, dass auf deutschen Straßen zum Alltagsbild gehört. Das meistverkaufte Auto der USA ist der Ford F 150, ein Truck, dessen kleinster Hubraum bei 3,5 l liegt. Standardmäßig begegnet einem jedoch die größeren Versionen, da der Amerikaner nach der Prämisse kauft: Viel hilft viel…

Naja, jedenfalls sollte uns was (vermeintlich) typisches an der Tankstelle begegnen:

Nein, ich meine jetzt gerade nicht den Schulbus, sondern den Schildträger rechts daneben. Den so einen bekamen wir lediglich am ersten Tag zu sehen und danach nicht mehr wieder. Und die Aufschrift sagte alles. Genau weiß ich es nicht mehr, aber es war etwas nach der Art:

„Believe in Jesus or burn in hell“

What ever. Wir also weiter und uns die Neighbourhood angeschaut. Und zum Vergleich eine ärmliche und eine richtig reiche Neighbourhood. Wo dann man gleich die Polizei in ihren Autos präsent war. Sowohl in der armen, als auch in der reichen Neighbourhood.

Wir schauten uns dann die Viertel in Midtown an und fuhren weiter Richtung Downtown, wo Familienhäuser kaum noch zu sehen sind, sondern Geschäfts- und Büroräume sowie Bars, Cafes und Restaurants dominierten. Überhaupt waren privat genutzte Apartments kaum vorhanden. Auch die arme Bevölkerung wohnt in, wenn auch sehr heruntergekommenden, Häusern.

Nach unserer Rundfahrt ging es was Kleines zum Essen besorgen.

Leckere, klebrige Doughnuts… *mjam*

Unterwegs schnappte ich noch folgendes Bild auf, das nun wirklich typisch amerikanisch ist. Ein Bild von einer Kirche, die es überall gibt. Und sei das Kaff noch so klein und die Gegend noch so abgelegen. Mobile zählt 200.000 Einwohner. Nach Angaben meiner Cousine stehen in Mobile ca. 600 Kirchen…

Bei der Zahl haben wir ganz schön gestaunt. Nach unserem Urlaub sind wir aber der Ansicht, dass es mehr als 600 Kirchen sind, die in Mobile stehen. 😉

Von innen haben wir uns keine von den Kirchen angeschaut. Meine Kirchenpflicht ist für dieses Jahrzehnt abgegolten. Vielleicht schaffe ich es ja mal, dieses Jahr zum Tag der offenen Moschee am 03. Oktober ein islamisches Gotteshaus von innen zu sehen. Wer weiß.

Bevor es nach Hause ging, waren wir noch „kurz“ einkaufen. Erst in eine kleine Grocery, einem Gemüseladen rein, wo nur der Laden klein war. Melonen, so groß, dass ich nie wieder die sekundären Geschlechtsteile der Frau so bezeichnen würde. 😯

Zwiebeln, so riesig, dass selbst ich mit einem Viertel für eine Portion Spaghetti Bolognese klar kommen würde. Und Tomaten, die bei uns als Melonen durchgehen würden. Aber Preise, die bei uns in Deutschland zu einem Aufstand führen würden. Deren Lebensmittelpreise drängen einen geradezu in den nächsten Fastfood-Laden.

Danach ging es noch zum Walmart, wo wir die berühmt-berüchtigten Walmart-People live und in Farbe sahen. Hier machten wir den Wagen so richtig voll und gönnten uns u.a. einen Schokokuchen (der eigentlich nur aus Fett und Zucker bestand), Lagerbier, Tacochips (überhaupt Chips) und anderen ungesunden Süßkrams. Natürlich auch Salat, Obst und Gemüse. Für die Burger am Wochenende. 😉

Wir also wieder nach Hause, wo wir zu den Doughnuts einen selbstgemachten Erdbeermilchshake tranken. *mjammi* 🙂

Am selben Nachmittag begegneten uns auch unsere ständigen Begleiten. Die amerikanische Version der Eichhörnchen, Squirrel (sprich: Skuirl) genannt.

Nach so vielen Erlebnissen, vor allem aber dem Jetlag geschuldet, wurden wir Abends viel zu schnell wieder viel zu müde. Nichtsdestotrotz saßen wir bis 11:00 pm am Küchentisch und lernten uns noch näher kennen. Schließlich kannten wir Jörg gar nicht und selbst meine Cousine habe ich das letzte Mal vor über 20 Jahren getroffen. Da war viel Nachholbedarf. 🙂

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Die PERFEKTE Hochzeit Teil 2

Oder: Der sakrale Teil…

Steffi verließ nach einem schnellen gemeinsamen Frühstück das Haus um ihren nächsten Friseur- und ersten Kosmetiktermin wahrzunehmen. Ich wartete indes noch auf den Anruf meines Vaters, dass mit meinem Reisepass alles glatt gegangen ist. War es aber nicht. Wollte er mir jedenfalls weis machen.

Es gab wohl Probleme, meinen Pass zu finden. Als mein Vater aber darauf hinwies, dass sein Sohn nicht mehr Praß sondern Grenz heißt und folglich mal unter G zu gucken wäre, hatte sich das Problem erledigt.

Das mit dem Reisepass ist sowieso ne „komische“ Geschichte…

Im Dezember beantragte Steffi ihren Reisepass. Ich wurde wieder nach Hause geschickt, da durch meine Namensänderung eine Beantragung erst frühestens drei Monate vor der Trauung möglich ist.

Also bin ich im Januar wiedergekommen. Fingerabdruck, Foto und Antrag auf Eheschließung abgegeben. Bezahlt und alles klar. Fehlte nur noch der Abholungsschein. Nene, den Reisepass kann ich mir nach der Eheschließung abholen…

Tja, aber ich heirate in Friesland und der Termin ist um elf Uhr. Und ne Stunde braucht man schon, um nach Delmenhorst zu kommen…und das „Bürgerservice“-Büro hat nur bis 13 Uhr auf.

Alles doch gar kein Problem, das Büro hat auch am Samstag auf…

Ach ja, wie schön. Nur da wollte ich kirchlich heiraten.

Ja früher, früher haben sie die Pässe noch zum jeweiligen Standesamt geschickt…

Naja, wenn ich schon mal hier bin, könnte ich ja gleich noch den neuen Personalausweis beantragen.

Ne, das ginge mit dem neuen nicht mehr, wenn sich der Name ändert. Früher, ja früher ging das noch…

Tja, früher hatten wir auch noch einen Kaiser…

Aber zurück zum Thema. Ich hatte also meinen Reisepass, in Dortmund sollte nichts schlimmes passieren. Und das Wetter schien auch gut zu werden. Ein perfekter Tag für eine Hochzeitsfeier.

Ich machte mich fertig und schmiss mich diesmal in meinen guten (und verdammt teuren) Anzug *sponsored by Daddy*, den ich aus zwei Gründen nicht am Vortag an hatte.

1. Sollte den Steffi noch nicht sehen.

2. Wollte ich ein versehentliches dreckig machen auf jeden Fall verhindern.

Ich stand da also mit meinem Anzug so rum, als der gerade mit meinem Vater eingetroffene Johann an meiner Hose einen Riss feststellte. Gehört wohl irgendwie dazu…

Seine Frau Marlies hat dann schnell mit Nadel und Faden die Hose wieder fit für den ganzen Tag gemacht.

Aber diese Aktion sorgte dafür, dass meine Aufregung deutlich stieg. Denn jetzt war mir ernsthaft bewusst, dass irgendwo, irgendwas, irgendwie mit irgendwem passieren konnte. Also passt bloß auf.

Um kurz vor halb zwei ging es zu Fuß Richtung Kirche. Die Gäste konnten der Spur folgen, welche meine feuchten Hände hinterließen. Ich konnte auch nur noch die begrüßen, die ich überhaupt registrierte. Und ich glaube, dass waren nicht sehr viele.

Ich schnappte mir also unser neues Stammbuch, stellte mich auf meinem Platz…und wartete…und wartete…und wartete…

Eigentlich hieß es, dass die Braut schon vorgefahren wäre. Wo zum Henker bleibt die also?! Und wo ist überhaupt der Pastor?

Um viertel NACH zwei kam dann der Pastor rein gerannt. Und das war dann auch das Einzige, was an diesem Tage schief ging. Der Pastor hatte sich auf 15 Uhr eingestellt und saß folglich noch im Gemeindehaus und faltete die Gemeindebriefe. Als Achim ihn dann rausklingelte, weil er und Steffi draußen ebenfalls warteten, wurde gar nicht lange diskutiert. Er schmiss sich seinen Talar über und kam rüber gerannt. Davon kriegte ich drinnen natürlich nichts mit.

Nun war er ja da und konnte uns den Segen Gottes geben…oder so. Wir sangen noch ein paar Lieder, steckten uns wieder die Ringe über und bezeugten unsere Absicht…mit Gottes Hilfe. Danach gingen wir und vermehrten uns. Danach setzten wir uns noch mal hin und mussten nicht singen, sondern es wurde singen gelassen. Denn war wir Dany schon für ihre kirchliche Trauung organisierten, dass hatte sie auch für unsere hinter unserem Rücken (wortwörtlich) organisiert. Und uns schoss das Wasser in die Augen. Denn hinter uns begann mit Gitarrenbegleitung eine Frau UNSER Lied zu singen (für Nicht-Amerikaner oder Nicht-Proxianer). Das war einer der schönsten Überraschungen des Tages.

Kurze Zeit später ging es dann raus in die Sonne, wo wir dann reichlich Hände schütteln durften. Und, wie sollte es anders sein, tausendfach beknipst wurden.

Nachdem das alles geschafft war, konnten wir kurz bei einem (oder zwei, oder drei) Stücken Apfelkuchen verschnaufen, bevor es dann zum Fotoshooting ging. Davon und von unserer Feier erzählt dann der letzte Beitrag.

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Inkonsequent vor Gott

Letzten Samstag hatten wir unser Gespräch mit dem Pastor, in dessen Kirche wir am 02. April heiraten werden. Groß vorbereitet habe ich mich nicht, ich hatte eh nur eine Frage auf dem Zettel:

Muss ich mit Gottes Willen mein Ja-Wort abgeben?

Am Freitag rief dann noch mal Steffis Schwester an, die uns mit einigen Ratschlägen für das Gespräch versorgte:

Bereitet euch auf das Gespräch vor.

Habt Kirchenlieder parat.

Stellt euch den Ablauf vor.

Habt einen Trauspruch parat.

Bereitet euch auf das Gespräch vor.

Ich erwähnte, dass Steffi wohl schon eifrig an einem Trauspruch dabei ist und auch schon Lieder rausgesucht hat. Und erzählte beiläufig, dass mir nur wichtig ist, dass ich meinen eigenen Willen bekunden kann. Um Gottes Willen (Achtung! Wortspiel^^), das solle ich lieber nicht machen. Der Pastor würde, verständlicherweise, sofort eine Diskussion über Gott anfangen. Und wenn er merkt, dass ich total uneinsichtig bezüglich der Existenz Gottes bin, kann er auch die Hochzeit ausfallen lassen, da er nicht verpflichtet ist, uns zu trauen.

Das war der Moment, wo ich mich spontan entschlossen habe, die Frage doch nicht zu stellen.

Das gestand ich gestern auch meinen Kollegen, die das in anderer Hinsicht nicht verstanden haben. Denn wenn ich nicht an Gott glaube, warum heirate ich dann in einer Kirche? Gute Frage, die ich nur damit beantworten kann, dass ich nicht unbedingt in einer Kirche heiraten muss. Es ist der Wunsch der Frau kirchlich zu heiraten. Und zwar nicht in irgendeiner Kirche, sondern in der Kirche, in der sie selber kirchendienstlich tätig war und von der sie schon als kleines junges Mädchen geträumt hat zu heiraten. Und ich jetzt der glückliche bin, der neben ihr vor dem Altar sitzen darf. Da interessiert mich eine imaginäre Gestalt mal herzlich wenig. 😉

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Wegbeschreibung

So, jetzt ist mal kurz wieder ein erfreulicheres Thema dran. Unsere Hochzeit. Bekanntlich am 02. April um 14 Uhr vor Gott in Sillenstede. Danach werden von Steffi und mir noch ein paar Fotos geknipst. Dafür lassen wir uns extra eine Fotografin aus Leipzig einfliegen mit dem Zug kommen. 😉

Für alle Gäste, die sich in unser Blog verirrt haben, anbei noch die Wegbeschreibungen zur Kirche…

und von der Kirche zum Schützenhof.

Klickst Du auf die Bilder und drückst oben Drucken!

 

Nachtrag 17.03.2011: Sachma hat in den Kommentaren die Frage aufgeworfen, ob jetzt alle zur Hochzeit kommen sollen. Natürlich können alle, die wollen, zur Trauung kommen. Gar keine Frage. Nur bei der Feier müssen wir ne Woche vorher eine feste Personenzahl angeben, was Überraschungsbesuche bei der Kirche zu einem kurzen Vergnügen machen würde. Denn wir werden da keinen kurzfristig bei der Feier einschieben können.

Die Wegbeschreibung sollte für die Gäste sein, die zur Hochzeitsfeier eingeladen wurden. In diesem Fall habe ich mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt. 😳

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Hochzeitscheck

Heute in fünf Wochen werden wir bereits als verheiratetes Paar in Amiland sein. Das heißt in 22 Tagen wird gepoltert, in 32 Tagen wird standesamtlich, in 33 Tagen kirchlich geheiratet. Zeit für eine Checkliste.

Polterabend organisiert: Check

Standesamt: Check

Essen reserviert: Check

Kirche reserviert: Check

Gaststätte reserviert: Check

Anzug: Check

Hochzeitskleid: Check

Schuhe: Check

Ringe: Check

Tanzkurs absolviert: Check und zum Fortgeschrittenenkurs angemeldet (höre ich da „Streber“-Rufe?)

DJ organisiert: Check

Essen für die Feier bestellt: Fail, Termin am 05.03.

Gespräch mit Pastor: Fail, Termin am 19.03.

Flugtickets für die Flitterwochen: Check

Reisepass beantragt: Check

Hab ich was vergessen? Ganz sicher habe ich was vergessen. Aber das kann meine Verlobte ja noch ergänzen. Oder ihr in den Kommentaren. Ich für meinen Teil schaue mir jetzt gleich die Sendung „Alle Neune“ im NDR an. Und warte auf Ergänzungen der erfahrenen Eheleute.

Twinkle-Konzert

Ein wirklich bezaubernder Spätnachmittag liegt gerade hinter uns. Wir sahen gerade Stephanie Müller, begleitet am Klavier von Karola Schmelz (zusammen sind sie „Twinkle“) in der Musikschule Delmenhorst.

In deren Programm „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ entführt sie den Zuhörer in ein sympathisch romantische Welt, die einen meist nachdenklich stimmt, gelegentlich aber auch verträumt daher kommt.

Stephanie Müller haben wir selber schon mal live erlebt, weil wir sie zu Danys Hochzeit von uns engagiert wurde, um in der Kirche zu singen. Aber mit diesem Programm beweist sie ihre Klasse wirklich eindrucksvoll.

Ihr merkt schon, mir fehlen immer noch etwas die Worte. Solltet Ihr also die Gelegenheit bekommen, dann schaut Euch Twinkle einmal selber live an. Die nächste Möglichkeitwäre am 25.02. in Bremerhaven. Viel Spaß.

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Wohnungsnachteile

Eine schöne Wohnung wie die unsere hat nicht nur Vorteile. Auch wenn unsere Gegend einen üblen Namen und einen noch übleren Ruf hat, ist alles nicht so schlecht wie es mal war.

Das sogenannte Gesocks das hier rumläuft ist fast ausnahmslos nicht dunkelhaarig, was manche Kollegen nicht glauben wollen. Wenn ich vormittags Brötchen holen gehe, sind es nicht die Türken die besoffen auf der Straße rumtorkeln, sondern es sind die Deutschen. Die südeuropäischen Nachbarn sind nahezu alle gut gekleidet, fahren dicke Autos und gehen mit ihren Kindern spazieren. Und dafür muss nicht Sonntag sein und ein kirchlicher Zwang dahinterstecken.

Apropos Religion: Die Moschee ist bei uns gegenüber, aber von der habe ich noch nie was gehört. Im Gegensatz zu dem schrecklichen Glockengebimmel der evangelischen Kirche ein paar hundert Meter weiter. 👿

Aber ich wollte hier keine rassistischen Vorurteile widerlegen, sondern auch mal den einen oder anderen Nachteil unserer Wohnung aufzeigen.

Da wäre zum einen die Garage. Wir haben eine und das ist toll. Leider war ich beim Einzug so dumm und habe das Parken meines Autos in der Garage damit gerechtfertigt, dass ich das neuere Auto habe. Seitdem Steffi das neuere Auto hat, darf sie in der Garage parken und ich darf draußen vor der Tür nach einem Parkplatz suchen. Gut okay, dafür muss ich mich nicht mehr mit der Kundschaft des Imbiss unter uns rumschlagen, aber so viele Parkplätze gibt es vor unserer Tür auch nicht. Und wenn man Urlaub hat, dann ist man in der dummen Situation, dass ich ab 9 Uhr alle zwei Stunden das Auto umparken müsste, um keinen Strafzettel zu bekommen. So geschehen in der letzten Urlaubswoche Anfang April. 5 Euronen, die man sich hätte sparen können.

Anwohnerausweis? Für die sechs Wochen Urlaub im Jahr nicht sehr lohnenswert denke ich…

Alternativen? Kaum. Eine Möglichkeit wäre, einen Parkplatz um die Ecke zu besetzen, wo die Nachbarn am Stadion wohnen. Zwei wären tatsächlich frei, aber…unseren Vermieter gefragt, und der haderte. Denn zwei Mieter haben kein Auto. Eine davon hat einen Freund mit Auto. Bleibt noch ein Parkplatz übrig. Und wenn die Mieter ausziehen und andere mit Auto einziehen? Habe ich wieder verloren.

Aber vielleicht kann man ja was in der Urlaubszeit machen. Ich frage noch mal. 😉

Ja, das wäre der eine Nachteil. Der andere ist da schon kriminellerer Natur. Letzte Woche war die von der Stadt durchgeführte Papierabholung. Anfang des Jahres hat die Stadt Delmenhorst das wieder in die Hand genommen, nachdem ein langer Rechtsstreit zu ihren Gunsten ausgegangen ist. Warum überhaupt die lukrative Papierabholung an einen Privatanbieter gegangen ist, weiß ich nicht. War ja (zu) lange Zeit Bremer und habe mich für Delmenhorst nicht wirklich interessiert. Vielleicht war es ja der Klüngel, wäre ja nichts neues.

Wo war ich? Ach ja, letzte Woche war Papierabholung und wenn Steffi schon die Garage besetzt, dann muss sie auch an die Mülltonnen denken. Ein fairer Deal wie ich finde, schließlich habe ich mich auch immer um die Mülltonnen gekümmert, als ich in der Garage parkte. Nach fünf Monaten klappt das auch alles mehr schlecht recht als recht schlecht und viel zu oft gelegentlich gaaaanz selten bin ich ihr bei der Erinnerung der jeweiligen Mülltonnen behilflich. Ich stellte also Mittwoch morgen die Papiertonne raus und als ich Mittwoch nachmittag nach Hause kam, war die blaue Tonne schon nicht mehr da. Wow, hat Steffi sie sogar schon wieder reingenommen?!

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht zaghaft nachfragen würde, ob sie heute morgen an die Papiertonne gedacht hat. So lässt sich immer mal ein kleines Lob und ein sanfter Popoklaps verdienen.

S (beschämt): Nein, habe ich vergessen. Hast Du daran gedacht?
I (verwirrt): Äh ja natürlich. Hast Du die Tonne nicht schon wieder reingeholt?

S (klappst mir auf den Hintern): Danke schön, Spatzi. Nein, die Tonne habe ich nicht reingeholt, wieso?

Und da wurde mir bewusst: Unsere blaue Papiertonne wurde geklaut! Dazu muss ich sagen, dass wir zu Jahresbeginn von der Stadt zwei Tonnen bekommen haben. Ich habe rumtelefoniert, dass wir nur eine brauchen. Ein Arbeitskollege wollte sie haben und hat sie doch nicht abgeholt. Und unser Frisör unter uns zeigte sich schon genervt, weil die blaue Tonne unten überflüssigerweise rumstand. Eines Nachts habe ich sie dann auf die andere Straßenseite zu den anderen überflüssigen Tonnen gestellt, wo diverse Wohnungen leerstehen und auch nicht alle gebraucht wurden. Nach ein paar Wochen wurden die Tonnen dann endlich abgeholt und unser schönes Straßenbild wiederhergestellt.

Und jetzt wird einfach unsere Tonne geklaut! Und meine Kollegen lachen sich wieder schlapp, weil ich hintertelefonieren darf, damit uns eine neue Tonne geliefert wird.

Naja, wenn es sonst nichts ist…

Sonst ist nämlich auch nichts. Das war es schon mit den Nachteilen unserer Wohnung. Bis jetzt. Aber wir leben ja auch erst seit einem Jahr hier. 😉

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