Kleine Amerika-Nachlese (2)

Was man hier über Amerika weiß, ist die Tatsache, dass die Amis viel Wert auf freie Meinungsäußerung legen. Das geht sogar so weit, dass dort die Rechten ihren braunen Scheiß ungestraft publizieren und auf die Straße tragen dürfen. Oder die fundamentalistischen Christen ihre Meinung über die gottlose Homosexualität und die besten Bestrafungen dafür auf Schildern schreiben und mit diesen Schildern rumlaufen dürfen, ohne das sich jemand daran stört.

Denn mal ehrlich: Klar habe ich was gegen das Nazipack, dass bei uns rechtzeitig zur Wahl in drei Meter Höhe ihre Freiheit nutzt um gegen die Freiheit von Menschen mit anderer Herkunft als Deutschland zu wettern und ihnen die Schuld für alles zu geben. Aber eine aufgeklärte Gesellschaft sollte doch darüber stehen, denn Spinner hat es überall. Der eine weiß auf den Tag genau, wann die Welt untergeht und der andere glaubt fest daran, dass in Deodorants Bestandteile sind, die in unser Gehirn eindringen um uns zu manipulieren.

Nun gut, unsere Gesellschaft ist genauso wenig aufgeklärt wie die amerikanische, was aber an dem zum Kapitalismus gehörenden Mediensystem liegt, dass die Pressefreiheit nicht mehr in dem Maße verdient hat, solange es wirtschaftliche Interessen mehr unterliegt als der freien Informationsaufklärung, die es eigentlich als vierte Gewalt im Staate haben sollte.

Aber ich schweife gerade irgendwie ab. Der Punkt ist, der Frau im folgenden Bild stimme ich im vollen Umfang zu:

Krebs ist Scheiße! Wie wahr!

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Wes‘ Kind ich bin, des‘ Lied ich sing

Letzte Woche beim Polterabend wurde kurz ein Thema aufgegriffen, auf das ich noch mal zurückkommen möchte.

Einer der Gäste war der Meinung, dass die Musik aus den Sechzigern und Siebzigern die Beste ist. Das ist natürlich eine rein subjektive Meinung. Mit meiner Ansicht, dass die Musik der Achtziger die Beste ist, stehe ich auch meist alleine da. Der Gast, der das behauptet hat, ist Mitte Sechzig und damals mit der Musik groß geworden. Nicht anders ist es bei mir mit Musik aus den Achtzigern und Neunzigern.

Im Unterschied zu den beiden älteren Dekaden haben die Achtziger und Neunziger aber ein anderes grundlegenderes Problem: Die Kommerzialisierung.

Ich persönlich hatte nie einen richtigen Zugang zur Musik älterer Generationen. Bis auf  die „Doors“ und die „Beatles“ blieben die meisten Bands außerhalb meines Interesses. Natürlich gibt es viele Lieder, die ich kenne und die ich auch mag, aber ich kann nicht behaupten, dass es zu meiner Lieblingsmusik gehört (mit Ausnahme der beiden eben genannten). Zum Beispiel habe ich nie den Hype über Led Zeppelin verstanden, die mir in ihrer Art viel zu indirekt sind/waren. Hier noch ein Solo, da noch ein ungewöhnliches Instrument reingebracht. Aber richtig aufm Punkt kommen die nie.

Und was wollen sie mir überhaupt sagen? „Stairway to heaven“ als Beispiel. Hat Plant da erstmals Gras geraucht und war so was von weg, dass er auf diesen Text kam?

Ich mag Musik, die aufm Punkt kommt. Schnell, direkt und gerne mit einer Aussage, die mich auch mal zum Nachdenken bringt, weil sie meine Verhaltensweisen in Frage stellt. Und nicht, wo ich erst Nachdenken muss, was für ne Metapher da gerade wieder gemeint ist.

Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger gab es kurz eine Phase, in der klar gemacht wurde, dass jeder Musik machen kann, wenn er es will. Jeder kann Idol sein, viele wollten es aber gar nicht. Am Ende wurden aber die berühmt, die bereit waren, sich als Idol verkaufen zu lassen. „Nena“, „Die toten Hosen“ oder „Duran Duran“ zum Beispiel. Die Idee starb bis zum Aufkommen der Elektro-Szene fast vollständig aus. Es wurden nur Musiker gehypt, die bereit waren, dem aktuellen Trend mitzumachen, ohne das die Produzenten der Major-Labels überhaupt verstanden haben, was sie da genau für Musik verkaufen. Daher war die „Neue Deutsche Welle“ auch so schnell wieder untergegangen.

Dann flackerte die Erkenntnis der „Musik von Jedermann“ mit elektronischer Musik noch mal richtig auf, weil man nicht mal mehr Instrumente brauchte um Musik zu machen. Doch die Musikindustrie ließ sich nichts von ihrem Kuchen nehmen und kommerzialisierte auch diesen Bereich.

Seitdem habe ich in der Musik nichts neuartiges, revolutionäres mehr erlebten dürfen. Retortenmusik allenthalben, egal ob es Pop, Rock, Elektro, Hip-Hop oder Metal ist. Es werden heutzutage Musiker als revolutionär gefeiert, die das Musikbusiness verstanden haben und ihren Vorteil daraus ziehen, wie „Lady Gaga“. Aber das ist im Vergleich zu „Elvis Prestley“ oder den „Beatles“ nichts wirklich revolutionäres. Es bewegt nicht die Jugendkultur in dem Sinne, dass es gegen etwas aufbegehrt, sondern es lässt sie noch dichter in der Marketing- und Mode-Maschinerie wachsen. Eine Symbiose von unterschiedlichen Geschäftsbereichen (Mode und Musik), die übrigens auch in den Achtzigern ihren Anfang nahm.

Wenn ich also sage, dass ich die Musik der Achtziger und Neunziger mag, dann nur deshalb, weil ich mit ihr aufgewachsen bin und dort auch stark differenziere. Niemals würde ich „Nena“ oder „Michael Jackson“ als meine Lieblingsmusik bezeichnen – sollte ich das jemals tun, ruft die Polizei, denn ich bin dann in Gefahr! Musik, die festgefahrene Strukturen aufbricht, zählt dagegen definitiv zu meinen Favoriten.

Aber ich kann gut verstehen, wenn jemand sagt, dass in den Sechzigern die beste Musik gemacht wurde. Wenn diese Meinung ebenfalls eine gewisse Kritikfähigkeit beinhaltet. Denn in den Sechzigern war auch nicht alles Gold was glänzte. Und in den Siebzigern schon gar nicht. Und auch heute wachsen ja noch Menschen mit aktueller Musik auf. Weil sie deren Kinder sind.

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Wo gehe ich lang?

Über Ulf bin ich gerade auf den „Politischen Kompass“ gestoßen. Musste ich ja gleich mal ausprobieren, wo ich mit meiner politischen Meinung so stehe.

Ich gebe zu, überrascht bin ich vom Ergebnis nicht. Ist aber schön zu sehen, dass ich mit meiner Meinung im wahrsten Sinne des Wortes zu einer „Randgruppe“ gehöre. Und Englisch habe ich bei der Gelegenheit auch gleich gelernt. 😉

WikiLeaks

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