Eine ganz persönliche Musikgeschichte (1. Fortsetzung)

Ich war also 13 Jahre alt/jung und besaß meine erste LP. Und ich entdeckte das laute Musik hören für mich. Was den merkwürdigen Nebeneffekt hatte, dass die Plattennadel zu springen anfing.

Die neue deutsche Welle war bereits abgeebbt und haften blieben bei mir nur noch die politisch motivierten Bands. Doch mit denen wollte ich mich zunächst nicht befassen. Denn kurz nach dem Erwerb meiner ersten LP sollte recht schnell die nächste folgen. Denn nachdem bei uns ein Musikkanal Einzug ins Haus gehalten hat und Tele-5 das deutsche Pendant zum englischsprachigen MTV auch von mir begeistert aufgenommen wurde, haute mich das nächste Lied vom Hocker, dass für einen 13-jährigen ein nicht ganz uninteressantes Thema beinhaltete. Die Liebe, hier „Aerosmith“ mit „Love in an Elevator“.

(Ja, was man(n) alles toll findet, wenn in einem die wichtigsten Säfte anfangen zu sprudeln)

Alter Schwede, das rockte ja mal richtig. Bei meinem damaligen Kumpel, nennen wir ihn der Einfachheit halber hier mal Dirk, kam ich über dessen großen Bruder – einem bekennenden Hardrock-Fan – in den weiteren Genuss solcher Musik. Aber mit 13, Anfang 14 ist man noch zu jung für die richtig „harten“ Sachen und so erfreute ich mich mehr an „Poison“ oder der unglaublich geilen „Mötley Crüe“. Und von genau denen sollte meine nächste Platte sein, deren „Dr. Feelgood“ es gelang, sechs Single-Auskopplungen in den Charts zu platzieren.

Während also die erste Hardrock-LP von „Mötley-Crüe“ war, sollte mein erstes Livekonzert das von „Poison“ und „Aerosmith“ sein. Mit 14 Jahren! Meine lieben Eltern, hier habt ihr versagt und seid für das ganze Leid das ich Euch in den Folgejahren antat selbst verantwortlich. 😉

Ernst beiseite. Zu Poser Metal ließ sich wunderbar in die Pubertät reinrutschen und so konnte ich den folgenden Sommer in Blue Jeans erstmals den harten Jungen (mit Milchbubigesicht) feiern. Eine Freundin hatte ich auch, wenn auch nicht so lange. Dann doch wieder, aber dann nur ein wenig länger. Naja, wie das so ist, wenn man jung ist. Ihr Ding war Metal aber nicht, eher „New Kids on the Block“, was wir in einer Dauerschleife hörten, während wir bei ihr auf dem Bett lagen und wild rumknutschten.

Ähm ja, aber es gab noch genug Poser-Bands für mich zu entdecken. Heimlicher Liebling von mir waren auch „Faster Pussycat“ deren Durchbruch allerdings ausblieb…

Das Jahr 1990 ging dann mit der Wiedervereinigung zu Ende und da mein Geburtstag kurz bevor stand und ich damit älter werden sollte, musste auch die Musik erwachsener werden. Was für mich damals nur bedeutete, es muss härter werden…

Dazu aber beim nächsten Mal mehr.

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte

Nachdem ich neulich bei youtube wieder einen Flug durch meine Musikvergangenheit gemacht habe, kam mir die Idee, meine persönliche Entwicklungsgeschichte im Bereich der Musik niederzuschreiben. Da ich kaum Unterlagen darüber habe und eine zum Teil sehr bewegte Vergangenheit hinter mir habe, geschieht das allein aufgrund der Erinnerungen, die noch übrig sind. Außerdem werde ich versuchen, möglichst ehrlich zu sein, was aufgrund meiner manchmal unmöglichen Musikverirrungen wahrscheinlich das bemerkenswertere sein wird. So, here we go.

Bis zu meinem sechsten Lebensjahr bestand, wie bei den meisten von uns, mein Musikrepertoire lediglich aus Kinderliedern, die die eigenen Eltern singen konnten und man im Kindergarten aufschnappte. Seit kurzem frage ich mich, ob auch dieses hier dabei war (Steffi wird mich dafür erschlagen, dass ich mit diesem Lied hier aufmache, denn in letzter Zeit pänetrier ich sie damit über Gebühr):

Dann mit sechs Jahren nahm mich mein Vater zum ersten Mal ins Kino. „Die unendliche Geschichte“ haute mich vom Hocker und fortan saugte ich alles auf, was damit zu tun hatte oder darüber berichtete. Das war vornehmlich die „Bravo“, wo ich dann mit anderen Künstlern in Kontakt kam. Erst sporadisch gekauft bzw. kaufen lassen, wurde es später zu einer Obsession. Dabei kam ich auch in Kontakt mit „Duran Duran“, die mit „Wild Boys“ die Charts dieser Welt stürmten und mir mit acht Jahren meinen Weg im persönlichen Musikgeschmack zeigen sollten. Es sollte nämlich hart werden.

Aber Musik soll auch Spaß machen. Da kam die „Neue Deutsche Welle“ gerade recht. Von meinen Eltern mit einer Musikkassette ruhiggestellt, lauschte ich den wohlfeilen Klängen deutscher Musikkultur. Der Versuch, mich mit Nena dann auf dem Mainstreamzug zu bringen, scheiterte jedoch kläglich. Die Kassette von Nena bekam bald einen manuellen Bandsalat. 😉

Nein liebe Kinder, dass ist nichts gesundes zu essen. Eigentlich ist es für einen magnetischen Tonträger sogar sehr ungesund. Aber ich schweife ab.

Die nächsten Jahre verbrachte ich wie alle Kinder unserer Zeit vor dem Radio. Dort wurde der Rec-Knopf zusammen mit dem Pausen-Knopf intensivst benutzt und wichtige Verkehrshinweise verflucht. Ich habe ja sowieso die Theorie, dass für das erhöhte Aufkommen der Geisterfahrer damals die Musikindustrie verantwortlich war. Die haben doch nur bei der Polizei Fake-Anrufe gemacht und nichtexistente Geisterfahrer gemeldet, um dem kindlichen Heer vorm Radio Einhalt zu gebieten. Doch wir hatten den stärkeren Finger! 😉

Damit verbrachte man dann seine Zeit, so richtig hängen blieb aber nichts. Bis man dann allmählich in die Pubertät kommt und sein Hirn auch mal für was anderes als Dummheiten und dem Erfinden neuer Spiele verwendete. Nein, nicht dem Haare spazieren tragen, dass kommt zum Ende der Pubertät. 😉 Ich meine zum Nachdenken. Wo man merkt, dass auch mal Kritik an der Gesellschaft geübt werden muss. In diese Phase knallten die „Simple Minds“ mit „Belfast Child“ wie ein Vorschlaghammer direkt in die Fresse rein.

Aber nicht weil der Song so brachial hart war, sondern im Gegensatz zu seiner Brisanz im Text sehr sanft daher kam. Von den „Simple Minds“ war dann auch folglich meine erste LP, die „Street Fighting Years“(Amazon-Partnerlink), welche bei mir erst Jahre später folgen sollten, doch dazu mehr in der nächsten Ausgabe.