Was ich loswerden will (64)

Keine Gratisurteile für freie Datenbanken

Udo Vetter berichtet über das Urteil des Amtsgerichts Schleswig, nach dem die freie Datenbank openJur kein Anspruch auf kostenlose Urteilskopien hat.

„Vielleicht hätte schon die Überlegung geholfen, dass Urteile “Im Namen des Volkes” ergehen. Nicht zu vernachlässigende Teile des Volkes möchten mit Sicherheit gern wissen, wie stellvertretend für sie Recht gesprochen wird.“

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Vom Glück „BILD“ zu sein

Stefan Niggemeier fragt sich, „ob man als „Bild“-Zeitung-Macher manchmal darunter leidet, dass man es zu leicht hat.“ (ich hätte ja das Wort Zeitung in Anführungszeichen gesetzt…)

„Deshalb hat die langjährige Freundin von Wulff Recht, wenn sie bei Jauch rührend hilflos fomuliert, sie möchte in keinem Land leben, in dem die „Bild“-Zeitung bestimmt, was Moral und was richtig ist.“

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The Wulff of Germany

Johnny Häusler vergleicht das Gezerre um den Bundespräsidenten mit einer Show auf ProSieben/Sat1.

„Die für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen müssen daran schuld sein, dass jetzt schon Sommerloch ist.“

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Best PI-Friends

Dietmar Näher schaut sich die Freundeslisten von „gewaltbefürwortenden Grundgesetzvergewaltiger“n und „Muslime-raus-aus-Deutschland-Krakeeler“n bei Facebook an:

„Es ist doch immer wieder erstaunlich, wer sich in den Facebook-Freundeslisten der rechtsradikalen politisch inkorrekten (PI) Hassprediger wiederfindet.“

Und der Politblogger recherchiert weiter…und geht damit einigen auf die Nerven.

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…was uns als Gesellschaft wichtig ist

Roberto J. De Lapuente über Online-Medien und wie diese über den Lidl-Check berichten, der am Montag bei der ARD lief.

„Manchmal sagen Überschriften inhaltlich gar nichts aus – manchmal umschreiben sie jedoch mehr, als im drunter montierten Text zu lesen steht. Manchmal sind sie das Produkt gesellschaftlicher Befindlichkeiten, unterstreichen das, was die Gesellschaft für essentiell betrachtet.“

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Sinnlose Hatz

Der Chefökonom schreibt ebenfalls über die Wulffs-Hatz und bemerkt:

„Solange die kritische Masse sich mit Herrn Wulff beschäftigt, kommt auch keiner auf die Idee, noch mal wirklich wichtige Fragen zu stellen. Wäre ja auch noch schöner.“

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Und zum Abschluss mal ein ernstes Thema aus dem Postillon:

Trainingsauftakt: Fußballfans bereiten sich auf Rückrunde vor

Der Postillon berichtet über die harte Vorbereitung der Fußballfans auf die Rückrunde.

„Später müssen die Namen aller neuen Spieler gelernt werden, die über die Winterpause zu ihrem Verein gewechselt sind. Abends sehen sich die Fans Aufnahmen von alten Spielen an und üben ein, wann wer den Schiedsrichter beschimpft, wann wer farbige Spieler beleidigt und wann wer „Foul!“ oder „Abseits!“ brüllt.“

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Ode an die Bäckereifachverkäuferin

Ich habe in meinem Leben schon viele Bäckereien aufgesucht. Das bringt die Sucht nach frischen Brötchen am Wochenende zum Frühstück so mit sich. Viele Bäcker sind in all diesen Jahren über Kopf gegangen und erst letzte Woche viel mir auf, dass ein alteingesessener Bäcker, der eine Filiale auf meinem Arbeitsweg hat und immer gut besucht war, diese aufgegeben hat und jetzt ein Schild über der Tür prangt, dass die Aufschrift „Back-Factory“ oder so ziert.

Ich verstehe den Trend sowieso nicht, warum jetzt alles „Back-Shop“ oder „Back-Facktory“ heißen muss. Erstens liest sich das für Menschen aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum sehr merkwürdig und andererseits liebe ich ja gerade das an Bäckereien, dass die Produkte dort noch mit der Hand hergestellt werden. So die Hände denn vorher gewaschen wurde, was aber auch egal ist, weil die Brötchen bei 180°C sämtliche Keime verlieren. Und bei dem Wort Factory denke ich an alles andere als von Hand hergestellt. Warum soll ich dann 20 Cent für ein Brötchen bezahlen, wenn ich dasselbe bei Lidl für nicht mal die Hälfte bekomme? Ach ja!

Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Hier in der Nähe gibt es einen Bäcker, der seinen Hauptsitz in Hude hat. Mein Vermieter verzieht immer verachtend den Mund, wenn ich von den Brötchen schwärme. Sie sind nicht knusprig, was auch gut so ist, denn ich möchte nach dem Frühstück nicht in der Notaufnahme des Krankenhauses landen, weil ich mir an einem knusprigen und scharfkantigen Brötchen den Gauben längs aufgeschnitten habe. Und man weiß ja, wie die Laune der unterbezahlten Ärzte nach einer 36 Stundenschicht im Krankenhaus ist…

Ja, auf jeden Fall der Bäcker, der eine Filiale in Düsternort hat, hat auch häufiger Angebote, die sehr kundenfreundlich sind. Ob sie sich in unternehmerischer Sicht überhaupt lohnen ist eine andere Frage. Ich selber blicke da auch nicht immer durch, weil einige sind Dauer-Angebote und andere sind zeitlich begrenzt oder im Zweiwochenrhythmus.

Heute morgen bin ich wieder in bester Frühstücklaune beim Bäcker rein und weil ich heute noch streichen will und das auch soooo kräftezehrend ist, bestellte ich statt fünf mal sechs Brötchen. Sollte dann 3,40€ machen. Ich lege den Zehner schon auf den Tresen, da überlegt die Verkäuferin und fragt:

V: Möchten Sie lieber eine Tüte für 2,50€ haben?

I: Wie jetzt?

V: Wir haben ein Angebot: Volle Tüte für 2,50€.

I: Und die Tüte ist noch nicht voll?

V: Nein, da passen noch zwei Brötchen rein.

I: 😕

V: 🙂

I: Dann probiere ich noch das Weizenvollwertbrötchen und noch ein normales dazu.

V: Macht dann 2,50€.

I: Vielen lieben Dank.

Und das meine ich. Das macht einen Bäcker aus! Freundliche Mitarbeiter, die ihren Job auch kundenorientiert verstehen. 🙂

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