Flittern in sweet home Alabama (15) – Sag zum Abschied leise Servus

Der letzte Tag in Amerika. 😦

Und der begann gleich mit etwas Aufregung. Ich habe bis hierhin gar nicht erwähnt, dass wir den Garten häufiger mal nach Schildkröten abgesucht haben.

Heute morgen hat Susanne uns dann gleich mit der Botschaft begrüßt, dass eine Schildkröte da ist. Als ob sie uns „Auf Wiedersehen“ sagen wollte…

Insgesamt bevölkern drei Schildkröten den Garten meiner Cousine. Eine davon hat nur drei Beine und genau die hat uns die Möglichkeit gegeben, Fotos zu machen.

Und ein Video konnten wir auch noch drehen…

Danach ging es wieder nach Dauphin Island. Schließlich mussten wir noch unseren blinden Passagier zurück in heimische Gefilde bringen. Vor der Brücke stoppten wir kurz, um noch mal Pelikane zu fotografieren.

Was gar nicht nötig gewesen wäre. Nach dem wir den laaaangen Steg zum Strand gelatscht waren…

…und uns am Strand nahe des Golfs platzierten saßen wir da und beobachteten die Pelikane, wie sie zu Dutzenden immer und immer wieder ins Meer flogen und Beute fingen.

Teilweise konnten wir auf wenige Meter ran schwimmen.

Bevor es für uns ins Meer zum Schwimmen ging, setzten wir erstmal Johnny wieder der verdienten Freiheit aus.

Kaum waren wir zurück, da kam ein amerikanischer Familienvater auf unser kleines Grüppchen zu und stellte uns die typischen Fragen (Where you’re from? Why you’re here? Do you like it?). Dabei stellte sich heraus, dass er wohl im Sicherheits(oder Qualitäts?)bereich gearbeitet hat und einen neuen Job sucht. Und Susanne wusste von Jörg, dass die bei TK noch Leute suchen. Da fällt mir ein: Ich wollte Susanne noch fragen, ob es mit dem American Dad geklappt hat.

Naja, er wollte sich positiv ins Gedächtnis bringen und versorgte uns mit übrig gebliebenen Chips und kaltem Wasser. Vielleicht wollte er das auch nur nicht alles zurückschleppen.

Man muss nämlich sagen, woran die Amerikaner blitzschnell merken, dass man kein Amerikaner ist. Wir kamen ohne Kühlbox. Kein Witz, die Amis kommen mit vollgepackter Kühlbox an den Strand. Da müssen wir ja gerade zu wie Fremdkörper wirken. Ist jedenfalls unsere Vermutung. 😉

Wie gesagt, danach ging es ins Wasser. Und nach ein paar schönen letzten Stunden am schönen weißen Strand hieß es Abschied nehmen. Noch einmal bei Wal-Mart für den letzten Abend eindecken, lecker Pizza kaufen und in die heimische Burg zurückkehren. Schließlich sollte das Duell der Gigantinnen in die Revanche gehen.

Da war ich als Sparingspartner für die Mädels gerade gut genug. Sorry Jungs, aber unser Geschlecht habe ich beim Tischtennis nicht wirklich würdig vertreten, auch wenn beide unisono mein gutes Spiel lobten. Aber ich glaube, das war nur aus Mitleid…

Das Duell der Damen ging dafür wieder über drei Sätze und diesmal war es Steffi, die meine Cousine am Ende knapp niederringen konnte. Ein wirklich tolles Match, dem ich beiwohnen konnte. 🙂

Abends machten wir uns dann die Pizza. Und weil die Amerikaner es groß mögen, war die Pizza auch entsprechend gr0ß. Der Backofen war aber größer!

Dank des großen Hungers holten Steffi und ich uns gleich eine gepflegte Brandblase am Gaumen ab…

Wir unterhielten uns noch bis in den späten Abend, tranken die letzten Lagerbiere weg und ließen den wunderschönen Urlaub so ausklingen, wie er es verdient hat.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , , , . 6 Comments »

Flittern in sweet home Alabama (6) – Live and let die

So, noch mal der Aufruf an die Leser, die Augen ordentlich zu reiben. Während ich die letzten Tage mehr Lesestoff statt Bilder präsentierte, wird es heute andersrum sein. Für den Samstag war der Besuch in New Orleans eingeplant. New Orleans, wo sich laut Aussage von Steffi auch Brangelina aufhalten sollten (sie war vor der Hochzeit beim Friseur ;-)) und Schauplatz vieler berühmter Filme, wie Susanne uns sagte. Komischerweise fiel mir auf Anhieb nur ein James Bond Film ein. Darum auch die Überschrift.

Wir waren alle recht fit, selbst ich ignorierte heute das Kratzen im Hals. Wir frühstückten früh und flott, wollten wir doch früh in New Orleans ankommen um auch ja nichts zu verpassen. Das Auto wurde mit den wichtigsten Dingen beladen (Wasser, Mützen, Sonnencreme) und dann konnte es auch losgehen. Noch schnell „Lulu“ machen und auf gehts. Während wir also alle Toiletten des Hauses besetzten, lud Jörg noch die eine oder andere Tasche ins Auto…und knickte auf der Terrasse mit seinem linken Fuß um…sowas kenne ich ja

Mann der er ist, jammerte er fast gar nicht rum und glaubte, das würde schon gehen. Er hatte noch zwei Stunden Gelegenheit, im Auto den Fuß zu entlasten. Was aber nicht viel brachte, da ihm wohl eine Ader geplatzt ist. Sah Abends auch gar nicht gut aus.

Jedenfalls kam Jörg mit und humpelte entweder hinter uns her oder wartete in Cafés auf uns.

Vor der Ankunft hat der liebe Gott jedoch die Fahrt gesetzt. Und die führte uns durch unseren dritten Bundesstaat, Mississippi.

Der Bundesstaat Mississippi sollte uns jedoch nur als Durchgangsstation dienen, so wie Tage später auf unserer Reise auf eigene Faust.

Wie auch immer, nach kurzer Fahrt kamen wir dann in unserem vierten Bundesstaat an.

Auf der Interstate 10 w bekamen wir, noch sechs Jahre nach dem Hurrikan Katrina die Schäden zu sehen. Damals wurde die Zwillingsbrücke der I-10, die über den Lake Pontchartrain führt, zerstört. Nebenbei bemerkt ist diese Brücke die zweitlängste Brücke der Welt.

Wie Amerikaner nun mal so sind, wird daneben eine neue Zwillingsbrücke gebaut und die alte einfach stehen gelassen. Kostet auch nur unnötig Geld, die alte abzuwracken.

Nach knapp zwei Stunden kamen wir in New Orleans an und wir bewunderten unsere erste richtige amerikanische Großstadt-Skyline und die letzte beeindruckende Skyline in unserem Urlaub.

Netterweise verpasste Susanne die richtige Ausfahrt, was uns nicht nur zu einer Extra-Schleife veranlasste, sondern uns auch die Möglichkeit gab, noch ein halbwegs vernünftiges Foto von De Dome (Hallo Jana!^^) zu machen. Und wo wir gerade bei Superlativen sind. Laut Wikipedia besitzt der Superdome in New Orleans die größte Kuppel der Welt.

Als wir dann die richtige Ausfahrt gefunden haben, ging es auf den Cemetry No. 1, einem für New Orleans typischen Friedhof. Aufgrund des hohen Grundwassers werden dort seit jeher die Menschen überirdisch begraben.

Danach ging es dann Richtung French Quarter. Da Jörg ja etwas langsamer zu Fuß war, hatte ich genug Zeit, jeden Scheiß zu fotografieren, der mir vor die Linse kam. Irgendwann kamen wir beim French Market an, wo wir uns mit lauter Mitbringseln für die Daheimgebliebenen eindeckten. Unter anderem eine Schürze für meinen Vater, Gewürzen für Steffis Mutter und einem T-Shirt für unseren Neffen. So stand uns die Freude über den Erfolg für das nächste Foto ins Gesicht geschrieben.

Danach ging es wieder mal in einen Weihnachtsladen. Aber außer das er größer ist als der in Fairhope und um längen kitschiger, war der nicht besonders. Er fiel immerhin durch seine Außenfassade auf.

Wir gingen weiter Richtung Jackson Square und ließen uns vor der Saint Louis Kathedrale ablichten. Hier trennten wir uns von Jörg, der im Café du Monde auf uns warten wollte (gut das er was zu lesen dabei hatte…).

Wir bogen nach links ab, wo wir uns jemandem vorstellen wollten. Die gute alte Miss Issippi, die durch die Stadt fließt. 😉

Nachdem wir uns ausgiebig mit der alten Dame unterhalten hatten und die Leute um uns herum schon merkwürdig guckten, gingen wir kurz zurück, um uns im Café du Monde zu stärken. Natürlich mit Beignets und einem Kaffee (mit und ohne Lait). Die Sitzgelegenheit nutzten wir auch, um uns noch mal einzucremen.

Frisch gestärkt zogen wir weiter. Jörg trennte sich und humpelte schon mal ins French Quarter, wir schlugen einen Haken, um das einzige noch mit Dampf betriebende Schiff in New Orleans zu bewundern: Die Natchez.

Jetzt, wo wir das abgehakt haben, konnten wir Jörg ins French Quarter folgen. Über Toulouse ging es nach Chartres (jeweils die Street, nicht den Ort ;-))  ostwärts und wir staunten über die viele Live-Musik und den ganzen Menschen auf der Straße. Das war besser als wir uns je vorgestellt haben. Susanne wunderte sich ebenfalls, hatte sie New Orleans so noch nicht erlebt. Die Erklärung war einfach: Es war das Wochenende des French Quarter Festivals.

Da wir die ganze Zeit schlenderten wurden wir von anderen Leuten überholt. So weit, so unspektakulär. Bei einem Pärchen, das uns auf der St. Ann’s Richtung Bourbon Street musste ich jedoch ganz schnell mal den Auslöser drücken. Hatte die da Bierdosen in den Haaren, wie Steffi bemerkte? Und war das überhaupt eine Frau, wie ich bemerkte?

Wir bogen von der St. Ann Street ostwärts auf die Royal Street – ja, wir sind zickzack durchs French Quarter gegangen – wo weitere Bühnen aufgebaut waren und sich Bands am Straßenrand aufgestellt hatten. Auch Schauspieler liefen verkleidet rum oder standen, wie in diesem Fall, reglos da.

Übrigens habe ich diese Figur aus dem James Bond Film noch am intensivsten im Gedächtnis, daher auch meine nicht respektlos gemeinte Mimik im Vordergrund.

Kurz vor der St. Philip Street fingen wir Jörg ein. Die St. Philip gingen wir in nördlicher Richtung und ließen Jörg wieder alleine, der von dort aus schon mal Richtung Auto humpeln wollte. In der St. Philip wurden wir von einer Frau mit Ketten von einem Balkon aus beschmissen. Skandalös sowas. Ich reagierte sofort und fing die Ketten einfach auf. 🙂

Kurz dahinter war ebenfalls eine merkwürdige Frau, die zwar (in meinen Ohren) nicht gut auf ihrem Keyboard spielte, ihr mangelndes Talent aber mit Enthusiasmus locker wettmachte. Mit Erfolg, wie der „Klingelbeutel“ vor ihr beweist.

Dann waren wir endlich in der berühmtesten Straße New Orleans‘, der Bourbon Street. Jetzt, nach unserem Urlaub, wo ich mich hier und da schlau gelesen habe, macht das Foto von der Frau (?) mit dem Bierhaarschmuck auch Sinn. Denn die Ecke Bourbon Street/St. Ann, die sogenannte Velvet Line, ist die Grenze, ab der die Schwulenszene in östliche Richtung ihre Pubs (unter anderem Bourbon Pub) hat. Den Teil ab St. Philip bis St. Ann durchquerten wir todesmutig ahnungslos in westliche Richtung. Ich möchte an dieser Stelle noch mal eben auf meine unbegründete Homophobie hinweisen.

Endlich lag sie vor uns. Der sündige, heterosexuelle Teil der Bourbon Street. Die einzige Straße in Amerika, auf der der öffentliche Konsum von Alkohol (in Bechern, nicht Dosen oder Flaschen) erlaubt ist. Hatte fast schon was von Amsterdam. 😉

Wenn man glaubt, die Amerikaner wären prüde, dann stimmt das wahrscheinlich. Was aber in der Bourbon Street abgeht, passt so gar nicht zu diesem Bild. Und wir waren am frühen Nachmittag dort und nicht, als es dunkel war.

Ab der Conti Street haben wir die Bourbon Street verlassen und sind dann im zickzack-Kurs Richtung Nord-Ost aus dem French Quarter wieder raus und zu unserem Auto zurück. Nicht ohne noch das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen.

Zum Ende hin gaben wir etwas Gas, weil in der vorderen Körpermitte Druck auf eine ganz bestimmte Region ausgeübt wurde. Kurz vorm Auto holten wir sogar noch Jörg ein, der froh war, endlich wieder sitzen zu können. Als erstes wurde der nächstbeste Laden angesteuert, der eine Toilette aufweisen konnte. Es war ein McDonalds. Das einzige Mal während wir in den Staaten waren, dass wir ein McDonalds betreten haben. Da man was kaufen muss, um das stille Örtchen aufzusuchen, sorgten wir gleich mal für Nachschub für die Blase. 😉

Auf dem Weg nach Hause war eine ganz besondere Route geplant. 25 Meilen entlang der Golfküste entlang fahren. Dafür sind wir (Susanne, berichtige mich, wenn ich falsch liege!) die US 43 nach Süden und mit der 90 ostwärts über die Bay St. Louis gefahren. Ab da führt die Straße direkt am Golf bis nach Biloxi. Eine wunderschöne Tour. Zwischen Pass Christian und Long Beach hielten wir kurz an, um unsere Füße ins Meer zu halten. Nein, das hat nichts mit Reviermarkierung zu tun. 😉

Ob auf unseren Füssen ein Fluch liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sich, kaum das wir wieder im Auto saßen, die Wolken ankamen und die Sonne bedeckten. Scheint vielleicht wirklich ne unheilvolle Kombination zu sein. Sobald unsere Füße Wasser des Golfs von Mexiko berühren, ziehen Wolken auf. Haben wir noch niemandem verraten, weil wir bis dato selber nichts davon wussten…

Auf jeden Fall eine schöne Strecke, die man auch gut im Cabrio genießen kann. Oder seinen Kindern auf der Ladefläche des Pickups gönnen sollte.

Kaum das wir durch Long Beach durch waren, hier ist Name noch Programm, standen wir in einem ordentlichen Stau. Erst dachten wir noch, es hätte einen Unfall gegeben, weil wir bei der nächsten Kreuzung von weitem Blaulichter sehen konnten. Die Polizei war aber nicht mit einem Unfall beschäftigt, sondern damit, die Abbiegemöglichkeit zu sperren, so dass wir (und alle anderen) dem Stau nicht entkommen konnten.

Dafür hatten wir Gelegenheit, einige heftigst aufgemotzte Karren zu fotografieren. Die tauchten auf einmal in einer Frequenz auf, dass das kein Zufall mehr sein konnte.

Aber auch Motorräder gab es das eine oder andere Mal zu bestaunen. Wie eine Harley Davidson „Blues Brothers“ Fan Edition.

Oder drei (3!) Hayabusa-Maschinen.

Vor allem fiel uns jedoch der gestiegene Anteil der afroamerikanischen Menschen auf, die am Straßenrand flanierten. Überhaupt stieg die Zahl der Fußgänger, bis es geradezu Horden waren, die am Straßenrand lang liefen.

Okay, der Anteil der Schwarzen in den Südstaaten liegt bei ca. 50%. Der Anteil der Schwarzen am Straßenrand betrug nach unseren Schätzungen ca. 98%. Was ist hier los?

Wie sich später, um genau zu sein, in Beloxi, rausstellte, war eine Kirmes oder sowas in der Art. Ob die nur für die Afroamerikaner war, hat sich für uns nicht erschlossen. Wir waren sowieso damit beschäftigt, deren gepimpten Autos zu fotografieren. Oder sie um ihre selbstbewussten Frauen zu beneiden.

Angeblich liefen die ganz schrecklich herum. So würde eine Frau nicht rumlaufen…Schade eigentlich. 😉

Hab ich halt irgendwie nicht verstanden. Ob das am mittlerweile nasskalten Wetter lag? Kurz vor Beloxi hatte es ganz leicht zu nieseln angefangen und die Temperatur sank von ca. 30 auf 22 Grad. Nicht unbedingt das Wetter, um im Bikini rumzulaufen.

Jedenfalls hatten wir mal wieder länger gebraucht als eigentlich geplant und kamen am frühen Abend, es war schon 18 Uhr durch, in Mobile an. Dort stand neben uns an der Kreuzung ein ganz besonderer Hot Rod. Das beste Beispiel, dass die inneren Werte zählen und nicht das Äußere.

Kaum angekommen, ging es nach kurzem Umziehen gleich wieder weiter (Armer Jörg). Denn die beiden wollten uns, anlässlich Steffis Geburtstag ins Texas Roadhouse einladen. Und wie in Amerika üblich, reserviert man sich keinen Tisch, sondern bekommt eine Nummer und wird dann, sobald ein Tisch frei wird, zum Tisch geführt. Und zwar von der Bedienung, die einen den ganzen Abend bedient.

Beim Italiener gibt es als kleinen Gruß aus der Küche Bruschetta oder Knoblauchbrot mit Pesto. Bei den Amerikanern gibt es kleine Brötchen mit – Achtung Katrin, das ist nichts für Dich – Zimtaufstrich. Kein Scherz. Mit Zimt sollten wir ein paar Tage später noch ein weiteres Zusammentreffen haben. Anscheinend haben die Amerikaner ein Faible für Zimt. Oder für Weihnachten und erinnern sich darüber an die Weihnachtszeit. Mal bei Gelegenheit im Blog „USA erklärt“ nachfragen.

Ich gönnte mir einen Burger und verpasste damit DIE Gelegenheit, ein echtes amerikanisches Steak zu essen. Aber die waren verdammt teuer und wenn ich eingeladen bin, dann achte ich einfach auf den Preis und esse schon aus Prinzip nichts Teures. Vielleicht beim nächsten Besuch in den USA. 😉

Als wir wieder zu Hause waren, kühlte Jörg erstmal seinen Fuß. Doch der war schon ordentlich angeschwollen. Kein Zweifel, die nächsten Tag würde er davon noch was haben…

Flittern in sweet home Alabama (5) – Neuer Bundesstaat, neues Glück?

Für diesen Tag war außer dem Strandbesuch in Pensacola, Florida so gar nichts geplant. Aber wir waren vorbereitet. Die Wettervorhersage versprach strahlenden Sonnenschein bei 27 Grad Celsius (86 Fahrenheit). Ich in meiner neuen Badehose durfte uns dann nach Florida kutschieren. Schließlich musste ich ja vor unserer geplanten Fahrt wenigstens mal selbst gefahren sein. Knapp 80 Meilen, davon fast 60 Meilen auf der Interstate 10. Kein Problem, wir hatten die ersten Tage ja die Infos meiner Cousine wie ein Schwamm aufgesaugt. Und Automatik kenne ich als Taxifahrer ja auch.

Nach gut anderthalb Stunden waren wir da, doch was begüßte uns, als wir die Pensacola Bay überquerten? Nebel, vom allerfeinsten. Die Sicht bescheiden und von der Sonne war gar nichts mehr zu sehen.

Wenigstens war es warm, wenn auch der Wellengang wie am Vortag nicht ohne war. Wieder waren gelbe Flaggen gehisst. Ein elektronisches Schild informierte darüber, dass der Gang ins Wasser mit der erforderlichen Vorsicht zu erfolgen hat. Wir schlugen unsere Zelte Stühle vor dem Lifeguardhäuschen auf und bestaunten erstmal die Wellen.

Wie gesagt, warm war es ja und irgendwann hatte sich der Körper auch so weit aufgeheizt, dass man sich auch mal abkühlen konnte. Wind war diesmal nämlich kaum da, Sonne aber auch nicht. Was den Vorteil hatte, dass wir auf das eincremen mit Sonnenschutz verzichtet haben. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.

Naja, wir dann mal mutig in die Wellen, die es echt in sich hatten. Vorher hatten wir schon gesehen, dass die Lifeguards Schwierigkeiten hatten, bei der schlechten Sicht alles im Blick zu haben. Deshalb hatten sie auch intensiven Gebrauch ihrer Trillerpfeife gemacht, falls jemand der Meinung war, aus dem Blickfeld der Lifeguards zu schwimmen. Das haben wir uns erst gar nicht getraut, weil die Wellen ordentlich Dampf hatten. Zwar stieg die Wassertiefe nicht stark an und ich konnte nach gut zwanzig Metern noch stehen. Aber die Wellen zogen einen dann schon kräftig aufs Meer wieder hinaus, was nicht zur Sicherheit beitrug.

Aber es hat richtig Spaß gemacht, im Wasser zu planschen. Vom Salzgeschmack mal abgesehen. Der war dann doch irgendwie uncool. Das Spiel mit den Wellen, keine Schönheit ohne Gefahr, war jedoch richtig spaßig. Ich mein, sonst hätten wir auch in den Pool gehen können. 😉

Wie gesagt, ganz ungefährlich war es nicht. Die Lifeguards mussten dann noch vor unseren Augen raus, weil eine Gruppe von kleinen Kindern drohte abzutreiben. Die Mutter stand am Rand, während der Lifeguard in Aktion von Steffi auf Polaroid Bild festgehalten wurde. Ob es wegen der Aktion war oder einfach nur, weil der Lifeguard so knackig war, überlasse ich der Urteilskraft der weiblichen Mitleser.

Er hatte auf jeden Fall seine liebe Mühe, alle Kinder wieder einzufangen, was Steffi Gelegenheit gab, mehrere Bilder zu machen. Letztendlich hat er den Flohzirkus wieder eingefangen und die Kinder eine lehrreiche Lektion auf den Weg bekommen. Und die Mutter bekam auch noch grundlegende Dinge für den Strandbesuch erklärt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde es schon wieder recht frisch, weil dann doch der Wind sich entschied, vom Meer kalt rüberzublasen. Zeit für uns, unsere sieben Sachen zu packen und den Heimweg anzutreten. Auf den Weg nach Hause fiel uns dann unsere gerötete Haut auf. Besonders mich hatte es erwischt, wohl deshalb, weil ich verächtlich die Sonnenschutzcreme beiseite schob.

„Die brauch bei dem Nebel eh keiner.“

Merke: Auch bei Nebel kann man einen Sonnenbrand bekommen.

Nach unserer Ankunft in Mobile wenigstens fleißig mit After-Sun-Gedöns eingerieben und damit die Auswirkungen des Sonnenbrands etwas in Zaum gehalten. Der Rest des Abends ging dann mit Kochen – jaha, nicht nur Fastfood als Grundlage der Ernährung! – Lesen, Chillen und Schnacken drauf. Jetzt waren wir auch langsam im Rhythmus drin und Jörg hatte auch Wochenende. Genug Gelegenheit also, auch mal länger zu schnacken.

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Flittern in sweet home Alabama (5) – Neuer Bundesstaat, neues Glück?

Flittern in sweet home Alabama (4) – Nordsee gegen Golf von Mexiko

Der erste Tag, an dem wir halbwegs uns an den neuen Sonnenstand gewöhnt hatten. Dafür war mein Hals dicker geworden. Wie gesagt, unter dem Ventilator zu pennen ist nicht sooo empfehlenswert, wenn man es nicht ab kann. Und ich bin auch nicht aus so hartem Holz wie Janek geschnitzt. 😉

Heute sollte dann der für mich langweiligste Tag im Urlaub werden. Die Frauen hatten eine Tour zum Tanger-Outlet in Axel Foley geplant. In den USA soll man ja so günstig Klamotten bekommen und das wollte sich Steffi nicht entgehen lassen. Und meine Cousine hatte noch reichlich Coupons gesammelt („Amerikaner lieben Coupons“).

So machten wir uns vormittags auf den Weg und hatten Gelegenheit, die beeindruckende überwältigende für amerikanische Verhältnisse mickrige Skyline von Mobile zu fotografieren.

By the way. Mobile wird nicht wie das amerikanische Wort für Handy, als Mobeil ausgesprochen. Es wird auch nicht, wie ich fälschlicherweise verbreitet habe, Mobl ausgesprochen. Es wird schlicht und ergreifend Mobil ausgesprochen. Das nur mal zur Info.

Auch an unserem vierten Tag in Mobile lernten wir einiges über den Verkehr auf Amerikas Straßen. In Alabama ist es z.B. erlaubt, rechts zu überholen. Es wird zwar für langsam fahrende Fahrzeuge empfohlen, rechts zu fahren. Aber es wird auf deutschen Straßen auch empfohlen, 130 km/h zu fahren. Die Wirkung ist hüben wie drüben gleich Null. Und deshalb wird der schwarze Pickup in wenigen Sekunden den weißen Pickup überholen. Und das ist vollkommen in Ordnung dort.

Auf dem Weg nach Foley bekam ich noch folgendes Bild vor die Linse:

Ich sag ja immer: Was den Amerikanern seine Waffengesetze, sind dem Deutschen sein Recht auf freie Fahrt auf deutschen Autobahnen. Beides tötet Menschen und beides wird mit den irrsinnigsten Argumenten verteidigt.

Und ja, bei Walmart kann man immer noch Munition für seine Waffen kaufen…

Aber wir die Mädels wollten ja Klamotten kaufen. Kaum angekommen, ging es auch schon ins erste Geschäft. Ich entdeckte beim gelangweilten Herumschlendern eine Cargo-Hose für 15 $. Plus 10% Tax und minus den 20% Coupons…hmmm. Macht einen verdammt guten Preis. Nehme ich doch einfach mal mit. Steffi erstand ein Oberteil mit Rolling Stones Zunge drauf und eine kurze schwarze Hose.

Im Anschluss ging es ins Pac Sun, wo ich mir, wie vom Tag erwartet, die Beine in den Bauch stand. Leider ohne, dass Steffi Erfolg hatte. Die Hosen dort passten irgendwie nicht.

Danach drehten wir im Inner Circle so unsere Runde und wurden nicht wirklich weiter fündig. Außer in einem Laden, wo ich zwei coole T-Shirts ausmachte. Eines mit dem Aufdruck „black and yellow“, passenderweise in gelb auf schwarzem Grund und dann noch, wir kennen es alle, dem Aufdruck „Legendary„. Steffi konnte immerhin noch einen Schal abstauben und ein Oberteil für ihre Schwester war auch gefunden.

Im Outlet von Calvin Klein wurde mir das erste Mal klar, wie günstig die Klamotten eigentlich sind. Schade, dass es bei Calvin Klein so gar nichts schönes gab. Als wir dann aber den Shop von Tommy Hilfiger betraten, muss es bei mir irgendwie *klick* gemacht haben. Auf jeden Fall staubte ich dort eine Jeans und ein cooles Shirt ab und bezahlte einen Witz dafür.

Kleine Rechnung: Die Jeans war runtergesetzt auf 35 $. Darauf kamen noch 40% Rabatt. Minus 20% vom Coupon.  Macht nach meiner Rechung keine 17 Dollar. Dann noch 10% Tax wieder raus, sagen wir 18,50 $. Jetzt ziehen wir 25% ab, dann hat man den Preis in Euro, also ca. 14 Euro. Für ne Hilfiger-Jeans made in China. Komischerweise kassierte der Angestellte noch mal weniger, als den von uns ausgerechneten Endpreis. Mir war es recht, sollte aber keine Ausnahme bleiben. Fast immer zahlt man weniger als selbst ausgerechnet. Das nenne ich Service. 🙂

Jetzt war ich heiß. Erstmal ein Blick auf die Infotafel…

Ich brauchte noch unbedingt neue Schuhe. Fündig wurde ich bei Skechers, wo man, auch typisch für Amerika, das zweite Paar Schuhe für die Hälfte bekam. Und die waren schnell gefunden. 😉

Steffi, nun ja, ging leer aus. Aber darauf konnte ich, einmal dem Kaufwahn verfallen, keine Rücksicht mehr nehmen. Susanne erzählte uns von irgendwelchen In-Marken. Ich bin ja schon froh, dass mir der Name Tommy Hilfiger was sagt. Sie erklärte uns, dass American Eagle in Europa wohl total angesagt wären. Also rein in den Laden. Die Sachen waren zwar ganz nett, aber T-Shirts, Hosen und Schuhe hatte ich nun und brauchte ich nicht mehr. Egal wie „in“ gerade irgendeine Marke ist.

Doch dann sah ich die Umhängetasche, die mir sofort gefiel. DIE musste ich einfach haben. Und *zack* gekauft. Steffi schoss dann noch ein wirklich schönes Oberteil dort, dass ihr verdammt gut steht.

Kaum raus, ging es in den nächsten Laden, wo einer DER In-Marken verkauft wurde – Aeropostal. Kannte ich auch nicht, aber um mich ging es nicht mehr. Jetzt sollte Steffi noch ne schöne Hose finden. Doch ich war es, der noch eine Hose fand. Eine Badehose. Die musste ich einfach haben…okay, musste ich nicht, aber hallo…Kaufwahn!

Nun war ich wirklich komplett neu ausgestattet. Steffi dagegen war angesichts meiner Erfolge etwas traurig. Klar, sie freute sich für mich, weil der Tag nicht wie befürchtet, total langweilig für mich war. Aber ne neue Hose hätte sie schon noch gerne gehabt. Und die sollte sie bei Pac Sun dann doch noch finden. Im ersten Laden, wo sie bereits Hosen anprobiert hatte, fand sie dann doch noch ein edles Teil, dass ihr auch gut stand.

Und so konnten wir unseren gemeinsamen Erfolg gebührend im Waffle House feiern. Im Waffle House sitzt man so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, auf Bänken am Fenster und wird, wie man es aus den Filmen auch kennt, bedient. Dort aß ich meinen ersten Burger in Amerika. Und sollte Lust auf mehr bekommen. 🙂
Frisch gestärkt ging es weiter südlich nach Gulf Shore. Der Name war Programm, erstmals waren wir direkt an der Küste zum Golf von Mexiko. Und konnten das warme Wasser genießen, was erst in ein paar Monaten an der Nordsee ankommt. 😉

Und nein, dass Wasser war nicht deshalb warm, weil wir da reingep….wie auch immer. Ganz ehrlich waren wir auch nur kurz mit den Füßen im Wasser, denn der Himmel war wie an der Nordsee  bedeckt. Und für mehr als sitzen hat es einfach nicht gereicht. Die Freude, an der Golfküste zu sein, war aber groß. Wie unschwer zu erkennen ist.

Wie gesagt, lange blieben wir nicht, weil der Wind recht frisch war und ich sowieso schon angeschlagen. Und meine freudige Erregung über die erfolgreiche Einkaustour wollte ich mir nicht vom Wind wegblasen lassen. Im nächsten Bild kann man dann auch erkennen, dass es nicht ratsam war, ins Wasser zu gehen.

Die gelbe Fahne ganz links deutet schon unruhiges Meer an. Das keiner im Wasser war, haben wir dann fälschlicherweise auf die gelbe Fahne bezogen, was natürlich quatsch ist. Klar kann man ins Wasser, man sollte jedoch die entsprechende Vorsicht walten lassen.

Nicht lange und wir gingen wieder den Heimweg an, nicht jedoch ohne uns mit Postkarten einzudecken. Der eine oder andere wollte ja noch ne Karte haben.

Auf dem Rückweg bestaunten wir noch einen nicht ganz so üblichen Eingang.

Ein kleiner Umweg über eine amerikanische Apotheke wurde noch gemacht und während Susanne irgendwelche Medikamente abholte, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Fotos. Pharmama hat auch schon ne Mail bekommen. 😉

Kaum zu Hause angekommen, wurden unsere Trophäen ausgebreitet und abgelichtet.

Ach ja, die Kopfschmerztabletten haben wir ja auch noch bei der Apotheke geschossen.

Der Abend verlief jedenfalls wie üblich. Lagerbier, Küchentisch, kennen lernen über nette Unterhaltung. 🙂

Veröffentlicht in Reise. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Flittern in sweet home Alabama (4) – Nordsee gegen Golf von Mexiko

Urlaubsvorfreude

Heute um viertel nach sechs war es so weit. Steffi und ich haben unseren ersten gemeinsamen Urlaub gebucht, der uns mal so richtig weit weg bringt. Nach vielem Hin und Her ist es nun doch die Türkei, eine Woche lang. 🙂

Und seit dem ist Vorfreude angesagt. So hat die verschobene Hochzeit auch was gutes.

Nur eins beunruhigt mich noch etwas. Nein, nicht die Bewertungen im Internet. Die sind mir schnuppe. Es wird sich doch eh immer lieber beschwert, als positiv geäußert. Und wenn das Essen scheiße ist, dann gehen wir halt woanders essen. Hauptsache Strand, Sonne, Meer und andere Luft.

Nein, was mir Sorgen macht ist der Flug. Ich bin erst einmal geflogen als ich elf Jahre war und seitdem ist meine Höhenangst nicht besser geworden. Wobei, wenn man erstmal oben ist, dann sieht es aus wie bei Google Earth. Das Hochkommen bereitet mir Sorge…

Aber ich habe ja Steffi dabei. 😉

Veröffentlicht in Ausflug. Schlagwörter: , , , , , , , , . Kommentare deaktiviert für Urlaubsvorfreude