Gedanken zur WM

Ja, auch mich nervt DAS Geräusch der WM 2010. Aber die WM ist nun mal nicht in Deutschland, nicht mal in Europa. Die WM ist am anderen Ende der Welt. Zur Erinnerung, in Südafrika. Und dort denkt man halt anders darüber. Dort gibt es eine andere Kultur und die wirkt sich auch auf die Fankultur im Fußball aus. Und DAS sollten wir als Gäste (oder Zuschauer) auch respektieren.

Es ist halt nicht das Ding der Südafrikaner irgendwelche Pop- oder Rocksongs zu adaptieren. Und vor allem nicht möglichst simple,damit man sie noch mit ordentlich Druck auf dem Kessel auch noch nachgröhlen kann. Erinnert sich noch jemand an den Song der White Stripes? Den fand ich mal gut. Bis er in den europäischen Stadien mißbraucht wurde. Seitdem nervt der mehr als jede Vuvuzela es könnte.

Und mal unter uns. Nach ein paar Tagen der Dauerberieselung kann ich sehr wohl Unterschiede in dem Dauerton erkennen. Und auch die Stimmung und den Jubel der Fans erkennen. Wenn das irgendwelche intoleranten Fußballreporter (und die sich dafür halten) nicht können, ist das ihr Problem. Aber dann sollen sie auch das Gelabber sein lassen, dass es die Fangesänge der anderen Fans erdrückt. Denn Fangesänge sind nicht immer unterhaltsam, ja manchmal sogar sehr stupide.

Und wo ich gerade bei Reportern bin. Und Dauerton. Kann mal jemand von der ARD dem Tom Bartels sagen, dass sein ewiges Rumgenörgel mir voll auf den Sack geht? Wenn ich mir von ihm kommentierte Fußballspiele unter tatkräftiger Mithilfe von Mute (die Gute) anschaue, dann liegt das nicht an Vuvuzelas, sondern an ihm selber. Ja, das Spiel zwischen Japan und Kamerun war kein Gutes. Es war sogar erschreckend schlecht. Aber entweder hatte Tom Bartels eine nicht unerhebliche Menge Geld auf Kamerun gewettet oder er versteht seinen Job so, jede Situation mit einem negativen Superlativ zu besetzen. Und DAS nervt ja noch mehr, als zu nachtschlafender Zeit das Hupkonzert deutscher Fußballfans zu ertragen.

Apropos: Mein Gedanke gestern Abend war, dass die Energie, die gestern viele, viele deutsche Fans aufgewendet haben, um ihre Freude um ein belangloses Fußballspiel (das überraschend gut war, das muss ich ja zugeben) zum Ausdruck zu bringen, durchaus auch darin investiert hätte können, um seinen Unmut über das asoziale Sparpaket der Bundesregierung auszudrücken.

Aber die Bundesregierung, ich sagte es bereits, ist ja nicht doof. Sowas wird halt im Zuge einer WM durchgejagt, wo alle schön im schwarz-rot-geilen Delirium schweben. Und gar nicht merken (wollen), was ihnen da aufgehalst wird.

Was wiederum auch eine große Schuld der Medien ist. Nicht alle (wie die FR) haben zu Demonstrationen aufgerufen. Wenn doch die Medien so intensiv und detailverliebt nur über die politischen Machenschaften berichten würden, wie sie uns mit Wasserstandmeldungen der deutschen Nationalmannschaften vollreihern. Aber das würde wahrscheinlich auch nur darin enden, dass nicht die Politik zählt, sondern die Politiker. Wer hat mit wem eine Affäre, wieso ist diese Äußerung ein Nazi-Skandal usw. usf.

DAS nervt!

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte

Nachdem ich neulich bei youtube wieder einen Flug durch meine Musikvergangenheit gemacht habe, kam mir die Idee, meine persönliche Entwicklungsgeschichte im Bereich der Musik niederzuschreiben. Da ich kaum Unterlagen darüber habe und eine zum Teil sehr bewegte Vergangenheit hinter mir habe, geschieht das allein aufgrund der Erinnerungen, die noch übrig sind. Außerdem werde ich versuchen, möglichst ehrlich zu sein, was aufgrund meiner manchmal unmöglichen Musikverirrungen wahrscheinlich das bemerkenswertere sein wird. So, here we go.

Bis zu meinem sechsten Lebensjahr bestand, wie bei den meisten von uns, mein Musikrepertoire lediglich aus Kinderliedern, die die eigenen Eltern singen konnten und man im Kindergarten aufschnappte. Seit kurzem frage ich mich, ob auch dieses hier dabei war (Steffi wird mich dafür erschlagen, dass ich mit diesem Lied hier aufmache, denn in letzter Zeit pänetrier ich sie damit über Gebühr):

Dann mit sechs Jahren nahm mich mein Vater zum ersten Mal ins Kino. „Die unendliche Geschichte“ haute mich vom Hocker und fortan saugte ich alles auf, was damit zu tun hatte oder darüber berichtete. Das war vornehmlich die „Bravo“, wo ich dann mit anderen Künstlern in Kontakt kam. Erst sporadisch gekauft bzw. kaufen lassen, wurde es später zu einer Obsession. Dabei kam ich auch in Kontakt mit „Duran Duran“, die mit „Wild Boys“ die Charts dieser Welt stürmten und mir mit acht Jahren meinen Weg im persönlichen Musikgeschmack zeigen sollten. Es sollte nämlich hart werden.

Aber Musik soll auch Spaß machen. Da kam die „Neue Deutsche Welle“ gerade recht. Von meinen Eltern mit einer Musikkassette ruhiggestellt, lauschte ich den wohlfeilen Klängen deutscher Musikkultur. Der Versuch, mich mit Nena dann auf dem Mainstreamzug zu bringen, scheiterte jedoch kläglich. Die Kassette von Nena bekam bald einen manuellen Bandsalat. 😉

Nein liebe Kinder, dass ist nichts gesundes zu essen. Eigentlich ist es für einen magnetischen Tonträger sogar sehr ungesund. Aber ich schweife ab.

Die nächsten Jahre verbrachte ich wie alle Kinder unserer Zeit vor dem Radio. Dort wurde der Rec-Knopf zusammen mit dem Pausen-Knopf intensivst benutzt und wichtige Verkehrshinweise verflucht. Ich habe ja sowieso die Theorie, dass für das erhöhte Aufkommen der Geisterfahrer damals die Musikindustrie verantwortlich war. Die haben doch nur bei der Polizei Fake-Anrufe gemacht und nichtexistente Geisterfahrer gemeldet, um dem kindlichen Heer vorm Radio Einhalt zu gebieten. Doch wir hatten den stärkeren Finger! 😉

Damit verbrachte man dann seine Zeit, so richtig hängen blieb aber nichts. Bis man dann allmählich in die Pubertät kommt und sein Hirn auch mal für was anderes als Dummheiten und dem Erfinden neuer Spiele verwendete. Nein, nicht dem Haare spazieren tragen, dass kommt zum Ende der Pubertät. 😉 Ich meine zum Nachdenken. Wo man merkt, dass auch mal Kritik an der Gesellschaft geübt werden muss. In diese Phase knallten die „Simple Minds“ mit „Belfast Child“ wie ein Vorschlaghammer direkt in die Fresse rein.

Aber nicht weil der Song so brachial hart war, sondern im Gegensatz zu seiner Brisanz im Text sehr sanft daher kam. Von den „Simple Minds“ war dann auch folglich meine erste LP, die „Street Fighting Years“(Amazon-Partnerlink), welche bei mir erst Jahre später folgen sollten, doch dazu mehr in der nächsten Ausgabe.