Zuverlässig

Letzte Woche waren Steffi und ich bei einem Arbeitskollegen, genauer gesagt, einem meiner zwei „Meister“ aus der Ausbildung. Der wurde vor einem Jahr Vater eines Sohnes und rief mich kurz vor der Geburt von Nicolas an, um mir mitzuteilen, dass wenn wir Klamotten bräuchten, wir sie gerne von ihm haben könnten. Das passte ganz gut, weil sein Sohn auch im März geboren ist, und man größentechnisch die passenden Klamotten für die Jahreszeiten bekommen konnte.

Letzten Dienstag waren wir also da und staubten für kleines Geld ordentlich(e) Klamotten ab. Steffi nahm noch einen Tragegurt für die ersten Monate mit, damit sie beim Einkaufen nicht den großen Maxi-Cosi schleppen muss. Und der sollte noch am selben Tag zum Einsatz kommen.

Nach zwei schönen Stunden mit Kaffee, Kuchen und Unterhaltung fuhren wir wieder Richtung Heimat. Einen kurzen Abstecher bei dm wollten wir noch machen, da wir nach wochenlanger Testphase uns für ein Babypulver entschieden haben. Es war nicht allzu teuer, klumpte nicht und schien den Kleinen auch gut zu sättigen. Und es wirbt mit Bio auf der Verpackung. Vor allem aber haben wir die Inhaltsstoffe sehr genau verglichen und das Pulver war der beste Kompromiss.
Jedenfalls hüpfte ich bei dm rein, versorgte mich mit dem Pulver und hüpfte wieder raus und rein ins Auto. Schlüssel umgedreht und…nichts. Also rein gar nichts! Kein Anlasser, kein Birnchen das brennt. Nüscht! Das ganze noch mal wiederholen, gerne auch mit ohne Verbrauchern. Ergebnis: Dasselbe. 😦
Flugs den Motorraum gelüftet und wissend hingeschaut ohne zu wissen, was man damit bezwecken will. Außer etwas zeitlichen Aufschub, um das Schlüsseldrehspiel noch mal zu spielen. Leider habe ich wieder verloren. Also aussteigen, Sachen schnappen und nach Hause laufen. Aber den Maxi-Cosi unterm Arm? Das könnte zum eher nicht so populären Gorilla-Look führen, was wir unseren Armen nicht antun wollten. Doch hey! Wir hatten doch den neuen Tragegurt dabei. Also gleich mal ausprobieren. Manchmal muss man zu etwas gezwungen werden. 😉

Auf dem Weg nach Hause kommt man am Autohaus Engelbart vorbei, wo ich vor über sieben Jahren meinen lieben Toyota gekauft habe, und der mich bis zu diesem Tag nicht im Stich gelassen hatte. Wir kehrten dort ein um unser Leid zu klagen. Dort stellte man uns einen Mechaniker zur Seite, der mich zurück zu meinem Auto brachte, während Steffi das schöne Wetter und den Tragegurt genoss und nach Hause spazierte.
Beim Auto angekommen, machte der Autoflüsterer auch das Schlüsselspiel und bestätigte die Vermutung, die im Autohaus schon verlautet wurde: Die Batterie.
Selbige wurde also ausgetauscht und ich und mein Auto wieder auf die Gemeinheit losgelassen. 🙂

Womit für mich klar ist: Nicht mein Auto, sondern die Batterie hat mich im Stich gelassen!
Und der Tragegurt war neben der Batterie die sinnvollste Anschaffung des Tages.

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Aus alt mach neu

Gestern war der letzte Durchgang der Delmenhorster Vereinsmeisterschaften. Also im Kegeln. (Hier gehen die meisten auf dem virtuellen Internetboulevard wohl weiter. Hier gibt es nichts zu sehen…)

Als Titelverteidiger lag ich in diesem Jahr nach dem dritten Durchgang überraschend in Führung. Überraschend deshalb, weil ich meine Wurftechnik angepasst habe und da noch reichlich unkonstant daher komme.
Die Konstellation vor dem letzten Durchgang war wie folgt:
Meine Durchtriebenheit an der Spitze, mit sieben Holz Vorsprung und Streicher 24 (dazu eine Erklärung: Das schlechteste Ergebnis wird ab dem dritten Durchgang aus der Wertung genommen. Jeder Kegler hat ein Streichergebnis.)
Der Zweitplatzierte Stefan Willems, mein Mannschaftskollege und Tandempartner hatte einen Streicher von 31 Holz. (Deshalb die Erklärung gerade, weil diese sieben Holz Differenz NICHT vom Streicher kommen, sondern von den anderen, gewerteten Ergebnissen.)
Der Drittplatzierte Nils Dittmar lag wiederum 13 Holz zurück. Sein Streicher lag bei 28 Holz.
Und dann war da noch der Vierte im Bunde, Marc Redmann, der bei einem Durchgang nicht dabei war, weshalb er einen Nuller als Streicher fest hatte.

Wer glaubt, dass war kompliziert, der sollte nicht weiterlesen. Was jetzt kommt, könnte das Denkvermögen des Lesers übersteigen (oder ich kann schlecht erklären, aber DAS ist wohl eher unwahrscheinlich…^^)

Marc kegelte so lala und kam mit 27 Holz ins Ziel. In der Gesamtwertung standen 124 Holz für ihn auf dem Konto. Damit blieb er, so viel sei verraten, auf dem vierten Platz.
Ich spielte mir 21 Holz zusammen und mein erster Gedanke war: „Mit dieser Leistung heute hast Du Dir den Meistertitel nicht verdient.“
Stefan Willems war komplett neben der Spur und unterbot mein schlechtes Ergebnis sogar. Er kam auf 12 Holz. Das bedeutet, dass er, genau wie ich, gestern einen neuen Streicher hatten. Damit sind unsere oben genannten Streicher hinfällig und er hatte auf einem Schlag seine sieben Holz Rückstand aufgeholt. Damit lagen wir in der Addition gleich auf. 135 Holz für jeden.
Nils Dittmar kegelte als einziger von der Spitzengruppe halbwegs normal und kam auf 36 Holz. Damit überbot er sein Streicher von 29. Da meine 24 Holz nun gezählt wurden, Nils diese mit 36 Holz um 12 überboten hatte, hatte er von den 13 Holz Rückstand genau 12 Holz aufgeholt. Ein Holz zuwenig, um ebenfalls auf 135 zu kommen.

Doch wer war nun Meister? Stefan Willems oder ich? Die Bestimmungen sehen vor, dass das bessere Ergebnis beim letzten Durchgang als Entscheider gewertet wird. Und da war ich mit meinen 21 Holz ja besser als mein SG-Kollege. Und somit alter und neuer Vereinsmeister Herren in Delmenhorst. Und hätte Nils nur ein einziges Holz gestern mehr geschoben, dann wäre er jetzt Meister. Knapp war es also!

Hier für alle Interessierten die Ergebnisse.

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Danke Jungs

Ein Wochenende muss nicht immer erholsam sein. Und das kann man von diesem auch nicht behaupten.

Samstag, 9 Uhr in Delmenhorst:

Der Erzeuger trifft ein, wir packen die Sachen in mein Auto, legen eine zusammengestellte Meister-CD ein und fahren janz balante die A1 Richtung Süden. Kein Stau, Regen oder sonstige Hindernisse. Um kurz vor elf machten wir noch eine kleine Tank- und Pinkelpause und schrieben meine Nichte über Facebook an, dass wir in gut 20 Minuten eintreffen würden.

20 Minuten später standen wir bei Alisa vor der Tür. Und standen vor verschlossener Tür. Nach zwei- oder dreimaligem Klingeln tat sich nichts und wir gingen davon aus, dass das gesamte Haus unterwegs ist. Wir hatten uns ursprünglich ja für 12 Uhr angemeldet. Von daher stellten wir uns ans Auto und schnackten noch etwas. Nach knapp fünf Minuten gingen dann doch die Rolladen hoch und Alisa gewährte uns Einlass.

Eigentlich wollten sie ja nicht am Vortag übertreiben. Eigentlich… 😉

Nach einem kurzen Imbiss ging es los. Da ich außer den Westfalenhallen keinen wirklichen Plan hatte, nahmen wir Alisas Vorschlag dankbar an. Die wollte uns zum Borsigplatz führen. Das war vom Hauptbahnhof gut zu Fuß zu erreichen, nur leider war dort überhaupt nichts los.

Das wollten wir ja auch nicht, also sind wir mit dem Bus wieder zum Bahnhof zurück und von dort aus in die Stadt. Dieser Umweg kostete uns eine gute Stunde und somit waren die Möglichkeiten, einen trockenen Sitzplatz zu ergattern bei Nullkommanullpointnull. Da war es bereits drei Uhr und unsere Kehlen schrien nach Flüssigkeit.

Wir tingelten in der Innenstadt herum und suchten verzweifelt eine Örtlichkeit

– mit Blick auf eine Leinwand, wo das Spiel übertragen wird (oder die Chance darauf hat, einen Blick zu erhaschen)

– wo man trocken bleibt (oder die Chance darauf hat)

– wo man regelmäßig was zu trinken bekommt (oder die Chance darauf hat)

– und sitzen kann.

Und zwar in der Reihenfolge.

Als die Hoffnung schon aufgegeben wurde, es war halb vier und die Stadt pickepacke voll, kamen wir an einer Tapas-Bar entlang, wo unter einer überdachten Fläche vier freie Sitzplätze waren. Die Außenfassade bestand aus großen Glasfenster (und Türen), drinnen eine große Leinwand, auf die wir direkt schauen konnten (wenn das Volk innen sitzen blieb) und draußen huschte eine Kellnerin rum. Da bekam man glatt Pipi in den Augen vor so viel Glück.

Die Kellnerin kam und ich gleich

Zwei Weizenbier bitte. Und was trinkt ihr?

Das erste Glas Der erste Becher sollte erstmal die drohende Dehydrierung verhindern. Nur so viel: Es war ganz schön knapp. 😉

Was zu futtern bestellten wir auch noch, während wir uns auf das Spiel konzentrierten. Unser Interesse ließ nach dem Führungstreffer der Hessen dann etwas nach, aber dank der Aufholjagd der Borussen konnte ein schöner Saisonausklang gefeiert werden. Gegen sieben Uhr, mittlerweile waren wir wieder etwas durch die Stadt geschlendert um die Party-Atmosphäre aufzusaugen, entschlossen wir uns für einen geordneten Rückzug nach Bochum, um im Bermuda-Dreieck weiterzufeiern. Vielleicht einen Sieg von Lena beim ESC?

Gegen acht Uhr und einer Portion Currywurst-Pommes – und einer irrsinnig witzigen, nur leider kaum wiederzugebenden Unterhaltung mit einem Frankfurter Bochum-Fan – später, schlugen wir Wurzeln in der nächsten Tapas-Bar. Mit reichlich Cuba Libre wurde der Alkoholpegel stetig in die Höhe getrieben, der den ESC leider nicht erträglicher machte. Viele der Beiträge waren schlicht Grütze. Davon war Lenas Beitrag noch einer der besseren, doch uns war nach der Darbietung klar: Das wird nichts. Hier wurde die Sexkarte gezogen, was zwar mit der lasziven Tour subtiler war, als manch andere, aber dann doch nicht konsequent genug. Und so eingängig war der Titel nun auch wieder nicht.

Mir persönlich gefielen, klar, die Moldawen am besten. Tolle Show, geile Perfomance und das Lied könnte ich jetzt noch trällern, gröhlen, was auch immer. Aber entweder habe ich kein Musikgeschmack oder Europa. Ich tendiere immer noch zu zweitem. 😉

Danach ging es nach Hause, weil wir am nächsten Tag ja fit sein wollten, um weiterfeiern zu können.

Und wir fahren fit. Und ausgeschlafen. Ich jedenfalls, denn es war schon fast elf Uhr, als ich mich aus dem Bett bequemte…

Also kurz was gegessen, aus dem Arsch ein Gesicht gemacht geduscht und dann los zur großen Meisterfeier nach Dortmund. Während in der Bochumer U-Bahn noch die Farben blau-weiß dominierten – Bochum spielte um Platz drei in Liga zwei – wurde es in der S-Bahn Richtung Dortmund farblich angenehmer. Und voller. In der U-Bahn zur Markgrafenstraße war es dann nicht mehr voll. Es war rappelvoll. Eine Sardine in der Dose hat mehr Platz. Soße hätte bei uns nicht mehr reingepasst.

Dummerweise ging es auch erst gar nicht los. Anscheinend hatte jemand die Notbremse gezogen und da wir nach einer Viertelstunde losfuhren und an der nächsten Station ALLE rausgeholt wurden, muss man wohl von einem Notfall ausgehen. Die nächste Bahn fuhr immerhin tatsächlich ohne Probleme.

Nun waren wir an der B1 und schlenderten Richtung Bühne, zu der wir gar nicht mehr hin kamen. Die Hoffnung machten wir uns auch gar nicht. Hauptsache, wir standen an der B1, schauten uns die feierwütigen Fans an und kriegten etwas von der Party mit.

Das i-Tüpfelchen wären dann die Spieler gewesen, die am Truck an uns vorbeigezogen wären. Wäre, hätte – Fahrradkette. Nach gut drei Stunden, für 16 Uhr war die Mannschaft angekündigt, war uns klar, hier kommt die Mannschaft die nächsten Stunden auch nicht durch. Es war viertel vor vier und wir liefen die B1 hoch. Um halb fünf und ca. 2 km später war uns auch klar: Wir sehen die Mannschaft gar nicht mehr. Kurz im Internet nachgeschaut, was eigentlich Sache ist. Dort hieß es, dass die Mannschaft von der Polizei direkt zur Bühne gefahren wird, weil der Truck nicht weiterkam. Noch mal zurück kam für uns nicht in Frage. Wir wollten gegen 18 Uhr los fahren, was nicht geklappt hätte wenn wir ne halbe Stunde erst wieder zurückgelatscht wären. Wir hatten auch so genug gesehen, gesungen, fotografiert und erlebt.

Also quetschten wir uns wieder in die U-Bahn, wo ich immerhin einmal Glück hatte. Nicht ein besoffener Dortmund-Fan sondern eine Blondine rieb sich an meinem Körper. Man kann auch mal gewinnen. *hüstel*

Um kurz vor sechs kamen wir in der Bochumer Burg an, wo nur kurz noch die Sachen eingeräumt, sich herzlich verabschiedet und dann losgefahren wurde. Schnell den Tank aufgefüllt und mit 160 Sachen nach Hause. Eine Stunde 45 Minuten später war unser Wochenende dann auch zu Ende.

Fazit:

Dortmunder können feiern.

Bochumer sind realistisch.

Die Gastfreundschaft der Kuckelands unerreicht.

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Bye bye Nuri

Es ist also raus. Nuri Sahin verlässt den BVB um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen. Was schade ist, da er zwingend zu einem großen Klub wollte, den er mit dem BVB zweifelsohne auch gehabt hat.

Ich hätte zwar für kein Geld der Welt mich zu Mourinho transferieren lassen, aber das wird er hoffentlich in seiner Entscheidung mit überdacht haben.

Ich für meinen Teil werde am Samstag und vor allem am Sonntag nicht mehr so ausgelassen feiern können, wie es noch vorige Woche möglich war, als alles noch so frisch und unbeschwert war. Der Transfer hat, ganz abgesehen von meiner total naiven und idealistischen Verträumtheit, einen Dämpfer auf die ganze Freude gelegt. Er war der wichtigste Mosaikstein in der Mannschaft und bis zuletzt hatte ich gehofft, er würde der ganzen Medienmaschinerie die lange Nase zeigen und sagen: Ich bleibe dort, wo mein Herz schlägt.

Das hat er nicht. Also heißt es am Sonntag Abschied nehmen. Abschied von Dede, der blieb, selbst als er lukrative Angebote aus dem Ausland bekam und der BVB am Boden lag. Und von Nuri, der geht, als der BVB wieder ganz oben angekommen ist. Dank ihm.

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Von Fairness und Strafen

Nun sind es also noch sieben Punkte Abstand zu Vizekusen.

Nach einem sehr unterhaltsamen Spiel am Samstag Abend teilten sich die die Borussia und die 05-er die Punkte, was keinem so recht weiterhilft. Den Mainzern nicht, weil man an Boden nach oben zu den Bayern verliert und nach unten zu den Nürnbergern. Und Dortmund nicht, weil man im zweiten Spiel in Folge Punkte auf den Verfolger aus Leverkusen verliert.

Dabei fing es sehr gut an. Nach einer kurzen Abtastphase waren es die Mainzer, die mit Schürrle das erste Mal gefährlich vor das Tor kamen (6.). Gleich im Anschluss brachte Götze einen Freistoß in den Strafraum, den Hummels mit dem Rücken ins Mainzer Tor verlängerte. 1:0 für die Borussia.

Dieses Tor gab den Dortmundern Sicherheit im Spielaufbau und man erarbeitete sich eine optische Überlegenheit. Besonders Barrios wusste zu gefallen, schaffte er es mehrfach in Unterzahl den Ball zu halten und weiterzureichen. Nach 15 gespielten Minuten dann die in meinen Augen spielentscheidende Szene. Ein langer und hoher Ball in den Strafraum der Mainzer wollte Barrios mit dem Kopf über den zu spät herausgelaufenen Wetklo köpfen, dem nichts besseres einfiel als seinen Stellungsfehler mit einem kompromisslosen und rabiaten Einsteigen in unseren Stürmer auszubügeln. Dr. Felix Brych zeigte sofort und vollkommen zurecht auf den Elfmeterpunkt. Wetklo allerdings kam mit einer gelben Karte davon. Zuwenig, wenn man bedenkt, dass er die Gesundheit von Barrios mit diesem überharten Einsteigen bewusst gefährdet hat. Und sich vor allem nicht mal einsichtig gezeigt hat und noch während der gesamten Behandlungspause am rummeckern war. Drei Minuten lang musste unser Topstürmer behandelt werden, in der er klar und deutlich kaum Luft bekam. In der 30. Minute war dann Schluss für ihn und er musste gegen Lewandowski ausgewechselt werden.

Hier muss man dem Schiedsrichter ein schlechtes Augenmaß bescheinigen. Schon in den ersten 15 Minuten waren zwei taktische Fouls ungeahndet geblieben. Und mit dem Foul an Barrios machte sich Wetklo keine Freunde, Brych mit seinem Zaudern allerdings auch nicht. Das Spiel blieb zwar weitestgehend fair, hätte aber gerade zu Beginn noch zwei gelbe Karten mehr verdient gehabt.

Den fälligen Strafstoß sollte Nuri Sahin verwandeln. Auf den hätte ich auf gesetzt, war er doch bislang unser bester Strafstoßschütze. Doch seit dem Hinspieldrama gegen Hoffenheim, wo Nuri den wiederholten Elfmeter verschoss, scheint der Wurm bei ihm drin zu sein. Der Schuss war zwar halbhoch, aber viel zu schwach geschossen. Man merkte Sahin die Unsicherheit bei dem Schuss deutlich an. Selbst Klopp denkt jetzt laut über einen anderen Elfmeterschützen nach. Vielleicht sollte er in Bremen mal nachfragen, wo ein arrogant auftretender Sandro Wagner zwei Elfer in einem Spiel versenkt, was denn das Geheimnis eines guten Elfmeterschützen ist. Bei uns würde ich ja für Kevin plädieren, der noch am ehesten fähig zu sein schein, sein Gehirn in wichtigen Situationen auszuschalten.

Die Dortmunder waren nach diesem vergebenen Big Point nicht so von der Rolle, wie ich es befürchtet hatte. Allerdings merkten jetzt die Mainzer, dass mehr drin ist im Spiel. Als dann Barrios das Spielfeld verließ, kamen die Hessen besser ins Spiel und hatten bis zur Halbzeit sich ein Übergewicht erkämpft. Den Dortmundern kam die Halbzeitpause gerade recht.

Aus dieser kamen die Dortmunder einen Tick besser, aber das Offensivspiel krankte am letzten entscheidenden Pass. Zu oft wurde in die Mitte gespielt, wo die kompakt stehende Verteidigung der Mainzer kaum Probleme hatte, den Ball zurückzuerobern. Ein Manko, dass schon gegen Hoffenheim uns um wichtige Punkte gebracht hat und schleunigst abgestellt gehört. Das fehlende Spiel über die Außen muss man aber auch unseren Außenverteidigern ankreiden, die überhaupt in der Rückrunde viel zu selten Vorstöße wagen und somit in der Offensive für ein zahlenmäßiges Untergewicht sorgen.

Somit war es keine Überraschung, dass der Ball nach knapp einer Stunde Spielzeit im Tor der Dortmunder landete. Zum Glück sah der Linienrichter den aus dem passiven Abseits gekommenen Allagui und pfiff die Situation ab. Eigentlich ein Weckruf für unsere Jungs, die aber, wie oben erwähnt, zu wenig für das offensive Spiel taten und sich mit einem taktischen Mittelfeldgeplänkel über die Zeit retten wollten. Doch in der 85. Minute kam es dann zu dem Aufreger, der m.E. überbewertet wurde, aber verständlicherweise für hochkochende Emotionen bei den Dortmundern sorgte.

Subotic wehrte einen Ball mit dem weichsten seiner Körperteile ab und ging vor Schmerzen krümmend zu Boden. Zidan verlor im Mittelfeld den Ball, bevor er die Chance hatte, an einem besser postierten Mitspieler abzugeben, der eventuell die Situation erkannte und ins Aus hätte spielen können (Zidan stand mit dem Rücken zu Subotic). Die Mainzer eroberten den Ball, kamen über außen und flankten nach innen, wo jetzt Subotic fehlte. Slisovic netzte unbedrängt ein.

Die Aufregung von Jürgen Klopp blieb verständlicherweise nicht aus, reagierte sich in meinen Augen aber an dem falschen ab. Sicher hätten auch die Mainzer Spieler den Ball ins Aus schieben können, aber das ist nicht deren Aufgabe, wenn sie die Chance auf einen vielversprechenden Angriff haben. Das Spiel hätte Schiri Brych unterbrechen müssen, was er aus welchem Grund auch immer nicht tat. Als Subotic nach dem Gegentreffer das Feld zur Behandlung verließ, war bereits jegliche Farbe aus seinem Gesicht entwichen. Ein klares Indiz dafür, dass die Verletzung durchaus unterbrechungswürdig gewesen wäre.

So kam es am Ende zu Tumulten und verbalen Äußerungen, die sich noch nach Spielende vor laufenden Kameras fortführte und die das Bild des schlechten Verlierers Klopp zeichneten. Denn so fühlte sich das Unentschieden für die Dortmunder an. Wie eine Niederlage. Dabei lag es an den Dortmundern, den Sack früher zu zumachen. Oder durch mutigeres Offensivspiel den Gegner erst gar nicht die Möglichkeit zur Entfaltung zu geben. Wer zwei Drittel des Spiels ein energisches Pressing an den Tag legt, muss auch im Offensivspiel energischer rangehen und nicht nur ideenlos in die Mitte spielen, wo die einzige Spitze meist überfordert wirkt angesichts der Überzahl gegnerischer Verteidiger.

Traurige Szene zum Schluss des Spiels war sicherlich der Regen aus Feuerzeugen, die auf den uneinsichtigen Torwart der Mainzer niederprasselte, während der beim Abstoß auf Zeit spielte und damit noch mehr Gelegenheit hatte, auf Zeit zu spielen. Das war in höchstem Maße asozial und zeichnete vor allem unsere Fans als schlechten Verlierer. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass wir uns alle zu früh auf die Meisterschaft gefreut haben. An diesem Spiel war weder unsere Offensive, noch die Reaktion unseres Trainer, vor allem aber nicht unserer Fans meisterlich.

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Meisterhaft

Was haben Kevin Großkreutz und der FC Bayern München gemeinsam?

Beide haben gerne eine große Klappe.

Und was ist der Unterschied zwischen Kevin Großkreutz und den Bayern?

Bei Kevin ist auch was dahinter. 😉

Zehn Minuten hat es gedauert, bis Lucas Barrios das erste Mal den Bayern gezeigt hat, wer diese Saison den besten Fußball in Deutschland spielt.

Die Bayern nutzten zwar ein Loch in der Abwehr zum Ausgleich in der 16. Minute. Aber nur zwei Minuten später (!) ballerte Nuri Sahin den Ball sowas von traumhaft in die Maschen und stellte damit die Rangordnung wieder her.

Das 3:1 sagte ich sogar bei der Ecke an. Naja, eigentlich verbesserte ich nur Tim, mit dem ich das Spiel schaute. Der glaubte, dass Lewandowski das Tor machen würde, aber ich sagte:

Wenn dann eher Subotic oder Hummels. Wobei Hummels am wahrscheinlichsten ist.

Got it! 😀

Ab jetzt bin ich auch realistisch und feiere Dortmunds Meisterschaft. Wer oder was will uns das noch nehmen?

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Ende des „Kegelmarathons“

Heute also das siebte Mal Kegeln in den letzten elf Tagen. Und wie auch schon am Donnerstag gab es heute ein versöhnliches Ende.

Die als Spaßveranstaltung angegangene Bezirksmeisterschaft Dreibahnen wurde ein richtiger Erfolg für mich. Wenn das grüne Wundermittel (Mandy, ich habe noch keinen Namen von der Salbe^^) nicht so gut gewirkt hätte und mein linkes Knie geschmerzt hätte, wer weiß, ob ich dann überhaupt teilgenommen hätte. Nur so zum Spaß muss ich mir meine Gelenke ja nicht schädigen.

Aber aus Spaß wurde Ernst, wie wohl das Motto des Tages war. Als ich um halb zwei eintraf, konnte ich meinem Vater schon zum Bezirksmeistertitel gratulieren. Leider musste er dann weg (Nachtschicht) und konnte nicht miterleben, wie ich sein Ergebnis…nun ja…pulverisierte. 🙂

Leider kegel ich nicht in seiner Gruppe, sondern bin bei den knackig-jungen Herren. So reichte mein Ergebnis zu einer Interimsführung – was mir einerseits gefiel, andererseits Unbehagen verlieh, da ich zur Landesmeisterschaft nicht anwesend bin…die Flitterwochen. Ich bin schon als Vereinsmeister nicht bei der Kreismeisterschaft angetreten. Als Dreibahn-Bezirksmeister nicht zur Landesmeisterschaft hätte nicht gerade für meine Terminplanung gesprochen. 😉

Am Ende gingen jedoch noch zwei Kegler rüber und verdrängten mich auf den dritten Platz. Ein Ergebnis, auf das ich als Dreibahn-Neuling sehr stolz bin. 😀

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Meister

Ich habe es tatsächlich geschafft. Vereinsmeister 2011 in der Gruppe Herren. 🙂
Nach verhaltenem Start und zwischenzeitlich deutlichem Rückstand legte ich zur Halbzeit richtig los. Ich übernahm zum letzten Drittel hin die Führung, wobei ich davon profitierte, dass der Führende mit einer Bahn haderte und sich davon nicht mehr erholte. Er rutschte leider auf den vierten Platz ab, was ich sehr schade fand. Er gehört zu den sympathischsten Keglern im Feld und ihm hätte ich es wirklich gegönnt, auf dem Treppchen zu stehen.
Im letzten Drittel konnte ich es dann ruhig angehen und verwaltete praktisch meinen Vorsprung ohne unter Druck von den Verfolgern zu geraten. Danach durfte ich so viele Hände schütteln, wie schon lange nicht mehr in meinem Leben. 🙂
Die Ergebnisse können bei Interesse hier nachgelesen werden.

Vielen Dank auch an meine Kegelkollegen, die mich während der ganzen Zeit unterstützt und nach vorne gebrüllt haben. Das ausgerechnet unser Sportwart nicht dabei war, weil Kaffee und Kuchen zu Hause lockten…geschenkt.
WikiLeaks

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Meisterliche Hilfe

Heute morgen beim Frühstück meinem Meister von meiner aktuellen Misere erzählt. Der sagt:

„Mensch Stifti, ich habe doch noch eine Waschmaschine zu Hause. Komm mich mal besuchen und nehm sie Dir mit. Zahlen kannst Du für das gute Stück ja noch, wenn sie auch wirklich läuft.“

Hilfe, die der Himmel schickt. 🙂

Aber bevor ich das gute Teil in den Kofferraum meines Kombis wuchte, werde ich die gestern von Uwe gelernten Ratschläge beherzigen:

  • Schau unter das Gummi. Ist es versifft, weist es auf keinen pfleglichen Umgang mit der Maschine hin
  • Gehe mit dem Finger vorsichtig (!) durch das Gummi. Vorsichtig deshalb, weil eventuell Glasscherben oder Splitter sich darin befinden könnten
  • Mit der Hand in die Trommel und deren Oberfläche sanft (!) berühren. Jetzt ganz leicht hin und her bewegen. Spürt man mit den Fingerspitzen einen unruhigen Lauf, weist das auf ein defektes Kugellager hin. Meist begleitet von einen Geräusch, wie als wenn in einer Tonfolge ein Aussetzer ist.
  • Zum Schluss die Trommel mit einem Schwung drehen. Auch hier sollte eine gleichmäßige und vor allem leise Tonfolge zu hören sein. Ein rhythmisches Klackklackklack ist auch eine gleichmäßige Tonfolge, aber alles andere als leise.

Wer diese Tipps beherzigt, kann die Maschine ruhigen Gewissens kaufen, weil das Herzstück der Waschmaschine in Ordnung ist. Und nicht denselben Fehler begehen wie ich.
WikiLeaks

Sag sowas nicht!

Steffi und ich sind im Mai zu einem Polterabend eingeladen. Man kennt das ja. Man kennt Leute, die irgendwann heiraten und die Hochzeit klein feiern. Ist ja auch nicht ganz günstig sowas. Um aber mit den Freunden Bekannten zu feiern, wird halt zum Polterabend geladen.

Anderes Thema: Nun steht der BVB in der Tabelle gut da. Genug Gelegenheit, mal zu schauen, wo und wann die Saison ihr Ende nimmt um vorbereitet zu sein für eine standesgemäße Saisonabschlussfeier. Mitte Mai in Dortmund gegen Frankfurt. So so…

Wann findet denn jetzt noch gleich die Hochzeit statt? Und wann der Polterabend?

Ein kurzer Blick auf die Einladungskarte sagt, dass die Hochzeit genau am letzten Spieltag stattfindet und der Polterabend zehn Tage vorher. Glück gehabt.

Das sagte ich auch gerade Steffi, während wir das Geschenk für meine Eltern einpackten.

I: Na siehste, dass passt doch perfekt. Nur gut, dass wir nicht zur Hochzeit eingeladen wurden. Sollte sich die Gelegenheit noch ergeben, dass unsere Bekannte sich dafür entschuldigt, dass wir nicht zur Hochzeit eingeladen wurden, dann kann ich sagen: Kein Problem, an dem Tag hätte ich eh nicht gekonnt. Da feiert Dortmund seine Meisterschaft.

S: Das darfst Du niemals sagen!

I: Wieso? Sie hat uns doch nicht zur Hochzeit eingeladen und wenn sich unsere Bekannte dafür rechtfertigen will, dann kann ich doch bei der Wahrheit bleiben und sagen, dass ich lieber die Meisterschaft mit Dortmund feiern will.

S: Nein, dass darfst Du niemals sagen! Das Dortmund Meister wird…

Ach so. 😉

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